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26
4,7 von 5 Sternen
Die letzte Liebe des Monsieur Armand
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2008
Beide, Armand und Pauline, sind einsam und vom Leben gezeichnet. Während Armand sich resigniert zurückgezogen hat, stürzt sich Pauline in immer neue Liebesabenteuer mit gleichaltrigen Männern, stets in der Hoffnung, irgendwann die Familie zu finden, die ihr immer gefehlt hat.
Diese zwei Menschen treffen aufeinander und entdecken ineinander etwas, das sie benötigen. Armand geht aus sich und seiner stillen Wohnung heraus, Pauline entzieht sich der ziellosen Abfolge von Liebschaften und beginnt, sich für Armands Philosophie zu interessieren.
Behutsam emfindet Françoise Dorner eine außergewöhnliche Liebesbeziehung nach, in der Erotik nur als feiner Hauch eines exquisiten Gewürzes wahrgenommen wird. Während sich Armand in der Ansicht, er habe ihr ja nichts zu bieten, Pauline trotz seines starken Angezogenseins zögernd und scheu annähert, nimmt sie ihn unbeschwert und fast überschwänglich an: zunächst als Großvater, dann immer mehr als den Menschen, der er ist.
Die eigenartige Beziehung währt nicht lange. Beide lernen jedoch daraus, dass sie Verantwortung für ihre Vergangenheit übernehmen müssen und sich nicht nur als deren Opfer verstehen dürfen.
Indem die Autorin vor allem die große Verletzlichkeit der beiden Protagonisten, insbesondere Armands, herausstellt und beschreibt, dass diese Verletzlichkeit zu einem Gefängnis werden kann, schafft sie eine Atmosphäre tiefer Menschlichkeit. Zugleich zeigt sie auf, welch fatale Auswirkungen das Schweigen, ebenso jedoch übersteigerte Erwartungen innerhalb von Familien haben können. Die Familie ist ein zentrales Element dieses Romans - mit den Schwierigkeiten, die uns von Geburt her anvertrauten Menschen so anzunehmen, wie sie sind, und mit den Grenzen von "Wahlverwandtschaften" wie jener zwischen Armand und Pauline.
Der Roman wird bestimmt von einer bittersüßen, melancholischen Stimmung. Die Autorin ergründet einfühlsam die Abgründe in scheinbar intakten Seelen und zeichnet ihre Protagonisten trotz ihrer Ecken und Kanten ausgesprochen liebevoll; auch der siebzigjährige, verliebte Armand wird niemals der Lächerlichkeit preisgegeben.
Zum Hörbuch eignet sich die Vorlage vorzüglich. Wenn man sich erst einmal an die tendenziell etwas nuschelnde Stimme des Sprechers gewöhnt hat, kann man sie gut mit dem Protagonisten identifizieren, und Hans Korte liest einfühlsam und abwechslungsreich.
Ein auch technisch gelungenes, bezaubernd schönes Hörbuch über die vielfältigen Vernetzungen zwischen Menschen, über die Wunden, die sie einander oft unwissentlich zufügen, und über die Liebe mit ihren oft eigenwilligen Facetten.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2007
Ein tolles kleines Büchlein hat Francoise Dorner da geschrieben. Sehr unterhaltsam, zwar in einer leichten Sprache verfasst, aber doch mit schwerem Inhalt. Denn die Thematik ist sicher eine ergreifende : Ein alter Mann der sich am Ende seines Lebens endlich seiner lebenslangen Fesseln entledigen will, den Fesseln die ihm seine Erziehung, seine eigene Kindheit angelegt hat. Die Fesseln, die ihn von seinen Kindern, seiner Frau und letztlich auch von sich selbst entfremdet haben. Es geht um Menschen auf der schwierigen Suche nach Liebe und Verständnis. Großartig, wie Dorner sich in Psyche der Protagonisten eingefühlt hat und uns deren Innerstes eindrucksvoll mitteilen kann, voller Menschlichkeit und Wärme. Einfach schön!

Ich bin ja eine Liebhaberin von diesen dünnen, bezaubernden Büchlein, die man in der französischen Belletristik oft findet. In diesem Buch hätte ich mit allerdings definitiv mindestens 200 Seiten mehr gewünscht. So wie die Geschichte aufgezogen ist hätte man doch gerne mehr Tiefe und Hintergründe in der Geschichte gehabt.

Insgesamt aber ein tolles Buch! Sehr zu empfehlen!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Monsieur Armand, ein siebzigjähriger Philosoph im Ruhestand und Pauline, eine zwanzigjährige Verkäuferin in einem Luxusgeschäft für Haushaltswäsche, machen bei einem abrupten Busstopp Bekanntschaft miteinander. Sie verlieren sich zunächst aus den Augen, aber bei Armand ist plötzlich der Wunsch entstanden Pauline zu suchen und damit seiner ziellosen Einsamkeit zu entfliehen. Der Altersunterschied schreckt ihn da zunächst nicht ab, denn er fühlt sich durchaus noch als vital lebendiges Wesen. Wenn er sich in seinem Sessel niederließ, die Droge Cola genoss, musste er an Pauline denken, die ihm die Lust zum Fröhlichsein wieder geschenkt hatte. Armand macht sein Auto wieder fahrbereit, fährt über eine rote Ampel und hat, weil Pauline diese Action cool findet, plötzlich das Verlangen wieder Gas zu geben. Neue Kräfte werden in ihm wach. Doch bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten sucht Pauline immer wieder Zuflucht bei jüngeren Männern und den Freuden ihres Alters. Armand muss erkennen, dass er vielleicht Hoffnung mit Hoffnungslosigkeit verwechselt hat. Er fühlt sich als Lückenbüßer, als alter "Schwadroneur mit leerer Batterie", den Pauline immer dann braucht wenn sie der vorübergehenden Lebensfreude verlustig geworden ist.

Nach einem missglückten Selbstmordversuch besucht Pauline Armand im Krankenhaus und trifft dort mit dessen Sohn zusammen. Der vermutet zunächst, dass der Selbstmord des Vaters eine Art Gefühlserpressung war, um die Kinder, die sich ihm entfremdet hatte, zurückzurufen. Er droht mit Entmündigung, denn er hat seinen Vater nie verstanden, so wie der wiederum auch seinen Vater nie verstanden hatte. Sie lebten aneinander vorbei.

Als Pauline eines Tages die Dinge schlicht und illusionslos auf den Punkt bringt und Armand darum bittet doch ihr richtiger "Großvater" zu sein, da tut es ihm weh, dass sie nicht nur die Möglichkeit für sexuelles Begehren, sondern auch für Verliebtheit ausschließt. Eine Zweifelsucht will er in ihr nicht wecken. Sie gibt Armand einen Kuss auf die Stirn und der weiß schließlich nicht mehr was er bei Pauline wirklich gesucht hat, das hat er verdrängt, weil er die Kraft wieder gefunden hat den Dingen ins Auge zu sehen. Das Ende der Geschichte will ich nicht verraten, nur so viel, es finden schließlich zwei Einsamkeiten, mit unterschiedlichen Zielsetzungen und unterschiedlichen Motiven zueinander. Armand hätte Pauline gern zur Freundin gehabt und Pauline hätte ihn gern für ein ganzes Leben als Großvater behalten.

Ein sehr schön zu lesendes Buch, in einem erfrischenden wechselnden Erzählton, phasenweise elegant formuliert. Es ist auf der Oberfläche federleicht und es versteckt auch seine Tiefe auf der Oberfläche.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. August 2007
Der französische Orginaltitel dieses Stückchen wunderbarer Literatur erweckt unmittelbar einen anderen Eindruck, als die deutsche Variante. Fürwahr, sofort denkt man bei letzter Liebe an Melancholie, Trauer, Abschied und doch Hoffnung. Während doch der Titel douceur assassine einen schaligen, kalten Hauptgeschmack entwirft, der nur durch das Wort douceur abgefedert wird.
Die Wirkungen beider Titel aber finden sich gleichermaßen in der kleinen Geschichte um den vereinsamten, alten Monsieur Armand und dem nicht weniger einsamen Pariser jungen Mädchens Pauline wieder. Monsieur findet sich am Ende eines Lebens, das er als Lehrer der Philosophie gewidmet und als Vater verpatzt hat. Pauline wiederum steht am vorderen Ende der Skala und sieht ihr Leben bereits im Schatten ihrer kurzen Vergangenheit gezeichnet. Ihre Sehnsucht nach einer intakten Familie ist keine hoch intellektuelle, mit der sie einem Armand entgegentreten könnte. Doch der Wunsch nach intellektuellem Austausch liegt ihm an Pauline ferner, als der Gedanke, dem alten literarischen Bild einer Liebe zwischen einem alten Mann und einer jungen Frau zu entsprechen. Natürlich taucht es in seinen Gedanken auf. In Paulines erstaunlicherweise nicht. Armand ist unvermittelt bereit, sich der puren Paulinschen Inspiration zu bedienen und neue Gedanken an einem Punkt zu entspinnen, an dem er bereits dachte, er hätte schon alle Varianten durch. So geschieht es, dass er sich von seiner vor 3 Jahren verstorbenen Frau verabschiedet, sich der offenkundigen Kritik seiner Umwelt annimmt - de Putzfrau klagt- und sogar noch Zugang zu seinem Sohn findet. Jener, der sich selbst an die Nase fast, als es wiederum Pauline ist, die kühn, fast ein wenig zu kühn, Armand vor ihm verteidigt. Pauline beschließt, ihre langersehnte Familie in Armand zu finden und ihn zu ihrem Großvater zu machen.
Eine Freundschaft aber, die wächst und gedeiht und Tiefpunkte passiert, kreiert der Erzähler nicht. Von Kapitel zu Kapitel wechselt er die Perspetiven, erzählt einmal aus den Augen von Pauline, zeigt dann wieder Armands Innenansicht. Und so ist auf 137 Seiten nicht die Möglichkeit gegeben, sich ineinander zu vertiefen und das Ende der Geschichte gleichermaßen absehbar wie überraschend. Tränen nicht ausgeschlossen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Februar 2009
"Die letzte Liebe des Monsieur Armand" hat mir sehr gut gefallen und liest sich sehr leicht - ohne seicht zu sein.

137 Seiten über das Altwerden, das Jungsein, Liebe, Familie, Konflikte, Gefühle - alles sehr dicht gepackt.

Der Verlauf der Handlung ist berührend und bittersüß zugleich. Der Roman ist wie geschaffen für einen schönen französischen Film à la "Zusammen ist man weniger allein". Vor meinem inneren Auge sah ich die ganze Zeit Audrey Tautou als Pauline und Michel Serrault als Armand :o)...

Ein sehr liebenswerter kleiner Roman für einen Nachmittag auf dem Sofa.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. April 2011
Es ist eine sanfte "Liebes"-Geschichte, Liebe von zwei einsamen Menschen, die einander treffen, jede/r in ihrem/seinem emotionalen Gefängnis. Der soziale Aspekt, ob doch so viele Menschen heutzutage betroffen sind, ob so viele Menschen diese Einsamkeit wahrnehmen, überhaupt zugeben ! Möge die/der eine oder die/der andere sich in der Geschichte wiederfinden bzw. nicht finden, nachdenken reicht !
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Dezember 2008
Monsieur Armand ist ein alter Mann. Vor einigen Jahren hat er seine Frau durch eine schwere Krankheit verloren und lebt seither alleine, wobei ihm eine Zugehfrau den Haushalt führt mit der er aber nicht richtig klar kommt. Als pensionierter ehemaliger Lehrer für Philosophie kann er sich das auch leisten. Er hat zwei Kinder, die sich aber wenig um ihn kümmern und es nur auf seine Erbe abgesehen haben. Monsieur Armand trifft sich mit einer ehemaligen Lehrerkollegin jeden Sonntagabend zum Essen. Doch diese Freundschaft bedeutet ihm nicht viel. Sie kann ihn nicht mehr erreichen. Er, der doch jahrzehntelang seinen Schülern die Existentialphilosophie beigebracht hat, sieht sich nun selbst vor einem Zustand, in dem er keinen rechten Sinn mehr im Leben sieht und sehr oft auch an Selbstmord denkt. So lebt Armand ein recht trauriges Leben mitten in Paris, als ihm plötzlich und unverhofft die 20-jährige Pauline über den Weg läuft.

Auch sie ist ein Mensch, der sich vom Leben betrogen fühlt. Sie hat sehr früh ihre Eltern verloren und sucht seit Jahren in den zahllosen Liebhabern das, was sie so sehr vermisst: ihre Familie. Aber natürlich kann ihr von den Dutzenden von jungen Männern, die sie "testet", keiner das geben, was sie wirklich braucht und so flieht sie immer wieder schon nach kurzer Zeit in das nächste Abenteuer. Als sie eines Tages im Bus auf Monsieur Armand trifft, adoptiert sie ihn als ihren Wunsch-Großvater und hat sich damit ausgerechnet einen Mann ausgesucht, der sein Leben lang seinem eigenen Sohn ein ebenso liebloser wie ungerechter Vater gewesen ist. Doch sie weiß das nicht, sondern nimmt ihn so wie er ist. Durch ihre unschuldigen Nachfragen allerdings bringt sie den alten Mann, der sich sofort in Pauline verliebt hat, eine Liebe ohne sexuelles Begehren, ins Nachdenken und zum Handeln.
"Zwei Einsamkeiten, die zueinander finden, deren eine die Spielregeln kennt, Intelligenz und Bildung über alles stellt, Herz und Güte der moralischen Pflicht opfert, während die andere, instinktiv und empfindsam, spontan Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken weiß, ohne dass Missverständnisse aufkommen."

Die beiden verbindet eine Freundschaft besonderer Art und sie wagen es, einen neuen Weg einzuschlagen und die Lebensfreude neu zu entdecken.
Francoise Dorner hat eine warmherzige Geschichte geschrieben, voller Humor. Mit Monsieur Armand schildert sie einen alten Helden mit vielen Ecken und Kanten, eigenbrötlerisch und dennoch mit einer tief vergrabenen Warmherzigkeit gesegnet, die immer wieder durch die raue Schale blitzt. Es ist eine Geschichte, die den Leser dauernd zum Schmunzeln bringt und ihn gleichzeitig tief berührt. Eine Geschichte voller Magie, die den Kult des ewigen Jungseins in unserer Gesellschaft entlarvt. Ein Buch über die Weisheit, dass es im Leben nie zu spät ist und man immer etwas verändern kann. Ein kleines Buch über das große Wunder des Lebens - die Liebe.
Das Buch und sein Stoff rufen geradezu nach einer Verfilmung, auf die man gespannt sein darf.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Dezember 2014
Monsieur Armand ist Philosoph - studierter, an der Uni lehrender Philosoph - lebt in Paris, Vater zweier Kinder, verwitwet und ... alt, einsam und verbittert. Die Frau, die sich um seinen Haushalt kümmert kommt regelmäßig, doch zu sagen haben sich der Intellektuelle und die Haushälterin nicht wirklich viel. Die Trennlinie zwischen den beiden ist deutlich spürbar.

Auch die Bekannte, mit der sich M. Armand regelmäßig zu einem gemeinsamen Mittagessen trifft, bietet nur eine kurze Ablenkung von den Grübeleien über Leben und Tod, die eigenen Kinder, die sich nur melden, wenn sie etwas brauchen ... und deshalb überrascht es M. Armand umso mehr, dass ihn ein kleines Missgeschick aus diesem grauen Einerlei zu reißen vermag. Eine verfehlte Busstation beschert ihm die erfrischende Bekanntschaft einer jungen Frau, die ohne Familie alleine zurecht kommen muss.

Sie - Pauline - ist intelligent, charmant und hübsch und wirkt auf M. Armand wie aus einer anderen Welt, von einem anderen Planeten kommend. Ihre Jugend zeigt ihm, wie unkompliziert und schön das Leben doch sein kann, obwohl auch Pauline bereits schwere Zeiten erlebt hat und sich vielleicht gerade deshalb Hals-über-Kopf in die eine oder andere Liaison stürzt ...

Françoise Dorner lässt in ihrer bezaubernden kleinen Geschichte über das Zusammentreffen zweier Generationen Sonnenstrahlen in das Leben eines alten Mannes fallen, der eigentlich keine Freude mehr an seinem Dasein hatte. Jetzt findet er noch einmal so etwas wie eine letzte Liebe. Behutsam und doch ungeschminkt lässt sie den Leser sowohl an Verbitterungen und Enttäuschungen, als auch an positiven Überraschungen teilnehmen. Dabei bleibt Dorner in ihrem Schreiben konzentriert und fernab von Kitsch und Klischees. Doch trotz aller schönen und leichten Momente lässt sie nur ein Ende zu, das überraschend aber unausweichlich, gar alternativlos zu nennen ist. Wie das wahre Leben ist es bittersüß.

Ein wunderbar leicht daher kommender Roman, dessen Stärke eben darin liegt, sich durch seine kluge Konzeption fernab vom Mainstream zu bewegen und tatsächlich berühren zu können.

Das kleine feine Büchlein erscheint im Mai 2015 in Neuauflage und wurde unter dem Titel Die letzte Liebe des Mr. Morgan prominent besetzt verfilmt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. September 2012
[...]

Meine Videorezension: [...]

Erster Satz:
Im 82er habe ich sie zum ersten Mal gesehen.

Meine Meinung:

Buchgestaltung:
Ganz ehrlich, die Gestaltung des Buches hätte mich niemals veranlasst, dieses Buch zu kaufen, wenn ich es nicht auf einen Bücherflohmarkt in die Hand bekommen hätte. Es ist schrecklich langweilig und öde, es lenkt keinerlei Aufmerksamkeit auf sich, was eigentlich sehr schade ist. Denn der Inhalt dieses unscheinbaren Buches ist es wert, gekauft und gelesen zu werden!

Handlung:
Ich gebe zu, dass ich dieses Buch mit dem Vorurteil angefangen habe, dass es mir bestimmt nicht gefallen würde. Denn es ist mein erstes Buch von Diogenes, und von dem Verlag hat mich bisher noch kein Buch wirklich interessiert bzw bin ich auf keines aufmerksam geworden.
Doch ich hatte mich total geirrt, denn trotz des unschönen Covers verbarg sich hier zwischen den Buchdeckeln eine magische und sehr ehrliche Geschichte, die einen zum Nachdenken anregt. Denn wer macht sich in seinen jungen Jahren Gedanken, wie es den alten Menschen gehen könnte? Vor allem erkennt man so etwas meistens erst, wenn diese davon erzählen oder man selbst in das Alter kommt und die Erfahrung macht. Aber Francoise Dorner schafft es, ohne den erhobenen Zeigefinger, auf diese Probleme aufmerksam zu machen. Und das auf sehr subtile Art und Weise.
Dieses Buch behandelt den herrschenden Konflikt zwischen Alt und Jung, in einer alternden Gesellschaft, in der das junge Alter eine große Rolle spielt. Eine sehr bewegende Lektüre!

Charaktere:
Armand ist ein Professor im Ruhestand, der seinen Schülern jahrelang die Philophie nahe gebracht hat. Nachdem seine Frau starb und seine Kinder sich immer mehr von ihm entfremdeten (durchaus auch aus eigener Schuld), lebt er nur noch vor sich hin. Bis er Pauline kennenlernt. Pauline ist jung, lebenslustig und hilfsbereit. Und auf der Suche nach einer Familie. Sie "adoptiert" Armand als ihren Großvater und gibt ihm neuen Lebensmut. Eine "Pauline" als Freundin, wünscht man sich selbst. Armand erkennt mit ihrer Hilfe, dass er sich selbst idealisiert hat und kein so toller Vater/Ehemann war, wie er immer dachte.
Tolle Charaktere, die das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis machen, das den Leser noch lange danach beschäftigen wird!

Sprache:
Der Schreibstil ist nicht so flüssig, dass man das Buch - trotz der wenigen Seiten - mal schnell runterlesen kann. Das ist aber nichts schlechtes, denn es passt hervorragend zum Inhalt. Denn man sollte sich auch während des Lesens Zeit nehmen, um sich eigene Gedanken zum Thema zu machen, da es sehr aktuell ist und man sich früher oder später damit auseinandersetzen sollte!

Mein Fazit:
Ein besonderes Buch mit einzigartigen Charakteren auf der Suche nach neuer Lebensfreude und dem Umgang mit dem Alter und der Einsamkeit. Unbedingt lesen!!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Juli 2012
Monsieur Armand führt ein Leben, wie es trauriger nicht sein könnte. Seit langer Zeit hat er die Lust an den schönen Dingen verloren. Daher schleppt sich der pensionierte Philosophie- und Lateinlehrer täglich ein Stück weiter durch das Leben, das ihm nichts mehr zu bieten scheint. Seit dem Tod seiner Frau entfremdet er sich mehr und mehr von seinen Kindern, die ihn scheinbar bereits aus ihrem Leben ausgeschlossen haben. Die wenigen Treffen mit ehemaligen Kollegen sowie die regelmäßigen Besuche der Zugehfrau sind die einzigen sozialen Kontakte des Pensionärs.

Plötzlich trifft der alte Herr im Bus jedoch auf Pauline. Sie ist eine 20-jährige Verkäuferin, die bereits in jungen Jahren ihre Eltern verlor und daher meint, das Leben zu kennen. Sie hilft dem alten Mann nach einem kurzen Stolpern wieder auf die Beine und holt ihn unbewusst mit ihrer charmanten Art zurück ins Leben. Die Sehnsucht nach der unbekannten Helferin lässt den Pensionär wieder aufleben. Für Monsieur Armand beginnt eine aberwitzige Suche nach der jungen Frau in den Straßen von Paris, die nach viel Mühe von Erfolg gekrönt ist.

Die besondere Freundschaft zwischen dem Eigenbrötler und der jungen Pauline, die in Monsieur Armand einen Wunschgroßvater sieht, wird zum vorübergehenden Rettungsanker der beiden Einzelkämpfer. Ihre zauberhafte Freundschaft besteht aus einem gegenseitigen Geben und Nehmen, denn Pauline lehrt den ehemaligen Philosophielehrer mit ihrer jugendlichen Sichtweise mehr, als ihm seine Bücher je beibringen konnten. Die kurze, aber intensive Beziehung der beiden ist freundschaftlicher, familiärer und häufig philosophischer Natur.

Françoise Dorner hat mit ihrem Roman Die letzte Liebe des Monsieur Armand eine zarte Geschichte rund um die Freundschaft zwischen den Generationen verfasst. Sie steckt voller Magie und vermittelt unbewusst das besondere Gefühl der französischen Lebensart. Was zunächst eine weitere Story rund die Beziehung von einem alten Mann zu einer jungen Frau vermuten lässt, überrascht schnell mit der Unschuld und Leichtigkeit der ungewöhnlichen Verbindung. Die Erzählweise ist derart sensibel und detailverliebt, dass der Leser die alten Bücher und die trostlose Wohnung des griesgrämigen Philosophielehrers beim Lesen fast zu spüren scheint. Bereits die ersten Seiten laden ein, Teil von etwas ganz Besonderem zu sein.

Die letzte Liebe des Monsieur Armand ist ein gefühlvoller Roman, der an der ein oder anderen Stelle zum Schmunzeln verleitet und dem Leser auf der nächsten Seite vor Rührung die Tränen in die Augen treibt. Die Protagonisten nehmen sofort einen Platz im Herzen des Lesers ein und tragen ihn durch diese magische Geschichte. Die deutsche Regisseurin Sandra Nettelbeck verfilmt Françoise Dorners Roman mit dem Originaltitel Mr. Morgan's Last Love. Bis 2013 müssen wir uns allerdings noch gedulden. Vorfreude pur.

Ich habe dem Göttlichen zeit meines Lebens nie viel Aufmerksamkeit gewidmet, sondern das Problem alljährlich an meine Schüler delegiert, indem ich ihnen für den ersten Aufsatz das Thema: »Gott ist tot« stellte. ['] Aber Gott ist offensichtlich nicht rachsüchtig, wenn er noch lebt.
' Seite 137'
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