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5.0 von 5 Sternen Zerrüttung und Niedergang eines Boheme-Paares
Nach dem Erfolg seines Erstlings "Diesseits vom Paradies" (1920) war der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald (1896-1940) quasi über Nacht zum Star der amerikanischen Literaturszene geworden. Bereits zwei Jahre später erschien sein stattlicher Roman "Die Schönen und Verdammten".

Der Roman spielt in Kreisen der New Yorker "high society" in der Zeit...
Veröffentlicht am 30. April 2012 von Manfred Orlick

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen stirbt wegen Übersetzung...
... "Anthony Patch und seine Frau Gloria, die Protagonisten, sind Francis Scott und Zelda in ihren ersten Ehejahren - Kinder und Opfer zugleich des glitzernden "jazz age". Sie können sich die Illusion ihrer Liebe nicht bewahren und taumeln, meist stark alkoholisiert, ratlos auseinander. Der gebildete Müßiggänger Anthony wartet so lange darauf, die...
Vor 12 Monaten von Sib veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zerrüttung und Niedergang eines Boheme-Paares, 30. April 2012
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Audio CD)
Nach dem Erfolg seines Erstlings "Diesseits vom Paradies" (1920) war der Schriftsteller F. Scott Fitzgerald (1896-1940) quasi über Nacht zum Star der amerikanischen Literaturszene geworden. Bereits zwei Jahre später erschien sein stattlicher Roman "Die Schönen und Verdammten".

Der Roman spielt in Kreisen der New Yorker "high society" in der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Er schildert auf satirische Weise den sozialen und moralischen Niedergang eines genusssüchtigen Boheme-Paares.

Anthony Patch, der nach dem Tod seiner Eltern von seinem Großvater aufgezogen wurde und an der Havard-Universität studierte, lernt bei einem Rom-Aufenthalt Gloria Gilbert kennen. Er heiratet die umschwärmte, kapriziöse Schönheit und das Paar etabliert sich in der eleganten New Yorker Gesellschaft. Doch beide ergehen sich im Müßiggang und im Alkohol; sie wissen nicht, was sie mit sich und ihrer Zeit anfangen sollen.

Lebenshungrig führen Anthony und Gloria ein ausgelassenes und glamouröses Leben. Sie leben dabei von den Kapitaleinkünften seines Großvaters und warten nur darauf, ihn zu beerben. Doch dieser enterbt seinen Enkel wegen dessen loddrigen Lebenswandels und es beginnt ein langwieriger Prozess um das Erbe.

Obwohl der Rechtsstreit schließlich zu Anthony's Gunsten entschieden wird, treiben ihn seine beruflichen Misserfolge als Schriftsteller an den Rand des Ruins. Auch Gloria hat längst an Schönheit verloren und ihre ständigen Extravaganzen beschleunigen den Prozess. Aus dem einstigen Traumpaar sind zwei Liebende geworden, die "galant zur Hölle fahren".

Obwohl F. Scott Fitzgerald seine Frau Zelda erst zwei Jahre zuvor geheiratet hatte, erscheint er in "Die Schönen und Verdammten" gewissermaßen als Selbstvisionär, der den eigenen Niedergang voraussieht.

Im Diogenes Verlag ist nun auf sieben CDs eine gekürzte Lesung (505 Min.) dieses auto-biografisch geprägten Buches erschienen. Dabei gelingt es dem bekannten Sprecher Gert Heidenreich, die schicksalhafte Beziehung von Anthony und Gloria hörbar zu machen. Er vermittelt dem Hörer die Zerrüttung der Ehe und den Niedergang durch die Alkoholsucht. Über sieben Stunden wird man von dem Geschehen gefesselt, denn im Laufe der Geschichte sieht man das Verhängnis immer näherrücken.

Manfred Orlick
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen stirbt wegen Übersetzung..., 19. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Kindle Edition)
... "Anthony Patch und seine Frau Gloria, die Protagonisten, sind Francis Scott und Zelda in ihren ersten Ehejahren - Kinder und Opfer zugleich des glitzernden "jazz age". Sie können sich die Illusion ihrer Liebe nicht bewahren und taumeln, meist stark alkoholisiert, ratlos auseinander. Der gebildete Müßiggänger Anthony wartet so lange darauf, die Millionen seines Onkels zu erben, bis er enterbt wird und aus der Bahn gerät. Mit Gloria inszeniert er, was nach außen wie die Traumehe zweier Glückspilze aussieht, allmählich aber zu einem makabren Auflösungsspektakel verkommt."

Mir ist es wirklich schwer gefallen dieses Buch zulesen, sagen wir ich habe mich sogar bis zur hälfte durch gequält! SCHADE
Nach einer kurzen Google- Recherche zeigt sich, dass dies leider offensichtlich an der sehr genauen wörtlichen Übersetzung der Vorlage liegt.
Es gibt zur Zeit zwei Übersetzungen des Originals ins Deutsche:

"Renate Orth-Guttmann hat das Buch für den Manesse Verlag, Hans-Christian Oeser für Diogenes übertragen. Ein Vergleich der beiden Fassungen ist lehrreich. Am auffälligsten ist die unterschiedliche Tonlage.

Oeser entschied sich für eine in der Regel dicht am Original bleibende Wiedergabe, was ein gewisses Maß an Umständlichkeiten und eine den zeitlichen Abstand betonende Diktion mit sich bringt; als Gesamteindruck bleibt eine gewissenhafte Korrektheit zurück.
Orth-Guttmann dagegen erlaubt sich semantische und stilistische Freiheiten, sie geht mit der Vorlage oft großzügig um und scheut sich nicht, für eine gelungene Formulierung das Prinzip der Texttreue in den Wind zu schlagen. Das führt zu einer Originalität und Leichtigkeit des Tons, die das Buch angenehm lesbar macht. Renate Orth-Guttmanns Übertragung findet für den jugendlichen Überschwang und die stilistischen Anleihen des jungen F. Scott Fitzgerald (Dreiser!) vor allem im deutschen Satzbau die besseren Entsprechungen."

Leider gibt es die Übersetzung von Orth-Guttmann nicht als Kindle Edition. Für diesen Klassiker sollte man allerdings eine Ausnahme machen!

Quelle: [...]
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Schönen und Verdammten, 13. August 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Taschenbuch)
"Atemberaubend", wie es auf dem Umschlag des Buches heißt, fand ich das Buch nicht - eher wohl "erstickend". Die ersten 200 Seiten lang war ich maßlos enttäuscht über die Handlungsarmut. Einerseits unterstreicht diese wohl das Lebensgefühl der beschriebenen New Yorker Gesellschaft - der sogenannten „Lost Generation" Anfang des 20. Jahrhunderts - ich bin aber fest davon überzeugt, dass dem Buch etwas Straffung nichtsdestotrotz gut getan hätte. Nach einiger „Einlese-Zeit" wurde das Buch dann doch noch ganz mitreißend - und zwar in die Tiefe. Unendlich deprimiert und deprimierend wirken die beschriebenen Charaktere Anthony und Gloria, die sich auf die Dauer weder leidenschaftlich lieben, noch voneinander lassen können. Die sich zugrunde richten (Partys, Sauf-Exzesse, ungehöriges Benehmen, Verschwendungssucht), nicht wissen, wofür es sich zu leben lohnt, kein Durchhaltevermögen haben und somit die meiste Zeit rein gar nichts tun (im Sinne von arbeiten, erwirken). Die gelähmt hoffnungslosen Träumen erliegen. Die ab und zu dann doch so etwas wie einen Versuch starten, "etwas zu tun", ihr Schicksal in die Hand zu nehmen, was aber nie von durchschlagendem Erfolg gekrönt ist. Alles in allem handelt es um ein sehr entmutigendes Buch mit den wenig aufbauenden, immer wieder aufgegriffenen Themen Sinnentleerung, Selbstbetrug, Selbstzerstörung und Entfremdung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Jazz Age und der Beginn der Roaring Twenties, 11. Juli 2001
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Taschenbuch)
Anthony und Gloria Patch verbringen ihr Leben einzig in Erwartung eines Millionenerbes. Ihre gesamte Beziehung basiert auf Träumen und Illusionen, die nach einiger Zeit alle enttäuscht werden. Als dann auch noch das Erbe in weite Ferne rückt, vermehren sich die Probleme zwischen den beiden Protagonisten unaufhörlich. Die finanzielle Misere bestimmt nun ihr gesamtes Dasein, und ein bitterer Abstieg folgt. Obwohl der Roman noch nicht die Qualität von "The Great Gatsby" oder "Tender Is the Night" besitzt, ist er doch mehr als lesenswert.
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5.0 von 5 Sternen Verstörend, 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Audio CD)
Anthony, dieser angehende Millionenerbe, kommt mir vor wie eine schöne, leere Hülle. Eigentlich ist er nur auf dieser Erde, um sich möglichst elegant zu amüsieren. Seine Nächsten - egal ob seine Freunde vom College oder sein Großvater, der schwerreiche, mittlerweile zurückgezogen lebende, alte Selfmademan - interessieren ihn nicht wirklich. Da seine Eltern schon verstorben sind, schwebt er mehr oder weniger beziehungslos durch den Tag.

Nachdem er die schöne Gloria geheiratet hat, gleiten beide nun zusammen ohne Ziel und Sinn durch die Tage. Im Grunde sind sie beide unfähig, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Anthony ist jede Tätigkeit zu mühsam und selbst die Entscheidung, ein Haus außerhalb der Stadt zu mieten, unterliegt mehr dem Zufall als einer echten Entscheidung. Aufgeschreckt werden beide nur hin und wieder durch eine bedrohliche Leere auf dem Konto und im Geldbeutel.

Die schlingernde Lethargie, mit der die beiden jungen und schönen Amerikaner auf den Tod des Alten und damit das Millionenerbe warten, ist verstörend. Grandios, wie Fitzgerald ihre leeren Tage, ihre Alkoholeskapaden, ihre Lebensuntüchtigkeit beschreibt. Alles vor dem Hintergrund der aufstrebenden Filmindustrie, des gierigen Geschäftslebens in New York und des Ersten Weltkriegs.

Noch beklemmender wird der Roman durch die Parallele zum realen Leben von Fitzgerald und seiner Frau Zelda, die sich beim Hören immer mehr aufdrängt. Der Autor hat dieses Buch ja einige Jahre vor dem Zusammenbruch seiner Ehe und seines eigenen Lebens geschrieben. Blickt er hier schon in seinen eigenen Abgrund?

Gert Heidenreich liest den Roman ganz nah am Geschehen: Anfangs zum Teil etwas spöttisch und sorglos, zur Mitte hin über weite Strecken mit einem depressiven Unterton und zum Ende hin mit mit einer Anspannung, die mich verstört zurückläßt.

Große Hörempfehlung!
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4.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines grandiosen Niedergangs, 2. Dezember 2011
Fitzgeralds zweiter Roman setzt ein Jahr vor dem Beginn des ersten Weltkriegs ein. Anthony Patch lebt in New York und ist ein dandyhafter Tagträumer. Er ist zwar materiell sehr gut abgesichert, aber bis auf glamouröse Parties zu feiern und haufenweise Geld auszugeben kann er eigentlich nichts richtiges mit seinem Leben anfangen. Als er über einen seiner Freunde Gloria Gilbert, eine scheinbar unnahbare Schönheit, kennenlernt, scheint sich für ihn alles zu verändern und sein Leben einen Sinn zu bekommen. Nachdem das Paar heiratet und ein Leben in Saus und Braus führt, das sie sich gar nicht mehr ohne Parties und Alkohol vorstellen können, gleiten beide nach und nach in einen Zustand völliger Lethargie ab. Als mehrere zaghafte Versuche Anthonys, eine Stelle zu finden, scheitern und er eigentlich nur noch darauf wartet, dass sein schwerreicher puritanischer Großvater, dessen einziger Erbe er ist, das Zeitliche segnet, verfällt Anthony dem Alkoholismus, und auch das Vermögen des Paars schwindet langsam dahin. In einer Spirale aus Eheproblemen, Geldnöten und Alkoholmissbrauch, aus der beide nicht mehr herauszukommen scheinen, schreitet der Niedergang der Patchs unweigerlich voran. Fitzgerald gelingt es, in einer vom stetigen Erfolgsstreben geprägten Glamourwelt der 1910er und 1920er-Jahre deren Schattenseiten aufzuzeigen. 'Die Schönen und Verdammten' lebt von der subtilen Art, wie der Niedergang der Patchs geschildert wird. Besonders gut gelungen ist die Darstellung der alltäglichen Mechanismen, die in einem Klima der Unzufriedenheit und der Verdrängung von Problemen zu Alkoholismus führen. Zwar leidet der Roman ein wenig unter dem handwerklichen "Knick", dass er eigentlich heiter und bechwingt beginnt, dann jedoch langsam, aber stetig in ein existentielles Drama abgleitet. Aber insgesamt hat sich Fitzgerald gegenüber seinem Debütroman "Diesseits vom Paradies" erheblich gesteigert. "Die Schönen und Verdammten" ist vor allem ein Roman für alle, die sich für die amerikanische Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessieren und in diese inzwischen kaum mehr bekannte Welt eintauchen möchten.
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4.0 von 5 Sternen als man noch in Hotels wohnte..., 23. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Taschenbuch)
New York zur guten alten Zeit. Mit der Liebe zu einer Frau beginnt der Roman und ohne die Liebe endet auch alles. Ausgestattet mit einer nicht geringen Appanage, trefflichem Witz und noch brillianteren Freunden verliebt sich der Protagonist. Sie ist das schillernste Mädchen der New Yorker Gesellschaft, frech, frivol und emanzipiert. Obwohl sie ihn an der langen Leine führt und nur dann und wann einen Liebesknochen hinwirft, gelingt es dem vermeindtlich künftigen Erben ihr kaltes Herz zu gewinnen. Mit der Eroberung und der inneren Verpflichtung ein angemessenes Leben zu führen, droht der endgültige Kollaps. Seine Unfähigkeit zu geregelter Arbeit, ihre Ansprüche und die entschwindende Aussicht auf das ersehnte Erbe führen ins Elend. Fitzgerald beschreibt die Oberflächlichkeit der Gesellschaft, an der die teilnehmenden Personen fast zwangsläufig zerbrechen müssen. Die Liebe verliert an Bedeutung und löst sich in den gesellschaftlichen Riten auf. Stets schmeckt man das unausweichliche Fiasko, das mit der ersten Seite beginnt und doch bis zum Ende kunstvolle Wege nimmt. Dennoch krankt der Roman daran, daß die Figuren um die beiden "Verdammten" oft interessanter sind als diese selbst. Notwendiger Weise müssen gerade seine Freunde immer mehr aus der Geschichte verschwinden und doch sind es gerade diese, die Fitzgerals Humor und Erzählkunst verkörpern. Nicht sein größter Roman, doch allemal lesenswert, zumal äußerst kurzweilig.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Generation von Spatzen, 7. Juli 2009
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Taschenbuch)
Ironie war schon oft die Zuflucht namhafter Schriftsteller. In dem vorliegenden Roman perfektioniert der Autor dieses Stilmittel, welches er in vollendeter Form präsentiert. Sein Protagonist, Anthony Patch, ist ein Musterbeispiel eines respektablen, jungen Mannes. Mit allen Geistesgaben gesegnet und mit einem anziehenden Äußeren reich beschenkt, wirkt er attraktiv auf Mann und Frau. Dazu winkt dem Glückspilz in naher Zukunft eine reiche Erbschaft. So ist es nur zu verständlich, dass nur die glamouröse Gloria als Frau an seiner Seite in Frage kommt. Doch mit dem glanzvollen Ehestand folgt der scheinbar unvermeidliche Weg der Dekadenz, der den Leser erkennen lässt, dass dieses Pärchen ebenso verdammt wie schön ist.

Das ganze Leben ist für Anthony und Gloria wie eine nicht enden wollende Party. Doch bei heftig fließendem Alkohol wird die nötige Erholungszeit für die Feiernden immer länger. Schließlich kommen die beiden nicht mehr so recht aus ihrer Katerstimmung heraus. Der schale Nachgeschmack der durchzechten Nächte wird umso heftiger, je größer die Hypo-thek auf künftig zu erwartende Gelder wird. Denn mit einer regelmäßigen Arbeit kann sich der intellektuelle Anthony nicht so recht anfreunden. Dann erfährt der ehrwürdige Großvater auch noch vom wilden Leben seines einzigen Blutsverwandten und droht seinem missratenen Sprössling mit der Enterbung. Die versuchte Versöhnung endet mit dem plötzlichen Tod des alten Herrn. Und das Entsetzen bei der Testamentseröffnung ist groß, denn Anthony soll leer aus gehen. Dies erregt die Gemüter der oberen Gesellschaft und das vormals noch angesehene Paar versucht verzweifelt, der Schande zu entgehen. Ein nervenaufreibender Gerichtsprozess wird angestrengt. Doch an einen glücklichen Ausgang scheint nur noch Anthony selbst zu glauben, der sich verzweifelt mit einem steigenden Konsum von alkoholischen Getränken aufrecht zu halten versucht und so mehr und mehr die Verachtung seiner Umwelt herauf beschwört. Selbst seine Ehefrau scheint für ihn rettungslos verloren, die in einer depressiven Stimmung für ihn unerreichbar ist. Und seine ehemalige Geliebte ruft bei ihm Mordgedanken hervor. In der unbarmherzigen Spirale der Dekadenz gefangen, setzt der gerissene Autor zu einem gewaltigen Schlussakkord für seinen Helden an.

In einer Schlüsselszene bringt sich der Autor sogar selbst ein. Der ziemlich fertige Anthony besucht Dick, der als junger Mann von der Clique eher belächelt wurde und nun mit ziemlich unwürdigen Romanen zweifelhaften Erfolg hat. Dick sammelt Bücher. Darunter ist auch ein Roman des Scott Fitzgerald. Er legt Dick die folgenden Wörter in den Mund:

"Weißt du, diese neuen Romane ermüden mich. Mein Gott! Wohin ich auch gehe, fragen mich irgendwelche albernen Mädchen, ob ich "Diesseits vom Paradies" gelesen hätte. Sind unsere Mädchen wirklich so? Wenn so etwas lebensgetreu ist, was ich nicht glaube, dann geht die nächste Generation vor die Hunde. Diesen schäbigen Realismus habe ich herzlich satt. Ich finde, die Literatur sollte auch dem Romantiker Platz bieten."

Besser konnte der Autor sein eigenes Werk überhaupt nicht ironisch kommentieren. Wer ein noch besseres Beispiel nennen kann, ist gerne aufgefordert, es hier aufzuführen.

Es lebe der realistische Roman! Prosit!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbar tragisch...., 15. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Taschenbuch)
Einer der besten Romane von Fitzgerald. Anders als "der große Gatsby", aber mindestens genauso unterhaltsam. Auch für Fans der 20er Jahre sehr empfehlenswert. Ein typischer Fitzgerald-Roman, sehr speziell, exzentrisch und detailiert. Super!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es zieht dich in seinen Bann...., 6. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Schönen und Verdammten (Taschenbuch)
...ohne das du es auch nur erahnen könntest. Es ist so verdammt gut und flüssig geschrieben, das es dir gar keine andere Wahl lässt als immer nur weiterzulesen. Während ich dieses Buch gelesen habe, fiel es mir sehr schwer, es dann ma aus der Hand zu legen. Und mal was zu trinken oder zu essen :-)! Dieses Buch sollte man gelesen haben.
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Die Schönen und Verdammten
Die Schönen und Verdammten von F Scott Fitzgerald (Broschiert - Dezember 2007)
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