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am 31. März 2008
Gustav Flaubert Ivan Turgenev Briefwechsel 1863 -1880
Diogenes ISBN 3257236735

In einem Vorwort von Walter Boehlich erfährt man wichtige Einzelheiten aus dem Leben der beiden Schriftsteller Gustave Flaubert und Ivan Turgenev und ihrer Beziehung zu einander.

Am 28. Februar 1863 lernten sich Gustave Flaubert und Ivan Turgenev in Paris kennen. Sie waren sich sehr sympathisch. Einen Tag darauf begann Turgenev einen Briefwechsel mit Flaubert, der sich über 17 Jahre bis zum Tod Flauberts hinziehen sollte. Beide waren zu diesem Zeitpunkt Anfang vierzig.
Zunächst interessierten sie sich für die gegenseitigen Schriften.
Schnell wuchs aus den Anfängen eine Freundschaft, in der sie sich über alles austauschen, was sie im Leben bewegt. Angefangen über ihre Arbeit, über die Gesundheit, die privaten Sorgen und ihre Familiengeschichten werden sie immer vertrauter mit einander. Es entsteht eine Männerfreundschaft, die herzlich, zärtlich und von tiefer Zuneigung getragen ist.
In ihren Briefen tauchen ständig und fortlaufend Beschwerden auf, von denen sich beide geplagt fühlten.
Ihre Begegnungen sind rar, denn Flaubert liebt aus einer angeborenen Melancholie heraus die Einsamkeit, die er in seiner Hütte, wie er schreibt, in Croisset findet. Croisset ist ein Landgut bei Rouen, das Flauberts Vater einst erworben hatte. Turgenev klagt über unbändige Schmerzen, die ihm seine Gicht bereitet, an der er schon früh erkrankt ist. Er hat trotz seiner Krankheitsbeschwerden Humor und erheitert den Freund gelegentlich mit aufmunternder Komik.

Flaubert bedurfte des Freundes mehr noch als Turgenev, der in einer Liaison mit der Sängerin Pauline Viardot seine Lebensgeister beleben konnte. Turgenev schien der Geselligere von beiden zu sein. Er reist viel und liebt Baden - Baden, wo er sich von seinem Leiden zu erholen hofft. Flaubert beklagt sich immer wieder über verpasste Gelegenheiten für ein Treffen.
In ihrem Gedankenaustausch erfährt man über ihrer beider Leben, das vom Schreiben, gesellschaftlichen Verpflichtungen, Begegnungen mit Zeitgenossen und ständigen Reisen mit Ortswechseln erfüllt ist. Zu ihrem Umgang und Freunden zählte George Sand und du Camp, um nur zwei von ihnen zu nennen
Flaubert zeigt sich von überschwänglicher Freude, wenn Turgenev ihm neueste Arbeiten zuschickt.
In seinen Kommentaren zu den Leseproben geht Flaubert auf Einzelheiten ein, kritisch und lobend. Man könnte sich jedes einzelne kommentierte Werk noch einmal vornehmen und käme zu erhöhten Einsichten beim Lesen der Lektüre.
Die Anreden wandeln sich von < lieber Freund >zu < mein Alter > und sehr herzlichen und persönlichen Grüßen zum Ende hin.

Die Mischung aus Weltbetrachtung, Überlegungen zu ihrer Arbeit, die beiden Autoren nicht immer leicht fiel, und Zuständen über ihre Befindlichkeit, geben Einblicke in die Welt der Künstler und Dichter Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie gehörten zur privilegierten Schicht der Besitzenden, waren aber nicht frei von Geldsorgen. Es gab gravierende gesellschaftliche Umwälzungen im 19.Jahrhundert, die in den Werken beider Autoren sozialkritisch ihren Niederschlag fanden.

Für Kenner der Literatur bietet das Buch eine Fundgrube an Detailwissen. Die Männerfreundschaft ist in dieser Form von anrührender und heute kaum mehr vorstellbarer Zuneigung. Einmalig und ungewöhnlich ist der Ausdruck herzlicher Offenheit und Bekenntnisbereitschaft.

Peter Urban ist der Herausgeber und Kommentator des Briefwechsels.

Im Anhang werden sorgfältig und chronologisch die Lebensdaten beider Schriftsteller aufgeführt. Zu jedem der nummerierten Briefe kann man in den gründlichen Anmerkungen Erläuterungen finden.
Eva Moldenhauer hat die Briefe übersetzt. Sie ist eine anerkannte und erfolgreiche Übersetzerin, und das zeigt sie auch in dieser Übersetzung.
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