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5.0 von 5 Sternen Die Unabänderlichkeit der Vergangenheit
Die Unabänderlichkeit der Vergangenheit
Obwohl „Place de la Bastille“ vom niederländischen Autor Leon de Winter erst 2005 bei Diogenes und jetzt als Hörbuch beim Deutschen Audio Verlag erschienen ist, stammt der Roman bereits aus dem Jahr 1981 und ist somit ein Frühwerk des Autors. Doch die zentralen Themen, die de Winter in fast all...
Veröffentlicht am 18. März 2006 von Wolfgang Haan

versus
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2.0 von 5 Sternen De Winters schwächster Roman
Der geschichtsträchtige Platz in Paris, der an die französische Revolution erinnert, spielt metaphorisch wie mittelbar eine wesentliche Rolle in de Winters frühem Roman, der 1981 entstanden und erst vor kurzem in Deutschland veröffentlicht worden ist. Das recht kurze Buch erzählt von Paul de Witt, einem Erdkundelehrer in Amsterdam, der auf der...
Veröffentlicht am 19. Mai 2008 von Thomas Liehr


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen De Winters schwächster Roman, 19. Mai 2008
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Broschiert)
Der geschichtsträchtige Platz in Paris, der an die französische Revolution erinnert, spielt metaphorisch wie mittelbar eine wesentliche Rolle in de Winters frühem Roman, der 1981 entstanden und erst vor kurzem in Deutschland veröffentlicht worden ist. Das recht kurze Buch erzählt von Paul de Witt, einem Erdkundelehrer in Amsterdam, der auf der Recherchereise für ein Buchprojekt Pauline begegnet, einer jungen Französin, mit der er eine intensive Affäre beginnt. Während der zwei Wochen in Paris entsteht auf dem Place de la Bastille ein Foto, auf dem Paul später seinen verloren geglaubten Zwillingsbruder zu erkennen meint. Fortan ist Paul nicht mehr der selbe. Seine Frau Mieke regt ein halbes Jahr später, als der Ehemann sein Leben erkennbar schleifen lässt, an, er möge die Reise doch wiederholen, um das Buchprojekt beenden zu können. Wieder begleitet ihn Pauline, und Paul wird von dieser Reise nicht zurückkehren.

Ich bin ein großer Verehrer von de Winters Romanen, aber diesem Frühwerk fehlt so gut wie alles, was seine späteren Bücher ausgezeichnet hat. Die Geschichte wirkt verfahren, nachgerade verheddert, kann sich nicht entscheiden, erzählt zuweilen an der eigenen Thematik - was wäre passiert, wenn - weit vorbei. Das Buch müht sich um Reife, um reflektierende Distanz, wirkt aber immer nur larmoyant, manchmal aufgesetzt, dann unstrukturiert und ist insgesamt, leider, ziemlich langweilig. Muss man haben, um die Sammlung zu vervollständigen, aber alle anderen de-Winter-Bücher sind deutlich besser.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Unabänderlichkeit der Vergangenheit, 18. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille: Lesung (Audio CD)
Die Unabänderlichkeit der Vergangenheit
Obwohl „Place de la Bastille“ vom niederländischen Autor Leon de Winter erst 2005 bei Diogenes und jetzt als Hörbuch beim Deutschen Audio Verlag erschienen ist, stammt der Roman bereits aus dem Jahr 1981 und ist somit ein Frühwerk des Autors. Doch die zentralen Themen, die de Winter in fast all seinen Werken berührt, sind bereits hier erkennbar wie beispielsweise die Identitätssuche der Holocaust-Opfer.
Paul de Wit ist Geschichtslehrer und hasst seinen Beruf, weil er komplexe Sachverhalte simplifizieren muss, auf bloße Zahlen und „herausragende“ Ereignisse reduzieren muss. Denn nur diese sind im Lehrplan gefordert und nicht Geschichtsverständnis als Resultat differenzierter Auseinandersetzung mit einer langen Folge von kleinsten Geschehnissen die letztendlich zu großen Umwälzungen führen.
Doch nicht nur sein Beruf gibt ihm nicht die gewünschte Befriedigung. Eine große Leere und gleichzeitig Unruhe erfüllt ihn und treibt ihn aus dem Bett. Dabei ist er sich bewusst, dass er auf einen physischen und psychischen Kollaps zusteuert. Doch diese Aussicht erscheint ihm verlockender als sich mit seinem Leben, seiner Vergangenheit und seiner Zukunft auseinander zu setzen. Und wenn ihn doch einmal seine Gedanken nicht schlafen lassen, setzt er sich nächtelang vor das TV-Gerät oder schaut sich aufgezeichnete TV-Sendungen mit seinem Video-Recorder an.
Keine endlosen Zeitschleifen
Genauso wie sich sein Leben in einer Endlosschleife befindet, ist er nicht in der Lage, sein bereits während seiner Studientage begonnenes Buch über Ludwig XVI und dessen gescheiterter Flucht nach Varennes zu Ende zu schreiben. Seine verständnisvolle Frau drängt ihn, während der Schulferien eine Studienreise nach Paris zu unternehmen, um sein Buch endlich zu vollenden.
In Paris lernt Paul Pauline kennen, eine bildhübsche junge französische Jüdin, welche in dem Hotel arbeitet, in dem er abgestiegen ist. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, treffen sich heimlich und beginnen eine intensive Korrespondenz. Bei einem dieser Treffen macht Paul auf der Place de la Bastille Photos von Pauline. Zurück zu Hause stellt er beim Betrachten dieser Bilder fest, dass hinter Pauline ein Mann zu sehen ist, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Kann dies sein tot geglaubter Zwillingsbruder sein?
Leon de Winter erzählt mittels Rückblenden und Gedankenreflexionen Pauls die Hintergründe, die zum jetzigen Status Quo einer Midlife-Crisis geführt haben. Die Suche Pauls nach den Gründen, warum gerade er die Tötungsmaschinerie des Dritten Reiches überlebt hat, der sein Bruder und seine Eltern zum Opfer fielen, fallen zusammen mit seinen Überlegungen, wie wohl die französische Geschichte verlaufen wäre, wenn die Flucht Ludwig XVI gelungen wäre. Dabei sind jedoch so viele Unwägbarkeiten zu berücksichtigen, dass ein solcher Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Doch damit kann und will sich Paul nicht zufrieden geben. Leon de Winters berührender Roman über die Suche eines Mannes nach seinem Bruder, nach Geborgenheit, Ruhe und dem Schoss einer Familie, nach dem Sinn des Lebens nach dem Überleben, erzählt er in zyklisch wiederkehrenden Bilder berückender Schönheit. In schlichten, aber eindringlichen Worten bringt er dem Leser die Ausweglosigkeit der Situation nahe, ohne dabei als Erzähler die Distanz zu seinem Protagonisten zu verlieren. Obwohl Leon de Winter zum Zeitpunkt der Entstehung des Romans erst 27 Jahre alt war, gelang ihm eine großartige und sensible Reflexion und ein einfühlsames Porträts eines vor Hilflosigkeit agonierenden Mitdreissigers.
Zur Stimmung die passende Stimme
Der erfolgreiche Schauspieler Christian Berkel trifft zu jeder Zeit exakt den richtigen Ton zur vom Autor beschriebenen oder imaginierten Stimmung des Romans. Dabei reicht das Repertoire von leisen, unterschwelligen Zweifeln bei der Beschreibung der Begebenheiten, die zur Heirat von Paul und Mieke führen oder beim ersten Betrachten der Photos, auf denen er seinen Zwillingsbruder zu erkennen glaubt, bis hin zu offener Verachtung beim reflektieren über seine Schüler. Besonders brillant die Rezitation der Betrachtungen Pauls über seine wechselnden Ansichten bzgl. der Affäre mit Pauline und über die intendierte Abänderlichkeit historischer Gegebenheiten. Place de la Bastille zeigt uns, dass es zwischen dem amerikanischen Weg einer Nicole Krauss und dem Italienischen eines Alessandro Piperno noch der Facetten gar viele gibt, von denen der vorgenannte Roman mit Sicherheit zu einem der gelungensten gezählt werden kann. Und dabei ist dieser, im Gegensatz zu den vorgenannten, bereits vor 25 Jahren geschrieben worden.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erstaunlich leise Variation zu de Winters Thema!, 6. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Gebundene Ausgabe)
Zunächst einmal tischt uns der Diogenes Verlag ein ziemlich altes Möhrchen auf, denn "Place de la Bastille" ist ein Text aus dem Jahr 1981. Und es behandelt Leon de Winters Dauerthema, jüdischer Mann mittleren Alters befindet sich in einer Lebenskrise. So weit, so bekannt.
Dennoch erstaunt dieser Leon de Winter durch erstaunlich leise Töne, die das Buch streckenweise doch wirklich ausgesprochen anrührend machen.
Wir lernen Paul de Witt kennen, einen Lehrer, der sein Leben an der Seite seiner Jugendliebe und zwei kleinen Töchtern gründlich satt hat. Er kompensiert seinen Frust mit unmäßigem Fernsehkonsum und sein schlechtes Gewissen, weil er gleichzeitig noch eine außereheliche Beziehung (es gibt Dinge, die bleiben immer gleich bei Leon de Winter...) in Paris pflegt, lässt sich darüber auch verdrängen. Doch dann entdeckt er auf einem Foto einen Mann, der ihm selbst so verblüffend ähnlich sieht, dass er glaubt, seinen verschollenen Bruder wiedergefunden zu haben. Das bringt ihn schließlich völlig aus dem Gleichgewicht ...
Leon de Winter kann zweifelsohne wunderbar schreiben, das Buch wirkt dennoch ein wenig farblos und fade. Vielleicht sollte er sich doch einmal einem neuen Thema zuwenden.
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3.0 von 5 Sternen Der fehlende Doppelgänger, 13. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Broschiert)
Auf einem als Dienstreise getarnten Liebesurlaub macht ein niederländischer Jude auf dem Place de la Bastille ein Foto von seiner Freundin. Er weiß, daß er derjenige war, der die Kamera in der Hand hatte und auf den Auslöser gedrückt hat. Aber im Hintergrund des entwickelten Bildes entdeckt er sich selbst - oder jedenfalls einen Mann, der ihm täuschend ähnlich sieht.
Dieser Zufall bringt ihn dazu, sich eingehender mit seiner Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Er vermutet, daß seine Mutter Zwillinge zur Welt gebracht haben könnte, die in den Wirren des 2. Weltkriegs voneinander getrennt wurden und separat aufwuchsen: Er selbst in den Niederlanden, sein Bruder in Frankreich.
Obwohl es in seiner Ehe eindeutig Probleme gibt, die sich unter anderem in seiner Freundin manifestieren, obwohl er mit einem wichtigen historischen Werk über eine versuchte Flucht der französischen Königsfamilie während der Revolution nicht recht weiterkommen will und definitiv besseres zu tun hätte, kann er nicht anders, als sich auf die Spur dieses Unbekannten auf dem Schnappschuß zu setzen. Er läßt jegliche rationale Überlegung beiseite, stürzt sich in Vermutungen und benutzt sein analytisches Denkvermögen dazu, den vermeintlichen Bruder aufzuspüren.
Bei all seinen verzweifelten Versuchen, sich eine Geschichte zusammenzubauen und nebenher die Geschichte seiner Familie und die Geschichte von der vereitelten Flucht Louis XVI. und dessen Familie zu erzählen, wird überdeutlich klar, daß ihm nur eine Person dabei im Weg steht, ein erfülltes Leben zu führen: Er selbst.
Er selbst ist es dann auch, der durch eine bewußte Entscheidung die Suche zum Scheitern verdammt. Das Buch ist in seiner Schildung einer Besessenheit mitreißend und läßt sich daher schnell und gut lesen. Da die Handlung aber aus dem geistigen Innenleben eines verwirrten, mit sich selbst hadernden Mannes geschildert ist, kann sie gelegentlich auch den Leser etwas aus dem Konzept bringen.
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3.0 von 5 Sternen Auf der Suche, 12. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Broschiert)
Wer hat nicht schon mit dem Gedanken gespielt, was wäre: wenn die Ereignisse anders Verlauf wären? Paul de Wits Leidenschaft gehört der Geschichte. Er hat ein langes Manuskript über die französische Revolution verfaßt und fragt sich nun, was wäre mit der französischen Revolution geschehen, mit uns heute, unseren Werten, wenn die Kutsche mit Maria Antoinette und dem König in Varennes eingetroffen wäre? Wenn nicht so viele merkwürdige Zufälle dies verhindert hätten? Wenn der König vom sicheren Ausland die Gegenrevolution angeführt hätte? Ein Gedankenspiel das Historiker gerne spielen. Vor allem mit Schurken wie Hitler oder Stalin. Bei Paul de Wit kommt ein persönliches Interesse an den möglichen Krümmungen der Zeit hinzu. Er glaubt, seinen Zwillingsbruder auf einem Foto an der Place de la Bastille erkannt zu haben, gerade in dem Moment als er seine Geliebte Pauline fotografiert. Was wäre, wenn es diesen Bruder wirklich gibt? Müsste nicht sein ganzes Leben anders aussehen? Leon de Winter hat einen Roman über was wäre wenn geschrieben. Auch wenn die bei ihm üblichen skurilen Gestalten hier fehlen, bleibt der Roman streckenweise amüsant, nur die Anstrengungen der Geschichte einen theoretische Boden zu geben, erscheint mühselig nachgereicht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was wäre, wenn ..., 28. Februar 2008
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Broschiert)
... Leon de Winter dieses nicht schlecht durchdachte Konzept, diese Annäherung, das Gerüst zu einem vollständigen Roman fabuliert hätte? Dann wäre dieser seiner wie gewohnt (und erwartet) würdig! Paul de Witt, Lehrer, verheiratet, zwei Töchter befindet sich auf einer niemals enden wollenden Suche nach seiner Herkunft, seinen Eltern, die 1944 (ein Jahr nach seiner Geburt) nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden, seinem toten Zwillingsbruder und vor allem nach einer erfolgversprechenderen Version seiner selbst. In der Beziehung zu seiner katholischen Frau eingerostet, überrascht ihn die Bekanntschaft mit Pauline, einer französisch, jüdischen Studentin, die er in Paris kennen lernt. Nicht allein der Verbindung durch ihre Religion und der großen Frage nach den Wurzeln wegen, stürzt Paul sich in eine Affäre, deren Resultat ein Foto am Place de la Bastille ist, mit Philip, Pauls totem Zwillingsbruder im Hintergrund.

Ein Jahr aus dem Leben des (Leon-typischen)einsamen aber individuellen Juden, der sich diesmal auf die Suche nach dem Zwillingsbruder begibt, die Begegnung mit den nie gekannten Eltern in Träumen heraufbeschwört und sich in der französischen Geschichte der Aufklärung vergräbt, bietet uns "Place de la Bastille". Schwer fällt mir der Zugang zu diesem Kleinod, zu seinem Hauptakteur ebenso wie zu seinen Mitspielern - allein die Statisten gewinnen etwas an Farbe, sofern sie nicht vom raschen Wechsel der Ereignisse dieses Jahres ertränkt werden.

Raus kommt: ein Buch das man lesen kann.
Für den wahren "de Winter-Fan" allerdings zu wenig!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn die Vergangenheit nicht vergehen will, 26. August 2005
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Gebundene Ausgabe)
Leon de Winter setzt mit seinem neuen, exzellent geschriebenen Roman die Suche nach seiner Identität als jüdischer Schriftsteller fort.
Dieses Mal ist es der fernsehsüchtige Lehrer Paul de Wit, der sich als Hauptfigur des Romans auf die Suche nach einem Zwillingsbruder begibt, von dem er glaubt, auf der Place de la Bastille in Paris eine Photographie gesehen zu haben.
Dieser totgeglaubte Bruder Philip wurde wie Paul 1943 geboren, kurz bevor ihre Eltern nach Auschwitz abtransportiert wurden. Sie haben beide ihre Eltern nie gesehen, und wurden kurz nach Geburt voneinander getrennt.
Kein Wunder, daß Paul sich als Erwachsener mit Geschichte befasst. Zu einem Lehrstuhl reicht es nicht, er wird Lehrer für Geschichte an einem Gymnasium, eine Tätigkeit die ihn frustriert. Umso mehr steigert er sich in seine Passion hinein, die ihn seit Jahren umtreibt und für die sein Buchprojekt über die Flucht Ludwigs XVI. nach Varennes zu Beginn der Französischen Revolution nur ein äußeres Vehikel ist:

Paul de Wit möchte die Geschichte berichtigen. Er möchte eine Vergangenheit wiederfinden, die nie Vergangenheit werden durfte und so seinen unendlichen Schmerz über die Vernichtung seiner Eltern und Millionen anderer Juden bewältigen.
Bei seinen Recherchen in Paris trifft der verheiratete Familienvater Paul auf Pauline, eine Jüdin, mit der er eine selenverwandte sexuelle Beziehung beginnt. Auf einem Bild mit Pauline auf der Place de la Bastille aufgenommen, glaubt er nach seiner Rückkehr in die Niederlande seinen tot geglaubten Bruder Philip zu erkennen und eine rastlose monatelange Suche beginnt – mit einer überraschenden Erkenntnis ....
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 28. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Gebundene Ausgabe)
"Mit Spannung auf den neuen de Winter warten, um dann
enttäuscht zu werden "
So oder ähnlich sollte der Titel
des Buches lauten, hinter dessen wohlkligendem Namen sich
lose zusammen gewürfelte Gedanken zu einem Thema befinden,
dem sich Leon de Winter in vorangegangenen Romanen mit weitaus
grösserem Erfolg hinsichtlich Spannung
und Spass für die geneigte Leserschaft (und Fangemeinde )bereits angenommen hat.
(Leider :-(((Enttäuschend
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensibles Porträt eines Verzweifelten, 14. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Gebundene Ausgabe)
Obwohl „Place de la Bastille“ vom niederländischen Autor Leon de Winter erst 2005 bei Diogenes und jetzt als Hörbuch beim Deutschen Audio Verlag erschienen ist, stammt der Roman bereits aus dem Jahr 1981 und ist somit ein Frühwerk des Autors. Doch die zentralen Themen, die de Winter in fast all seinen Werken berührt, sind bereits hier erkennbar wie beispielsweise die Identitätssuche der Holocaust-Opfer.
Paul de Wit ist Geschichtslehrer und hasst seinen Beruf, weil er komplexe Sachverhalte simplifizieren muss, auf bloße Zahlen und „herausragende“ Ereignisse reduzieren muss. Denn nur diese sind im Lehrplan gefordert und nicht Geschichtsverständnis als Resultat differenzierter Auseinandersetzung mit einer langen Folge von kleinsten Geschehnissen die letztendlich zu großen Umwälzungen führen.
Doch nicht nur sein Beruf gibt ihm nicht die gewünschte Befriedigung. Eine große Leere und gleichzeitig Unruhe erfüllt ihn und treibt ihn aus dem Bett. Dabei ist er sich bewusst, dass er auf einen physischen und psychischen Kollaps zusteuert. Doch diese Aussicht erscheint ihm verlockender als sich mit seinem Leben, seiner Vergangenheit und seiner Zukunft auseinander zu setzen. Und wenn ihn doch einmal seine Gedanken nicht schlafen lassen, setzt er sich nächtelang vor das TV-Gerät oder schaut sich aufgezeichnete TV-Sendungen mit seinem Video-Recorder an.
Genauso wie sich sein Leben in einer Endlosschleife befindet, ist er nicht in der Lage, sein bereits während seiner Studientage begonnenes Buch über Ludwig XVI und dessen gescheiterter Flucht nach Varennes zu Ende zu schreiben. Seine verständnisvolle Frau drängt ihn, während der Schulferien eine Studienreise nach Paris zu unternehmen, um sein Buch endlich zu vollenden.
In Paris lernt Paul Pauline kennen, eine bildhübsche junge französische Jüdin, welche in dem Hotel arbeitet, in dem er abgestiegen ist. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, treffen sich heimlich und beginnen eine intensive Korrespondenz. Bei einem dieser Treffen macht Paul auf der Place de la Bastille Photos von Pauline. Zurück zu Hause stellt er beim Betrachten dieser Bilder fest, dass hinter Pauline ein Mann zu sehen ist, der ihm zum Verwechseln ähnlich sieht. Kann dies sein tot geglaubter Zwillingsbruder sein?
Leon de Winter erzählt mittels Rückblenden und Gedankenreflexionen Pauls die Hintergründe, die zum jetzigen Status Quo einer Midlife-Crisis geführt haben. Die Suche Pauls nach den Gründen, warum gerade er die Tötungsmaschinerie des Dritten Reiches überlebt hat, der sein Bruder und seine Eltern zum Opfer fielen, fallen zusammen mit seinen Überlegungen, wie wohl die französische Geschichte verlaufen wäre, wenn die Flucht Ludwig XVI gelungen wäre. Dabei sind jedoch so viele Unwägbarkeiten zu berücksichtigen, dass ein solcher Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Doch damit kann und will sich Paul nicht zufrieden geben. Leon de Winters berührender Roman über die Suche eines Mannes nach seinem Bruder, nach Geborgenheit, Ruhe und dem Schoss einer Familie, nach dem Sinn des Lebens nach dem Überleben, erzählt er in zyklisch wiederkehrenden Bilder berückender Schönheit. In schlichten, aber eindringlichen Worten bringt er dem Leser die Ausweglosigkeit der Situation nahe, ohne dabei als Erzähler die Distanz zu seinem Protagonisten zu verlieren. Obwohl Leon de Winter zum Zeitpunkt der Entstehung des Romans erst 27 Jahre alt war, gelang ihm eine großartige und sensible Reflexion und ein einfühlsames Porträts eines vor Hilflosigkeit agonierenden Mitdreissigers.
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12 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ärgerlich !, 8. Oktober 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Place de la Bastille (Gebundene Ausgabe)
Der geneigte Leser entdeckt in seiner Buchhandlung einen neuen
" de Winter ". Zumeist ein Grund zur Freude. Aber diesmal ?
Da werden auf 157 Buchseiten dem Lesefreund ein paar lose Skizzen präsentiert, die notdürftig verbunden sodann als
Roman bezeichnet dem staunenden Publikum angeboten werden.
Bei soviel Kaltschnäuzigkeit des Autors und seines Verlages
kommt Ärger hoch. Die Grundidee des Buches - die Suche nach
dem tot geglaubten Zwillingsbruder - hätte mit mehr Fleiß und Inspiration zu einem lesenswerten Buch verarbeitet werden können. Herausgehommen ist jedoch ein Fragment, das den Kauf nicht lohnt.
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Place de la Bastille
Place de la Bastille von Leon de Winter (Broschiert - März 2008)
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