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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Explosiv bis zum Schluss
Eine romantische Geschichte von zwei Liebenden, die unerwartet viel Zündstoff enthält und alles verändern wird.
Der neue Roman von Arnon Grünberg spielt von einer ungleichen Liebens- und Lebensgeschichte. Der Plot mit dem realen Hintergrund dreht sich um Terrorismus, Liebe und die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Jean Baptist Warnke ist...
Veröffentlicht am 4. Februar 2006 von Thomas

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langweiliges Diplomatenleben
Wie langweilig muß das Leben eines niederländischen Diplomaten sein - die erste CD ist das reinste Schlafmittel - Ehe: sagen wir - in Ordnung, Kinder:nett und im Beruf: nur diplomatisch sein.
Bis dann eine junge, lebendige Frau ins Diplomatenleben tritt, besser gesagt, sich an den Diplomaten heranmacht. Dieser vergeht vor Liebe - schreibt Gedichte und...
Veröffentlicht am 2. März 2011 von audiobookfan H.


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Explosiv bis zum Schluss, 4. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Gebundene Ausgabe)
Eine romantische Geschichte von zwei Liebenden, die unerwartet viel Zündstoff enthält und alles verändern wird.
Der neue Roman von Arnon Grünberg spielt von einer ungleichen Liebens- und Lebensgeschichte. Der Plot mit dem realen Hintergrund dreht sich um Terrorismus, Liebe und die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Jean Baptist Warnke ist zweiter Mann in Lima. Als Angestellter der niederländischen Botschaft ist es seine Kunst, sein Privat- und Familienleben sauber und diplomatisch vom geschäftlichen zu trennen. Nüchtern betrachtet könnte Warnkes Leben gar nicht besser sein. Er hat alles, Familie, einen guten Job und ist gesund: «Manchmal ist alles so schön, so furchtbar schön, so unerträglich schön, dass Warnke sich vorstellt, wie er seine beiden Töchter ersäuft, wie zwei junge Kätzchen in einem Jutesack mit Steinen.»
Begehren und begehrt werden
Das Perfekte im Leben des Diplomaten ändert sich schlagartig, als er in einem kleinen Café in Lima ein Mädchen im rosa Pulli, die Studentin Malena, trifft und sich in sie verliebt. Es kommt so weit, dass die Hand des Mädchens in seinem Schritt liegt. «Dort gehört sie nicht hin, das weiss er doch, doch er will sie nicht wegschieben.» Der Diplomat fühlt sich wie im siebten Himmel: «Schöner als die Hand ist der Blick in ihren Augen – das Schönste auf der Welt ist: begehrt werden. Verrückt, dass er dafür ein peruanisches Mädchen kennenlernen musste, um das zu begreifen.» Er fühlt sich begehrt und so sehr verliebt in Malena, dass sich sein ganzes Leben ändern wird. Denn jetzt, wo er begehrt wird, empfindet er sein bisheriges Leben bloss noch als einen endlosen Irrtum.
Realer Hintergrund
Arnon Grünberg beschreibt nicht nur die Geschichte von zwei Liebenden. Das Buch hat mit der Geiselnahme in der japanischen Botschaft in Lima einen realen Hintergrund. Im Dezember 1996 kam es bei einem Empfang in der Residenz zur Geiselnahme von rund 340 Diplomaten, die 126 Tage dauern sollte. Eine Geisel erlitt damals einen Herzinfarkt, zwei Soldaten starben und 14 der marxistischen Rebellen wurden getötet. Im Buch steht die Frage im Zentrum, warum die Vertreter der niederländischen Botschaft nicht am Empfang teilnahmen.
Authentische Darstellung
Grünberg schreibt frisch von der Leber weg und unterhält den Leser mit humorvollen wie dramatischen Szenen. Mit der authentischen Darstellung der Gefühlswelt der Personen und ihren Handlungen ist dem jungen Holländer ein Roman geglückt, der den Leser fesselt und zum Nachdenken anregt. Die gezielt eingesetzte Ironie, die komischen Szenen und die aufgebaute Spannung werden diesem Roman zum Bestseller verhelfen.
Eine romantische Geschichte von zwei Liebenden, die unerwartet viel Zündstoff enthält und alles verändern wird. Ein absolut empfehlenswertes Buch, welches am besten in einem Zug gelesen werden sollte.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abgründig, 11. Dezember 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Gebundene Ausgabe)
Jean Baptist Warnke schiebt als zweiter Vertreter der niederländischen Botschaft in Lima eine ruhige Kugel. Rein äußerlich führt er ein beneidenswertes Dasein: Er ist Familienvater von zwei reizende Töchterchen und hat einen gut dotierten Posten, in dem "Stress" ein Fremdwort ist. (Ich frage mich, ob es in den Konsulaten wirklich so zugeht.) Wäre da nicht jenes quälende Ennui, das selbst einem so ausgemachten Langweiler wie Warnke zu schaffen macht. Erst die Bekanntschaft und die sich daraus entwickelnde Liebesbeziehung mit der jungen Peruanerin Malena bringt Pep und schließlich auch Leidenschaft in sein Leben. Malena ist es auch, die ihn vor dem Besuch des Weihnachtsempfangs in der japanischen Botschaft warnt. Dort kommt es zu einer Geiselnahme, die blutig endet. Das bleibt in der Heimat nicht verborgen und Den Haag fragt an, weshalb die Niederländer nicht mit von der Partie waren. Die hartnäckigen Nachforschungen der Regierung setzen schließlich eine Kettenreaktion in Gang, die alle vorstellbaren Dimensionen sprengt...

Mein erstes Buch aus Arnon Grünbergs Feder, es hat mir gefallen: sein lakonischer Stil, die glaubhaften Charaktere und der Spannungsbogen bis zum total überraschenden Ende sorgen dafür, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Außerdem vom Thema her mal was anderes, besonders das Final bietet jede Menge Stoff zum Nachdenken.

Allerdings irritiert mich, dass der Autor sich im Anhang als Araber bezeichnet. Was soll das? Grünberg ist Jude und kein Araber.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sarkastisch-grotesker Stil, der den Leser irritiert - irritieren will ?, 24. Juni 2006
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Gebundene Ausgabe)
Der niederländische, zeitweise auch in New York lebende Schriftsteller Arnon Grünberg ist immer für einen interessanten, außergewöhnlichen und nicht selten auch skurrilen Plot gut. Grünberg, der in den neunziger Jahren als absoluter shooting-star nach seinem Debütroman "Blauer Montag" von der Kritik gefeiert wurde und unter dem Namen Marek van der Jagt zwei weitere vielbeachtete kleine Romane vorgelegt hat ( alle bei Diogenes), legt die Handlung seines neuen Romans "Gnadenfrist" in das Peru der Jahre 1996 und 1997 und verknüpft das skurril-hoffnungslose Schicksal seines Protagonisten mit einem realen Ereignis, das weltweit für Aufsehen sorgte.

Jean Baptist Warnke ist Diplomat. Nach Jahren des Dienstes in der niederländischen Botschaft in Südafrika, lebt er nun seit einigen Jahren mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Perus Hauptstadt Lima, wo er in der dortigen niederländischen Botschaft der "zweite Mann" ist.

Er schiebt eine ruhige Kugel, hält sich aus allem raus. Man droht beim Lesen des Lebens dieses Mannes fast einzuschlafen ob seiner tödlichen Langweiligkeit und Spießigkeit. Wie Grünberg die inneren Monologe und Dialoge von Warnke schildert, ist absoluter Lesegenuß, wenn man einmal mit dem an Nihilismus grenzenden Stil Grünbergs warm geworden ist.

Warnke geht, nachdem er am Nachmittag mit dem Botschafter die obligatorische halbe Flasche Riesling getrunken hat, jeden Tag ins Cafe, um die "Newsweek" zu lesen. Dort trifft er eines Tages Malena, eine einheimische junge Frau, die ein auffälliges Interesse an Warnke zeigt und ihn schlussendlich auch ins Bett bekommt. Warnke ist geschmeichelt ob dieses Begehrtwerdens und merkt nicht, was dem Leser nach einigen Seiten deutlich ist: Malena ist Mitglied der ländlichen peruanischen Widerstandsbewegung "Movimento Revolucionario Tupac Amaru", einer Organisation, die Anfang der 1990 er Jahre sich mit den eher städtisch-intellektuellen, streng maoistisch organisierten "Sendero Luminoso" zusammenschlossen.

Warnke verliebt sich in Malena, schreibt ihr sentimentale Gedichte und gibt jede Woche ein Päckchen für sie auf. Nicht selten befindet sich darin Sprengstoff. Doch Warnke stellt keinen Zusammenhang her zwischen seinen Botendiensten und den zunehmenden Anschläge auf niederländische Objekte.

Kurz vor Weihnachten rät Malena ihm, den Weihnachtsempfang der japanischen Botschaft zu meiden. Warnke kann, ohne es groß begründen zu müssen, sogar seinen Botschafter davon überzeugen, daß es besser sei, nicht hinzugehen.

Am 17. Dezember 1996 dringt ein schwer bewaffnetes Kommando der Rebellen in einen Empfang in der Residenz des japanischen Botschafters in Lima ein. Von den 483 Geiseln werden noch am ersten Tag 200 Personen, meist Frauen, freigelassen. Während der lang andauernden Besetzung lassen die Rebellen immer weitere Geiseln frei. Doch die Regierung des japanisch-stämmigen Präsidenten Alberto Fujimori ( er gewann 1990 die Wahl gegen den Schriftsteller Mario Vargas Llosa) bleibt beinhart und lässt die Armee am 22. April 1997 die Botschaft stürmen und alle Geiselnehmer erschießen. 71 Geiseln werden befreit.

Seit Beginn der Besetzung hat Warnke von Malena nichts mehr gehört, und noch immer stellt er keinen Zusammenhang her. Der Regierung in Den Haag kommt es langsam spanisch vor, daß kein niederländisches Botschaftspersonal von der Geiselnahme betroffen war. Warnke redet sich solange heraus, bis der Botschafter ihn mit geheimen Bildern von den Treffen mit Malena konfrontiert und ihn zur Demission zwingt. Warnkes Frau kehrt entrüstet nach Holland zurück und reicht die Scheidung ein. Warnke sackt ab, zumal, nachdem er auf den Bildern von der Befreiung die von ihm schwangere Malena unter den getöteten Geiselnehmern identifiziert hat.

Eines Tages trifft er, mittlerweile auf der Straße lebend, einen Kollegen Malena wieder, den er am Anfang ihrer Beziehung auf einem als Chorprobe getarnten Fest der Rebellen kennen gelernt hat. Und auch er, Warnke, geht nach diesem Treffen dem sicheren Tod entgegen ...

Schon der Protagonist in Grünbergs letztem Roman "Der Vogel ist krank" nimmt ein tödliches Ende. Auch hier im neuen Roman scheint der einzige Ausweg aus einer absolut sinnlos erlebten Existenz ein genauso sinnloser Tod.

Der neue Roman ist unterhaltsamer zu lesen als der letzte, der von Anfang bis Ende den Leser angesichts irritierend-hoffnungsloser Figuren eher deprimierte. Und doch irritiert auch hier das Ende.

Grünbergs sarkastisch-grotesker Stil, bis hin zum absolut Nihilistischen, das gar keinen Sinn in einer als sinnlos empfundenen Welt erkennen will, ist keine leichte Kost für Menschen, die doch einen großen Teil ihres Lebens damit verbringen, einen solchen Sinn immer wieder zu entdecken und ihren Kindern zu vermitteln. Dennoch ist die Lektüre dieses Buches eine immer wieder interessante und nicht selten auch amüsante Herausforderung.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Fall des Jean Baptist Warnke, 9. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Broschiert)
Jean Baptist Warnke, ein ruhiger, selbstzufriedener niederländischer Diplomat in Lima, verheiratet, mit zwei Töchtern, lernt eines Tages in seinem Stammcafé die junge Peruanerin Malena kennen. Langsam aber sicher verliebt er sich in sie und erkennt überrascht, daß er plötzlich doch noch zu Leidenschaft fähig ist. Er beginnt sogar Gedichte zu schreiben und lebt bald nur mehr für die täglichen Dates. Durch diese Verbindung werden Entwicklungen losgetreten, die nicht mehr zu bremsen sind, bis Ex-Diplomat Warnke am Ende alles verloren hat. Arnon Grünberg erzählt trocken (eigentlich immer mit sarkastischem Unterton), minimalistisch sparsam ("Gnadenfrist" hat knapp unter 150 eher großbedruckte Seiten) und schafft mit diesem Buch ein kleines Juwel, ein Buch, das auch mit seinem nihilistischen Ende überrascht. Ein Lesegenuß, der zum Nachdenken anregt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der großen Welt in den Absturz, 3. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Broschiert)
Arnon Grünberg Gnadenfrist Diogenes
ISBN 3257236646

Diplomatenleben stellt man sich gemeinhin erhaben und großartig vor. Da begegnet einem die große Welt, Feste auf illustrem Parkett mit feinem Publikum und die anziehende Atmosphäre fremder Kulturen.
Bei Arnon Grünberg liest sich das ganz anders: innerlich leer, eng und spießig lebt Jean Warnke als Vizebotschafter an der holländischen Botschaft in Lima, der Hauptstadt Perus. Seine Frau Catherina ist eine hübsche, langweilige Person. Sie haben zwei kleine Töchter und das Leben läuft in stetem Gleichmaß dahin. Beruflich lebt man vom Tratsch und Klatsch, Repräsentation, kleinen Festen und Kontakten zum Herkunftsland. Engere Berührung zur Bevölkerung gibt es kaum. Höhepunkte sind noch Besuche und Delegationen aus Holland, die man akribisch vorbereitet.
Da ist es nicht verwunderlich, dass Warnke sich eines Tages leicht benommen von einer kleinen Peruanerin einwickeln lässt. Er hat sie täglich im El Corner gesehen, wo er seinen Kaffee einnimmt. Gezielt hat sie sich ihm genähert. Zuerst zögerlich, schließlich aber ganz von ihr entzückt gelangt er in ihre Fänge, verfällt in fast pubertäre Träumereien, dichtet für sie und lässt sich auf ein Abenteuer mit ungeahnten Folgen ein. Sogar die Einladung zu einem Chorkonzert, zu dem sie ihn bittet, nimmt er an und findet sich in einer ganz und gar fremdartigen Gegend in einer Turnhalle mit unbekannten Gestalten wieder. Wie gefährlich seine Avancen an Malena sind, das wird sich noch zeigen!

Mit lakonischen Sätzen zeichnet Arnon Grünberg einen sehr langweiligen Typen, dem man nichts Böses zutraut.
Fast naiv und unbedarft, jedoch von geheimen, sexuellen Wünschen überwältigt, gerät er ohne sein Wissen in die Fänge peruanischer Guerillakämpfer. Was kann dabei für ihn herauskommen?

Grünberg leitet aus dem Leben eines zurückhaltenden Durchschnittsbürgers geschickt über zum Drama einer Dritte - Weltgeschichte. Der Kontrast von naiver Lebensmittelmäßigkeit zur kämpferischen Guerilla gelingt ihm überzeugend. Nach einer Geiselnahme in der japanischen Botschaft, die Schlagzeilen macht, gerät Warnkes Welt aus den Fugen. Fast surreal mutet das Abgleiten von Warnke an, der zu einem rastlosen Außenseiter wird, dem jeder Halt, jedes Ziel und jeder Lebensmut abhanden kommt.

In der knappen Geschichte wird Warnke vom Träumer zum gesellschaftlich Verbannten. Ob er selber die Welt noch versteht? Psychologisch ein wenig überzeichnet ist die Wandlung vom Spießbürger zum heruntergekommenen Außenseiter durchaus überzeugend.
Die Sozialstudie ist konsequent aufgebaut, faszinierend und zielgerichtet durchgearbeitet. Grünberg gelingt mit wenigen Worten und in einer kurzen Abhandlung die ganze Tragik menschlicher Enthemmung in seinen Bildern einzufangen.
Die von verhaltener Spannung gekennzeichnete kleine Erzählung liest sich schnell und leicht!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es geht um die Liebe..., 29. September 2007
Von 
Uwe Zimmermann "Setman" (Halle (Saale)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Gebundene Ausgabe)
Was macht ein Diplomat? Was sind seine Aufgaben und welcher Typ Mensch ist dafür am besten geeignet?

Jean Baptist Warnke ist solch ein Typ. Er ist der zweite Mann der niederländischen Botschaft in Lima. Er ist verheiratet mit Catherina und hat zwei Töchter, Isabelle und Frédérike. Alle drei liebt er über alles. Was also kann einen so grundkonservativen Mann von diesem Familenleben fortbewegen?

Eine Liebe, eine neue Liebe. Diese findet er, am Anfang ganz unverbindlich, am Ende voller Leidenschaft, in Malena. Zuerst treibt ihn nur das Mitleid diesem jungen unschuldigen "Ding" ein wenig Freude und Hilfe zu leisten. Doch aus dieser wagen Beziehung wird mehr, immer mehr, alles für Jean Baptist Warnke.

Doch Malena bleibt auch immer ein Rätsel für Ihn, er weiß nichts von ihr, weiß nicht, wie sie ihr Leben lebt...

Man ahnt es, in diesem explosiven Klima von Lima muss mehr dahinter stecken. Es entwickelt sich eine zum Finale hin sehr tragische Geschichte, die Jean Baptist Warnke aus seinem Leben reißt. Nichts ist mehr wie es ist, nichts wird mehr so sein.
Ein Geißeldrama, Tote, Wut, Unverständnis, Desorientierung, Flucht, Hass, Rache...10,9,...,2,1...Ende

Arnon Grünberg beweist wieder sein Fingerspitzengefühl für zauberhafte Liebesgeschichten und füllt diese mit einer Nebenhandlung aus, die an Dramatik kaum zu überbieten ist. Dies tut er mit feiner Sprachwahl und genau dosierten Humor, mit viel Gefühl und präziser Situationsbeschreibung.
Es ist wirklich ein großer Genuss dieses Buch zu lesen und gerade für Freunde der Romantik bietet dieses Buch viel Wärme. Aber keine Angst, es ist keine schwülstige Liebesgeschichte, nein, es ist ein zauberhafte Geschichte über das Wichtigste im Leben...

Von mir eine absolute Leseempfehlung...
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leidenschaft!, 11. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Gebundene Ausgabe)
Das neue Buch von Arnon Grünberg erzählt in knapper Form und lakonischem Stil die Geschichte einer Leidenschaft wider Willen.
Der niederländische Diplomat Jean-Baptist Warnke hat sich bislang aus allem stets herausgehalten. Weder politisch noch privat hat er sich je angestrengt oder Stellung bezogen und lebt mehr oder weniger unbeteiligt ein ruhiges, wohlgeordnetes Leben als zweiter Mann der niederländischen Botschaft in Peru. Seine Frau ist vorzeigbar und verbringt ihre Tage mit der Gestaltung der Villa, die beiden Töchter sind wohlgeraten und sein ganzer Stolz.
Seinen Sundowner nimmt Warnke jeden Tag im gleichen Cafe, in dem eines Tages die schöne Malena sitzt.
Den Verlockungen dieser geheimnisvollen Frau kann Warnke nicht widerstehen und schließlich verfällt er ihr mit Haut und Haar und reißt sich und sein Umfeld in den Abgrund...
Die Geschichte, die Grünberg erzählt, ist nicht neu.
Dennoch ist es ein äußerst empfehlenswertes Buch, denn der Autor macht sich die Stimmungslage seines Protagonisten so zu eigen, dass der Leser einfach gefesselt wird - anfangs von der emotionslosen Schilderung eines Lebens zwischen den Stühlen und schließlich von der Begierde, die alles zerstört!
Auf 150 Seiten erzählt Grünberg flüssig und stilistisch gut eine Geschichte, die trotz vorhersehbarem Verlauf eine überraschende Wendung nimmt!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frage nach dem Sinn des Lebens, 10. April 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Gebundene Ausgabe)
Der niederländischer Autor Arnon Grünberg liebt auch im richtigen Leben das Spiel mit Identitäten. Er lebt seit 1995 in New York, hat bisher 18 Bücher geschrieben, in denen geht es häufig um Männer, um Sexualität, und Liebe. Das ist eigentlich auch das Thema in seinem neuesten Buch „Gnadenfrist". 2003, auf der Buchmesse von Bogota, erzählte ihm der holländische Botschafter von einer Geiselnahme in der japanischen Botschaft von Lima. Grünberg fand, das ist der ideale Stoff für einen Roman.
Der Held heißt Jean-Baptist Warnke, er ist Diplomat in der niederländischen Botschaft. In Peru lebt er völlig unauffällig, völlig normal nach den sozialen Konventionen. Er hat sein Leben im Griff, ist mit einer reizenden Frau verheiratet, hat zwei wohl geratende Kinder, und er liebt seine Familie. Eigentlich ist er ein richtiger Sunnyboy. Doch plötzlich gerät sein Leben aus den Fugen. In seinem Stammcafe trifft er eines Tages die reizende Studentin Malena, verliebt sich in diese Frau, weiß aber nicht warum, kennt sie eigentlich gar nicht. Diese Malena ist eine Illusion für ihn. Sie ist das krasse Gegenteil seiner Frau. Warnke denkt, ja, ich bin glücklich, liebe meine Frau und meine Kinder. Plötzlich gibt ihm diese junge Studentin etwas, wodurch er sich bewusst wird, dass eigentlich sein ganzes Glück substanziell auf nichts gebaut ist. Er erkennt, dass er seine Frau eigentlich nicht liebt, dass er überhaupt nicht verstanden wird und sich in keiner Weise von seiner Frau geliebt fühlt. Durch die Begegnung mit Malena wird ihm klar, dass sein Leben davor ein einziger großer Irrtum war.
Neben dieser Liebesgeschichte gibt es aber auch eine politische Geschichte. Es geht um eine Geiselnahme in der japanischen Botschaft in Lima. Dabei schildert der Autor das faszinierende Leben in der Welt der Diplomaten. In diesen Ländern Lateinamerikas leben diese Menschen ein völlig isoliertes Leben, indem sie versuchen in irgendeiner Form ihre Heimat nachzubauen.
Diese Plotdarstellung sollte reichen, um nicht die ganze Spannung zu nehmen. Nur so viel sei verraten, es ist hoch spannend, emotional dramatisch und wieder ein ganz großer Wurf von Arnon Grünberg. Ein großartiges Buch mit vielen Reflexionsebenen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Naive Beziehungsgeschichte mit explosivem Ende, 30. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Broschiert)
Jean Baptist Warnke lebt mit Frau und Kindern als zweiter Mann der niederländischen Botschaft im peruanischen Lima und pflegt das diplomatische Nichtstun. Täglich sieht man ihn in einem kleinen Café, wo er »Newsweek« liest. Dort begegnet er Marlena, einer Studentin, die Englisch lernt und in einem geheimnisvollen Chor singt. Schnell verzaubert ihn die aparte junge Frau und macht ihn zu ihrem »chunquituy«, ihrem Hündchen. Für den Diplomaten, der nur gelernt hat, sich überall heraus zu halten, gerät eine Welt aus den Fugen, als es sich auf das Abenteuer einlässt und sich abgöttisch in das Mädchen verliebt.

Warnke genießt seine neue Liebe, widmet ihr Sonette und fühlt sich wie im siebten Himmel. Ins Rutschen kommt die Sache, als Den Haag wissen will, warum er dem Weihnachtsempfang der japanischen Botschaft fernblieb, bei der er zu einer blutigen Geiselnahme kam. Bald tauchen auch Fotos auf, die den Vertreter der Königin mit seiner Flamme im Zoologischen Garten von Lima zeigen …

Grünberg erzählt mit viel Witz und trockenem Humor die Geschichte vom verliebten Repräsentanten des niederländischen Königreichs, der Kontakt zur Bevölkerung eines Landes sucht, von dem er herzlich wenig weiß. Er schildert eine naive Beziehungsgeschichte, die im wahrsten Sinne des Wortes explosiv endet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Langweiliges Diplomatenleben, 2. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Gnadenfrist (Broschiert)
Wie langweilig muß das Leben eines niederländischen Diplomaten sein - die erste CD ist das reinste Schlafmittel - Ehe: sagen wir - in Ordnung, Kinder:nett und im Beruf: nur diplomatisch sein.
Bis dann eine junge, lebendige Frau ins Diplomatenleben tritt, besser gesagt, sich an den Diplomaten heranmacht. Dieser vergeht vor Liebe - schreibt Gedichte und parfumiert sogar das Briefchen - und läßt sich benutzen. Das böse Ende ist vorhersehbar.
Dieses Hörbuch hat mich nicht vom Hocker gerissen!!gggg
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Gnadenfrist
Gnadenfrist von Arnon Grünberg (Broschiert - März 2008)
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