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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wohl schrägste Band der fiktiven Welt!
Von einigen habe ich gehört, dass der vorhergehende Roman von Goebel besser war, aber ich bin sicher, dass dieses Buch an Skurilität nicht zu überbieten ist!

Unterschiedlichere Charaktere - wie diese Bandmitglieder der "Freaks" - würde man wohl an keinem Ort der Welt antreffen. Vor allem nicht solche mit dem Ziel gemeinsam: "Berühmt zu...
Veröffentlicht am 27. November 2006 von Stefanie Schwarz

versus
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die schrägste Band der Welt
Joey Goebel erzählt die Geschichte der "Freaks", einer in ihrer Besetzung recht ungewöhnlichen Band aus Kentucky, aus ständig wechselnden Perspektiven. Jeder Absatz gibt in der Überschrift an, aus wessen Sicht er erzählt wird. Dabei werden auch vermeintliche Statisten zu Erzählern. Immer wieder lässt Goebel Außenstehende die...
Veröffentlicht am 4. Oktober 2006 von Alexandra Supertramp


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die schrägste Band der Welt, 4. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Joey Goebel erzählt die Geschichte der "Freaks", einer in ihrer Besetzung recht ungewöhnlichen Band aus Kentucky, aus ständig wechselnden Perspektiven. Jeder Absatz gibt in der Überschrift an, aus wessen Sicht er erzählt wird. Dabei werden auch vermeintliche Statisten zu Erzählern. Immer wieder lässt Goebel Außenstehende die Hauptfiguren beobachten – ein kleiner Kniff, um seine kuriosen Hauptfiguren auch immer wieder aus der Distanz betrachten zu können. Durch die ständigen perspektivischen Sprünge liegt dem Roman ein recht hohes Tempo zugrunde. Die Geschichte entwickelt sich mit einiger Dynamik und die perspektivischen Wechsel sorgen für eine gewisse Spannung, denn teils bekommt man erst durch das Zusammensetzen der unterschiedlichen Beobachtungen und Gedanken ein vollständiges Bild der Geschehnisse.

Auf den ersten Blick mag "Freaks" wie ein oberflächlicher Unterhaltungsroman erscheinen. Die Figuren wirken allesamt zu abgedreht, um realistisch zu erscheinen. Vielmehr polarisieren sie, stellen jeder für sich ein eigenes Extrem dar und erfordern auch beim Leser ein gewisses Maß an Toleranz. Goebel formuliert vor allem aber gewitzt und mit einer gewissen Ironie. Immer wieder kann man über komische Situationen und sonderbare Gespräche schmunzeln, die stets auch ein Stück weit den Geist der Zeit einfangen und die gesellschaftliche Situation portraitieren. Und darüber mag man den Protagonisten so manche Abgedrehtheit verzeihen.

Verglichen mit Goebels zuletzt veröffentlichtem Werk "Vincent" wirkt "Freaks" dennoch nicht ganz so ausgereift. Man merkt deutlich, dass "Freaks" dem Ursprung nach schon ein etwas älteres Werk ist. Mit "Vincent" hat Goebel sich schon erheblich weiterentwickelt. Mag manches an "Freaks" noch etwas kindisch wirken, auch wenn Goebels Talent zwischendurch immer wieder zwischen den Zeilen hindurchfunkelt, so wirkt "Vincent" eben schon ein ganzes Stück ausgegorener.

FAZIT: Etwas schwächer als "Vincent", aber dennoch durchaus liebenswert, gewitzt und unterhaltsam. Und obendrein einer der schönsten Romananfangssätze seit langem: "Leicht war es nicht, sechs Milliarden gebrochene Herzen auf einmal zu flicken, doch ich schaffte es."
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wohl schrägste Band der fiktiven Welt!, 27. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Von einigen habe ich gehört, dass der vorhergehende Roman von Goebel besser war, aber ich bin sicher, dass dieses Buch an Skurilität nicht zu überbieten ist!

Unterschiedlichere Charaktere - wie diese Bandmitglieder der "Freaks" - würde man wohl an keinem Ort der Welt antreffen. Vor allem nicht solche mit dem Ziel gemeinsam: "Berühmt zu werden"! Diese Kombination macht ein Buch aber nicht lesenswert. Das wird es erst, wenn man beim Lesen bemerkt, dass diese "Musiker", doch nicht so verschieden sind wie sie zunächst erscheinen. Sie alle sind anders als die anderen - auf ihre Art Rebellen. Sie alle möchten respektiert werden. Sie alle möchten das Leben auf ihre Weise leben ohne dafür verpöhnt zu werden. Und sie alle sind auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück. (Somit unterscheiden sie sich doch nicht so sehr vom Rest der Welt...) Unterstrichen wird dies alles durch (leicht schwärzlichen) Humor und die, durch einen angenehmen Schreibstil, zum Leben erweckten "Freaks" selbst.

Für alle, die eine Band haben oder hatten und sich einiges unkomplizierter vorstellten. Und sonst für alle, die gern lachen und dabei zwischen den Zeilen noch mehr als Skurilität und Witz erkennen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte einer wirklich coolen Band, 22. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Sie sind etwas anders als die andern, jeder auf seine Art, und sie haben zusammen eine Band: Der sehr eloquente Schwarze Luster, der immer mit sich selbst spricht. Die 80jährige Opal, die im Altersheim schon etwas auffällt. Die ziemlich verhaltensauffällige 8jährige Ember. Der Iraner Ray, der einen amerikanischen Soldaten sucht, den er im Krieg angeschossen hat. Und die junge, hübsche Aurora, die sich mal als Stripperin versucht und dann wieder als Behinderte im Rollstuhl. Sie stehen ziemlich im Gegenwind, aber wenigstens gemeinsam. Und sie haben ihre Musik. Und ihr einziges Konzert wird doch ein rechter Erfolg, auch wenn es sehr kurz ist.
Goebel erzählt die Geschichte witzig und geradeaus. Gut gefallen hat mir auch die Konstruktion, dass die verschiednen Personen die Geschichte aus ihrer Sicht erzählen, in kurzen Abschnitten, auch mal ein Polizist oder eine Kellnerin.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Freakisch!, 24. Januar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Im Jahre 1980 in Kentucky geboren hat Joey Goebel schon eine ganze Menge ausprobiert. Als Leadsänger einer Punkrockband ist er durch Amerika getourt, ein Drehbuch hat er geschrieben und dann den formidablen, im Vorjahr beim Diogenes Verlag erschienenen Debütroman Vincent". Mit Freaks", dem zum Roman umgeschriebenen Drehbuch, hat sich Goebel nun erneut auf der literarischen Bühne gemeldet. In dem beim Diogenes Verlag als Paperback erschienenen Buch widmet sich Joey Goebel der Musik und porträtiert eine mehr als ungewöhnliche Melange aus jung und alt. Luster, Aurora, Opal, Ember und Ray sind zwischen 8 und 80 und haben spürbar den Groove, wenn sie durch die Lande ziehen, gesellschaftliche Dramen bewältigen und als Musiker nicht unbedingt das sind, was man erfolgreich nennt. In vielen knallbunten Episoden schweißt Joey Goebel sein ungleiches Handlungspersonal aneinander und läßt doch jedem der fünf Protagonisten ein großes Stück Raum für diverse Eigenheiten. Goebel beweist mit seiner Prosa, daß er ungemein großes Talent hat und solchen Herren wie John Irving oder gar Jerome David Salinger und Thomas Pynchon nachfolgen kann. Die Zeit zumindest wird es zeigen.
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3.0 von 5 Sternen Eine verrückte Band, 12. April 2014
Von 
Villette - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
"Freaks" ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Band bestehend aus einer 80-jährigen Frau, die das Leben genießen und sich nicht ins Altersheim abschieben lassen will; einem 8-jährigen Mädchen, dessen Eltern sich nicht um sie kümmern und die daher die Welt hasst; einem Iraker, der im Golfkrieg einen Amerikaner angeschossen hat und extra in die USA gezogen ist, um ihn zu finden und um Entschuldigung zu bitten; einem Teenager, der gerade seine satanische Phase durchgemacht hat und im Rollstuhl sitzt, um von den Männern nicht länger als Sexsymbol betrachtet zu werden; einem jungen Schwarzen, dessen Brüder Drogendealer sind und der sich mit poetischen Gedanken über die Welt von seiner Herkunft distanzieren will. Sie alle sind also etwas anders als der Rest und zusammen eine Truppe, über die die Welt den Kopf schüttelt. Aber zusammen sind sie auch stark und sie wollen es der Gesellschaft zeigen. Leider sind die Vorurteile dort stärker als man denkt und nicht alles klappt so, wie sich die Band das vorgestellt hat...
Das Buch ist ganz lustig, manchmal aber auch etwas überzogen. Mir war letztlich keine der Figuren sympathisch. Vielleicht gehöre ich zu denen mit den starken Vorurteilen? Jedenfalls ist die Geschichte locker geschrieben. Die Erzählperspektive wechselt von Bandmitglied zu Bandmitglied und geht dann auch mal zu Beobachtern von Außen über. Das Buch ist ziemlich entlarvend, was die Gesellschaft und den Menschen angeht. Aber ich konnte letztlich keine Verbindung zu ihm finden.
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4.0 von 5 Sternen Thematisierung des »Andersseins«, 24. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Fünf extreme Typen leben für ein paar Wochen den Traum einer Band, die Jung und Alt von den Stühlen reißt und sich nach der Eigenart benennt, die sie eint: sie sind »The Freaks«. Joey Goebel, der 1980 geborene Leadsänger der Punkrockband »The Mullets«, erzählt in seinem collageartigen Kurzroman die amüsante Geschichte ihrer Begegnung und schildert ihren ersten und letzten furiosen Auftritt.

Opal heißt die von ihren Angehörigen in ein Altenheim abgeschobene achtzigjährige Oma, die es noch einmal richtig krachen lässt und in Sex und Rock ’n’ Roll Erfüllung findet. Die freakige Uralt-Gitarristin mit dem Sex-Pistols-T-Shirt kümmert sich als Babysitterin um die achtjährige Amber, deren Eltern lieber in Cancun Bungee-Jumping betreiben als sich um ihr Kind zu kümmern. Der Satansbraten wirkt wie ein blonder Engel, steckt aber tatsächlich voll Dynamit, ist rotzfrech und flucht wie ein Droschkenkutscher.

Luster, der schwarze Sänger der Band, wirkt komplett durchgeknallt und beglückt seine Mitmenschen mit philosophischen Ergüssen, die ihm den zurückhaltenden Respekt einbringt, der vermeintlich Wahnsinnigen gezollt wird.

Der Iraker Ray verwundete im Golfkrieg einen Amerikaner und sucht diesen, um sich bei ihm zu entschuldigen. Der Ex-Soldat mit dem Keyboard gibt sich betont amerikanischmäßig und hält die Staaten für das Paradies auf Erden.

Freak Nummer fünf schließlich ist eine 19jährige unberührte Satanistin, die sich in einen Rollstuhl flüchtet, um von ihrer Traumfigur abzulenken. Aurora, ehemalige Stripperin aus frommer Familie, trommelt als Schlagzeugerin der Power-Pop-New-Wave-Heavy-Metal-Punkrock-Band »The Freaks« und rockt rattenscharf.

Die fünf Freaks werden in der kurzen Zeit ihrer Freundschaft, die das Buch beschreibt, zu der Familie, die keiner von ihnen je hatte. Damit spiegeln sie die Verlorenheit derjenigen, die sich abseits vom Mittelmaß bewegen und eigene Identitäten leben wollen, ohne dabei erdrückt zu werden. Das Buch liest sich vergnüglich und temporeich, weil der Autor ununterbrochen die Perspektive wechselt und sowohl aus der Sicht der jeweiligen Protagonisten als auch durch die Brille von Polizisten, Kellnern, Fahrgästen, Therapeuten, Lehrern und Eltern die Geschehnisse wiedergibt. Damit werden Normalität und Wahnsinn zu einer Frage des jeweiligen Blickwinkels.

Joey Goebel gilt als Erfolg versprechender Autor der Popmoderne, dessen Thema die fade Mittelmäßigkeit des Kleinstadtlebens ist. Aufgrund der Thematisierung des »Andersseins« wird er gern in einem Atemzug mit John Irving und T. C. Boyle genannt. Sein Erstling »Vincent« erschien 2005 als Sommerschwerpunkt bei Diogenes. Ob er sich mit »Freaks« bleibend in die Herzen der Leser schleicht? – Der Autor selbst beschreibt seinen Text so: »Die grob gestrickte Handlung wurde an den Haaren herbeigezogen, die Protagonisten wurden an den passenden Stellen untergebracht, die Themen gründlich ausgeschlachtet, sämtliche Perspektiven sorgfältigst ausgelotet, vordergründige Symbolik bewusst eingesetzt, abgedroschene Ironie verwendet und Emotionen sowie Humor angemessen übertrieben…«
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4.0 von 5 Sternen Freakpower!, 17. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Fünf für sich allein schon recht außergewöhnliche Menschen treffen aufeinander - verbunden durch eine gemeinsame Leidenschaft: die Rock Musik.
Jeder versucht auf seine Weise der eigenen Realität zu entrinnen.
Luster, der Philosoph: drogenfrei durchgeknallt,
Aurora: die wunderschöne Satanistin im Rollstuhl,
Opal: die 80jährige Altersheiminsassin mit Cowboystiefeln und regem Partnerwechsel,
Ember: die 8jährige, die alles und jeden hasst und
Ray: der irakische Ex-Soldat, der nach Vergebung sucht.
Gemeinsam bilden sie eine unschlagbare Einheit: die Freaks! Eine Band, die bunter nicht sein könnte. Zu ihrem Konzert kommen alle; jeder aus einem unterschiedlichen Grund.
Die Stimmung könnte besser nicht sein, die Begeisterung steigt ins Unermessliche...bis eine auf der Bildfläche erscheint,...die Realität!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mischung aus Kulturkritik und Hippie Botschaft, 2. Dezember 2006
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Joey Goebel, ein sehr junger Autor, 1980 in Kentucky geboren, hatte im letzten Jahr mit seinem Roman "Vincent" ein viel beachtetes Debüt. Der Roman "Freaks" entstand eigentlich vorher, wurde zunächst als Drehbuch konzipiert, da dieses jedoch keinen Produzenten fand der es verfilmen wollte, hat Goebel es nachträglich in einen Roman umgewandelt, so dass wir jetzt in den Genuss eines sehr gut funktionierenden Romans kommen. Joey Goebel ist in einer Kleinstadt, in der die Musik eine wichtige Rolle spielt und die auch der Schauplatz dieser Geschichte ist, aufgewachsen. Alles ist so filmisch, mit Schnitt-Gegenschnitt - Verfahren und ständig angekündigten Szenenwechseln, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet, eben wie ein Episodenfilm.

Es ist also eine Episodengeschichte, das heißt, wir haben fünf Hauptfiguren, die in einem inneren Zusammenhalt zueinander stehen, wie das bei Episodengeschichten üblich ist. Doch das Wesen dieser Geschichte ist, dass wir wechselweise die Perspektive der einen Figur einnehmen und dann das Geschehen mit den Augen dieser Figur erleben. Es sind fünf so unterschiedliche Figuren, wie sie nur sein können. Der Zusammenhalt dieser fünf Figuren resultiert auch daraus, dass sie so außerordentlich kompromisslos zu Werke gehen, obwohl sie eigentlich nur Musik machen wollen.

Es sind fünf schrille, schräge Außenseiterfiguren, eine absurde Figur nach der nächsten, auch behaftet mit vielen Klischeevorstellungen, aber trotzdem in der Massierung funktionieren sie eigentlich und bilden ein sehr witziges "Quintett Infernale".

Zu dieser etwas anderen Castingband gehören folgende Figuren, die sich auf eine musikalische Achterbahnfahrt begeben:

Da ist zum Beispiel der philosophierende Afroamerikaner Luster, der unter Größenwahn leidet und das im besten Sinne, weil ein Künstler darunter leiden muss, sonst kann er gleich einpacken. Er stellt sich, wie alle andern auch, gegen das Mittelmaß, er will auch keine faulen Kompromisse eingehen. Er hat nicht nur große Phantasien, wie er die Welt verändern möchte, sondern er möchte auch das beste Buch der Welt schreiben. Er ist übrigens Drogenfrei High und Sänger in der Band.

Dann ist da die bildhübsche, neunzehnjährige Aurora, eine Satanistin die im Rollstuhl an den Drums sitzt. Diese schöne Aurora hat einen Vater der vermutlich ein klerikaler Fundamentalist ist, der aber wahnsinnig viel Geld hat. Wir erfahren später, warum sie eine Rollstuhlfahrerin ist.

Es gibt ferner die 80-jährige Altersheiminsassin Opal, die sich als Sex geiles, super sympathisches Monster outet.

Zur Band gehört außerdem eine 8-jährige Göre am Bass, leicht gewalttätig, schwer erziehbar, die alles andere sein will als süß. Kein Wunder, dass dieses Kind schwer erziehbar ist. Die Eltern, der Vater ein reicher Anwalt und die koksende Mutter, interessieren sich überhaupt für das Kind.

Komplettiert wird das Quintett durch den irakischen Ex-Soldaten Ray am Keybord. Er ist auf der Suche nach dem Amerikaner den er im Krieg verwundet hat.

Der Autor nimmt diese fünf schrägen Typen und schreibt irgendwelche verrückten Geschichten in einer unglaublich schnoddrigen, rüden, harten Jugendsprache mit zum Teil recht obszönen Ausdrücken. Es ist einerseits ein Partyroman in dem die Typen ganz schön schrill drauf sind, andererseits ist es eine Mischung aus Kulturkritik und Hippie Botschaft und obwohl es dabei zahlreiche Popelemente gibt, ist es doch keine Popliteratur. Es sind sehr viele Signale eingebaut, um eine kaputte Kultur zu signalisieren. Diese Typen wollen sich alle von dieser crashigen amerikanischen Konsumkultur befreien. Es steckt also etwas sehr Konservatives, Ernstes dahinter. Eigentlich wollen sie ja alle nur in Ruhe, Frieden und Liebe, in Peace und Love, miteinander leben. Es gibt immer wieder die Botschaft, es soll rocken, die Welt soll verwandelt werden, sie soll in Schwingung kommen, sie soll zu einem Ort werden, an dem man friedlich und gut miteinander leben kann.

So geben sie dann schließlich das große Konzert ihres Lebens, provozieren das Publikum ständig. Das Konzert wird dann aus bestimmten Gründen abgebrochen.

Es gibt zwei Utopien in dem Buch. Die eine ist der Rock, es muss rocken, damit wir merken, dass wir lebendig sind und damit wir ein tieferes Lebensgefühl erhalten. Die andere ist die Familie, denn die vereinsamten Typen leben ja eine gewisse Zeit miteinander unter einem Dach und merken zum ersten Mal das Gefühl das sie zu jemand gehören.

Es ist im Grunde auch ein sehr starkes Sehnsuchtsbuch, nach einer Welt in der sie nicht leben und in der sie gerne leben möchten. Sie trauen sich authentisch zu sein, weil sie sich sagen, wir leben so wie so am Rande der Gesellschaft, sind extreme Typen, dann können wir auch zum Erreichen unserer Ziele noch weiter gehen, müssen in Kauf nehmen ausgelacht zu werden. Das ist die Kernbotschaft dieses Romans; stell dich, lass dich auslachen, wenn es das ist woran du glaubst, dann macht das doch auch nichts aus.

Im Feulliton kann man die unterschiedlichsten Meinungen zu diesem Buch finden.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Joey Goebel, das kannst du besser!, 1. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Seit Joey Goebels Roman "Vincent" halte ich sehr große Stücke auf diesen Ausnahmeautor. Seine sarkastisch gehässige Ader, die schon in "Vincent" sehr spürbar war, kommt auch in "Freaks" sehr gut rüber. Daher macht das Lesen seiner ausgeflippten Gedankengänge großen Spaß und wird eigentlich nie langweilig.

Trotzdem muss ich sagen, dass "Freaks" nicht mal ansatzweise an sein Debut "Vincent" herankommt. Zu viel Ironie, zu viel Drehbuch-Allüren, einfach zu gefühllos. Es fehlt das Verletzliche, Mitfühlende und grausam Ehrliche, das in seinem Vorgänger um einiges besser rüberkam.

"Freaks" ist ein Buch, das aber auch zum Denken anregt. Es stellt die niveaulosen Mitläufer unserer Zeit blos und wie sich die "Ausnahme-Menschen" tagtäglich mit ihnen herumzuärgern haben. So ziemlich jedes wichtige Thema wird in dem Roman angesprochen; Rassismus, kranhafte Gottesehrfurcht, Naivität, Sexismus, Freundschaft etc. Daher ist das Buch sehr unterhaltsam und macht den Leser neugierig auf mehr.

Ich hoffe inständig, dass Joey Goebel nochmal all sein Talent zusammennimmt und uns bald wieder ein ähnlich mitreißendes Buch schenken wird wie "Vincent". Bücher wie "Freaks" haben wir eigentlich genug.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Freak!, 16. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Broschiert)
Freaks war ursprünglich ein Drehbuch und wurde vom Autor zu einem Roman umgewandelt, nachdem niemand das Drehbuch wollte.

Schade. Denn als Film wäre dieses Buch einmalig gewesen. Aber vielleicht haben wir ja glück und es wird noch einmal verfilmt.

Dieses Buch strotzt nur vor Witz und Ironie. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und fantastisch gezeichnet.

Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem Empfehlen, der selbst ein wenig freaky ist oder Rock einfach liebt! Klasse!

Dennoch ist dieses Buch nichts zum einschlafen, da man doch dabei Nachdenken muss. Denn bei Joey Goebel schwingt immer eine spur Gesellschaftskritik bei.
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Freaks
Freaks von Joey Goebel (Broschiert - Oktober 2007)
EUR 9,90
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