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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für frustrierte Junggesellen
"Vincent" ist im großen und ganzen ein durchaus gelungenes Lesevergnügen. Besonders für Menschen, die von unserer Popkultur mehr als enttäuscht sind, ist dieses Buch sehr unterhaltsam.
Der Autor und Ich-Erzähler lästert über die aktuelle Musik, das Kino und das Fernsehen und das sehr zu recht, meiner Meinung nach.
Ich...
Am 18. September 2005 veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen An den eigenen Ambitionen erstickt
Jeder der einmal das Privatleben der großen Künstler studiert hat, wird auf kurz oder lang feststellen: Je größer das Genie, desto größer der psychische Knacks. Je turbulenter und auszehrender das Privatleben, desto fulminanter das Werk, das daraus entstand. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Frage einmal Gegenstand eines...
Veröffentlicht am 2. August 2009 von Polygraph


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für frustrierte Junggesellen, 18. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Gebundene Ausgabe)
"Vincent" ist im großen und ganzen ein durchaus gelungenes Lesevergnügen. Besonders für Menschen, die von unserer Popkultur mehr als enttäuscht sind, ist dieses Buch sehr unterhaltsam.
Der Autor und Ich-Erzähler lästert über die aktuelle Musik, das Kino und das Fernsehen und das sehr zu recht, meiner Meinung nach.
Ich persönlich konnte mich sowohl mit der etwas aggressiven Arroganz des Erzählers wie auch mit der hoffnungslosen Einsamkeit von Vincent identifizieren. Beide sind sie mehr als enttäuscht von der Gesellschaft und versuchen den Schmerz mit den verschiedensten Mitteln zu kompensieren.
In dem Buch fließen immer wieder persönliche Schicksalsschläge und auch der etwas gehässige Pessimismus des Autors Joey Goebel ein, was ich sehr amüsant finde. Allerdings verunsichert einen der subjektive Schreibstil dann und wann ein wenig.
Ich muss zugeben, daß ich mir doch etwas mehr von dem Buch erhofft hatte. Den Protagonisten fehlt es an Tiefgang und der Schreibstil ist im großen und ganzen doch etwas unsensibel. Allerdings wird dem Leser dadurch viel Freiraum gelassen und man kann sich selbst überlegen wie sich die Personen wirklich fühlen.
Abschließend würde ich sagen, daß dieses Buch doch ziemlich experimentell ist allerdings im durchaus positiven Sinne. Ein gutes Buch, daß ich nicht so schnell vergessen werde.
~kale hatfield~
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen höchstleistung durch ständiges Leiden, 26. Oktober 2005
Von 
Peter Goebel (Hamburg, Hamburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Gebundene Ausgabe)
Nicht nur weil ich mir mit diesem Autor den Nachnamen teile finde ich dieses Buch äusserst gelungen. Der 25-jährige Joey Goebel hat einen tollen Roman geschrieben, der vor allem denjenigen gefallen dürfte, die von der heutigen Massenkultur im Pop/TV/Kino total genervt sind und richtig gute Kunst vermissen. Genau aus diesem Grund wird die Firma New Renaissance gegründet von einem älteren Mediengiganten, der zum Abschluss seines Lebens nochmal für gute Kunst sorgen will. Die Firma sucht unter vielversprechenden jungen Talenten einen aus, Vincent, dem ein Manager zur Seite gestellt wird, der dafür sorgen muss, dass diesem jungen Talent nie die Ideen ausgehen und er hochwärtige Songs und Drehbücher etc. verfasst. Dafür ist fast jedes Mittel recht. Damit Vincent richtig leidet und dies dann in seinen Werken verarbeitet, wird sein Hund umgebracht, seine Freundinnen werden so lange bearbeitet bis sie die Finger von ihm lassen, er wird zum Alkoholiker gemacht und und und. Das Resultat: Vincent schreibt tatsächlich hervorragende Songs und Drehbücher und andere stecken den Ruhm dafür ein. Ob irgendwann die Bombe platzt und Vincent von der totalen Manipulation erfährt, die sein Leben begleitet, will ich hier nicht verraten. Ein wirklich lohnenswertes Buch, dass die heutigen Medien aufs Korn nimmt und bei der ein und anderen Person des Romans lässt sich ziemlich schnell erraten, wer von unseren heutigen US-Promis gemeint ist. Toll geschrieben und absolut filmreif.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen An den eigenen Ambitionen erstickt, 2. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Broschiert)
Jeder der einmal das Privatleben der großen Künstler studiert hat, wird auf kurz oder lang feststellen: Je größer das Genie, desto größer der psychische Knacks. Je turbulenter und auszehrender das Privatleben, desto fulminanter das Werk, das daraus entstand. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Frage einmal Gegenstand eines humoristischen Abhandlung werden mussten, und der Amerikaner Joey Goebel hat es mit "Vincent" zumindest versucht.

Im Zentrum der Handlung steht New Renaissance, eine Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eine neue Generation von Künstlern heranzuzüchten, und Talent notfalls mit Nachdruck an die Oberfläche zu bringen. Gewalt ist hierbei nicht nur legitim, sondern sogar erwünscht. Im ganzen Land werden potentielle Begabungen bereits im Kindesalter auf spezielle Schulen geschickt, um dort auf ihre spätere Karriere vorbereitet zu werden. Ein Mitarbeiter der Organisation, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, nimmt sich eines Jungen namens Vincent an, der sich als vielversprechendes Talent entpuppt. Er gibt sich als Vincents Mentor ist, verfolgt jedoch im Stillen die Aufgabe, das Leben seines Schützlings (ganz im Sinne der Philosophie seiner Auftraggeber) künstlerisch auf Linie zu bringen, d.h. zu ruinieren.
Während Vincent also in der Schule einen Universal-Lehrgang in allen künstlerischen Disziplinen absolviert, und später freischaffend aktiv wird, ist sein Mentor eifrig damit beschäftigt, jede Spur von Glück aus dem Leben seines Proteges zu tilgen: Der Hund vergiftet, das Elternhaus niedergebrannt, Drogensucht gefördert, und wenn tatsächlich mal ein Mädchen auch nur das leiseste Interesse an dem sensiblen Knaben bekundet, wird er durch Bestechung und ekligen Gerüchten sofort wieder aus ihrem emotionalen Radius entfernt. Von Kindesbeinen an, wird Vincent bis aufs Blut geschunden, denn nur ein leidender Künstler ist ein produktiver Künstler. Das klingt nach einer hervorragenden Satire und die Idee ist in der Tat brillant; schade ist nur, dass ausgerechnet ein Schriftsteller von so bescheidenen Mitteln auf diese Idee kommen musste.

Goebel wollte eindeutig zuviel mit seinem Roman: Die ursprüngliche Idee des schematisch herbeigeführten Künstlerlebens - so genial sie sein mag - ist lediglich der Aufhänger für ganz andere Themen und Geschichten, die dem Autor auf der Seele brennen. Goebel will nicht nur eine Satire erzählen, er will auch noch die Verlogenheit und Künstlichkeit des kommerziellen Unterhaltungsbetriebs anprangern. Denn New Renaissance kreiert nicht nur neue Talente, sie betätigen sich gleichzeitig als Klonwerkstatt für Popsternchen und Seriendivas. Während also das Leben der Schüler der Akademie (d.h., der eigentlichen Genies) konsequent ruiniert wird, um sie produktiv zu halten, werden ihre Erzeugnisse für oberflächliche und untalentierte Musiker verwendet, die dafür das süße Leben geniessen können.
So tritt ab der Mitte des Buches der etwas beschränkte Musiker Chad auf, der selbst kein Instrument beherrscht, jedoch dank Vincents genial-poetischer Texte sofort die Charts stürmt.
Die Erklärung, wie das zusammenpassen soll, warum es im Buch einerseits diejenigen Künstler gibt, die sich quälen (damit aber erfolglos bzw. unerkannt bleiben), und auf der anderen Seite diejenigen, die selbst nichts leisten, dafür aber im Rampenlicht stehen, findet man im Klappentext: Dort erfährt man, dass der Autor selbst seinerzeit Frontmann einer (offensichtlich erfolglosen) Musikformation war; und nun wird auch klar, warum sich Goebel lang und breit über die Verlogenheit und Korruption des kommerziellen Musikbetriebs auslässt, und keine Gelegenheit verstreichen lässt, seinem Ich-Erzähler ausladende Hasstiraden gegen Plattenstudiobosse und inkompetente Musikjournalisten in den Mund zu legen; Menschen, die einfach kein Talent anerkennen können und stattdessen lieber den nächsten, auswechselbaren Popstar hochzüchten.

Solche Ermüdungen könnte man noch verzeihen, aber gestalterische Schwäche ergänzt sich hier mit sprachlicher Schwäche, denn Goebel nicht einmal ein sonderlich talentierter oder origineller Stilist. Seine Prosa zu lesen, ist vergleichbar mit dem Erlebnis, an einem nackten Hühnerknochen zu nagen, in der Hoffnung, noch einen kleinen Bissen Fleisch zu finden: Goebel beschreibt nicht, er erzählt nur. Keine Adjektive, keine Metaphern, keine Sprachbilder, keine treffenden Vergleiche; Goebels Charaktere haben keine Sinneseindrücke, die sie dem Leser mitteilen, sie beschreiben nicht, was sie tun oder sehen, sie tun es einfach. Ich bin beileibe kein Freund von exzessiven, adjektivüberladenen Schilderungen, aber auch hier gilt eben das Prinzip der guten Dosierung. Und wenn man hier 300 Seiten Prosa runterliest, ohne nicht einmal innezuhalten, um sich an einer gelungenen Formulierung zu freuen; wenn man statt feingezeichneter Panoramen lediglich trockene Aneinanderreihung Tätigkeiten vorgesetzt bekommt, dann ist das unterm Strich eine ausgesprochen dröge Leseerfahrung.

Die letzten 120 (!) Seiten die ausschliesslich die Flucht des geläuterten Erzählers und seiner Gattin mit Vincent vor den Häschern von New Renaissance schildern und nur von gelegentlichen Aufenthalten in diversen Motels und Rastplätzen unterbrochen wird, wirken sich fatal auf das ohnehin holprige Erzähltempo aus; und mit einem angeklebten Happy-End (es löst sich buchstäblich alles in Wohlgefallen auf und alles ist vergessen und vergeben) verspielt der Autor dieses angeblich so schwarzhumorigen Prosawerks, dann jeden erzählerischen Kredit.

Der Roman kann den Vorteil für sich verbuchen, dass es dank der kurzen Kapitel leicht und relativ zügig zu lesen ist; eine leidlich amüsante literarische Zwischenmahlzeit für längere Zugfahrten; in Joey Goebel aber ein neues Talent für den amerikanischen Literaturbetrieb zu sehen, halte ich für ausgesprochen gewagt: Von seiner Grundidee abgesehen lässt "Vincent" sprachlich und handwerklich auf keinerlei besonderes Talent schliessen - und der Roman, der so zynisch daherkommt, und der die Oberflächlichkeit und Verlogenheit der Welt im Allgemeinen und des Kunstbetriebs im besonderen anprangern will, bedient sich noch dazu allzu häufig Methoden, die man nicht einmal Daniel Steele durchgehen lassen würde.
So tippt nach einer Konferenz, die junge, attraktive, vollbusige Sekretärin dem Ich-Erzähler auf die Schulter und sagt folgenden Satz:
"Wahrscheinlich sollte ich das nicht machen. Normalerweise würde ich so etwas nicht machen, aber könnten Sie sich vielleicht irgendwann mal mit mir treffen? Ich bin neu in der Stadt, und - naja, es wäre kein Date aber........." Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen.
So einfach möchte ich es auch mal haben.
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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Per aspera ad astra � ohne Leid kein Preis, 5. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Gebundene Ausgabe)
"Vincent" ist ein Roman, der sich nicht so leicht in eine Schublade stopfen lässt. Ein großer Löffel Satire, eine Prise Utopie, ein Spritzer thrillerhaftes Drama, abgeschmeckt mit einer Messerspitze Herz-Schmerz. "Vincent" ist ein Roman, der sich jeglichem Vergleich zu entziehen scheint und der auf seine Art einzigartig ist. Nicht zuletzt auch deswegen ist die Lektüre ein ausgesprochener Genuss.
Harlan, Ich-Erzähler und Hauptfigur pflegt ein ganz besonderes Verhältnis zu dem jungen Nachwuchskünstler Vincent. Als sein Mentor spornt er ihn an, steht ihm als Freund zur Seite und fügt ihm dennoch ständig Leid zu, um seine künstlerische Schaffenskraft zu beflügeln. Das Verhältnis der beiden hat dadurch einen recht merkwürdigen Charakter. Man schließt Harlan als Leser dennoch ins Herz. Er ist sympathisch und man versteht ihn irgendwie, wie er gefangen ist, zwischen seinen Rollen als Don Quijote der Kultur und als Handlanger der Unterhaltungsindustrie. Vincent bleibt mehr oder weniger blass, fast schon abstrakt und fremd. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil. Man kennt genügend leiderprobte Künstler, um sich ein Bild von ihm zu machen. Das Kurt-Cobain-Bild auf dem Buchdeckel ist da nur eine mögliche Assoziation, die sich aufdrängt.
Zu Beginn mag man "Vincent" in erster Linie für eine Satire halten. Der Roman hat seine unverkennbar humoristischen und sarkastischen Seiten. Wenn Harlan in der Chefetage des weltweit wichtigsten Medienkonzerns durch die Fernsehkanäle zappt und gnadenlos über alles herzieht, was dort zu sehen ist, während ihm gegenüber die Menschen sitzen, die genau diesen Unsinn verzapft haben, so ist das schon ganz besonders erheiternd.
Aber darüber hinaus ist "Vincent" auch die Geschichte einer besonderen Freundschaft zwischen Künstler und Mentor, eine Geschichte um wahre Kunst und echte Künstler und nicht zuletzt ein Drama um Liebe, Schwermut, Verlust, Enttäuschung und Ausbeutung. "Vincent" ist ein Roman, der wunderbar vielschichtig ist, der gleichermaßen unterhält und nachdenklich stimmt, der zum Lachen ermuntert und den Leser rührt.
FAZIT: "Vincent" ist ein außerordentlich erfrischendes und unterhaltsames Buch, das all denen besonders Spaß machen dürfte, denen der kommerzialisierte Mainstream zuwider ist. Eine originelle Geschichte, die sehr gelungen mit einer Mischung aus Satire und Dramatik umgesetzt wurde. Für mich zählt das Buch schon jetzt zu den Toptiteln des Jahres.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend geschriebener Roman über den Medienbetrieb, 14. November 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Broschiert)
Harlan Eiffler bekommt den Job seines Leben: Ein millionenschwerer Medienunternehmer will als Krönung seiner Laufbahn eine Nachwuchsakademie ins Leben rufen, um künstlerische Genies zu fördern. In deren Auftrag soll Harlan lediglich ein einziges Talent betreuen. Geld spielt dabei keine Rolle.

In einem komplizierten Auswahlverfahren wird ein siebenjähriger Junge als optimal geeignet ausgewählt. Es ist Vincent, dem sich der Rundumbetreuer zu widmen hat. Doch seine Arbeit steht unter einer Prämisse: Eiffler verpflichtet sich, das Leben des Wunderkindes so zu manipulieren, dass dieses zeitlebens unglücklich und allein bleibt. Nur wenn dem Genie ständig Leid widerfahre, meinen die Medienbosse, könne dieses Großes vollbringen. Leiden inspiriere, so die Theorie. Ein Verlust, ein gebrochenes Herz, eine Krankheit nähre den Künstler und treibe ihn zu Höchstleistungen. Sobald das noch ungeformte Talent gründlich verfeinert und vervollkommnet sei, soll er neue Werke für Film, Fernsehen und Musik schaffen. Diese drei Bereiche liegen dem Finanzier am meisten am Herzen, weil sie die flache Mainstream-Kultur stärker beeinflussen als Literatur, Theater oder Malerei.

Harlan gewinnt rasch das Vertrauen des Siebenjährigen und beginnt seine makabre Tätigkeit. Die Mutter des Jungen, eine herunter gekommene Schlampe, lässt sich kaufen und verschwindet aus Vincents Leben. Er vergiftet den geliebten Hund des Jungen und macht ihn unter Mitschülern madig. In Vincent formt sich ein Weltbild, wonach ihn niemand mag, und er beginnt, sich immer stärker zurückzuziehen. Dabei beginnt er tatsächlich, außergewöhnliche Werke zu schaffen und verhält sich ganz im Sinne seiner Förderer. Sobald er aus dem Ruder läuft oder in eine Schaffenskrise fällt, hilft der gute Eiffler ein wenig nach und seinem Pflegesohn Vincent neues Unglück, um ihn wieder auf Trab zu bringen.

Vincent wächst heran. Er verliebt sich. Harlan besticht das Mädchen, damit sie Schluss macht. Der junge Literat leidet an der Großen Traurigkeit, die alle Großen irgendwann einmal befällt. Sein Manager hilft nach, macht ihn mit Alkohol und anderen Drogen bekannt und lockt ihn damit immer weiter in die Isolation. Dabei geht er davon aus, dass Trinken ihn zu einem noch bedeutenderen Autor machen wird, da die künstlerische Entwicklung von Hemingway, Faulkner, Kerouac, Chandler und Poe durch Alkoholismus offensichtlich befördert worden war.

Bald findet sich durch Beziehungen ein Interpret, der Vincents Songs singt und damit die Hitparaden stürmt. Es folgen weitere Liedtexte, Drehbücher für Filme und ein Konzept für einen Kunstkanal. Als der Geldgeber des Projekts stirbt, beschließt dessen Nachfolger, Vincent selbst in den Vordergrund zu bringen. Ob das gut geht, und wie das Melodrama endet, ist eine spannende Geschichte für sich …

Joey Goebel, der auch durch »Freaks« seine Fähigkeit als einfühlsamer Beleuchter des Medienbetriebes bewies, liefert mit »Vincent« einen Roman, der als Satire beginnt und dramatisch mündet. Dabei basiert er auf einer instinktiven Ablehnung des Lesers gegen den allgemeinen Kulturbetrieb, der sich durch Radio- und Fernsehsendungen auf tiefstem Niveau auszeichnet. Er bietet eine (umstrittene) Theorie, wie qualitativ hochwertigere Kunst geschaffen und angeboten werden könne. Dabei bleibt er realistisch genug, um einzuräumen, dass dies nur mit Hilfe der marktbeherrschenden Musikproduzenten und deren Vertriebe möglich wäre. Das Buch seziert damit auch die Popindustrie und zeigt auf, wie neue Stars und Sternchen bauchfrei in den Himmel geschossen werden und dort rasch verglühen.

»Vincent« ist ein mitreißend geschriebener Text. Er macht gespannt auf die nächsten Werke des 1980 geborenen Autors aus Kentucky.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Popliteratur vereint mit hohem literarischen Anspruch und Medienkritik, 14. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Broschiert)
Vincent, das Wunderkind, wird auf eine (von einem Medienkonzern) neu geschaffene Kunstschule geschickt, dessen Mitglieder für mehr Qualität in der Unterhaltungsbranche sorgen sollen. Von dem Konzern wird ihm ein Manager zur Seite gestellt, der dafür zuständig ist, ihm Leiden zuzufügen. Denn die Geschichte hat zahlreiche große Künstler hervor gebracht, die unter Leidensdruck produziert haben (z.B. van Gogh, Beethoven, Kafka) Vincent wird also, ähnlich wie Truman in der "Trumanshow" auf Schritt und Tritt beobachtet. Wenn er für ein paar Momente glücklich ist, bekommt er direkt von seinem Manager einen Dämpfer verpasst. Grandiose Idee. Der Autor verknüpft diese Idee mit der Kritik an der derzeitigen Unterhaltungsbranche. Da müssen "Reality-Shows" herhalten, gecastete Boybands, Radiosender mit einer seichten und engen Rotation usw. In der ein oder anderen Figur erkennt der Leser auch reale Personen des Popgeschäfts wieder. Das Buch öffnet dem naiven Konsumenten schonungslos die Augen über die momentane Unterhaltungssituation und regt auch den weniger naiven zum Nachdenken an. Es veranlasst dazu, sich verstärkt bewusst zu machen, was einem da tagtäglich vorgesetzt wird. Sei es in der Fernseh-, Film- oder Musikbranche. Haben Wunderkinder in der heutigen Zeit überhaupt eine Chance KUNST für ein breites Puplikum zu schaffen?! Das Buch antwortet mit "nein". Denn Kunst lässt sich schwer verkaufen, in einer Zeit, in der Quoten und Mainstream regieren.

Beeindruckt hat mich, dass der Autor es schafft, (ich nenne es jetzt mal so) "seichte Popliteratur" mit hohem Anspruch zu verknüpfen. So werden die Protagonisten zum Beispiel nach ihrem Lieblingsfilm, ihrem Lieblingsbuch und ihrer Lieblingsserie beurteilt. Die Kapitel sind ausschließlich nach Frauennamen benannt. Gleichzeitig sind Actionelemente, Krimielemente oder auch komödiantische Elemente zu finden. Es ist teilweise grotesk, teilweise erotisch und es ähnelt auch einem modernen Bildungsroman. Es lässt sich nicht einordnen. Das ist die Intention des Erzählers und wohl auch des Autors.

Trotzdem nur vier Punkte, da mich genau diese Actionelemente zum Ende gestört haben. Sie passen auf der einen Seite zur Geschichte, auf der anderen auch nicht. Für mich wirkten sie deplaziert, fast schon so, als würde das Buch zu einem einfachen Thriller verkommen. Schade. Dennoch ein großes Lesevergnügen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein ganz dünnes Brett wird hier gebohrt:, 30. August 2014
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Broschiert)
Der Plot ist öde. Eine moderne Hiob Geschichte: reiche Leute wollen die Kultur anheben und suchen dafür talentierte Kinder, die sie auf einer speziellen Schule zu Schriftstellern ausbilden. Da nur unglückliche Menschen große Kunst schaffen, wird Vincent, der Hauptfigur, ein Manager (Harlan, der Ich-Erzähler in diesem Roman) an die Seite gestellt. Statt Vincent zu helfen, kümmert sich Harlan aber darum, dass er unglücklich ist. Er vergiftet seinen Hund, sorgt dafür, dass er keine Freundin bekommt, redet ihm ein, dass er TBC hat usw. usf. Irgendwann kommts raus. Keine der in diesem Buch auftauchenden Figuren ist auch nur ansatzweise glaubwürdig - jede wandelt als ein hundertprozentiges Klischee durch die 432 Seiten. Hinzu kommen stilistische Fehler, wie z.B.: "...alerdings waren die grauen Haare jetzt so zahlreich, dass sie einen Pyrrhussieg über die schwarzen zu erringen drohten" Ein Pyrrhussieg ist ein mit eigenen Verlusten so teuer erkaufter Sieg, dass er einer Niederlage gleichkommt - was hat das mit dem Überhandnehmen der grauen Haare zu tun?! Langweilig die Redundanzen: So geht Harlan einmal durch alle Radioprogramme um zu demonstrierten, wie schlecht das Radio ist - 80 Seiten später passiert es mit dem Fernsehen noch einmal. Ich rate ab!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leiden für die Kunst, 22. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Broschiert)
Harlan ist Manager des hochbegabten Vincent und soll dafür sorgen, dass dieser unglücklich bleibt, da man so bessere Kunst hervorbringt. Das tut er, in dem er z.B. Vincents Hund umbringt oder jede Beziehung zu Mädchen im Keime erstickt. Das könnte eine ziemlich düstere Geschichte sein. Aber Goebel erzählt zum Glück eher locker, sodass die ganze Sache nicht gar so ernst daherkommt. Dahinter guckt die leicht arrogante Ansicht des Autors hervor, dass Film und Musik nur aus Mist besteht und die Leute sich nur für Mist interessieren, und dass man gute Sachen den Leuten unterjubeln muss. Witzig: jede Figur wird mit Lieblingsband/Lieblingsfernsehserie/Lieblingsfilm charakterisiert.
Die Grundidee ist nicht uninteressant, das Buch auch ganz unterhaltsam, wenn auch sicher keine grosse Literatur, manchmal sogar eher holprig geschrieben, was vielleicht auch an der Übersetzung liegen kann.
"Freaks" hat mich deutlich mehr überzeugt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Manchmal zu vordergründig, aber sehr gut lesbar, 12. Juni 2006
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Gebundene Ausgabe)
Beispiele für Künstler, die den Höhepunkt ihrer Schaffenszeit erreichten, als ihr Privatleben darniederlag, die große Liebe hinfort war, Geld, Freunde und Vergnügen fehlten, gibt es zuhauf. Den Gedanken, erst Leiden würde wahre Kreativität schaffen, denkt der alternde Medienzar Foster Lipowitz konsequent zuende.

Zeitlebens hat er Schrott unter die Leute gebracht, billige Fernsehserien, effektheischende und handlungsfreie Actionfilme, armselige und inhaltsleere Popmusik. Das hat ihn zwar zum Inhaber der weltweit erfolgreichsten Mediengruppe „IUI/Terner“ gemacht, aber als es dem Ende entgegengeht, scheint Lipowitz das schlechte Gewissen zu plagen. Er sagt dem Mainstream, den er selbst fundamentiert hat, den Kampf an, und gründet die geheim arbeitende Künstlerakademie „New Renaissance“. Deren Aufgabe soll sein, junge Talente aufzuspüren, möglichst dem Elternhaus zu entreißen, und ihnen „Manager“ zur Seite zu stellen, die – ohne Wissen der Delinquenten – fortwährend dafür Sorge zu tragen haben, daß der Künstler unglücklich bleibt. So ein Künstler ist Vincent Spinetti, sein „Manager“ wird der erfolglose Rockmusiker Harlan Eiffler, der Ich-Erzähler dieses Buches, auf den „New Renaissance“ aufmerksam wurde, weil er sich als Musikjournalist über die blasse und sich selbst nachahmende Popmusik echauffiert hat.

Vincent hat alle Voraussetzungen – er ist talentiert, seine Mutter ist eine Hure, seine Geschwister sind kränklich, sein Dasein ist eine Katastrophe. Der nicht immer sanfte Druck, den Eiffler im Verborgenen ausübt, spornt Vincent zu Höchstleistungen an, und so dauert es nicht lange, bis Vincent Nummer-Eins-Hits landet, Plots für überaus erfolgreiche Fernsehserien entwickelt und vieles mehr. Der Junge wird zum jungen Mann, aber Liebe und Glück bleiben ihm versagt – der scheinbar gute Freund Harlan Eiffler gibt acht, ohne daß Vincent je ahnt, was die Ursache dafür ist, daß er in allen Bereichen scheitert, außer bei der Kunst.

Goebels Roman liest sich spannend, der Aufbau ist rasant, wenn auch die Perspektive nicht immer glücklich gewählt zu sein scheint. Die zuweilen sehr vordergründige Medienkritik, insbesondere, wenn Harlan Eiffler vor Produzenten ausschweifende Vorträge über die Blässe des Mainstreams und die Verdummung der Branche hält, scheint überflüssig, wirkt gelegentlich sogar etwas unglaubwürdig, wenn die staunenden Medienmacher beifällig nicken, zu Ausführungen, die nicht weniger als die Fundamente des Popbusiness’ beschreiben. Nichtsdestotrotz enthält die Geschichte im Kern zwei wesentliche Wahrheiten: Unsere Popkultur besteht zu mehr als neunzig Prozent aus Mist, und Künstler, die sich auf Millionen-Dollar-Yachten in der Sonne aalen, werden niemals Werke schaffen, die Herzen zu berühren in der Lage sind.

Leider, und das schmälert den ansonsten guten Eindruck ein wenig, gelingt Goebel die Figurenzeichnung weit weniger gut als der medienkritische Diskurs. Insbesondere Harlan Eiffler, der Ich-Erzähler, wirkt diffus und, was seine Motivation anbetrifft, fahrig. Und die Figur Vincent pendelt zwischen alles durchdringender Weisheit und hanebüchener Naivität. Das etwas verfahrene Ende des Buches verschenkt zudem viel Potential.

Trotz alledem ist „Vincent“ (OT: „Torture the Artist“) ein sehr lesbares, dichtes Buch, das von seiner Medienkritik lebt, die den Leser ständig zum beifälligen Nicken zwingt, und von vielen sehr schönen, manchmal ergreifenden Momenten.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die Leiden des jungen Künstlers, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Vincent (Gebundene Ausgabe)
Vincent heißt das hochbegabte Kind, welches in Joey Goebels gleichnamigen Roman ausgesucht wird, die Welt vor dem kulturellen Untergang zu bewahren. Dafür wird das Genie auf ein eigens dafür errichtetes Begabtenkollege geschickt, für das sich ein alternder, frustrierter Medientycoon namens Foster Lipowitz verantwortlich zeichnet, der zeit seines Lebens die Welt mit anspruchsloser, billiger Unterhaltung verseuchte. Sein schlechtes Gewissen brachte ihn auf ein, milde ausgedrückt, moralisch-verwerfliches Förderungs-Konzept seiner ausgesuchten Künstler in spe: fundierend auf der These „maximale Kreativität durch maximales Leiden“ engagiert Lipowitz sog. „Manager“ für jeden seiner Künstler, welche die Aufgabe haben, den virtuosen Genies das Leben schwer zu machen, um so aus ihnen die größtmögliche Kunst herauszuquetschen. Sein Konzept scheint aufzugehen: Harlan Eiffler, Vincents „Manager“, sorgt mithilfe aller erdenklichen Mittel für die nötigen Schicksalsschläge im Leben des begabtesten Schülers von Lipowitz’ Kollege, dafür gelingen Vincent auch die anspruchsvollsten Songtexte, Drehbücher und Serienkonzepte. Doch wie lange kann das gut gehen?

Dem Schriftsteller Joey Goebel gelingt mit „Vincent“ ein herausragend-innovativer Roman, der gekonnt zwischen furchtbar traurigen und überraschend-witzigen Passagen hin und her springt. Hervorzuheben ist ebenfalls das überraschende Ende, welches sowohl bezüglich des Stils als auch des Inhalts einem Bruch gleichkommt. Und gerade diese Tatsache machte das Beiseitelegen des Romans gegen Ende für mich so schwierig. Denn der in Kentucky aufgewachsene Amerikaner trifft (und hält über 432 Seiten) einen angenehm unkomplizierten Ton, der auf weitere literarische Höhepunkte wie diesen hoffen lässt. Man könnte fast meinen, Vincent selbst habe den Roman verfasst…

Großartig!
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Vincent
Vincent von Joey Goebel (Broschiert - April 2007)
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