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4,6 von 5 Sternen
Loriots kleiner Opernführer
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69 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Oktober 2007
Der Opernliebhaber und bekennende Wagnerianer Loriot schreibt einen Opernführer, in dem er ausgewählte Opern nach Komponisten sortiert vorstellt -- das kann ja heiter werden. Und das wird es auch, und wie!
Seine meist kurzgefassten Inhaltsangaben sollte man, wenn man nicht durch heftige Heiterkeitsausbrüche auffallen will, besser im stillen Kämmerlein lesen, denn selten findet man derartig Witzig-Gescheites. Loriot kombiniert nämlich Inhaltsangabe mit en passant verpasster Kritik und führt einem so ganz nebenbei vor Augen, dass das Schöne an einer Oper nicht unbedingt der logische, differenzierte Plot sein muss. Allerdings führt er am Beispiel von Bernsteins "Candide" ausführlich und mit gediegener Bosheit vor, dass ein klein wenig Logik nicht schaden kann -- 17 Seiten prall gefüllt mit Seitenhieben, die sich hinterhältig durch eine konfuse Handlung wühlen und nicht an herrlich boshaften Kommentaren sparen. Auch wenn Loriot seine Vorlieben erkennen lässt -- sicher ist nichts vor ihm, und die Lektüre seines gelungenen Versuchs, das Chaos in Wagners "Ring" ein wenig zu ordnen, empfiehlt sich auch für Wagnerhasser (und außerdem blickt man endlich mal durch, worum's bei dem Ganzen eigentlich geht...).

Meist fasst er sich aber kürzer und bleibt dennoch hochkompetent. Sätze wie die folgenden liest man ständig; Wagners "Kleiner Opernführer" ist eben ein wunderbares Trommelfeuer aufs Zwerchfell: "Übrigens wird [Rusalka] in der Originalsprache gesungen, aber soviel Tschechisch werden Sie ja wohl noch können", "Eine Oper, die sich mit der Französischen Revolution beschäftigt, hat ein Problem: die Enthauptung des Titelhelden. Denn auch für Sänger ist der Kopf ein wichtiger Körperteil, ohne den die Stimme sich nur mangelhaft entfaltet", "Von Goethe[...] gibt es die ganze Affaire in einer weitschweifigen, seltener gespielten Bearbeitung ohne Musik", "Es spräche dafür, Nahostkonflikte auch heute durch das Absingen von Arien auszutragen" (Die Entführung aus dem Serail), "In dem dreistündigen Eifersuchtsdrama [Figaros Hochzeit] wird ... mehr gesungen, als es bei ehelichen Auseinandersetzungen üblich ist", "Wie erwartet, äußert Madame Lescaut ihren Unmut durch eine Arie", "Es gibt keine Oper, in der ergreifender gefroren, geliebt und gehustet wird" (La Bohème), "Nie wurde ein familiäres Desaster schöner in Noten gesetzt" (Gianni Schicci)... und so weiter.
Jede Vorstellung, die meisten passen auf eine Seite, warten mit pointiertem Witz auf, und trotz akribischen Suchens konnte ich nur einen einzigen Witz finden, der ein wenig abgestanden ist. Stattdessen kombiniert Loriot schon mal, bei "Nabucco" nämlich, Inhaltsangabe mit der Satire auf allgegenwärtige politische Korrektheit und beweist damit, wie himmelschreiend dämlich letztere ist. Ähnlich gebaut und doch wieder ganz anders kommentiert Loriot Verdis "Othello".
Ich könnte jetzt aus jedem, wirklich jedem Opern-Kommentar zitieren und hätte trotz der Kürze der meisten Kommentare die Qual der Wahl.
Also nur noch schnell meine Lieblingsgemeinheit: die "Meistersänger" à la Loriot: "Wir stoßen auf einen mittelalterlichen Handwerkerverein, der nach Feierabend selbstkomponiertes Liedgut pflegt. Ein schrecklicher Gedanke." So isses.

Abgerundet wird die feine Mischung durch Opernbezogenes aus Loriots Gesamtwerk -- beispielsweise ist das legendäre Chaos "An der Opernkasse" schon zu lesen ein Genuss, auch wenn der Sketch inszeniert natürlich noch schöner ist, und das gilt auch für das "Bayreuther Pausengespräch" neureicher Ignoranten.
Ein Loriot-Interview über seine Beziehung zur Oper schließt den gelungenen Überblick über bekannte und weniger bekannte Opern würdig ab.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Juli 2008
Loriot (kennen den eigentlich die jungen Leute überhaupt noch) hat einen wunderschönen Opernführer verfasst. Warum wunderschön? Weil es ihm gelingt, Inhalte von Opern z.T. auf zwei Sätze zu komprimieren. Und damit aber die Essenz offen zu legen.
Sehr gelungen.
Was man von Loriot nicht so richtig weiß, ist dass er selbst auch schon eine Oper als Regisseur inszeniert hat (Martha in Stuttgart).
Loriot ist ein wahrer Kenner des Metiers Oper. Diese Kennerschaft und aber auch die Liebe zur Oper merkt man in fast jeder Zeile seiner Besprechungen.

Im Buch kommen neben den Opernbeschreibungen auch ein paar Sketche vor und es wird ein sehr schönes und absolut lesenswertes Interview mit ihm abgedruckt.

Loriots kleiner Opernführer darf in der Bücherei eines Opernfans, -geher nicht fehlen. Und zur Vorbereitung auf einen Opernbesucht gehört eigentlich immer der Blick in Loriots Führer. (Ok - er hat nicht alle beschrieben - aber viele).

5 Sterne. Loriot macht richtig Lust auf Oper. Und Loriot weckt auch Verständnis dafür, dass Oper auch heute noch SUBVENTIONIERT stattfindet. Ja geradezu stattfinden muss.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Oktober 2007
Der Opernliebhaber und bekennende Wagnerianer Loriot schreibt einen Opernführer, in dem er ausgewählte Opern nach Komponisten sortiert vorstellt -- das kann ja heiter werden. Und das wird es auch, und wie!
Seine meist kurzgefassten Inhaltsangaben sollte man, wenn man nicht durch heftige Heiterkeitsausbrüche auffallen will, besser im stillen Kämmerlein lesen, denn selten findet man derartig Witzig-Gescheites. Loriot kombiniert nämlich Inhaltsangabe mit en passant verpasster Kritik und führt einem so ganz nebenbei vor Augen, dass das Schöne an einer Oper nicht unbedingt der logische, differenzierte Plot sein muss. Allerdings führt er am Beispiel von Bernsteins "Candide" ausführlich und mit gediegener Bosheit vor, dass ein klein wenig Logik nicht schaden kann -- 17 Seiten prall gefüllt mit Seitenhieben, die sich hinterhältig durch eine konfuse Handlung wühlen und nicht an herrlich boshaften Kommentaren sparen. Auch wenn Loriot seine Vorlieben erkennen lässt -- sicher ist nichts vor ihm, und die Lektüre seines gelungenen Versuchs, das Chaos in Wagners "Ring" ein wenig zu ordnen, empfiehlt sich auch für Wagnerhasser (und außerdem blickt man endlich mal durch, worum's bei dem Ganzen eigentlich geht...).

Meist fasst er sich aber kürzer und bleibt dennoch hochkompetent. Sätze wie die folgenden liest man ständig; Wagners "Kleiner Opernführer" ist eben ein wunderbares Trommelfeuer aufs Zwerchfell: "Übrigens wird [Rusalka] in der Originalsprache gesungen, aber soviel Tschechisch werden Sie ja wohl noch können", "Eine Oper, die sich mit der Französischen Revolution beschäftigt, hat ein Problem: die Enthauptung des Titelhelden. Denn auch für Sänger ist der Kopf ein wichtiger Körperteil, ohne den die Stimme sich nur mangelhaft entfaltet", "Von Goethe[...] gibt es die ganze Affaire in einer weitschweifigen, seltener gespielten Bearbeitung ohne Musik", "Es spräche dafür, Nahostkonflikte auch heute durch das Absingen von Arien auszutragen" (Die Entführung aus dem Serail), "In dem dreistündigen Eifersuchtsdrama [Figaros Hochzeit] wird ... mehr gesungen, als es bei ehelichen Auseinandersetzungen üblich ist", "Wie erwartet, äußert Madame Lescaut ihren Unmut durch eine Arie", "Es gibt keine Oper, in der ergreifender gefroren, geliebt und gehustet wird" (La Bohème), "Nie wurde ein familiäres Desaster schöner in Noten gesetzt" (Gianni Schicci)... und so weiter.
Jede Vorstellung, die meisten passen auf eine Seite, warten mit pointiertem Witz auf, und trotz akribischen Suchens konnte ich nur einen einzigen Witz finden, der ein wenig abgestanden ist. Stattdessen kombiniert Loriot schon mal, bei "Nabucco" nämlich, Inhaltsangabe mit der Satire auf allgegenwärtige politische Korrektheit und beweist damit, wie himmelschreiend dämlich letztere ist. Ähnlich gebaut und doch wieder ganz anders kommentiert Loriot Verdis "Othello".
Ich könnte jetzt aus jedem, wirklich jedem Opern-Kommentar zitieren und hätte trotz der Kürze der meisten Kommentare die Qual der Wahl.
Also nur noch schnell meine Lieblingsgemeinheit: die "Meistersänger" à la Loriot: "Wir stoßen auf einen mittelalterlichen Handwerkerverein, der nach Feierabend selbstkomponiertes Liedgut pflegt. Ein schrecklicher Gedanke." So isses.

Abgerundet wird die feine Mischung durch Opernbezogenes aus Loriots Gesamtwerk -- beispielsweise ist das legendäre Chaos "An der Opernkasse" schon zu lesen ein Genuss, auch wenn der Sketch inszeniert natürlich noch schöner ist, und das gilt auch für das "Bayreuther Pausengespräch" neureicher Ignoranten.
Ein Loriot-Interview über seine Beziehung zur Oper schließt den gelungenen Überblick über bekannte und weniger bekannte Opern würdig ab.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2012
Man muß beide lieben und verstehen: Loriot mit seinem speziellen Humor und Wagner, der - eben WEGEN seiner Genialität! - genügend Stoff bietet für jedwede Betrachtungsweise. Loriot entkrampft das "Niederknieen" vor Wagner auf eine so wohltuende Art, daß man das kleine Büchlein immer wieder gern in die Hand nimmt - einfach, um mal wieder zu schmunzeln.
steinemusik
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. September 2007
Wer sagt denn, dass Opernfreunde keinen Spaß verstehen. Habe mir dieses Buch heute in der Bahnhofsbuchhandlung gekauft und mir auf der Zugfahrt das Lachen nur mühsam verkniffen. Schöner ist es noch, ihn dabei zu hören. Auf jeden Fall auch für Opernfreunde geeignet.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Februar 2014
War ein Geschenk an meinen Schatz, der Loriot liebt!! Aber..... ich habe mich im Vorfeld nicht genügend über dieses Büchlein informiert und im nachhin festgestellt, dass es sinnvoller ist, die ganzen Opern zu kennen. Denn erst dann versteht man das Büchlein und kann herzhafter lachen
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Juni 2009
Loriot hat einen Humor, der einmalig und geistreich ist! Dieses Buch bietet höchst vergnügliche Unterhaltung vom feinsten und ist zudem auch noch lehrreich! Bevor ich in die Oper gehe, informiere ich mich zuerst bei Loriot und danach noch woanders! Wer die Oper liebt, wird auch mit diesem überaus sensibel-witzigem Humor klarkommen! Ich habe das Buch beim Stöbern in einer Buchhandlung entdeckt und beim Schmökern den halben Laden zusammen gelacht! Einfach herrlich!
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18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Dezember 2003
In seinem kleinen Opernführer stellt Loriot in seiner bekannt pointierten Art die Handlungen von zahlreichen Opern vor. Ich habe Loriot selbst schon live beim "Ring an einem Abend" und "Candide" gesehen, und finde es super, dass es die Texte nun zum Nachlesen gibt. Es macht immer wieder Spaß Loriot's Gedankengängen zu folgen ;-))
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am 11. Februar 2015
wer die Werke Loriot's kannte, wird nicht enttäuscht von diesem Büchlein, für den Opernlaien ausreichende Bekanntmachung mit der Materie, wer mehr braucht oder will, muss halt zu Reclam oder Knaur greifen, zahlt dann halt aber auch einen hohen Preis.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. November 2007
Loriot gilt als der Vater des deutschen Humors, aus dessen Feder viele Klassiker unter den Sketchen stammen. Man denke nur an Geschichten wie "Das Ei ist hart" oder "Zwei Herren im Bad".
Wie gewohnt liefert Loriot hier Humor mit einem anspruchsvollen Niveau, der Wissen über die Opernwelt transportiert. Wie schon bei seiner Erläuterungen zu "Der Ring des Nibelungen" von Wagner (mit dem er übrings Verwandt ist) beweist Loriot sein umfangreiches Wissen. Gerade die humorvolle Art der Weitergabe macht Laune beim Lesen und Lernen.
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