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Kundenrezensionen

21
3,6 von 5 Sternen
Böses Mädchen. Roman
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Oktober 2007
Blanche, eine schüchterne Einzelgängerin, beginnt bereits mit 16 (viel zu früh) ein Studium der Politikwissenschaften an der Brüsseler Universität. Ihre Umgebung nimmt keinerlei Notiz von ihr. Um so mehr überrascht es sie, dass die attraktive und beliebte Christa sich offenbar mit ihr anfreunden möchte. Doch bald schon erkennt sie die unlauteren Absichten des Mädchens. Innerhalb weniger Zeit hat diese Blanches Eltern so weit manipuliert, dass diese ihr anbieten, bei ihnen einzuziehen. Sie sind begeistert von ihr, während die in sozialen Kontakten völlig unerfahrene Blanche hin- und hergerissen ist zwischen der Abneigung gegenüber Christa und großen Selbstzweifeln.
Der Autorin gelingt es gut, das Innenleben der Ich-Erzählerin Blanche und das manipulative Verhalten der ohne Zweifel psychopathischen Christa zu schildern. So entsteht eine prägnante Charakterstudie der beiden so unterschiedlichen Mädchen.
Allerdings ist die spannende Lektüre bereits nach knapp drei Stunden vorbei, denn das Buch ist doch arg dünn geraten. Ein wirklicher Spannungsbogen entsteht so nicht. Bereits durch den Titel wird der Charakter Christas enthüllt. Ebenso rasch haben ihre Manipulationen Erfolg. Auch am Ende geht alles ziemlich schnell. Manche inneren Monologe der 16-jährigen Blanche wirken doch arg pathetisch, die Naivität ihrer Eltern doch z.T. überzeichnet. Dennoch ist ein interessantes und gut lesbares kleines Buch entstanden.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 8. April 2008
Amélie Nothombs Roman "Mit Staunen und Zittern" hat mir schon sehr gut gefallen, aber auch dieser hier hat etwas: er lässt einem eine kalte Gänsehaut über den Rücken laufen. Studentin Blanche ist 16 Jahre alt, sehr zurückhaltend und mit ihrem Körper völlig uneins. Die Kommilitonin Christa nistet sich bei ihr ein und bestimmt immer mehr Blanches Leben. Wie das von statten geht, ist schon erstaunlich: sie suggeriert Blanches Eltern, dass sie Christa dankbar sein müssten, ist hinterlistig und intrigant. Blanche wehrt sich nicht, nimmt aber wahr, dass Christa immer mehr zur eigentlichen Tochter ihrer Eltern wird.

In den Augen von Blanches Eltern ist Christa eine Heilige, weil sie es versteht, Blanche auf alle nur erdenklichen Arten schlecht zu machen. Dies tut sie auf sehr frevlerische und perfide Weise. Die Eltern sind begeistert, dass die attraktive und lebenslustige Christa ihre Tochter zur Freundin gewählt hat und merken nicht, was gespielt wird. Doch "Antichrista", wie Blanche sie insgeheim nennt, verachtet im Grunde ihre Wohltäter. Sie liebt niemanden, außer sich selbst. Sie dichtet Hymnen auf sich selbst.

"Böses Mädchen" liest sich sehr schnell und hinterlässt einen schalen Nachgeschmack: so, als ob man dem Bösen in dieser Welt nicht widersagen kann, so, als ob es von einem Besitz ergreifen könnte, wenn man nicht Gegenmaßnahmen ergreift ...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 27. August 2009
... von allen, die ich bisher gelesen habe!

Ich finde ihre Bücher grundsätzlich gelungen, aber dieses ganz besonders. Es fesselt von den ersten Seiten an und ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Man leidet mit der schüchternen, wenig selbstbewussten Studentin Blanche mit, die glaubt, zum ersten Mal in ihrem Leben eine Freundin (Christa) gefunden zu haben. Christa allerdings stellt sich schon bald als hinterlistiges Biest heraus, die Blanches Leben fortan tyrannisiert.

Ich fühlte mich mitten in die Geschichte versetzt, auch wenn ich persönlich mir nie gefallen lassen würde, was die arme Blanche mit sich machen lässt. Richtig wütend wurde ich auf diese "Anti-Christa", wie Blanche sie treffend nennt. Immer entsetzter verfolgte ich diese Geschichte und fragte mich ständig: "Was lässt sie sich als nächstes einfallen, um ihr Opfer zu peinigen?" So liest man weiter und weiter und lässt sich hineinziehen in diesen Sog aus Intrigen...

Nothomb erzählt durchaus glaubwürdig, sie zeichnet ihre Charaktere so fein, dass man jedem von ihnen ihre Reaktion auf Christa abkauft. Mich persönlich verwundert es nicht, dass Blanches Eltern auf Christa reinfallen, so wie deren Charaktere geschildert werden.

Nothombs Schreibstil gefällt mir sehr gut. Sie schreibt bissig und flott mit einer Prise Sarkasmus und immer sehr klug.
Allerdings muss ich meinen Vorrezensenten zustimmen: das Buch ist etwas kurz geraten, es könnte locker 100 Seiten länger sein und würde dadurch vermutlich auch nicht an Spannung verlieren.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Oktober 2009
Amelie Nothomb beherrscht ihr Metier. Sie schreibt wundervolle Romane in einer klaren und ausdrucksstarken Sprache und verdient dafür Bewunderung. Mit "Böses Mädchen" hat sie ihr Talent allerdings für eine Geschichte vergeudet, bei der ich mich frage, warum sie sie geschrieben hat. Welche Erkenntnis sollte man aus ihr ziehen? Natürlich ist Christa böse. Man liest und liest, ärgert sich maßlos über Christas Schlechtigkeit und fragt sich, was wohl noch passiert, welche Wendung die Autorin der Geschichte gibt, was der Grund für Christas Verhalten ist, was ihr Leben geprägt hat, dass sie so wurde, wie sie ist.
Die Antworten bleiben aus.
Leider.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Juni 2009
Blanche, die graue Maus, kommt einer überaus geschickten Intrigantin auf die Schliche, Christa - die Antichrista.1 Christa beherrschte das ganze Leben von Blanche. Zunächst war sie noch begeistert eine neue Freundin gefunden zu haben, doch nach einer Zeit wurde ihr bewusst, dass Christa sie bloß ausnutzt.
Auch in der Realität gibt es solche Zweckfreundschaften. Spielt jemand besonders gut Tennis und besitzt dadurch eine gewisse Berühmtheit, kann es schon oft passieren, dass es zu solchen Freundschaften kommt. Sie wollen dadurch nur das Beste. Selbst berühmt werden und vielleicht sogar Geld. Christa hingegen spielte Blanche komplett aus. Selbst ihre Mutter hat Christa gegen sie gebracht. Ich finde das Thema einer Zweckfreundschaft für gut gewählt. Gerade in der Jugendzeit ist es wichtig einen guten Freund zu haben. Ab einem gewissen Alter löst man sich von den Eltern und die Freunde sind oft dazu da um Probleme zu lösen. Christa hatte aber zunächst das Gefühl, dass Blanche ihre beste Freundin sein könnte. Doch nach einiger Zeit wurde Blanche immer gefühlsloser. Sie ärgerte Christa die ganze Zeit, erzählt ihr Lügen und richtet sie auch die ganze Zeit aus. Dass Christa oft Blanche ihre Lügen eintrichterte, ist für mich ganz simpel ein Beweis von Hilflosigkeit. Wahrscheinlich hatte sie nicht einmal selber Freunde, die ihr wichtig sind. Auch erzählte sie über ihren makellosen Freund, der sich wenig später als eher dick herausstellte. Menschen werden schwach, wenn sie erkennen, dass ihr Leben nicht fehlerfrei ist. Sie wollen es oft nicht wahr haben und erzählen deswegen Lügen um dadurch die Situation zu verbessern.
Der Roman von Amelie Nothomb war einfach zu lesen und natürlich auch spannend. Man möchte am liebsten alles auf einmal wissen. Nothomb schrieb ebenfalls in einfache Sprache. Leider ist die ganze Geschichte eher kurz ausgefallen und das Lesevergnügen dadurch eher kurz. Nach dem Ende des Romans war ich zunächst enttäuscht über den Ausgang und ich habe mir ehrlich gesagt etwas mehr vorgestellt. Schließlich muss ich sagen, dass der Roman absolut weiterzuempfehlen ist und man sollte auch zu weiteren Werken der Amelie Nothomb greifen
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am 23. Januar 2012
Ich habe mir das Buch gekauft, um die französische Ausgabe besser verstehen zu können. In dieser Hinsicht ist natürlich dieses Buch eine hilfreiche Investition. Jedoch ist anzumerken, dass an einigen Stellen etwas freier übersetzt wurde, somit lassen sich nicht einzelne Wörter nachschlagen.
Der Sinn des Textes wurde bei der Übersetzung natürlich nicht verändert. Somit bietet dieses Buch für mich eine große Hilfe zum Verständnis des französischen Textes.
Ich kann es jedem Abiturient, der 2012 in Französisch ABI schreibt, raten, sich die deutsche Lektüre anzuschaffen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
VINE-PRODUKTTESTERam 4. Juni 2009
"Böses Mädchen" war mein erster - aber sicher nicht mein letzter - Roman von Amélie Nothomb.
Ich finde ihren Schreibstil wirklich sehr schön und nicht wirklich flapsig. Auch ihre Formulierungen, die sie benutzte fand ich sehr passend und gelungen.
In Blanche konnte ich mich durch die Erzählung aus der Ich - Perspektive gut hineinversetzen und ich habe auch immer sehr mit ihr gelitten, wenn es um Christa und ihr Verhalten ging. Die Naivität und das Verhalten von Blanches Eltern waren aber mit der Zeit unerträglich!
Dennoch finde ich die Erzählung und den Verlauf der Geschichte sehr gelungen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. September 2006
punkte abzug, weil ich mir von dem buch mehr versprochen hatte. ich hatte es innerhalb eines tages gelesen. die geschichte blieb mir im ganzen zu oberflächlich. es wurde für mich nicht genug auf die personen, die in der geschichte vorkommen eingegangen. es geht tatsächlich eigentlich nur darum, wie christa sich in das leben von blanche einzeckt und ihr daraus ihre private hölle macht. es ist einfach zu schnell zu ende gelesen, als das man paralellen zu sich selber entdecken könnte oder um überhaupt sympathie für die protagonistin zu entwickeln.

sehr passend ist die rezesion auf der rückseite des buches von margarete von schwarzkopf: ~amélie nothombs lektion über lügen, machtspiele und kleine bosheiten ist dicht und amüsant geschrieben, ein viel zu kurzes lesevergnügen.~
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Dezember 2006
Böses Mädchen, gute Geschichte.

Das Spannungsfeld dieser Erzählung liegt im stillen Kampf, den die Protagonistin gegen das vermeintlich böse Mädchen zu führen gezwungen ist. Ein Kampf, der in ihrem Inneren wütet und sie zur Außenwelt hin doch hilflos werden lässt. Nothomb schreibt stets knapp und bringt episodisch gezielt - den Nagel auf den Kopf, das (böse) Kind beim Schopfe - nachhaltige Motive in die Welt des Lesers und -das ist das Faszinierende- darüber hinaus. Haben wir uns nicht alle schon mehr als einmal ungerecht behandelt gefühlt, ja gefühlt, dass uns die Hände gebunden sind, dass wir, egal, was wir auch tun oder tun würden, die Verlierer sind? Auch in diesem Buch gelingt es Nothomb, den Leser durch den Protagonisten hindurch fühlen zu lassen und meines Erachtens nach ist dies gerade wegen der Kürze der Erzählung möglich.

Am großen Applaus scheitert es jedoch, da der Schluss zu mild ausfällt, zufällig real und doch zufällig unreal, verwischt. Vielleicht glaubt auch Nothomb, dass die Gerechtigkeit ihren Lauf nimmt, aber können wir das als Kinder denn abschätzen?
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8 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Am ersten Tag sah ich sie lächeln. Ich wollte sie unbedingt kennenlernen."

Blanche ist sechzehn und ihre Vorzüge sind nicht offensichtlich. Einst wird sie ihr Leben vermutlich ganz gut in den Griff bekommen. Aber bis dahin muss sie sich mit den Demütigungen der Pubertät herumschlagen. Graue Maus, Mauerblümchen, uncool. Jede Zeit hat ihr eigenes verbales Messer für diejenigen, deren - oft komplexe, dafür aber vielleicht interessante - Persönlichkeit sich erst noch entwickeln muss. In der Reifezeit zählen aber eher Äußerlichkeiten: Aussehen, Klamotten, das Ohr am Puls der Zeit haben, Schnickschnack, cool sein. So sein wie Christa, die sich Blanche als Freundin wählt, damit sie noch besser strahlen kann. Hier wird die Geschichte einer ungleichen Freundschaft, die eigentlich nie eine ist, erzählt. "Freundschaften", die besonders in der Teenagerzeit häufig vorkommen und nicht von Dauer sind.

Ein Stoff für gute Stories. "Böses Mädchen" ist keine davon. Die Geschichte erinnert an Einschlafphantasien eines jungen Mädchens, dessen Innen- und Außenleben gerade nicht synchron läuft. Ein Mädchen, das einen harten Tag hinter sich hat. Ungerecht ist diese Welt. Kalt und gehässig. Aber eines Tages wird man es allen zeigen. Den Eltern, die nicht wissen, was für eine tolle Tochter sie haben. Den Lehrern, die das schlummernde Potential nicht erkennen und den Jungs, die grundsätzlich nichts kapieren. Eines Tages wird die Gerechtigkeit siegen und man wird wie Phönix aus der Asche steigen...

Dieses Buch ist übereifrig überkonstruiert. Die Personen, alle ohne Schattierungen schwarz-weiß gezeichnet, bleiben zweidimensional und werden vor dem geistigen Auge nicht wirklich lebendig. Interessante Ansätze verlieren sich im Nichts. Spannend erscheinende Situationen werden nicht weitergesponnen. Das Ende bleibt vage, gerade so, als würden dem phantasierenden Mädchen langsam die Augen zufallen. Ein unreifes, teilweise pathetisches Buch über überdrehte, unreife Mädchen.
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