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am 16. Dezember 2002
WOHER KOMMEN DIESE UNTERTITEL???
Nirgendwo in Senilità tauchen «Der Altkluge» oder gar «Die Senilität des E.B.» (!) auf. Emilio ist ein Mann in den besten Jahren; von Senilität keine Spur!
Der Titel (Senilità) kommt in dem Buch nur ein einziges Mal vor, und da bloß marginal auf den Protagonisten bezogen - dessen etwaiges Älterwerden für den Roman unwesentlich ist - , sondern in der Verbindung «der senile Verstand (la mente senile)»*. «Senilità» - das ist die Greisenhaftigkeit des unablässig reflektierenden Verstandes, der sich im Reflektieren ständig seinem Objekt gegenüberstellt und damit den lebendig-aktiven, gestaltungsfähigen Bezug zu ihm verliert. Emilio, der Protagonist des Romans, verstrickt sich das ganze Buch hindurch in innere Monologe, in denen er seine und die Psyche anderer Romangestalten analysiert, seine Beziehungen zu diesen & v.v. Durch dieses Analysieren tritt der für den Roman typische innere Stillstand ein, die psychologische Lähmung Emilios, aus der er nur durch ungezügelt affekthafte Avancen gegenüber seiner Angebeteten auszubrechen vermag - um stets wieder in sein altes Fahrwasser zurückzugleiten. Emilio kommt zwar irgendwann doch von Angiolina los - wohlgemerkt nicht durch eigenes Zutun!, ist aber am Ende menschlich in keiner Weise gereift.
«Senilità» ist in diesem Sinn das Gegenteil eines Entwicklungsromans. Dieses Auf-der-Stelle-Treten ist streckenweise für den Leser schwer erträglich, aber Svevos psychologische und stilistische Meisterschaft bewegt doch immer wieder zum Weiterlesen.
Damit, dass ein Mann älter wird, hat das Buch jedenfalls nur ganz am Rande zu tun. Und - wie in der obigen Rezension - davon zu sprechen, dass E.B. irgendeine Reife erlange, ist gänzlich abwegig. Bis ein paar Seiten vor dem Schluss kommt er seelische nicht von Angiolina los, und würde nicht räumliche Distanz sie trennen, wäre ginge seine emotionale Abhängigkeit wohl genauso unverbesserlich weiter wie die 400 Seiten zuvor.
Nicht der «Held» des Romans kränkelt an seiner «senilità»; die Greisenhaftigkeit des Intellekts ist vielmehr kompositorisches und methodisches Grundprinzip des gesamten Buches: Es *spricht* nicht *über* die «mente senile»; der ganze Roman IST DEREN PRODUKT. Diese absolute Einheit von Stoff und Methode (Form) macht die Genialität von Senilità aus.
*) «Oh, la gioventù era ritornata. Correva le sue vene prepotente come mai prima, e annullava qualunque risoluzione la mente senile avesse fatta.»
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In der neuen Übersetzung von Barbara Kleiner liegt nun das Buch wieder vor und es ist ein Genuß, in ihm zu lesen und zu staunen über die einfachen Sätze, - was sage ich -, über die Genauigkeit der Wortführung der einzelnen Personen miteinander und zueinander und auseinander.
Senilita bedeutet Vergreisung, und die kann ja bekanntlich schon früh einsetzen, somit ist dieses Buch, das uns tiefe Eindrücke in die Befindlichkeit der Menschen hinterläßt, eine Warnung auch, insbesondere für eine Jugend, die sich in die Einsamkeit zurückziehen möchte, da sie in den Möglichkeiten des Internetzeitalters sich dies zu erlauben glaubt.
Da kommt man auf andere Gedanken, wenn man/frau die Bezüglichkeiten des einzelnen Menschen, wie schon erwähnt, vorgesetzt bekommt von einem, der seine jugendliche Erziehung in Unterfranken in einer elitären Schule erhielt und sich dessen dankbar bewußt war ein Leben lang.
Und nun dieses Buch, das über das Leben berichtet, als wäre es ein fließendes Etwas, ein Fluß also, dem man sich anvertrauen kann, in dem man seine Richtung beim Schwimmen findet oder eben nicht, sich nur treiben läßt.
Die Dekadenz des 19. und 20. Jahrhunderts, nicht nur von Nietzsche beschrieben, die wirkt nämlich, so scheint es, auch heute noch tüchtig nach.
So ist es kein Wunder, daß dieses Buch seine Bedeutung behält, ja es wird sich sicherlich zu einem äußerst wichtigen Werk entwickeln, was das Verstehen der Mitmenschlichkeit in allen Facetten betrifft, da bin ich mir ziemlich sicher.
Das Thema ist und bleibt: das Verhältnis von Mann zu Frau, von Leben zu Tod, von Traumgedanken zu realen Bedingungen, von Meer zu Land, von Sommer zu Winter, vom befruchtenden Wechsel sozusagen. Da steht Langweile gleichberechtigt neben Kurzweile und das Ziel aller Bemühungen lautet etwa: mach etwas draus aus dem, was dir von Natur, Erziehung und von Menschen angeboten wird!
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am 9. Juli 2013
Die italienischen Literaturkritiker verhöhnten Svevos Werke, Joyce liebte sie.

Dieser Roman, der, obwohl - oder gerade weil - er überhaupt nicht modern daherkommen will, ist ein Meisterwerk. Er trägt den Leser allein durch seine psychologische Tiefenintrospektion durch diese ganze Geschichte, die eigentlich eine elende ist: ein armer Mann, der an der unerwiderten Liebe zu einer femme fatale zugrunde geht.

Ich kenne wenige Schriftsteller, die aus diesem Thema so viel herausgeholt haben wie Svevo.

Fünf Sterne ohne Zweifel.
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am 31. Oktober 2014
Hier wird recht anschaulich ein Beispiel für die möglichen Irrungen und Wirrungen im Alltagsleben eines unverheirateten Mittdreißigers gegeben. Die teilweise etwas psychologische Betrachtungsweise (wie etwa bei Dostojewski) und der hie und da moralisierend erhobene Zeigefinger sind vielleicht typisch für die Entstehungszeit (1898). Die Übersetzung selbst lässt einen großen Wortschatz der Übersetzerin (Barbara Kleiner) erahnen, was die optisch ansprechende Aufmachung der kleinformatigen gebundenen Ausgabe rechtfertigt. Auch wenn der Autor sicher nicht die Absicht hatte, eine Komödie zu schreiben, konnte ich mich da und dort eines Schmunzelns über die Lächerlichkeit des Alltagslebens nicht enthalten.
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