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Kundenrezensionen

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am 26. Dezember 2008
"Kosmetik des Bösen" ist nun das siebte Buch, dass ich von Amélie Nothomb gelesen habe und wie auch bei fast allen anderen Büchern von ihr, fand ich mich nach der Lektüre noch ganz benommen, nägelkauend, aber durchaus bereichert auf dem Wohnzimmersessel wieder.
Es geht um den Geschäftsmann Jérôme Angust, der wegen einer Flugverzögerung gezwungen ist, auf dem Flughafen zu warten und um den aufdringlichen, aber kultiviert wirkenden Textor Texel, der nach und nach zu Angusts' dialogischem Gegenspieler avanciert.
Der 107-seitige Roman ist nahezu ausschließlich in Dialogform gehalten und behandelt Themen wie Liebe, Schuld und Moral auf einer mehr als eindimensionalen Ebene.
Das Buch ist auf einem zwar hohen, aber dennoch verständlichen Sprachniveau geschrieben, was ich persönlich sehr schätze. Zudem überrascht Amélie Nothomb mich immer wieder mit ihren teilweise haarsträubenden, aber fantastischen Wendungen und Richtungswechseln, auch in diesem Buch.
Einzig der in Nothombs Romanen oft auftauchende Satz:
Was man liebt, das tötet man.
geht mir langsam auf den Zeiger, aber das ist wohl Geschmackssache.
Gut geschrieben, interessante Themen und Theorien und eine fast kriminalromanangehauchte Rahmenhandlung, dazu ein wirklich nachdenklich stimmendes Ende-für Nothomb-Fans, aber auch für alle anderen, die eine gute und trotzdem nicht überintellektuelle Lektüre schätzen, sehr empfehlenswert!
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am 27. Mai 2007
Mit "Kosmetik des Bösen" hat Amélie Nothomb ein Buch hingelegt, das von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesselnd ist. Sprachlich interessant, psychologisch geschickt und vom inhaltlichen Aufbau ausgesprochen verblüffend. Ein sehr gutes Buch, bei dem man nicht schon nach wenigen Seiten das Ende erahnt. Eine Lektüre, die man wirklich erst dann zur Seite legen will, wenn man den letzten Satz gelesen hat.
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TOP 500 REZENSENTam 19. August 2014
"Kosmetik des Bösen" - eigentlich 'des Feindes', im Original "Cosmétique de l'ennemi" - ist ein kleines, rabenschwarzes und bitterböses Stück zeitgenössischer Prosa.

Spannend ist er allemal, dieser verbale Schlagabtausch zwischen dem scheinbar biederen Geschäftsmann Jerome August und dem scheinbar Verrückten Textor Texel, die sich im Wartebereich eines Flughafens begegnen. Und das vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, wenn wir zu ahnen beginnen, dass August gar nicht so bieder und Texel gar nicht so verrückt ist. Nothomb spielt mit unserer vorhersehbaren Erwartungshaltung und führt uns auf die falsche Fährte, bevor die wahren Zusammenhänge machtvoll und erschreckend an die Oberfläche drängen.

Diesen Spannungsbogen hat die Autorin perfekt gestaltet, allein dafür gebührt dem Roman höchste Anerkennung. Was hingegen nicht ganz so perfekt gelungen ist, ist die sprachliche Umsetzung. Der Text kommt mit sehr wenigen erzählerischen und beschreibenden Einschüben aus, er besteht fast nur aus Dialog. So erscheint er nahezu wie ein Drama oder ein Drehbuch, jedoch ohne umgebende Handlung, denn das ganze Geschehen ist in das Gespräch zwischen August und Texel gebettet. Das wirkt für die Form des Romans hölzern und etwas konstruiert, vor allem, wenn man das ganze Buch oder zumindest längere Passagen am Stück liest.

Im Gesamturteil ein kurzer, schnell zu lesender Roman, dessen Dramaturgie einige Überraschungen parat hält: kurzweilig und ansprechend. Nichts aber, was großen inneren Nachhall verursacht oder das Bedürfnis, dieses Buch nochmals zur Hand zu nehmen: wenn alle Geheimnisse gelüftet sind, ist auch der Reiz des Textes verflogen. Ein Roman zum einmaligen Genuss also. Als solcher aber auch durchaus sehr lesenswert.
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am 23. Juni 2012
Frei nach Freud liefert uns Amélie Nothomb einen weiteren herrlich düsteren Roman. Sie spielt mit ihrem Lieblingsmotiv, den menschlichen Abgründen und mischt noch einen guten Schuss Philosophie dazu. Frei nach Freud beschreibt die Autorin einen mentalen Konflikt, die Konversation mit dem "inneren Feind", unter der berühmten Phrase "Wo das "Ich" ist, ist das "Es" nicht weit."
Hingegen der Meinung meiner Vorrezensenten finde ich nicht, dass das Buch besonders "abgedreht" oder "durchgeknallt" ist, es beschreibt nur in einer sehr bildhaften Weise die dunkle und animalische Seite, die in jedem Menschen ruht. (beim einen tritt sie mehr, beim anderen weniger zu Tage)
Da hier schon Parallelen zu "Fight Club" gezogen wurden, würde ich gerne eine weitere cineastische Parallele aufführen: Mich erinnert der "ennemie intérieur" Textor Texel auch ein wenig an den Joker aus den Batman Comics und vor allem an den Film "The Dark Knight".

Zudem präsentiert uns die Autorin ihren Hang zur düsteren Romantik, indem sie immer wieder von dem Friedhof Montmartre als imaginären Handlungsort Gebrauch macht.

Ein rundum gelungenes Werk, eines ihrer Besten.
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am 20. September 2015
Stell dir vor, du sitzt am Flughafen. Dein Flieger verspätet sich, was an sich ärgerlich genug ist, aber gerade als du dich in deinem Buch vertiefen willst, setzt sich ein Fremder neben deinen Platz. Ohne zu fragen, spricht er dich an und hört gar nicht mehr auf zu reden. Du versuchst dich dem zu entziehen, stehst auf, wechselst den Platz. Doch er folgt dir. Sogar als du dich zwischen zwei fremde Menschen setzt, bleibt er an deiner Seite. Da du ihn so nicht abwimmeln kannst, gehst du zurück an deinen ursprünglichen Platz und versuchst es mit Ignoranz, doch die Stimme des Fremden dringt unaufhörlich an dein Ohr und dann fängt er an von Dingen zu reden, die umso ungeheuerlicher werden, je länger er redet.

So und nicht anders ergeht es Jérôme Angust. Eigentlich will er nur seine Ruhe, doch der Fremde, der sich ihm als Textor Texel vorstellt, was wiederum Angust ziemlich lächerlich findet, lässt ihm diese nicht.
Immer wieder versucht unser wartender Protagonist die Strategie zu wechseln, um dieser unangenehmen Situation zu entgehen. Amélie Nothomb wirft uns hier in eine Situation, die wohl jeder von uns schon in einer harmloseren Variante erlebt hat und die immer bedrängender wurde, je länger sie anhielt. Aber nicht allein das macht das Böse in diesem kurzen Essay aus. Denn hört man dem Fremden genau zu, wird schnell klar, dass er nicht nur ein abstoßender Zeitgenosse ist, sondern dass eine gewisse Taktik hinter dem steckt, was er sagt und tut.

Und so erwischt uns Nothomb auf kaltem Fuß, als die erste von insgesamt zwei Wendungen herannaht und übergießt uns dann am Ende mit einem Eimer voll eiskaltem Wasser.
Fast der ganze Text ergeht sich in Dialogen zwischen Textel und Angust. Sie reden nicht nur: sie streiten, ignorieren, widersprechen, sticheln, bohren, hassen sich. Und das alles in ein paar Seiten.
Selten konnte mich ein Buch inhaltlich und auch sprachlich so überraschen.
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am 18. Mai 2006
Als Jerome August unbedarft im Wartesaal eines Flughafens aufgrund einer Verspätung wartet, ist ihm nicht bewusst, was ihm bald widerfahren wird: er macht Bekanntschaft mit einem Psychopathen, der sich Jerome August als Textor Texel vorstellt und nicht mehr von ihm ablässt.

Nicht nur, dass der Unbekannte davon erzählt, wie er schon in frühester Kindheit Katzenfutter gegessen zu haben, nein, er geht soweit, dass er Jerome August in eine Vergewaltigung und einen Mord einweiht, die er begangen haben will.

Anfangs schenkt Jerome August dem Irren keinen Glauben, zu wahnsinnig kommt er ihm vor. Doch die plastischen und genauen Schilderungen machen ihn dennoch zum mehr oder weniger unfreiwilligen Zuhörer dieser Geschichten. Ist vielleicht doch etwas dran, oder spinnt sich Textor Texel nur seine Wahnwelt zusammen, mit der er andere Menschen quälen möchte?

Nicht nur das.

Schon bald merkt Jerome August, dass diese Begegnung kein Zufall ist und dass ihn mit seinem Gegenüber mehr verbindet, als er sich je ausdenken konnte.

Er macht eine Reise in die Vergangenheit, in jene, die er so sehr verdrängen wollte, weil so viel Schmerz darin liegt.

Und irgendwann, gen Ende des Buches, fragt man sich als Leser, ob Textor Texel wirklich das ist, was er vorgibt zu sein und ob Jerome August vielleicht auch jemand anderen darstellt, ob er vielleicht nicht auch die Hauptperson schlechthin des Romans ist.

Amélie Nothomb hat es sich nicht nehmen lassen, einen Showdown einzubauen, der es in sich hat, der erst auf der letzten Seite alles Verschlüsselte aufzulösen und den Leser damit vor den Kopf zu stoßen.

„Kosmetik des Bösen" besticht durch seine rasant voranschreitende Handlung, die eigentlich nur darin besteht, dass zwei sich fremde Personen über ihre Vergangenheit reflektieren und schließlich zu dem Punkt kommen, an dem sich diese Vergangenheiten überschneiden.

Die Dialoge sind nicht immer überzeugend, manchmal etwas zu gestochen und aufgesetzt, wodurch die Personen etwas an ihrem Markanten verlieren.

Dennoch: genau durch diese Art und Weise des Schreibens charakterisieren sich die beiden Männer selbst, sodass Stück für Stück ein Bild von ihnen entsteht, wie sie wirklich sind, auch wenn man als Leser auf dieses Bild (rückblickend) nicht viel geben kann, denn nach dem Lesen ist alles anders als während des Lesens.

Ein spannendes Buch mit einem unerwarteten wie auch extrem spannenden Ende, das den Vorteil hat, auf einer wahren Begebenheit zu basieren, was das Ganze sicherlich interessant macht.

Mitreißend, bewegend und die in die Psyche blickend - kurzum: nichts für schwache Nerven!
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am 19. August 2010
Es war natürlich nur Zufall, dass mein Flugzeug Verspätung hatte - da kam mir das kleine Buch gut zupass. Und bevor ich dann an meinem Ankunftsort gelandet war, hatte ich es auch schon verschlungen.
Wer kennt es nicht, wenn er in einem Warteraum - hier Flughafen - von einem Fremden angelabert wird, obwohl man eigentlich seine Ruhe haben möchte. In diese Situation kann sich jeder gut reinversetzen. Und wenn der neue Nachbar dann auch noch zudringlich wird, zum Glück nur verbal, dann kann man nur hoffen, dass es schnell vorüber ist oder der Flug aufgerufen wird.
Manchmal hat man aber Pech und kommt nicht weg: Vom neuen Nachbar, aus dem Warteraum, von der Story. Und dann muss man doch eine Lösung finden, vielleicht ist das ja ein guter Vorschlag, der hier gemacht wird. Mehr wird nicht verraten.
Auf jeden Fall: Die Warterei vergeht wie im Flug und man ist auch nicht allein.
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am 1. Juli 2008
Geschäftsmann Jérôme Angust wartet auf sein verspätetes Flugzeug. Plötzlich gesellt sich ein vollkommen unbekannter Mann zu ihm und erzählt Jérôme seine Lebensgeschichte obwohl dieser deutlich zu verstehen gibt, dass er dies nicht möchte.

Amêlie Nothombs Kosmetik des Bösen läst an sprachlichem Niveau und rafinierten Dialogen mal wieder nichts missen. Da fast das gesamte Buch aus eben diesen besteht möchte man das Buch nicht wieder weg legen. Nothomb versteht es aus in Kosmetik des Bösen einmal mehr große Spannung aufzubauen und anhand eines überraschenden Endes das Buch perfekt abzurunden.

Ich habe das Buch direkt an einem Nachmittag durchgelesen und empfehle es für jeden Leser zum Kauf!
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TOP 500 REZENSENTam 4. Dezember 2015
Ein Wartehalle am Airport und ein Geschäftsmann, der erfährt, dass sein Flug auf unbestimmte Zeit verschoben ist. Dieses schon leicht mit Genervtheit gesättigte Bild wird plötzlich noch zusätzlich gesteigert, als ein besonders aufdringlicher Tunichtgut auftaucht und beginnt, dem Mann ein ungewolltes Gespräch aufzudrängen, ihn quasi zutextet. Passend zu diesem Umstand heißt er Textor Texel und bald schon laufen seine Erzählungen auf einige sehr problematische Enthüllungen hinaus ...

Geradezu sporadisch kommt Amelie Nothombs Erzählung daher und besteht bis zum Ende fast nur aus Dialog (alle sonstigen Beschreibungen wirken auch fast schon überflüssig erklärend). Man wird direkt in das Gespräch geworfen, unvermittelt, was zur Folge hat, dass man sich gar nicht fragt, unter welchen Gesichtspunkten der Dialog zu betrachten ist. Man lässt ihn einfach auf sich wirken, gerät in seinen Sog und die Erwartung, die sich langsam durch den Konflikt aufbaut und wartet ab, was geschieht. Mit diesem Effekt macht Amelie Nothomb aus einer einfachen Idee eine spannende, ziehende Leseerfahrung.

Wie viele Erzählungen von Amelie Nothomb ist auch diese ein bloßes Szenario, das vor allem von seiner speziellen Ausgangslage und der Idee seiner Ausführung und weniger von sprachlicher Brillanz oder psychologischer Tiefenschärfe lebt. Trotzdem ist das Buch lesenswert, gerade weil es sein Kurzweil nicht überreizt, sondern ihm vollends gerecht wird. Ein gelungener Schnellschuss.
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am 23. November 2012
Die Geschichte ist trocken und sachlich erzählt und genau das macht es aus, was einen da so packt. Die Distanz und Kühle des Erzählstils und der Charaktere machen die Entwicklung um so spannender mitanzu"sehen" und zu erleben. Schon mehrfach gelesen und jedes Mal stockt mir der Atem.
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