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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Limousine mit Wasserbett
Ein Schriftsteller braucht dringend Geld und Inspirationsquellen. Im Wasserbett einer Limousine braust er ins Spielparadies um fünf tausend Dollar zu verspielen. Der sarkastisch-ironische Roman von Arnon Grünberg überzeugt durch eine klare Sprache, literarisch schön geschaffene Personen und viel Galgenhumor.
Der Protagonist hat ein massives...
Veröffentlicht am 5. Mai 2005 von Thomas

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Gefühle
Robert G. Mehlmann ist ein erfolgloser Autor, der nebenbei noch
in einem Delikatessengeschäft arbeitet. Ohne genau zu wissen,
was er tut und warum er es tut, läßt er sich auf gleich zwei
Affären ein. Daß seine Beziehung zu seiner "Märchenprinzessin"
dabei leidet, dürfte niemanden verwundern.

Anfang nur...
Veröffentlicht am 8. August 2006 von Frank Hegermann


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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Limousine mit Wasserbett, 5. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Gebundene Ausgabe)
Ein Schriftsteller braucht dringend Geld und Inspirationsquellen. Im Wasserbett einer Limousine braust er ins Spielparadies um fünf tausend Dollar zu verspielen. Der sarkastisch-ironische Roman von Arnon Grünberg überzeugt durch eine klare Sprache, literarisch schön geschaffene Personen und viel Galgenhumor.
Der Protagonist hat ein massives Geldproblem. Die erste seiner sieben Kreditkartengesellschaften hat dem Schriftsteller die Karte gesperrt. Er ist mit ungefähr 50'000 Dollar im Zahlungsrückstand. Weil der Verleger seine Werke verramscht, muss Robert G. Mehlmann also dringend etwas Neues abliefern, um wieder zu Geld zu kommen.
Feldforschung
Doch woher nimmt er seine Ideen? „Feldforschung" nennt er, wenn er beispielsweise mit einer Frau, die er nota bene nicht einmal vierundzwanzig Stunden kennt, in einer Limousine mit Wasserbett nach Atlantic City fährt. Dort versucht er in letzter Hoffnung etwas zu gewinnen, indem er auf die KZ-Nummer seiner Mutter setzt. An wahnsinnigen Ideen fehlt es dem Protagonisten nicht. Der schreibende Mitdreissiger muss verrückt sein: Wer sonst nutzt einen Backofen, um Papiere und Bücher darin aufzubewahren und wer käme auf die Idee, ein polnisch-jüdisches Kochbuch „Kochen nach Auschwitz" zu nennen?
Drei Frauen
Das erste Kapitel leitet in die Geschichte rund um den unersättlichen Robert G. Mehlmann ein. Der Erzähler, Mehlmanns Sohn, Harpo Saul Mehlmann, erzählt einige interessante Anekdoten über seinen Vater, seine Mutter und die Geschichte seiner Familie. Weiter geht es mit dem wahren Roman, rund um den erfolgreichen Schriftsteller Robert G. Mehlmann. Dieser verbringt sein Leben zwischen drei Frauen. Der Märchenprinzessin, oder anders gesagt, seiner Frau, die, obwohl sie Psychotherapeutin ist, immer mehr Probleme mit Robert bekommt. Daneben unterhält er - vor allem was sexuelle Bedürfnisse betrifft - eine Kellnerin. Schliesslich wäre da noch Rebecca, seine Geliebte, die von seiner Familie liebevoll die hohle Nuss genannt wird. Auch ihr wird er später einen Roman widmen.
Zwischen Djian, de Winter und Allen
Das Buch liest sich frisch von der Leber weg. Grünbergs Humor und Sarkasmus ist nicht gerade tief dosiert und mit seinen grotesken Situationen vermag er den Leser darum viel zum Schmunzeln zu bringen. Mit Robert G. Mehlmann hat Grünberg einen liebevollen, verwirrten und lebenssuchenden Schriftsteller geschaffen, der sein Leben nur mit der nötigen Portion Galgenhumor meistert. Die Szenen und Dialoge erinnern an Drehbücher von Woody Allen, die bissige Pornografie an Philippe Djian und die Erzählkunst an Leon de Winter.
Literarisches Wunderkind
Arnon Grünberg wird als der Star und literarisches Wunderkind in der niederländischen Literaturszene gefeiert. 1971 in Amsterdam geboren arbeitete der Schriftsteller nach dem Rausschmiss aus dem Gymnasium als Tellerwäscher, Angestellter einer Apotheke, Verleger und wohnt zurzeit in New York. 2002 erhielt er den Prosa-Literaturpreis des Landes NRW. Unter dem Pseudonym „Marek van der Jagt", veröffentliche Grünberg zwei, unter seinem eigenen Namen, vier Romane.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Frauen im Leben eines Träumers, 25. September 2007
Von 
Uwe Zimmermann "Setman" (Halle (Saale)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Taschenbuch)
3 Frauen gibt es im Leben von Robert G. Mehlmann. Die Vergangenheit, das Jetzt und die Zukunft. Diesen Eindruck erhält man zumindest.

Arnon Grünberg schildert die Lebensgeschichte eines Autors, die von Robert G. Mehlmann. Dieser lebt ein Leben voller Aufs und Abs. Seine Kindheit war schon skuril, der Vater ein "Profisportler", die Mutter absolut desillusioniert. Mit dieser Grundlage wird er Autor, das sogar recht erfolgreich, das allerdings nur mit einer Vergangenheitsbewältigung, der Geschichte seines Vaters.
Hinzu kommen Affären, die nichts bedeuten, aber dennoch die Harmonie stören. Eine davon prägt sein Leben (die Vergangenheit), er scheint nicht von ihr lassen zu können.
Doch auch das Schmuckwerk des erfolgreichen Autors hält nicht lange, die Schulden häufen sich, kein neues Buch will gelingen. Auch die Beziehung zu seiner Frau (das Jetzt), seiner Märchenprinzessin, gerät aus alle Fugen. Harmonie wird ein Fremdwort, doch auch eine endgültige Trennung ist nicht in Sicht.

In dieser Situation kommt eine neue Frau (die Zukunft)in sein Leben. Wie ein junger Bock folgt er ihr und scheint willenlos. Der Zog der Schulden wird immer größer, doch Robert G. Mehlmann ignoriert dies. Doch diese junge Frau wirkt als Muße, er findet die Kraft für ein neues Buch, ein eigentlich absurdes Buch, ein Kochbuch, doch das wird ein Welterfolg.

Arnon Grünberg verleiht seinem Buch Leben, indem er durch zahlreiche Nebenhandlungen und Gedankensprüngen ein sehr komplexes Bauwerk erstellt. Dieses wirkt aber nicht steif, sondern vermittelt eine sehr angenehme Leichte.

Er ist ein Könner der Situationskomik. Zahlreiche Anekdoten in diesem Buch sind der Beweis dafür.
Ja, das Buch ist tragisch, es ist aber auch komisch, es ist melancholisch, es ist heiter, es ist weise, es ist wunderbar subjektiv.

Ich kann diese Buch nur empfehlen, wer nichts gegen eine etwas abgedrehte Geschichte hat, ist mit diesem Buch bestens bedient. Versprochen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spuren von Verramschung..., 26. Dezember 2009
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Taschenbuch)
... trägt Robert G. Mehlman - seinerseits Schriftsteller, Literat, chronisch Missverstandener - mit sich. Keiner erkennt die Großartigkeit seines Werkes, jeder reiht ihn auf dem absteigenden Ast ein, auf jenem auch die bereits Vergessenen Platz nehmen durften. Doch eine neue Idee wird ihn unsterblich machen, eine Idee, deren Vorschuss die Kreditkartengesellschaften - jede einzeln - kurzfristig beruhigen konnte, der jedoch vor Monaten schon verbraucht war.

Robert G. Mehlmann steht zwischen drei Frauen, seiner Ehefrau - die Märchenprinzessin und Ärztin in einer psychiatrischen Tagesklinik, einer puertoricanischen Kellnerin, die es perfekt versteht, Milch aufzuschäumen (die hole Nuss 1) und einer jungen Frau, die ihm eine Nachricht auf einem Pappkarton hinterlässt und sich damit auf die Reise ihres Lebens einlässt (die hole Nuss 2). Eines haben sie alle gemeinsam, das Verlangen, ihm das Leben zu öffnen - zumal die Schönheit der unzähligen Kleinigkeiten, zumal den Alltag und seine Realität. Doch Robert G. Mehlman leidet - leidet an seinen Verlustängsten und an der Panik, das Leben verstreiche ohne ihn.

"Eigentlich hatte jede Einsamkeit ihren Geruch, das machte es so erträglich: Dass man wie ein Hund daran schnüffeln kann." S58

Zwar bringt er mich ein ums andere Mal zum Lachen, häufiger noch zum Nachdenken, bleibt er auch für mich Leser ein Unverstandener: So zischt tatsächlich Abenteuer um Abenteuer in einer Spontaneität an ihm vorüber, ohne dass er davon Notiz nimmt.

Sehr rasch wechseln die Szenen mit den drei Frauen Robert G. Mehlmans, geben sich ein Gespräch mit der Ehefrau und ein Erlebnis mit der Geliebten (die hole Nuss 1) die Hand und tauschen sich zu guter Letzt im Jetzt mit der Geliebten (die hole Nuss 2).

Sehr intelligenter Unterhaltungsroman! Für mich war dennoch das erste Kapitel - das Erleben des Sohns - jenes, das mich ins Buch gezogen und mir dort einen Platz in der Loge verpasst hat. Der Rest war die Show des Robert G. Mehlmann.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ohne Gefühle, 8. August 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Taschenbuch)
Robert G. Mehlmann ist ein erfolgloser Autor, der nebenbei noch
in einem Delikatessengeschäft arbeitet. Ohne genau zu wissen,
was er tut und warum er es tut, läßt er sich auf gleich zwei
Affären ein. Daß seine Beziehung zu seiner "Märchenprinzessin"
dabei leidet, dürfte niemanden verwundern.

Anfang nur etwas verschroben scheint Mehlmann dabei im Laufe des
Romans immer mehr abzudrehen, seine Schulden häufen sich, er
versetzt seinen Verlag, er unternimmt immer weniger, um sein
Leben in den Griff zu bekommen. Mit Glück und Betrug könnte er
seine Lage noch einmal herumreißen, doch dann macht er alles nur
noch schlimmer.

Obgleich der Roman in der Ich-Form geschrieben ist, werden immer
nur Abläufe beschrieben, aber niemals die Gründe, die zu den
Handlungen führen, vor allem aber niemals die Gefühle des
Protagonisten. Mir ist nicht ganz klar, ob dies nur bedeuten
soll, daß er Protagonist seine Gefühle nicht beschreiben kann
oder ob dies gar das Problem des Autors ist. Warum der Titel des
"Phantomschmerz" gewählt wurde, bleibt der Phantasie des Lesers
überlassen. Obgleich man durch die Verrücktheiten zum Weiterlesen
animiert wird, hinterläßt das vollständige Fehlen von
Hintergründen abschließend ein schales Gefühl, verbunden mit der
Frage: Was sollte das eigentlich alles?
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2.0 von 5 Sternen Eher schwach, trotz der vielen Lorbeeren, 27. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Taschenbuch)
Auf den Autor bin ich in der Zeit-Kolumne von Harald Martenstein aufmerksam geworden. Martenstein sagte sinngemäßg, dass es zwar Höhen und Tiefen bei Grünbergs Büchern gäbe, allerdings alle gut wären. Auch was er sonst so über Grünberg schreibt klang sehr vielversprechend. So sehr ich Martensteins Kolumne mag, so wenig scheine ich seinen Literaturgeschmack zu teilen. Ich fand die Handlung in Phantomschmerz erschreckend banal, den Humor (bis auf eine Stelle) zu bemüht, die Aphorismen zu willkürlich und häufig und das Ganze zumindest schlecht übersetzt ("Nachtkauf"!), wenn nicht schwach geschrieben. Die Kolumnen von Grunberg in der Volkskrant sind eigentlich ganz gut (zumindest soweit mein niederländisch reicht).

Ein paar Elemente sind schon ganz nett, so dass das Lesen nicht völlig verlorene Zeit war, aber ich habe ab der Hälfte eher durchgeblättert als gelesen. Vielleicht liegt es an der Übersetzung, dass das Buch so hölzern ist, ich weiss es nicht, aber empfehlen kann ich das Buch leider nicht.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Infantilisierung des Geschmacks, 4. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Taschenbuch)
Mir fällt auf, dass die meisten Rezensenten hier schön im Rahmen der Handlung bleiben. Neben all dem Philosophieren über die Figuren, deren Konstellation zueinander, Probleme, Neurosen was weiss ich, fehlt mir was über die Art wie Grünberg schreibt. Ich fühle mich an Kinderbücher erinnert. Wie Nöstlinger ohne Gefühl oder Alfons Zitterbacke ohne den Charme. Kurze Sätze, fünf "Soll-Lach-Stellen" pro Seite, aber wie mit beifallheischender Miene unter die Nase gerieben.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sie und er, 31. Januar 2006
Von Ein Kunde
Was tut Mann, wenn er ihr Schmatzen beim Verzehr von Keksen nicht mehr ertragen kann, und was tut Frau, wenn sie den Gestank, den er nachts verbreitet nicht mehr erträgt?
Normalerweise wird man sich trennen. Doch handelt es sich in diesem Fall um ein ganz besonderes Paar. ER Schriftsteller, SIE Psychotherapeutin, deren Therapieerfolge scharf begrenzt sind.
Während er jeden Tag beim Betreten der gemeinsamen Wohnung vergebens nach dem Zettel Ausschau hält, der ihr Verlassen bescheinigt, therapiert sie, auch Märchenprinzessin genannt, erfolglos weiter.
Umgeben von Kreditkartensperren, Geliebten, wie der hohlen Nuss, Selbstmordversuchen und geglückten, kommt am Ende doch wieder alles anders als man denkt.
Ich bin ein großer Arnon Grünberg-Fan. Das erste Drittel des Romans war vielversprechend, der Mittelteil zog sich etwas dahin. Belohnt wurde ich für mein Weiterlesen durch das phantastische letzte Drittel.
Einfach genial dieser Autor, bitte selbst lesen.
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5.0 von 5 Sternen Gutes Buch, 9. Mai 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es hat mir sehr gut gefallen. Alles lief wunderbar und das Buch kam gut an.
Ich werde Sie gerne empfehlen und selbst auch wieder bei Ihnen kaufen!
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anspruchsvoll und grundkomisch, 15. August 2006
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Phantomschmerz (Taschenbuch)
"Platz 267 der Weltrangliste" hieß das Erfolgsdebüt von Robert G. Mehlmann, und da das Buch bereits auf jede nur erdenkliche Art vermarktet und verwurstet wurde, muß Mehlmann langsam nachlegen, um den monströsen Forderungen der Kreditkartenfirmen nachzukommen. Sein "Opus Magnum" kommt nicht so recht voran, außerdem ist Mehlmann in der Hauptsache damit beschäftigt, seine diversen Liebschaften zu organisieren, die eigene Ehe zu beenden und dem rasch wachsenden Problemberg Herr zu werden, dessen Fundament aus Mehlmanns Wirklichkeitsferne und seiner ziellosen Identitätssuche besteht. Am Ende wird er als Auftragsarbeit ein polnisch-jüdisches Kochbuch veröffentlichen, dem er den Untertitel "Kochen nach Auschwitz" gibt, und das zu einem wahnwitzigen Welterfolg wird.

Das Thema von "Phantomschmerz", daher auch der Titel, ist die Angst vor dem Vermissen. Mehlmann ist absolut unfähig, zu verzichten, weshalb es ihm u.a. auch nicht gelingt, sich von seiner Frau, "Prinzessin Märchen", zu trennen, zum Leidwesen beider.

Das Buch ist überaus intelligent und sehr vergnüglich, enthält feine Betrachtungen, weise Schlußfolgerungen und mehr als eine Handvoll Chaos. Anspruchsvolle, grundkomische Lektüre nicht nur für Bildungsbürger.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sonderstatus im Bücherregal, 11. August 2009
Von 
Birgit Häußler (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es gab in meinen Bücherregalen bislang nur ein Buch, in welchem ich einzelne Sätze oder Passagen geradezu markieren MUSSTE....Geschriebene Worte, die mich tief berührten oder die ich einfach nicht mehr aus dem Kopf bekam.

Nach dem Lesen von PHANTOMSCHMERZ bin ich nun also im Besitz eines zweiten derartigen Buches. Und statt Erklärungen, Analysen und Bemerkungen hier ein paar wenige Kostproben von ziemlich vielen markierten Textstellen:

"Eigentlich ist sich trennen nur eine umgekehrte Form von Liebe. man liebt jemanden eine Sekunde lang oder denkt, man würde ihn lieben, und den Rest der Zeit ist man dabei, Abschied von ihm zu nehmen, sich von ihm zu lösen, und je länger der Abschied, desto größer war die Liebe, nehme ich an."

"Feuer, das ein Versprechen bleibt, bleibt ein mächtiges Feuer."

"Wir aßen viel Kartoffelpüree. Kartoffelpüree und Glück stehen sich also nicht im Wege."

"Was sind Gefühle doch für ein herrliches Gleitmittel."

"So war unser Glück:ein flüchtiges Abenteuer. Dessen Flüchtigkeit mich nachträglich stärker beunruhigt als das Abenteuer selbst."

"Ich legte meinen Arm um sie. Diesmal schob sie ihn nicht weg. Es war auch keine erotische oder auch nur leise flirtende Gebärde, es fiel eher unter die Kategorie >>vorgetäuschte Intimität<<."

"In einer anderen, vollkommenen Welt hätten wir vielleicht Käsefondue zusammen gegessen, in dieser etwas weniger vollkommenen Welt jedoch vögelten wir zusammen."

"Trotzdem kann ich mich an das Glück nicht erinnern. Es war da, das weiß ich bestimmt, aber es ist ein weißerFleck in meinem Gedächtnis."

Wem solche Gedankengänge und Formulierungen zusagen, MUSS dieses Buch einfach lesen!!!
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Phantomschmerz
Phantomschmerz von Arnon Grünberg (Taschenbuch - Mai 2005)
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