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Kundenrezensionen

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Im Rahmen dieses Buches befasst sich Donna Leon u.a. mit den, durch Habgier motivierten, dunklen Machenschaften der faschistischen Clique in Italien zu Zeiten Mussolinis. Man erfährt auf welch' perfide Weise die unter enormen Zwängen handelnden Emigranten kostbare Gemälde und Kunstschätze jedweder Art für ein Minimum ihres tatsächlichen Wertes an Mitglieder des besagten Klüngels veräußern mussten und man erfährt auch, dass die unbilligen Kaufverträge teilweise noch heute bestehen und offenbar nur schwer erfolgreich angefochten werden können.
Donna Leon lässt uns wissen, dass die faschistische Epoche in Italien nicht aufgearbeitet worden ist und insofern nach wie vor heftige Kontroversen hinsichtlich des abgründigen Gestern entbrennen.
Natürlich konnte die Autorin das Thema nicht über Gebühr vertiefen, da dies den Rahmen eines Kriminalromanes gesprengt hätte. Aber es ist ihr gelungen den Leser mit einem Problemfeld zu konfrontieren, welches an Brisanz- auch hier in Deutschland - immer noch kein Jota verloren hat.
Ferner reflektiert die Autorin in ihrem neuen Roman, sehr kritisch, den Universitätsbetrieb, die all gegenwärtige Korruption in Italien und die Fragwürdigkeit des über Gebühr strapazierten Begriffs der Ehre.
Um die Spannung beim Lesen nicht zu schmälern, nur so viel noch:
Leidenschaft, insbesondere Eifersucht spielen eine nicht unbedeutende Rolle in Leons jüngstem Buch und natürlich bietet die Autorin, wie immer, viel Lokalkolorit, welches für den Venedig-Fan allein schon Grund genug ist, die Bücher der Autorin zu lesen!
Fazit: Auch Brunettis 11. Fall ist empfehlenswert!
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am 24. Juni 2003
Endlich sind wir wieder bei unseren Brunettis zu Gast! Es geht wie immer ruhig, leicht behäbig zu, tägliche Routine wird bei den liebgewonnenen Koch- und Tischgesprächen des Ehepaares zu einer Kunstform. Ehefrau Paola hat von ihrem Job als Professorin die Nase voll, ihre gelangweilten Studenten töten ihr den letzten Nerv.
Gut das es einige wenige Ausnahmen gibt. Zu diesen gehört die Studentin Claudia Leonardo. Diese bittet Paola eines Tages in einem Gespräch um Hilfe; sie sucht nach einer Möglichkeit einen Mann zu rehabilitieren der kurz nach dem Krieg ihrer Meinung nach zu unrecht verurteilt worden ist und in der berüchtigten Irrenanstalt San Servolo unter mysteriösen Umständen zu Tode kam.
Noch bevor die Brunettis eine Lösung finden können fällt Claudia Laonardo einem Mord zum Opfer. Der Commissario glaubt von Anfang an nicht an einen Zufall und versucht die mehr als 50 Jahre auseinander liegenden Fälle zu verknüpfen. Er taucht in eine ihm völlig neue, unbekannte Welt ein, in die Zeit des Faschismus, des Krieges, der Kriegsgewinnler und Menschen die immer auf der Verliererseite stehen.
Er beginnt in seinem geliebten Venedig, seiner „La Serenissima", (zu dt. die Allerdurchlauchtigste) auf unvergleichliche Weise zu recherchieren, befragt seine Bekannten und Freunde und fügt Indizien unwiderleglich zusammen. Am Ende kommt aber doch wieder einmal alles anders ...
Schon von der ersten Seite an merkt man es ganz deutlich: endlich wieder ein guter alter Brunetti! Als Background dient diesmal das dunkelste Kapitel des 20. Jahrhunderts; die Zeit des Faschismus und Krieges; speziell dreht sich dieser packende Plot um Kunstraub und Denunzierung.
Donna Leon hat in ihrem elften Fall zu alter Stärke zurückgefunden, erzählt etwas ernster, nuancierter und voller schriftstellerischer Virtuosität. Sie schafft eine wunderbare Atmosphäre und entwickelt die Protagonisten sehr glaubhaft und sensibel weiter. Ein endlich beförderter Vianello, eine unverzichtbare wie süffisanter werdende Elettra, sogar Brunettis Beziehung zu seinem Schwiegervater Conte Falier wird intimer.
Schade dass sie die wundervoll detailliert geschilderten Ansätze italienischer Vergangenheitsbewältigung dem banalen und soliden Krimiplot opfern muss und wie immer nur leicht an der Oberfläche kratzen kann.
Hoffentlich widmet sich Donna Leon diesem ernsten Backgroundthema im Stile von „Latin Lover" oder „Eine Amerikanerin in Venedig"; eine Vertiefung dieser schwierigen und unbequemen Materie hätte den Rahmen der Handlung wahrscheinlich (leider) gesprengt.
So bleibt vom eigentlichen Krimi eine banale Kurzgeschichte mit trivialem, fast unbefriedigendem Ausgang übrig. Trotzdem - oder gerade deswegen? - ein Muss für alle Brunetti-Fans.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Juli 2004
Claudia, eine von Paolas Studentinnen, will von Guido Brunetti wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, ihren Großvater zu rehabilitieren, der in der Nachkriegszeit wegen Verbrechen gegen Emigraten verurteilt wurde und in einer Irrenanstalt starb. Eines Tages wird Claudia ermordet aufgefunden.
Er ist ein durch und durch sympathischer Mann, der Commissario Brunetti, ein Ehemann wie aus dem Bilderbuch, ein - meistens - aufmerksamer Vater und obendrein ein guter Polizist, dessen Haupteigenschaften Ruhe und Hartnäckigkeit sind. Etwas zu kurz kommen in diesem Buch die Auseinandersetzungen mit Vice-Questore Patta, dafür ist Signorina Elettra am PC wieder in Höchstform und wählt sich in geheimste Behördendateien ein.
Trotz der ansprechenden Zutaten reicht auch der 11. Band nicht an die Klasse der ersten Brunetti-Romane heran. Zwar hat Leon sich auch diesmal an ein brisantes Thema der italienischen Geschichte gewagt - es geht um Bildersammlungen, die korrupte Händler in der Nazizeit von Verfolgten billig erwarben, indem sie deren finanzielle Not ausnutzten. Aber diese Tatsache liefert nur Hintergrundmaterial zu dem Fall, dessen Lösung in diesem Zusammenhang enttäuschend ist.
Auch der Filz der venezianischen Gesellschaft hat Platz in dem Buch, allerdings ist er hier Staffage ohne Belang für die Geschichte; wahrscheinlich gehört er zu Brunetti-Romanen wie die Gondeln, die Touristenschelte und das echte italienische Essen.
Negativ auffallend sind einige sprachliche Entgleisungen -"Ihre Stimme war so flach wie ihr Busen" - und Beziehungsfehler, durch die man manche Sätze mehrmals lesen muss, um den Sinn zu verstehen.
Nichtsdestoweniger ist Brunetti ein solcher Sympathieträger, dass ich auch weitere Bücher lesen werde, auch wenn Donna Leon Ideenrepertoire deutlich nachgelassen hat.
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am 6. Juni 2003
Der elfte Fall des Commisario Brunetti »Die dunkle Stunde der Serenissima« beginnt wie oft ganz harmlos - eine Studentin erkundigt sich bei Brunettis Frau nach Rehabilitationsmöglichkeiten eines verurteilten Betrügers, dessen Tat lange zurückliegt. Kurz darauf wird diese Studentin ermordet und es beginnt eine Ermittlung, die zwar zu einem Ergebnis führt, aber strafrechtlich relevant - wie so oft - folgenlos bleibt.
Wer Brunettis Familie kennt, wird nicht viel neues über sie erfahren, auch Paolas anfängliche Betroffenheit weicht bald dem Alltag. Einzig die Beziehung Brunettis zum Schwiegervater gewinnt während der Untersuchung an Tiefe, was mit der dürftigen Beschreibung der sonstigen Familienmitglieder versöhnt. Auch Signorina Elettra ist wieder dabei und zieht alle Register ihres Könnens, um Brunetti und den (endlich) beförderten Vianello zu unterstützen.
Die Handlung dieses Buches führt uns ein wenig ein in die Geschichte Italiens zur Zeit des »Duces« und konfrontiert uns mit dem Leben derer, die unter dem damaligen Regime gelitten und gewonnen haben. Vor allem wird uns die Ungerechtigkeit der Bereicherung an Regimegegnern vor Augen geführt, ein Thema, bei dem Donna Leon keinen Zweifel daran lässt, auf welcher Seite sie und Brunetti stehen und ein Thema, das nicht abgeschlossen ist, da die Bereicherung oft noch andauert.
Obwohl der geschichtliche Handlungsstrang oberflächlich bleibt und nicht wirklich zur Lösung des Falles beiträgt, ist es spannend zu erfahren, dass sich Italien mit der Auseinandersetzung seiner Vergangenheit ähnlich schwer tut wie Deutschland. Auch die Besonderheiten der »Serenissima« spielen diesmal keine tragende Rolle, obgleich Brunetti offensichtlich am besten nachdenken kann, wenn er durch die Gassen Venedigs läuft.
»Die dunkle Stunde der Serenissima« bietet mit ihrem Geschichtsthema eine gelungene Abwechslung zur Problematik der Korruption, welches sonst meistens im Mittelpunkt der Krimi-Reihe steht - nicht dass dieses hier ganz fehlen würde!
Eine tote Studentin, ein wenig Kunst, ein bisschen Geschichte, eine Prise Signora Elettra, ein Hauch Familie, ein Mord der keiner ist, viel Brunetti und fertig ist ist ein Buch, das man nur ungern aus der Hand legt, bevor man es zu Ende gelesen hat - ich freue mich schon auf den 12. Fall!
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am 23. Juni 2003
Schon nach wenigen Seiten im neuen Brunetti kam mir der Stil dieses Buches so ganz anders vor, als in den übrigen Bände... Weg ist das distanziert freundliche Verhältnis zwischen Brunetti und seinem Schwiegervater... weg sind die vertraute heimlelige Welt, in die Brunetti eintaucht, wenn er zuhause ist.. der liebevolle Umgang mit seinen Kindern.. die Intensität der Diskussion mit seiner Frau (bis auf eine Stelle).. Weg ist die Spannung aus dem Verhältnis mit Patta... Brunetti geht ncht mehr durch ein schönes.. lebenswertes Venedig sondern durch eins von fetten bleichen Touristen überrollte Venedig... Weg sind fast alle der liebgewonnenen Italianismen wie das "Permesso" bevor er eine fremde Wohnung betritt... Vieles ist weg...
Für mich ist die wärme aus dem Roman gewichen.. das Spannende und Nuancierte, das immer im Umgang der Charaktere untereinander so plastisch beschrieben war.. geblieben ist eine - in meinen Augen - relative platte Erzählung.. .ein wenig lieblos.. auf jeden Fall ein deutlicher Bruch zu den übrigen Bänden...
Womit ich nicht sagen will, dass dieser Brunetti schlecht ist.. auch ihn habe ich verschlungen, wie all die anderen zuvor... aber in meinen Augen ist es der schwächste Brunetti von allen.
Liegt das nur an der jetzt anderen Übersetzerin?
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am 4. Dezember 2004
Waren es die vielen Kleinigkeiten, die die ersten Kriminalfälle in und um Venedig lesenswert machten, so bleibt nunmehr von dem besonderen Flair dieses außergewöhnlichen norditalienischen Ermittlertyps nicht mehr viel übrig. Die Story selbst ist gar nicht mal so übel. Allerdings ist es schon sehr nervig, wenn sich die Amerikanerin Donna Leon - als selbsternannte Urvenezianerin - durch ihren Protagonisten Brunetti gebetsmühlenhaft über schwitzende, träge und immer im Weg stehende Touristen beklagt. Ebenso ist die deutsch/italienische Vergangenheitsbewältigung in diesem Buch mit stereotypen Allgemeinplätzen mehr als oberflächlich angerissen und aus diesem Grunde einfach misslungen. Die ganze Sache wird auch dadurch nicht besser, wenn Leon Brunettis Schwiegervater - den mehr als dubiosen Conte - natürlich als Partisanenkämpfer für die gerechte Sache hat kämpfen lassen - wie könnte es auch anders sein. Die Fehler haben schließlich immer nur die anderen gemacht - so auch in diesem Fall! Hinzu kommt, dass es selbst für italienische Verhältnisse sicherlich arg an den Haaren herbeigezogen ist, wenn die Vorzimmer-Suse des Vize Questore Patta, Signorina Elettra, für alle kniffligen Fragen der Ermittlungen nur den einen oder anderen Bekannten kontaktieren muss und sodann innerhalb weniger Stunden oder gar Minuten sämtliche offenen Fragen von ihrem Bildschirm ablesen kann. Echte Ermittler wären sicherlich dankbar für eine solche Mitarbeiterin im Vorzimmer. Für mich war die dunkle Stunde der Serenissima auch die dunkle Stunde der Donna Leon.....
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am 26. Mai 2003
"La Serenissima" - die Allerdurchlauchtigste - so nennen die Venezianer ihre Stadt, wenn sie deren Glanz und Schönheit preisen möchten. Seit Mitte der 90er Jahre hat es sich die amerikanische Autorin Donna Leon zur Aufgabe gemacht, in ihren Romanen hinter die prächtige Fassade der Lagunenstadt zu blicken. Mit großem Gespür lässt sie ihren Commissario Brunetti zwischen Kanälen und Brücken auf Mörderjagd gehen. So auch im mittlerweile elften Brunetti-Fall "Die dunkle Stunde der Serenissima".
Die im Titel beschworene Dunkelheit entpuppt sich zu Beginn des Romans als Schatten aus der italienischen Vergangenheit. Claudia Leonardo, eine Studentin von Brunettis Ehefrau Paola, möchte eine Rechtsauskunft. Ihr Großvater Luca Guzzardi wurde vor Jahren ehrenrühriger Geschäfte beschuldigt. Wie sich im Laufe des Romans herausstellt, soll er während des Faschismus Kriegsflüchtlinge und Regimgegner beim Kauf von Kunstwerken betrogen haben. Nach Kriegsende wurde er deswegen verurteilt und starb kurze Zeit später in der berüchtigten Irrenanstalt San Servolo unter ungeklärten Umständen. Claudia möchte nun wissen, ob es juristisch möglich ist, nach all den Jahren ihren Großvater zu rehabilitieren.
Kaum hat sich Brunetti mit dem Fall beschäftigt und erste Nachforschungen angestellt, wird Claudia ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Seine Ermittlungen führen ihn nicht nur zu der ehemaligen Geliebten Guzzardis, einer alten, herzkranken Dame, die zudem eine Art Ersatzgroßmutter der ermordeten Studentin war, sondern auch zu seinem Schwiegervater Orazio Falier sowie zu einem seiner Freunde, dem Maler Lele. Beide betagten Männer sind auf den toten Kunsthändler Guzzardi nicht gut zu sprechen. Immer mehr entwickelt sich der Fall zu einer Reise in die faschistische Vergangenheit Italiens, in der Kunstschieber und Kriegsgewinnler ihren Reibach mit der Not anderer Menschen gemacht haben. Die alten Seilschaften scheinen immer noch am Werk, denn nur kurze Zeit später gibt es eine zweite Leiche.
Fans von Donna Leon werden auch im elften Krimi nicht enttäuscht: Durchweg spannend erzählt die Autorin die Geschichte um Mord, Kunstschmuggel und Korruption in den italienischen Behörden. Wie immer bilden Querelen und Alltagssituationen im Hause Brunetti das Gegengewicht zur Kriminalgeschichte. Das ist Krimikurzweil, die Leon-Fans erwarten und die sie ihnen auf dem Silbertablett serviert.
Man kann darin leicht Unterhaltung sehen, man könnte es auch als seicht abtun, würde Leon nicht immer wieder die Finger auf Wunden der italienischen Gesellschaft legen. Das es Korruption in Italien - wie wohl in jedem anderen Land auch - gibt, ist für Leon-Leserinnen nichts Neues. Neu hingegen ist, dass sich die Autorin mit einem finsteren Kapitel der italienischen Geschichte beschäftigt. So lässt sie zwei ihrer Figuren - Brunettis Schwiegervater und Brunettis Freund Lele - über die Mussolini-Zeit und den Zweiten Weltkrieg erzählen - verbittert, traurig, ergreifend. Dies sind die stärksten Momente im Buch.
Aus deren Munde hören wir auch, dass es in Italien nie eine richtige Auseinandersetzung mit dieser Zeit und ihren Folgen gegeben hat. Leider - und dies ist das große Manko des Buches - führt sie diesen Erzählstrang nicht weiter. Wie so oft kratzt sie nur an der Oberfläche und opfert diese wirklich interessanten und spannenden Geschichten dem leichten Krimiplot. So verwundert es auch nicht, dass die Auflösung eher banal und unwirklich bleibt.
Dies ist sehr bedauerlich, denn als gute Erzählerin, die immer wieder mit Distanz ihre Wahlheimat Venedig betrachtet, hätte Donna Leon sicher das Zeug dazu, sich auch solchen dunklen und schwierigen Themen anzunehmen. So bleibt der Roman ein bedrückendes Schattenspiel, dem aber leider die Tiefe und Ernsthaftigkeit fehlt.
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am 7. Januar 2004
Dieser 11. Fall unterscheidet sich von den 10 vorherigen, so wie
sich der 10. von den vorherigen 9 unterschieden hat.
War mir der 10.Fall zu amerikanisch dramatisch, so hat dieser Fall einen Tiefgang von der Krimistorie erreicht, die ich bisher
bei Donna Leon noch nicht erlesen habe.
Sprache und Geschichte wirken auf mich wesentlich reifer und tiefgängiger als in den vorherigen Krimis.
Vielleicht liegt es an der Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Vergangenheit Italiens.
Brunetti hat noch nie soviel Position bezogen, wie in dieser Story und ich merke, dass mir ein Brunetti mit mehr Profil wesentlich besser gefällt.
Auch sein Mitarbeiter Vianello blüht zu auf. Es tut den Brunetti-Krimis nur gut !
Aber auch das Altbewährte der Brunetti-Romane ist nach wie vor vorhanden, so dass dieser Krimi in meinen Augen bisher der Beste
war.
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am 6. August 2003
Wie würde wohl der elfte Brunetti auf jemanden wirken, der noch keinen gelesen hat? Brunettis elfter Fall ist im gleichen Stil gehalten, wie die zuvor, nur was mich am Anfang begeistert hat, auch deshalb weil ich Venedig sehr gut kenne, wird mit der Zeit ein bißchen zu vorhersehbar. Es ist halt schwer, wenn man immer wieder die Erwartungen des Publikums erfüllen soll, das schon auf den nächsten Brunetti wartet, aber das trifft auch für einen Mankell/Wallander zu und so manchen anderen. Da wundert es kaum noch, dass beide für Ihre jüngsten Werke das gleiche Thema, "Vergangenheitsbewältigung" nach dem 2. Weltkrieg und die ewig -Gestrigen, wählen. ("Die Rückkehr des Tanzlehrers" bei Mankell). Die Charaktere der beiden Bücher erzeugen phasenweise deja vu's.
Im Grunde hat aber auch dieser Brunetti alle Eigenschaften, die man von einem Brunetti erwartet. Er wirkt nur schon manchmal etwas müde und abgeklärt (ausgebrannt?), vielleicht wie seine Schöpferin.
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am 2. Februar 2016
Jetzt, wo ich siebten Brunetti-Krimi gelesen habe, denke ich, ein zusammenfassendes Fazit abgeben zu können:
Wenn man Brunetti liest, muss man einige Defizite bzw. Ungereimtheiten in Kauf nehmen: Die Figuren sind relativ statisch und haben in den Geschichten/ Ermittlungen irgendwie immer die selben Funktionen/ Rollen. Auch finde ich es merkwürdig, dass ein Kriminalkommissar bei seinen Ermittlungen fast ausschließlich auf die Hilfe der Sekretärin(!!!) seines Vorgesetzten und deren privates Netzwerk angewiesen ist. Man kann nur hoffen, dass dies nicht der italienischen Realität entspricht! Der nächste Knackpunkt ist Brunettis Frau. Eine geborene Adlige, die ihr Leben in Reichtum und umgeben von Bediensteten eintauscht, gegen Mittelstand und Berufstätigkeit. Das allein ist schon etwas unglaubwürdig. Was mir aber schlichte Bewunderung abverlangt, ist, dass diese Frau, trotz ihrer Arbeit als Professorin, es schafft, sowohl mittags als auch abends grandiose Menüs zu kochen. Entsprechende Einkäufe auf dem Markt natürlich vorausgesetzt. ;-) Der letzte Negativ-Punkt, den ich ansprechen möchte, ist, dass die Autorin in jeden Buch über die Touristen herfällt - fett, behäbig, lästig und was Mode angeht sowieso ohne jeden Gechmack. So was kann man ja einmal schreiben, aber dann ist auch mal wieder gut. Zumal die Autorin wohl vergisst, dass Venedig auf Touristen angewiesen ist und auf diese auch sicher nicht verzichten will.
Positiv ist die ruhige Erzählweise, die sowohl die kriminalistische Ermittlungsarbeit etwas realistischer darstellt, als in den üblichen Krimis. Die Charaktere sind sehr sympatisch, auch dass Brunetti mal ein normaler Mensch mit Familie ist und kein grummeliger Einzelgänger, wie so viele Ermittler aus Fernsehen und Literatur. Die italienische Lebenweise und auch die Stadt Venedig kann man in den Büchern gut kennenlernen.
Trotz diverser Defizite, mag ich Brunetti und seine Geschichten und werde wohl auch weiterhin immer mal zu einem dieser Bücher greifen.
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