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am 25. Juni 2004
Guy Haines, ein aufstrebender Architekt, ist auf dem Weg nach Metcalf, seiner Heimatstadt, um dort die Scheidung mit seiner noch-Ehefrau Miriam durchzubringen. Während die von Guy getrennt lebende und von einem anderen Mann geschwängerte Frau in Metcalf Guy erwartet, kann Guy nur an seine Arbeit und auch ans eine neue Liebe Anne denken, die er baldsmöglich heiraten will, nachdem die Scheidung von Guy und Miriam offiziell ist. Auf dem Weg nach Metcalf macht Guy im Zug eine überaus interessante Begegnung, die sein späteres Schicksal noch prägen sollte.
Er lernt Charles Anthony Bruno, einen verwöhnten Sohn eines Industriellen, kennen, der sofort zu Beginn eine starke Sympathie für Guy empfindet. Nach einem Gespräch in Brunos eigenem Abteil macht Bruno in seinem angetrunkenen Zustand Guy einen unglaublichen Vorschlag: ein Mord über Kreuz.
Charles will Miriam umbringen, wodurch Guys Scheidungsproblem gelöst wäre, während Guy Charles' verhassten Vater töten soll. Der Clou an der ganzen Sache ist das perfekte Alibi beider Akteure, die sich erst seit kurzem kennen und kein Motiv für den jeweiligen Mord hätten. Guys Moralvorstellungen lassen ihn jedoch nicht zu dieser verrückten Idee verleiten und er verlässt fluchtartig das Abteil.
Einige Zeit später wird Miriam dann tatsächlich ermordet, was in Guy umso größere Gewissensbisse hervorruft. Noch hinzu kommt nun, dass Charles Guy andauernd verfolgt, ihn anruft und Guy immer weiter unter Druck setzt. Schließlich ist auch Guy klar, wer der Mörder seiner Ex-Frau ist. Charles bedrängt und erpresst ihn immer weiter und fordert letztendlich Guy seine Schuld zu begleichen: Der Mord an Charles' Vater.
Der aus der Hitchcock-Verfilmung bereits bekannte Roman von Patricia Highsmith ist mehr als nur ein Kriminalroman. Die Vielschichtigkeit des Romans wirft unter anderem die Frage auf, ob jeder einen Mord begehen könnte, wenn man dazu erpresst würde, und regt dadurch den Leser zum Nachdenken. Dieses Buch, welches sofort Bestsellerstatus erreichte, führt den Leser mit weitestgehend spannenden Passagen durch die Story und konnte Unmengen von Leserschaften überzeugen und begeistern.
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am 20. Juni 2009
Zwei Fremde im Zug New York - Texas. Guy Haines, ein junger, aufsteigender Architekt und Ästhet, lernt den reichen, arbeitslosen Sohn eines Fabrikbesitzers, Charles Bruno, kennen. Bruno, aufdringlich und von einer unmöglichen Idee besessen, verwickelt Haines in ein Gespräch und bietet diesem einen unerhörten Deal an: einen Mord über Kreuz.

Er, Bruno, wolle Haines selbstsüchtige Noch-Frau Miriam ermorden, damit Haines für seine neue Freundin Anne frei wäre; als Gegenleistung solle Haines den verhassten Vater Brunos umbringen. Zwei Morde ohne Motiv. Zwei perfekte Verbrechen.
Meint Bruno.
Haines ist nicht überzeugt davon, entzieht sich Brunos Aufdringlichkeit, gerät aber später auf Grund einer für ihn unerklärlichen Faszination in den Bann Brunos und so nehmen die Dinge ihren Lauf.

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Vordergründig handelt es sich bei diesem Debüt um einen Krimi. Beginnt man zu lesen, fällt doch recht schnell auf, dass dieser erste Eindruck nicht ganz korrekt ist. Das erste Indiz: Das Platonbuch, welches Haines im Zug liegen lässt.
Viel mehr als um einen gewöhnlichen Krimi handelt es sich hier um einen vielschichtigen psychologischen Roman mit einer intensiven Charakterstudie - Gut (Haines) - Böse (Bruno), in dem die Spannung nicht zu kurz kommt, meiner Meinung nach, aber das ist sicher Geschmacksache, denn jeder definiert Spannung anders.

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Ganz besonders beeindruckt hat mich die Dichte der vorhandenen Themen: Ästhetik, Ethik, Homosexualität, Alkoholismus.
Patricia Highsmith hatte eine außerordentliche Gabe, komplexe innerliche Vorgänge in glasklaren und treffsicheren Worten darzustellen, wie ich es von anderen Schriftstellern in dieser Perfektion nicht kenne.
Bemerkenswert, dass Highsmith diesen Roman 29jährig schrieb.

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Hier ein Ausschnitt, der mir wegen des Bildes besonders gut gefällt:
Guy erwachte mit schwerem Kopf und schweißüberströmt. Er setzte sich auf und ließ einen mißtrauischen Blick durch das Zimmer wandern. Glitschige, nasse Geräusche erfüllten es, als würde eine Schlange sich über den zementierten Hof winden und mit ihrem Schuppenpanzer gegen die Mauern klatschen. Mit einemmal erkannte er das Geräusch: Es war Regen, ein sanfter, silbriger Sommerregen. Er ließ sich auf das Kissen zurücksinken und begann leise zu weinen. Er dachte an den Regen, der in schrägen Bahnen fiel und zu fragen schien: Wo ist das junge Leben, das mich braucht? Wo ist die grüne Rebe, Anne, die uns in unserer Jugend die Liebe war?, hatte er letzte Nacht auf das zerknüllte Blatt geschrieben. Der Regen wusste, wo er das junge Leben fand, das ihn brauchte, ihn erwartete. Was in den Hof fiel, war nur Überschuß. Wo ist die grüne Rebe, Anne....

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Aus dem hervorragenden Nachwort Paul Ingendaays geht der zeitliche Kontext des Werks im Leben Highsmith hervor. Laut Ingendaay ist "Zwei Fremde im Zug" eine chiffrierte Autobiografie. Bezugnehmend auf Ihre zahlreichen Tage- und Notizbücher lässt sich diese Vermutung belegen.

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Abschließend bleibt mir noch zu erwähnen, dass ich im Laufe der Geschichte, nach anfänglichem Abscheu, immer mehr in den Bann Brunos (des Bösen) geraten bin. Er ist eine böse Figur, die ich sehr mochte. Lebendig, durchtrieben, aber enorm liebesfähig erscheint er mir tausendmal interessanter als Guy, die eigentliche Hauptfigur des Romas.
In einem Tagebuch vermerkt Highsmith: "I love him." !
Bruno ist eine Figur, die trotz ihrer Bösartigkeit nonchalant daher kommt und sich aufdringlich aber dennoch subtil in das Herz des Lesers schleicht.
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am 23. Juni 2004
"Zwei Fremde im Zug" ist ein Kriminalroman von Patricia Highsmith, der sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche beschäftigt. Zwei Männer treffen sich im Zug, der eine Guy Haines, ein junger Architekt aus Metcalf mit einer erfolgsversprechenden Zukunft und der andere Charles Bruno, Sohn einer reicher und angesehener Eltern, der auf der Suche nach dem perfekten Komplizen zu sein scheint.
Guy ist auf dem Weg nach Metcalf, seiner Heimatstadt, wo er die Scheidung von seiner Frau Miriam einleiten will. Mit ihr ist er schon seit zwei von drei Ehejahren nicht mehr zusammen, da Miriam ihn durch die ständigen Affären mit anderen Männern vertrieben hatte.
Bruno, der wie es scheint zúfällig im Zug den Platz gegenüber von Guy wählte, versucht diesen in ein Gespräch zu verwickeln. Widerwillig gibt Guy persönliche Details von sich preis, sodass Bruno sich ein Bild von ihm und der Situation machen kann in der er sich befindet. So spürt Bruno zum Beispiel die Wut und die Abneigung die Guy gegenüber seiner Frau empfindet, die zu allem Überfluss in jener Zeit noch ein Kind von einem anderen Mann erwartet.Charles Bruno nutzt die Gelegenheit um Guy die ideale Lösung seines Problems zu unterbreiten.
Er schlägt einen Mord über Kreuz vor. Er selbst tötet Miriam und Guy Charles Vater, den er abgrundtief hasst. Die beiden hätten kein Motiv, sogesehen der perfekte Mord.
Guy ist angewidert von diesem unmoralischen Gedanken und distanziert sich von Charles.
Dennoch verbindet die beiden Männer etwas, was nicht genau zu definieren ist. Ob eine homasexuelle Verbindung besteht wird nicht deutlich, obwohl Bruno eine große Abneigung gegenüber allen Frauen außer seiner Mutter zeigt. Guy hingegen ist bereits in einer neuen Beziehung und scheint keine sexuellen Gedanken gegenüber Charles zu haben. Er fühlt sich sowohl abgestoßen von dem Gedanken einen Mord begehen zu können,mehr ist er aber fasziniert von dem Menschen, der diesen Gedanken hegt.
Solch eine Person hatte er zuvor noch niemals kennengelernt und nie für möglich gehalten eine gewisse Sympatie für einen angehenden Mörder zu emfinden. Denn eins ist sicher, wenn Guy, Bruno nicht hilft den Plan durchzuführen wird es ein anderer tun.
Der Roman zeigt den Gewissenskonflikt eines Mannes, der auf dem besten Weg dahin ist ein erfolgreiches und erfüllte Leben zu führen. Allein seine Ehefrau könnte ihn noch daran hindern und so findet sich die absurde Idee an den perfekten Mord ständig in Guys Gedanken wieder. Die Autorin nimmt sich psychologische Tricks zur Hilfe um den Leser zu schockieren,zu manipulieren und letztendlich mit dem Verlauf des Romans zu beeindrucken. Sie zeigt die Wandelbarkeit eines Menschen und dessen Psyche und lässt die Leser über eigene Skrupel und Moralvorstellungen nachdenken.
a.graumann
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am 6. Februar 2010
Sicherlich war die Idee zu einem perfekten Mord, ihre Ausführung und das normale weiterleben nach der Tat auch zu Patricia Highsmiths Zeiten keine Neue. Doch ihre Umsetzung ist genial.

Guy Hains, ein junger talentierter Architekt, trifft in einem Zug Richtung Süden auf Charles Bruno, einem exzentrischen Alkoholiker. Widerwillig kommen die beiden ins Gespräch und nach unzähligen Whiskys enthüllt Bruno Hains seine Idee zu einem perfekten Verbrechen. Er könnte eine ungeliebte Person aus Hains' Familie ermorden, und als Gegenleistung solle Hains Brunos verhassten Vater töten. Angewidert von dem Gespräch und der Idee verlässt Hains Brunos Abteil und beide sehen sich eine zeitlang nicht. Dann wird Hains Frau Miriam, von der er sich scheiden lassen will, ermordet. Nach und nach begreift er, dass nur Bruno der Täter sein kann. Und tatsächlich belästigt Bruno ihn in der Folgezeit unablässig. Tägliche Telefonanrufe und Briefe treiben Guy in den Wahnsinn. Und dann steht Bruno vor Hains Tür. Immer öfter bedrängt er ihn, schickt Hains sogar Anleitungen zum Mord an seinen Vater. Guy Hains will damit nicht zu tun haben, doch Bruno erpresst ihn, droht seiner Verlobten Anne alles zu erzählen. Vollkommen verzweifelt begeht Haines schließlich die Tat, um die ihn Bruno gebeten hat: Er tötet seinen Vater. Daraufhin plagen Hains Schuldgefühle, er fängt an zu trinken und kann kaum noch schlafen. Schlimmer noch, lässt Bruno ihm kaum mehr in Ruhe. Er drängt sich in sein Leben, will an allem teilhaben.

Mit der Zeit verbindet beide eine Art Hassliebe. Oft erwähnt Haines, dass er Bruno liebe, kurz darauf hätte er aber auch kein Problem, ihn umzubringen. Diesen Zustand hält Highsmith bis zum tragischen Ende ihres Erstlingsroman, in dem die Frage nach Schuld und Moral allgegenwärtig ist.

Ich habe den Roman mit sehr großen Genuss gelesen. Highsmith ist eine hervorragende Erzählerin, die es versteht, mit wenigen Worten den Charakter ihrer Personen zu beschreiben. Mühelos schafft sie es Spannung und Tempo des Romans zu variieren und zu erhöhen. Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut und klug geschrieben.

Das Ende des Romans ist zwar an Hand des Handlungsverlaufs abzusehen, überrascht aber dennoch. Gerade in der Zeit, in der jährlich hunderte mehr oder weniger gute Kriminalromane veröffentlicht werden, sollte jeder der Krimis mag, auch mal wieder einen alten Klassiker" zur Hand nehmen und ihn genießen. Mit Zwei Fremde im Zug" ist Patricia Highsmith auf jeden Fall ein richtiger fein-psychologischer Spannungsroman gelungen.

Zwei Fremde im Zug
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am 1. Oktober 2011
"Zwei Fremde im Zug" ist Patricias Highsmiths berühmter Debütroman, der durch die Verfilmung von Alfred Hitchcock noch berühmter geworden ist. Hitchcocks Film hat allerdings nur wenig mit dem Buch zu tun. Die Handlung wurde auf den Mord übers Kreuz reduziert, die Charaktere sind eindeutiger und platter und vor allem ist der Schluss völlig anders. Hitchcock vereinfacht den Stoff auch, indem er Guy vom Architekten zum Tennisspieler macht.
Highsmiths Roman ist dagegen sehr viel komplexer und ist weit mehr als ein simpler Thriller. Guy Haines ist nicht mehr einfach nur der "good guy", sondern er ist ein stark indifferenter Charakter, der somit auch für das Böse empfänglich und verführbar ist. Die eigentliche Hauptperson ist Charles Bruno, der eine schwierige Beziehung zu Vater und Mutter hat, nach Liebe und Verständnis dürstet, bei Guy seine Projektionsfläche für seine Bedürfnisse findet und sich immer mehr zum Stalker entwickelt und so Guy in die Enge treibt. Wichtig ist auch Brunos Homosexualität, die Highsmith stark betont. Witzig finde ich, dass Bruno Bruno genannt wird, weil das nicht der intime Vor-, sondern der Nachname ist. Das schaffte eine gewisse Distanz zum Protagonisten.
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am 30. August 2009
Wider Willen ist Guy fasziniert von der Bekanntschaft, die er da im Zug gemacht hat: Bruno Charles ist ein jung, augenscheinlich wohlhabend, und verwöhnt. Und: er hasst seinen Vater. So sehr, dass er ihm den Tod wünscht. Und rasch hat er eine geniale Idee entwickelt: Wenn er, Bruno, Guys Ehefrau ermorden würde, und dieser dafür seinen Vater: dann gäbe es nie eine Spur zu ihnen. Sie kennen sich nicht, sie sind Fremde, sie haben kein Motiv.

Guy geht nicht näher auf diesen Plan ein, er wehrt ihn als Gedankenspielerei ab. Und fährt, seine Frau zu besuchen, um mit ihr die Scheidung zu vereinbaren. Aber das ist es nicht, was sie will: sie will mit ihm mitkommen, nach Florida, will jetzt, wo er als Architekt den Durchbruch feiert, am Erfolg teilhaben. Ohne ihn; schweren Herzens lehnt er den prestigeträchtigen Auftrag ab, fährt zu seiner Freundin nach Mexiko - und erfährt ein paar Tage später, dass seine Frau tot ist. Ermordet. Die Tat eines Verrückten, anders kann man es sich nicht vorstellen. Sollte Bruno? Nein, es ist zu absurd, diesen Gedanken zu Ende zu denken.

Doch es gibt bald keine andere Wahl: Bruno schreibt ihm - und macht eine unmissverständliche Anspielung. Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr; und was nun? Würde ihm jemand glauben, wenn er zur Polizei ginge? Hat er sich schon alleine durch das Anhören des Planes schuldig gemacht?

Guy schweigt. Aber Bruno nicht. Denn Bruno taucht immer wieder auf, empfindet sich als Bruder, als engsten Freund Guys - und er will, dass er seinen Teil des Planes erfüllt...

Das ist in groben Zügen die Handlung dieses Romans; aber das ist nur das Gerüst. Was das Buch noch 50 Jahre nach seinem Entstehen zu einer faszinierenden Lektüre macht, ist, was uns über Guys und Brunos Innenleben erzählt wird; über den verzweifelten Wunsch Brunos, von Guy akzeptiert, ja, geliebt zu werden. Trotz des genialen Planes, der darauf beruht, dass sie beide Fremde sind, kann er es einfach nicht lassen, Kontakt zu Guy aufzunehmen.

Und Guy? Guy wird von Schuldgefühlen zerfressen. Zu viel erzählt: schuldig. Geschwiegen, nachdem er es erfahren hatte: schuldig. Und schließlich: schuldig, irgendwann keinen Widerstand mehr leisten zu können.

Zwischendurch gibt es für den Leser zwar einige Längen zu überwinden; aber spätestens ab dem Zeitpunkt, da ihnen ein Privatdetektiv auf den Fersen ist, da kann man das Buch dann kaum noch aus der Hand legen: dieses langsame Einbrechen, der Verdacht, die Lügengebilde, in denen sich die beiden verstricken; man ahnt: das kann nicht gut ausgehen.

Es steckt in jedem von uns: das Gute, das Böse. Und jeder, aber wirklich jeder, ist zu einem Mord fähig - wenn er so weit getrieben wird. Ja, nachdem man dieses Buch gelesen hat, kann man diese Aussage nicht mehr als lächerlich abtun.

Eine Leseempfehlung!
Zwei Fremde im Zug
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am 22. Juni 2004
Buchrezension: Zwei Fremde im Zug ( Patricia Highsmith )
Patricia Highsmith's " Zwei Fremde im Zug " erschien zuerst im Jahre 1950, es strebte sofort Bestseller Status an und veranlasste einen der größten Filmemacher, Alfred Hitchcock, dazu einen Kriminalfilm aus der intelligenten Story zu schaffen.
Dieser Film erschien ein Jahr später.
Highsmith's aufgeweckte Lesergruppe, der es nicht an Realismus fehlt, kriegt einen einfachen aber durchaus sehr cleveren Plot vorgelegt, der es ermöglicht über das geschriebene hinauszudenken.
Highsmith's Buch konzentriert sich auf zwei junge Männer in ihren Zwanzigern, Charlie Bruno und Guy Haines. Charlie Bruno ist ein wohlhabender New Yorker, der es jedoch versteht durch seine Alkoholsucht erheblichen Ärger zu verursachen. Somit schließt sich die Lücke als er in einem Zug auf Guy Haines trifft, Guy hat sich von einem Texanischen Mittelstandkind hoch zu einem wichtigen Architekten gekämpft. Strebsam versucht Guy einer der besten Architekten Amerikas zu werden, bevor er sein dreißigstes Lebensjahr erreicht hat.
Unter normalen Umständen hätten diese beiden zwei verschiedenen Charaktere wohl nie zusammen gefunden, das Schicksal jedoch führt den extrovertierten Bruno mit dem eher introvertierten Haines zusammen, welcher nicht unhöflich erscheinen will.
Als Bruno erfährt das Guy eine schwere Scheidungssituation mit seiner Ehefrau Miriam zu bewältigen hat, macht Bruno ihm im betrunkenen Zustand den Vorschlag von einem Mord. Bruno erzählt ihm, mit seinem wissen aus mistery Romanen, das sie beide einen perfekten Mord begehen könnten in dem sie beide völlig Fremde umbringen würden, niemand könnte sie mit dem Mord in Verbindung bringen da es kein Motiv für die Tat geben würde.
Bruno möchte Guy dazu bringen seinen Vater umzubringen, welcher zwischen ihm und dem Familienreichtum steht. Der Grund für den Hass auf seinen Vater ist auch mit seiner sehr ungewöhnlich engen Beziehung zu seiner Mutter in Verbindung zu bringen.
Haines verlässt den Zug als Bruno seinen Alkoholrausch ausschläft und denkt dass er nie wieder etwas von ihm zu hören bekommt. Doch das tut er und zwar unter sehr bebängstlichen Begebenheiten.
Highsmith hat eine Begabung das Genre Kriminalroman mit einem guten Plot in Verbindung zu bringen. Durch ihre psychologischen Inhalte und dem hin und her wechseln der Handlungsorte wird der Leser in das Buch mit einbezogen.
Highsmith schafft es die Leserschafft zum nachdenken über Leben und Tod anzuregen und Urteile zu fällen wie man selbst damit umzugehen hat, und wie die Autoritäten mit der Gesellschaft in Verbindung stehen.
Die Autorin stellt die Frage ob nicht in jedem Leser/in ein kleiner Haines oder ein kleiner Bruno steckt.
Dennis Stiepermann
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am 15. September 2007
Wäre es nicht schön, so leicht seine Probleme zu lösen? Man steigt in einen Zug, trifft einen Unbekannten und der schlägt vor, einem ein Problem abzunehmen. Schwierig daran ist nur, daß es sich bei der Problemlösung ausgerechnet um Mord handelt. Daß das Abkommen, das die beiden Männer miteinander schließen, darauf beruht, sich das perfekte Alibi zu verschaffen, indem man den Mord, den man selber begehen will, einen anderen verüben läßt.

Patricia Highsmith hat mit diesem Roman den Durchbruch geschafft. Er wurde sogar von Hitchcock verfilmt. Sie hat ihn wieder und wieder überarbeitet, bis er veröffentlicht wurde. Er hat nichts von seiner Faszination verloren, was an der Tiefe liegt, mit der die Autorin ihre Protagonisten ausstattet. Das eine schlechte Gewissen, Unvermögen, sich über Skrupel hinwegzusetzen, bringt den anderen zu Fall. Ein wunderbares Kammerspiel, in dem gezeigt wird, wie man zum Mörder werden kann, wenn man nicht auf sich aufpaßt.
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am 1. November 2012
Warmduscher trifft auf Psychopathen und lässt sich in eine kriminelle Geschichte hineinziehen. Das Handlungsgerüst von Patricia Highsmith' erstem Roman (1950) wirkt allzu konstruiert, doch Strangers on a Train fesselt und beklemmt durchgehend - teilweise eine echte Nervenstrapaze für den Leser, mit sehr deutlichen Anklängen an spätere Highsmith-Romane wie die Ripley-Reihe. Die Autorin erzählt Strangers on a Train aus wechselnden Perspektiven und beschreibt die Figuren und ihre Psyche mit ebenso subtilen wie vielsagenden Details und Querverweisen, als habe sie schon zehn Jahre mit ihnen verbracht.

Ich hatte die englische Ausgabe von Norton und fand sie leicht lesbar - bis auf die zahlreichen drastischen Tippfehler. Die Verfilmung durch Hitchcock 1951 trifft in etwa die Stimmung des Romans, doch die Handlung wurde sehr deutlich umgebaut; vielleicht kein Wunder, wenn Raymond Chandler zu den Drehbuchautoren gehört.
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am 25. Dezember 2011
Mit "Zwei Fremde im Zug" debüttierte Patricia Highsmith 1950 als Romanschriftstellerin und erzielte sofort einen großen Publikumserfolg. Bereits in diesem Kriminalroman zeigen sich Markenzeichen, die ihren späteren Ruf als Krimikönigin festigen sollten: Eine ausgeprägte psychologische Facette sowie die Fokussierung auf die Motive und Umstände, welche den Taten zugrunde lagen, anstatt der Aufklärung dieser.

Als der junge Nachwuchsarchitekt Guy Haines auf einer Zugfahrt den verkommenen Herumtreiber Bruno kennenlernt, steckt er mitten in einer Ehekrise. Aber auch Bruno hat ein ausgepägtes privates Problem, denn wäre sein Vater tot, anstatt quicklebendig, könnte sich Bruno seiner stattlichen Erbschaft widmen. Es dauert nicht lange und Bruno unterbreitet Guy einen Vorschlag, der den jeweiligen Problemem Abhilfe schaffen soll: Ein Mord über Kreuz. Bruno tötet Guys Gattin und im Gegenzug muss Guy Brunos lästigen Vater beseitigen. Guy ist entsetzt über den niederträchtigen Plan und willigt nicht ein. Doch als einige Zeit später Guys Gattin tatsächlich ermordet aufgefunden wird und sich herausstellt, dass Bruno der Täter ist, fordert dieser von Guy die Einlösung seiner (angeblichen) Schuld...

PS: Der Diogenes-Verlag hat 2002 eine komplette Neuübersetzung des Werkes von Patricia Highsmith vorgenommen, welches unter anderem auch "Zwei Fremde im Zug" in einer erstmalig vollständigen Übersetzung der Originalausgabe von 1950, beinhaltet.

Der Roman ist absolut empfehlenswert und der ideale Einstieg in die Highsmith-Krimis, aus obig genannten Gründen am Besten in der Diogenes-Ausgabe!!!
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