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Kundenrezensionen

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am 9. April 2002
Das Leben beginnt als Röhre: Man nimmt auf, scheidet aus, kanalisiert Lebensmittel, Flüssigkeiten, Sauerstoff und Geräusche. Das jedenfalls glaubt die Protagonistin von Amélie Nothombs neuestem Geniestreich „Metaphysik der Röhren". Die Protagonistin ist ein einjähriges Baby, das glaubt, die Welt, das Leben und die Menschen bereits begriffen zu haben - bis es belgische Schokolade bekommt. Dies ist der Moment, da das Röhren-Wesen „Ich" denkt. Und „Ich" ist ein ausgesprochen exzentrisches Wesen. Es hält sich für Gott. Und zwar ganz einfach deswegen, weil es feststellt, dass die Umgebung bei jeder kleinen Reaktion in Freude ausbricht. Der Garten Eden, in dem dieses göttliche Kind lebt, befindet sich in Japan. Der Vater ist Konsul, passionierter No-Sänger und vermeintlicher Kanalarbeiter. Das japanische Kindermädchen ist der perfekte Untertan, betet das Kind an. Aber was wäre ein Garten Eden ohne die Vertreibung aus dem Paradies - die hier durch einen heiligen Karpfen ausgelöst wird.

Nothombs neuer Roman kreist um Existenz- und Transzendenz-Fragen, die das Dasein als Neugeborene und Kleinkind aufwirft. Damit nähert sie sich auf (für den Leser) amüsante Weise Problemen wie dem Ich-Welt-Konflikt, zersetzt Grenzen zwischen Erdachtem und Erlebtem und strickt die Gesamtheit kindlicher und menschlicher Nöte in Geflechte aus diffizilen Fragen, vagen Vermutungen und extraordinären Lösungen.
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am 18. Mai 2002
Für jeden Liebhaber der französischsprachigen Literatur ein Genuss. Wer kann, sollte es in der Sprache der Autorin, in französisch lesen. Das Buch ist unglaublich erfrischend, mitreißend und versetzt einen zurück in die Zeit, in der man als Kind mit den Tatsachen des Lebens konfrontiert wird. Zwar aus Sicht eines Kindes, eigentlich gerade aus der unbeeinflußten 'reinen' Empfindungs- und Urteilungsebene des Kindes, aber mit dem Intellekt des Erwachsenen. Ich werde auch die anderen Nothomb Titel lesen. Tolles Buch, unbedingt lesen!
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am 1. Dezember 2002
Wie fühlt sich ein zweijähriges belgisches Mädchen in Japan in den sechziger Jahren. Amelié Nothomb weiss es, sie beschreibt ihre ersten Lebensjahre aus der Sicht einer Zwei- bis Dreijährigen. Diese Unmöglichkeit ist ihr faszinierend gelungen.
Jung sein = eine leere Röhre sein, die mit Leben gefüllt werden kann.
Ihre Füllung waren belgische Schokolade der geliebten Oma, Karpfen namens Maria, Joseph und Jesus im Gartenteich und der No-Theaterspielende Vater, der gleichzeitig Diplomat ist.
Wirr, chaotisch und absolut unüblich.
Aber so empfindet wohl eine Zweieinhalbjährige diese fremde Welt.
Amélie Nothomb ist ein absolut eigenes, originelles Buch gelungen.
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am 15. April 2002
Die ersten drei Lebensjahre eines Diplomatenkindes in Japan oder die Autobiographie der frühen Kindheit von Amelie Nothomb. Bei der Geburt gab sie keinen Laut von sich. Auch danach blieb sie nahezu leblos, bis ein Stück weiße Schokolade sie aus der Lethargie befreite. Somit wurde aus hohler Materie der Röhre eine Gemüsepflanze. Ein Lebewesen mit ungewöhnlichen Gedanken, sensitiv und un-berechenbar. Genauso wie dieser Roman. Der Leser wird mitgenommen auf eine Ent-deckungsreise durch die Gärten Japans und nimmt teil an den Zerschmelzungen asiatischer Disziplin. Nicht so spannend wie "Der Professor" (1997) und nicht so sinnlich wie "Quecksilber" (2001). Dafür aber eben metaphysisch. Die skurrilsten und ungeahntesten Gründe und Zusammenhänge des menschlichen Seins aus der Sicht eines Kindes - jedoch alles andere als kindisch. Jeder Erwachsene, und solcher der es zu sein glaubt, wird an die Grenzen seiner Vorstellungskraft, ja vielleicht sogar an den Rande des Wahnsinns gelangen. Und stehen am Ende des Romans drei Karpfen die ein Leben verändern, so ist es für den ein oder anderen Leser gewiss der Roman als solcher. Eine literarische und psychologische Herausforderung, welcher man sich mutig stellen sollte.
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am 11. Januar 2006
Auch wenn der Titel des Buches zunächst einmal mißverständlich ist, es handelt sich hierbei um ein sehr interessantes Buch über eine Kindheit in Japan aus der Sicht einer 2 1/2-jährigen.
Ich war absolut begeistert von der Art, wie Amelie Nothomb das Kindsein und auch das Älterwerden beschreibt.
Natürlich nimmt sie dabei den Blickwinkel des Kindes ein, welches versucht mit "analytischen" Methoden seine Umgebung zu begreifen.
Hierbei entscheidet sich die kleine Amelie dafür anstatt Belgierin, Japanerin zu sein, da sie so von ihrem Kindermädchen als kindliche Gottheit verehrt wird, während sie bei ihren Eltern nur das Kind bleibt.
Amelie Nothombs Schreibstil ist erfrischend und philosophisch zugleich und ihre Art die Handlung aufzubauen ist äußerst innovativ. Ein typischer Amelie Nothomb Roman, der auch nicht dafür zurückschreckt, neue Perspektiven aufzuzeigen.
Also kurz gesagt: Ran ans Buch und lesen, lesen, lesen!!!
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am 23. September 2004
... ist dieses Buch, das ich wie im Rausch in einem Zug durchlesen mußte, weil es mich sofort total in seinen Bann schlug.
Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Mädchens von seiner Geburt an bis etwa zum dritten Lebensjahr und zwar aus der ganz und gar ichbezogenen Weltsicht des Kleinkindes. Dabei verfolgt der Leser, wie sich das Kind entwickelt und die Welt um sich herum wahrnimmt, vom Säuglingsdasein bis zum kleinen Mädchen.
Amélie Nothomb hat aus dieser ungewöhnlichen Perspektive einen Roman geschaffen, der vielschichtig und witzig ist, historisch exakt und voller bunter Charaktere. Das kleine Mädchen ist die jüngste Tochter des belgischen Botschafters in Japan um 1970 und so spielt sich die Handlung in der exotischen Welt eines Diplomatenhaushaltes ab. Es wird die Familie beschrieben, das Personal und der Wechsel der japanischen Jahreszeiten mit Schlaglichtern auf die japanische Kultur. All das ist stimmig und dicht gefügt. Da Amélie Nothomb selbst aus einer Diplomatenfamilie stammt, trägt der Roman autobiographische Züge.
Das Buch ist eine Klasse für sich, eine richtige Delikatesse, und qualitativ so gut, daß man erstmal nichts anderes mehr lesen mag.
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am 7. Juni 2002
Amelie Nothomb hat mich mit diesem Buch so in Ihre Welt gezogen, dass ich nun hintereinander alle 6 erschienenen Bücher von ihr verschlungen habe. Sie lernt einem zu geniessen und vieles neu zu überdenken und sich zu trauen!!! Trauen Sie sich, in Amelies Welt zu tauchen!
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am 24. Oktober 2002
Die ersten Seiten fand ich etwas irritierend, machten aber Appetit auf das Weiterlesen. Ein literarischer Genuss mit viel Witz, Ironie und Humor geschrieben. Die Schilderung einer überaus gebildeten Cosmopolitin ihrer ersten drei Kindheitsjahre in Japan, die Erinnerungen an die eigene - nicht exotische - Kindheit wachruft und überaus amüsant und informativ ist. Unbedingt lesen.
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am 11. Mai 2003
Mein erstes Buch von Amélie Nothomb - und noch das Beste. Die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich der ganzen Welt überlegen fühlt (und es wahrscheinlich auch ist) kann nicht schöner erzählt werden.
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am 15. Februar 2014
Amélie Nothomb benutzt die autobiografischen Skizzen ihrer allerfrühesten Kindheit in Japan fast ausschließlich zum Philosophieren. Mit dem Gewinn der Wahrnehmung geht für die Zweijährige ein fast idealer, ja "göttlicher" Zustand zu Ende, der Verlust der Unschuld tritt ins Leben, Moral und Enttäuschungen werden erlebt, aber auch grenzenlose kindliche Freuden und Abgründe.
Die belgische Exzentrikerin besticht durch ihre Belesenheit und ihren originellen Wortschatz und -witz, und macht aus dem kindlich-profanen einen großen weltanschaulichen Rundumschlag. Manch einer mag der Autorin vielleicht Selbstgefälligkeit oder Eitelkeit unterstellen; wem sie aber grundsätzlich sympathisch ist, der wird aus diesem Buch großen Gewinn ziehen.
Das Buch ist übrigens im Zusammenhang mit ihren anderen beiden japanisch-biografischen Büchern zu sehen (Mit Zittern und Staunen sowie Der japanische Geliebte), die mir von Nothomb bisher am besten gefallen haben.
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