Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More sommer2016 saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
29
4,3 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:12,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 14. August 2002
"Leo Kaplan", der letzte Roman des holländischen Autors Leon de Winter, ist viel gelobt worden. Zu Recht, wie ich finde. Natürlich geht es, wie in allen Romanen, die man in einem Bissen verschlingt, um die großen Gefühle: die Hauptfigur, der Schriftsteller Leo (seinem Schöpfer, darf man annehmen, nicht unähnlich), ist zerrissen zwischen seinen Begierden und der Sehnsucht nach der großen Liebe, zwischen gequälter Loyalität zu seinen kleinbürgerlichen jüdischen Wurzeln und der narzisstischen Pose des weltbürgerlichen Großintellektuellen. Ein Mensch, der die innere Leere mit tausend Worten füllt, der sich schreibend neu erfinden will und der doch nicht verhindern kann, dass sein brillanter Verstand immer wieder unter die Gürtellinie rutscht. Den Tiefpunkt hat er erreicht, als er in Kairo von einer minderjährigen Prostituierten beraubt wird und im Krankenhaus landet, und eben dort sieht er nach siebzehn Jahren seine große Liebe wieder...
Natürlich ist das alles nicht neu- es gibt überhaupt wenig Neues unter der Sonne- aber es ist ganz ungewöhnlich gut gemacht. Winter benutzt alle Techniken, vor denen die Lehrbücher warnen: Vor- und Rückblenden, ironische Erläuterungen des auktorialen Erzählers, häufige Perspektivwechsel (einmal spricht sogar ein Hund), eingefügte Anekdoten, die mit dem Hauptstrang nur wenig zu tun haben- und trotzdem hält alles zusammen und das intensive Lesevergnügen wird keine Sekunde gestört. Wie er das schafft, kann ich nicht erklären, es ist einigermaßen verblüffend. Handwerklich erinnert mich sein Vorgehen am ehesten an Milan Kundera- aber Winter ist komischer und weniger prätentiös.
Alle Figuren, große wie kleine, sind absolut glaubhaft. Sie sind nicht erfunden, keine Ideen auf Stelzen, sondern so lebendig, wie es Menschen auf Papier sein können. Vielleicht mit einer kleinen Einschränkung: die Dialoge, oft spritzig und intelligent, sind in der Diktion mehr oder weniger einheitlich; auf die Möglichkeit, die Figuren durch sprachliche Eigenheiten zu charakterisieren, verzichtet der Autor. Ich finde das in Ordnung- Manierismen a la Sam Hawkins („hihi, wenn ich mich nicht irre") halten 12jährige Karl-May-Fans für große Kunst. An dem Sonntag, an dem ich das Buch verspeiste, habe ich mich mindestens dreimal verliebt: in Ellen, in Hannah, in Paula.
Da ich mir das Privileg gönne, nur über Bücher zu schreiben, die ich liebe (obwohl auch Verrisse Spaß machen könnten, zum Beispiel über Harry Fulisch, den schönsten Autor aller Zeiten- aber das kann sein Landsmann Winter besser!!!) ist der Schluss immer derselbe: stornieren Sie das Kokain, schenken Sie sich die Cocktail-Party, sparen Sie den Eintritt für die Nobel-Disco und kaufen sich stattdessen dieses Buch!
22 Kommentare| 31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Dezember 2001
Der Schriftsteller Leon de Winter veröffentlicht seit mittlerweile mehreren Jahren nichts Neues mehr, was vermutlich damit zusammenhängt, dass er in die Filmwelt gewechselt ist und dort nach neuen Themen sucht, nachdem er sein bisheriges Lebensthema des Nachkommens von jüdischen Holocaust-Überlebenden in neun Romanen und diversen Erzählungen zur Genüge ausgeschöpft haben mag. Seine letzte Neuveröffentlichung, "Der Himmel von Hollywood", deutete dies bereits an. Wie gut ist es da, dass es aus der Zeit vor seinem internationalen Durchbruch mit "Hoffmans Hunger"(1990, deutsch 1993) noch mehrere nicht übersetzte Bücher gibt, die vom Diogenes-Verlag offenbar jetzt nach und nach auf Deutsch herausgegeben werden. Nach "Sokolows Universum" 1999 erschien in diesem Jahr "Leo Kaplan", das im Original bereits 1986 vorlag.
Leo Kaplan ist ein beeindruckendes Beispiel, was Kreativität und Phantasie vermögen. Die Geschichten sprudeln aus dem Autor nur so heraus. Kritisch kann man sicher zu diesem noch frühen Roman des bei der Verfassung noch sehr jungen Schriftstellers anmerken, dass es manchmal fast zuviel wird, weil man Probleme mit der Zuordnung bekommt, was sicher besonders für Leser zutrifft, die wegen ihrer Verpflichtungen, denen sie nachzugehen haben, nicht ständig an dem Buch "dranbleiben" können. Da die Ereignisse jedoch originell sind und geistreich und witzig erzählt werden, sieht man das gern nach und blättert bereitwillig zurück, um festzustellen, was man von der jeweiligen Handlungsfigur vorher schon gelesen hat; am Ende läuft nämlich alles wieder zusammen, und allein das ist schon eine ganz besondere Kunst. Der Diogenes-Verlag sollte möglichst bald an die Übersetzung der beiden Erzählungsbände gehen, die es von de Winter in niederländischer Sprache gibt; wer die unzähligen Geschichten, die den Roman "Kaplan" ausmachen, gelesen hat, kann sich nur vorstellen, dass es sich dabei um einen besonderen literarischen Leckerbissen handeln muß.
Worum geht es? Leo Kaplan, sicher eng vertraut mit dem Autor, ist Schriftsteller und befindet sich in einer Lebens- und Schreibkrise, obwohl oder vielleicht auch weil er noch nicht vierzig Jahre alt ist. Eine PR-Tour nach Rom will er eigentlich dazu nutzen, in Ruhe über neue Projekte nachzudenken. Doch er gerät dort von einer Turbulenz in die andere, so dass er dazu nicht im Geringsten kommt. Allerdings zwingen ihn die Ereignisse, besonders das Wiedertreffen seiner ersten großen Liebe, dazu, über sich und den Sinn seines Lebens nachzudenken und wie es zu seiner derzeitigen Lebenssituation gekommen ist. Es gelingt dem Autor, durch Rückblenden, die für manchen Geschmack gelegentlich zu sehr ausufern dürften, Kaplans Leben und seine nicht wenigen Liebschaften, aber auch die Lebensläufe der meisten anderen Protagonisten so anschaulich, sensibel und mit einer Leichtigkeit, eines der speziellen Merkmale dieses Autors, durchweg anrührend darzustellen, so dass man den überbordenden Stoff gern verzeiht. Das gilt gerade auch für die Sexszenen, bei denen exzellent benannt wird, was in Kaplan vorgeht und somit seine innere Zerrissenheit aufzuzeigen. De Winter war bei Verfassen dieses Romans noch erheblich jünger als sein Alter Ego Kaplan, und da meinte er wohl noch, möglichst alle Einfälle unterbringen zu müssen - aber was für Einfälle: So sollte ihm die Millionenerbschaft des Vaters, eines jüdischen, gesellschaftlich nicht gerade geschätzten Altwarenhändlers erst nach fünfzehn Jahren zufallen, es sei denn, er weise die Existenz eines beschnittenen Sohnes nach (übrigens sollte man sich als Nichtjude das besser nicht ausdenken). Das weitere Besondere an diesem Buch ist die Selbstironie, wo findet man das sonst; denn dem dem Autor so nahen Romanhelden passieren nicht wenige, überaus amüsante Missgeschicke. Leon de Winter macht sich nicht über die anderen lustig, ihr Handeln schildert er immer mit viel Verständnis und Einfühlungsvermögen, lieber schon belustigt er sich durch seinen Helden über sich selbst, eine Eigenschaft, die nicht unbedingt verbreitet ist. Wer also auf den ersten Seiten aus den benannten Gründen Probleme mit der Lektüre hat, sollte unbedingt weiterlesen, denn er wird reichlich belohnt.
0Kommentar| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2006
Der Schriftsteller Leo Kaplan ist Ende dreißig, als die Ehe mit Hannah zerbricht, nicht zuletzt, weil der promiske Autor hin und wieder Groupies beschläft. Daß es ihm Hannah gleichgetan hat, überrascht ihn. Daß die Ehe trotz der vermeintlich vorhandenen, vielleicht aber auch nur herbeigeredeten Liebe scheitert, wirft ihn aus der Bahn. Bei einer Lese- und Recherchereise nach Rom trifft er zufällig auf Ellen, seine unvergessene Jugendliebe, wenn man so will, eigentlich aber genau jene Frau, der er sein Herz unwiderruflich geschenkt hatte. Die Beziehung endete, weil sich Kaplan nicht öffnete, und er weiß nicht, daß Ellen das Kind, das sie damals trug, entgegen ihrer Behauptung niemals abgetrieben hat.

Der Schriftsteller scheint unfähig, sich jenseits der Reflexion durch das Schreiben auf das Leben einzulassen. Seine Betrachtung ist akribisch, er ist ein genauer Beobachter, aber es wohnt ihm eine gewisse Oberflächlichkeit inne. Alles, was er als Autor schafft, mißlingt ihm als Mensch. Fortwährend sieht er sich Mißverständnissen und Fehlschlüssen ausgesetzt, und darum geht es auch in der Hauptsache in diesem Buch: Um Mißverständnisse und falsche Interpretationen.

"Leo Kaplan" hat eine zuweilen verwirrende Struktur und liest sich gelegentlich wie willkürlich zusammengefügt. Aber auch das ist ein Trugschluß, wenn auch de Winter, der Meister des unbefriedigenden Endes, einige Fäden locker herabhängen läßt. Denn meistens ist es nur ein wunderschönes Buch über die Liebe, voller Weisheit, schonungsloser Offenheit und, was selbstverständlich scheint, hoher literarischer Qualität.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2006
Leo Kaplan steckt nicht nur schriftstellerisch in der Krise. Seine Frau hat ihn rausgeschmissen, weil sie seine ewigen Affären nicht mehr ertragen konnte und sich jetzt selber einen Liebhaber gesucht hat.
In einer abgesifften Absteige sinniert er nun über sein Leben nach, er ist als Sohn eines jüdischen Schrotthändlers in einer holländischen Stadt aufgewachsen, konnte den "sehr jüdischen" Erwartungen seiner Eltern nie gerecht werden - und hat sehr jung seine erste Freundin Ellen geschwängert.
Aufgrund eines falsch verstandenen Satzes kam es zum Bruch zwischen den beiden, Leo ist danach zwei Ehen mit anderen Frauen eingegangen, die beide nicht hielten.
Auf einer Lesereise in Rom trifft er Ellen zufällig wieder, deren Mann dort bei der Botschaft tätig ist. Doch zunächst läuft dieses Wiedersehen gar nicht nach Wunsch ab...
Leo Kaplan ist zumindest, was seine Einstellung zur Liebe betrifft, nicht gerade mein Fall, aber trotzdem habe ich dieses Buch mit großem Genuss gelesen. Leon de Winter ist ein Meister der Zeitsprünge. Man verliert nie den Faden, sondern schaut einfach zu, wie sich ein Puzzleteil von Leos Leben zum anderen fügt, wie sich das Leben scheinbar unzusammenhängender Personen durch Kleinigkeiten plötzlich verbindet. Obwohl der Protagonist tief in der Krise steckt, ist es kein selbstmitleidiges Jammerbuch, sondern von einem hintergründigen Witz geprägt, über den ich manchmal einfach nur grinsen musste.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. April 2002
Das Buch ist o.k., aber nicht wirklich sensationell. Die - fast möchte man sagen - bei de Winter übliche Geschichte vom Schriftsteller, der mit sich und der Welt hadert und nebenbei etliche Frauen als Ruinen hinterläßt. Dazu ein Schuß jüdischen Weltschmerzes.
Insgesamt also wenig neues. Das ganze ist verpackt in eine nach Pathos triefende (Jugend-)liebesgeschichte, die alle seine Probleme lösen soll/te. Dennoch ist sein Stil sehr unterhaltsam und phasenweise amusant geschrieben, was das lesen doch lohnt.
Fazit: Es gibt besseres von ihm. z. B. Hofmann's Hunger oder Supertex.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. September 2001
Doch Leon de Winter hat genau gewußt, was er da schreibt. Es geht um die Wehmut, wenn man auf die Vergangenheit zurückblickt. Die Erkenntnis, dass die Dinge, die man getan hat, nicht zu revidieren sind. Man hat keine zweite Chance. Leo Kaplan fühlt sich gescheitert. Er ist kein böser Mensch allerdings auch kein guter. Seine große Liebe ist gescheitert, dafür gibt er lange seiner Freundin die Schuld. Seine Ehe mit Hannah ist gescheitert und er leidet und will eigentlich ihr die Schuld geben. Doch dann fängt langsam die Erkenntnis in ihm an, daß er Fehler gemacht hat. Und daher das Gefühl des großen Scheiterns - was wußte er denn schon von seinen Eltern, wie war der Verlust für ihn als sie starben. Warum sind denn seine Beziehungen gescheitert? Weshalb ist er kein wirklich guter Schriftsteller? Und warum kein guter Jude? Er fühlt sich nicht zu Hause, zerrissen, erschöpft. Der anderen Bewerterin muß ich leider sagen: Die Sexszenen sind notwendig, weil sie seine innere Zerissenheit verdeutlichen. Er sucht Harmonie und nimmt nur den Sex. Ich finde das Buch hervorragend und Leon de Winter wird ab jetzt einen festen Platz in meinen Bücherschränken haben.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juni 2011
"Leo Kaplan" ist vieles gleichzeitig: eine Liebesgeschichte (anrührend, traurig, romantisch), ein Macho-Roman (dieser Kaplan ist verrückt nach Frauen und nimmt sie sich, wie es scheint, recht wahllos), eine Familiensaga (es werden ausführlich die jüdischen Wurzeln des Protagonisten beleuchtet, viele Rückblenden führen in die Kindheit und Jugend - und viele Macken Kaplans werden angesichts der Familienkonstellation erklärt) und natürlich die Story eines übertölpelten Ehebrechers, dem es plötzlich die Gattin mit gleicher Münze heimzahlt. Alle diese Fäden spinnt Leon de Winter gekonnt zu einem großen Roman, der seine Leser angerührt zurücklässt.
Wer nicht nur nach Mainstream sucht und etwas für jüdischen Humor übrig hat, sollte "Leo Kaplan" lesen!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. August 2015
Das Buch wurde mir von einem guten Freund empfohlen. Er, in einer hohen Position bei einer Bank beschäftigt, seine Frau Anwältin. Er ist ständig auf der Suche nach einem tollen Startup zum Arbeiten, hat aber Angst davor sein Gehalt zu opfern. Und sie ist so wenig empatisch, dass keiner seiner Freunde sie mag. Ist es Unsicherheit? All das hat scheinbar nichts mit dem Buch zu tun und doch hat es mir Welten eröffnet.

Ich mag den jüdischen Aspekt des Buches und auch viele Geschichten darin sind berührend und absolut glaubwürdig. Aber warum wurde mir das Buch so empfohlen? Ich denke es liegt daran, dass es einerseits die Lebenslügen unser aller aufdeckt und andererseits die unendliche Sehnsucht nach der Jugendliebe wiederentdeckt. Oh ja, ich könnte mich wiederfinden!

Aber am Ende ist das Buch leider nur dieses. Ich sehe all das, was mir mein Freund seit Jahren vorjammert: er liebt seine Frau nicht, hasst seinen 150K Job und würde viel lieber wieder Single sein, mit der gleichzeitigen Angst eine tolle neue (und jüngere) Frau kennen zu lernen. Bis dahin verstehe ich die Empfehlung.

Aber ich musste mich mit vielen Flaschen Weißwein und Kippen durch dieses Buch kämpfen und es ist bei Weitem kein Meisterwerk.

Für Alle die unglücklich gebunden sind und ihre Lebenslügen in diesem Buch wieder entdecken, ist das sicherlich ein guter Fund (auch mir ging es so). Klar aus einer männlichen Perspektive geschrieben beschreibt es doch sehr gut die männliche Dummheit.

Trotzdem ist Leo Kaplan für mich ein etwas zu kurz greifendes Stück von eben dem. Get a grip man! Alles ist realistisch aber was will ich mit einer Luxuswurst, die sich in keinster Weise weiter entwickelt wie Leo Kaplan? Ist es real? Oh, ja! Es ist die typische Story eines End-30ers in gehobener Position. Wenn das diese Bestätigung ist, dann sollte das Buch wohl 5 Sterne bekommen.

Ansonsten ist es aber nichts als eine Beschreibung von veränderbaren Verhältnissen gutlebender Europäer, die sich vor Luxusproblemen nicht im Leben zurecht finden.

Am Ende ist es leider eine Beschreibung des Lebens meines Freundes. Absolut real, aber doch nur eine wohltuende Bestätigung der eigenen Genugtuung im eigenen Angst erfülltem Leben.

Aber vielleicht ist es genau das was viele hier wieder entdecken. Wenn es ehrlich ist, dann ist das Buch definitiv eine Lesung wert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Januar 2014
wird hier intensiv bedient - nach meinem Geschmack etwas zu sehr. Der Autor kokettiert immer wieder mit Zitaten jüdischer Texte, wobei der normale Leser wohl nicht beurteilen kann, ob diese Zitate korrekt sind. Dass sie immer angebracht sind, finde ich nicht. Dann folgen allzu oft trivial-religiöse Deutungen. Sie sollen vielleicht gedankliche Tiefe anzeigen, wirken auf mich aber häufig nur sehr bemüht und manchmal auch ziemlich deplatziert. Das ganze wird dann noch verquirlt mit drastischen sexuellen Gedanken und Szenen. De Winter hat später zum Glück bessere Romane geschrieben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. November 2002
Wie viele Geschichten in diesem Buch stecken, weiß ich nicht und ich bezweifle, dass irgendein Leser das auf Anhieb sagen kann.
Leon de Winter versteht es, aus jedem Detail eine neue kleine Geschichte zu erzählen, springt von Holland nach Italien und wieder zurück, vergisst aber nie seinen roten Faden, der vor allem Leo Kaplan, der Titelfigur, folgt.
Leo Kaplan ist auf der Suche nach der Liebe. Genau wie die meisten anderen Figuren, die alle derartig prall und lebendig gezeichnet sind, dass es eine Lust ist, sich dem Sog der Erzählungen hinzugeben.
Was dieser großartige Erzähler allein aus einer rosa Tischdecke fabriziert: Man muss es gelesen haben. Oder aus einem spritzigen Gorilla: Herrlich.
Empfehlenswert besonders in der düsteren Jahreszeit. Da wird einem gleich warm ums Herz und manchmal auch ganz schön heiß. Aber mehr verrate ich nicht.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

11,00 €