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Kundenrezensionen

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am 5. August 2006
Eine junge Frau beschließt zu sterben, weil ihr (ziemlich Punk-like) das Leben, was wir so führen, zu öde wird: morgens raus, zur Arbeit, mittags dann Brot essen, wieder arbeiten, später noch ein Glas in der Bar kippen, dann ins Bett, um am nächsten Morgen wieder aufzustehen und zur Arbeit zu gehen? Nein, das kann wahrlich nicht das Leben sein!

Aber der Suizid misslingt und sie landet in einer Anstalt. Können wir erst richtig leben, ohne uns Gedanken um das Morgen, und Gestern zu machen im Angesicht des Todes? Es scheint fast so. Gerade heute in der Zeit, wo Konflikte und Kriege sich immer mehr ausweiten und brutaler und gefährlicher werden, könnten wir morgen schon tot sein und leben doch, als würden wir nie sterben. Wahrscheinlich wäre die Welt ein Stück anders, wenn wir alle das Schicksal von Veronika mit erleben würden oder selbst erleben würden, denn dann wären wir alle ein Stück anders.

Einziger Kritikpunkt, manchmal, nur manchmal fand ich einige Passagen etwas langgezogen, obwohl ich sonst nichts gegen Philosophie habe und selbst sehr nachdenklich-philosophisch bin.
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am 6. April 2002
Sie kennen das: Eine lange Bahnfahrt vor sich, Sie sind die Strecke schon tausenmal gefahren, der Blick aus dem Fenster bietet keine Überraschungen mehr... Wohlwissend haben sie sich Lektüre mit auf den Weg genommen, vielleicht wahllos...
Veronika muß man einfach verstehen. Nicht nur, warum sie- endlich- versucht, sich das Leben zu nehmen, sondern auch, warum sie so ernüchtert ist, als sie sieht, daß sie es nicht geschafft hat: Im Himmel gibt es keine Neonröhren.
Ein grandioses Werk, etwas für jene, die vielleicht selbst schon einmal vor der Frage standen, für wen eigentlich jeden Morgen die Sonne aufgeht. Ich liebe dieses Buch, die Figur Veronika und habe am Ende fast meinen Bahnhof verpaßt.
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am 22. April 2012
So erklärt Paulo Coelho sowohl Depression als auch Schizophrenie. Man muss psychisch gesund sein, um das als 'inspirierend' oder 'poetisch' zu empfinden, denn nichts könnte falscher sein, und nur wenig ist gefährlicher für Betroffene, als eine Gesellschaft, in der diese ahnungslose, realitätsfremde Vorstellung propagiert wird.

Depression ist eine oft tödlich verlaufende Krankheit, die für die Betroffenen unendlich viel Leid verursacht. Trauer, Einsamkeit, Selbsthass, ständige, vernichtende Erschöpfung, der Verlust der Fähigkeit, irgend etwas als angenehm zu empfinden, ständiger, blanker psychischer Schmerz, von dem man nur noch will, dass er endlich aufhört, um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.
Und die Symptome einer Schizophrenie sind keine bunte Traumwelt, in der man vor Langeweile Zuflucht sucht, was auch der Grund dafür ist, dass Schizophrenie auch sehr oft tödlich verläuft. Schizophrenie ist eine komplexe, vielgestaltige Krankheit mit wesentlich mehr Symptomen als bloß Halluzinationen - und sofern eine Betroffene Hallunzinationen hat, sind diese typischerweise bedrohlich bis grauenerregend und alles andere als eine nette Abwechslung zur Langweile des Alltags. Schizophrenie beraubt einen genau so wie Depression der Fähigkeit, am Alltag teilzuhaben. Sie isoliert, belastet, macht Angst, oft in einem Ausmaß, dass die Betroffenen nur noch sterben wollen, damit es endlich aufhört.

Ich weiß nicht, wie Coelho es vor sich selbst verantwortet, über zwei so schwere, so vernichtende, so oft tödlich verlaufende Krankheiten geschrieben zu haben, ohne vorher auch nur fünf Minuten in Recherche investiert zu haben. Seine Ahnungs- und Verantwortungslosigkeit ist jedenfalls schlimm.
Lest stattdessen ein Sachbuch über Depression oder Schizophrenie. Danach fühlt man sich als gesunde Person zwar sicher nicht 'inspiriert', aber man ist informiert, und damit tut man denen, die es brauchen können - nämlich den an Depression oder Schizophrenie erkrankten - einen wesentlich größeren Gefallen.
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am 19. Januar 2011
Da ich zu den größten Kritikern Paulo Coelhos gehöre (der Alchimist als misslungenstes Werk allen voran) war es eher Zufall, dass ich auf das Buch stieß. Eigentlich interessierte ich mich vielmehr für den Film, dessen Vorschau ich im Fernsehen sah. Schnell kam ich jedoch dahinter, dass die Geschichte ein Buch Coelhos war, lieh es mir von meiner Schwiegermutter und fing an - frei von jeglichen Erwartungen - zu lesen. Der sachliche Inhalt wurde ja hier nun schon zur Genüge platt getreten, wobei ich mich immer wieder über die Aussage der 1-Sterne-Bewerter zum Thema "Stereotypen" wundern musste - allen Anschein nach waren diejenigen noch nie in einer solchen Institution und haben auch sonst nicht viel mit, wie Coelho es eigentlich ganz treffend nennt "VerRÜCKTen" zu tun. Wie dem auch sei, am Meisten störte mich die sich immer wieder wiederholende (abgeguckte) Aussage jener Rezensenten, das Buch sei "Banal". Ich vermute jeder, der dieses Buch als banal betrachtet, ist einer derjenigen Menschen, die noch viel zu sehr in dem Stadium stecken sich der Gesellschaft anzupassen und krampfhaft versuchen nicht "verrückt", nämlich anders, nämlich instinktiv sie selbst zu sein. Denn nur so ist zu erklären, warum sie mit der Aussage des Buches nichts anfangen können. Es kommt in diesem Buch nicht darauf an, wie überzeugend oder authentisch die Charaktere einen realen Psychatriealltag darstellen. Dies ist ein buch um zu sich selbst zu finden und sich darüber bewusst zu werden, dass man niemandem etwas schuldet außer sich selbst.
Zugegeben, die 2-3 Anspielungen Coelhos auf sich selbst fand ich auch störend, aber sie sind Gott sei Dank nur am Rande zu finden.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch jedem, der selbst Erfahrungen mit psychosomatischen Symptomen gemacht hat, der selbst schon mal Angst hatte als "verrückt" bezeichnet zu werden, der das Gefühl hat sich um jeden Preis einer Gesellschaft anpassen zu müssen, der selbst einmal in einem tiefen Loch saß und keinen Ausweg mehr sah. Allen Anderen rate ich: Finger weg - die Lektüre ist etwas für fortgeschrittene "Verrückte", nicht für Anfänger, die mehr mit leugnen als mit sich selbst beschäftigt sind...
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"Veronika beschließt zu sterben" von Paulo Coelho beschreibt die Geschichte einer jungen Slowenin, die ebenso gut DEINE Geschichte sein könnte! Welcher Mensch ist bisher noch nie in seinem Leben an sich und seiner Umwelt verzweifelt?
Die junge Veronika hat eigentlich alles was ein Mensch zum Leben braucht, hat einen sicheren Job, ist jung und gesund, nicht auf den Kopf gefallen, zu allem "Elend" sieht Sie offenbar auch noch gut aus, hat Chancen beim anderen Geschlecht - es will ihr nur nicht gelingen sich an ihrem Leben zu freuen... - sie fühlt sich leer, ausgebrannt, so als würde sie im Leben nicht einmal mehr die Kraft haben sich vom Leben selbst überraschen zu lassen... - Sie sieht nur noch einen Ausweg und beschließt zu sterben um Friede zu finden.
Ob Sie die Kurve bekommt? Sie den Willen zu leben zurückgewinnt und Ihr dieser Gewinn denn auch noch möglich bleibt? Spannend zu lesen - ein Buch voller Hoffnungen!
Alleine schon der Einstieg in diese Geschichte, das ist pure Spannung! Coelho hat sich nicht die Mühe gemacht eine Geschichte langsam aufzubauen, er lässt dieses Buch mit einem Knall beginnen und einem das Echo dieser Explosion Seite um Seite bestaunen!
Der Alltag in dieser Nervenheilanstalt die genügend Unterschlupf für Menschen bietet die ihre jeweils eigene kleine Welt erleben und es genießen sich von der "Großen (angeblichen) Normalität" vor den Toren der Anstalt zu verstecken - es ist spannend die "Nachbarn" von Veronika zu erleben, zu erfahren und letztlich zu erkennen, dass Nichts den Anspruch erheben darf "NORMAL" zu sein und Niemand einen Menschen in "Normal" oder "Verrückt" einstufen darf, nur weil er nicht der "Norm" der Masse entspricht!
Ein Buch das wirklich anregt sich Gedanken zum eigenen Leben und zum Umgang der Gesellschaft mit der Thematik "Selbstbestimmung" - und sei es über das eigene Leben - zu machen! Großartig!
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am 28. Mai 2013
Kurzbeschreibung:

Veronika hat sich lange Gedanken darüber gemacht, wie sie sich umbringen sollte. Sich zu erhängen oder eine Kugel in den Kopf zu schießen kommt aus vielen unterschiedlichen Gründen nicht in Frage. Deshalb greift sie zu Schlaftabletten. Eine große Menge davon schluckt sie und fällt kurz darauf in eine umarmende Dunkelheit. Nur um etwas später in einem Sanatorium aufzuwachen. Der Selbstmordversuch ist gescheitert und nun muss sie einige Zeit in der Anstalt verbringen, mit scheinbar gleichgesinnten – Verrückten. Aber schnell entwickelt sie einen Draht zu den Patienten und muss lernen, dass es keinen allzu großen Unterschied zwischen dem Leben und dem Verrückt sein gibt.

Erster Satz: Am. 11. November 1997 entschied Veronika, jetzt sei es – endlich – an der Zeit, sich das Leben zu nehmen.

Meine Meinung:

Diogenes ist nicht grad ein Verlag zu dem ich allzu oft greife – eigentlich nie, aber dieses Buch wollte ich ausprobieren. Der Titel “Veronika beschließt zu sterben” hat mich total neugierig gemacht: wie kann man sowas wie das Sterben – das Beenden eines Lebens – einfach so beschließen? Nun konnte ich meine Neugierde wirklich nicht mehr unterdrücken und hab zum Buch gegriffen und meine Antwort erhalten.

Ich muss nach dem Lesen sagen, dass mich das Buch in vielen Punkten sehr überrascht hat. Ich habe ein depressives und melancholisches Buch erwartet, dass nur so vor Trauer triefen würde, aber ich habe was ganz anderes bekommen. Eine Liebeserklärung. Eine Liebeserklärung an das Leben. Mir ist bewusst, dass das ziemlich makaber klingt, wenn man den ziemlich düsteren Titel bedenkt, aber wenn man das Buch gelesen hat versteht man es. Man erkennt etwas, was man immer, irgendwo im Unterbewusstsein kannte, nur nie beachtete.

Veronika ist eine sehr interessante Protagonistin der Paulo Coelho sehr viel emotionale Tiefe und Entwicklung gegeben hat. Durch das Buch hinweg hat man Veronika im Sanatorium begleitet, ihr gelauscht und versucht zu verstehen, warum sie tat, was sie nun mal angeregt hat sich umzubringen. Aber sehr gut fand ich, dass man die Geschichte durch ihre Augen sah, durch Veronikas Filter sozusagen, der sich im Laufe des Buches sehr verändert. Damit wirkt die Moral die Coelho “lehrt” nicht belehrend sondern Lebensnah. Denn eine Moral braucht jemanden der sie verstehen soll und Veronika ist genau die, und zu sehen, wie sie diese Moral im Laufe der Handlung immer mehr versteht, lässt die Moral echter wirken, oder einfach verständlicher.

Paulo Coelho’s Schreibstil ist sehr poetisch, wenn doch zu gleich sehr verständlich. Der einzige Grund, warum man einige Sätze mehrmals lesen müsste, ist einfach weil die Sätze so schön sind. So steckt in jedem Wort eine Wirkung auf die Leser und man genießt das Buch, man schätzt es wertvoll ein.

Coelho verwendet im Buch oft einen Perspektiven Wechsel, so wird die Geschichte nicht nur von der Sicht von Veronika, sondern auch anderen Patienten und sogar Doktoren erzählt. Dieser Wechsel bietet dem Leser eine Möglichkeit viele Facetten und Meinungen zum Leben zu holen. Jede Sichtweise unterschiedet sich von der anderen, aber doch hatten sie alle das Leben im Fokus. Alle erzählten sie von ihren Versuch sich anzupassen und bloß nichts zu riskieren, bloß nicht als Verrückt zu gelten, und dass sie dann am Ende doch in einer Psychiatrie landen, ist zum einem zwar die pure Ironie, aber auch der Moment in dem sie die Augen öffnen und verstehen, dass es im Leben nicht darum geht, irgendwelchen Regeln hinterher zu jagen, sich in einer perfekten Gesellschaft anzupassen. Das Leben soll man leben. Es nutzen und verrückt sein, denn sie sind die Glücklichen. Das nehme ich von dem Buch mit und obwohl mir das irgendwie schon immer klar war, war diese “Erinnerung” daran doch vielleicht nötig.

Fazit:

“Veronika beschließt zu sterben” ist eine bizarre Liebeserklärung an das Leben, die dem Leser festhält und lange nach dem Beenden des Buches noch begleitet.
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am 23. August 2014
Wenn ich mir hier all die überaus positiven Rezensionen anschaue, bin ich fast versucht, mich zu fragen, ob ich das gleiche Buch gelesen habe.
Ich habe mich in den letzten Jahren mit zahlreichen Texten über psychische Erkrankungen beschäftigt; über 'Veronika beschließt zu sterben'' stolperte ich dabei immer wieder und beschloss daher - auch aufgrund der vielen guten Kritiken - , es zu kaufen.

Inhalt:
Der Roman beginnt damit, dass die junge Frau Veronika aufgrund permanenter Langeweile und in Ermangelung nahender Besserung ihres Lebens überdrüssig ist, weshalb sie beschließt, sich umzubringen - was ihr jedoch nicht gelingt. Stattdessen landet sie in der Psychiatrie Vilette. [weiter möchte ich ungern spoilern]
Figuren:
Ab dem Moment, in dem Veronika in Vilette erwacht, kommen weitere Nebenfiguren hinzu, unter anderem der Oberarzt Dr. Igor - der Veronika eröffnet, dass sie infolge ihrer Tablettenüberdosis nur noch wenige Tage zu leben hat-, die depressive Zedka oder der schizophrene Eduard.
Coelho gelingt es bei keiner dieser Figuren, platte Klischees zu überwinden und einzigartige Figuren zu zeichnen. Allein schon durch die hohe Anzahl an Nebenfiguren, die er jeweils ihre eigenen Geschichte erzählen lässt, wird Veronika selbst immer mehr zur Nebenfigur. Statt einer oder zwei Figuren ein tiefgreifendes und facettenreiches Profil zu verleihen, zu der man als Leser auch einen Bezug aufbauen kann, zeichnet Coelho gleich insgesamt 5 Figuren nebeneinander, allerdings fad und klischeehaft.

Bei der Beschreibung der Krankheitsbilder verhält es sich ebenso - und das von einem Autor, der sich doch unter anderem dadurch profiliert, selbst bereits drei Psychiatrie-Aufenthalte durchlaufen zu haben - da könnte man doch ein wenig mehr Ahnung und Feingefühl für ein solches - durchaus ernstes - Thema erwarten.
Wie man bereits dem Klappentext entnehmen kann, entdeckt Veronika durch die Konfrontation mit dem eigenen Tod ihre Lebensfreude wieder - in meinen Augen ist das Pseudopsychologie vom feinsten. Wer ernsthaft den Schritt wagt, sich das Leben nehmen zu wollen, wird wohl kaum aufgrund eines solchen Vorfalls plötzlich alles ganz anders sehen. Darüberhinaus wird ihr Gemütszustand und der der anderen Insassen scheinbar gerne als 'Verrücktheit' trivialisiert und auch romantisiert, und das halte ich nun doch für sehr gewagt und gefährlich.
Die Quintessenz des Buches lautet in etwa, dass 'normal' und 'verrückt' von der Gesellschaft konstruierte Konzepte sind, aus denen es auszubrechen gilt, um die eigene Individualität entfalten zu können (Überraschung!), was dann auch allzu gerne auf jede der Figuren immer und immer wieder übertragen und während des gesamten Buches auf gefühlt jeder zweiten Seite wiederholt wird. Soweit, so gut, aber solche Aussagen in Verbindung mit depressiven und suizidalen Figuren - die sicher nicht als einfach nur 'ein wenig verrückt, aber einzigartig und gut so' zu klassifizieren sind- sind wohl etwas sehr daneben.
Der Handlungsverlauf bleibt nicht im Gedächtnis, alles plätschert so vor sich hin. Ich habe das Buch mehrmals weglegen müssen und konnte keine so rechte Beziehung dazu aufbauen.

Dieser esoterische, pseudowissenschaftliche Blödsinn in Verbindung mit einem Schreibstil, der mich ganz stark an das Niveau von Mittelstufe-Aufsätzen erinnert, haben es mir sehr schwer gemacht, das Buch zu lesen - etwa 20 Seiten vor dem Schluss musste ich es dann auch beiseite legen, was mir so schon seit Jahren nicht mehr passiert ist.
Für Leute, die sich nur oberflächlich mit dem Themenkomplex beschäftigen wollen, ist das Buch vielleicht durchaus geeignet.
Ich fand es durch und durch schrecklich und misslungen, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der Ansatz eigentlich viel Potential haben könnte, was in diesem Roman aber alles andere als sinnvoll genutzt wurde.
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am 23. Juli 2006
Paulo Coelho erzählt in diesem Buch von den alltäglichen Verrücktheiten des Lebens und wie wichtig es ist, sich diesen hinzugeben. So wie die Protagonistin Veronika, die nach einem gescheiterten Versuch, ihr eintöniges und ihrer Meinung nach nicht weiter lebenswertes Leben zu beenden, in einer geschlossenen Anstalt aufwacht und erfährt, dass sie einen schweren Herzfehler davongetragen hat, dem sie höchstwahrscheinlich innerhalb einer Woche erliegen wird. Im Bewusstsein des Todes erlangt sie das Bewusstsein vom Wert des eigenen Lebens und Coelho zeigt durch ihre Geschichte, wie schön das Leben sein kann, wenn man sich von gesellschaftlichen Zwängen loslöst und kleine Verrücktheiten zulässt, denn diese machen das Leben lebenswert und spannend.

Die einfache, leicht verständliche Sprache macht das Buch zu einer lockeren Lektüre, die jedoch Tiefgang hat und eine klare Botschaft vermittelt: Verwirkliche deine Träume und lebe dich aus. Einfach, aber vielfältig zieht sich diese Botschaft so dominant durch das ganze Buch, dass wenig Raum für eigene Interpretationen bleibt, allerdings ist das Buch so reich an verschiedenen, authentischen Charakteren sowie Weltanschauungen und Lebensweisheiten, dass die Vielseitigkeit wiederum überzeugt. Normalität wird relativiert, Verrücktheit erscheint auf einmal positiv und sich festgesetzte Denkweisen werden über den Haufen geworfen und auf den Kopf gestellt, wodurch der Leser beginnt, einen anderen Blickwinkel anzunehmen und das Leben in der gegenwärtigen Gesellschaft zu hinterfragen.

Alles in allem ein gelungenes Buch, das durch seine Authentizität besticht und sicherlich jeden Leser zum Nachdenken anregt, sei es über das eigene Leben oder das Leben mit anderen.
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HALL OF FAMEam 2. Juni 2003
... schätzt man das Leben wieder mehr. Zu diesem Schluss scheint auch Paulo Coelho gekommen zu sein. Veronika beschließt zu sterben ist - schlicht gesagt - eines der schönsten Bücher, die man finden kann, davon bin ich überzeugt, auch ohne alle Bücher dieser Welt gelesen zu haben.
Denn liest man diese Zeilen - diese wunderschön geformten Sätze, in denen man sich sofort verliert - wird einem wieder klar, was im Leben eigentlich zählt, was wirklich wichtig ist. Und man macht sich Gedanken. Das ist wohl etwas, was unserer heutigen Welt ein bisschen verloren gegangen ist - das Nachdenken.
Außerdem ist dieses Buch eines der wenigen, wo von Anfang bis Ende nichts auszusetzen ist und eine solche Leistung haben, meiner Meinung, bisher nur wenige vollbracht und zu ihnen zählt mit Sicherheit Paulo Coelho...
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am 16. Mai 2003
Unglücklich ist sie nicht, verzweifelt auch nicht... und trotzdem beschließt Veronika, gerade mal Mitte zwanzig, sich das Leben zu nehmen. Dies hat zwei Gründe. Zum einen, ist sie der Meinung, dass mit dem Ende ihrer Jugend, ihr Leben nur noch abwärts gehen kann. Erst altern, dann krank werden, Freunde verlieren... weiterleben würde also vermutlich nur Leiden mit sich bringen. Zum anderen ist Veronika bewusst, was in der Welt geschieht. Nichts ist, ihrer Ansicht nach, so wie es sein sollte und was kann sie schon dagegen tun? Sie weiß es nicht und das gibt ihr ein Gefühl der Ohnmacht.
Letztendlich, scheint ihr, sind Schlaftabletten die einzig gute Lösung. Doch ihr Selbstmordversuch misslingt. Veronika wird gerettet und erwacht in der Nervenheilanstalt Vilette. Dass dies nicht der Himmel ist erkennt sie sofort, viel zu grell ist das Licht der Neonröhren und viel zu real der Schmerz ihres Körpers. Nach tagelanger Ruhigstellung erfährt sie schließlich, dass ihr Herz durch die Schlaftabletten unwiderruflich geschädigt wurde und ihr nur noch wenige Tage zum Leben bleiben. Ihre erste Reaktion auf die erhaltene Information ist ein Lächeln.
Fünf Tage, höchstens eine Woche, wird ihr Herz noch schlagen. Für Veronika wird das Warten auf den Tod zur größten Herausforderung ihres Lebens. Sie stellt fest, dass es etwas ganz anderes ist auf den Tod hilflos zuzutreiben, als den Zeitpunkt ihres Sterbens selbst zu bestimmen. Sieben Tage ringt sie mit dem unvermeidlichen Tod. Sieben Tage, in denen sie erfährt, was Leben bedeutet, in denen sie beginnt, das Lebensende zu fürchten und das Lebendigsein zu lieben.
Interessant sind auch die Einzelschicksale der anderen Patienten in Vilette. Erzählt werden zum Beispiel die Geschichten von Sedka, Marie und Edward. Letztendlich sieht sich der Leser mit der Frage konfrontiert, was Verrücktheit eigentlich ausmacht, wo sie beginnt und wo sie endet.
Veronika beschließt zu sterben ist ein gelungener Roman. Der dazu auffordert, das Leben zu lieben, jede Minute voll auszukosten und auch etwas für sein Glück zu riskieren. Das Buch richtet sich an alle Menschen!
Entstehungsgeschichte:
Veronika beschließt zu sterben, gehört zu der Trilogie „ Und am siebenten Tage...". Die Trilogie beginnt mit dem Buch: „Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte und endet mit der Geschichte: „Der Dämon und Fräulein Prym". In allen drei Büchern wird über eine Woche im Leben eines ganz normalen Menschen berichtet. Diese Menschen sehen sich unvermittelt mit der Liebe, dem Tod und der Macht konfrontiert.
Paulo Coelho vertritt die Meinung, dass sich tiefgründige Veränderungen nicht nur im Leben eines Menschen, sondern auch in der Gesellschaft in sehr kurzen Zeiträumen vollziehen.
Der Autor selbst ist als Teenager, von seinen Eltern, drei mal in eine Nervenheilanstalt eingewiesen worden. Schon damals schwor er sich, einmal über dieses Thema zu schreiben. Indem er die Geschichte von Veronika erzählt, ist es ihm gelungen, seinen Schwur in die Tat umzusetzen.
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