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88 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Midlife-Crisis mit Folgen!
"Die dunkle Seite des Mondes" ist vielleicht Martin Suters bestes Buch! Leider konnte er mit seinen später erschienenen Büchern "Lila Lila" oder auch "Der Teufel von Mailand", allesamt Bestseller und auch lesenswert, nicht mehr an diesen so originellen und packend erzählten Roman anknüpfen.

Urs Blank ist erfolgreich. Seine Anwaltskarriere...
Veröffentlicht am 1. Juni 2007 von zeilensprung

versus
29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Exzellente Milieuschilderung
Neben Fred Vargas' Beitrag zur SZ-Reihe ist dies bisher der originellste Ansatz für einen Kriminalroman, den ich in dieser Reihe gelesen habe.

Der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Blank, der ein paar Millionen Franken auf dem Konto und einen entsprechenden Lebensstil hat, lernt auf dem Flohmarkt das Späthippiemädchen kennen und beginnt ein...
Veröffentlicht am 18. September 2006 von helmut seeger


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88 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Midlife-Crisis mit Folgen!, 1. Juni 2007
"Die dunkle Seite des Mondes" ist vielleicht Martin Suters bestes Buch! Leider konnte er mit seinen später erschienenen Büchern "Lila Lila" oder auch "Der Teufel von Mailand", allesamt Bestseller und auch lesenswert, nicht mehr an diesen so originellen und packend erzählten Roman anknüpfen.

Urs Blank ist erfolgreich. Seine Anwaltskarriere verläuft schnurgerade, sein Leben verläuft in klaren, geordneten Bahnen. Wenn da nicht der stets bohrende Gedanke wäre "War es das schon?", der so viele Männer anfällt, wenn die Haare grau werden...

Seine Mittagspausen verbringt Blank immer öfter in einem kleinen Park, in dem eine sehr junge Frau in indischen Klamotten Räucherstäbchen verkauft. Gerade weil sie ein kompletter Gegenentwurf zu seinem eigenen glatt gebügelten Leben ist (und auch zu seiner langjährigen Lebenspartnerin), fühlt er sich von ihr angezogen. Die beiden beginnen eine Affäre, die ihn anfangs beflügelt. Nie hat er seinen Job so effizient erledigt, sich selten zuvor so lebendig gefühlt. Doch als der Reiz des Neuen verflogen ist, sind auch die gleich Sinn-Fragen wieder da. Er mag jedoch nicht einfach die Beziehung beenden und lässt sich auf einen Pilztrip ein. Doch die eingenommenen Pilze haben eine weit verheerendere Wirkung, als ursprünglich angenommen. Urs kommt von seinem Trip nicht mehr herunter und sein Leben nimmt unerwartete Wendungen...

Martin Suter hat in diesem Roman eine Midlife-Crisis so ins Surreale gesteigert, dass Urs Blank am Ende dem Leser beinahe leid tut.

Die Stärke des Schweizer Gegenwartsschriftstellers ist, sehr realitätsnah geschilderte Menschen in Ausnahmesituationen dar zu stellen. Das dabei Wahnsinn und Realität sehr nahe beieinander liegen und Suter seine Protagonisten auch immer wieder auf verschiedenen Bewusstseinsebenen handeln lässt, lässt auch die Leser immer wieder in menschliche Abgründe schauen. Lakonisch und beinahe kalt seziert Martin Suter nahezu emotionslos diesen Urs Blank.

"Die dunkle Seite des Mondes" ist eines der Bücher, die einem sehr lange im Gedächtnis bleiben und nach denen man immer wieder sucht. Ein Unterhaltungsroman auf hohem Niveau und mit einer so eigenen Grundstimmung, dass er wie ein Solitär wirkt.
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43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Ende führt zurück zum Anfang, 10. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
Der Inhalt des Romans ist jetzt schon zur Genüge resümiert.
Genügend hingewiesen ist dabei auf die Änderung von Blanks Charakter durch die Einnahme halluzinogener Pilze.
Ich frage mich, ob das stimmt; ob überhaupt eine Änderung stattfindet.
Das Ende, zu welchem sich die Entwicklung Blanks hinsteigert, ist eines, in dem keiner der ursprünglich Beteiligten mehr gewinnt. Alle verlieren (Blank, Ott, alle aus der Wirtschaftskanzlei).
Das radikale Ende führt wieder zurück zum Anfang des Romans und zu der Frage, ob die Entwicklung, die die Handlung nimmt, tatsächlich mit den Pilzen zusammenhängt, oder nicht doch mit etwas Grundlegenderem, das, pilzunabhängig, schon von Anfang an da war.

Hier sehe ich in diesem Suter-Roman eine Stärke, da die Spannung über das Romanende weiterläuft und zu einer Suche nach Spuren im Text führen kann, die vor lauter Pilzen leicht zu übersehen sind.

Die Grausamkeit, die Aggressivität bringen Blank, Ott, Fluri schon mit.
An der Oberfläche verhalten sie sich zivilisiert, zurückhaltend, freundlich sogar. Dieses Verhalten ist aber keines aus Überzeugung, sondern es ist eines, das den Geschäftsinteressen dient, es ist Kalkül, berechnende Strategie. Tatsächlich denken sie sich gegenseitig als Arschlöcher, wünschen sich, den anderen zu ohrfeigen, kultivieren ihren Hass über lange Zeit, um dann den finanziellen Ruin des anderen zu betreiben, und dies auf einer glatten wirtschaftlichen Oberfläche, mit Hilfe von Verträgen und Klauseln, an denen nichts Illegales ist. Die Boshaftigkeit tarnt sich mit Servilität (Blank) und finanziellen Investitionen (Ott), wobei einer dem anderen genau so viel dient, wie er für seinen Eigennutz muss.
Blank merkt "irgendwie", dass er an diesem System zu leiden beginnt.
Dass er es klar erkennt, wäre zuviel gesagt, denn der Änderungswunsch ist zu diffus. Eher wird Blank angerührt von Archaischem: vom Wald und vom Duft, von zwei Kräften, die Wünsche in ihm aufkommen lassen, von denen er nicht mal weiß, was sie ausmacht.
Es muss in seiner Vergangenheit eine Zeit gegeben haben, mit einem Mädchen, das nach Sandelholz gerochen hatte, aber Blank ist von jener Zeit so abgeschnitten, dass er sich nicht mal mehr an das Gesicht jenes Mädchens erinnert. Der Duft nach Sandelholz löst nicht, wie der Keksduft im berühmten Romanzyklus von Proust, eine Erinnerung aus. Was Blank bleibt, ist höchstens eine dumpfe Sehnsucht.
In einem kleinen Gespräch mit seinem Jugendfreund Wenger, der Psychiater ist, geht es denn genau um Änderungen und die Frage nach der Änderbarkeit. Wollen sich Menschen ändern? Können sie es? Wie geht das, wenn es geht? Die Fragen bleiben unbeantwortet.
Das Paradox, das nun folgt, ist, dass Blank just in dem Augenblick, in dem er eine Änderung will, in alle Änderungsfallen tappt, die es geben mag. Die Affäre mit dem Flohmarktmädchen Lucille ist vielleicht die Suche nach dem alten Sandelholzmädchen. Aber kein Flohmarktmädchen, und habe es noch so hellblaue Augen, kann zum verlorenen Sandelholzmädchen führen.
Und die Pilze, die sein Bewusstsein erweitern könnten, nageln ihn eher auf seinem Status Quo der Grausamkeit fest, in gesteigerter Form.
Der Wald, in den er sich zurückzieht, ist nicht wirklich eine Antiwelt zu der städtischen, in welcher er vorher lebte. So, wie er im Wald gleichzeitig Gejagter und Jäger ist, war er es vorher auch. Jetzt versteckt er sich im Unterholz, vorher versteckte er sich in Vertragsformulierungsdetails. Vielleicht lernt er von daher so schnell, in diesem Terrain zu überleben.
Ein weiteres Paradox ist, dass die größte kulturelle Leistung hier im Wald stattfindet. Hier erkennt Blank seine Gefährlichkeit für andere und versucht fast Übermenschliches, diesen zerstörerischen Zug in sich abzubauen. Die vielen technischen Details dienen dazu zu veranschaulichen, wie er, sowohl zurückgeworfen wie angestachelt durch seine Ausfälle ins Unmenschliche, versucht sich zu einem Menschen zu machen, der die Bewertung "Mensch" wieder verdient.
Das Abschlussparadox ist, dass es ihm gelingt, dass dieser Erfolg ihm aber nichts mehr für ein weiteres Leben nützt.
Für einen Augenblick, für den kurzen Augenblick des bewussten und willentlichen Verzichts auf das Töten, darf er die Früchte seiner mühsamen Änderungsarbeit genießen - und lächeln. Von daher hätte er - im Gegensatz zur obigen Aussage - doch gewonnen.
Gibt es also eine Änderung? Gibt es Erfolg?
Die Spannung höret nicht auf ...
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen spannend bis zum Schluß, 30. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist etwas für alle, die sorgfältig rechertierte Plots mögen, die sprachlich sauber und logisch stringent dargestellt werden.

Das Buch ist ungeheuer spannend und zwar ohne daß es ein Krimi wäre. Es hat zwar einen kriminalistischen Erzählstrang, aber der ist nicht sehr stark ausgeprägt.

Bis zum Schluß möchte man das Buch in einem Zug durchlesen. An keiner Stelle hat man das Gefühl, daß die Spannung nachläßt, daß es einen Hänger gibt, irgendeine Stelle, über die sich der Autormit mühsamen Erklärungen hinweghilft.

Das Ende ist überraschend. Und es läßt einen nicht so schnell los. Noch ein paar Tage, nachdem ich das Buch zuende gelesen hatte, kam es mir immer wieder in den Sinn. Und es machte Spaß, sich die Schlußszenen nochmals vorzustellen und über die Bedeutung des Endes nachzudenken.

Ein anderer Rezensent hat geschrieben, daß es kein happy end sei. Ich bin da nicht so überzeugt. Es ist das richtige und passende Ende, egal ob happy oder nicht. (Im übrigen würde ich eher zu happy tendieren.)

Alle diese positiven Aspekte würden eigentlich 5 Sterne rechtfertigen. Trotzdem nur vier Sterne deshalb, weil die im Buch beschriebene "psychodelische Erfahrung" so vollkommen jenseits jeder Alltagserfahrung ist, daß man den Ausgangspunkt der Erzählung doch irgendwie abwegig finden muß.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen .... ist sehr dunkel, weil keine Sonne mehr hinkommt!, 21. Oktober 2008
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
Das ist wahrlich ein ungewöhnliches Buch. Die Geschichte von einem Anwaltsfuzzi, der den Ausstieg aus seinem gutsituierten Leben im großen Stil vollzieht. Das Hippie-Mädchen ist dabei nur Mittel zum Zweck. Durch sie kommt er mit Kreisen in Kontakt, die durch die halluzinogene Wirkung kleiner, lustiger Pilze, die auf alten Kuhfladen oder unter Eiben wachsen, sich den besonderen Kick verschaffen wollen. Leider geht bei ihm dabei etwas schief und er ist anschließend nur noch sehr rudimentär in der Lage, seine aggressiven Emotionen unter Kontrolle zu halten. Er tritt die Flucht nach vorne, das heißt in seinem Fall: die Flucht in den Wald an. Wie ein Tier versteckt er sich in einer Tannenschonung (jedoch mit dem entsprechenden Hightech-Equipment ausgestattet). Doch bald schon ist die Jagd eröffnet. Die Jagd auf ihn.....

Ein ungewöhnliches Buch: Da wie gerade beschrieben mit einer außergewöhnlichen Geschichte. Darüber hinaus ist es auch kein Buch für zartbesaitete Seelen, da doch das eine oder andere Opfer zu beklagen ist.
Die sonnenabgewandte Seite des Mondes ist ausgesprochen dunkel. Der Titel des Buches führt also diesbezüglich nicht in die Irre.
Viele Infos über die Pilze sind gut recherchiert. Die beschriebene Kombiwechselwirkung ist jedoch auf dem Mist der Phantasie erwachsen. (Sehe ich da einen erhobenen Zeigefinger, sich ja nicht auf solche gefährlichen Experimente einzulassen??!!)
Mich hat das Buch jedenfalls umfassend gut unterhalten. Für seine besondere Art hat es die 5 Sterne redlich verdient.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ja, ja, die Pilze, 19. September 2007
Von 
Uwe Zimmermann "Setman" (Halle (Saale)) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist wirklich fabelhaft. Wieder einmal beweist Martin Suter, dass er ein Meister der "gespaltenen" Charaktere ist.
Diesmal gelingt ihm dieser Spagat, indem er seinen Hauptdarsteller, einen vermögenden Wirtschaftsanwalt namens Urs Blank, in die Welt der bewusstseinserweiternden Pilze führt.
Dies tut er, wie in allen seinen Büchern, wieder mit sehr viel Witz und Raffinesse, sodass ein sehr schönes kurzweiliges Buch entstanden ist.

Die Geschichte ist abwegig, aber nicht unmöglich und daher wird man als Leser ganz schnell in den Bann genommen und will unbedingt erfahren, wie es weitergeht.

Jeder, der verrückte, komische aber dennoch nicht plumpe Geschichten mag, wird dieses Buch mit Freude lesen. Ich kann es nur empfehlen, so wie bislang jedes Buch von Martin Suter...
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein psychodelischer Megatrip durch die Literatur, 1. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
Endlich wieder eines von diesen Büchern, die leise und zurückhaltend anfangen, dich jedoch von Beginn an fest im Griff haben. Die Spannung steigt so unmerklich, dass man längst dem Buch verfallen ist, bevor man es merkt.
Ich liebe Bücher, die mich die Welt um mich herum vergessen lassen und dazu brauche keine psychodelischen Wirkstoffe. Denn, deren Wirkung und Folgen hat Herr Suter so detailiert beschrieben, als wäre ich selbst die Hauptdarstellerin.
Wunderbares Buch! Grossartige Mischung aus Wissen, Sprache, Thrill, Gesellschaftskritik, und mehr. Unbedingt zu empfehlen.
Text & Co - Irene Bassal
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterlicher Krimi, 17. Februar 2007
Urs Blank ist ein erfolgreicher Staranwalt im Wirtschaftsrecht und entspricht in allen Facetten seines Lebens dem Klischee eines solchen. Mit der frisch akquirierten, jungen Hippie-Geliebten geht es vom Nobelrestaurant ab in den Wald zum Psychedelic-Pilze-Naschen, und danach ist er anderer. Einer, der tötet ohne Reue, ohne schlechtes Gewissen und ohne Bedenken. Das Back-to-Nature-Experiment hat in Urs Blank nicht das Gute, Wahre, Schöne zum Vorschein gebracht, sondern eine ethikfreie, kaltblütige Grausamkeit, die über das nahrungsmittelbeschaffende Töten der Tierwelt weit hinausgeht...

Martin Suters Erzählung ist meisterlich geschrieben und extrem spannend sowie pointiert schockierend. Wer ein an sich kuscheliges Verhältnis zu Tieren hat, sollte sich beim Lesen warm anziehen, denn Suter zeigt ganz schonungslos, wie einer ist, der ohne Gewissen tötet, der keine emotionalen Bindungen mehr hat, der außerhalb einer Gesellschaft steht, die für ihn schlicht keine Bedeutung mehr hat und nicht länger ein Wertesystem darstellt.

Man kann das Buch als äußerst spannenden Krimi lesen oder, wenn man will, als Geschichte von einem, der auszog, seine ganz persönliche dunkle Seite zu entdecken. Wie auch immer: "Die dunkle Seite des Mondes" ist eine exzellente Erzählung mit nachhaltiger Wirkung auf den Leser.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unkonventionelles Buch über den Konflikt des modernen Menschen; lesenswert, aber nicht perfekt., 29. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
"Die dunkle Seite des Mondes" handelt von einem Wirtschaftsanwalt, der, unzufrieden mit seinem Leben und in der Midlife-Crisis, in die Hippie-Szene gerät, in welcher es Ritual ist, psychedelische Pilze zur Bewusstseinserweiterung zu sich zu nehmen. Durch dieses Experiment ändert sich das Leben des Anwalts nachhaltig.
Soweit die Geschichte, ohne zuviel verraten zu wollen.
Die Idee, das Spannungsverhältnis zwischen dem hochmodernen Menschen (Urs Blank) und seinen natürlichen Wurzeln (der Wald, der zum Lebensmittelpunkt von Urs Blank wird) auf diese Weise herauszuarbeiten, gefiel mir sehr gut. Mit einer Prise schwarzem Humor gelingt es Martin Suter regelmäßig, den Leser zum Schmunzeln zu bringen. Die Geschichte bietet viel Interpretationsspielraum, ist oberflächlich aber sehr leicht zugänglich und liest sich wie ein Jugendbuch oder ein Krimi. Deshalb wurde "die dunkle Seite des Mondes" wohl auch von den Kultusministerien als Schullektüre ausgewählt.
Jedoch: Diese Stärke des Buches ist gleichzeitig auch seine Schwäche. Stilistisch hat Martin Suter nicht viel zu bieten; kurze Sätze, viel Dialog, einzig die Naturbeschreibungen stechen etwas hervor. Auch der Plot als solches ist keine runde Sache. Zu viele Handlungsstränge bleiben ungelöst, Charakter tauchen auf und verschwinden einfach wieder, zu Ende hat man sogar das Gefühl, einen 0815-Krimi zu lesen. Wieso musste dieser sinnloser Handlungsstrang mit der Polizei eingeführt werden? Wahrscheinlich, um solche Leser, die bisher eher gelangweilt waren (und somit das Buch offensichtlich nicht verstanden haben), doch noch zu "fangen". Es hätte vollkommen gereicht, hätte Suter sich auf Urs Blank konzentriert. 50 Seiten weniger hätten dem Buch gut gestanden.
Ebenfalls schwer verständlich war für mich, wieso das Pilz-Thema nun die ganze Geschichte durchziehen musste. Suter hat sich bestimmt etwas dabei gedacht, evtl. werde ich dazu noch einige Interpretationen lesen müssen. Notwendig war es jedenfalls nicht. Die radikale Abkehr des Urs Blank vom zivilisierten Leben hätte dem Buch völlig genüge getan.
Fazit:
"Die dunkle Seite des Mondes" ist mitnichten ein literarisches Meisterwerk. Handwerklich gewinnt Martin Suter bei mir keinen Platz im Bücherregal. Jedoch habe ich selten ein Buch gelesen, in dem der innere Konflikt des modernen Menschen auf eine derart lustige und unterhaltsame Art und Weise dargestellt wurde. Mit einer stärkeren Konzentration auf diese Facette hätte das Buch ein wirklich Großes werden können. So ist es nur ein überdurchschnittlich gutes Buch, welches besonders für jüngere Leser geeignet scheint, da es sich ohne Anstrengungen lesen lässt, aber dennnoch viel Sprengstoff für Diskussionen bietet.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen page-turner, 23. Januar 2008
Von 
C. Schwarzenberg (Leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die dunkle Seite des Mondes. Roman (Taschenbuch)
Diese war das erste Buch, das ich von Martin Suter las. Und ich bin begeistert!
Auch wenn es mir auf den ersten Seiten etwas Mühe gekostet hat, mich in die Welt der Anwälte hineinzudenken. Die Geschichte nimmt einen gefangen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich nicht erwarten konnte, wie Suter die Story weiter vorantreiben würde.
Die Sprache ist flüssig, der Sprachstil auf distanzierte Weise fesselnd, schockierend, aber nie gleichgültig.
Auch thematisch ist dieser Roman meiner Ansicht nach super recherchiert. Das nötige Wissen, das man benötigt, um dem Roman und des Themas folgen zu können, wird einem gutverständlich, sachlich und vor allem authentisch wirkend vermittelt.
Der Grund, warum ich "nur" 4 Sterne gebe, liegt in dem etwas zu abrupten Ende er Erzählung. Mit einem Mal ist das Buch ausgelesen und der Leser fühlt sich irgendwie allein gelassen. Auch wenn dieses Ende die logische Konsequenz seines Handelns ist und jede andere Reaktion seinen Zustand des Wahns weiterhin bekräftigt hätte, fiel das Ende etwas zu karg aus.
Trotzallem ein tolles Buch, das einen auch nach dem Lesen noch einige Zeit beschäftigt...
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29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Exzellente Milieuschilderung, 18. September 2006
Von 
helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Neben Fred Vargas' Beitrag zur SZ-Reihe ist dies bisher der originellste Ansatz für einen Kriminalroman, den ich in dieser Reihe gelesen habe.

Der erfolgreiche Wirtschaftsanwalt Blank, der ein paar Millionen Franken auf dem Konto und einen entsprechenden Lebensstil hat, lernt auf dem Flohmarkt das Späthippiemädchen kennen und beginnt ein Verhältnis mit ihr.

Sie führt ihn schließlich zur Bewußtseinserweiterung in die Experimente mit Pilzen ein. Auf der Fahrt zum psychedelischen Wochenendtrip hören beide Pink Floyds "Dark side of the moon" (siehe Titel des Buches) und sie weist ihn darauf hin, dass dies die beste Musik für den Trip sei.

Aber wie der kürzlich gestorbene Pink Floyd Vormann Syd Barrett sein Leben durch Drogenmissbrauch ruinierte geht auch hier gleich der erste Versuch schief, da sich in der Pilzmischung ein Pilz befindet, der die chemische Zusammensetzung der Mischung aus dem Gleichgewicht bringt.

Blanks Bewusstsein und sein Verhalten ändern sich rapide, quasi nebenher begeht er ein paar Morde und zieht sich schließlich in den Wald zurück, wo er als Einsiedler lebt und nach dem Pilz sucht, der den Beginn seines Persönlichkeitswandels ausgelöst hat.

Der erste Teil des Romans besticht mit einer luziden Beschreibung der schweizer Finanzwelt. Suter gelingt die Milieuschilderung wirklich exzellent, das Personal ist präzise charakterisiert.

Das Problem des Romans liegt mehr in der zweiten Hälfte des Buches, beginnend mit dem Rückzug Blanks in den Wald. Ich hatte eher den Eindruck, der Autor verliere den Faden und wisse selber nicht mehr, was er eigentlich erzählen wolle. Die Story liest sich da wie eine Einführung ins Survival. Wer's mag, kann sich am Fangen von Kaninchen und Forellen ergötzen. Gleichzeitig wird der "Waldmensch" Blank von der Polizei und einem ehemaligen Geschäftspartner gesucht, aber alles nur halbherzig, bis es zu einem nicht richtig nachvollziehbaren Showdown kommt.

Im Grunde hätte man den zweiten Teil des Romans weglassen können, da er außer zur Verlängerung der Geschichte wenig beiträgt.
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Die dunkle Seite des Mondes. Roman
Die dunkle Seite des Mondes. Roman von Martin Suter (Taschenbuch - Dezember 2001)
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