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36 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch
In „Picknick auf dem Eis" geht es um die Auseinandersetzung des Protagonisten, des arbeitslosen Journalisten und Dichters Viktor mit der Mafia und ihren Praktiken. Viktor wird von dem Chefredakteur der Kiewer „Hauptstadtnachrichten" angeheuert, um Nachrufe auf noch lebende Personen zu schreiben. Sobald Viktor den Nekrolog geschrieben und das Manuskript...
Veröffentlicht am 11. August 2003 von Bernhard Nowak

versus
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts für mich, aber interessant
Viktor ist ein erfolgloser Schriftsteller, der in Kiew ganz allein mit seinem Pinguin Mischa lebt. Als ihm ein Job bei einer Zeitung angeboten wird, greift er sofort zu: Er soll Nekrologe über berühmte Leute schreiben, die zu dem Zeitpunkt noch am Leben sind. Was anfangs eine gutbezahlte, aber prestige-arme Stelle ist, entpuppt sich bald als etwas ungeahnt...
Veröffentlicht am 24. Januar 2004 von Rin R.


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36 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbares Buch, 11. August 2003
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
In „Picknick auf dem Eis" geht es um die Auseinandersetzung des Protagonisten, des arbeitslosen Journalisten und Dichters Viktor mit der Mafia und ihren Praktiken. Viktor wird von dem Chefredakteur der Kiewer „Hauptstadtnachrichten" angeheuert, um Nachrufe auf noch lebende Personen zu schreiben. Sobald Viktor den Nekrolog geschrieben und das Manuskript abgegeben hat, stirbt die Person auch in Wirklichkeit - Viktors Texte landen also nicht in der Schublade, sondern werden publiziert. Seine Veröffentlichungen werden gelobt und Zweifel darüber, ob der Preis für den „Erfolg" nicht zu hoch sind, werden mit dem Hinweis zerstreut, daß schließlich jeder mal sterben müsse. Doch Viktor lernt sehr schnell, dass es besser ist, sich nicht einzumischen und sich nur um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern. Bis eines Tages ein Nekrolog auf ihn selbst geschrieben wird....
Es handelt sich hierbei um eine Mischung von Kriminalroman, Thriller und Familiengeschichte mit einer witzigen Nebenfigur: einem Pinguin namens Mischa. Dieser ist Viktors Begleiter, seit der örtliche Zoo begann, seine Tiere zu verschenken, als er sie nicht mehr ernähren konnte. Viktor hat sich Mischa zugelegt, um nicht alleine und einsam zu sein. Doch eines Tages steht sein Bekannter Mischa mit seiner Tochter Sonja vor der Tür. Um ihn von dem anderen Mischa, dem Pinguin, zu unterscheiden, heißt er Mischa-Nicht-Pinguin. Nur für ein paar Tage, so beschwört er Viktor, soll seine vierjährige Tochter Sonja bei ihm wohnen. Aus den Tagen werden Wochen und Monate, bis Viktor von Mischa-Nicht-Pinguins Ableben erfährt, einem unnatürlichen Ableben, selbstverständlich. Dafür muß der andere Mischa einspringen: der Pinguin: ihn benötigt die Mafia als Trauergast für Begräbnisse und zahlt pro „Ausflug" 1000 Dollar an Viktor. Doch dieser bleibt stoisch-gelassen, auch als sich die Gewitterwolken immer mehr um sein eigenes Haupt zusammenziehen... „Was früher etwas Schreckliches gewesen war, war jetzt zur Alltäglichkeit geworden. Das heißt, die Leute nahmen es als Norm an, um sich nicht überflüssigerweise aufzuregen, und lebten einfach
weiter". Das Buch ist eine bittere Satire auf die von Armut und Korruption geprägte postsowjetische Gesellschaft: „man möchte bloß überleben, c'est tout". Matthias Matussek schreibt zu recht im „Spiegel:" All das ist mit nahezu unbewegtem, traurigem Pinguinblick gesehen, behutsam geschrieben, leise wie der stets fallende Schneee und damit um so eindringlicher. Ja, die lebensgefährlichen Turbulenzen finden an der Peripherie dieses Blicks statt, am äußersten Rande des Erzählstroms." Ein wunderbares, komisches und zugleich zutiefst melancholisches Buch, wie ich finde, welches trotz seiner fast 300 Seiten schnell und leicht zu lesen ist.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mischa als Metapher, 4. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Der liebe Pinguin Mischa. Eine Seele von einem Tier. Aber leider leidet er. Physisch und scheinbar auch psychisch. Und Viktor? Ja der Protagonist, der Nekrologe schreibt, wenig Freunde hat und irgendwie zu Frau und Kind kommt, ja der leidet leider auch.

Kurkows Buch hat mir sehr gefallen, ich musste aber überlegen warum. Zunächst ist da mal die "Ruhe" der Handlung. Ja, es passiert schon was, eine Reihe von tödlichen "Zufällen" und dubiose Gestalten, aber am stärksten war das Buch für mich, wenn eigentlich nichts richtig passiert. Wenn Viktor auf die Datscha fährt, wenn er sich Tee kocht, wenn er im Hotelzimmer sitzt. Dann erinnert er mich an den kleinen Mischa Pinguin. Er starrt vor sich hin. Er überlegt oder vielleicht überlegt er auch gar nicht, sondern ist einfach nur da. Man weiss es nicht. Aber man fühlt, dass dieses einfach nur da sein angemessen ist für eine Welt, die hinter dem Theatervorhang des offensichtlichen Alltags, ein Horrorkabinett ist, unausprechlich und brutal. Aber was soll Viktor und Mischa schon tun? Diese Buch ist kein Krimi, es ist nicht gerade "spannend", es ist nicht witzig oder auch mässig originell. Es ist eben "da", so wie man in der faszinierend-schaurlichen Welt eines postkommunistischen Landes in Osteuropa als kleiner "Mann" einfach "da" ist. 4 Sterne die voll verdient sind.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nekrologschreiber + depressiver Pinguin = gute Unterhaltung, 26. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Gebundene Ausgabe)
Wer bei "Picknick auf dem Eis" triefenden Tiefsinn und Gedankenschwere erwartet, wie man es hierzulande von russischer Prosa zu kennen glaubt, der wird von diesem sarkastischen Vielleicht-doch-nicht-Krimi enttäuscht sein. Alle anderen aber können sich freuen: Dieser Roman um den Nekrologschreiber Viktor und seinen depressiven Pinguin Mischa im Kiew der 1990er Jahre ist nämlich ganz einfach allerfeinste Unterhaltungsliteratur der Art, wie man sie immer gern liest.
Der arbeitslose Schriftsteller Viktor wird von den Kiewer "Hauptstadtnachrichten" als pseudonymer Nekrologschreiber angeheuert, genauer gesagt: Viktor soll Nekrologe "auf Vorrat" schreiben (durchaus üblich in der Branche). Die Bezahlung ist gut, also nimmt er an und schreibt fortan schwülstige Nachrufe auf VIPs aller Art. Allerdings gibt es ihm mit der Zeit zu denken, dass man ihm Tipps gibt, auf wen er einen Nachruf schreiben könnte, und tatsächlich: Jeder, auf den er gerade einen Nachruf geschrieben hat, stirbt kurze Zeit später "plötzlich und unerwartet". Viktor wird zum Schreibtischtäter in Mafia-Diensten, das ist ihm auch klar -- aber immerhin erfüllt sich für ihn der Traum eines jeden Schriftstellers: Er wird veröffentlicht. Und muss nicht jeder Mensch irgendwann einmal sterben?
In Viktors bislang eher beschauliches Leben, das er mit seinem depressiven Pinguin teilt(wegen Geldmangel hatte der Zoo seine Tiere verschenkt, bis nur noch Riesenschlangen und Tiger übrig waren), kommt nun allerhand Aufregung: Zunächst quartiert ein Freund seine kleine Tochter bei ihm ein, angeblich für wenige Tage -- doch dann ist auch dessen Nekrolog fällig. Gleichzeitig wird der Pinguin von der Mafia als würdevoller Gast auf Beerdigungen gemietet; die Gage pro Auftritt beträgt 1000 Dollar...
Schließlich bekommt Viktor mit, dass gerade sein eigener Nachruf geschrieben wird, und nun weißer: Er muss sich schleunigst absetzen -- aber wie und wohin? ...
Andrej Kurkow schildert diese aberwitzige Handlung in eher sachlich-zurückhaltendem Stil, passend zum Naturell seiner Protagonisten, aber auch passend zum Plot selbst, der auf diese Weise erst richtig wirken kann mit seiner Mischung aus Galgenhumor und Zynismus der ersten postsowjetischen Jahre.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nichts für mich, aber interessant, 24. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Viktor ist ein erfolgloser Schriftsteller, der in Kiew ganz allein mit seinem Pinguin Mischa lebt. Als ihm ein Job bei einer Zeitung angeboten wird, greift er sofort zu: Er soll Nekrologe über berühmte Leute schreiben, die zu dem Zeitpunkt noch am Leben sind. Was anfangs eine gutbezahlte, aber prestige-arme Stelle ist, entpuppt sich bald als etwas ungeahnt anderes: Denn ein Kandidat nach dem anderen stirbt, Viktor macht seltsame Begegnungen. Nur Pinguin Mischa, der offensichtlich chronisch depressiv ist :-), zeigt sich unbeeindruckt...
Die Story ist recht originell, besonders natürlich der Pinguin, der nicht der einzige Grund ist, warum im Verlauf der Geschichte immer wieder eine gewisse Skurrilität durchscheint. Mischa ist aber auch schon das einzige, was mir an dem Roman wirklich gefallen hat: „Picknick auf dem Eis" ist unterhaltsam, „ganz nett", aber für mich keine Offenbarung. Kurkow erzählt recht schnörkellos, irgendwie ein bisschen russisch (Winter, Wodka, und mehr oder weniger zufällige, teils merkwürdige Begegnungen bei ein paar Gläsern desselben).
Besser gefallen hätte es mir persönlich, wenn sich der Autor für eines entschieden hätte: Will er eine wirklich witzige, skurrile Geschichte erzählen, so etwas wie der russische Douglas Adams sein? Will er realistisch schreiben, auf intelligente Weise zynisch sein, ist das seine Art trockener Humor? Dass ich die Geschichte nicht wirklich einordnen konnte, hat es mir etwas schwer gemacht, mir eine Meinung zu bilden. Vermutlich ist es Absicht den Leser hier etwas im Wald stehen zu lassen. - Bis zur letzen Seite gelesen habe ich trotzdem. Schon rein aus Neugier. Und wegen Mischa.
Da das Buch aber einige sehr gute Kritiken (Die Welt, Spiegel, NZZ) erhalten hat, mag es zu einem gewissen Grad Geschmackssache sein - Antesten muss also kein Fehler sein.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Krimi nichts Besonderes, aber originelle Konstellation, 13. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Der ukrainische Journalist Viktor hat schon ewig nichts mehr veröffentlicht, da kommt ihm das Angebot einer Zeitung gerade recht, vorab Nachrufe auf bekannte Persönlichkeiten abzufassen, die dann bei Bedarf eingesetzt werden können.
Wenige Wochen später stirbt der erste Politiker, und auf einmal häufen sich die Todesfälle von Viktors "Kandidaten". Er merkt, dass jemand in seiner Wohnung herumschnüffelt und zieht schließlich für einige Monate weg, wobei er auch die Tochter eines Bekannten in Obhut nimmt, da dieser Gefahr für das Mädchen befürchtet.
Eins vorweg: der Kriminalfall an sich ist nichts Besonderes, löst sich für mich nicht einmal richtig auf.
Aber die Atmosphäre gefällt mir, Viktors Betrachtungen über den Umgang mit der kleinen Sonja, seine nicht richtig definierte Beziehung zu ihrem Kindermädchen - und nicht zuletzt sein außergewöhnliches Haustier, der ewig traurige Pinguin Mischa, den Viktor zu sich genommen hat, als viele Zootiere in Kiew wegen akuten Geldmangels weggegeben werden mussten.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen viel russische Seele, nachdenklich-melancholisch, mit happy end, 12. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Victor, als Nekrolog-Schreiber in die Fänge der Mafia geraten, hat ein besonderes Haustier: einen herzkranken Pinguin.
Skurile Handlung, Portrait des heutigen "Russland", melancholisch, nachdenklich, hoffnungsvoll und sehr poetisch. Darüber hinaus ist dieser Roman sehr spannend, so dass man das Buch bereits nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen will. Eindrucksvoll gestaltet der Autor die Handlung - er zeigt auf, wie Victor sich von der Mafia ködern lässt und immer mehr vereinnahmt wird, seine unmittelbaren Bezugspersonen sich noch mehr verstricken und sich schließlich einer nach dem anderen gegen ihn wendet. Auch seinen wirklich guten Freund, der nicht von der Mafia gekauft ist, scheint er zu verlieren. Das Buch endet dann sehr überraschend und pointiert mit einem, soviel kann man sagen, happy end, wenn auch einem melancholischen. Ein wunderbares Buch, vor allem für lange Novemberabende geeignet!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tödliche Nekrologe, 19. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Viktor ist zunehmend darüber beunruhigt, daß Kiewer Prominente plötzlich und unerwartet eines unnatürlichen Todes sterben. Er hat nämlich die Nachrufe für diese Leute verfaßt - und zwar jedesmal kurz bevor(!) sie ermordet wurden. Dieser Umstand bringt nicht nur Viktor in Gefahr, sondern auch die vierjährige Tochter eines Freundes, deren Kindermädchen und den Pinguin Mischa, die alle mit Viktor die Wohnung teilen...
Das Buch ist melancholisch und äußerst skurril, aber leider nicht so spannend, wie es sein könnte, deshalb nur vier Sterne. Trotzdem ist der Roman lesenswert. Lassen Sie ihn sich nicht entgehen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Eis ist noch nicht gebrochen., 21. August 2000
Von 
fischerbuch@telda.net (Herrnhut, Sachsen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Mit überlebten Geistern, welche noch immer unangefochten ihre Fäden ziehen, befaßt sich Kurkows ebenso wahnwitziges wie auch todernstes Buch. Der Journalist Witja, die Hauptperson und gleichzeitig Pfleger des Pinguins Mischa, der uns das ganze Buch begleitet, ohne nachhaltig die Handlung zu beeinflussen, gerät bei Suche nach Erwerbsquellen völlig unbeabsichtigt und nichtsahnend in ein gnadenloses Räderwerk. Er soll Nekrologe, also Nachrufe, auf noch lebende Personen schreiben, quasi für die Schublade. Eines Tage wird eine Lawine von Veröffentlichungen der von Witja bei der Zeitungsredaktion hinterlegten Manuskripte ausgelöst ... "Picknick auf dem Eis" (Originaltitel: Der Tod eines Außenseiters), deren deutscher Titel sich auf eine völlig belanglose Episode des ansonsten spannungsgeladenen Inhalt bezieht, ist eine phantastisch anmutende, aber (leider) sehr, sehr realitätsbezogene Gegenwartsschilderung.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ohne Pinguin geht es nicht!, 6. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Taschenbuch)
Mischa ist nur ein Nebendarsteller. Aber was für einer. Ohne ihn wäre Kurkows Krimi nur ein spannender, realistischer und unterhaltsamer Krimi mit tiefem Einblick in ukrainisches Leben und in ukrainische Mafiakreise, aktueller denn je. Mit Mischa dem Pinguin ist sie das natürlich auch. Aber Mischa würde in Hollywood den Oscar für den besten Nebendarsteller abräumen. In Kiew ist er der Star. Ich habe mich köstlich amüsiert und empfehle auch "Pinguine frieren nicht".
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Porträt eines Schreibtischtäters, 12. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Picknick auf dem Eis (Audio CD)
Picknick auf dem Eis schildert in kühlem, verhaltenen Ton das Leben von Viktor, einem Schriftsteller, der zwischen journalistischen Versuchen und kleinen Prosa-Arbeiten stecken geblieben ist. Er hat keine Freunde, keine Familie, keine Partnerin aber er lebt mit einem deprimierten Kaiserpinguin zusammen, den der Zoo aus Geldmangel abschaffen mußte.
Per Zufall wird er als Nekrologe engagiert, schreibt also Nachrufe. Diese jedoch nicht erst, wenn der Todesfall eintritt, sondern bereits im voraus, was im Journalismus üblich ist.
Von seinem Chefredakteur erhält er Dossiers, nach denen er die Nekrologe in schwulstigem, überladenen Stil schreibt. Dies steht in krassem Kontrast zu der Unterkühltheit, mit der der Autor das Leben von Viktor schildert. Diese Unterkühltheit ist das Äquivalent einer Haltung, ohne die man das Leben in dieser Gesellschaft nicht mehr erträgt. Einer Gesellschaft, in der durch Bestechung alles möglich ist, in der eine Art Mafia bestimmt, wer lebt und wer stirbt. Abgebrühtheit, Galgenhumor und ein gewisser Fatalismus sind bestimmend für diese Gesellschaft, die keinerlei Hoffnung auf Besserung der Zustände hegt, weder in der Gegenwart noch in der Zukunft.
Das plötzlich einige der Personen, auf die Viktor Nachrufe schreibt, tödlichen Unfällen zum Opfer fallen, beunruhigt ihn nicht weiter, auch wenn ihm bewußt wird, dass er als Schreibtischtäter für ein Killerkommando der Mafia arbeitet.
Aber als eines Tages jemand bei ihm erscheint, um für einen Nachruf auf Viktor zu recherchieren, wird ihm der Boden zu heiß und er beschließt zu fliehen.
Fazit: Picknick auf dem Eis ist ein Roman, der ohne große Beschreibungen, dafür mit einem treffenden Bild Russlands aufwartet. Ereignisse werden überwiegend in Dialogform präsentiert, die Entwicklung der Geschichte erfolgt schnell und mit ironsichem Unterton. Allerdings bleibt einem das Lachen an einigen Stellen im Hals stecken und man fragt sich, ob der Autor nicht besser daran getan hätte, manche Ideen nicht bis zum Exzess zu entwickeln.
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Picknick auf dem Eis
Picknick auf dem Eis von Andrej Kurkow (Taschenbuch - November 2000)
EUR 10,90
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