weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Kamera16 Cloud Drive Photos Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen29
4,2 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:12,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 13. August 2007
Der Plot ist spannend: Nach einem Ballonunfall, bei dem sich Joe Rose, ein Wissenschaftsjournalist als Retter betätigt hat, verkündet ihm Perry, ein anderer Retter, dass er ihn unsterblich liebe. Wie geht Joe Rose, durch und durch heterosexuell und glücklich mit Clarissa, der Literaturhistorikerin zusammen, mit dieser Situation um?
Perry verfolgt ihn und lässt ihn nicht mehr in Ruhe. Joe reagiert nicht gerade so, wie man es von einem nüchternen, agnostischen Naturwissenschaftler erwarten würde.

Bei der Lektüre kommt einem unweigerlich der vor Jahren erschienene Roman "Der süsse Wahn" von Patricia Highsmith in den Sinn. Auch dort finden wir eine ähnliche Konstellation vor. Allerdings schrieb Highsmith die Geschichte aus der Sicht des Täters, mit dem man dort mitfieberte. Bei Ian McEwan ist Joe, das Opfer, der Ich-Erzähler. Ist es nur die verblasste Erinnerung, aber Patricia Highsmiths Roman ist beklemmender und zieht einem noch mehr in den Bann als der "Liebeswahn". Ist es wohl deswegen, weil man Joe Rose gewisse Reaktionen einfach nicht abnimmt? Es kommt dazu, dass die Begegnung Perry-Joe etwas gar zufällig ist.

Hingegen sind die Entwicklungen in der Beziehung zwischen Clarissa und Joe, welche durch das Eindringen des obsessiven Perry ausgelöst werden, eindrücklich geschildert.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, aber ich werde nochmals "Der süsse Wahn" lesen.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Dezember 2014
Ian McEwan ist ein Experte für Szenarios, in denen das Leben in einer geordneten Alltagswelt durch ein unerwartetes Ereignis aus der Bahn geworfen wird. In "Liebeswahn" ist es ein Ballonunglück, das das Leben von Joe, einem Wissenschaftsjournalisten und Clarissa, einer Literaturdozentin in eine gefährliche Schieflage bringt. Nach dem Ballonunglück, in das Joe hineingezogen wurde, weil er helfen wollte, einen kleinen Jungen zu retten, der von einem davonfliegenden Fesselballon davongetragen wurde, wird er von einem Stalker verfolgt, Jed Parry, einem vermögenden Müßiggänger, der ebenfalls an der versuchten Rettung des Ballons beteiligt war, und seine religiös überhöhte Deutung des Vorfalls nun auf Joe projiziert.
Die Annäherungsversuche des Stalkers werden bald immer bedrohlicher, und auch Joes Ehe, sowie das rationale Selbstbild von Joe und Clarissa werden auf die Probe gestellt.
"Liebeswahn" ist nicht nur spannend in der Weise eines ungewöhnlichen Kriminalfalls, sondern auch als erstaunlich sensibles Psychogramm einer Ehe und ihrer Zerbrechlichkeit, meisterliche Literatur, die in einer gelungenen Verfilmung auch den Weg ins Kino gefunden hat.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. März 2013
Eine starke, beeindruckende Story, die offenbar auch noch auf einer wahren Begebenheit beruht.
Allein schon der Unfall mit dem Heißluftballon stellt die Vorstellungskraft vor eine Herausforderung. Die Obsession von Jed Parry geht aber noch viel mehr unter die Haut. Man möchte wirklich nicht in Joes Haut stecken!

Was mich bei McEwan aber immer wieder beeindruckt - so auch hier - ist seine scharfe Beobachtungsgabe zwischenmenschlicher Beziehungen & seine eindringliche Schilderung von Gedankengängen. Man fühlt sich wirklich in die Psyche der Protagonisten - hier des Ich-Erzählers Joe Rose - hineinversetzt & kann jeden Gedanken nachvollziehen. Besonders beeindruckend erlebte ich diese Erzählweise in seinem Roman "Am Strand/On Chesil Beach".

Nebenbei erhält man in "Liebeswahn" auch eine Schulung psychologischer Art zu den Aspekten der amourösen Besessenheit. Höchst interessant!

"Liebeswahn" kann ich aus verschiedenen Gründen nur weiterempfehlen.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Mai 2012
Ein junger Mann verfällt einem Mann und verfolgt ihn auf beängstigende Weise. Wie der verfolgte Joe auch versucht, sich richtig zu verhalten, um Jed wieder loszuwerden, deutet Jed jede Geste so, wie es in sein Wahnsystem passt. Von der Polizei, nicht mal von seiner Frau kann Joe ernsthaft Hilfe erhoffen. Schließlich begibt er sich in dubiose Begleitung und erwirbt eine Waffe. Der Roman ist mit Ironie und psychologischem Tiefengespür erzählt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 22. Oktober 2009
Ian McEwan ist wirklich ein wahrer Meister der Erzählkunst: selten habe ich ein so spannendes Buch gelesen, welches es mir fast unmöglich machte, dieses Buch auch nur einen Moment aus der Hand zu legen.

Die Geschichte handelt von dem freischaffenden Wissenschafts-Journalisten Joe, der eine glückliche Ehe mit seiner Frau Clarissa führt. Eines Tages beim Picknick auf der grünen Wiese abseits vom Londoner Stadtverkehr passiert ein Ereignis, das Joe's Leben von diesem Moment an grundlegend auf den Kopf stellen soll: er wird Zeuge eines Unfalls mit einem Heißluft-Ballon und hat Anteil an einer missglückten Rettungsaktion, bei der ein Mensch ums Leben kommt. Joe wird Augenzeuge vom Tod dieses Menschen. Oder schlimmer noch: hat er dessen Tod sogar mitzuverantworten? Ebenfalls an dieser unglücklichen Rettungsaktion beteiligt ist ein junger Mann, der seit diesem Zusammentreffen mit Joe meint, mit ihm näher in Kontakt treten zu müssen und seitdem seine Obsessionen und Belästigungen gegenüber Joe beginnt. Es fängt an, mehr als nur "ein bisschen lästig" zu werden...

Obwohl es sich um einen Roman, also um eine erdachte Geschichte handelt, ist das Ganze so weit weg von der Wirklichkeit nicht, wenn man sich die jährlich neu in Deutschland, in den USA oder in anderen Ländern auftretenden Stalking-Fälle anschaut. Was das etwas Ungewöhnliche an dieser Geschichte ist, ist die Konstellation 'Mann stalkt Mann', aber auch das kommt vor (häufiger sind die Konstellationen 'Mann stalkt Frau' oder 'Frau stalkt Mann' in der Realität anzutreffen).

"Liebeswahn" von McEwan macht deutlich, dass so etwas wirklich jeden aus heiterem Himmel treffen kann und von einem Tag auf den anderen das Leben eines Menschen verändern kann. Eine zufällige Begegnung mit einer anderen Person, und nichts ist mehr so, wie es vorher war. Ein bis dahin geordnetes Leben droht plötzlich aus den Fugen zu geraten. Eine sehr interessante und spannende Geschichte, absolute Kauf-Empfehlung von fünf Sternen!

An dieser Stelle möchte ich auch ein dickes Lob für die wirklich gelungene Übersetzung ins Deutsche von Hans-Christian Oeser loswerden: ich habe schon viele Romane gelesen, die vom Englischen ins Deutsche übertragen wurden, und nicht alle haben es geschafft, die Stimmungen und Gefühle, die der Autor ursprünglich dem Leser vermitteln wollte, eins zu eins in die andere Sprache zu transportieren. Bei der Übersetzung von "Enduring Love", wie der Roman von McEwan im Original heißt, ist dies auch in der deutschen Fassung hervorragend geglückt.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. März 2012
Warum dieses Buch jahrelang ein unbeachtetes Dasein in meinem SuB führen musste, kann ich, nachdem ich es gelesen habe, beim besten Willen nicht sagen. Die Geschichte von Joe, Clarissa und Jed verursacht Herzklopfen, macht einen stellenweise atemlos und entwickelt einen derartigen Sog, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Hervorragend!
11 Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Januar 2004
Nach Abbite ein weiterer McEwan, der mich unglaublich stark berührt und beindruckt hat. Zum einen die Erzählsprache McEwans, finde ich so klar verständlich aber denoch hat man den Eindruck in jedem Satz steckt eine Lebesweisheit. Das Thema des Verzeihens
wird erst ganz am Ende ersichtlich, ist aber für mich ein Kern
dieses Romans der im Laufe der Geschichte gezielt anfokusiert wird. Die Story an sich ist fesselnd und man kann wirklich nach dem ersten Drittel nicht mehr aufhören zu lesen. Es macht einen selbst ganz kribbelig, zu sehen wie der Wahnsinnige Psychopat den Hauptdarsteller Joe Rose immer aufdringlicher bnedrängt, aber Polizei und Lebensgefährtin Joe im Stich lassen und quasi
Selbst zum Besessenen abstempelt. Wow dass werde ich bestimmt nochmals durchlesen.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2005
...einem Balloon- Unglück ist das Leben von Joe Rose und seiner Ehefrau nicht mehr dasselbe.
Ein Mann (Jed), der ebenfalls bei dem Unglück dabei war, verliebt sich in ihn und glaubt, Joe wäre auch in ihn verliebt. Es ist kein sexuelles, sonder ein spirituelles Verlangen, das Jed fanatisch werden lässt. Er will den atheistischen Joe zu Jesus führen und er glaubt, Joe gäbe ihm Zeichen, dass ihn nur noch weiter bestätigt.
Doch als er merkt, dass es keine Wirkung hat, wird er radikal und unberechenbar.
Bei seiner Frau trifft Joe auf Misstrauen, sie glaubt, ihr Mann sei verrückt geworden. Nach und nach bildet sich eine Kluft zwischen den beiden, die zuvor noch ein glückliches Ehepaar waren. Joe fühlt sich von ihr im Stich gelassen...
McEwan beschreibt das Krankheitsbild des Clerambault-Syndroms. Die Patienten leiden unter Wahnvorstellungen und bei Jed bleibt jede Medikation wirkungslos, da es auf keinen pathologischen Fehler zurückzuführen ist.
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Oktober 2013
McEwan wird nachgesagt, er sei ein guter Schriftsteller, und sicherlich geben ihm die Verkaufszahlen seiner Werke zumindest in finanzieller Hinsicht recht. Sprachlich, inhaltlich und erzähltechnisch konnte mich aber auch 'Liebeswahn' nicht mal ansatzweise überzeugen. Dafür wirkt die Geschichte auf mich einfach zu sehr konstruiert und in ihrer Hinführung auf eine finale Eskalation gewollt. Als Leser wusste ich stets, was mich erwartet. Schlimmer noch: Ich hatte meist das Gefühl, dass es McEwan am schriftstellerischen Format fehlt, auch mal leise Zwischentöne anzuschlagen. Stattdessen muss es immer großes Kino sein. Man nehme nur die missglückte Eröffnungsszene des Ballondramas. Die Entschleunigung der Darstellung und Extrapolation von Raum und Zeit mittels einer maßlos detailgetreuen Darstellung der szenischen Entwicklung wirkt unglaublich selbstgefällig und dem ''Event'' nicht angemessen. Zudem raubt der minutiös berichtende Charakter dem Leser eine primäre Lesefreude, nämlich die Eigenkreativität subjektiven Kopfkinos. Noch dazu ist dieses Stilmittel 'literarischer Bullet-Time' unglaublich abgegriffen. Immerhin bleibt McEwan sprachlich durchschnittlich und unauffällig, so dass man nicht auch noch von stilistischen Sperenzchen genervt wird.

Solchen formulierungswütigen Bestandsaufnahmen stehen dann wiederum psychologisch zu kurz gegriffene Andeutungen und Analysen gegenüber, die zwar ein müßig Popcorn mampfendes Fernsehpublikum zufriedenstellen mögen, nicht jedoch einen halbwegs interessierten und noch nicht dem Tiefschlaf anheim gefallenen Leser, welcher eben nicht bei simpler Nennung des Begriffs 'Clerambault-Syndrom' in ehrfürchtige, kopfnickende Schockstarre fällt. Auch die im Anhang nachgeschobene Studie hierzu ist doch etwas mager und kann nicht verbergen, was der Geschichte per se fehlt: Glaubwürdigkeit.

Es ist schon dreist, wie McEwan seinen Joe Rose hier instrumentalisiert, um immer wieder laienhafte Exzerpte pseudowissenschaftlicher Themen zu platzieren. Auch wenn dadurch die mediokre Profession des Protagonisten untermauert werden sollte/könnte, empfand ich diese Ausführungen darüber hinaus als nichtssagend und die zugegebenermaßen sehr simple Handlung streckend.

Letztendlich sind dann selbst die Szenen, die durch ihre Bizarrerie komisch wirken sollen (z.B. die Episode um den Waffenkauf), aufgrund ihrer altmodisch und bemüht 'freakigen' Art nur eines: Anbiedernd. Wie oft haben wir solche Szenen schon in schlechten Filmen gesehen? Zu oft! Die Typen, die Szenen, die Handlung... alles Schema F. Wie langweilig.

Was bleibt denn nun übrig von diesem Buch? - Fast nichts. Denn nicht nur das Trauma eines solchen Unfalls wird - bis auf das Küchengequatsche - wirklich tiefgründig beleuchtet. Genauso verhält es sich mit der Beziehung und dem Liebeswahn. Die Aktionen der Figuren bleiben nicht nachvollziehbar. Und wenn die Beziehung so gut war, wieso fällt dann alles so schnell in sich zusammen? ... Und ist der Schritt unseres kühlen Rationalisten Joe Rose wirklich so zwingend, dass er sich nach dem vermeintlichen Anschlag dazu genötigt fühlt, über den Kontakt eines uralten 'Freundes', den er zwanzig Jahre nicht gesehen hat, eine Waffe zu kaufen? - Na, Hauptsache es wird dann auch noch damit herumgeballert... Gähn. Eine gute Gute-Nacht-Lektüre. Mehr nicht. Das ist mir immerhin einen Stern wert.
33 Kommentare|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Januar 2011
Eine tolle Studie über eine unpopuläre Störung. Ian McEwan beherrscht es perfekt, den Leser komplett in Bann zu ziehen. Mir gefällt besonders gut, dass er nicht nur aus Sicht des Hauptprotagonisten erzählt, sondern abwechselt. Insgesamt ein Genuss; ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

22,00 €