Kundenrezensionen


28 Rezensionen
5 Sterne:
 (12)
4 Sterne:
 (8)
3 Sterne:
 (3)
2 Sterne:
 (3)
1 Sterne:
 (2)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magic »Schweijk« Hoffmann
Im Gras liegen, Pläne schmieden, Apfelwein trinken. Drei junge Menschen, pittoreske Ansammlung von Glück auf einer saftigen Wiese. Eine kleine Idylle, einen Nachmittag lang, irgendwo in der deutschen Provinz: grünes Gras, Wein, Kühe, Sonne und jede Menge Träume - aber kein Geld um sie zu verwirklichen. Nickel, Fred und Annette träumen...
Am 5. April 2000 veröffentlicht

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Welt im Umbruch
Fred Hoffmann, Mitte zwanzig, ist gerade aus vier Jahren Jugendhaft entlassen worden. Mit seinen zwei besten Freunden hatte er in einer hessischen Kleinstadt eine Bank überfallen, und als sich ihn schnappten und nach seinen Mittätern fragten, hatte er heldenhaft geschwiegen. Sein großer Traum ist es, nach Kanada auszuwandern - schließlich stehen...
Am 1. September 1999 veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Welt im Umbruch, 1. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Fred Hoffmann, Mitte zwanzig, ist gerade aus vier Jahren Jugendhaft entlassen worden. Mit seinen zwei besten Freunden hatte er in einer hessischen Kleinstadt eine Bank überfallen, und als sich ihn schnappten und nach seinen Mittätern fragten, hatte er heldenhaft geschwiegen. Sein großer Traum ist es, nach Kanada auszuwandern - schließlich stehen ihm sein Teil vom Banküberfall noch zu, und mit den besten Freunden gilt eine Abmachung: Wir gehen nach Kanada. Doch nach vier Jahren im Knast sind nicht nur die Freunde nicht mehr so, wie sie einmal waren, auch die Bundesrepublik hat sich verändert. Fred versteht keine Ossi-Witze, wundert sich über Baseballkappen und über die steigende Arbeitslosigkeit. Betont flapsig versucht er, sich im wilden Berlin zurechtzufinden, wo seine Freundin Annette jetzt im Filmgeschäft arbeitet und immer oberflächlicher wird, während sein Freund Nickel sich die langen Haare abschneiden ließ und schon Vater ist. Der Roman läßt sich auf verschiedene Arten und Weisen lesen: Er ist sowohl ein Roman über die gescheiterte Reintegration eines ehemaligen Gefängnisinsassen in die Gesellschaft, als auch ein Roman über das Erwachsenwerden, als auch ein Roman über Berlin in den frühen 90er Jahren, und alles zusammen ergibt eine unterhaltsame, spannende Story, die nicht zu tiefgreifend ist, bei der aber für jeden was dabei ist. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Magic »Schweijk« Hoffmann, 5. April 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Im Gras liegen, Pläne schmieden, Apfelwein trinken. Drei junge Menschen, pittoreske Ansammlung von Glück auf einer saftigen Wiese. Eine kleine Idylle, einen Nachmittag lang, irgendwo in der deutschen Provinz: grünes Gras, Wein, Kühe, Sonne und jede Menge Träume - aber kein Geld um sie zu verwirklichen. Nickel, Fred und Annette träumen gemeinsam von der Zukunft, von Geld und von Kanada. Aber woher nehmen das Geld? Und ohne Geld kein Kanada, und ohne Kanada keine Zukunft, jedenfalls nicht die, die sie sich vorstellen. Woher also nehmen, wenn nicht stehlen - schließlich wissen sie ja selbst: "Mit Rumhocken und am Wochende Kellnern kommen wir jedenfalls kaum nach Kanada." Die Sache ist so klar wie der Himmel an diesem schönen Tag: darum, den Brecht wörtlich genommen, Marilyn-Monroe- und Cames-Cagney-Gummimasken übers Gesicht gezogen, eine Bank ausgeraubt und ab durch die Mitte. Hallo Zukunft, wir kommen! Der Coup klappt auch noch, doch die Träume zerplatzen schon bald wie Popcorn in der Pfanne, jedenfalls für Fred, der als einziger geschnappt wird und für vier Jahre ins Gefängnis wandert. Immerhin - er hält dicht und verrät seine Freunde nicht. Freds Träume, die Aussicht auf Kanada und das Geld (250.000 DM für jeden), bzw. jede Menge Tischfußball spielen (daher sein Übernahme "Magic"), lassen ihn die Zeit in der Jugendvollzugsanstalt Dieburg aushalten. Vier Jahre sind allerdings eine gewaltig lange Zeit und nach vier Jahren ist alles anders. Alles? Deutschland ist inzwischen unter großem Trara wiedervereinigt, Annette und Nickel sind aus Dieburg weg, nach Berlin gezogen. Nur Fred ist offensichtlich der gleiche geblieben, man könnte sagen, sich selbst - ob aus Naivität oder Konsequenz - treu geblieben. Als er endlich entlassen wird, macht er eine Weile den Fehler, zu glauben, auch seine Freunde seien sich, ihren Ideen vor allem aber ihm treu geblieben. Er ist naiv, na und, aber, auch wenn Fred, ohne nach rechts und links zu gucken, durchs Leben gestolpert kommt - dumm ist er beileibe nicht. Daß Fred dabei die ewige Rolle des Verlierers spielt, ist so klar wie der Himmel über Berlin eben nicht ist, als er dort ankommt. Der ist nämlich ziemlich bedeckt. Symptomatisch für den weiteren Verlauf der Geschichte. Die Suche nach Annette und Nickel gestaltet sich nicht einfach und als er sie endlich gefunden hat, ist nichts so, wie er es sich in seinen alltäglichen Gefängnisträumereien ausgemalt hat. Beide wollen von Kanada nichts mehr wissen, "von Eigensinn zu Eigenheim" wie Fred den ehemaligen Rebellen Nickel einmal definiert. Die Freundschaft zerbricht. Am Ende wird Fred der einzige der dreien sein, der mit nichts in der Hand übrigbleibt: Jahrelang umsonst im Knast, Geld weg, das Mädchen, in das er sich verliebt hat, tot. Was in der gerafften Nacherzählung ziemlich klischeehaft klingt, ist bei der Lektüre nur halb so schlimm, denn Jakob Arjouni beschreibt einzig das zeitlose Thema jener unstillbaren Sehnsucht nach ein wenig Glück. Er erzählt eine Geschichte vom täglichen Träumen und Scheitern. Das eigentliche Thema des Buches aber ist Deutschland und zwar dieses neue, veränderte, große, wiedervereinigte Deutschland mit all seinen Neurosen und Problemen. Ein Deutschland, das dem Autor nicht gefällt und elegant verpackt er seinen Blick in jenen eines naiven, tollpatschigen Kerls, der durch die neue Republik stolpert. Denn Fred ist der prototypische Antiheld und Looser. Fred müsste einsehen, daß er eine Landpomeranze in einer so großen Stadt wie Berlin ist. Er ist ein "Landei" wie man gerne wissend-überheblich und mitleidslos sagt. Er "riecht nach Heustadel", ein Grinsen, so breit wie das eines aufdringlichen Vertreters für Versicherungspolizzen an der Haustüre, riesige "Glutschaugen", der Haarschnitt eines deutschen Schlagersängers. Seine Naivität trägt er wie ein Banner vor sich her. Alles in allem katastrophal, so ätzend wie ein Haufen trockener Vogelscheiße, möchte man anmerken. Und doch muß man diesen Fred Hoffmann einfach mögen. Freds subjektiver Blick auf die Welt, ist von einer entwaffnender Schlichtheit, die die Identifikation der Leser mit dem Charakter Freds nur fördert. Und dabei bin ich mir sicher, gäbe es diesen Naivling wirklich und begegnete er im wirklichen Leben hundert Lesern, die ihn im Buch potentiell nett und gut und liebenswert finden, dann würden ihn wohl 83 für einen Vollkoffer halten. Andere 16 würden denken, "wie uncool" und vielleicht eine(r) würde ihn so sympatisch wie die literarische Figur finden. Aber, so ist das Leben, und schließlich ist das nur ein Buch. Jakob Arjouni hat sich mit diesem Roman nun wohl endgültig auf dem deutschen Buchmarkt etabliert. Nach seinem großen Erfolg mit "Happy Birthday, Türke" und den anderen Kayankaya-Romanen verläßt Arjouni damit erstmals das klassische Krimigenre. Er scheint ein glückliches Händchen zu haben. In seiner Schreibweise fallen drastische Typisierung und ein fast arg konventioneller Plot auf. Das soll aber nicht übersehen lassen, daß Arjouni zwei Dinge geschafft hat: Erstens, den liebenswertesten Antihelden seit dem legendären Schweijk Josef zu erfinden und zweitens, ist es ihm gelungen, einen mehrheitsfähigen Roman zu schreiben, der zwar nach allen Seiten austeilt, aber gerade deshalb von allen Seiten für gut befunden werden kann. Ein Buch zwischen Helmut Kohl und Jutta Ditfurth also. Das kann man ihm zwar vorwerfen, es schmälert seine Leistung jedoch nicht. Solange er etwas zu sagen hat und es dazu noch so gut zu erzählen weiß, kann man ihm nicht böse sein. Jedenfalls nicht länger als zehn Sekunden. Alexander Larch
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein höchst amüsierendes Buch, 2. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Jakob Arjouni, der mit Krimis im Frankfurter Milieu ("Happy Birthday, Türke") bekannt geworden ist, präsentiert hier seinen ersten Berlin-Roman. Er erzählt die Geschichte von Fred ("Magic") Hoffmann sowie eines Freundes und einer Freundin aus der hessischen Provinz, die im Überschwang einen Banküberfall planen, um anschließend nach Kanada auswandern zu können. Der Überfall geht natürlich schief, und Fred wandert für vier Jahre ins Gefängnis, verpfeift die anderen aber nicht. Am Tag seiner Entlassung muß er feststellen, daß sich beide Freunde aus dem Staub gemacht haben - nämlich nach Berlin. Also macht auch Fred sich auf den Weg nach Berlin. Nicht nur, daß Fred gleich nach Ankunft in Berlin Probleme mit der Polizei bekommt; während seiner Zeit im Gefängnis ist auch die Berliner Mauer gefallen. So macht er sich auf, seine beiden Freunde zu finden: die eine lebt in einer Kreuzberger Künstler-WG, der andere ist in eine Brandenburger Vorstadt gezogen und macht seinen Doktor. Nach Kanada wollen beide nicht mehr - und auch mit Fred können sie in ihrem "neuen" Leben nicht mehr viel anfangen. Das Ende soll hier nicht verraten werden, aber Fred bleibt sich treu... Arjouni macht diese Odyssee Freds zu einer Mischung aus Roadmovie und Berlinroman - ein Buch über ein Berlin jedoch, das eher eine Stadt der Loser ist. Fred ist für diese Stadt nicht geschaffen und tapst von einem Problem zum nächsten. Nie verliert das Buch seinen augenzwinkernden Charme und ist bisweilen richtiggehend zum Lachen. Letztendlich handelt das Buch von einem sympathischen Verlierertypen, der sich selbst und seinen Ideen treubleibt, auch wenn sich alles um ihn herum ändert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Mal zu Mal besser!!, 28. März 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Als ich dieses Buch zum ersten Mal gelesen hatte, fand ich es nicht besonders gut. Zwei Jahre später, beim zweiten durchlesen, hatte sich meine Meinung schon etwas zum Positiven hin verändert und beim dritten Mal war ich restlos überzeugt von der Qualität dieses Buches. Es ist einfach spannend Freds tragisch-komischen Weg von Dieburg über Berlin nach Dieburg zu verfolgen und dabei in seine Welt zu tauchen. Verfolgt von Pech und Enttäuschungen verwandelt er sich von einem naiven Optimisten zu einem kurzzeitig fast verzweifelten, hoffnungslosen jungen Mann. Nach einer glücklichen Wendung fängt Fred wieder an an sich, seine Träume und seine Zukunft zu glauben. Ein erneuter Schicksalschlag katapultiert in jedoch endgültig in die Rolle des Verlierers.
Arjounis Umgang mit Sprache, seine Art Dinge zu beschreiben und auszudrücken wirkt sehr gekonnt und kreativ und man entdeckt bei jedem Lesedurchgang neue Doppeldeutigkeiten, Voraussdeutungen und Hinweise. Natürlich findet man auch einige Typisierungen und Vorurteile, aber diese passen einfach zum Charakter und der Denkweise des Protagonisten und runden die Erzählung, meiner Meinung nach, sehr gelungen ab.
Ein äußert empfehlenswerter Roman!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vae victis!, 6. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Jakob Arjuni ist hier ein ganz großer Wurf gelungen: Bitterböse Ironie des Autors und unerschütterlicher Lebensmut des Protagonisten- eine Mischung, die hier zum Schmunzeln anregt, doch manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken, denn der Protagonist gerät von einer fatalen Situation in die nächste- zum Schluss bleibt der ewige Verlierer.
Ein Buch, das man, einmal damit begonnen, nicht mehr zur Seite legt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ohne Klischees aber trotzdem eine spannende Geschichte, 25. Mai 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Gebundene Ausgabe)
Nach vier Jahren Jugendgefängnis fährt Fred Hoffmann nach Berlin, um seine Beute von den Freunden,die seinerzeut an einem Überfall beteiligt waren, abzuholen. Ziel ist, zusammen ins gelobte Land (Kanada) zu fahren. So unkompliziert läuft es natürlich nicht . Zuerst muß der naive Fred eine Reihe von bizarren Ereignissen, einschließlich Konfrontationen mit Rechtsradikalen, scheinbar blutrünstigen alten Männern, und Wodka trinkenden russichen Mafiosi überstehen, und zwar alles im wiedervereinigten Berlin, wo jeder eine Baseballmütze trägt und von Arbeitslosen und Ausländerfeindligkeit spricht. Könnte diese Geshichte mehr Klischees anbieten? Trotzdem, ob modernes Märchen oder Road Movie, Magic Hoffmann ist reich an Tempo und spannend, und fesselt den Leser beinahe vom Anfang an. Manchmal sind Ereignisse allerdings vorsehbar, und Aspekte der Handlung sind, ehrlich gesagt, schwach und schlecht untermauert, aber Arjouni läßt dem Leser keine Zeit, über solche Bermerkungen allzulange nachzugrübeln. Der Protagonist ist als Antiheld überzeugend. Seine Benehmen ist kindisch, und er hat die erstaunliche Fähigkeit, sich in seine eigene Welt einschließen zu können, ohne die Folgen seines Verhaltens wahrzunehmen. Seiner schlimmster Fehler ist die Vorstellung, daß die mit dem Fall der Mauer veränderte Welt ihm etwas schuldert. Andereseits ist er nicht ohne Charme und er ist im Grunde seines Herzens frei von Bosheit und voller Moralvorstellungen, denen er treu zu bleiben versucht. Arjouni läßt seinem Träumer jedoch keine Chance. Wenn die ganze Geschichte nur aus Freds verzerrte Perspektive erzählt wäre, würde man sich ohne Zweifel schnell eingeschrängt fühlen. Aber ab und zu wechselt der Erzähler seinen Standpunkt und zeigt die Gedanken anderer Charaktere, wie zum Beispiel Freds Freunden oder ganz "unwichtigen" Personen wie einen Kellner in einem Restaurant. Durch diese Methode gewinnt der Leser ein vollständigeres Bild der Motivationen und Feinheiten innerhalb der Geshichte. Diverse Rückblenden erweitern das Bild des Lesers zusätzlich. Themen und Form dieses Romans mögen nicht sehr originell sein, denn es wurde schon viel über Berlin und Neofaschismus geschrieben, und der naive Außenseiter, ist keine ungewöhnliche literarische Herangehensweise. Trotzdem ist Magic Hoffmann eine faszinierende Geschichte, relevant und geschickt geschrieben.Wer sagt, es gebe keine guten deutschen Erzähler, der irrt sich!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Freunde des schwarzen Humors ..., 2. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
... ist Jakob Arjouni genau richtig.

Kein kopflastiges oder theoretisches Geschwurbel über die Schlechtigkeit der Welt, dafür ein hoffnungslos naiver Protagonist Fred Hoffmann, der nach der Wende aus dem Knast kommt und die Änderungen der Gesellschaft und seiner alten Freunde eben verpasst hat. Man leidet mit ihm und wünscht sich, dass ihm jemand hilft. Is aber nicht, er muss sich allein durchschlagen.

Das Ganze ist ironisch, bissig, gelegentlich zynisch, immer aber auch liebevoll, bevor es allzu hoffnungsvoll und tröstend werde könnte und man an ein gutes Ende denkt, holt J. Arjouni den Hammer heraus und schlägt alles kurz und klein. Ja, so war sie, die Nachwendezeit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 12. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Die Geschichte fängt fröhlich an. Fred Hoffmann und seine Freunde liegen im Gras, betrinken sich mit Apfelwein und träumen davon nach Kanada auszuwandern. Doch keiner von ihnen hat Geld und woher nehmen...?

"Mit Rumhocken und am Wochenende Kellnern kommen wir jedenfalls kaum nach Kanada"

Ein Banküberfall, das ist die Lösung. Eine Menge Geld für eine halbe Stunde Arbeit.

"Möcht mal wissen, brummte Nickel, warum ausgerechnet ihr, ausgerechnet in Dieburg, ausgerechnet jetzt, den perfekten Banküberfall erfunden haben wollt. Immerhin probieren die Leute den schon seit Jahrhunderten."
"Wenn Einstein so gedacht hätte, wäre er Kartoffelbauer geworden" ...

4 Jahre später wird Fred aus dem Gefängnis entlassen. Er ist der einzige der geschnappt wurde, aber er hat dicht gehalten und seine Freunde warten mit seinem Anteil, ungefähr 250 000 Mark, auf ihn. Doch sollten sie ihn nicht am großen Tag von Freds Entlassung abholen kommen?
Fred erfährt durch einen Trick Annettes neue Adresse und fährt nach Berlin. Dort gerät er von einem Schlamassel ins nächste und in jedem Fettnäppchen, und sei es auch noch so klein, stolpert er hinein.
Durch eine besonders dumme Geschichte wird er auch bald wieder von der Polizei gesucht. Dabei wollte er doch nur sein Geld holen und so schnell wie möglich mit Annette und Nickel nach Kanada. So war es doch abgesprochen. Oder?

Magic Hoffmann ist eine Geschichte über die Vergänglichkeit der Freundschaft, über gebrochene Versprechen, Enttäuschung, darüber sich selbst Treu zu bleiben und wie das Leben einem einen Stich durch die Rechnung machen kann.
Die Dialoge sind witzig, manchmal triefen sie geradezu vor schwarzem Humor, und sie sind voller Tempo.
Mit Fred Hoffmann kann man sich schnell anfreunden, doch manchmal möchte man ihn schütteln und rütteln oder ihm einen Arschtritt verpassen.
Die Geschichte ist rasant, abwechslungsreich, unvorhersehbar. Ein Happy-End sieht auch anders aus, und tagelang hat Freds Schicksal mich verfolgt.
Ab und zu gibt es das ein oder andere Klischee, zum Beispiel schlecht gelaunte Berliner, Russen mit ihrer Schmuggelware, Skinheads und Baseball-Schläger (nur um einige zu nennen). Aber ich finde das tut der Geschichte keinen Abbruch, im Gegenteil, es macht sie menschlicher, natürlicher.
Magic Hoffmann ist eine Geschichte wie das Leben sie geschrieben haben könnte.
Fazit: Unbedingt lesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Berlin, Berlin, Hoffmann fährt nach Berlin!, 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Taschenbuch)
Herrlich leicht geschriebener Roman über 'ein ärgerliches Vaterland', und über einen Menschen, der mit den komischen, fiesen, spießigen, einsamen, aggressiven Bewohnern dieses Landes so umgeht, dass er nicht verrückt wird - sondern eben einfach 'magic' bleibt. Der Tonfall: lakonisch, dabei niemals zynisch oder denunzierend. Wie 'happy birthday, türkei' findet Arjouni hier fast immer den richtigen Ton für eine fast immer falsche Gesellschaft; klasse!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Illusionen über Berlin, die Provinz und ganz persönliche Vorstellungen, 9. März 2011
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Magic Hoffmann (Audio CD)
Am Anfang dieses Hörbuches MAGIC HOFFMANN von Jakob Arjouni glaubte ich keinen Zugang zu der Geschichte zu bekommen, man wurde einfach in die Handlung geworfen und der Anfang klang arg schräg - doch nach und nach klärte sich das Bild und der Protagonist Fred (alias Magic Hoffmann) bekommt Stimme und Gesicht, wird einem sogar manches Mal richtig sympathisch. MAGIC HOFFMANN von Jakob Arjouni ist eine komische Geschichte, aber auf mit tiefem Ernst und es schwebt über allem der Atem des Verlustes von Vertrauen und der quasi illusorischen Zukunft.

Fred, Annette und Nickel überfallen eine Bank, Annette wohl ein wenig unbedarft, Nickel überblickt die Konsequenzen nicht und Fred scheint geistig zurück geblieben, doch manchmal überrascht er mit einem messerscharfen Verstand.

Was ist die Folge? Fred landet im Gefängnis deckt aber seine beiden Freunde. Damals waren es auch Freunde, doch nach vier Jahren als er endlich frei kommt sieht die ganze Sache anders aus. Die Welt hat sich weiter gedreht und nichts ist mehr so wie es war - hier beginnt das Hörbuch MAGIC HOFFMANN von Jakob Arjouni so richtig spannend zu werden.

Was fasziniert mich an diesem Hörbuch? Ist es die Verzweiflung die sich langsam breit macht?

Ist es die teils unfreiwillige Komik, die Dummheit des Protagonisten, dieses Gottvertrauen auf seine vor ihm liegende Zukunft oder einfach die Unverfrorenheit mit dem ihm die Welt begegnet?

Von allem etwas denke ich und doch ist das Hörbuch MAGIC HOFFMANN von Jakob Arjouni mehr, es strahlt etwas ganz Besonderes aus, eine geheime Magie der Worte und der Sprecher Jakob Arjouni, welcher ja auch gleichzeitig Autor ist - bringt dies mit seiner Stimme mehr als auf den berühmten sprichwörtlichen Punkt.

Was Fred über Berlin, Deutschland, die Provinz und sich selbst herausfindet, ist ebenso wie das was er über Vertrauen, Freundschaft und Liebe weiß, mehr als die Summe seiner Teile.

Ein besonderes Hörbuch dem man sich öffnen sollte auch wenn es anfänglich ein wenig schwierig erscheint.

Empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Magic Hoffmann
Magic Hoffmann von Jakob Arjouni (Taschenbuch - September 1997)
EUR 9,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen