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Kundenrezensionen

118
3,5 von 5 Sternen
Venezianisches Finale: Commissario Brunettis erster Fall
Format: TaschenbuchÄndern
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. September 2000
Der große Dirigent Helmut Wellauer liegt vergiftet in seiner Garderobe in der venzianischen Oper La Fenice. Commissario Brunetti soll diesen Todesfall untersuchen. Soweit die Geschichte. Dieses Buch hat mich etwas enttäuscht. Die Charaktere bleiben das gesamte Buch über flach. Auch das Kapitel, in dem wir dem Privatleben der Familie Brunetti beiwohnen, kann diesen Eindruck nicht richtig korrigieren. Das gesamte Buch lebt von Klischees und Vorurteilen. Der böse Deutsche, der Italiener, der das Leben genießt... Außerdem habe ich den Eindruck, daß bei den Ermittlungen zu viel "herumgeeiert" wird. Wenn man schon nicht die Charaktere ausreichend beschreibt, sollte man die Geschichte bessermachen. Auch das Venedig-Flair kommt bei mir nicht so richtig an. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, daß man nicht unbedingt in Venedig leben muß, um dieses Flair, wie es beschrieben, aufs Papier zu bringen. Daß Venedig von Wasser umgeben ist, weiß jeder, die Sehenswürdigkeiten kann man auch anhand einer Straßenkarte hinzufügen. Die Übersetzung dieses Buches ist auch etwas seltsam. Es läßt sich zwar flüssig lesen, ist aber teilweise etwas holprig. ("Wenn er es bemerkte, ließ er es sich nicht anmerken...") Alles in allem läßt sich sagen, daß dieses Buch kein großer Wurf ist, jedoch unterhaltend. Wenn man es geschenkt bekommt sollte man es ruhig lesen. Ansonsten eher etwas für Venedig-Fans.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Juli 1999
Ob Donna Leons Krimis ein so stimmiges (und stimmungsvolles) Bild von Venedig zeichnen, wie die Kritiker zuweilen, sich überschlagend und überbietend, meinten, kann ich leider mangels eigener Venedigerfahrung nicht beurteilen. Commissario Brunetti ist mir auf jeden Fall sehr schnell ans Herz gewachsen. Zum Teil mag das daran liegen, daß er nicht zu den Standardschnüfflern gehört, die unbedingt eine kaputte Beziehung haben müssen, damit sie auch ein bißchen interessant werden. Bei Brunetti ist alles paletti, dafür versteht er sich mit seinen Schwiegereltern nicht besonders gut. Im besprochenen Band nun (sein "erster Fall") kommt ein Dirigent höchst unnatürlich zu Tode, während das Publikum auf den Beginn des dritten Aktes wartet. Berühmt war der Mann und mit reichlich Vergangenheit versehen, die ihm auch reichlich Feinde eingebracht haben könnte. Die tatsächlichen Hintergründe liegen natürlich an anderer Stelle verborgen, aber davon will ich nichts verraten. Natürlich schreitet Leon nicht geradlinig auf die Lösung des Falles zu; das wäre ja auch recht langweilig. Man erfährt so allerlei aus dem Leben und dem Bekanntenkreis des Dirigenten, und ist lange Zeit noch herzlich eingeladen, mit Brunetti zusammen zu rätseln, wer denn nun warum, bitte schön?, und das ist keineswegs langweilig gemacht, sondern sehr abwechslungsreich. Auch wenn es nicht zu meinen Fünf-Sterne-Kandidaten gehört, macht das Buch dennoch Lust auf weitere Abenteuer des Commissario. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. August 2007
Ohne diesen Erstling ist die Reihe um Kommissario Brunetti nicht vorstellbar. Was manchen der Nachfolgewerke an Charme und Spannung fehlt, wertet Venezianisches Finale auf: Eine dichte Story verbunden mit einer komplexen Familiengeschichte. Der Dirigent wird erschossen, muß sich im Tod seiner Vergangenheit. Das ist nicht neu. Doch vor der großartigen Kulisse Venedigs läßt man sich gerne davon gefangen nehmen.

Ein spannender Krimi in der Tradition, englischer Ermittler, die sich mit Gutsherren herumschlagen müssen, in späteren Roman bleibt davon oft nur noch Venedig übrig. In der psychologischen Führung durchaus mit Patricia Highsmith Thriller Venedig kann sehr kalt sein zu vergleichen. Auch wenn Donna Leon dem klassischen Muster des Who-done-it verhaftet bleibt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Dezember 2006
Brunettis erster Fall.

Ein guter Krimi voller Verstrickungen, voller menschlicher Abgründe, voller Spannung.

Dazu Commisario Brunetti. Ein liebenswürdige Figur, dem man die Aufklärung des Falles am Anfang nicht so recht zutraut. Ein ruhiger Mann mitten in der Hektik der Touristen Venedigs. Ein Mann mit Familie, die ihm wichtig ist.

Das Buch macht Lust auf Venedig. Einmal durch die engen Gassen gehen, im Vaporetto die Kanäle erkunden, durch einen der uralten Palazzo streifen. Auch ein Buch, das die Probleme der Stadt zeigt.

Brunettis Art den Fall aufzuklären ist eigenwillig. Die Geschichte ist verwinkelt und hat ein überraschendes Ende.

Ein wirklich gutes Buch.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Januar 2007
Der erste Fall des venezianischen Commissario Brunetti handelt von einem Dirigenten, der statt nach einer Orchesterpause wieder zu erscheinen, vergiftet hinter der Bühne gefunden wird. Anfangs gibt es einige Verdächtige, die vor allem durch Lügen/Falschaussagen auf sich aufmerksam machen. Im Laufe der Geschichte gräbt sich Brunetti durch die Vergangenheit des Toten und entdeckt dort einige potenzielle Rachemotive.

Dies war mein erster Brunetti-Krimi und vermutlich auch nicht der letzte. Die Erzählweise erscheint zwar recht brav und konventionell, Donna Leon hat leider nicht den Tiefgang wie beispielsweise Mankell. Außerdem kommt der Commissario ziemlich nüchtern und farblos rüber, über seinen Gemütszustand erfährt man so gut wie nichts.

Jedoch ist die Geschichte genau das richtige für diejenigen, die ohne große Erwartungen einfach mal ein paar Stunden abschalten wollen und nicht allzu viel nachdenken möchten. Sehr gelungen ist das überraschende und etwas plötzliche Ende.
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. September 1999
Auf Empfehlung von Freunden und den guten Kritiken zu diesem Buch habe ich mich dazu durchgerungen es einem Elizabeth George Roman vorzuziehen. Allerdings weiß ich bis jetzt nicht so genau wie ich dieses Buch beurteilen soll. Der deutsche Stardirigent Helmut Wellauer wird in der Garderobe eines Opernhauses tot aufgefunden, kurz bevor der Vorhang zum letzten Akt der Traviata aufgeht. Commissario Brunetti, dem dieser Fall übertragen wird, ermittelt nicht nur in der künstlerischen Szene. Es stellt sich bald heraus, daß es für ziemlich viele Personen Motive gab, ihn umzubringen. So weit, so gut. Die Ermittlungen sind ganz spannend und vom Schluß war ich doch sehr überrascht. Dennoch hat die Autorin leider viele Klischees in dieses Buch reingebracht, was mir sehr misfällt. Wich ich schon richtig vermutete beim Lesen der Inhaltsangabe dieses Buches (ein "deutscher" Dirigent), ist der ermordete Dirigent ein alter Nazi, ein böser Deutscher also. Das hätte nicht sein müssen. Irgendwann ist auch dieses Thema mal ausgereizt. Überhaupt kommen die Deutschen hier nicht sehr gut weg. Aber auch andere Nationalitäten, wie z. B. die Belgier haben keine guten Karten. Lediglich die Italiener (wen wundert's) und Amerikaner (Donna Leon ist Amerikanerin) kommen hier gut weg. Außerdem werde ich nicht so recht schlau aus Commissario Brunetti. Mal ist er voller Ehrgeiz diesen Fall aufzuklären, dann hat er wieder Phasen, wo ihm die Lösung dieses Falles so ziemlich egal ist. Trotzdem ist dieses Buch nicht schlecht, es ist spannend geschrieben, man erfährt einiges unterhaltsames über Venedig und dessen Einwohner, bekommt einen Einblick in die Opern-Szene und wie schon erwähnt, finde ich den Schluß recht überraschend.
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am 27. August 2015
»Der Tod hatte die Züge des Mannes verzerrt, der in dem Sessel mitten im Zimmer lag. Seine Augen waren starr ins Leere gerichtet und die Lippen zu einer häßlichen Grimasse verzogen. Der Körper hing schwer zur einen Seite, der Kopf war gegen den Sesselrücken gepreßt. Auf der gestärkten, blendendweißen Hemdbrust waren Spritzer einer dunklen Flüssigkeit. Einen Augenblick dachte die Ärztin, es sei Blut. Sie trat näher und roch mehr, als daß sie es sah, den Kaffee. Der andere Geruch, der sich mit dem des Kaffees vermischte, war ebenso eindeutig. Es war der durchdringende, säuerliche Geruch nach bitteren Mandeln, über den sie bislang nur gelesen hatte.«

An diesem Abend wird die Pause vor dem letzten Akt von „La Traviata“ in Venedigs Opernhaus „La Fenice“ ungewöhnlich lang, denn das Publikum wartet vergeblich auf die Rückkehr des deutschen Stardirigenten Helmut Wellauer, der tot in seiner Garderobe liegt. Der durchdringende Geruch von Zyankali lässt keinen Zweifel aufkommen, dass Wellauer ermordet wurde. Die Musikwelt trauert und Commissario Brunettis Vorgesetzter erklärt deutlich, dass sich die Stadt Venedig einen solchen Skandal – den Mord an einem der berühmtesten Künstler unserer Zeit – nicht erlauben kann!
Brunetti, der sich nicht nur „mit den üblichen Verdächtigen“ befassen will, erkennt schnell, dass der Maestro so einigen Leuten Grund gegeben hatte, ihn zu hassen…

Das war ein Krimi ganz nach meinem Geschmack! Brunetti ist mir als Charakter sehr sympathisch. Er gehört nicht zu der Sorte von Ermittlern, die sich – durch irgendein schreckliches Erlebnis traumatisiert oder völlig desillusioniert – durch den Tag quälen. Brunetti mag sein Leben, seine Stadt und seinen Beruf. Er liebt seine Familie, gute Bücher und guten Wein. Dabei geht er aber durchaus nicht unkritisch durch die Welt, bildet sich seine eigene Meinung und steht auch dazu. Ein intelligenter Mann, der mir mit seiner trockenen und oftmals ironischen Art ans Herz gewachsen ist.
»Brunetti? … Warum machen Sie keine Notizen?« Brunetti erlaubte sich die Andeutung eines Lächelns. »Oh, ich vergesse nie etwas von dem, was Sie sagen, Signore.«

Sehr gefielen mir auch die vielen Details und Beschreibungen, die Venedig deutlich vor meinen Augen erscheinen ließen. Zusammen mit der schillernden Welt der Opernbühne ergab das ein wunderschönes und verlockendes Szenario. Doch werden nicht nur die schönen Bilder Venedigs gezeigt, auch die dunklen Flecken kommen nicht zu kurz, die Makel, die es in der Stadt und auch in der Gesellschaft gibt. Den Fall fand ich hochinteressant und vielschichtig, die Auflösung schlüssig. Das Ende sagte mir sehr zu und begeisterte mich noch mehr für Commissario Brunetti.

Fazit: Intelligenter und anspruchsvoller Krimi mit einem sehr sympathischen Ermittler und vor toller Kulisse.

»Ich dachte, Sie wollen vielleicht mit den Sängern sprechen, Commissario. Da habe ich sie gebeten, oben zu warten. Es schien ihnen nicht zu gefallen…« Opernsänger, dachte Brunetti, und wiederholte es noch einmal: Opernsänger. …
»Wer war am ungeduldigsten, Follin?«, fragte Brunetti, als sie oben angelangt waren.
»Die Sopranistin, Signora Petrelli«, antwortete Follin und deutete rechts den Korridor hinunter auf eine Tür ganz am Ende.
»Gut«, sagte Brunetti und wandte sich nach links. »Dann heben wir uns Signora Petrelli bis zum Schluß auf.«
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am 6. März 2012
Während der Pause einer Opernaufführung wird der weltweit bekannte Dirigent tot in seiner Garderobe aufgefunden. Ein Fall, der viel Aufmerksamkeit erregt und entsprechend groß ist auch der Druck auf die Polizei einen Täter zu finden. Commissario Brunetti, der mit den Ermittlungen beauftragt ist, hat auch schon bald eine Vielzahl von Verdächtigen. Doch wer von ihnen wäre wirklich zu diesem Mord fähig?

Ich hab das Buch im Rahmen der zweite Chance-Challenge gelesen und konnte mich vorher an nichts mehr von dem Inhalt lösen. Trotzdem war ich mir sehr früh über wichtige Bestandteile des Tathergangs und der Motivation sehr sicher und fand es ziemlich schade, dass Brunetti scheinbar diesen Gedanken erst sehr spät in Betracht zieht.

Aber andererseits erfährt man auch nie viel von Brunettis Gedanken. Man begleitet ihn zwar zu verschiedenen Befragungen von Zeugen, Angehörigen und Tatverdächtigen und hört den Dialogen zu, aber über Brunettis Erkenntnisse erfährt man nicht viel. Der Leser muss also sozusagen selbst ermitteln, kann das aber nur in die Richtungen, in die auch Brunetti ermitteln - ohne wirklich nachvollziehen zu können, wieso. Rückblickend mit dem Wissen am Schluss ergibt zwar vieles einen Sinn, aber zwischendrin hätte ich mir schon mehrmals gewünscht mehr von Brunettis Gedanken und Empfindungen zu erfahren.
Ich hatte nie das Gefühl ihn kennen zu lernen. Zumindest nicht den Commissario, der mir am Ende noch nahezu genauso fremd war wie am Anfang des Romans. Eher schon den Privatmensch Brunetti, der mit seiner Frau Wein trinkt, den Kindern Monopoly spielt und eine Abneigung gegen seinen Schwiegervater hat.

Insgesamt war der Krimi nicht vollkommen unspannend, aber ich hatte auch nie Probleme die Lektüre zu unterbrechen. Und dass ich mit meiner frühen Lösung richtig lag, war auch eher enttäuschend. Keine Ahnung, was mich da bei dem ersten Lesen vor mehr als einem Jahrzehnt so begeistert hat. Ich habe den zweiten Band der Reihe auch hier und werde den auch sicher lesen. Aber wenn er mir nicht besser gefällt, werde ich danach wohl die Reihe abbrechen. Zumindest der erste Band ist mir da doch zu sehr durchschnittliche Krimi-Lektüre, um weitere 18 Bände zu lesen, falls sie das gleiche Niveau haben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. April 2012
Der in Venedig lebenden Amerikanerin Donna Leon gelang mit ihrem Erstlingswerk ein grandioser Thriller.
Doch es sollte nur der Anfang einer unglaublichen Erfolgsstory werden. Bis heute sind schon über zwanzig Romane mit Commissario Guido Brunetti entstanden und fast alle davon wurden überaus erfolgreich fürs Fernsehen verfilmt (die TV-Premiere von "Blutige Steine" sahen über sieben Millionen Menschen).
Doch was macht "Venezianisches Finale" so erfolgreich, dass daraus gleich eine ganze Reihe entstand? Mit ein Grund für die gewaltigen Verkaufszahlen ist, dass sich Donna Leon von den meisten Krimiautoren der Gegenwart stark unterscheidet, da überhaupt keine Horrorelemente im Buch zu finden sind. Die Morde sind zwar meist recht blutig, doch der Tathergang wird nur selten beschrieben. Auißerdem verfügt die Opernliebhaberin über einen ausgefeilten Schreibstil. Hervorstechend sind die Beschreibungen von den Venezianern und dem italienischen Staatsapparat.
Donna Leon beschreibt präzise und mit teils schwarzem Humor die oft untragbaren Zustände in der Lagunen-Stadt und in ganz Italien.
Aber das entscheidende Teil im Erfolgspuzzle ist der Hauptcharakter. Donna Leon kreierte mit ihrem Commissario Brunetti einen der besten Detektive der Literaturgeschichte.
Der Mann von Paola und Vater von Raffi und Chiara ist längst Kult. Denn dieser Ermittler ist kein eiskalter Bulle, keiner von diesen charakterlosen Typen, die nur dazu da sind, um ein Verbrechen aufzuklären.
Brunetti hat eine gewaltige Tiefe. Er ist melancholisch, wenn er an die Korruption im ganzen Land denkt, ärgert sich, wenn wieder extra viele Touristen "seine" Stadt verstopfen.
Doch er ist auch ein Ehrenmann, der sich mit aller Kraft gegen den Sog aus Verbrechen in diesem scheinbar hoffnungslos verlorenen Land stemmt. Brunetti kämpft einen Kampf, den heute leider nur mehr wenige zu kämpfen bereit sind.

Jeder der sich für gute Fälle, sympatische Personen und das wunderbare Venedig interessiert - oder auch nur für eines davon - muss dieses Buch und all die Vortsetzungen lesen.
Denn wie der ehrliche Brunetti eine Seltenheit in der brutalen Gesellschaft geworden ist, so ist die überragend gut schreibende Donna Leon eine Seltenheit geworden in einer Literaturwelt, in der nur noch Action statt spannender Rätsellösung zählt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Juli 1999
Das berühmte venezianische Opernhaus "La Fenice" ist Schauplatz des ersten Falls von "Komissario Brunetti", dem berühmten Komissar der venezianischen Questura, den die Amerikanerin Donna Leon in ihrem Debütwerk zum Leben erweckt. Wer Venedig kennt oder kennenlernen möchte, wird durch das venezianische Gewirr von Kanälen und Gassen geführt, verfolgt gleichsam einem heimlichen Beobachter mit Brunetti die Spur eines Mörders und lernt dabei vieles über die Alltagsgewohnheiten Venedigs, der Stadt, die einer Opernkulisse gleicht. Und dort, in La Fenice, ereignet sich auch der Mord an einem berühmten deutschen Dirigenten, der auf Gastbesuch in der Stadt weilt. Allein der bestürzte Aufschrei der Kunstwelt aufgrund dieser grausamen Tat zwingt die Polizei zu rascher Aufklärung. Die Presse vermutet hinter dem Giftanschlag die beleidigten Mitglieder des Ensembles, und auch Brunetti sieht sich gezwungen, die zweifelhafte Sopranistin sammt ihrer merkwürdigen, hochgebildeten Begleiterin genauer unter die Lupe zu nehmen ... . Leon schildert die Geschehnisse in ihrer Wahlheimmat mit einer Authentizität, die das Geschehen nicht nur gleichsam einem Film vor dem inneren Auge ablaufen, sondern sogar beinahe die Gerüche der Inselstadt riechen läßt. Die Geschehnisse des Krimis treten dabei keinesfalls in den Hintergrund, vielmehr werden sie gerade verstärkt durch das bewußte Mitempfinden des Lesers. Bei derartiger Identifikation des Lesers mit dem Komissario kann das dann auch mal dazu führen, daß man sich leicht auf eine falsche Fährte locken läßt. Denn langsam lichtet sich der Trubel um die dunkle Vergangenheit des berühmten toten Künstlers, und wenn der letzte Vorhang des Romanes fällt, bleiben ob des überraschenden Endes so manche Gedanken bei Brunetti. Es haftet der Geschichte neben dem der letztlich siegenden Gerechtigkeit doch auch ein Hauch von Tragik an - was dieses Werk von den gewöhnlichen Krimis im Bücherregal unterscheidet. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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