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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsantes, kurzweiliges und rührendes Leseerlebnis
Patrick Süskind, Jahrgang 1949, ist ein sehr scheuer Zeitgenosse. Mal abgesehen vom Drehbuchschreiben ("Vom Suchen und Finden der Liebe" oder "Rossini"), ist es recht still um den großen Schöpfer des Parfums geworden. 1991, also sieben Jahre nach seinem Welterfolg, erschien "Die Geschichte von Herrn Sommer" - ein liebevoll von Jean-Jacques Sempé...
Veröffentlicht am 25. Februar 2007 von A. Wolf

versus
1 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schön und Traurig. Schön traurig.
Ein wundervolles Buch. Zum Nachdenken, zum Abschalten. Der Ausgang ist dramatisch - er muss so sein. Wäre er es nicht, das Buch wäre nur halb so gut. Für Leute, die viel nachdenken und sich nicht fürchten, über das Leben zu philosophieren.
Veröffentlicht am 22. Januar 2002 von mutterstochter


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsantes, kurzweiliges und rührendes Leseerlebnis, 25. Februar 2007
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Patrick Süskind, Jahrgang 1949, ist ein sehr scheuer Zeitgenosse. Mal abgesehen vom Drehbuchschreiben ("Vom Suchen und Finden der Liebe" oder "Rossini"), ist es recht still um den großen Schöpfer des Parfums geworden. 1991, also sieben Jahre nach seinem Welterfolg, erschien "Die Geschichte von Herrn Sommer" - ein liebevoll von Jean-Jacques Sempé illustriertes Bändchen.

Der Titel verwirrt ein wenig, denn jener in der Geschichte auftauchende Herr Sommer ist eher eine kuriose Randfigur, denn der Protagonist des Hauptgeschehens. Dieser ist ein Junge, dessen Kindheit mit all ihren sinnlichen Vergnügungen, Verwirrungen und Enttäuschungen den Gegenstand des Stoffs ausmacht. Aus der Perspektive eines Erwachsenen schildert dieser Ich-Erzähler retrospektiv Episoden aus seiner Kindheit, die immer wieder mit dem sonderbaren Herrn Sommer in Verbindung stehen. Über Herrn Sommer weiß keiner wirklich genau Bescheid, außer dass er mit einer Puppenmacherin verheiratet ist und die meiste Zeit seines Lebens mit seinem Stock wie gehetzt durch die Gegend schreitet.

Wenn Sie dieses Buch bereits gelesen haben, werden Sie sich womöglich am Ende die Frage stellen: Wer oder was ist Herr Sommer? Die Figur ist die eines Außenseiters, der offenbar kurz nach dem Kriege mit seiner Frau in die Gegend gekommen ist; es mag sein, dass Herr Sommer gar durch Erlebnisse traumatisiert ist - wir wissen es nicht. Wir können es auch gar nicht wissen, denn Süskinds Erzählstil setzt auf Distanz. Die Erzählinstanz ist schließlich nur der Ich-Erzähler, auktoriale Instanzen gibt es nicht; der Leser weiß nicht mehr als der Ich-Erzähler weiß.
Diese erzähltechnischen Beobachtungen zusammen mit der Tragik am Ende dieser Geschichte deuten an, dass Rätselhaftigkeit und Distanz bewusst gesetzt sind. Für einen radikalen Entschluss wie den des Herrn Sommer gibt es ohnehin kaum hinreichend rationale Gründe. Die im Gras liegende Zeitung mit der einen besonderen Nachricht zeugt vielleicht am besten und eindringlichsten von der leisen Melancholie, die Süskind vermitteln möchte.

Fazit: Mag sein, dass Süskind schon besser war - "Die Geschichte von Herrn Sommer" ist auf jeden Fall sehr ansprechend. Sie ist kurios, leicht schräg und kurzweilig. Sie ist, wenn der Ich-Erzähler von der Unbill während seiner Klavierstunden oder der süßen Vorfreude auf das erste Rendezvous berichtet, psychologisch entzückend einfühlsam. Und sie ist, bei all diesem Charme, am Ende auch recht melancholisch: Ein gutes Buch, ein wirklich lesenswertes Buch.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nadine Schröder D-LK TJG, 13. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Die Geschichte von Herrn Sommer ist eine Reise durch das Leben des Erzählers, aber auch eine Reise durch das eigene Leben.
Herrn Sommer kennt Jeder; er ist der Mann, der bei jedem Wetter und zu jeder Stunde schnellen, hastigen Schrittes spatzieren geht- tagein, tagaus.
Herr Sommer ist stets gegenwärtig, fast wie ein Spiegelbild, ein Schatten oder ein Gewissen.
Man hat das Gefühl, dass der Erzähler mit der gleichen Geschwindigkeit durch seine Kindheitserinnerungen eilt, wie Herr Sommer durch die Landschaft.
Die Nachbarn sprechen oft über ihn, sie versuchen sich sein Verhalten zu erklären; Zitat: "Herr Sommer hat Klaustrophobie, und das ist eine Krankheit, bei der man nicht mehr ruhig in seinem Zimmer sitzen kann."
Aus diesen und anderen Erklärungsversuchen wird deutlich, dass Herrn Sommer keine Lebensqualität eingeräumt wird. Doch in Wirklichkeit ist er ein Synonym für das Leben zu dieser Zeit und zugleich für alle Menschen, die er umgibt ohne dass sie es erkennen.
Patrick Süskind hat es geschafft die Frage an das Leben mit einer humorvollen und witzigen Beschreibung einer Kindhheit zu einer Symbiose zu vereinen.
Während des Lesens musste ich oft schmunzeln, da ich mich in vielen so treffend beschriebenen Situationen wiederfand; wie zum Beispiel in der Szene mit der Klavierlehrerin, die an Witz und Einmaligkeit kaum zu übertreffen ist.
Ich empfehle dieses Buch Jedem, der sich gerne nocheinmal an die Sehnsüchte und an die Verwirrung erinnert, die das Kindsein mit sich brachte und Denen, die bereit dazu sind sich über die Kürze und die Schnelligkeit des Lebens Gedanken zu machen.
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leichtigkeit als höchste Kunst, 6. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Patrick Süskind ist in erster Linie durch seinen weltweiten Bestseller "Das Parfum" bekannt geworden. Kaum jemand, der diesen Roman nicht gelesen hat. Manch einer wird vielleicht auch das Ein-Mann-Stück "Der Kontrabaß" gelesen oder gar auf der Bühne gesehen haben - und sich wundern, wie unterschiedlich dessen Stil im Vergleich zu "Das Parfum" ist. Die literarisch wertvollsten Werke Süskinds (u.a. seine Erzählungen "Die Taube" und "Die Geschichte von Herrn Sommer") haben leider nur wenige gelesen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, letztere kurz vorzustellen.
"Die Geschichte von Herrn Sommer" ist eine merkwürdige Geschichte. Sie wird uns erzählt von einem älteren Mann, der sich an Erlebnisse aus seiner Kindheit erinnert. Diese Erinnerungen schlagen Purzelbäume; sie tauchen so schnell und ungeordnet auf, daß sie den Erzähler förmlich überholen. Die ersten drei Seiten kommen ohne Punkt und Komma aus; der Erzähler rennt durch seine Kinderwelt, und rennt und rennt, und rennt, und er rennt genauso schnell wie einst Herr Sommer rannte. Egal, wo sich der Erzähler als kleiner Junge herumtrieb: Stets eilte Herr Sommer auf seinen zwei storrigen Beinen unter Zuhilfenahme seines Stocks, den er wie ein drittes Bein bewegte, vorbei. Niemand, der Herrn Sommer nicht kannte; jedem Kind, ja! jedem Hund war Herr Sommer ein Begriff. Doch: letztlich kannte ihn niemand wirklich. Das Rasen dieses Mannes verwirrte das Kind sehr, hatte es doch selbst alle Zeit der Welt. Nun aber, da der Junge von damals selbst ein Mann etwa im Alter jenes - soviel sei verraten - inzwischen verstorbenen Herrn Sommers ist, rast auch er - und zwar beim Erzählen. Er rast und rast und rast, daß dem Leser schwindlig wird. Und die Erinnerungen sind so komischer Natur, daß sie Lachkrämpfe hervorrufen, und daß die Tränen nur so an den Wangen hinunterlaufen. Und seine Sprache ist so leicht, daß wir die Geschichte ohne eine einzige Unterbrechung bis zum Schluß miterleben wollen.
Der Schluß ist tragisch. Zumindest erscheint er uns so; das Lachen bleibt uns im Halse stecken, und wir wünschen uns, die Geschichte, die wir hautnah miterleben durften, niemals gehört zu haben. Sie macht uns hilflos, sie macht uns verlegen, sie macht uns ohnmächtig. Sie stellt uns vor schwierige Rätsel, deren Lösungen wir nur spekulieren können. Doch wir können dieses Buch nicht erleichtert aus der Hand legen, ohne das Ende verstanden zu haben.
Ich kenne niemanden, der eine plausible Erklärung für die zuletzt geschilderten Erlebnisse nach der ersten Lektüre hatte, und manch einer hat sie auch nach der zehnten noch nicht. Doch es gibt sie. Und kaum daß wir sie erkannt haben, müssen wir die Geschichte von Herrn Sommer hassen und lieben zugleich. Keine andere Geschichte kommt so einfach und beschwingt daher und ist doch so schwer und bedrückend. Patrick Süskind hat mit dieser Erzählung ein ganz großes Stück Literatur geschaffen, und sie sollte - früher oder später - einem Literaturkanon beigefügt werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WUN - DER - SCHÖN, 9. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Ein ganz besonderes Buch.Beim Lesen ist man in dieses ländliche Kindheitsidyll eingebettet, man meint, den Wald riechen zu können, man geht völlig in dieser unwiderstehlichen Kinderwelt auf und währenddessen dreht Herr Sommer seine rätselhaften, beunruhigenden, unaufhörlichen Runden. Die Geschichte ist sehr liebevoll und wahnsinnig schön erzählt, voller Charme und Poesie und vor allem voller Witz. Ich finde, es ist ein Buch, das man unbedingt jemandem vorlesen muß, vor allem die Szene mit der Klavierlehrerin, die ist nämlich zum Brüllen komisch. Hach, ich bin einfach hingerissen...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesenswert, 8. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Patrick Süskind ist in erster Linie durch seinen weltweiten Bestseller "Das Parfum" bekannt geworden. Kaum jemand, der diesen Roman nicht gelesen hat. Manch einer wird vielleicht auch das Ein-Mann-Stück "Der Kontrabaß" gelesen oder gar auf der Bühne gesehen haben - und sich wundern, wie unterschiedlich dessen Stil im Vergleich zu "Das Parfum" ist. Die literarisch wertvollsten Werke Süskinds (u.a. seine Erzählungen "Die Taube" und "Die Geschichte von Herrn Sommer") haben leider nur wenige gelesen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, letztere kurz vorzustellen.
"Die Geschichte von Herrn Sommer" ist eine merkwürdige Geschichte. Sie wird uns erzählt von einem älteren Mann, der sich an Erlebnisse aus seiner Kindheit erinnert. Diese Erinnerungen schlagen Purzelbäume; sie tauchen so schnell und ungeordnet auf, daß sie den Erzähler förmlich überholen. Die ersten drei Seiten kommen ohne Punkt und Komma aus; der Erzähler rennt durch seine Kinderwelt, und rennt und rennt, und rennt, und er rennt genauso schnell wie einst Herr Sommer rannte. Egal, wo sich der Erzähler als kleiner Junge herumtrieb: Stets eilte Herr Sommer auf seinen zwei storrigen Beinen unter Zuhilfenahme seines Stocks, den er wie ein drittes Bein bewegte, vorbei. Niemand, der Herrn Sommer nicht kannte; jedem Kind, ja! jedem Hund war Herr Sommer ein Begriff. Doch: letztlich kannte ihn niemand wirklich. Das Rasen dieses Mannes verwirrte das Kind sehr, hatte es doch selbst alle Zeit der Welt. Nun aber, da der Junge von damals selbst ein Mann etwa im Alter jenes - soviel sei verraten - inzwischen verstorbenen Herrn Sommers ist, rast auch er - und zwar beim Erzählen. Er rast und rast und rast, daß dem Leser schwindlig wird. Und die Erinnerungen sind so komischer Natur, daß sie Lachkrämpfe hervorrufen, und daß die Tränen nur so an den Wangen hinunterlaufen. Und seine Sprache ist so leicht, daß wir die Geschichte ohne eine einzige Unterbrechung bis zum Schluß miterleben wollen.
Der Schluß ist tragisch. Zumindest erscheint er uns so; das Lachen bleibt uns im Halse stecken, und wir wünschen uns, die Geschichte, die wir hautnah miterleben durften, niemals gehört zu haben. Sie macht uns hilflos, sie macht uns verlegen, sie macht uns ohnmächtig. Sie stellt uns vor schwierige Rätsel, deren Lösungen wir nur spekulieren können. Doch wir können dieses Buch nicht erleichtert aus der Hand legen, ohne das Ende verstanden zu haben.
Ich kenne niemanden, der eine plausible Erklärung für die zuletzt geschilderten Erlebnisse nach der ersten Lektüre hatte, und manch einer hat sie auch nach der zehnten noch nicht. Doch es gibt sie. Und kaum daß wir sie erkannt haben, müssen wir die Geschichte von Herrn Sommer hassen und lieben zugleich. Keine andere Geschichte kommt so einfach und beschwingt daher und ist doch so schwer und bedrückend. Patrick Süskind hat mit dieser Erzählung ein ganz großes Stück Literatur geschaffen, und sie sollte - früher oder später - einem Literaturkanon beigefügt werden.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch welches man nicht leicht vergißt, 6. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Ich habe das Buch gelesen. Ich habe die Rezensionen über das Buch gelesen. Ich halte Sie für alle daneben interpretiert. Die Geschichte von Herrn Sommer ist weder eine kleine Novelle über die Kindheit weder eine Geschichte über Herrn Sommer, eine bestimmte Zeit, Klavierlehrern oder Rotzpopeln. Dieses Buch behandelt als Zentralthema, im Ich Stil, den Suizid und die mit ihm verbundenen Fragen und Antworten.

Schon allein der Schleier hinter dem Süskind dieses heikle Thema vom Sinn des Lebens erzählt, verrät die hoch entwickelte Schreibkunst des Autors. Mir blieb der Atem weg, als er mit einer so unbestechlichen Klarheit, einer so perfiden Naivität, den Jungen auf die Rotfichte klettern ließ, alles im Ich Stil, und ihn an den Abgrund führte. Ich war und bin überzeugt, das es kein anderes Buch gibt, das in so wenigen Zeilen, ein so in der Öffentlichkeit verpöntes Thema wie den Freitod, in so einfacher Art und Weise, den Leser durch die Dramatik der eigenen Existenz geführt. Um es in seinen Worten zu sagen, "ich wurde in die Tiefe gelockt und gezogen, die mich umarmte und es mir leicht machte wie ein Kinderspiel".

Ich liebe dieses Buch!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert., 2. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
"Die Geschichte von Herrn Sommer" ist eigentlich eher die Geschichte einer Kindheit. Der Erzähler berichtet uns von seiner ersten Liebe, seinen gräßlichen Klavierstunden und allen möglichen anderen Ereignissen, und das auf eine Art, die es einem unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. Süskind ist in der Lage, einem auch die Sorgen und Nöte der Kindheit wieder zu vergegenwärtigen, ohne daß es lächerlich oder langweilig wird. Und wie ein roter Faden taucht überall Herr Sommer auf, dieser rätselhafte Mensch, der den ganzen Tag lang durch die Gegend eilt; man begegnet ihm auf dem Schulweg oder mitten im Wald, übrigens auch in den Bildern von Sempé, ohne die das Buch bestimmt nur halb so schön wäre. Es ist, meiner Meinung nach, nicht zu vergleichen mit Süskinds anderen Bücher; es läßt sich nirgendwo so tief in die dunkelsten Abgründe des Menschen herab; wie bei echten Kindheitserinnerungen bleiben auch hier gewisse Schleier erhalten, so wird bspw. besagter Herr Sommer zwar beschrieben, aber nicht bis ins Tiefste analysiert. Dadurch ist das Buch auch um einiges einfacher zu lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen humorvoll und sehr tiefsinnig, 3. Oktober 2006
Wer die Zeichnungen von Sempé kennt, wird dieses Buch lieben und schon aufgrund dieser Illustrationen schmunzeln und lachen.

Die Geschichte eines kleinen Jungen über große (Rad fahren, Klavier spielen) und kleine (Mädchen, Geschwister) Probleme der Kindheit wird so putzig erzählt, dass man das Buch garnicht mehr weglegen kann.

Gleichzeitig wird von dem Protagonisten die Geschichte des mysteriösen Herrn Sommer erzählt, der im selben Dorf wohnt und den ganzen Tag lang nur herumwandert.

Die Schilderungen des Jungen über diesen Herrn sind sehr lustig und naiv, als erwachsener Leser begreift man jedoch sehr schnell, dass dem Handeln des Herrn Sommer tiefere Beweggründe zugrundeliegen.

Und so ist diese Geschichte eine Geschichte zum Lachen, Weinen, Nachdenken und Erinnern.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch zum Liebhaben, 1. Oktober 2012
Von 
Timo Brandt "Ways are, there you go" (Quickborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Es lebte also in dieser Gegend, keine zwei Kilometer von unserem Haus entfernt, ein Mann mit Namen Herr Sommer. Kein Mensch wusste, wie Herr Sommer mit Vornamen hieß, ob Peter oder Paul oder Heinrich oder Franz-Xaver, oder ob er vielleicht Doktor Sommer oder Professor Sommer hieß, oder Professor Doktor Sommer - man kannte ihn einzig und allein unter dem Namen Herr Sommer."

Patrick Süskind ist trotz seines schmalen Werkes einer der vielseitigsten Schriftsteller deutscher Sprache. Beinahe alles, was er geschrieben und veröffentlicht hat, trägt den Charakter des Besonderen und sprachlich Akkuraten, aber sowohl das Besondere, als auch das Sprachliche nehmen in den unterschiedlichen Büchern sehr unterschiedliche Positionen ein.

Die Geschichte von Herrn Sommer - die durch die Bilder von Sempé vollends zu einem kleinen Werk mit großem Herz beim Leser wird - ist z.B. in einem sehr lebensnahen und gleichzeitig fast kinderbuchartigen Stil gehalten, voll übersprudelnder, knapper Natürlichkeit und Einfachheit. Es ist wahrlich eine Geschichte, wie man sie auch abends am Bett des Kindes erzählen könnte, ein Märchen und doch vexierartig eher ein Märchen im Märchen.

Denn die Rahmengeschichte ist die Geschichte einer Kindheit, der damit einhergehenden Faszination der Entdeckungen und Freuden und des großen Abstandes zu manchen Dingen, die dadurch geheimnisvoll und lebendig bleiben.
Der Ich-Erzähler beschreibt auf kindliche (aber nicht kindische) Weise die Personen seines Lebens, das Dorf beim See, in dem er aufwächst, Dinge wie die erste Kinder-Liebe, Klavierstunden, Radfahren und manch anders. Gleichzeitig will er eigentlich die für ihn wichtigste „Geschichte“ dieser Zeit erzählen, die Geschichte vom Herrn Sommer...

Kurz gesagt: Gleichsam angelegt als die Geschichte des Herrn Sommer, ist ein Großteil der Handlung die vom Erzähler selbst noch einmal von dieser Person ausgehende Erinnerung an seine Kindheitsjahre.

Das Buch ist eines der wenigen Bücher, die einem gänzlich echt erscheinen, in ihrer Erzählart/-absicht gelungen, in ihrer Botschaft unaufdringlich schön. Vielleicht ist dies abschließend das einzig richtige was man sagen kann, ohne das Buch zu sehr vorwegzunehmen.
Man sollte es auf jeden Fall lesen, denn es ist ein Buch zum Liebhaben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leichtigkeit als höchste Kunst, 6. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) (Taschenbuch)
Patrick Süskind ist in erster Linie durch seinen weltweiten Bestseller "Das Parfum" bekannt geworden. Kaum jemand, der diesen Roman nicht gelesen hat. Manch einer wird vielleicht auch das Ein-Mann-Stück "Der Kontrabaß" gelesen oder gar auf der Bühne gesehen haben - und sich wundern, wie unterschiedlich dessen Stil im Vergleich zu "Das Parfum" ist. Die literarisch wertvollsten Werke Süskinds (u.a. seine Erzählungen "Die Taube" und "Die Geschichte von Herrn Sommer") haben leider nur wenige gelesen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, letztere kurz vorzustellen.
"Die Geschichte von Herrn Sommer" ist eine merkwürdige Geschichte. Sie wird uns erzählt von einem älteren Mann, der sich an Erlebnisse aus seiner Kindheit erinnert. Diese Erinnerungen schlagen Purzelbäume; sie tauchen so schnell und ungeordnet auf, daß sie den Erzähler förmlich überholen. Die ersten drei Seiten kommen ohne Punkt und Komma aus; der Erzähler rennt durch seine Kinderwelt, und rennt und rennt, und rennt, und er rennt genauso schnell wie einst Herr Sommer rannte. Egal, wo sich der Erzähler als kleiner Junge herumtrieb: Stets eilte Herr Sommer auf seinen zwei storrigen Beinen unter Zuhilfenahme seines Stocks, den er wie ein drittes Bein bewegte, vorbei. Niemand, der Herrn Sommer nicht kannte; jedem Kind, ja! jedem Hund war Herr Sommer ein Begriff. Doch: letztlich kannte ihn niemand wirklich. Das Rasen dieses Mannes verwirrte das Kind sehr, hatte es doch selbst alle Zeit der Welt. Nun aber, da der Junge von damals selbst ein Mann etwa im Alter jenes - soviel sei verraten - inzwischen verstorbenen Herrn Sommers ist, rast auch er - und zwar beim Erzählen. Er rast und rast und rast, daß dem Leser schwindlig wird. Und die Erinnerungen sind so komischer Natur, daß sie Lachkrämpfe hervorrufen, und daß die Tränen nur so an den Wangen hinunterlaufen. Und seine Sprache ist so leicht, daß wir die Geschichte ohne eine einzige Unterbrechung bis zum Schluß miterleben wollen.
Der Schluß ist tragisch. Zumindest erscheint er uns so; das Lachen bleibt uns im Halse stecken, und wir wünschen uns, die Geschichte, die wir hautnah miterleben durften, niemals gehört zu haben. Sie macht uns hilflos, sie macht uns verlegen, sie macht uns ohnmächtig. Sie stellt uns vor schwierige Rätsel, deren Lösungen wir nur spekulieren können. Doch wir können dieses Buch nicht erleichtert aus der Hand legen, ohne das Ende verstanden zu haben.
Ich kenne niemanden, der eine plausible Erklärung für die zuletzt geschilderten Erlebnisse nach der ersten Lektüre hatte, und manch einer hat sie auch nach der zehnten noch nicht. Doch es gibt sie. Und kaum daß wir sie erkannt haben, müssen wir die Geschichte von Herrn Sommer hassen und lieben zugleich. Keine andere Geschichte kommt so einfach und beschwingt daher und ist doch so schwer und bedrückend. Patrick Süskind hat mit dieser Erzählung ein ganz großes Stück Literatur geschaffen, und sie sollte - früher oder später - einem Literaturkanon beigefügt werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama)
Die Geschichte von Herrn Sommer (Fiction, Poetry & Drama) von Sempé (Taschenbuch - Januar 1994)
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