|
||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
4 Rezensionen
|
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
|
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
der arme Mann und der alte Fritz,
Von helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der arme Mann im Tockenburg: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (Taschenbuch)
Dies ist die Geschichte eines armen Mannes, gebürtig in einem schweizer Tal (namens Tockenburg), wo er auch sein spätes Leben verbringt, der ohne Ausbildung zunächst beim Vater als Handwerker sich verdingt und dann über einen Schwindler für das preußische Militär geworben wird, wo er im Dienste des "alten Fritz" (Friedrichs des Großen) an einer viehischen preußischen Schlacht gegen die Österreicher teilnimmt. Der schließlich glücklich desertiert und in die Schweiz zurückkehrt, wo er Familie gründet und sich und seine Familie als Händler mehr schlecht als recht durchschlägt.Das Buch hat folgende Stärken: * Die Schilderung der preußischen Militärmaschinerie von "unten", den unbarmherzigen Drill, die Versuche der Gepressten, zu desertieren wie auch das große Abschlachten in der Schlacht an der böhmischen Grenze sind ungemein nüchtern und plastisch geschildert. Man wird das Ansehen des "alten Fritz" nach der Lektüre anders handhaben. * Der Überlebenskampf als Kleinselbständiger in der Schweiz und die familiären Querelen sind so wenig selbstmitleidig, dabei offen und selbstkritisch, aber immer ungemein klug, dass man solche von einem ungebildeten "Proletarier" keinesfalls erwarten würde. Überhaupt ist dieses Buch von sozialen und psychologischen Einsichten durchdrungen, wie man sie auch bei vielen Gelehrten nicht findet. Das macht es einzigartig und zum Arme-Leute-Panorama des vorindustriellen 18. Jahrhunderts. Obwohl es eigentlich nur eine Biografie in schlichter Sprache ist (wie es der Autor selber sieht), geht es über diese Intention dann doch weit hinaus und wird zu Recht dem weltkulturellen Erbe zugerechnet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Bewegende Lebensgeschichte,
Von Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der arme Mann im Tockenburg: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (Taschenbuch)
Er wird in eine arme Familie hineingeboren, und noch im letzten Jahr seines Lebens muss er Konkurs anmelden: Ulrich Bräker. Seine in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts niedergeschriebene Lebensgeschichte "Der arme Mann im Tockenburg" ist das bewegende, innerhalb der deutschen Literatur wohl einzigartige Zeugnis eines Mannes, der ein Leben lang um eine bessere Existenz kämpft und sogar bereit ist, dafür seine schweizerische Heimat zu verlassen und in die Fremde zu gehen. Doch statt des erhofften materiellen Wohlstands erlebt er die Schinderei in der preußischen Armee und einen trotz seiner Kürze erschütternden Einsatz im Siebenjährigen Krieg. Nach Desertion und Rückkehr in die Heimat ist er so arm und verzweifelt wie zuvor, auf Phasen der finanziellen Besserung folgt immer wieder der erneute Absturz in die Misere. Bei seiner Frau stößt der schriftstellernde Bräker auf pures Unverständnis, zwei seiner Kinder werden von einer Seuche dahingerafft. Einzig Lesen und Schreiben eröffnen ihm eine Gegenwelt und verschaffen ihm etwas Erleichterung. Der lange Zeit als unbeholfen und amateurhaft belächelte Lebensroman des Toggenburger Bauern ist eines der originellsten, erfrischendsten und zugleich bewegendsten Werke der deutschen Literatur. Seine Stellung als Klassiker ist heute unbestritten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Lebensgeschichte und natürliche Ebentheuer...,
Von RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER)
Rezension bezieht sich auf: Der arme Mann im Tockenburg: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (Taschenbuch)
Ulrich Bräker, der arme Mann aus dem Toggenburg (wie es in anderen Ausgaben auch heißt), gilt als einer der ersten echten bäuerlichen Schriftsteller im deutschen Sprachraum. Vielleicht vermutet der ein oder andere bei diesem Schriftsteller tumbe Heimatromantik, das was man sich heute als Heimatliteratur vorstellt, nicht über den bäuerlichen Horizont hinauskommend, alte Geschichte aus einem mehr oder weniger abgelegenen Schweizer Alpental. Das trifft aber nicht zu. Ulrich Bräker ist seiner Heimat natürlich sehr verbunden, aber bei dieser Lebensbeschreibung geht es um den moralischen Standpunkt eines Menschen, der durch äußere Bedingungen in vielerlei Schwierigkeiten steckt (Schulden, unglückliche Ehe und ursprünglich völlig überzogene religiös-moralische Ansprüche gepaart allerdings mit spürbar viel Lebenshunger). Eine Selbstbeschreibung die ungewöhnlich offen ist und die aber auch mit viel Strenge gegenüber sich selbst durchgeführt wurde. Das Leben eines Schweizer Bauern im 18. Jahrhundert wird allerdings hier etwas entzaubert. Auf der Beziehungsebene knisterts gewaltig, "Theurung" und schlechte Konjunktur zehren am Geldbeutel, die Kinder wollen nicht so wie man selbst.. eigentlich sind das doch auch sehr moderne Probleme und von Ulrich Bräker kann man sich bei aller mangelnden Nachsicht gegenüber sich selbst doch manche Lebensweisheit abgucken.. Bräker wird auch durch die Unbilden seiner Zeit gebeutelt und so in jungen Jahren als unfreiwilliger Söldner in das Berlin des Alten Fritz verschachert. Wie er das erlebt und wie er da vor allem wieder herauskommt, das ist zusätzlich noch eine unglaublich spannende Geschichte, mit viel sprachlichen Bilder und sprachwitz sehr anschaulich und konkret erzählt -wie in einer alten Lutherbibel. Das Buch gibt einem viel zu denken, aber auch der Unterhaltungsfaktor kommt dabei nicht zu kurz. Absolut empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Eine interessante und traurige Zeitreise,
Von Bücher-Zebra (Duisburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der arme Mann im Tockenburg: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg (Taschenbuch)
Ein Thema jenseits des Mainstreams und sehr lesenswert. Wenn man sich darauf einlässt, in die Haut des Protagonisten zu schlüpfen, bisweilen sehr traurig. Wenn man seine Wohlstandssorgen mit dem Trockenburger vergleicht, fast aufbauend. Mal was ganz anderes.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
|
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst
|
|
Der arme Mann im Tockenburg: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des Armen Mannes im Tockenburg von Ulrich Bräker (Taschenbuch - Dezember 1993)
EUR 11,90
Auf Lager. | ||