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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierendes Psychogramm eines kleinen, großen Mannes
Zuerst muss ich gestehen, dass „Owen Meany" der erste Roman von John Irving ist, den ich gelesen habe. Ich kann demnach nicht beurteilen, inwieweit dieser Roman Irving-typisch ist, ich kann ihn nicht einordnen in das Werk Irvings. Mein Fazit möchte ich an dieser Stelle der Besprechung vorwegstellen: Owen Meany ist einer der bemerkenswertesten Romane, die ich je...
Veröffentlicht am 7. März 2005 von Th. Leibfried

versus
6 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geduldsübung
Das Gute zuerst: John Irving hat auch in diesem Buch seinen Zynismus und sein Schreibtalent unter Beweis gestellt. Mit immer wiederkehrenden Motiven, versteckten Hinweisen, versteht er es seine Leserschaft zu unterhalten zu amüsieren und ja, auch zu fesseln.

Leider kommt man bei Owen Meany erst in wirkliche Leselust, wenn man seine Nervenstärke und...
Veröffentlicht am 19. Dezember 2006 von Sigrid Platzer


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein erstes John Irving Buch, 15. Mai 2001
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Owen Meany ist mit Abstand eines der besten Bücher die ich je gelesen habe. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite gleich spannend und lustig geschrieben und auch fast kein anderer Charakter wüchst einem mit der Zeit so ans Herz wie der kleine Owen. Kann mir zur Zeit zwar nicht vorstellen das eines seiner anderen Bücher besser ist als Owen Meany aber ich werde trotzdem noch einige von Irving lesen. Wer noch nichts von John Irving gelesen hat soll gleich mit diesem Titel anfangen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Prayer for Owen Meany / Ein Gebet für Owen Meany..., 15. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
..ist der englischsprachige Titel dieses Ausnahmebuchs, das der Hauptperson "Owen Meany" bereits im Titel Ehre erweist. In der Tat sind die mehr als 850 Seiten ein Loblied auf eine der liebevollsten Gestalten der modernen Literatur - geschrieben von Owen Meanys Freund John, dessen Leben zwischen 1952-1968 untrennbar mit seinem Schicksal verbunden ist, gewidmet einem weniger als 1.50 großen Zwerg, der mit einer Stimme "wie ein Schrei" zum Inbegriff von Loyaltät, Mut, Glauben und Menschlichkeit wird

Oberflächlich betrachtet ist der Roman die Geschichte einer innigen Freundschaft und ein Familienroman. Im Rahmen der Handlung schafft es Irving aber soviele Themen zu behandeln, dass die mehr als 850 Seiten letztlich fast kurz anmuten. So erteilt uns Irving einen Geschichtsnachhilfekurs im Bereich amerikanischer Außenpolitik (vor allem die Ära des Vietnamkrieges und der Iran-Kontra-Affäre unter Präsident Reagan), gibt Einblick in das gelebte Christentum in den US sowie dessen Scheinheiligkeit, behandelt Themen wie Zivilcourage und Machtstreben, reliösen Glauben, Bigotterie und die Schwierigkeit überhaupt zu glauben. Weiters behandelt Irving bereits in Owen Meany seine Suche nach dem verloren Vater, die er mit "Bis ich Dich finde" etwa 15 Jahre später wieder aufnehmen wird

Moralisierend ist Irving aber nur in seinen geschickt eingeschobenen Rückblenden. Ansonsten lässt er die Geschichte für sich sprechen und schafft es dabei den Leser immer mehr in seinen Bann zu ziehen. Zugebenermaßen fragt man sich während den ersten 150 Seiten manchmal warum er manchen Beschreibungen und Szenen soviel Raum schenkt. Am Ende erkennt man aber, dass fast alle Erzählstränge einem späteren Zweck dienen und scheinbar überflüssige Szenen doch dafür da sind den vielen Nebenfiguren Persönlichkeit zu verleihen.
Am Ende des Romans fühlt man sich fast wie ein Mitbewohner von Gravesend und ist traurig wenn einige Charaktere sterben und fragt sich, was wohl aus den anderen geworden ist.

Genial finde ich an Owen Meany auch Irvings Erzählstruktur, die den Leser mit Suspense bei der Stange hält und doch unaufhaltsam auf einen dramatischen Höhepunkt hinsteuert.

In diesem Sinne: mehr Handlung kann man in 853 Seiten kaum mehr packen, ohne dass die handelnden Personen an Tiefe verlören. Ich habe Owen Meany nun nach 7 Jahren ein zweites Mal gelesen und empfehle ihn als Irvings besten Roman uneingeschränkt.

PS: Ach ja, diejenigen die in Irvings Büchern stets nach Bären, Wien, dem Ringen und Prostituierten suchen werden hier nicht fündig werden. Owen Meany ist Irvings politischter Roman

PPS: Ich freue mich bereits auf Irvings neuen Roman "One Night in Twisted River" der im Oktober auf Englisch erscheinen soll. In ihm soll Irving die letzten 50 jahre amerikanische (Außen)politik Revue passieren lassen und es würde mich wundern, wenn Präsident Bush da nicht mindestens so schlecht weg kommt wie Reagan in der 80ern....
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sternstunde der Literatur, 7. Juli 2008
Von 
Regenfisch - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Ich bedauere es sehr, dass mit "Owen Meany" John Irving jetzt erst in mein Leben getreten ist. Es ist ein nachhaltiges Buch, ein Buch, mit dem man beim Lesen lebt und das das eigene Leben verändert.
Der Originaltitel trifft den Inhalt um einiges besser als der deutsche Titel: "A prayer for Owen Meany"- das Buch ist eine Homage, ein Gebet, das einem außergewönlichem Menschen gewidmet ist.
Haupterzählstrang ist die Schilderung einer besonderen Freunschaft. John Wheelwright ist der unehelich geborene Enkel einer matriachalischen Großmutter. Er wird in einem herrschaftlichen Haus in New Hampshire groß und wird über alles von seiner Mutter Tabby geliebt. Eine Lebensaufgabe Johns ist es, herauszufinden, wer sein Vater ist.
Sein bester Freund ist Owen Meany, das ungewöhnlichste Kind, das es auf diesem Planeten geben mag. Es ist kleinwüchsig und mit einem Stimmschaden geboren. Doch sorgt dieser Stimme dafür, das das, was er zu sagen hat, für alle unüberhörbar ist. Owen wächst in einem Granit-Steinbruch auf und seine Familie hat ein geringes gesellschaftliches Ansehen. Dennoch werden diese beiden so unterschiedlichen Jungen dickste Freunde.
Owens große Liebe ist Johns Mutter, die ihn wiederum wie einen zweiten Sohn behandelt. Um so schicksalhafter ist es, dass Owen das Werkzeug zu ihrem Tod ist. In einem schicksalhaften Baseball-Spiel erwischt Owen zum ersten Mal in seinem Leben einen Ball richtig- und trifft damit Johns Mutter an der Stirn, die auf der Stelle stirbt. Dieses Ereignis verwebt das Leben der beiden Jungen miteinander und lässt sie nicht wieder los.

Eigentlich kann man so einem großartigen Buch in einer Rezension gar nicht gerecht werden. Irving hat diesen Roman so meisterhaft aufgebaut, dass es ein Genuss ist, zu erleben, wie er sich Seite für Seite für den Leser entblättert. Zunächst fesselt der großartige Erzähler Irving den Leser mit dem ungewöhnlichen Jungen Owen. Er schildert Szenen aus der Kindheit, die so extravagant sind, dass sie sich einprägen. Am Ende wird jeder einzelnen Szene einen Sinn gegeben und der Leser staunt über die Genialität dieses Autors.
Irvings Buch ist nebenbei eine Verbeugung an zwei große Dichter. Zum einen an Charles Dickens, dessen "Weihnachtslied" ich mir als nächste Lektüre erneut vornehmen werde.
Zum anderen an Günther Grass. "O.M."-Owen Meany erinnert stark an Oskar Matzerath, doch Irving kehrt das GrassŽsche Geschehen um. Owen nimmt sein Schicksal an und seine Kleinwüchsigkeit und seine Stimme werden zum zum Rettungs-und Erlösungssymbol. Irving entfaltet den Sinn von Owen Meanys Leben "wie beim Häuten einer Zwiebel"- auch wenn Grass das Werk erst später schrieb. Johns Versuch "Katz und Maus" mit seinen Schülerinnen lesen zu dürfen-köstlich!
Was bleibt bei mir nachhaltig hängen?
Owen Meanys schlichter und felsenfester Glaube ist für mich der Kern des Buches.
"`'SIEHST DU, GENAUSO GEHT ES MIR MIT GOTT',sagte Owen Meany. 'ICH KANN IHN NICHT SEHEN, ABER ICH BIN MIR ABSOLUT SICHER, DASS ER DA IST!'
Große Worte eines gewöhnlichen ungewöhnlichen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes: Owen MEANY.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!!, 21. Februar 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
'Owen Meany' ist endlich mal wieder ein Buch, bei dem man wirklich traurig ist, wenn man es zu Ende gelesen hat. So ein guter Roman könnte ewig weitergehen! Andererseits ist das Ende wiederum so genial, dass es einem noch Tage später immer wieder in den Sinn kommt und man nochmal über alle Zusammenhänge im Buch nachdenkt. Ein in sich schlüssiger und sehr bewegender Roman. Mir als Amerikanistikstudentin hat auch besonders die kritische Auseinandersetzung Irvings mit den Amerikanern und ihrer generellen Einstellung gefallen. Auch die Hints in Richtung amerikanischer Geschichte der 50er und 60er Jahre sind sehr gelungen. Wem 'The World According to Garp' gefallen hat, der sollte sich dieses Meisterwerk auf keinen Fall entgehen lassen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wie ein einziger Mensch die Welt verändern kann, 17. Februar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Noch nie habe ich ein Buch so schnell gelesen wie dieses!Es ist packend, faszinierend, rührend, lustig und traurig zugleich.
Irving enttäuscht uns auch diesmal nicht, ganz im Gegenteil! Ich weiß wie gut Irving schreibt, aber dieses Werk ist einzigartig.
Die seltsame Freundschaft zwischen zwei unterschiedlichen kleinen Jungen, die im Laufe der Jahre und durch Schicksalschläge hindurch immer intensiver wird und bis über den Tod hinausreicht!Die Erkenntnis dass jeder Mensch, unwichtig wie klein und unscheinbar er auch sein mag, doch seinen Sinn im Leben hat und früher oder später auch seinen Sinn findet!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur Owen Meany hat mich als Buch wirklich berührt, 12. August 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Emotionen, Humor, Hintergründigkeit und unvergeßliche Charaktere-das kennzeichnet die Werke von John Irving. Doch gerade "Owen Meany" erreicht die höchste Punktzahl in den genannten Kriterien. Kaum ein Buch, daß ich jährlich zur Hand nehme und immer wieder neue Facetten und Interprationen entdecke. Mit dem kleinen, stimmgewaltigen Helden Owen schafft Irving ein Sprachrohr, das die Komplexität des menschlichen Wesens wiederspiegelt. Und nicht nur intelektuell ist das Buch ein Meilenstein in der Literatur. Denn gute Literatur ist erst dann gut, wenn Sie unterhält und berührt und nicht nur belehrt. Unvergessen ist für mich die Szene in der Owen in der Schulaufführung den dritten Geist in der "Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens darstellt.
Auch Lesemuffel in meinem Freundeskreis waren nach der Lektüre von Owen Meany begeistert - Ein Urteil für ein 800-Seitenwerk das für sich spricht.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WOW, 29. September 1999
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Owen Meany ist kein Roman, Owen Meany ist eine Offenbarung...
Seit dem ersten Lesen (Leinenausgabe - 1. Auflage)! In keinem Roman (und ich verehre auch Hotel New... und Garp...) sind solche Charaktere (Ein Zwerg als Messias, ein nichtpraktizierender Homosexueller,...) so wundervoll mit einander vereint!
Tatsächlich, die Geschichte dürfte nie zuende gehen, und das Ende ist so perfekt... so unglaublich, dass man "eigentlich" nach diesem Buch die Religion wechseln müsste "Meanyaner"... (aber nur eigentlich, als regelmäßiger Irving-Leser dürften die einfallslosen Moses/Jesus-Geschichten einen sowieso nicht mehr vom Hocker reißen).
Diese tiefe Ehrfurcht von Irving vor seinen Protagonisten - ich kenne keinen Roman, der mehr Humanismus verbreitet, als Owen Meany (vielleicht noch Hase Hase - ist aber [glaube ich] auch kein Roman, sondern ein Theaterstück)...
Unbedingt lesen! Und auf viel Trauriges, Erschreckendes und unheimlich schönes Gespannt sein! Im übrigen, hiernach betrachtet man Dickens Weihnachtsgeschichte mit ganz anderen Augen! Und Baseball!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Stimme der Kritik, 7. Oktober 2009
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Der US amerikanische Romanautor John Irving (geboren am 2. März 1942 in New Hampshire) hat in diesem Roman die wundervolle Figur des Owen Meany geschaffen, die Stimme der Kritik und des Gewissens der amerikanischen Gesellschaft von den 60 Jahren bis zu den 80 Jahren. Ein Merkmal von Irvings Romane ist die Länge. Auch dieser Roman ist fast 900 Seiten lang, wobei die Sätze recht einfach geschrieben sind und man den Gedankengängen und Inhaltsabläufen gut folgen kann. Owen Meany ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Buben, die gemeinsam aufwachsen, die gleiche Schule besuchen und deren Freundschaft durch einen tragischen Unfall auf die Probe gestellt wird. Zentrale Bedeutung in diesem Roman haben die unterschiedlichen katholischen Glaubensgemeinschaften (Episkopalen, Kongregationalisten z.B.) bzw. mystische Erlebnisse und deren Versuch, sie rational zu begreifen vonseiten der Protagonisten. Sehr ausführlich behandelt werden auch die Zeit des Vietnamkrieges, die 68 Generation und einige Präsidenten Amerikas. Man erfährt auch vieles über die Probleme und ersten Verliebtheiten in der Pubertät. Alles in Allem ein gesellschaftskritischer Roman mit einigen phantastischen und skurrilen Ereignissen. Mir hat dieses Buch von Irving am Besten von den drei, die ich von ihm gelesen habe, gefallen aus dem Grund, dass viele Überlegungen hinsichtlich Religion, Glaube, Mystik darin vorkommen.
Hier noch ein paar Sätze aus dem Buch:

Die Katholiken knieten nicht nur und murmelten eine Litanei und ein Glaubensbekenntnis nach dem anderen herunter, sie hatten jede Hoffnung, Kontakt zu Gott zu bekommen, derart ritualisiert, dass Owen nicht mehr richtig beten konnte - direkt mit Gott sprechen konnte.

Das Gedächtnis ist etwas Schreckliches; der Mensch vergisst - es vergisst nie. Es sortiert die Dinge und legt sie ab. Es bewahrt sie für einen auf, oder es verdeckt sie vor einem - und ruft sie einem wieder in Erinnerung, ganz wie es ihm passt. Man denkt, man besitzt ein Gedächtnis, doch das Gedächtnis besitzt den Menschen!

"Das ist typisch katholisch" meinte er - "Objekte als heilig zu betrachten".

"Man kann doch nicht ein Wunder nehmen und es einfach zeigen" entrüstete er sich. "Ein Wunder lässt sich nicht beweisen - man muss es glauben! Wenn sich das Rote Meer tatsächlich geteilt hat, dann hat das bestimmt nicht so ausgesehen", sagte er. "Man kann sich einfach nicht vorstellen, wie es ausgesehen hat - niemand kann sich das vorstellen!"

"Der Glaube an sich ist ein Wunder", meinte Pastor Merrill. "Das erste Wunder, an das ich glaube, ist mein eigener Glaube."

- ist es nicht genau das, was die Welt braucht? Unklare Entschlossenheit! Das ist typisch amerikanische Politik: unklar sein, aber auf jeden Fall entschlossen vorgehen!

- vielleicht ist das das Wesen des Glaubens - diese Zufriedenheit, selbst angesichts der Zukunft.

"Was uns bevorsteht, ist eine Generation von Menschen, die wütend sind", sagte Owen. "Und wahrscheinlich zwei Generationen, denen alles scheißegal ist."

"Das Fernsehen ist optimal für Katastrophen." Das war wahrscheinlich nur eine saloppere Version der Bemerkung meiner Großmutter über den Einfluss des Fernsehens auf alte Menschen: Dass es ihren Tod beschleunige. Wenn fernsehen den Tod nicht beschleunigt, dann lässt es ihn zumindest sehr einladend erscheinen; denn es stellt ihn auf eine so schamlose Weise als etwas Sentimentales, Romantisches dar, dass die Lebenden glauben, sie hätten etwas verpasst nur dadurch, dass sie am Leben bleiben.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie aggressiv die so genannten Blumenkinder waren - ja, von Selbstgerechtigkeit erfüllter Einsatz für den Frieden, genau wie für jede andere Sache, ist aggressiv.

Er hatte Owens Eltern "überdimensionalen Aberglaubens" bezichtigt, während er auf empörende Weise angenommen hatte, Gott habe tatsächlich sein drängendes, mieses Stoßgebet, meine Mutter möge tot umfallen, erhört; und was besonders arrogant war, er nahm weiter an, Gott sei nun verstummt und erhöre ihn nicht mehr -, als verfüge er, Rev. Lewis Merrill, über die Macht, Gott sowohl zu zwingen, ihm seine Aufmerksamkeit zuzuwenden als auch sein Herz gegen ihn zu verhärten. Wie scheinheilig er doch war mir zuzustimmen, dass Mr. Und Mrs. Meany einen wahrhaft "überdimensionalen Aberglauben" besaßen!

Genauso wie ich sicher bin, dass Gott existiert, bin ich unfähig zu sagen, was anders wird dadurch dass Er existiert; oder mehr noch: an Gott zu glauben, wie ich es tue, wirft mehr Fragen auf, als es an Antworten bereithält. Und so spüre ich, wenn ich am stärksten vom Glauben erfüllt bin, auch eine ganze Reihe schwieriger Fragen in mir, die ich Gott gerne stellen würde - ich meine kritische Fragen, zum Beispiel: "Wie kann Er nur?, "Wie konnte Er nur?" oder "Wieso lässt Du das zu?".
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hierfür würde ich sogar 10 Sterne geben, 10. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
John Irving ist ein großartiger Erzähler und wenn es denn einen Autoren gibt, von dem man alle Bücher lesen wollte, stünde er für mich an erster Stelle, obwohl nicht alle Romane so herausragend sind. Das ist leider der einzige Nachteil an Owen Meany, es ist Irvings bestes Werk, vielleicht wird es das auch bleiben.
Bekannt geworden ist Irving mit 'Garp und wie er die Welt sah' (in meinen Augen nicht sein bestes Buch) und 'Hotel New Hampshire' (ein guter Einstieg für alle Neu-Irvingianer in seine Erzählkunst und seine ungewöhnlichen Charaktere). Beide Bücher und ebenso 'Gottes Werk und Teufels Beitrag' wurden auch recht gelungen verfilmt (zumindest zu letzterem hat Irving auch das Drehbuch geschrieben).
Nun, was ist so außergewöhnlich an seinen Büchern? Sie zeichnen sich aus durch die besondere Liebe zu seinen Figuren, die auf einzigartige Weise lebendig werden. Es sind stets besondere Charaktere, die er uns präsentiert. Diese sind alles andere als 'normal', zuweilen sind sie sehr skurril, grotesk, immer originell. Und mit den Figuren leben dann auch die Geschichten, die zum Lachen, Schmunzeln, Nachdenken und auch immer wieder zum Ärgern sind. Denn diesen 'Vorwurf' muss man Irving machen, er hat eine perfide Freude daran, gerne einmal eine seiner liebenswertesten Geschöpfe sterben zu lassen (interessanterweise oft Mütter!). In diesem Moment kämpft man beim Lesen gegen den Wunsch, das Buch gegen die Wand (noch besser gegen den Schriftsteller) zu werfen, und mit den Tränen. Aber so ist nun einmal das Leben und das ist meisterhaft zu Papier gebracht, und ganz besonders in diesem Buch.
Owen Meany ist der Name eines kleinen Helden, der auf unheimliche Weise erwachsen war, der aber so gar nichts mit dem klassischen Heldenbild zu tun hatte.
Schon nach den ersten Seiten bekommt man einen Eindruck von dem, was einen auf den nächsten über 700 Seiten (und immer noch zu wenig) erwartet. Und so klein Owen auch war, so großartig und facettenreich die Geschichte, mit einem unerwarteten Ende, dass sich, wie aus feinen Spinnweben gewoben, in zunächst nicht erkennbaren Szenen im Laufe des Buches verdichtet.
Unter all den schönen Büchern, die ich gelesen habe, ragt Owen Meany eindeutig heraus, und jetzt beim Schreiben dieser Zeilen verspüre ich das große Bedürfnis es erneut zu lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Skurrile momente und Herzenswärme en masse!, 8. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Owen Meany (Taschenbuch)
Es ist schon lange her, daß ich meinen letzten Irving-Roman gelesen habe. Ich war sehr positiv überrascht: Irving beweist immer noch eine Vorliebe für skurrile Elemente, Über die ich häufig herzlich gelacht habe. Seine Charaktere sind jedoch differenzierter, "echter" und symphatischer geworden. Irving beleuchtet sowohl humorige Momente, als auch außerordentlich trurige und läßt auch die menschliche Suche nach Gott und dem Sinn des Lebens nicht außen vor - natürlich ohne beklemmend zu wirken. Durch den ganzen Roman hindurch zeigt sich eine Liebe zum Detail, die seinesgleichen sucht. Ich habe mich keinen Moment gelangweilt und war bis zur letzten Seite sehr gespannt, was mit Owen Meany passiert ist.
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Owen Meany
Owen Meany von John Irving (Taschenbuch - 31. Dezember 1998)
EUR 12,90
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