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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lektionen aus der Mosterei
,Gottes Werk und Teufels Beitrag' dürfte den meisten Kino-Fans als Film mit Michael Caine, Charlize Theron und Toby McGuire bekannt sein. Auch für diesen Film hat John Irving das Szenario verfasst, so dass er trotz mancherlei filmbedingter Streichungen doch die Atmosphäre, die Aussage und die Dichte des Romans ins Kino übersetzt.
Der Roman...
Veröffentlicht am 24. Februar 2006 von sevenmileboots

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Mühe lohnt sich letztendlich doch noch
Dies war mein erster Irving-Roman und für einen Einstieg vielleicht nicht unbedingt der geeignetste...(?) Ich brauchte eine gute Weile, bis ich das Gefühl hatte, "jetzt geht die Geschichte endlich los" und war bis dahin schon mehrmals kurz davor, das Buch einfach beiseite zu legen. Aber irgendwann, man merkt es kaum, ist man plötzlich mitten drin im...
Veröffentlicht am 28. September 2009 von Florentina


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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lektionen aus der Mosterei, 24. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
,Gottes Werk und Teufels Beitrag' dürfte den meisten Kino-Fans als Film mit Michael Caine, Charlize Theron und Toby McGuire bekannt sein. Auch für diesen Film hat John Irving das Szenario verfasst, so dass er trotz mancherlei filmbedingter Streichungen doch die Atmosphäre, die Aussage und die Dichte des Romans ins Kino übersetzt.
Der Roman spielt in den Vierziger Jahren und erzählt von einem Waisenjungen namens Homer, der in einem Heim aufwächst, in dem ein welterfahrener Arzt als sanfter Übervater das Regiment führt. Heimlich führt er aus sozialen Gründen Abtreibungen durch, was den christlich motivierten Sponsoren des Heims nicht bekannt ist. Er will sich Homer als Nachfolger sichern, der aber seine Haltung nicht akzeptiert und irgendwann aus dem Heim verschwindet, um der Held seiner eigenen Geschichte zu werden. Er landet bei den Apfelpflückern auf einer Plantage, und was er dort erfährt, erteilt ihm mehr als nur eine wichtige Lektion ...
Im Original heißt der Roman (und folgerichtig auch der Film) ,The Cider Haus Rules' - ein Titel, der im Deutschen natürlich unmöglich klingt, aber die Stoßrichtung der Geschichte zusammenfasst: Wer die Regeln für unser Leben aufstellt, muss sie meistens selbst nicht befolgen. Er muss nicht auf der Plantage arbeiten, nicht den Essig-Geruch einatmen, er muss sich nicht mit den sozialen Problemen herumschlagen, die sich daraus ergeben.
Man könnte die Kritik an den ,Mosthaus-Regeln' durchaus als Kritik am Schöpfer auffassen, der die zehn Gebote aufstellt, sie aber selbst nicht leben muss. Allen voran das Gebot: ,Du sollst nicht töten'. Ist Abtreibung einfach Mord oder je nach Situation manchmal notwendig?
Der Roman beantwortet die Frage nicht wirklich und gibt sie an den Leser zurück. Homer selbst trifft aufgrund seiner Erfahrungen seine persönliche Entscheidung, die aber die eines einzelnen ist und auch bleiben soll.
Irving geht nicht von allgemein gültigen Aussagen aus, die er dann ins Leben zurück übersetzt (wie so viele deutsche Schriftsteller). Bei ihm hat das Besondere immer Vorrang vor dem Allgemeinen. Deshalb geht er von Einzelschicksalen und Geschichten aus und findet aus ihnen heraus wieder besondere Antworten. Ihm scheint das allgemein Gültige eher verdächtig zu sein: In seinen Büchern wimmelt es von Freaks, von Menschen mit besonderen sexuellen Vorlieben, mit psychischen Defekten, Behinderungen und verkorksten Biographien. Mit seinem eigenwilligen Humor schafft es der Autor aber jedes Mal, in die Misere ein positives Lebensgefühl hinein zu übersetzen. Glück ist eine Frage der Deutung, nicht der Voraussetzungen. Vielleicht ist das einer der wenigen Grundsätze, die sich aus seinem Werk extrahieren lassen.
,Gottes Werk und Teufels Beitrag' ist für Irving-Einsteiger neben ,Owen Meany' ein sehr geeignetes Buch, weil es ziemlich sparsam mit den Irving-typischen Grotesken umgeht und eine gewisse Gewöhnung an seinen Stil und seine Art ermöglicht.
Aber auch, wer nur ein gutes, dickes Buch mit in den Urlaub nehmen will, wird mit diesem Roman lange unterhalten und nachhaltig zum Denken angeregt werden. Ich empfehle ihn ohne Einschränkung.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So aktuell wie am ersten Tag, 21. März 2001
Von 
Simone Stein (Forchtenberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
Prinzen von Maine, Könige Neuenglands, schöner könnte Wilbur Larch seine kleinen Waisen kaum nennen. Obwohl das Buch von den zwanziger bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts spielt und von John Irving vor über 15 Jahren geschrieben wurde, sind die darin angesprochenen Themen so aktuell wie eh und je. Da geht es um die auch heute in unserem Land noch illegale anonyme Geburt, um die Abtreibung, bis hin zum Kindesmißbrauch. Gottes Werk, damit ist die Enstehung und Geburt eines Kindes gemeint und Teufels Beitrag, das ist der Beitrag, den Wilbur Larch und später auch Homer Wells leisten, nämlich die illegale Abtreibung. Das alles eingerahmt in der Geschichte des Waisenhauses St.Clouds und der Apfelfarm Ocean View. Wie immer bei John Irving begegnet der Leser großen Charakteren, die einen wärend des ganzen Romanes nicht loslassen. Und das sind nicht nur die Hauptfiguren wie Homer Wells, Wilbur Larch, Wally und Candy Worthington, sondern auch die auf der Schattenseite wie Melony, Senior und Mr.Rose. Dazu dann, die eigentliche Spezialität von John Irving, die zusätzlichen Geschichten im Roman, diesmal z.B. die Jugend- und Lehrjahre des Wilbur Larch oder auch Wallys Kriegseinsatz in Birma. Das Alles dann noch mit einem Schuß Charles Dickens und Erläuterungen zur menschlichen und animalischen Anatomie ergibt einen spannenden und auch lehrreichen Roman. Man würde sich wünschen, dass auch die Mrs Goodhalls und die Mr Gingriches von heute ihn lesen und manche Dinge aus anderen Perspektiven sehen würden.
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55 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch muß man einfach lieben..., 13. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
Das Buch beschreibt die Geschichte des Homer Well's, der im Waisenhaus St.Clouds aufwächst und irgendwie etwas anders ist als andere Kinder. Nach einigen fehlgeschlagenen Adoptionsversuchen denkt er auch im fortgeschrittenen Alter nicht daran zu gehen. Also bleibt er und wird von den Krankenschwestern und besonders von seinem "Ziehvater" Dr.Larch umsorgt. Letzterer bemüht sich auch, ihn in dem Fach der Gynäkologie zu unterweisen, damit Homer eines Tages sein Werk weiterführen wird. So plätschert das Leben in St.Clouds vor sich hin, bis eines Tages das junge Paar Wally und Candy auftaucht. Von da an nimmt Homer's Leben eine Wendung: er arbeitet auf einer Apfelplantage, wird in eine richtige Familie integriert, lernt Freundschaft und Liebe kennen. Man könnte sagen, eine völlig neue Welt erschließt sich ihm...
Es gibt viele Dinge, die mich an diesem Buch fasziniert haben: zum einen besitzt Irving einen unheimlich schönen Schreibstil. Obwohl man die Handlung des Buches auch in bestimmt 200 Seiten weniger hätte beschreiben können, wird es nie langweilig, da man in Irving's Sprache so richtig schön "versinken" kann. Zum anderen dieser stetige Wechsel der Emotionen und Stimmungen zwischen Hoffnung und Resignation, Liebe und Haß, Leben und Tod... Man möchte gar nicht, dass das Buch irgendwann aufhört, da man Homer dann verlassen müßte.
Kurz gesagt: eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!!!
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hat ein Fötus eine Seele?, 1. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
Hat ein Fötus eine Seele? Nun, wer John Irving kennt, der weiß, daß er hier keine wissenschaftliche Abhandlung zu erwarten hat. Auch keine philosophische Betrachtung des Themas. Denn John Irving ist ein Geschichtenerzähler. Und er ist nicht nur irgendein Geschichtenerzähler, sondern er ist einer der besten. Und Irvings Geschichten sind nicht gerade kurz. Bei 765 Seiten kann man erwarten, eine umfangreiche Geschichte lesen zu können und eine detaillierte Geschichte. Schließlich spielt das Buch in einem Zeitraum von 30 Jahren.
John Irving wird mit diesem Roman sämtlichen Erwartungen gerecht. Er hat ein grandioses Werk abgeliefert, das von vorne bis hinten hervorragende Unterhaltung liefert. Mit seiner klaren und unverblümten Art, Sachverhalte auszudrücken, wobei es mitunter auch mal recht deftig zugeht, würzt er seine Geschichte mit viel Humor und Ironie, selbst traurige Stellen liest man gelegentlich noch mit einem Grinsen.
Irving erzählt in diesem Buch die Geschichte eines Waisenjungen und seine Entwicklung zum Erwachsenen, gleichzeitig aber auch die Geschichte eines Waisenhauses und seines Leiters. Wie immer packt der Autor soviel in sein Buch, daß es schwerfällt, eine Inhaltsangabe zu geben, die dem Roman gerecht werden kann. Vielleicht enthält auch deshalb der Klappentext keine solche, sondern nur Kritiken.
Der Leser erkennt zwar eindeutig, welche Meinung der Autor zum Thema Abtreibung selber vertritt, doch drängt er dem Leser diese Meinung nicht auf. Ohne belehrend wirken zu wollen, zeigt er das Für und Wider sehr sachlich auf. Das Thema Abtreibung ist jedoch nicht das einzige Thema des Buches. Genauso wichtig in diesem Roman ist die Beziehung des Waisenhausarztes zu seinen Heimkindern und insbesondere zu einem der Kinder, nämlich zu Homer, für den er quasi die Vaterrolle einnimmt, ohne ihm dies jedoch mit übermäßiger Liebe, die zweifellos vorhanden war, zeigen zu wollen.
Irvings Figuren sind selten ganz gewöhnliche Menschen, aber sie sind fast durchweg sympathisch und liebenswert. Durch ihre überaus detaillierte Darstellung wirken die Charaktere sehr lebendig. Man kann sich zu jedem, auch zu den Nebendarstellern, ein genaues Bild machen.
Oft kritisiere ich es, wenn der deutsche Verlag den Buchtitel nicht übersetzt, sondern ihm einen neuen Titel verleiht. In diesem Falle sind beide Titel sehr gut gewählt und zutreffend. Der Originaltitel "The Cider House Rules" bezieht sich konkret auf die ausgehängten Regeln im Ziderhaus, dort, wo der Apfelwein gepresst wird. Im übertragenen Sinn bezieht er sich jedoch auf Regeln allgemein, auf Regeln, die wichtig sind, auf Regeln, die in der Gesellschaft einfach vorhanden sind, auf Regeln, die man sich selber macht, die man halten sollte, aber gelegentlich auch mal brechen muß.
"Gottes Werk und Teufels Beitrag" ist für mich von den Büchern Irvings, die ich bisher gelesen habe, das Beste. Besser noch als Garp. Irving hat hier völlig auf seine abstrusen Elemente verzichtet, die doch einige seiner anderen Romane mehr oder weniger dominieren. Man kann zwar nicht von einer 100 %-ig realistischen Begebenheit sprechen, doch erwartet man dies ja auch bei Irving kaum. Dabei hat der Autor das seltene Talent, in seinen Romanen die absurdesten Figuren zu erschaffen und doch mehr Realität in das Geschehen hineinzupacken als dies manch anderem gelingt, der es beabsichtigt. Mit Sicherheit handelt es sich um eine liebenswerte Geschichte, bei der das Lesen auch über fast 800 Seiten hinweg Spaß bereitet, ohne daß man das Ende herbeisehnt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weise Waisen, 10. Dezember 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Weise Waisen
Dr. Wilbur Larch, Lachgas-abhängig, unorthodox, allein stehend, schrullig, verschroben aber liebenswert, ist Leiter eines Waisenhauses in Maine. Nebenbei ist er auch ein „Geheimtipp“, die letzte Hoffnung für „gefallene Mädchen“, die keinen anderen Ausweg aus ihrer Misere sehen als die gesetzwidrige Abtreibung oder die Freigabe des Neugeborenen zur Adoption. Eines dieser im Waisenhaus geborenen Kinder ist Homer Wells, der zwar mehrfach adoptiert wird, dessen neue Eltern aber fast unverzüglich sterben, ihn abwechselnd fast verhungern lassen oder beinahe zu Tode prügeln. So ergibt es sich fast wie selbstverständlich, das Homer in St. Clouds verbleibt und mit wachsendem Alter verantwortungsvollere Hilfsarbeiten für Dr. Larch oder seine jüngeren Schützlinge übernimmt. Es bleibt nicht aus, dass der Junge dem verborgenen Geheimnis auf die Spur kommt. Homer schwört, dass er niemals eine Abtreibung vornehmen wird doch es kommt anders: als eine Patientin in Lebensgefahr schwebt, bricht er sein Versprechen. Doch er kann mit dieser Belastung nicht leben und verlässt kurz darauf das Waisenhaus. Arbeit findet er auf einer Obstplantage, die berühmt ist für die Qualität ihres Cidres. Wie beim Entwicklungsroman üblich, muss Homer hier einige Gefahren und Abenteuer bestehen, um dann an seinen Geburtsort zurückkehren zu können, um nach Dr. Larchs Tod das Waisenhaus zu leiten.
Das pralle Leben
Einen Roman Irvings in solch knapper Form zusammen zu fassen, ist unmöglich. Vordergründig betrachtet könnte man denken, das Hauptthema des Romans sei die Abtreibungsfrage. Doch weit gefehlt. Hauptthema ist die Entscheidungsfreiheit der Frau, und dies nicht nur bezogen auf die Frage, ob sie Mutter werden möchte oder nicht, sondern alle Belange des Daseins betreffend. Da ist zum einen eine Frau und Mutter, die nach dem Schlaganfall ihres Mannes die Entscheidung treffen muss, ob sie die Plantage fortführt oder verkauft. Ihr Sohn Wally kommt als Krüppel aus dem Krieg zurück und seine Verlobte Candy muss sich zwischen Homer und Wally entscheiden. Melony, Homers dominante Geliebte in St. Clouds, muss gravierende Entscheidungen treffen, als Homer das Waisenhaus verlässt und dies ist nur eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der angesprochenen oder angedeuteten Krisen. Die Botschaft ist dabei jedes Mal positiv, auch wenn die getroffene Wahl nicht immer die persönliche Zustimmung des Hörers findet.
Jede weibliche Protagonisten in Irvings Roman verkörpert ein anderes gesellschaftliches Problem sei es Gewalt in der Familie, Inzest, Vergewaltigung, sexuelle Orientierung. Die Palette reicht von Geburt bis Tod und bis zuletzt bleibt die ethisch-moralische Frage, ob Abtreibung Mord ist, unbeantwortet. Irving vermeidet dabei kitschige Dialoge oder plakative Charakterdarstellungen, sondern überlässt es dem Hörer, seine eigene Meinung zu bilden, selbst wenn sie in Zeiten der „political correctness“ nicht gesellschaftskonform oder unbequem ist.
Sprachwitz und skurrile Begebenheiten
Doch „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ist keine moralinsaure Studie sondern ein äußerst unterhaltsames Buch, in dem auch der Humor nicht zu kurz kommt. Wie schon aus früheren Werken gewohnt, ist sein Humor jedoch subtil, dafür allerdings chili-scharf.
Ganz offen geht er diesmal mit seinen persönlichen literarischen Vorlieben um und zitiert hemmungslos aus „Jane Eyre“ und „Oliver Twist“, die, wie er in seiner Autobiographie schreibt, zu seinen absoluten Favoriten zählen.
Beck is back
Rufus Becks Erfolg als Sprecher der „Harry Potter“-Bücher lässt leicht vergessen, dass er bereits vorher in seiner ruhigen, ironischen und pointierten Lesart viele Hörbücher besprochen hat. Und so kommen wir auch hier wieder in den Genuss seiner unnachahmlichen Sprechkunst, wobei er dankenswerter weise jedoch die Sperenzchen nicht zu weit treibt und sich seine Experimentierfreudigkeit für die Lesung von „… und der Halbblutprinz“ aufhebt.
Hörbuch Hamburg liefert die vollständige Lesung in einer stabilen Schmuckbox nebst ausführlichem Booklet auf 23 CDs mit einer Gesamtlaufzeit von fast 1.800 Minuten aus.
Fazit: Irving hat auf seine unverwechselbare Art so verschiedene Komponenten wie Witz und Dramatik, Trauer und Freude, Skurriles und Menschliches vereint, ohne dabei in irgendeiner Weise in Klischees oder Stereotypen zu verfallen. Dieses Hörbuch ist für Jeden empfehlenswert, der sich nur ein bisschen für neuere amerikanische Literatur interessiert und dabei nicht alles bierernst nimmt.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Mühe lohnt sich letztendlich doch noch, 28. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
Dies war mein erster Irving-Roman und für einen Einstieg vielleicht nicht unbedingt der geeignetste...(?) Ich brauchte eine gute Weile, bis ich das Gefühl hatte, "jetzt geht die Geschichte endlich los" und war bis dahin schon mehrmals kurz davor, das Buch einfach beiseite zu legen. Aber irgendwann, man merkt es kaum, ist man plötzlich mitten drin im Geschehen! Man kann sich der Lebensgeschichte des Waisenjungen Homer Wells nicht mehr entziehen, hat ihn und all die anderen Figuren längst lieb gewonnen und lässt sich einfach treiben von dieser ruhigen, sanften Atmosphäre des Buches. Es passiert wenig für die 800 Seiten, aber das geschieht dafür mit Genuss. Trotzdem könnte auch ich locker damit leben, hätte der Roman 200 Seiten weniger. Melonys weitere Geschichte zum Beispiel (sie war mir einfach unsympatisch) fand ich wenig spannend, sie hätte ruhig etwas gekürzt werden können. Im Film kommt Melony auch gar nicht vor und geht mir trotzdem nicht ab - aber das ist wohl Geschmackssache. Der Film gefällt mir hier ausnahmsweise einmal besser als das Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Humanistisches Plädoyer für legale Abtreibungen, 30. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
John Irving schafft es auch in diesem Roman erneut, die beträchtliche Anzahl de Seiten ( beinahe 800!) vergessen zu machen und in die eigene Welt seiner Romanfiguren abzutauchen, die er so fesselnd aufbaut. Der mutige Arzt Dr. Wilbur Larch wird in seiner Tätigkeit als Waisenhausdirektor, Geburtshelfer und illegaler Abtreiber im Maine des Jahrhundertbeginns vorgestellt, der einem schnell durch seine humanistischen Ideale und Eigenheiten sympathisch wird. Larch entwickelt eine Vaterbeziehung zu der Waise Homer Wells, der im folgenden Hauptperson des Romans wird. Homer findet seinen eigenen Lebensweg erst über einige Umwege, in denen er zwischen den Ansprüchen der ausgeprägten Persönlichkeit Dr. Larchs und weiteren Personen (über die noch nichts verraten werden soll)seine eigenen Ideen vergißt. Die Charaktere sind typisch Irvingsch: weder fehelen seine geliebten Krankenschwestern,, noch der obligate Schriftsteller oder ein Lesbenpaar (man denke alleine nur an "GARP"). Das Thema der Abtreibung ist weiterhin aktuell: Dr. Larch vertritt mit seiner humanistischen Weltsicht eine sehr moderne Position in den USA der dreißiger und vierziger Jahre! Die Situation, daß Verhütung oder sogar Aufklärung für ärmere Menschen nicht selbstverständlich vorausgesetzt werden darf, ist leider in einigen Ländern immer noch Realität! Larch fände es anmaßend, über die Lebenssituation der Frauen zu urteilen und betrachtet das Verweigern von Hilfe als gottähnlich. Seine "Religion" dient dem Wohl des Menschen, ihr unterstellt er sich als Arzt: es sind seine ethischen "Spielregeln", die hoffentlich weiteren Lesern die Vorurteile und Bedenken zu diesem heiklen Thema entkräften. Irving versucht dies geschickt durch das Identifizieren mit den Romanhelden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der eigene Weg..., 19. September 2001
Von 
Julia Zopp (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
...und den zu finden, darum geht es hier.
Der rote Faden dieses Buches ist die Geschichte von Homer Wells, der im Waisenhaus St. Clouds aufwächst. Er lernt dort von Dr. Larch sowohl zu entbinden - Gottes Werk -, als auch Abtreibungen vorzunehmen - Teufels Beitrag. Letzteres allerdings nur in der Theorie, er weigert sich, Abtreibungen durchzuführen, seiner Meinung nach ist das nicht rechtens.
Eines Tages lernt er Candy und Wally kennen. Er entschließt er sich, St. Clouds zu verlassen und mit ihnen nach Ocean View zu gehen, um dort auf der Apfelplantage zu arbeiten.
Ein unglaublich dichtes Buch mit phantastisch gezeichneten Charakteren. Ich weiß nicht, wie Herr Irving das angestellt hat, aber ich lese drei Zeilen, und dann bin ich wirklich da drin und sehe alles vor mir. Den Film habe ich übrigens hinterher erst gesehen. Der ist ein bißchen weniger dicht und zwangsläufig reduziert, aber auch immernoch schön.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lässt einen nicht mehr los, 24. Februar 2006
Von 
Bella219KF (Bremen, Bremen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist einfach alles: humorvolle Tragödie, Gesellschaftskritik, Liebesdrama und medizinisches Handbuch.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Homer Wells, ein Waisenjunge, der nach vier gescheiterten Adoptionsversuchen im Waisenhaus St. Cloud's bleiben darf, um "sich nützlich zu machen". Im Leiter des Hauses, Dr. Wilbur Larch, findet er einen väterlichen Freund, der ihn in die Arbeit eines Gynäkologen einweist. Homer genießt sein Leben, auf seine eigene, verschlossene Weise, bis eines Tages die Ankunft eines werdenden Elternpaares sein Leben und auch das Leben aller in St. Cloud's verändert.
John Irvings meisterhafter Umgang mit Worten, der selbst brutale Gewalt und medizinische Eingriffe lesbar macht, kommt auch in der Übersetzung sehr gut zur Geltung. Es ist dieser leise, humorvoll-ironische Unterton, der Irving auszeichnet. In manchen Szenen kann man sich, trotz aller Dramatik, ein Schmunzeln nicht verkneifen. Doch schon in der nächsten Zeile bleibt einem das Lachen im Halse stecken.
Und nicht nur die Sprache, auch die authentisch dargestellten Charaktere erwecken St. Cloud's und Maine zum Leben und ziehen den Leser in ihren Bann.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Lob, 2. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman (Taschenbuch)
Geburtshilfe (Gottes Werk) und Schwangerschaftsabbruch/Abtreibung (Teufels Beitrag) in einem amerikanischen Waisenhaus in den 30er bis 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Leiter des Hauses, ein Arzt, hilft mit seinem Personal, 2 Schwestern und einer Betreuerin, Frauen, die unerwünscht schwanger geworden sind. Einerseits hilft er ihnen, die nicht gewollten Kinder zur Welt zu bringen, ins Heim aufzunehmen und Adoptiveltern für sie zu finden, andererseits scheut er sich auf Wunsch auch nicht davor gesetzeswidrige Abtreibungen durchzuführen, so lange die Schwangeren noch nicht "quick" sind.
In diesem Spannungsfeld entwickelt der Autor eine hochinteressante Geschichte, bei der es vordergründig um 2 Waisen geht, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in eine Familie vermittelt werden konnten. Der Werdegang dieser Heranwachsenden und des Waisenhauspersonals schildert der Autor in überaus fesselnder Weise.
Der Leser erfährt eine Menge über die gynäkologischen Methoden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Außerdem erhält er einen umfangreichen Einblick in den Alltag der Bewirtschaftung von Apfelplantagen. Selbstverständlich spielen auch hier die Hauptpersonen die tragenden Rollen.
Bis dahin erscheint das alles nicht besonders spektakulär. Der Roman ist keine Kriminalgeschichte, kein Thriller der in einer verwickelten Handlung Hochspannung erzeugen soll. Aber gerade das ist das Besondere an diesem Buch. Es handelt sich um die eindringlichen Lebensgeschichten von naiv-sympathischen Charakteren, die in einer liebenswerten, aber robusten Beziehung zu einander stehen. Gewürzt wird das im Verlauf der Handlung durch eine kribbelnde Dreiecksgeschichte, deren Ausgang hier aber nicht zur Debatte steht.
Nach Owen Meany, ist das zweite Roman, den ich von John Irving gelesen habe. 'Gottes Werk...' hat mir noch ein Stück besser gefallen, hat mich die Handlung doch von Anfang an total gefangen genommen. JI ist ein blendender Schriftsteller, der mit der ihm eigenen Ironie, die handelnden Personen zu wirklichem Leben erweckt.
Bis auf geringfügige Merkwürdigkeiten in der Übersetzung kann auch dem Übersetzer ein Lob ausgesprochen werden. Nicht jeder Begriff in einer Fremdsprache lässt sich schlüssig ins Deutsche übersetzen. Das Original kann dann einleuchtender sein als ein krampfhaftes Eindeutschen.
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Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman
Gottes Werk und Teufels Beitrag: Roman von John Irving (Taschenbuch - 1990)
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