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Emersons "Natur" ist ein doppelbödiges Buch. Vordergründig geht es um das Wesen der Natur und darum, wie der Mensch durch diese zu sich selbst finden kann. Eher über Gefühle als über konkrete Handlungsanweisungen versucht Emerson eine bestimmte Haltung zu entwerfen: durch die unverfälschte Wahrnehmung der Natur sein eigenes Wesen zu entdecken. Auf einer zweiten Ebene aber ist dieses Plädoyer, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen als allem anderen, auch eine handfeste politische Aussage - nämlich die, sich von überkommenen Vorstellungen zu lösen, und das heißt vor allem von dem europäischen Erbe. Deshalb ist "Natur" ein sehr amerikanisches Buch. Wie ein fernes Echo spricht hier eine Stimme aus jener Zeit, als Amerika seine kulturelle Identität zu entwickeln begann. Die Denkweise, die Emerson u. a. pflegten, wird in der Philosophie als Transzendentalismus bezeichnet - ein nicht sehr glücklicher Begriff, denn es handelt sich weniger um eine philosophische Schule als um eine geistig-moralische Haltung, die oft konkrete politische Konsequenzen hatte. So war Emersons Eintreten gegen die Sklaverei, die er als der natürlichen Ordnung zuwiderlaufend empfand, seinerzeit nicht ungefährlich. In diesem Buch aber, seinem ersten, ist von Politik nur wenig die Rede. Es ruht in sich selbst und ist von tiefer Weisheit durchdrungen.
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am 9. Mai 2005
Emerson gilt als einer der großen geistigen Vordenker Amerikas. Es geht jedoch nie um isolierte Einsichten und Stellungnahmen zu bestimmten Teilbereichen unseres weltlichen Daseins, sondern sein Ansatz ist immer ganzheitlich und universell. "Natur" ist wohl sein grundlegendstes Werk, indem sehr eindrucksvoll die Zusammenhänge zwischen Geist (als der eigentlichen schöpferischen Kraft) und Materie (als Ergebnis daraus) beschrieben werden. Alles ist Eins und jeder Halm und jede Blume spiegelt einen Teil des schöpferischen Gedankens. Im Grunde setzt das Buch aber eine gewisse geistige Grundlage voraus, denn selbst geübte Esoteriker dürfte sich der vollständige Sinn jedes Satzes (und man muss sich wirklich jeden Satz auf der Zunge zergehen lassen) nicht ungedingt beim ersten Lesen erschließen.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. Februar 2010
"Aus welchem Stoffe schuf dich die Natur, / Dass Millionen Schatten dich umweben?" (Shakespeare, Sonett LIII)

"Für die Allgewalt der Natur, oder vielmehr ihrer uns unerreichbaren obersten Ursache ist der Mensch nur eine Kleinigkeit. Dass ihn aber auch die Herrscher von seiner eigenen Gattung dafür nehmen und als eine solche behandeln, indem sie ihn teils tierisch, als bloßes Werkzeug ihrer Absichten, belasten, teils in ihren Streitigkeiten gegen einander aufstellen, um sie schlachten zu lassen, - das ist keine Kleinigkeit, sondern Umkehrung des Endzwecks der Schöpfung selbst." (Immanuel Kant, 1794)

Der Endzweck der Schöpfung nach Kant ist der Mensch als moralisches Wesen. Ralph Waldo Emerson (1803-1882) fordert darüber hinaus, nicht zurückzublicken in Geschichte und Gewesenenes, sondern eben jenes ursprüngliche Verhältnis zur Natur als Offenbarung in uns zu begreifen, in Dichtkunst und Philosophie zu betrachten und als nur kurze Zeit im Schoße der Natur Verweilender ihr gemäß zu handeln. Ihr gemäß zu handeln, heißt aber auch, ihr im Geiste nahe zu sein und in den Fragen ohne Antwort ein Vertrauen entgegenzubringen, welches die "Ordnung der Dinge" annimmt und in ihr die Befriedigung der Neugier des Geistes glaubt erfahren zu können. Denn der Mensch nach Emerson lebt bereits diese Antwort, "bevor er sie als Wahrheit erfasst". Hält man Vieles im Zuge alle Wissenschaft für ungeklärt, empfindet man zusätzlich Einiges für unerklärbar. Und so muss Emerson den Gedanken der Natur zweiteilen, einmal in den gewöhnlichen, zum anderen in den philosophischen Gedanken. Bezieht sich der gewöhnliche Gedanke auf die Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur, seinen darin liegenden Wesenheiten und Wirklichkeiten liegt im philosophischen Gedanken die Verbindung von allem, nämlich auch des Menschen Wille und Geist. Dennoch, eines bleibt bei Emerson, die Demut des Menschen vor der Natur, sein tiefes Eingeständnis in die eigene Unbedeutenheit ihr gegenüber.

Goethe bekannte einmal, daß die so bedeutend klingende und kanonische Anweisung "Erkenne dich selbst" ihm stets verdächtig vorgekommen sei, weil man beim Blick in sich selbst niemals genau unterscheiden könne zwischen dem Gefundenen und dem Erfundenen. Er empfiehlt den Umweg über die Welt, denn "der Mensch kennt nur sich selbst, sofern er die Welt kennt und sich in ihr gewahr wird". In diesem Sinne lehrt Emerson die Natur in der Anerkenntnis, dass Nicht-Wissen viel mehr als Wissen vorhanden ist und dass sie des Menschen Taten duldet und sich ihm opfert mit all ihren Reichtümern. Aber auch dieses heißt in der zweiten Sicht, sich der Natur gemäß zu verhalten. "Dein Wille geschehe" bedeutet dem Menschen nun ein Vorschuß-Vertrauen in eine Welt neuer Erfahrungen, damit einen Glauben, den Emerson als Bund von Natur und Religion beschreibt.

In Kafkas Betrachtungen können wir lesen: "Der Mensch kann nicht leben ohne ein dauerndes Vertrauen in etwas Unzerstörbares in sich". Es kann vermutet werden mit Emerson, dass noch höhere Fähigkeiten im Menschen und in seiner Natur liegen als "Genauigkeit und Unfehlbarkeit". Weil eben die Vermutung fruchtbarer sein kann als eine experimentelle Bestätigung und im Traum tiefer das Geheimnis der Natur liegt als in der Wissenschaft.

Emersons Denken ist eine deutliche Einheit von Natur und Gott. Sein religiöser Pathos folgt Spinoza, erweitert um den Gedanken, der Mensch sei Schöpfer durch den Geist im Endlichen. Durch den Geist erhält er Zugang zum gesamten Geist des Schöpfers. Die Quellen der Weisheit und der Macht, jenen "goldenen Schlüssel, der den Palast der Ewigkeit öffnet" (John Milton) weisen auf die Tugend und ihr höchstes Zeugnis, nämlich jene Wahrheit die ermutigt, "die eigene Welt zu schaffen durch die Läuterung der Seele".

Ralph Waldo Emerson bewegt mit diesem Werk das Problem (die Menge der Querverweise und Zitate belegen es), alles zuvor gedachte in eine Zukunft zu retten. Ihn drängt die Wachsamkeit und er fordert die Aufmerksamkeit der Menschen, das Bisherige zusammen zu denken und dennoch den eigenen Beitrag belastungsfrei zu leisten. Unter dem Gedanken der Natur in ihrer Vielschichtigkeit subsumiert er Mensch, Bewußtsein, Geist in einen amerikanischen Geist des Aufbruchs, aber in der Kenntnis der europäischen Literatur. Allen voran Goethe, den der Rezensent bereits bei Walt Whitman (leaves of grass / Grashalme) heranzog. Goethe stöhnt unter der Last der vergangenen Gedanken der europäischen Welt und jubelte nahezu: "Amerika, du hast es besser." Emerson wie Whitman predigen den freien amerikanischen Geist in freier Person, dem der Basalt der Vergangenheit nicht anhaftet. "Der Atem des neuen Frühlings" ist die Offenbarung Emersons, von dem man sagt, seine Sätze seien in Erz gegossen für alle Ewigkeit. "Natur" ist sein Vermächtnis; auch Du, Leser, bist ein Mensch, den die abstrakten Fragen von Geist und Natur berühren. Dort wo sie den Intellekt allein beanspruchen, führt Emerson sie zurück in die Konkretheit der Natur, letztendlich übergibt er die Fragen dem Leser zur Beantwortung. Denn "nur was wir sind, können wir sehen" und uns darin entfalten. Emersons Denken läßt sich verstehen als ein MindWalking, welches unbelastet in die Zukunft führt und die inneren Pforten zum Selbst öffnet.
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am 26. April 2005
Ralph Waldo Emerson gilt als Begründer des sog. Transzendentalismus, einer Denkweise, die ganz vom Positiven bestimmt ist. Hier wird nicht bloß angenommen, dass es in der Macht der Gedanken liegt, Gefühle zu erzeugen und so, über die Interaktion des positiv gestimmten Menschen mit seiner Umwelt, eventuell die Realität zu gestalten. Es wird vielmehr vorausgesetzt, dass sich die Gedanken ganz unmittelbar verwirklichen. Gedanke und Realität sind somit eins. Die Seele passt sich nicht der Welt an, sondern erschafft sich die Welt, sie ist die "Überseele", die durch das Tun des Menschen scheint.
Emersons Worte sind so wunderbar tiefgehend, berühren das Innerste mit diesen kraftvollen Gedanken.
Aus der Seele geht alles hervor, alle Kraft, alles Inspiration, Gedanken, Kraft, Wille, Handeln, durch Alles hindurch scheint die große Überseele, deren Fassade der Mensch ist, ein sehr schönes Denken eigentlich.
Hier werden Essays mit dem Titel "Natur" veröffentlicht, seine ersten Essays, voller Inspiration und Kraft. Ein nur zu empfehlendes Buch, das sicher jedem Hilfe und Rat, aber auch besonders die Freude der großen Erfahrung mit Emersons Denken gibt.
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am 25. Februar 2011
Der Autor - Dichter, Philosoph, Essayist, Prophet... - malt im Jahre 1836 "die endlosen Kreisläufe göttlicher Barmherzigkeit" (S. 20), die den Menschen erhalten, auf die im Laufe der Lektüre zunehmend farbenfrohe Landkarte des Geistes. Er verwendet die bildhafte Sprache auf virtuose Weise wie kaum ein anderer und wurde auf eine Ebene mit Shakespeare, Longfellow, Goethe und Schiller gestellt, was sein poetisches Schaffen betrifft. Was wir hier lesen, ist wahrhaftige, erfrischende, erheiternde Poesie! Stets die Beziehung zum Ganzen im Auge, versteht Emerson es meisterhaft, sein tiefes Verständnis der Schönheit und des Wertes der Natur zu vermitteln. Er tut dies mit den Mitteln einer ebenso einfachen wie glasklaren Sprache.

Mal abgesehen von der Tatsache, dass er unmöglich irgend einer Gruppierung zuzuteilen ist, es sei denn derjenigen vollkommen aufrichtiger Menschen, war er Transzendentalist oder/und Idealist oder/und Metaphysiker, und zwar von daher, dass er Geist über Materie stellt und betont, dass die Seele die Wahrnehmung der Vorgänge und Erscheinungen in der Natur bestimmt. Das bedeutet auch, dass es die menschliche Vernunft ist, der göttliche Funke in uns, der dem Antlitz der Natur Würde, Schönheit und Erhabenheit verleiht statt sich in plumpen Nützlichkeitsberechnungen und Entwicklungsprognosen zu erschöpfen.

Emerson wollte wie Thoreau (der 1841/42 bei der Emerson-Family wohnte und sich danach zurückzog, um das Kunst-Stück "Walden" zu verfassen) unabhängige Menschen sehen und bezog unablässig Stellung gegen die Sklaverei. Er wollte, dass du erkennst, "dass die Welt für dich besteht. Für dich ist die Erscheinung vollkommen. Nur was wir sind, können wir sehen... Baue darum deine eigene Welt. In dem Maße, wie du dein Leben mit der reinen Idee in deinem Geiste in Übereinstimmung bringst, wird sie ihre großartigen Verhältnisse entfalten. Eine entsprechende Umwälzung in den Dingen wird das Einströmen des Geistes begleiten." (S. 96)
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Emerson ist ein wirklich großer Denker. In diesem Buch erfährt der Leser etwas darüber, wie die Vollkommenheit der Natur den Menschen schulen kann. In der Natur gibt es keinen Stress, sie bildet einfach Atom für Atom. Die Natur zeigt dem Leser es gibt nur das Jetzt und alles hat einen tieferen Sinn. Wie schon Plotin der große griechische Philosoph sagte: "Die Natur ist ein Abbild der Weisheit, der Seele Äußerstes, sie weiß nicht, tut nur."
Sie werden viele schöne Gedanken, Reflektionen und philosophische Betrachtungen, auf 97 Seiten, finden. Dazu nur ein kleines schönes Zitat:

"Wenn ich auf dem kahlen Erdboden stehe- meinen Kopf in die heitere Luft getaucht und in den unendlichen Raum erhoben-, schwindet alle eitle Selbstgefälligkeit dahin. Ich werde zu einem durchsichtigen Augapfel; ich bin nichts; ich sehe alles; die Ströme des universellen Wesens durchwoben mich; ich bin ein Teil oder Splitter Gottes."
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am 25. Januar 2013
Das Buch ist natürlich Geschmaksache, hat mir aber sehr, sehr gut gefallen! Ein Buch, dass ich immer mal wieder in die Hand nehme.
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