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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligent und spannend
Das Chemiewerk der RCW beherrscht Ludwigshafen, und das Werk wird beherrscht von Korten, der nach dem zweiten Weltkrieg eine kometenhafte Karriere im Betrieb absolvierte. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist ein dubioser Prozeß, der während der Nazizeit gegen drei Forschungsmitarbeiter geführt wurde, darunter ein jüdischer Zwangsarbeiter...
Veröffentlicht am 25. Juni 2005 von Thomas Liehr

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz überzeugend
Bislang bestand mein einziger Berührungspunkt mit Bernhard Schlink in seinem zusammen mit Bodo Pieroth veröffentlichen Lehrbuchklassiker, doch auch durch das Werben eines Professors wollte ich einmal den Belletristiker Schlink kennen lernen. Nach der Lektüre von "Selbs Justiz" bin ich ob der fast ausschließlich positiven Bewertungen aber ein wenig...
Veröffentlicht am 2. Januar 2007 von Dennis B.


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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intelligent und spannend, 25. Juni 2005
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Das Chemiewerk der RCW beherrscht Ludwigshafen, und das Werk wird beherrscht von Korten, der nach dem zweiten Weltkrieg eine kometenhafte Karriere im Betrieb absolvierte. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung ist ein dubioser Prozeß, der während der Nazizeit gegen drei Forschungsmitarbeiter geführt wurde, darunter ein jüdischer Zwangsarbeiter. Staatsanwalt in diesem Prozeß war Gerhard Selb, Schwager von Korten, und inzwischen Privatdetektiv, der seine unrühmliche Vergangenheit bewältigt zu haben scheint.
Als merkwürdige Computerprobleme auftauchen, etwa sämtliche Sekretärinnen plötzlich 500 DM mehr Gehalt bekommen oder alle Konten gelöscht werden, die mit der Zahl "13" beginnen, ruft Korten seinen Schwager zur Hilfe. Relativ rasch findet Selb den vermeintlichen Täter. Ohne viel Aufsehen wird das Problem beseitigt. Nachdem Selb aus seinem anschließenden Urlaub zurückkehrt, muß er feststellen, daß das Problem doch recht gründlich beseitigt wurde ...
Schlink und Popp haben mit Gerhard Selb keinen Antihelden kreiert, sondern einen reflektierenden, gewissenhaften, recht hedonistischen Spätsechziger, der sich so seine Gedanken macht, mit offenen Augen durch die Welt geht und sich - letztlich - nicht instrumentalisieren läßt, weil das während der Nazizeit bereits im Übermaß geschehen ist. Selb wirkt sympathisch-distanziert, aber nicht überzogen selbstbewußt; es macht einfach Spaß, ihm nicht nur bei der Arbeit zuzusehen, sondern auch bei seiner Art, mit Menschen umzugehen, zu flirten, zu essen, Musik zu hören oder seinen Kater "Turbo" zu verwöhnen.
Spannende, intelligente und vortrefflich erzählte Lektüre. Die Nachfolger "Selbs Betrug" und "Selbs Mord", die Schlink dann alleine verfaßt hat, liegen schon bereit.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur die Atmosphäre stimmt, 30. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Gebundene Ausgabe)
Nun werde ich zwar immer misstrauisch, wenn man mir einen "Krimi mit Anspruch" anbietet, denn in den meisten Fällen leidet darunter entweder der Krimi oder der Anspruch (oder beide), aber Schlink gelingt hier -- zusammen mit Walter Popp -- genau das, was ihm im "Vorleser" noch gründlich danebenging: Die Reflexion über die jüngste deutsche Geschichte.
Der immerhin schon 68jährige Privatdetektiv Gerhard Selb lässt sich auch von Rheuma und ähnlichen altersgemäßen Gebrechen nicht davon abhalten, seinen Beruf ernstzunehmen. Während er nun im Auftrag eines großen Chemiekonzerns nach einem Hacker fahndet, der im firmeninternen, streng abgeschirmten digitalen Netz allerlei Schabernack treibt, wird er immer intensiver mit seiner eigenen Vergangenheit als ehrgeiziger junger Staatsanwalt im Dritten Reich konfrontiert.
Was hier, in einem Satz zusammengefasst, gar zu konstruiert wirkt, entwickelt sich in der Romanhandlung ganz kontinuierlich, eins kommt zum andern. Die Spannung steigt allmählich aber stetig. Schließlich bestimmt Selb das Tempo, und der ist nicht mehr der Jüngste.
Dieser Krimi lebt jedoch nicht nur von seinem wichtigsten Handlungsstrang. Im Gegensatz zu vielen anderen zeitgenössischen Krimis mit starkem Lokalkolorit spielt hier das Milieu eine entscheidende Rolle, wird nicht zur schicken Zutat degradiert. Schlink und Popp kennen den Großraum Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg, keine Frage. Sie kennen ihn so gut, dass sie nicht nur mit wenigen Andeutungen eine dichte Atmosphäre schaffen, wie sie für diese Region charakteristisch ist; sie kennen auch die Mentalität. Figuren wie Mischkey, der Hacker mit moralischem Impetus, oder wie der Kellner Giovanni, wie Selbs Freund Philipp (schrullig genug, um nicht allzu mondän zu wirken) oder der vielleicht gar nicht so biedere Hauptkommissar Nägelsbach sind keine Typen, die man in jede beliebige Gegend oder in jedes Milieu verpflanzen könnte. Jeder von ihnen hat Züge, wie sie für die immer ein klein wenig renitente Kurpfalz typisch sind. Und genau dies macht den Charme dieses Krimis aus, der seine Möchtegern-Konkurrenten aus Venedig und anderswo souverän hinter sich lässt. Doch bleiben diese Charakteristika klug im Hintergrund; man kann den Roman genauso gut genießen, wenn man den Menschenschlag nicht kennt oder wenn man nicht weiß, wo in Mannheim der "Suezkanal" ist und wie's weiland in der Heidelberger Frauenbuchhandlung "Xanthippe" aussah.
Aber nicht nur die Figuren sind unspektakulär schrullig, auch die Handlung lockert mit gut plazierten Intermezzi das schwergewichtige Thema auf. Ob's um 100.000 Rhesusäffchen auf dem Betriebsgelände geht oder um einen bemerkenswerten Trick, im Restaurant feinstes Essen serviert zu bekommen, oder um den Kater Turbo, dessen Leistungen Selb den vorbildlichen Karrieren andrer Leute Nachwuchs entgegenhält -- die Witze sind keine Schenkelklopfer, sondern feine kleine, mitunter melancholische Variationen über das Thema "Realität".
Schade, dass in den beiden folgenden Bänden die Handlung allzu konfus wird; Selb hätte ein würdigeres Ende verdient. Dies aber nur am Rande.
Was "Selbs Justiz" betrifft: Genug gelobt. Dieser widersprüchliche Nachfolger von Maigret und Wachtmeister Studer schafft die Synthese von Vergangenheitsbewältigung und Krimi auf seine ganz eigene Art.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen begnadeter Erzähler, 22. Oktober 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Gebundene Ausgabe)
Schlinks (und Popps - der Einfachheit halber beschränke ich mich auf den ersten) Ermittler muss ja Mitte der 80er (als das Buch erschien) mindestens Ende 60 sein, damit die Geschichte plausibel wird, dass er im ersten Drittel der 40er Jahre als Nazi-Staatsanwalt das Todesurteil für zwei leitende Mitarbeiter eines Chemiewerkes betreiben konnte. Nun stellt er in diesem Fall 40 Jahre später fest, dass der damalige Prozess von einem dritten Mitarbeiter der Angeklagten, ausgerechnet seinem Schwager, aus Karrieregründen manipuliert wurde und er selber als Werkzeug für die Erlangung des Todesurteils missbraucht.

Für meinen Geschmack ist die Geschichte in allen Details ein wenig zu konstruiert und insbesondere im theatralischen Finale weit überzogen, wenn auch der Ansatz für die Konstruktion sehr intelligent ist.

Auch der Fortgang der Handlungsstränge scheint teils ziemlich an den Haaren herbeigezogen, weil von absurden Zufällen gesteuert.

Es ist zudem schwer nachzuvollziehen, wie der 68jährige Selb Wein flaschenweise trinken und danach noch nächtliche Actionszenerien durchlaufen oder in den Rhein springen kann, um seinen Verfolgern zu entkommen, wie er Wiener Schlägertypen so brutal ins Kreuzverhör nehmen kann, dass diese auspacken und wieso laufend halb so alte Frauen an ihm interessiert sind. Hier hat Schlink wohl die Freuden des Alters ein wenig überschätzt.

Auch macht der Ermittler, weil ihn der Fall betrifft, ständig Spesen, ohne dass jemand dafür aufkommt - eine ehrenwerte, aber nicht unbedingt realistische Annahme.

Wenn man von diesen Mängeln abstrahiert, ist dies dennoch einer der bemerkenswerten Bände der SZ-Reihe. Jeder, der - wie ich - in den 80ern in Mannheim gelebt hat, wird allein schon durch die Mannemer Atmosphäre gefesselt. Selb durchläuft alle üblichen Stationen und Anlaufpunkte der städtischen Kultur- und Kneipenszene dieser Zeit - und man nimmt teil, als wäre man selber wieder dabei. Die Personen sind allesamt wie aus dem richtigen Leben gegriffen (auch wenn die alten Männer ein wenig zu viril scheinen), die Dialoge treffen exakt den Punkt.

Dazu kommt ein wenig Lebens- und Freundschaftsphilosophie der gehobenen Art. In den besten Szenen des ersten Drittels erreicht der Roman fast das Niveau der Basel-Krimis Hansjörg Schneiders.

Auch wenn zum Schluss ein paar kleinere Längen auftreten, ist man nie versucht, ein paar Seiten auszulassen, wie einem dies bei anderen Bänden der Reihe geschieht. Dazu ist Schlink einfach ein zu begnadeter Erzähler. Die Geschichte und die Persönlichkeit Selbs vermögen bis zum Schluss zu fesseln.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detektivstory made in Germany, 22. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Privatdetektiv Gerhard Selb bekommt von seinem Schwager, dem Manager eines großen Chemieunternehmens, den Auftrag, einen Hacker zu überführen, der in das Betriebssystem eingedrungen ist. Diese Aufgabe löst Selb mit Bravour, doch plötzlich wird der Schuldige umgebracht. Da bittet die schöne Freundin des Toten Selb um Hilfe – und der kann natürlich nicht widerstehen. Bei den Nachforschungen muss er auch fleißig seine grauen Zellen anstrengen, da sie ihn geradewegs in seine eigene Vergangenheit als Staatsanwalt während des Dritten Reiches führen.

Auch wenn die Story einige Schwachpunkte hat und an manchen Stellen unglaubhaft erscheint, ist es ein klasse Buch, weil…

… Gerhard Selb der etwas andere, eben ein deutscher, Privatdetektiv ist und man sich nicht an amerikanische Storys erinnert fühlt.

… die so genannten Bösen und auch die sonstigen Charaktere wirklich grandios charakterisiert werden.

… die Ausflüge in das Privatleben des Ermittlers allesamt mit dem Fall zu tun haben.

… der Roman generell ein interessantes und vor allem hochaktuelles Themengebiet anspricht: Ist unsere Abhängigkeit von Computer und Internet sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Leben nicht schon viel zu groß? Sind wir nicht viel zu leicht zu manipulieren?

… das Ende zum Nachdenken anregt.

… weil ohne moralische Keule gearbeitet wird und der Leser selbst entscheiden darf, was er dazu meint.

… weil die sprachliche Gestaltung alle Erwartungen an einen Krimi übertrifft.

Fazit: Sollte man sich zu Gemüte führen (5 Sterne).
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannender Krimi mit Gegenwarts- und Vergangenheitsbezug, 29. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Der Privatdetektiv Selb erhält einen Auftrag von den Rheinischen Chemiewerken (RCW) in Ludwigshafen. Das riesige Unternehmen hat Probleme mit der Computersicherheit und möchte, dass Selb die Lücken im System ausfindig macht. Über seine Ermittlungen kommt er einer ganz alten Geschichte auf die Spur, die ihren Ursprung in der NS-Zeit hat. Dabei wird Selb auch mit seiner eigenen Vergangenheit als junger Assessor bei der Staatsanwaltschaft in den Jahren '43 bis '45 konfrontiert. Selb glaubt, dass er seine Vergangenheit im Griff hat. Er hat sich ein festes Gerüst aus Moral, Ethik und Prinzipien aufgebaut, von dem er mit seinen fast 70 glaubt, dass es nicht mehr erschüttert werden könnte. Immerhin war es sein Sinn für Gerechtigkeit und Recht, der ihn Jura hat studieren lassen. Mit Selb haben die Autoren Schlink und Popp eine wunderbare Detektivfigur geschaffen. Gerissen, moralisierend, philosophierend und mit den Tücken des Alltags kämpfend hat er seinen Humor (oder ist doch schon zynisch?) nicht verloren. Für mich stellt er eine Mischung aus Mankells Kommissar Wallander und MacDonalds Travis McGee dar. Die Geschichte ist ein fesselnder Krimi und hat gerade heute wieder wegen der Diskussion um die Wiedergutmachung für die Zwangsarbeiter einen ganz aktuellen Bezug.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Krimikost aus deutschen Landen, 30. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Ich bin zwar kein ausgesprochener Krimifreund, habe es aber immer, wenn ich einen guten Mankell oder Camilleri gelesen hatte, bedauert, bislang keinen deutschen Krimi gefunden zu haben, der mich wirklich interessierte. Als mir dann dieses Buch in die Hände viel, war dann mein Interesse groß. Bernhard Schlinks Buch „Der Vorleser" hatte ich schon als außerordentlich gut empfunden. Diese dadurch hervorgerufene, recht hohe Erwartungshaltung wurde bei der Lektüre dieses Buches nicht enttäuscht. Zwar ist den Autoren nicht der ganz große Wurf gelungen (d.h. mit Marlowe oder Maigret kann Selb meiner Meinung nach und entgegen der Meinung der Wochenpresse aus Wien nicht mithalten) aber es ist doch ein deutlich überdurchschnittliches Werk.
Die für mich maßgeblichen Elemente eines Krimis - Spannung, glaubwürdige Charaktere und ein Blick in die Gesellschaft - sind enthalten und gut miteinander verwoben. Auch sprachlich ist dieses Buch gut gelungen, allerdings werden die vielen Andeutungen und Wortspielereinen vielen Übersetzern das Leben schwer machen, so dieses Buch denn übersetzt wird..
Der Hauptcharakter, der 68 jährige Detektiv Selb ist recht glaubhaft, eventuell ebenso wie sein Freund Phillip etwas stark auf Frauen fixiert. Die Handlung ist in drei Teile unterteilt, die jeder für sich einen Fall beinhalten, jedoch alle miteinander zusammenhängen. Alle drei Fälle werden originell und einfühlsam gelöst. Die insgesamt 65 Kapitel auf weniger als 350 Seiten (Taschenbuchausgabe Diogenes) zerstückeln nicht die Handlung, wie ich es ursprünglich befürchtet hatte. Der gesellschaftliche Bezug findet auf zwei Ebenen statt: 1. Historisch, d.h. der Bezug zur NS-Zeit, welcher von den Autoren zu geschickt und schlicht vorgetragen wird, um abgegriffen zu wirken 2. Heute, was in dem Buch heißt die zweite Hälfte der 80iger Jahre. Hauptthema ist auf dieser Ebene die Umweltverschmutzung und das Verhältnis Großunternehmen und Staat/Kommune. Auch diese zweite Ebene hat für mich schon fast einen historischen Charakter, die Thematik bleibt allerdings aktuell.
Insgesamt hat die Lektüre dieses ersten Bandes mir genügend Lesevergnügen bereitet, dass ich mich auf die nachfolgenden Bände einlassen werde
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kriminalliteratur um Schuld, Vertuschung und Sühne / HÖRBUCHREZENSION!, 23. März 2011
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Audio CD)
Erstklassige Kriminalliteratur und Unterhaltung garantiert das Diogenes Hörbuch SELBS JUSTIZ von Bernhard Schlink, denn es vermengt gekonnt die Atmosphäre eines Privatdetektivs mit Schuld und Verantwortung von Taten im 3. Reich, den Mächtigen aus der Deutschen Wirtschaft und ein wenig Traurigkeit wenn Weihnachtsfeste oder fehlende Familie wieder einmal in den Suff führen. Mit SELBS JUSTIZ ist ein angenehmes, spannendes und unterhaltsames Stück Kriminalliteratur als Hörbuch erschienen das zudem die ihm innewohnende Intelligenz immer wieder schalkhaft durchblicken lässt. Ohne anklagend zu wirken oder zu sein hört man den Tätern und Opfern zu, macht sich seine eigenen Gedanken und freut sich wenn Privatdetektiv Selb eine Zigarette raucht oder ein Gläschen Sambuca kippt.

Um was geht es? Eine Tat des jetzigen Privatdetektivs als schneidiger und brillanter NS Staatsanwalt zieht sich wie ein roter Faden durch das Hörbuch und wir dürfen miterleben wie Gewissensbisse und Verantwortungsbewusstsein klar erkennbar und zum richtigen Handeln führen.

Doch wir sehen auch die Mächtigen in der Deutschen Wirtschaft, die manipulieren und die Fäden ziehen und sich um Ethik und Moral nicht scheren, außer es dient dem Ziel.

Wer bringt da das Computersystem eines Konzerns durcheinander und warum? Warum und mit was wird der Firmenchef erpresst? Wieso musste ein Forscher streben, während ein andere entkommen konnte. Doch die alles entscheidende Aussage ist immer wieder warum Selb so schön als Seelchen" tituliert wird - darf man kein Gewissen haben?

Nicht die Manipulation an sich scheint negativ, sondern es die Manipulierten wissen zu lassen das man sie manipuliert hat.

Ein tolles Hörbuch eingelesen von Hans Korte dessen leicht rauchige und sonore Stimme bestens zu dem Sambuca und Zigarette rauchenden Privatdetektiv Selb passt.

Mit dem Hörbuch SELBS JUSTIZ von Bernhard Schlink ist ein wunderbares und hörenswertes Hörbuch zum Thema Kriminalliteratur erschienen, mir persönlich haben die 488 Minuten auf 7 CDs mehr als nur Freude gemacht - es war eine Form von leichtem Geschichtsunterricht mit der Aussicht auf eine geglückte Selbstreflexion.

Empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Selbs Justiz, 16. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Gerhard Selb ist Privatdetektiv und hat scheinbar seine besten Jahre hinter sich. Er bekommt Aufträge, wie sie jeder Privatdetektiv bekommt, Observationen, Nachforschungen für Versicherungen etc., bis eines Tages sein alter Freund Korten auf der Bildfläche auftaucht. Korten ist Generaldirektor eines großen Chemie-Werkes und bittet Selb Nachforschungen anzustellen, weil in seinem Unternehmen ein dubiöser Saboteur sein Unwesen treibt.

Selb beginnt mit den Nachforschungen und gerät tiefer in eine Welt voller Koruption und Skrupellosigkeit. Er steht vor einem Weg, der wohlmöglich mehr mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun hat, als ein Freund, der ihm einen Auftrag erteilt hat!

Bernhard Schlinks Auftakt der kriminalistischen Romane ist ein Erfolg. Er beschreibt detailgetreu und mit einer gewissen Komik, wodurch die Protagonisten einem nicht mehr wie bloße Buchstaben vorkommen, sondern wahrhaftig vor dem geistigen Auge Gestalt annehmen.

Auch wie Der Vorleser (Diogenes Taschenbuch, 22953) befasst sich dieses Buch mit der Schattenseite der deutschen Geschichte und bringt einen mehr zum Nachdenken, als man es SELBst vielleicht für möglich hält.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht ganz überzeugend, 2. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Bislang bestand mein einziger Berührungspunkt mit Bernhard Schlink in seinem zusammen mit Bodo Pieroth veröffentlichen Lehrbuchklassiker, doch auch durch das Werben eines Professors wollte ich einmal den Belletristiker Schlink kennen lernen. Nach der Lektüre von "Selbs Justiz" bin ich ob der fast ausschließlich positiven Bewertungen aber ein wenig erstaunt. Mich hat dieser Roman keineswegs so sehr überzeugt.

Einerseits präsentieren sich einige Textpassagen als hölzern und sorgen nicht gerade für ein flüssiges Lesevergnügen, andererseits ist es vor allem die Darstellung des Protagonisten, für die ich mich nicht begeistern konnte. Der 68-jährige Privatdetektiv Gerhard Selb tritt in vielen Szenen als James-Bond-Kopie in Erscheinung, wenn er - der des Öfteren von Rheuma gezeichnet ist - in alkoholisiertem Zustand zwei Wachmännern samt Schäferhund im Laufduell entwischt und sich mit einem Sprung in den eiskalten Rhein rettet oder mit deutlich jüngeren, gar nicht mal unattraktiven Frauen anbändelt.

Die hinter der Geschichte stehende Grundidee dagegen ist durchaus spannend, werden doch nach und nach Verknüpfungen der Führungsetage eines großen Industriebetriebs zur NS-Diktatur und ein damit verbundenes perfides Spiel um Macht und Ansehen aufgedeckt. Leider basiert die Aufklärung dieses Falls aber auf zu vielen Zufällen und wirkt daher arg konstruiert (wie z.B. die persönliche Verbindung zwischen Selb und dem Direktor des Industriebetriebs, seinem Schwager Korthen).

Aufgrund des interessanten Hintergrunds und des gut ausgestalteten Abschlusses sowie einiger niveauvoller humoristischer Passagen, ist Schlinks "Selbs Justiz" aber trotz aller Schwächen ein ordentlicher Roman, aber eben kein Topwerk!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen guter Krimi gepaart mit Zeitgeschichte, 13. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Die Krimanalgeschichte nicht überwältigend, aber sauber recherchiert und glaubwürdig erzählt. Die Charaktere schön gezeichnet, der 68-jährige Hauptdarsteller ausgesprochen sympathisch mit seinen Unzulänglichkeiten und kleinen Schnurren. Was dem Buch aber den Pfiff gibt, ist die Verwebung der Kriminalgeschichte mit der NS-Vergangenheit des Hauptdarstellers. Diese wird nüchtern erzählt, ohne dramatische (späte) Rechtfertigungs- und Aufarbeitungsversuche. Es ist die Geschichte des gealterten Detektivs, der in jungen Jahren als Staatsanwalt im NS-Regime „mehrere Todesurteile gefordert und auch erhalten hat". Man kann die distanzierte Betroffenheit des 68-jährigen spürbar und glaubhaft miterleben.
Ein guter Krimi gepaart mit der einem betroffenmachenden Stück Zeitgeschichte -ein großartiges Buch.
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Selbs Justiz
Selbs Justiz von Walter Popp (Taschenbuch - 1987)
EUR 10,90
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