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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe in Zeiten der Cholera
In William Somerset Maughams Roman "Der bunte Schleier" (engl. "The Painted Veil") aus dem Jahr 1925 geht es um Liebe, Tod und den Sinn des Lebens. Kitty Garstin, die verwöhnte und oberflächliche Tochter eines Juristen, kommt in Torschlusspanik, als ihre jüngere Schwester noch vor ihr heiratet. Folglich schnappt sie sich den erstbesten Mann, den...
Veröffentlicht am 31. August 2006 von zueribueb

versus
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2.0 von 5 Sternen In der ersten Reihe zweitklassiger Autoren?
Dieser 1925 erschienene Roman des britischen Schriftstellers folgte zehn Jahre nach seinem oft als sein bestes Werk bezeichneten Buch «Der Menschen Hörigkeit». Mit vielen Millionen verkauften Büchern war der auch als Theaterautor bekannte William Somerset Maugham einer der erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit, seinem ja auch nicht gerade erfolglosen...
Vor 15 Monaten von Borux veröffentlicht


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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe in Zeiten der Cholera, 31. August 2006
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
In William Somerset Maughams Roman "Der bunte Schleier" (engl. "The Painted Veil") aus dem Jahr 1925 geht es um Liebe, Tod und den Sinn des Lebens. Kitty Garstin, die verwöhnte und oberflächliche Tochter eines Juristen, kommt in Torschlusspanik, als ihre jüngere Schwester noch vor ihr heiratet. Folglich schnappt sie sich den erstbesten Mann, den Bakteriologen Walter Fane, den sie in keiner Weise liebt. Mit diesem zieht sie in die britische Kronkolonie Hongkong, wobei beide in völlig verschiedenen Welten leben. Kitty, die Gesellschaftsdame, und Walter, der langweilige und arbeitsame Wissenschaftler. Der Konflikt kommt erst zur Explosion, als sie mit dem zweiten Kolonialsekretär Charles Townsend eine Affäre beginnt. Erst nach Beendigung dieser Liaison und als Kitty ihrem Ehemann in die chinesische Provinz gefolgt ist, um die Cholera-Epidemie zu bekämpfen, erkennt sie langsam die wahren Werte des Lebens.

Maugham erzählt in seinem Roman eine packende emotionale Geschichte, in der die Protagonisten grundlegende existenzielle Konflikte zu bewältigen haben. Darum ist es nicht erstaunlich, dass das Buch schon mehrmals verfilmt worden ist, 1934 mit Greta Garbo und 2006 mit Naomi Watts in der Hauptrolle.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen meisterhafter Erzählstil, 16. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
W. Somerset Maugham gehört seit vielen Jahren zu einem meiner Lieblingsautoren.
Den bunten Schleier habe ich schon mehrmals mit Begeisterung gelesen.
Warum?
Der Roman ist spritzig geschrieben, die Charaktere sind lebendig gestaltet und die Entwicklung der Handlung ist auf das Wesentliche reduziert und trotzdem wird so viel psychologische Tiefe vermittelt.
Das kann nur ein Meister seines Faches!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wandlung einer oberflächlichen Frau, 27. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Eine oberflächliche, unselbstständige und nur auf Vergnügungen abzielende junge Frau, findet erst inmitten einer Choleraepidemie heraus, was es bedeutet zu leben und zu lieben.

William Somerset Maugham (1874-1965) ist in seiner Tätigkeit als Agent für den britischen Geheimdienst während des ersten Weltkrieges viel gereist. Diese Erfahrungen hat er in einigen seiner Bücher niedergeschrieben. Seine Reiseleidenschaft hat der studierte Arzt und Schriftsteller auch nach dem Krieg beibehalten.Viele seiner Romane und Kurzgeschichten spielen in Englischen Kolonien.
In "Der bunte Schleier" erzählt W. Somerset Maugham von der fünfundzwanzigjährigen Kitty Garstin, die das gesellschaftliche Leben in der Londoner Society genießt, bis die dominante Mutter sie zu einer Heirat drängt. In die Enge gedrängt, heiratet sie schließlich den Bakteriologen Walter Fane und geht mit ihm nach China. Doch es ist von Anfang an eine unglückliche Ehe für sie. "Sie konnte nichts dafür, dass sie ihn nicht liebte." Während er sich um sie bemüht, beginnt sie eine Affäre. Doch ihr Ehemann kommt dahinter und ihr bleibt nichts anderes übrig, als ihn in Gebiet zu folgen, indem die Cholera ausgebrochen ist. War ihr Eheleben vorher schon eine Qual für sie, wird es hier nun noch schlimmer, da ihr Mann kaum mehr mit ihr spricht und sie das Haus nicht verlässt. Doch eines Tages traut sie sich, sieht die Toten auf der Straße und das harte Leben der Nonne. "Ihr war, als würde der Vorhang einen Augenblick gelüftet und sie täte einen Blick in eine Welt, reich an Farbe und Bedeutung, die sie sich nie hätte träumen lassen." Sie beginnt allmählich zu begreifen, dass ihr Leben ein selbstsüchtiges Trachten war und ihre Einstellung zum Leben verändert sich. "Ist es nicht bedauernswert, dass die Menschen, die nur so kurze Zeit in einer Welt voller Leiden leben, einander solche Qualen bereiten?" Doch dann geschieht etwas, das ihr Leben noch einmal durcheinanderbringt und sie nun zwingt eine Entscheidung zu treffen.
Die Geschichte fesselt von der ersten Seite an. W. Somerset Maugham versteht es seinen Romanfiguren Leben einzuhauchen und sie glaubwürdig darzustellen. Von dem blassen, schüchternen Ehemann, der fröhlichen Nonne bis zur Wandlung der egoistischen und oberflächlichen Kitty. Der Autor verbindet diese Wandlung und das Leben der anderen Darsteller mit den Lehren des chinesischen Konfuzianismus. "Tao. Manche von uns suchen den 'Weg' im Opium und manche in Gott, manche im Whiskey und manche in der Liebe." Die Geschichte vermag auch heute noch zu fesseln und sie wurde bereits mehrfach verfilmt. Zuletzt im Jahre 2006 mit Edward Norton als Walter Fane und Naomi Watts als Kitty.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bleibt einen Hauch hinter dem Film zurück, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Ich habe oft Probleme mit Büchern, die ich lese, nachdem ich den Film gesehen habe. Hier war das absolut nicht der Fall, denn der Film hat das Buch sehr genau umgesetzt und bis auf den Schluss folgt er ziemlich genau der Vorgabe des Romans.

Die Handlung der Geschichte, zu der Maugham durch Verse von Dante angeregt wurde, berührt einen zutiefst und ist, obwohl sie im Jahr 1925 erschien und die Gesellschaft sich seither sehr gewandelt hat, mehr als aktuell, was das Innenleben der Hauptperson Kitty anbelangt. Um ehrlich zu sein wundere ich mich fast, wie ein Mann die Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau so einfühlsam wiedergeben kann.

Kein Schritt von Kitty lässt sich nicht nachvollziehen, jede Gefühlsregung konnte ich nachfühlen und trotz - oder gerade wegen - ihrer vielen Charakterschwächen, kann man sich gut in sie hineinversetzen. Durch die personale Erzählperspektive bekommen ihre Gedanken noch stärkeres Gewicht, gleichzeitig bleiben die anderen Charaktere immer ein wenig verschwommen, da man sie nur aus Kittys Sicht betrachten kann. Dennoch kann man auch das Verhalten von Walter sehr gut verstehen und man leidet förmlich mit und spürt den tiefen Schmerz und den Frust, den er empfindet. Es zerreißt einen fast, wie festgefahren die Situation ist und man möchte beide schütteln und bitten, sich zusammenzureißen.

Ich muss aber zugeben, dass mir der Mittelteil im Film besser gefällt, als im Buch, wo der Riss zwischen Kitty und Walter nie ganz verheilt. Zum einen finde ich die Idee, dass Gefahr und andere Lebensumstände zwei Menschen wieder zusammenbringen können, nicht ganz abwegig und habe im während dem Lesen immer auf liebevolle Regungen von Seiten Kittys gewartet. Doch auch so tritt die Entwicklung von Kitty deutlich hervor, der Reifeprozess, den sie durchlebt. Außerdem wird im Film mit aller Macht nach einer Möglichkeit gesucht, die Cholera einzudämmen und Walter lässt schließlich eine Art Aquädukt bauen, um frisches Wasser ins Dorf zu leiten. Ich vergebe daher nur 4 Sterne für dieses außergewöhnliche Buch und es tut mir leid, dass der Film ihm die volle Punktzahl streitig gemacht hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starker Plot, nicht ganz perfekt ausgeführt, 24. August 2012
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
In dem Roman aus dem Jahr 1925 geht es um eine junge Dame. Kitty, aus der gehobenen Mittelschicht, die einen nicht wirklich geliebten wissenschaftlich tätigen Arzt/Biologen heiratet, um überhaupt verheiratet zu sein, nachdem sie sich wegen ihrer speziellen Art für niemand vorher entscheiden konnte. Als er als Arzt und Wissenschaftler in die britische Kolonie Hongkong geht, geht sie mit und beginnt dort eine Affäre mit einem älteren, verheiratet Diplomaten mit starken Charme-Qualitäten. Die Affäre wird für sie zur Liebe und sie will sich scheiden lassen. Zur gleichen Zeit erklärt sich ihr Mann bereit, in eine von Cholera betroffenes Gebiet als Arzt zu gehen und möchte, dass sie mitgeht. Sie denkt, dass er dies tut, damit sie sich dort ansteckt und stirbt...

Der Grundplot des enttäuschten Ehemannes, der auf diese Art und Weise mit dem Leben der Frau spielt, die er liebt, an der er sich aber auch rächen will, ist ein sehr starker und existentieller. Er ist packend und berührt, führt in die tieferen Schichten menschlicher Existenz. Dies wird dadurch ergänzt, dass die beiden Charaktere für grundlegende Archetypen von Mensch-Sein stehen. Sie ist die eher den hellen, oberflächlichen Seiten zugewandte, etwas hochnäsige Tochter aus (eigentlich nicht ganz so) gutem Hause; er der nüchteren, ehrliche, arbeitsame Wissenschaftler, der weniger sich selbst bespiegelt als sich um seinen Nutzen für die Welt sorgt. In Gedanken Kittys, Begegnungen und Gesprächen (die Geschichte wird fast ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt) wird dieser Gegensatz herausgearbeitet und oft viel Einfühlungsvermögen, Präzision und einiger Weisheit beschrieben; im Laufe der Geschichte auch die Art, wie sie sich selber hinterfragt. Also eine starke Geschichte, die an allerlei Punkten auch sehr ergreifend und weise ist.

Trotzdem nur vier Sterne, weil sie diese Qualität nicht ganz durchhält. Die ein oder andere Betrachtung wird mal zu oberflächlich oder simpel oder wirkt nicht griffig genug. An manchen Stellen wird nicht die erzählerische Tiefe erreicht, die man sich nach der Exposition einer Szene erwarten würde. Zu Beginn des Romans wird zudem die Vorgeschichte vor der Ehe und Kitty's Charakter zu ausführlich, etwas oberfläch und repetitiv beschrieben. Auch das Ende überzeugt mich nicht.

Fazit: Ein ordentlicher Roman, des Lesens definitiv wert. Er hätte aber besser sein können; ein Meisterwerk vielleicht gar. Maugham hätte - so denke ich - die Fähigkeiten dazu gehabt, aber er hat es nicht realisieren können.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich ein schwächeres Buch eines zweitklassigen Autors???, 13. Februar 2011
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Maugham zeichnet in diesem Roman den Weg einer jungen Engländerin nach, die einen Arzt heiratet, dem sie nach China folgt. Dort begeht sie einen folgenschweren Fehler, der maßgeblichen Einfluss auf ihr weiteres Leben und ihre persönliche Entwicklung nimmt. Es geht um ein Thema, welches heute von gleicher Aktualität ist wie zu jeder anderen Zeit. Umso mehr stellt sich die Frage, warum Maugham - meiner Meinung nach zu Unrecht - heute kaum noch gelesen wird.

Die Sprache ist durchweg angenehm und gefällig zu lesen, weder zu sperrig noch zu seicht. Maugham verfügt über einen großen Wortschatz, was vor allem bei der Lektüre des englischen Originals deutlich wird. Die Dialoge werden den jeweiligen Situationen gerecht und vermitteln die gerade vorherrschende Stimmung gut und nachvollziehbar. Die Entwicklung und Reifung des Hauptcharakters (Kitty) ist im Wesentlichen stimmig, wobei ich nicht alle ihre Vorgehensweisen nach ihrer Rückkehr aus Mai-tan-fu nachvollziehbar und glaubwürdig finde. Diese Ausführung sagt möglicherweise etwas über das Frauenbild des Autors aus.

Ich wurde durch die Verfilmung des Romans mit Naomi Watts und Edward Norton zur Lektüre dieses Buches inspiriert. Obwohl der Film - der mir sehr gefiel - in einem wesentlichen Punkt von der Romanvorlage abweicht (ich vermute, diese Änderung ist dem Geschmack des amerikanischen Publikums geschuldet), wurde ich durch das Buch nicht enttäuscht.

Maugham (1874 - 1965) hat sich selbst immer als einen der besseren zweitrangigen Literaten seiner Ära bezeichnet. Wenn man sich die Liste seiner Zeitgenossen vor Augen führt, ist klar, warum. In den wenigen verfügbaren Rezensionen zu diesem Buch sowie den Erwähnungen in literaturgeschichtlichen Veröffentlichungen wird dieser Roman immer als eines seiner schlechteren Werke benannt. Wenn ich das bedenke, komme ich für mich zu dem Schluss, dass Maugham vielleicht doch etwas zum Understatement neigte. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von ihm lesen.
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5.0 von 5 Sternen Super Buch, 8. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Ich habe es nicht gelesen :-) . Es war ja auch für meine Mutter und sie ist restlos begeistert. Aber das ist ja alles von diesem Schriftsteller.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kitty hat keine Wahl, 17. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Kitty heiratet einen Arzt, Dr. Walter Fane. Den sie nicht liebt, kaum kennt. Bloß weg von ihrer Mutter, die ihr das Leben vergällt hatte. Aus beruflichen Gründen geht ihr Mann nach China. Kitty liebt dort zum ersten Mal - den Beamten Charlie Townsend. Dieser gutaussehende Charmeur setzt jedoch ihr Leben aufs Spiel, als er sich nicht für sie scheiden lässt. Sie muss also mit Walter in ein Cholera-Gebiet ziehen, der sich dorthin zum Einsatz gemeldet hat. Kitty, die sich bisher nicht einmal für den Beruf ihres Mannes interessiert hat, lernt in diesen Tagen, die für sie zuerst nur Angst und Langeweile bedeutet haben, ihren Mann zu schätzen, und versucht, ich ihm anzunähern. Lieben kann sie ihn nicht, aber sie hat Mitgefühl. Walter stirbt, Kitty keht zurück und erliegt bald wieder den Avancen von Charlie. Die Zeit im Epidiemie-Gebiet ist nicht spurlos an ihr vorüber gegangen, sie ist gereift, verlässt Charlie, aber vergessen wird sie ihn wohl nie.

Der Roman ist vor allem wegen der subtilen Ausarbeitung von Kittys persönlicher Entwicklung lesenswert. Bei jeder neuen Lebensentscheidung, vor der sie steht, fragt man sich: Hätte sie sich auch anders verhalten können? Schnell ist die Antwort da: Nein. Zweimal kann man sagen: ja. Doch man gönnt ihr die Liebe zu dem verheirateten Charlie.
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5.0 von 5 Sternen Wunderbar!, 4. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Große Literatur. Die Art und Weise wie es geschrieben ist und die wiederkehrenden Metaphern die so unglaublich gut viele Situationen und Gefühle im Leben beschreibt.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen In der ersten Reihe zweitklassiger Autoren?, 14. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Der bunte Schleier (Taschenbuch)
Dieser 1925 erschienene Roman des britischen Schriftstellers folgte zehn Jahre nach seinem oft als sein bestes Werk bezeichneten Buch «Der Menschen Hörigkeit». Mit vielen Millionen verkauften Büchern war der auch als Theaterautor bekannte William Somerset Maugham einer der erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit, seinem ja auch nicht gerade erfolglosen Zeitgenossen Thomas Mann einiges voraus damit. Dass er sich selbst als zweitklassig sah, «in the very first row of second class writers», wie er das ziemlich sarkastisch, very british eben, selbst ausdrückte, steht nicht im Widerspruch zum Erfolg, denn hohe Auflagen sind und waren noch nie ein echtes Qualitätsmerkmal der Literatur. Dieser Selbsteinschätzung des Autors kann ich für «Der bunte Schleier» nur zustimmen, der Roman gehört wirklich nicht in die Kategorie literarisch hochstehender Werke. Was mich doch einigermaßen überrascht hat, denn die Lektüre des dem Alterswerk zuzurechnenden Romans «Auf Messers Schneide» habe ich als recht erfreulich in Erinnerung. Das als Titel für meine Rezension herangezogene generalisierendes Zitat des Autors über seinen literarischen Rang habe ich deshalb vorsorglich mal mit einem Fragezeichen versehen.

Doch nun zu «Der bunte Schleier», eine Erzählung, die, wen wundert's bei einem so weitgereisten Autor, nicht nur im Mutterland, sondern auch im kolonialen Außenbereich des britischen Empire spielt, in China. Erzählt wird die Geschichte einer schönen jungen Frau, die abweisend und hochmütig beinahe den richtigen Zeitpunkt zum Heiraten verpasst und dann in Panik kurz entschlossen dem Nächstbesten ihr Jawort gibt. Dabei gerät Kitty ausgerechnet an einen sterbenslangweiligen, merkwürdig gehemmten Bakteriologen, der sie vergöttert, für den sie aber rein gar nichts empfindet. Und es kommt, wie es kommen muss, sie hat eine leidenschaftliche Affäre, die nicht unentdeckt bleibt. Ihr Mann zwingt sie zur Entscheidung, der Liebhaber jedoch erweist sich als Feigling, und so folgt sie todunglücklich ihrem Mann, der in der chinesischen Provinz bei der Bekämpfung einer Cholera-Epidemie helfen will. In dieser fremden Welt reift die oberflächliche Frau, und ihre Wandelung bringt sie erstmals auch ihrem Mann näher. Ein klassischer Entwicklungsroman mithin, in dem Maugham als studierter Arzt seine medizinischen Kenntnisse ebenso einbringt wie seine Erfahrungen als viel gereister Geheimagent des britischen MI6 im Ersten Weltkrieg.

Es geht um die Liebe, den Sinn des Lebens und den Tod, um emotionale Konflikte und essentielle Lebenskrisen in diesem Roman, der, wie viele andere dieses Autors auch, schon mehrfach verfilmt wurde. Man kann ihn als interessante Charakterstudie sehen, in der die Heldin zusehends reift und als Mensch an innerer Stärke gewinnt, Profil bekommt. Sprachlich gehört der Roman zu den sehr flüssig zu lesenden Büchern, ohne deshalb seicht zu sein, leider wird er allerdings auch nicht gerade amüsant und leichtfüßig erzählt. Die Dialoge sind stimmig und oft überraschend prägnant, was ich als eine sehr erfreuliche Facette dieses Romans empfunden habe, und auch der Plot ist immer nachvollziehbar, mit seinen unerwarteten Wendungen zuweilen sogar spannend.

Die klug konstruierte Geschichte erweist sich im Rückblick aber nicht gerade als anregend, wird sie doch so umfassend und in allen ihren Aspekten abgehandelt, dass der Fantasie des Lesers kaum noch Spielraum bleibt zum Sinnieren und Weiterdenken. Und so wirkt die Lektüre auch nicht nach, wenn man das Buch ausgelesen hat, man kann sofort ein neues beginnen. Was ja eigentlich schade ist! Denn wie beim Wein den sogenannten Abgang, die Gaumenfreude am Nachgeschmack also, wenn die Flüssigkeit bereits die Kehle passiert hat, so schätze ich bei der Lektüre die Gedanken, die sich einem unwillkürlich aufdrängen und das Hirn noch lange beschäftigen, wenn man ein Buch längst weggelegt hat.
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Der bunte Schleier
Der bunte Schleier von W Somerset Maugham (Taschenbuch - Dezember 2005)
EUR 10,90
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