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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
gruselige urlaubsbekanntschaft,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
von wegen, das buch hat keine pointe: unausweichlich steuert die handlung von der ersten seite an auf ein grausiges finale zu. der roman ist wundervoll durchkomponiert und strukturiert ' mc ewan verliert kein wort zuviel.zur handlung: colin und mary, ein nicht mehr ganz junges paar, haken in venedig das obligatorische touristenprogramm ab. eines nachts treffen sie den netten,aber etwas aufdringlichen robert, der verspricht, ihnen ein noch geöffnetes restaurant zu zeigen. das unheil nimmt seinen lauf, weil colin und mary an ihren höflichen umgangsformen festhalten und darum den immer unangenehmer werdenden robert nicht loswerden können. in ihrer hilflosigkeit ähneln sie fliegen, die im spinnennetz zappeln und es noch nicht einmal merken. auch dem leser erschliesst sich erst zum schluss, was eigentlich los ist. colin und mary finden ihre spiegelung ins extreme gesteigert in robert und caroline, die in ihrer leidenschaft vor nichts zurückschrecken. zwangsläufig mündet deren sexuelle obsession in den tod ' entweder den eigenen oder den eines anderen. "der trost von fremden" ist eines der beklemmendsten bücher, die ich bisher gelesen habe, in einer reihe mit "gesang der insekten" und "himmel über der wüste" von paul bowles. das buch hat mich regelrecht schockiert. sobald ich es gelesen hatte, habe ich wieder von vorne angefangen, um mich zu vergewissern, ob da tatsächlich steht, was ich gelesen habe. höchst empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kein Thriller, viel mehr...,
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Über die Handlung wurde schon in den anderen Rezensionen ausführlich berichtet. Diese (Thriller-) Handlung ist jedoch nur vordergründig und absichtlich(!) nicht schlüssig.Schlüssig wird sie erst, wenn man den Roman in seiner wirklichen Konzeption nämlich als Psychogramm eines Beziehungsgeflechts liest. Genauer gesagt, Ian McEwan schildert, wie Mary mittels Traumgebilde langsam erkennt, dass ihre Beziehung zu Colin gescheitert ist. Mary wird sich dessen aber erst im Verlauf des Aufenthalts bewusst, indem das Unterbewusstsein diese "Hirn-gespinste" in ihre Tag- und Schlafträume einwebt und sie Colin psychologisch gesehen "tötet" also in der "Realität" die Beziehung beendet. Der Roman ist wie ein Spinnennetz gewebt, in dessen Zentrum diese psychologische Tötung Colins steht also das (Beziehungs-) Netz zerschnitten wird. Ein englisches Paar verbringt den Sommerurlaub in Venedig. Ihre Beziehung ist nach 7 Jahren nicht mehr frisch und es kriselt. Sie gestalten ihre Tage mit sightseeing, schlafen, Alkohol und dem rauchen von Marihuana. Durch diesen fatalen Mix verlieren sie sich immer wieder in heftige Alpträume und Phantasien, die sie sich anfänglich noch gegenseitig erzählen und mit denen sie in ihrer eingefahrenen Beziehung sogar für kurze Zeit neuen Schwung bringen. Anfänglich ist es noch möglich, den Moment des Wachzustandes und den Übergang in den Traumzustand zu unterscheiden indem der Autor dies benennt. (S23; Sie schlafwandelte von einem Augenblick zum nächsten, und ganze Monate glitten erinnerungslos vorüber, ohne die mindeste Spur ihres bewussten Willens zu tragen.) Jedoch wird es im Verlauf des Romans immer schwieriger zwischen "Realität" und Traum zu unterscheiden. Dem Leser ergeht es hierbei wie Mary. Genau aus dieser Situation bezieht der Roman dann auch seine Spannung und aus der Psychologie, die sich wie ein roter Faden (Spinnfäden, die Mary webt) durch den ganzen Plot ziehen. In der Phantasie tauchen die Alter Ego von Mary und Colin auf nämlich Caroline und Robert. Es vermengen sich tatsächlich erlebtes mit dem geträumten und auch zeitliche Abläufe kommen durcheinander. Verknüpfen sich mit Kindheitserinnerungen, Schuldgefühlen, Ängsten, Erwartungen usw. Das ist dann auch die große Stärke des Romans. Jedes Detail spiegelt sich irgendwo im bereits vorigen Kapitel oder danach oder anders gesagt, es werden Spinnfäden vom Traumzustand in den Wachzustand/ Wirklichkeit und umgekehrt gezogen, die das Geschehen des Tages, in einem Traum verarbeiten, dabei allerdings verzerrt und abstrahieren. Z.B. der "reale" Duschvorhang des Hotelzimmers taucht dann als "vergilbter Streifen eines Plastikvorhangs" im Eingang von Roberts Bar auf und der süßliche Geruch des Marihuana-Rauchs als süßliches Parfüm von Robert. Auch die wichtigen Schlüsselszenen S59 ; ein kleines Mädchen, das beim spielen auf der Straße Colin einen Tennisball in die Magengrube wirft, wird umgewandelt in einen Faustschlag, den Robert Colin unvermittelt und grundlos in den Magen drischt. (Hier wird die Unschlüssigkeit der vordergründigen Handlung sehr deutlich) Die Metaphern sind in gewohnter Ian McEwan Manier treffend und zahlreich eingearbeitet. So z.B. Mary, die Plätze diagonal überquert, die Arme verschränkt, langsam u. stetig (wie eine Spinne, die ihre Fäden zieht;S26). Die Koffer, die am Anfang im Hotelzimmer rumstehen und vom Autor als Belastung definiert werden, sind am Ende nach Colins Tod verschwunden, dennoch packt sie ihr Gepäck in ihre Reisetaschen usw. Es lohnt sich, den Roman mehrmals zu lesen und es ist ein Vergnügen zu sehen, wie sich der Roman dabei immer wieder in einer neuen Variante interpretieren lässt und wie viele Details der Autor miteinander verwebt. Dadurch wird der Leser angeregt, selbst immer wieder Fährten aufzunehmen, die sich dann aber in dem Komplexitätsgeflecht verlieren. Dem Leser ergeht es hier wie Mary in ihrem Beziehungsgeflecht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Irritierend, spannend, erschreckend,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Wo liegt die Faszination dieses Buches? Ich weiß es nicht. Die ersten Seiten kosten mich Kraft, ich will es wieder weglegen. Doch nach und nach lese ich mich ein und "Der Trost von Fremden" läßt mich nicht mehr los. In knapper, präziser Sprache erzählt Ian McEwan eine einfache Geschichte. Ein Paar fährt in Urlaub. Sie kennen sich gut, lieben sich, leben neben- und miteinander, gehen selbst im Urlaub einer sauber inszenierten Routine nach. Bis sie eines Tages einen Fremden treffen. Zufall? Nur Mary und Colin glauben daran. Anfangs zumindest. Robert - so heißt der Fremde, der ihnen keinen Trost spenden wird - zieht sie mit jeder Begegnung stärker in seinen Bann - und in ihr Verderben. Sie ahnen von dem Damokles-Schwert, das über ihnen schwebt, vom unausweichlichen Schicksal, das sie ereilen wird. Ergeben und machtlos nehmen sie es hin, sie können - und wollen? - es nicht ändern. Auch der Leser spürt von Anfang an, daß "irgendetwas nicht stimmt", daß dieser Mann nicht nur Spuren hinterlassen, sondern Wunden schlagen wird. Beklemmung kommt auf, die Bedrohung ist fast körperlich zu spüren - doch wie Mary und Colin ist jeder, der dieses Buch liest, dazu verdammt, dem grausigen Ende entgegenzuschauen. Hilflos und wissend, mit schreckensgeweiteten Augen.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
und erneut habe ich......,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
....mich fesseln lassen von Ian McEwans Erzählstil. Auf knapp 180 Seiten erzählt uns der Autor in "Der Trost von Fremden" eine zunächst ganz alltäglich klingende Geschichte über den Urlaub eines Paares in Venedig. Gänzlich undramatisch erfahren wir, wie sie ihre Tage mit Spaziergängen, Frühstück und Café-Besuchen verbringen. Doch wir würden keinen McEwan in der Hand halten, würden wir nicht schon zwischen den Zeilen die tiefe Bedrohung erahnen, als die beiden bei einem romantischen Abendspaziergang einen Mann kennenlernen, der in den nächsten Tagen das Leben des Paares entscheidend verändern wird.McEwans Kunst zu erzählen, fesselt seine Leser auf eine ganz einzigartige Weise. Immer kommt das Grauen auf leisen Sohlen daher, schleicht sich hinterrücks unter das Alltagsgeschehen, und schockiert am Ende um so mehr. Man ist als Leser den Protagonisten immer ein paar Schritte voraus, man ahnt schon, dass etwas Schreckliches passieren wird und hat den ständigen Wunsch einzugreifen und das Unausweichliche, das Böse, zu stoppen. Doch man ist untätig dazu verdammt, in diesem Fall das junge Paar in sein Verderben rennen zu lassen und schließt das Buch mit offenstehendem Mund, ungläubig realisierend, dass alles noch viel schlimmer gekommen ist, als man es sich je hätte vorstellen können. Eine echte Empfehlung für die Liebhaber von tiefen, dichten und makaberen Erzählungen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Erschreckend, weil irgendwie vorstellbar,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Dieser Roman von Ian MacEwan hat mich erschreckt. Wer eine längere Beziehung hat, kann sich in dem beschriebenen Paar wiederfinden. Ich konnte es und war über die Ähnlichkeit überrascht. Wie oft hatte ich schon Bekanntschaften im Urlaub? Wie oft habe ich Einladungen angenommen? Wie oft waren mir diese Leute dann lästig und ich bin doch wieder hin? Mir gruselt es im nachhinein. Ian McEwan hat mich auch mit diesem Buch aus meiner Sicherheit, der Sicherheit des Lebens, gerissen - und das kann nicht jeder Autor.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Angst!,
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Dieses Buch liest man in einem Rutsch durch, denn es fesselt einen von Anfang an. Obwohl nichts spektakuläres passiert, sondern nur beschrieben wird wie sich Colin und Mary in Venedig (McEwan erwähnt an keiner Stelle diesen Ort) anfangs verlaufen, baut die story eine unheimliche Spannung auf, man weiß, das etwas passieren wird. Der Tod zeigt sich an einigen Stellen.Die Geschichte ist so erschreckend realistisch, dass man am Ende Angst hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Fragwürdige Botschaft in sprachlich präziser Verpackung!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Der schmale Band "Der Trost von Fremden" von Ian McEwan handelt von einem Urlaubspaar in Venedig, welches einen Fremden kennenlernt und sich von ihm drängen lässt, sein Haus und seine Frau zu besuchen. Die beiden Urlauber Mary und Colin machen eine schreckliche Entdeckung....Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, da ich zukünftigen Lesern dieses Frühwerkes des Autors die Spannung nicht nehmen möchte. Der Roman lässt mich irritiert und zwiegespalten zurück. Zunächst zur Sprache: Diese ist wie immer bestechend scharf, glasklar, anspruchsvoll und sezierend. Ian McEwan zieht mich auch in diesem Buch unwiderstehlich Seite um Seite nach vorne; er versteht es grandios, die kleinsten Begebenheiten und Alltäglichkeiten so zu schildern, dass sie wie etwas Bedeutendes und Großes erscheinen, zumindest doch äusserst erwähnenswert. Meine Hochachtung vor seiner sprachlichen Rafinesse. Nun zum Inhalt: Ich bin mir nicht schlüssig, wie ich diesen Roman inhaltlich bewerten soll. Sehr spannend fand ich den Hergang nicht, jedoch animiert, wie erwähnt, der Stil McEwans unbedingt zum Weiterlesen. Vielleicht habe ich mich auch viel zu intensiv vorab im Internet mit Bewertungen dieses Werks beschäftigt, denn leider blieb der Ausgang des Romans in einigen Rezensionen nicht unerwähnt, was ich ärgerlich finde, so war das Überraschungsmoment für mich nicht mehr gegeben und insgeheim wartete ich nur darauf, dass etwas Unerklärliches passierte. Der Inhalt selbst hat mich ..... abgestoßen, mich irritiert und zum Nachdenken gebracht, vor allem darüber, was der Autor dem Leser im Grunde sagen möchte!? Die Botschaft, die sich mir offenlegt, gefällt mir nicht. Ich empfinde diverse Fantasien und Beschreibungen gewaltverherrlichend! Sicher, der Plot an sich ist interessant. Zwei Urlauber vertrauen sich einem Fremden an.... Leider bleiben mir die Beweggründe für die Handlungen von Mary und Colin unerklärlich. Lag es am Zuviel an Marihuana, am Alkohol, dass sie ihre Vorsicht vergaßen? Oder waren sie lediglich selbst von der Absurdität der Situation, in die geschlittert sind, fasziniert!? Spürten sie die eventuelle Gefahr, den Nervenkitzel? Ein beängstigender Gedanke, da die Situation als solche realistisch ist. Dennoch erscheint mir die Geschichte stellenweise weit hergeholt! Wo blieb der gesunde Menschenverstand? Die Intuiton? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß: "Der Trost von Fremden" wird kein Buch sein, das mich positiv gestimmt zurückläßt. Das, was mir in Erinnerung bleibt, ist die gewaltverherrlichende Schilderung von kranken Gedanken und Begierden. Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten: ich würde gerne 1 Stern vergeben, das erscheint mir jedoch zu wenig, auch auf Grund McEwans Stil. 3 Sterne erscheinen mir wiederum zu viel, da ich dieses Buch nicht empfehlen kann und möchte. Möge sich jeder sein eigenes Bild machen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Irgendwie ungewöhnlich, aber gut!,
Von Heidi2 "Heidi" (Aus dem grünen Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Beklemmende Geschichte eines Paares, die Urlaub in Venedig machen und dabei eine unheimliche Bekanntschaft mit einem Fremden eingehen. Trotz der vielen Umschreibungen ist die Geschichte nicht langweilig. Das gesamte Buch schafft es, die Spannung von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten. Eine düstere Geschichte, die nicht kurzweilig ist sondern lange nachwirkt.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Angst im Verborgenen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Ian McEwans Bücher faszinieren mich immer wieder, auch dieses. Er schafft es, nur durch Andeutungen und geschickte Erzählweise eine angespannte, fast schon gruselige Stimmung zu erzeugen. Dabei passiert eigentlich (fast) gar nichts.McEwans Sprache ist schon etwas anspruchsvoller, durchsetzt mit kleinen philosophischen Einsprenkeln, man möchte eigentlich schneller lesen und kann es nicht. Ein kleines Buch mit einer spannenden Geschichte. Lesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Geh' nicht mit Fremden!,
Von Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Trost von Fremden (Taschenbuch)
Diese Rezension bezieht sich auf Buch und Film."Geh' nicht mit Fremden!" ermahnen besorgte Eltern ihre Kinder. Das möchte man Mary (Natasha Richardson) und Colin (Rupert Everett) auch zurufen. Vergebens. Venedig ist unzählige Male beschrieben worden und hat ihren festen Platz im Groschenroman, in der Weltliteratur und in allem dazwischen. Ian McEwan ist im oberen Drittel anzusiedeln. Die alten Paläste, Kanäle und Plätze sind immer wieder Schauplätze wunderbarer Filme (Brot und Tulpen) und selbst schwache Serien (...) sind zu ertragen, wenn man dabei visuell durch die Lagunenstadt geführt wird. In diesem Film zeigt sich La Serenissima von ihrer allerschönsten Seite. Die Sonne auf dem Wasser sprenkelt Lichtgeflechte auf schadhaftem Putz, was die Erhabenheit der Architektur nicht mindert und den Augen ein Fest bereitet. Das Wetter ist herrlich; Mary und Colin haben die Qual der Wahl: auf welchem Platz, in welchem Winkel sollen sie ein ausgedehntes Abendessen einnehmen? Sie essen und trinken genussvoll, sind gut gekleidet und verlaufen sich immer wieder Hand in Hand in den verwinkelten Gassen rund um den Markusplatz. Das Paar war in der Zeit des Kennenlernens in Venedig, nun, in der Krise, sind sie zurückgekehrt, in der Hoffnung, dass der Zauber sich wieder einstellen wird. Das geschieht zunächst nicht, bis sie sich an einem späten Abend hungrig verlaufen und von einem gastfreundlichen Venezianer (Christopher Walken) angesprochen werden. Er erfüllt Ihnen den latent wohl immer vorhandenen Wunsch eines jeden Touristen und zeigt Ihnen das "wahre" Venedig. Während er dem ahnungslosen Paar beim Wein die Geschichte seiner Familie erzählt, beginnen sich beim Betrachter bereits Puzzleteile zusammenzufügen, die nichts Gutes ahnen lassen. Dem Paar erscheint er aber nur etwas redselig und nicht sehr sympathisch. Auf dem Heimweg verlaufen sie sich endgültig, verbringen die Nacht im Freien und geraten auf einem der schönsten Plätze der Welt, ziemlich genervt und übernächtigt, wieder in die Gesellschaft des Fremden. Sie können sich ihm nicht entziehen (die Konventionen!) und nehmen seine Einladung in den alten Palazzo seiner Familie an. Die gehbehinderte Frau des Venezianers (Helen Mirren)ist auf verwirrende Weise freundlich und aufdringlich. Nach dem Abendessen kommt es zu einer Situation, die alle Gastfreundschaft verhöhnt, aber dennoch schafft es der wohlerzogene, sehr gut aussehende Colin nicht, seine Umgangsformen über Bord zu werfen. So kommt es nicht zum Eklat. In den nächsten Tagen und Nächten verfällt das Paar in einen erotischen Taumel und kann sich dem gegenseitigen sinnlichen Sog nicht entziehen. Mary und Colin bemerken nicht, dass sie bereits Teil eines bizarren Spiels des venezianischen Paars um Sex, Voyeurismus und Begierde geworden sind. Die nächste Begegnung mit den beiden wird zum Alptraum, der nicht enden wird. Dieser Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan. Er hält sich eng an die literarische Vorlage, interpretiert nicht neu und beschränkt sich darauf, die Geschichte visuell umzusetzen. Film und Buch zeichnen über eine lange Strecke unaufgeregt das Portrait eines Paares mit Problemen, von denen sie hoffen, dass der gemeinsame Urlaub sie lösen wird. Der Wechsel zum Thriller kommt spät, nimmt rasant an Geschwindigkeit zu und lässt die Geschichte in einem verstörenden Strudel sexueller Obsessionen untergehen. Ein irritierender Film, ein verstörendes Buch, von dem sich wohl nur Hartgesottene achselzuckend abwenden werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Der Trost von Fremden von Ian McEwan (Taschenbuch - 1985)
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