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Deutsche Predigten und Traktate
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56 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Mai 2007
In diesem Buch hat der erste Herausgeber der Abteilung "Deutsche Werke" im Auftrage der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Germanist Josef Quint, schon 1963 eine Sammlung von 59 als echt erwiesenen deutschen Eckhart-Predigten, sowie die Eckhart-Traktate, -Legenden und auch eine Übersetzung der lateinischen Bulle Papst Johannes XXII. zum Inquisitionsprozess gegen Eckhart zusammengefasst. Aufgrund der Vorgehensweise und Einteilung von Quint sind in diesem im Vergleich zur großen Eckhart-Ausgabe äußerst preiswerten Buch die gesichertsten deutschen Predigten enthalten. Zudem hat Eckhart nicht eine einzige, weit ausufernde Theologie oder Philosophie verfasst, sondern jede einzelne Predigt enthält in prägnanter Weise, wie Quint es in seinem Vorwort ausdrückt, "den einzigen Anlass, den Inhalt und das Ziel" Eckharts, nämlich den (Selbst)Erkenntnisprozess des Göttlichen im Grunde der menschlichen Seele oder Geistes. Auf dieses Ziel steuert Eckhart in jeder Predigt nur von verschiedenen Bibelzitaten aus zu, die er dabei sehr eigenwillig und ausschließlich allegorisch auslegt. Das verleiht den Predigten Eckharts eine nach Quint "großartige Eintönigkeit" und ermöglicht es im Idealfall, dieses Ziel Eckharts aufgrund nur einer einzigen seiner Predigten zu verstehen.

Bei diesem »Verstehen« gibt es allerdings mindestens zwei große Probleme. Wer Eckhart mit dem herkömmlichen christlichen Verständnis interpretiert, der wird bald an unüberwindliche Hindernisse stoßen, wenn er etwa liest, dass jeder Mensch Sohn werden soll, und zwar "derselbe Sohn, und nicht ein anderer" (Pred. 7, S. 185), dass der Mensch im Seelengrund ununterscheidbar mit dem Göttlichen verschmelzen soll, so dass "Gott schlechthin ich und ich schlechthin Gott werden muss" (Pred. 42, S. 354) und dass Gott die Welt in der Weise geschaffen hat, "dass er sie immer noch ohne Unterlass erschafft" (S. 125).

Wer sich diesen kühnen Aussagen unvoreingenommen nähert, wird feststellen, dass Eckhart in der alten abendländischen Tradition der sogenannten negativen Theologie steht. Das Christentum allgemein ist ohne den Einfluss der damals herrschenden griechischen Philosophie undenkbar. Während das heutige dogmatische Christentum jedoch nur einige Elemente wie besonders das dreieinige Gottesbild aus der griechischen Philosophie übernommen hat, das dann aber anders, vor allem eben dogmatisch und im Geist des alten jüdischen Denkens, interpretiert, ist in der negativen Theologie das Wesen der griechischen Philosophie enthalten und bestimmend. Die negative Theologie weist so sehr starke Parallelen zu dem letzten großen System der griechischen Philosophie auf, dem gleichzeitig mit dem Christentum entstandenen Neuplatonismus. Das zeigt sich besonders daran, dass Eckhart die personale Gottesvorstellung hin zum neuplatonischen "Einen" überwindet. Eckhart drückt das in seinen Worten folgendermaßen aus:

"In voller Wahrheit und so wahr Gott lebt: Gott selbst wird niemals nur einen Augenblick da [in das "einige Eine"] hineinlugen und hat noch nie hineingelugt, soweit er in der Weise und »Eigenschaft« seiner Personen existiert. Dies ist leicht einzusehen, denn dieses einige Eine ist ohne Weise und ohne Eigenheit. Und drum: Soll Gott je darein lugen, so muss es ihn alle seine göttlichen Namen kosten und seine personhafte Eigenheit; das muss er allzumal draußen lassen, soll er je darein lugen. Vielmehr, so wie er einfaltiges Eins ist, ohne alle Weise und Eigenheit, so ist er weder Vater noch Sohn noch Heiliger Geist in diesem Sinne und ist doch ein Etwas, das weder dies noch das ist"(Pred. 2, S. 164).

Dieses Gottesbild bedingt eine weitere wichtige Konsequenz, denn man wird bei Eckhart keine einzige Stelle finden, in der es um das wichtigste Anliegen des herkömmlichen Christentums geht, nämlich die »Rettung« des persönlichen Seins des Menschen vor dem Tod in einem dann ewigen und darin gottgleichen Gegenüber zu dem personalen Gott. Ganz im Gegenteil soll die Kreatur schon in diesem Leben in einem Augenblick oder "Funken" geistig zunichte werden, um darin jenseits der weltlichen Grundstrukturen von Raum, Zeit und Sein die Einheit mit dem Göttlichen zu vollziehen. Das hat dann die göttliche Erkenntnis im Sohn-Sein und die Erkenntnis des wahren Wesens dieser Welt zur Folge. Dieses geistige Zunichtewerden als höchstes Ideal der Erkenntnis beschreibt Eckhart an folgender Stelle als gleichzeitige prägnante Darstellung des Wesens der negativen Theologie:

"Denn, liebst du Gott, wie er Gott, wie er Geist, wie er Person und wie er Bild ist, - das alles muss weg. 'Wie denn aber soll ich ihn lieben?' - Du sollst ihn lieben wie er ist ein Nicht-Gott, ein Nicht-Geist, eine Nicht-Person, ein Nicht-Bild, mehr noch: wie er ein lauteres, reines, klares Eines ist, abgesondert von aller Zweiheit. Und in diesem Einen sollen wir ewig versinken vom Etwas zum Nichts" (Pred. 42, S. 355).

Hier zeigt sich dann das weitere Problem in dem Versuch, die Predigten Eckharts zu verstehen. Genau wie im Neuplatonismus ist das Göttliche in Eckharts strikt negativer Theologie nicht in einem Begriff, einer Vorstellung oder einem Bild zu fassen und damit letztlich auch nicht verstehbar. Obwohl Eckhart als einer der scharfsinnigsten Denker des Abendlandes gilt, ist es wie im Neuplatonismus sein Ziel, in einem, wie er es nennt, "armen Geist" (seiner "Armutspredigt", Pred. 32, S. 303-309) das Denken selbst zu übersteigen und darin die Welt zu transzendieren. Der schon erwähnte Seelengrund ist dabei nicht ein besonderes Sein innerhalb der bestehenden Kreatur des Menschen und der Welt, sondern darin wird nach Eckhart die ganze Welt mit allen ihren Kreaturen geschaffen, "denn Gott hat die Welt in der Weise geschaffen, dass er sie immer noch ohne Unterlass erschafft" (S. 125). "Dort, wo niemals Zeit eindrang, niemals ein Bild hineinleuchtete: im Innersten und Höchsten der Seele erschafft Gott die ganze Welt" (Pred. 43, S. 356).
Hier offenbart sich eine enge Verwandtschaft zum Idealismus von Kant. Doch Eckhart geht noch weit über Kant hinaus, auch deswegen, weil bei ihm nicht nur Zeit und Raum zu den Grundstrukturen der Welt gehören, sondern auch das Sein: "Was Sein hat, Zeit oder Statt, das rührt nicht an Gott; er ist darüber" (Pred. 10, S. 195). Eckhart steht nicht in der Tradition des jüdischen Glaubens, sondern des griechisch-abendländischen Denkens.

Der Philosoph Jens Halfwassen beschreibt in seinem Buch "Plotin und der Neuplatonismus" nicht nur kompetent den Kern dieser Philosophie, der dann auch bei Eckhart zu entdecken ist, sondern darüberhinaus die entscheidende Rolle, die der Neuplatonismus bei der Bildung des christlichen Gottesbildes 300 Jahre nach dem Tod von Jesus gespielt hat. Eckhart gehört dabei neben Dionysius Areopagita und Eriugena zu der Linie des christlichen Neuplatonismus, die ganz eng an Plotin geblieben ist. Dieses Buch von Halfwassen eignet sich sehr gut als Schlüssel zum Verständnis Eckharts, und umgekehrt kann Eckhart auf seine Weise die Ausführungen Halfwassens zur natürlichen Entstehung und damit Relativität des christlichen Gottesbildes bestätigen.

Wie es auf dem Rückeinband der Diogenes-Ausgabe von Quint in dem Marcuse-Zitat heißt, ist Eckhart "aufgeklärter als die Aufklärung". Wenn Eckharts Theologie wahr ist, dann ist genau wie bei Kant nicht nur das christliche Gottesbild relativ und in diesem Sinne letztlich nicht zutreffend, sondern auch alle anderen Gottesbilder. Das heißt auch, dass die Widersprüche zwischen den verschiedenen und die Spaltungen in den einzelnen Religionen unüberwindbar sind, sofern sie an der Absolutheit ihrer einander widersprechenden Gottesbilder festhalten. In diesem Sinne ist für einen wahren Frieden in der Welt Meister Eckhart erst ein Kommender, denn in seiner strikt negativen Theologie hat er diese religiösen Probleme praktisch schon nebenbei überwunden. Wie es in dem Marcuse-Zitat weiter heißt, deckte Eckhart "den >Abgrund< auf, den alle Religionen und Philosophien zudeckten". Dieser "Abgrund" ist die Nicht-Vorstellbarkeit des Göttlichen (über die daher nur in "negativen" bzw. verneinenden Begriffen gesprochen werden kann), und über etwas, das man sich nicht vorstellen kann, kann auch nicht gestritten werden. Solange es daher noch Bilder oder Vorstellungen des Göttlichen in der Welt gibt, wird es auch erbitterte religiöse Auseinandersetzungen um diese (im Sinne Eckharts stets falschen) Bilder und Vorstellungen geben.

Das Christentum besitzt damit innerhalb seiner Tradition eine alte, bis an seine Wurzeln zurückgehende Theologie, die nicht nur dazu fähig ist, die heutigen religiösen Widersprüche und Spaltungen umfasssend und tiefgründig zu überwinden, sondern auch die Widersprüche zur aufgeklärten Philosophie und zur modernen Naturwissenschaft hin. Um diese Einheit und diesen Frieden als objektive Wahrheit schon in der Welt bestmöglich herzustellen, bedarf es nur der zentralen Eigenschaft der "negativen Theologie", die ihr auch den Namen gegeben hat, nämlich den Verzicht darauf, sich vom Göttlichen Vorstellungen und Bilder zu machen: "Gott ist namenlos, denn von ihm kann niemand etwas aussagen oder erkennen. [...] Sage ich demnach: Gott ist gut - es ist nicht wahr, [...] Sage ich weiterhin: Gott ist weise - es ist nicht wahr, [...] Sage ich ferner: Gott ist ein Sein - es ist nicht wahr; er ist (vielmehr) ein überseiendes Sein und eine überseiende Nichtheit!" (Pred. 42, S. 353).
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134 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. August 2001
Authentische Spiritualität, echte Esoterik, wirkliche Mystik, wie immer man es nennen will, Meister Eckehart ist einer der ganz großen Repräsentanten dieser Strömungen aus dem Westen. Den Kernteil des Buches bilden 59 Predigten in denen Meister Eckehart Worte der Bibel interpretiert. Das Buch ist hervorragend geeignet die Welt durch die Augen eines Menschen zu sehen, den man als Erleuchteten bezeichnen darf, als jemanden der zum nondualen Bewußtsein dauerhaften Zugang hat. Und aus dieser Sicht rückt er herkömmliche Bibelinterpretationen in einen neuen Kontext. Da die offizielle Seite nur selten (vielleicht nie) Anteil an diesem Bewußtsein hatte kommt es zur Verdammnis des Meister Eckehart und in der ebenfalls im Buch abgedruckten Bulle des Papstes Johannes XXII. heißt es denn auch, daß er (Eckehart) "mehr wissen wollte als nötig war". Für wahr, er wußte wohl mehr als nötig war um nur zu glauben, Eckehart war ein Wissender. So lesen wir in der Predigt 32: "In diesem Aufschwung empfange ich so großen Reichtum, daß Gott mir nicht genug sein kann mit allem dem, was er als "Gott" ist, und mit allen seinen göttlichen Werken;" und es folget der legedäre Satz, "denn mir wird in diesem Durchbrechen zuteil, daß ich und Gott eins sind." Das klingt nun wie Ketzerei und es ist doch keine. Es ist die Erfahrung der Erleuchtung, die niemals anders lauten kann. Es geht nicht um eine stumpfsinnige Kritk an der etablierten christlichen Religion, nein, dieses Buch vermittelt einem die Möglichkeit einem der ganz Großen ein Stück weit über die Schulter zu schauen. Wer sich einlassen kann, der wird schnell verstehen, daß Eckehart kein Abtrünniger ist sondern vielmehr ein der wenigen echter Verkünder von Gottes Wort. Dieses Buch ist in vielerlei Hinsicht ein immens reichhaltige Quelle und dringt wirklich in die tiefsten Tiefen dessen, was als Spiritualität, die (notwendigerweise immer) auf eigenem Erleben beruht, verstanden werden kann.
Ich hoffe, ich habe deutlich gemacht, daß und warum ich dieses Buch runderheraus empfehle.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Juni 2005
„Trutz Gott, daß er je etwas über uns verhänge, womit er uns nicht in sich locke!" (aus Predigt 33)
Auch heute sehnen sich wieder viele danach, dem Lockruf Gottes, wie er aus „Gemach oder Ungemach" ertönt, zu folgen. Eckhart kann dabei zum Helfer werden. Aber sein Denken ist nicht leicht zugänglich. Er ist zwar in erster Linie Mystiker, doch um seinen tiefen Erfahrungen der „überkochenden, überwallenden Fülle der Gottheit" Ausdruck und Gewand zu geben, bedient er sich der Sprache der Scholastik und des Neuplatonismus. Zudem ergeht er sich häufig in schwer verständlichen Spekulationen.
Wer sich dennoch die Mühe macht, Eckhart zu lesen, findet in seiner unnachahmlich prägnanten Sprache immer wieder Perlen wie den folgenden Abschnitt:
„Weil Gott endlos ist, darum soll (auch) der Seele Liebe endlos sein. Lebte ein Mensch tausend Jahre, er könnte (immer noch) zunehmen an Liebe, wie man am Feuer erkennen kann: solange es Holz hat, solange wirkt das Feuer. Je nachdem wie groß das Feuer ist und wie stark der Wind weht, danach wird auch das Feuer groß. Und so wollen wir unter dem Feuer die Liebe und unter dem Winde den Heiligen Geist verstehen im Hinblick auf das Wirken des Heiligen Geistes in der Seele. Je größer die Liebe in der Seele ist und je stärker der Wind, der Heilige Geist weht, um so vollkommener ist das Feuer, jedoch nicht mit einem Male, sondern allmählich durch das Zunehmen der Seele. Denn stünde der Mensch miteins in Brand, das wäre nicht gut. Darum weht der Heilige Geist allmählich, auf daß der Mensch, sollte er (auch) tausend Jahre leben, zunehmen könnte an Liebe." (S. 405 / 406)
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Oktober 2006
Meister Eckharts Schriften haben selbst mich als überzeugten Atheisten berührt. Bei diesen Texten geht es nicht um blinden eifrigen Glauben, das durchgängige Thema ist die tätige Liebe.

Meister Eckhart entwickelt einen ganz universellen Gottesbegriff, der heute auch in anderen Religionen anerkannt wird und den man heute wieder im Begriff des Weltethos findet.

Auch seine Predigten sind für mich als Ungläubigen höchst interessant zu lesen und stellen ein intellektuelles Vergnügen dar. Die Tatsache, dass Meister Eckhart viele Jahre vor Luther seine Predigten in deutsch abfasste, spricht für seine Bedeutung weit über die Kirche hinaus.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zur Zeit der Kirchenspaltung im ausgehenden Mittelalter sehnten sich viele Menschen nach einer direkten Gotteserfahrung. Sie wandten sich der Mystik zu, dem Versuch, Gott durch religiöse Versenkung näherzukommen. Zu den bekanntesten Mystikern zählte an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert Meister Eckehart. In zahlreichen Schriften und Predigten formulierte er immer wieder die Kernsätze seiner Theologie und versuchte den Menschen seine Vorstellung von Gott zu vermitteln: Gott als höchstes, abstraktes Wesen, das dem Menschen liebevoll in seiner Seele begegnet, wenn er sich ganz auf ihn einlässt und von allem Irdischen frei wird. Diese Begegnung mit Gott ist für Eckehart das Beste, was dem Menschen geschehen kann; sie hilft ihm, sein Leben hier auf der Erde mit Gelassenheit zu führen. Eckeharts Theologie war aus kirchlicher Sicht nicht gerade linientreu und ließ ihn schließlich zu einem Opfer der Inquisition werden. Im Lauf der Jahrhunderte aber haben sich zahlreiche Philosophen von Meister Eckehart inspirieren lassen, dessen Lehren übrigens erstaunliche Parallelen zum Buddhismus aufweisen. Auch heute, in einer Zeit, in der Kontemplation für viele Menschen wieder wichtig ist, kommen Eckeharts Schriften dem Bedürfnis nach Lebensweisheit und Innerlichkeit entgegen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. August 2006
Mit buddhistischen Meistern wie Huang Po und Hui Neng gleicher Präzision dringt Meister Eckhart zum Kern aller Lebensfragen vor: wie sterbe ich, um zu wahrem Leben zu erwachen -- 'ein Leben, in dem nicht dieses imaginäre Ich die Regie spielt, mit all seinem Wissen, Glauben, Hoffen und Wollen, sondern das gelenkt wird durch das Gebot des Moments. Viele Antworten geben Meister Eckhart und die anderen; doch die Krux bleibt: "Es ist der Kreatur eigen, dass sie aus etwas etwas mache" [Pr. 25, 32] -- und so gelangt man einmal mehr zu der Erkenntnis, dass man nichts tun kann, doch auch Nichttun Handeln ist; und nichts zu wollen mehr desselben.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Dezember 2005
Meister Eckeharts geschliffene und klare Analyse des christlichen Glaubens ist alles andere als eine trockene Abhandlung, wie das der Titel dieses Meisterwerkes vielleicht befürchten lässt. Auch verliert er sich in den 59 Predigten dieses Buches nicht in verworrene Er,- oder Verklärung. Seine lebendige Mystik ist Ausdruck einer verinnerlichten und gelebten Spiritualität, wie man sie heute nur selten findet. Eine echte Rarität unter der geistigen Literatur des Abendlandes!
Interkulturell lässt sich das Denken Eckehart´s in die Tradition des "Advaita-Vedanta" einordnen, wie schon Schopenhauer erkannte, und er steht damit dem buddhistischen Weltbild nahe. Durch den Einfluss dieser Non-dualen Sicht verschwinden die Subjekt-Objekt Grenzen und Eckehart erkennt in seiner Erleuchtung "daß ich und Gott eins sind", was ihm die Kritik von Papst Johannes XXII einbrachte, der sagte, dass Meister Eckehart "mehr wissen wollte als nötig war". Ja, Eckehart war ein Wissender, aber nicht nur das: Er war auch ein Liebender. Und ein radikaler dazu!
INFO für Advanced Leser:
Wenn man auf der Suche ist nach intellektuellem Ausdruck mystischen Erlebens, wird man an Eckhart nicht vorbei kommen, da es etwas Vergleichbares innerhalb westlicher Literatur nicht gibt. Aber es bedarf einiger (Lese-)Übung und einer kräftigen Portion Selbst-Erfahrung um die feinen Nuancen zu erkennen, die Eckehart von einem Angelus Silesius, einer Theresa von Avile oder einem Hans Urs von Balthasar unterscheiden. Für die einen (die Aufgeklärten) ist Eckehart jener schriftstellernde Theologe, der sie für alle Zeiten unfähig macht, die christliche Kernaussage zu begreifen, da er sie zurückwirft in ihren aufgeklärten Einheitsbrei, für die anderen (die Post-Aufgeklärten) ist er unverzichtbare Hilfe, die Vorurteile auf beiden Seiten ("Einheits"-Mystiker VS Persönlichkeitsanhänger) zu verstehen. Möge der Tag kommen, an dem der Wert dieser von Eckehart vorgelegten Vorstufenerkenntnis als Wegstrecke zur vollen Gottesbewusstheit gewürdigt wird, ohne darin ein Werk des Teufels zu sehen, über das nicht gesprochen werden darf. Und möge auf der anderen Seite die Illusion einer Weltenseele als allerletztes, überweltliches und transzendentes Prinzip, endlich zugunsten einer Anschauung der reinen und finalen Wahrheit des einen, persönlichen Gottes enden.
Nachdem Meister Eckehart vor ein paar Jahren aus den Bibliotheken der geisteswissenschaftlichen Fakultäten (vielleicht zurecht) ausgemustert wurde, werden seine Bücher vermutlich erst in 150-200 Jahren wieder intensiv gelesen, und dann -hoffentlich- auch verstanden werden. Das Problem ist, dass man, um Eckehart richtig zu verstehen (d.h. so wie er sich selbst verstanden hat), nicht nur die geistige und kulturelle Entwicklung bis zu seiner Zeit durchschritten, sowie die orientalischen Religionen studiert haben muss, sondern auch, und insbesondere -deren Irrwege.
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am 27. November 2014
Der .Sehr empfehlenswert, auch Basis philosohischen Wissens.umfangreiche gut kommentierte Klassiker in preiswertem TB Format, füllt eine hist. und reli. Basislücke, da wohl keine Schullekture
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