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36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Burmese Days
George Orwells erster, autobiografisch gefärbter Roman "Burmese Days" handelt vom 35-jährigen Flory, einem alter ego Orwells, der schon seit Jahren in Burma lebt und im Holzbusiness tätig ist. Das Leben um 1920 in einem burmesischen Provinzkaff, einem Mikrokosmos der menschlichen Gesellschaft, ist ziemlich langweilig. Neben Alkohol, Prostituierten und dem...
Veröffentlicht am 1. Dezember 2002 von zueribueb

versus
4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enthüllungsroman. Der SNOWDEN von 1934. Alle Vorurteile bedienend.
Orwell “enthüllt“ in Romanform alle denkbaren Missstände der Engländer als Kolonialisten, - als ob es im Burma von 1910 wirklich nur unfähige, gewalttätige, lieblose Trinker in schrecklicher Natur gegeben hätte. Hauptperson erschiesst sich am Ende. Na endlich!
Eher herunterziehende Lektüre, wo wirklich nichts, gar nichts...
Vor 11 Monaten von Dr.Livingstone veröffentlicht


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36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Burmese Days, 1. Dezember 2002
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
George Orwells erster, autobiografisch gefärbter Roman "Burmese Days" handelt vom 35-jährigen Flory, einem alter ego Orwells, der schon seit Jahren in Burma lebt und im Holzbusiness tätig ist. Das Leben um 1920 in einem burmesischen Provinzkaff, einem Mikrokosmos der menschlichen Gesellschaft, ist ziemlich langweilig. Neben Alkohol, Prostituierten und dem englischen Club gibt es nicht viel. Die Engländer sind Chauvinisten und Flory passt eigentlich gar nicht in diese feindliche Welt, da er ganz andere, humanistische Ideale vertritt. Nur ist er in seiner Lethargie zu feige, diese auch gegenüber den anderen zu vertreten. Dann tritt die junge Elisabeth auf die Bühne des Geschehens. Flory verliebt sich sofort in sie. Er versucht ihr seine eigene Welt nahe zu bringen, aber sie ist nicht daran interessiert, da sie genauso dumm, blöd, illoyal und vor allem oberflächlich wie alle anderen Engländer ist. In einem Gewirr von Intrigen bahnt sich das Verderben an. Orwells Buch zeugt von einer grossen menschlichen Dramatik, dem Scheitern Florys und seiner Ideale, was auch als ein pessimistisches, wenn nicht sogar depressives Bild der damaligen Welt verstanden werden kann. "Burmese Days" ist neben "Animal Farm" und "1984" das bedeutendste Werk Orwells.
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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der wilde, frühreife Orwell vor der magischen Kulisse Burmas, 27. April 2001
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
Flory, der von einem Muttermal entstellte, sozial isolierte und etwas heruntergekommene Holzhändler, stellt den Protagonisten, den schwachen bemitleidenswerten, fast schon verachtungswürdigen Anti-Helden des Buches dar. Er lebt in einem burmesischen Dorf am mächtigen Irrawady-Strom zusammen mit einer habgierigen und dominanten burmesischen Frau, die er sich als Konkubine gekauft hat, Ma Hla May. Er verkehrt aus Langeweile in dem sogenannten Club, welcher von den spießigen und gewaltbereiten Engländern in dieser Gegend frequentiert wird und wo es nur selten Eiswürfel in den Whisky gibt, nämlich dann, wenn es aus Mandalay geliefert wird. Auch in dieser Gesellschaft ist er ein allenfalls geduldeter Außenseiter. Sein Gegenspieler ist, ohne daß es von Beginn an deutlich wird der korrupte burmesische Richter U Poo Kyi, welcher durch seine Ränkeschmiede den tüchtigen indischen Arzt Dr. Goswami, der einzige Freund von Flory, zu diffamieren sucht. Zusätzlich taucht die mäßig attraktive und wenig inspirierende Figur der Elisabeth auf, die Nichte des Ehepaars Lackersteen, welche in Burma Fuß fassen soll und auf welche der junge Flory ein Auge wirft. Seine noch so freundlichen und zuvorkommenden Bemühungen um Elisabeth fallen auf keinen fruchtbaren Boden, sie verfällt dem schnöden Reiz eines englischen Reiterhauptmanns. Flory verstößt sogar seine Konkubine Ma Hla May um den Platz für Elisabeth zu räumen. Doch all seine Bemühungen schlagen in kläglicher Weise fehl, bis er beim Angriff einer aufgebrachten Menge Burmesen den Englischen Klub heldenhaft verteidigt und so doch Elisabeths Anerkennung erringt, zufälligerweise zu just dem Zeitpunkt, als der Reiterhauptmann sie (verdientermaßen) versetzt hat. Flory scheint am Ziel seiner Bemühungen, doch da tritt die Boshaftigkeit des Richters U Poo Kyi in Gestalt der verstoßenen Ma Hla May auf den Plan. Flory ist erledigt und sein Freund Dr. Goswami seines Postens enthoben. Orwell ist mit diesem Roman meines Erachtens ein beeindruckender großer Wurf gelungen, dem völlig zu unrecht lange Jahre die Anerkennung versagt blieb, und man muß nicht nur aufgrund dieses Beispiels die Richtigkeit und Güte einer Literaturkritik stets aufs Neue hinterfragen und anzweifeln. Es ist ein wunderbar ausgewogener Roman mit reichlich (oft sarkastischem) Humor, ungeheuer viel Spannung, einer Menge psychologischer Hintergründe der Charaktere und reichlich niemals übermäßig dominanter Kritik am Zeitgeist des Kolonialismus. Der ganze Roman führt dem Leser erstaunlich realistisch die zauberhafte Schönheit dieses magischen Landes vor Augen, nie vergißt es Orwell auf die landschaftliche Schönheit und die einfache Freundlichkeit der Menschen trotz all ihrer alltäglichen Probleme einzugehen. Es ist ein Buch das Sympathie weckt für Burma, das einnimmt für einen starken und doch stets zurückhaltenden jungen Orwell, das die Banalitäten der Bemühungen eines Liebenden, der nicht wiedergeliebt wird widergibt wie wenige andere. Für alle Reisenden ins ferne Burma (heute Myanmar) eine absolute Pflichtlektüre, für alle, die mal wieder einen Roman lesen möchten, der einen durchgehenden Handlungsstrang hat, der den Leser nicht in Prosa ertränkt, der vielseitig ist und doch nie das Wesentliche außer Acht läßt ist Orwells "Tage in Burma" ein hervorragendes Beispiel eines fast perfekten Erstlingswerkes. Es ist eine Ergänzung zu 1984 und Animal Farm auch wenn es sich weder um einen untopischen Roman, noch ein Fabelmärchen handelt, die kritische Stimme des gnadenlosen Chronisten George Orwell schwingt zwischen sämtlichen Zeilen mit. Gibt es einen Deutschen Autor, der kritisch, zynisch-sarkastisch und unterhaltsam ist sowie dem Leser das Gefühl vermitteln kann als habe er mehr von der Welt gesehen als das Dorf, in dem er sein Eremitendasein führt? Leider will mir keiner einfallen... Und könnte John Irving eine solche Handlung ersinnen, die ohne riesige Zeitsprünge und pubertäre Highschool-Lächerlichkeiten auskommt - ich würde gar noch mal eines seiner Bücher zur Hand nehmen.
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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Gegengewicht zu Rudyard Kipling, 24. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
George Orwell hat zwar ein kurzes, jedoch ein sehr prägendes, abwechslungsreiches Leben geführt, und seine Erinnerungen in nicht weniger interessanten Büchern verarbeitet. Umso ironischer ist es, dass den meisten Lesern beim Namen "Orwell" nur die beiden Bücher einfallen, die nicht auf seinen persönlichen Erfahrungen beruhen, nämlich "1984" und "Farm der Tiere".
Mit seinem ersten Roman "Tage in Burma" blickt Orwell auf seine Zeit als britischer Kolonialoffizier zurück, seine innere Abneigung gegen den britischen Imperialismus sind deutlich zu spüren. Dankenswerterweise ist das Buch trotzdem frei von erhobenem Zeigefinger und Moralkeule.
Bereits in diesem Erstwerk zeigt sich Orwells Einfühlungsvermögen für den Einzelgänger in einer ihm moralisch widerstrebenden Position. Die Hauptfigur, John Flory, ist seit über 10 Jahren als Beamter in der Burmanischen Kolonie tätig, trotz einer so langen Zeit hat er seine Beschämung für die Arroganz seiner Landsleute gegenüber den Eingeborenen nicht verloren. Die anderen Engländer schneiden ihn, da ihnen seine Sympathie für die Birmanen verdächtig erscheint.
Die Einsamkeit sowie der allgemeine Stumpfsinn seines Alltags haben Flory verbittert und ihn zum Alkoholiker gemacht. Sein einziger Kontakt ist ein burmanischer Arzt, ein naiver Bewunderer der englischen Kultur, der ihn immer wieder von der Ehrenhaftigkeit des britischen Kolonialauftrags überzeugen will.
Kurzweilige Erlösung findet Flory in der Liebe zu Elizabeth, die nach dem Tod der Eltern zu ihrem Onkel in Burma zog. Begierig auf einen Ausbruch aus seiner Existenz umwirbt er sie.
Doch als er merkt, dass Elizabeth genauso oberflächlich ist, sich genauso in der Rolle des Herrenmenschen gefällt, und sich die Feindseligkeit der anderen englischen Beamten immer offener zeigt, verliert Flory seinen letzten Halt.

Ohne Schuldzuweisung zeichnet Orwell ein Portrait der englischen Kolonien, das nicht einmal düster, sondern einfach nur realistisch ist. Trotz Orwells sichtbarem Interesse für die Burmanische Kultur, wird das Leben der Eingeborenen nicht zur bäuerlichen Idylle verklärt: Ihre Gebräuche sind erschreckend, manchmal abstoßend aber eben anders, als die europäischen. Kritischer ist Orwell mit seinen eigenen Landsleuten: Im Club der weißen Beamten, wimmelt es von Wichtigtuern und Klugschwätzern, die es im eigenen Land nie zu etwas gebracht haben, und sich jetzt in ihrer Pose und ihren Privilegien gefallen. Aber ebenso gibt es auch unter den Birmanen korrupte, selbstzufriedene und skrupellose Menschen, die über Leichen gehen, um den Briten zu gefallen.
Der Plot entwickelt sich langsam und der Verfasser flechtet seine Sichtweisen dezent und unaufdringlich ein. Man kann mit Orwell übereinstimmen oder nicht, aber für ein ausgewogenes Verständnis für das britische Kolonialsystem, ist "Tage in Burma" unbedingt notwendig..
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schonungslos und faszinierend, 24. Oktober 2014
Von 
Heli An - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
Ein gnadenloser Orwell bringt hier eine zutiefst kaputte Gesellschaft auf die literarische Bühne und schafft wie so oft eine allgemeingültige Kritik des Menschen per se.

Burma Anfang des 20. Jahrhunderts, gelangweilte Engländer, die nichts zu tun haben als einen Landfleck im Nichts zu verwalten, verbringen ihre Zeit am liebsten Gin trinkend im Club. Die burmesische Dienerschaft, zwar unterdrückt aber auch versorgt, langweilt sich nicht minder und befindet sich mehrheitlich in Lethargie. Eine einzige ungewöhnliche Freundschaft besteht. Der Engländer Flory liebt und bewundert die Burmesen und ist persönlich mit dem Doktor Veraswami befreundet. Flory mag zwar ein guter Mensch sein, aber er ist dennoch in der englischen Gesellschaft gefangen und tritt nicht für seine Überzeugungen ein. Er palavert mit Veraswami über die schrecklichen Engländer, kneift aber jedes Mal wenn es darum geht, den Doktor bei der Kolonialmacht zu positionieren.

Auftritt Elizabeth: hübsch, heiratswillig sowie borniert, desinteressiert und opportunistisch. Flory versucht erst Elizabeth für seine Ideale zu gewinnen, aber als sie diese angeekelt ablehnt lässt er alles fallen, was ihm gut und heilig ist. Er zerstört im Grunde genommen jedwede menschliche Beziehung, die er sich aufgebaut hat im blinden Eifer, Elizabeth zu gefallen. Nicht einmal Elizabeths Affäre mit einem anderen Mann bringt ihn zur Raison.

Eine Figur habe ich noch nicht erwähnt, einen intriganten, boshaften Strippenzieher. Ein Burmese, der alle anderen in die Tasche steckt, weil er als einziger ein klares Ziel vor Augen hat und dieses politisch gekonnt verfolgt. Und dieses Ziel erscheint so nichtig, verglichen mit dem Leid, das dadurch geschieht.

Das Buch ist brillant in seiner schmerzhaften Schonungslosigkeit. Niemand ist sympathisch, fast alle sind Opfer, die meisten auch noch Täter. Einziger Abstrich für die Übersetzung. Während Orwell einen im Original in den Bann der Sprache holt hält einen die Übersetzung durch eine gewisse Unbeholfenheit auf Distanz. Im Original muss man bei all den haarsträubenden Begebenheiten Schmunzeln oder Lachen, weil die Sprache einen verzaubert. Das kann von der deutschen Ausgabe nicht behauptet werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rule Britannia - Snobs in Burma, 9. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
George Orwell ist den deutschen Lesern als Autor der politisch brisanten Romane "Animal Farm" und "1984" gut bekannt. Mindestens einer der beiden Romane war seinerzeit ueblicherweise Pflichtlekture im Englischunterricht. Darueber hinaus ist George Orwell dem deutschen Publikum jedoch weitgehend unbekannt geblieben. Leider voellig zu Unrecht, muss man sagen, denn George Orwell ist ein erstklassiger Erzaehler. Seine Debut als Romancier lieferte Orwell dabei im Jahr 1934 mit "Burmese Days" ab. Die Geschichte basiert offenbar auf seine eigenen Erlebnissen in Burma, wo er als Angehoeriger der Indian Imperial Police in den Jahren 1922-27 an verschiedenen Orten in Burma seinen Dienst ableistete.

"Burmese Days" erzaehlt die Geschichte des englischen Holzhaendlers John Flory, der schon seit vielen Jahren in Burma lebt und Teakholz nach England verschickt. Er ist angewidert vom Snobbismus und der grenzenlosen Ueberheblichkeit der englisch-kolonialen Expatriates der lokalen Bevoelkerung gegenueber und hat den wahren Kern des Kolonialismus sehr scharf erkannt: pure Bereicherung. Sein trost- und ereignisloses Leben erhaelt eine entscheidende Wende, als die junge Elizabeth ins Leben der kleinen englischen Gemeinde eintritt und diese gehoerig durcheinander bringt. Jedoch ist es letztlich der lokale burmesische Distriktleiter U Po Kyin, der aus egoistischen Motiven seine Privatintrigen spinnt und damit entscheidenden Einfluss auf den Gang der Dinge nimmt.

So entwickelt sich die Geschichte als ein Abgrund an Intriganz, Korruption, Boshaftigkeit und Arroganz, wobei die lokalen Fuehrer ihren Kolonialherren in punkto Grausamkeit, Brutalitaet, und Ruecksichtslosigkeit fast in nichts nachstehen. Das Verhaeltnis von englischen Kolonialherren und lokaler burmesischer Bevoelkerung ist gepraegt von gewalttaetiger Unterdrueckung wie Unterwuerfigkeit, Ausbeutung und Nutzniesserei, gleichermassen begangen von Taetern und Trittbrettfahrern auf beiden Seiten.

"Burmese Days" besticht durch seinen ebenso eleganten wie authentischen Erzaehlstil, in dem sich Orwell als Erzaehler von Weltrang empfiehlt. Der Leser erlebt sie selbst, die erdrueckende schwuele Hitze, hoert mit eigenen Ohren die unglaubliche Geraeuschkulisse des Urwalds, beobachtet mit eigenen Augen das Leben der Burmanen und ihre Riten und Gebraeuche, und ist selbst schockiert und angewidert vom Rassismus der Kolonialisten und den Intrigen der lokalen Guenstlinge. Die dabei sich entfaltende Geschichte entwirft ein ungeheuer komplexes und feinfuehliges Gebilde an menschlichen Beziehungen, gepraegt von Einsamkeit, Verlorenheit, Verzweiflung, Hoffnung, Liebe, Gier, Eifersucht, Hass, und Rache, eingebettet in die ueberwaeltigende und exotische Landschaft eines kleinen britischen Stuetzpunktes im burmesischen Regenwald im Jahre 1920.

Wer immer vor dem Lesen von "Burmese Days" ein verklaertes Bild der britischen Kolonialzeit hatte, wird hier mit der abstossenden Realitaet konfrontiert: Korrupte und verkommene Snobs in Burma, die ihre Machtausuebung auf pure Gewalt und rassistische Menschenverachtung begruenden, und sich dabei jedoch ebenso auf korrupte und verbrecherische lokale Eliten stuetzen koennen.

Trotz aller politischer Geladenheit, ist "Burmese Days" jedoch keinesfalls eine politische Streitschrift, sondern ein erstklassiger, ungemein aufmerksamer und sensibler Roman eines der ganz grossen Erzaehlers der englischen Literatur. Volle Punktzahl und eindeutige Leseempfehlung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn man Bücher über die Kolonialzeit in Asien mag..., 21. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
...kommt man an diesem nicht vorbei. Erstaunlich auch wieviele Parallelen zur heutigen Zeit man findet, auch zum Leben in anderen Ländern der Region (Thais+Farrangs etc.). Dabei sprachlich wunderbar zu lesen im Gegensatz zu manach anderem neueren Roman über Länder in SOA.
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5.0 von 5 Sternen gibt einen Einblick ins alte Burma, 26. Oktober 2013
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Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
Das Buch habe ich mir in Vorbereitung auf meinen Urlaub in Myanmar gekauft und ich habe es in einem Rutsch verschlungen.
Es ist einfach toll geschrieben und gibt einen Einblick, wie es zur Kolonialzeit in Burma wohl war.
Das Land ist mittlerweile politisch natürlich anders aufgestellt. Trotzdem gibt der Roman einen interessanten Eimnblick in die Geschichte.
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4.0 von 5 Sternen Flüssig, aber nicht subtil, 26. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
Orwell schreibt flüssig und in leichtem Englisch (ich hatte die englische Fassung). Gleich auf den ersten Seiten setzen Entwicklungen und Konflikte ein, die das Interesse bis zur letzten Seite wachhalten. Hinter jeder zweiten Doppelseite scheint eine wichtige Wendung oder dramatische Begegnung zu warten, so dass man kaum absetzen mag. Dialoge machen den Roman von 1934 lebendig, die kurzen Rückblenden halten kaum auf. Man erfährt einiges über britische Kolonialisten am Ende der Welt und auch über ihre einheimischen Unterlinge. Orwell benutzt zahlreiche burmesische und Hindi-Begriffe ohne Erklärung, meist kann man den Sinn erschließen (anders als bei Burgess' Malayan Trilogy gibt es kein Glossar).

Allerdings hatte Orwell wohl noch nicht die richtige Distanz zu seiner eigenen Burma-Zeit (1922 - 1927): Viele Portraits wirken beißend verächtlich und platt satirisch, als ob er es bestimmten Personen mal so richtig reinreiben wollte: Da sind der grobe Rassist, der stumpfe Soldat, das dumme Blondchen, diverse Säufer und Hurer (die erste US-Ausgabe wie auch heutige Ausgaben verwenden offenbar die Klarnamen der lebenden Vorbilder). Die Hauptfigur ist ein Jammerlappen, dessen mangelnde Menschenkenntnis den Leser verstört und der unentwegt über sein Gesichtsmal nachdenkt. Die meisten Engländer behandeln die Burmesen mit äußerster, teils atemberaubender Verachtung - der größere Teil des Buches ist selbst Erlebtes, schrieb Orwell später. Sympathisch wirkt niemand in Burmese Days, auch nicht die einheimischen Diener, Marketender und Mätressen, die um Vorteile intrigieren. Manche Dialoge wirken eher wie ein Durchexerzieren kolonialer Denkmuster, z.B. Inder versus Engländer. Die Engländer kommen generell schlecht weg, keiner der vielen Hot Country-Romane in meinem Schrank stellt den Kolonialismus so bloß.

Die mal staubige, mal nasse, aber immer erdrückend heiße Umgebung wird sehr lebendig. Der Volksaufstand reißt mit. Das ganze Buch spielt jedoch nur in einer Kleinstadt und dort nur in drei oder vier Häusern, von zwei kurzen Trips in den Busch abgesehen. Es wirkt beengt wie ein Theaterstück, aber möglicherweise ist das genau die Absicht.

Zu meiner Penguin-Ausgabe gehört ein Vorwort von Emma Larkin (Pseudonym), die auch ein vollständiges Buch über Orwell in Burma schrieb. Wer mehr Belletristik aus der britischen Kolonialzeit sucht, wird fündig bei den malayischen Kurzgeschichten von Somerset Maugham (der Gentleman in the Parlor schrieb, einen sehr oberflächlichen Reisebericht zu Burma) oder bei Anthony Burgess' Malayan Trilogy. Bei Maugham spielen die Einheimischen kaum eine Rolle.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Burmareise, 5. September 2013
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Nach einer Burma Reise war mir dieses Buch eine gute Erinnerung an das " Wesen" und das Leben in Burma.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen George Orwell - Tage in Burma, 11. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Tage in Burma (Taschenbuch)
Eines seiner frühesten Werke, besonders beeindruckt seine Beschreibung von Charakteren, sein präziser Stil, sein Vermögen, Situationen und Stimmungen zu beschreiben, beginnend in kleinem Maßstab in Form von zwischenmenschlicher Beziehungen einiger weniger Personen, die aber sogleich auch in einen viel umfassenderen Kontext, die Stimmung einer Gesellschaft, einer Nation, eines Landes in der betreffenden Zeit eingebettet werden
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Tage in Burma
Tage in Burma von George Orwell (Taschenbuch - 1982)
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