summersale2015 Hier klicken mrp_family studentsignup Cloud Drive Photos Learn More praktisch ssvpatio Shop Kindle Shop Kindle SummerSale

Kundenrezensionen

14
4,5 von 5 Sternen
Mein Katalonien: Bericht über den Spanischen Bürgerkrieg
Format: TaschenbuchÄndern
Preis:11,90 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Mai 2000
George Orwell beschreibt in diesem autobiographischen Bericht seine Mitwirkung im spanischen Bürgerkrieg. Orwell beschreibt in den einzelnen Kapiteln immer abwechslungsweise einmal die politische Situation und andererseits die Geschehnisse in den Schützengräben, die er als Freiwilliger in der spanischen Miliz hautnah miterlebte. Das Buch ist also nicht wie Remarque's "Im Westen nichts neues" ein "einfaches" Antikriegsbuch, dass parteilos die Vorkommnisse im Krieg schildert; Orwell ist natürlich für den Kampf gegen die faschistischen Truppen und gegen blinden Pazifismus. Im Verlauf des Buches geht er stark auf die Grabenkämpfe innerhalb der Milizen ein; er nimmt, obwohl er nicht in der CNT (Anarchistische Gewerkschaft Spaniens) kämpft, Stellung für sie ein und gibt den Kommunisten die Schuld für die Kämpfe innerhalb der eigenen Reihen. Dies ist auch der Anfang seines Misstrauen gegen den stalinistischen Kommunismus, der dann in seinem Buch "Farm der Tiere" märchenhaft aufgearbeitet wird. Alles in Allem gibt dieses Buch einen guten Überblick über den spanischen Bürgerkrieg, auch beschreibt er die politische Situation sehr genau. Sehr empfehlenswert!
22 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. August 2008
Vor allem für historisch interessierte Leser, die die (spanische) Geschichte des 20. Jahrhunderts aus erster Hand miterleben müssen, ist dieses Buch ein Muss. Packend geschrieben und mit einem gewaltigen Schuss Ironie gelingt es dem Autor hinter die Kulissen zu schauen. Die Absurdität dieses sinnlosen Kriegs wird einem dabei plastisch vor Augen geführt. Absolut lesenswert!
44 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. November 2007
…von Orwells Ankunft in der Kaserne der Loyalisten; von seinen Beschreibungen über die militärische Ausbildung, von seiner humorvollen und doch so wahren Analyse der spanischen Mentalität, und nicht zuletzt von seinen Beschreibungen des Grabenkriegs war ich gefesselt von diesem Buch.

Wiesoviele europäische Intellektuelle schloss sich auch Orwell bei Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs den Internationalen Brigaden an. Aber anders als beispielsweise Ernest Hemingway's "Wem die Stunde schlägt“ ist Orwells Bericht alles andere als ein Heldenepos; im Gegenteil: Die Lektüre dieses Buches stellt das eingebürgerte Verständnis des spanischen Bürgerkriegs gründlich auf den Kopf: In herkömmlichen Geschichtsbüchern hört man ja nur von "Faschisten“ und "Demokraten“ bzw. "Kommunisten“ – aber Orwell schloss sich erst der Brigade Demokratischer Sozialisten und dann den Anarchisten an. Und beobachtete aus erster Hand, wie die Divisionen der Roten Armee, die einen Sieg in diesem Bürgerkrieg allein für sich reklamieren wollten, brutal Jagd auf jeden machten, der kein sowjetischer Soldat war, bis der eigentliche Feind fast vollkommen aus den Augen verloren war. Die „Schlacht um Barcelona“ war kein Kampf gegen Franco – es war die Flucht der kleineren, schlechter ausgerüsteten Fraktionen vor den sowjetischen Panzern.

Man muss ein weiteres Mal den Mut und das große Talent George Orwells hervorheben, der mit einer unverwechselbar lakonischen Sprache große Historie an kleinere, persönliche Anekdoten aus dem Schützengraben knüpft. Und spätestens nach der Lektüre dieser Reportage muss einem auffallen, dass dieser Mann, den man für gewöhnlich nur mit "Farm der Tiere“ und "1984“ in Verbindung bringt, unbedingt eine stärkere öffentliche Würdigung erfahren muss.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Oktober 2005
Schon längere Zeit beschäftige ich mich mit den "Wirren" des spanischen Bürgerkriegs. Von dem Augenzeugenbericht von George Orwell erwartete ich daher nicht allzuviel. Selten habe ich mich so getäuscht. Es gibt keine realistischere und mitreißendere Schilderung dieser Epoche Spanischer Geschichte. George Orwell vermittelt einem das Gefühl tatsächlich vor Ort zu sein. Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages gelesen und später noch einmal. Es ist wirklich sehr faszinierend. Es ist tatsächlich eines der besten Bücher überhaupt. Auch wenn einen der Bürgerkrieg nicht interessiert so ist es dennoch ein hervorragend geschriebenes Buch.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Dezember 1999
"Homage to Catalunya" ist der englische Titel dieses Buchs, das - wenn auch unerwähnt - die literarische Grundlage des Films "Land and Freedom" von Kenneth Loach bildet. Erzählt wird die Geschichte von Eric Blair, einem jungen Engländer, der sich 1936 aufmacht, als Freiwilliger im Spanischen Bürgerkrieg mitzukämpfen. Und so unbekannt die Geschichte Spaniens in dieser Zeit in Deutschland ist, so spannend ist dieser Bericht. Zumindest für mich war es schwer vorstellbar, daß der zweite Weltkrieg in Spanien bereits drei Jahre vorher begonnen hatte und 1939 schon beendet war. Guernica - bekanntestes einzelnes Ereignis des Bürgerkriegs und gleichzeitig Beweis, daß dieser Krieg nicht nur der Krieg der Bürger Spaniens war - fällt uns kaum mit Datum ein. Daß dieser unbekannte Krieg also auch noch ein besonders verwickelter war, zeigt Blair's Geschichte. Als Freiwilliger in den Reihen der Anarchisten wird er schließlich von der "regulären" (kommunistischen) Armee der Republik entwaffnet. Viel zu absurd, tragisch, politisch ist diese Geschichte, um sie in dieser Rezension wiederzugeben. Orwell macht es besser - das Buch lohnt! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Februar 2015
Wenn man die bekanntesten Werke von Orwell (1984 und Farm der Tiere) kennt, erwartet man möglicherweise in diesem Buch etwas Ähnliches. Doch es handelt sich um keine Sozialutopie oder Fabel, nicht einmal um eine Darstellung des Themas, wie man es beispielsweise in Hemingways berühmten Roman vorfindet, sondern nur um einen Bericht darüber, was Orwell während seines Aufenthalts in Spanien (1936-37) erlebt hat. Und doch kommt darin bereits das Thema zum Vorschein, das später zum Hauptmotiv seiner Werke, etwa der Farm der Tiere wird: die Verwandlung der revolutionären Ideale (wie Wahrheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) in Verleumdung, Verfolgung und Terror. Orwell hat diesen Wandel, der als Tendenz praktisch jeder Revolution innewohnt, während des Spanischen Bürgerkriegs, über dessen wirklichen Ablauf relativ wenig bekannt ist und oft falsch berichtet wurde, selbst erlebt und in diesem Buch beschrieben, selbst wenn ihm die Tragweite seiner Erkenntnis in dieser Zeit vermutlich noch nicht bewußt war.

Es war auch gewiß nicht Orwells Absicht, irgend etwas Allgemeingültiges oder auch nur etwas Besonderes zu enthüllen, und er konnte gar nicht ahnen, wie sich die Situation verändern und er selbst schließlich gezwungen sein wird, aus Spanien zu fliehen. Er ist einfach als einer der vielen ausländischen Freiwilligen nach Spanien gekommen, um dort gegen die Faschisten zu kämpfen, und hat versucht, möglichst wahrheitsgemäß über das Geschehen zu berichten. Seine Beschreibung dessen, was er in Barcelona oder an der Front alles gesehen und erlebt hat, ist dabei zum Teil sehr persönlich, wenn auch nicht neutral, sondern sehr wohl parteiisch. Er macht keinen Hehl daraus, daß er mit den dortigen Kommunisten und Anarchisten, gleich welcher Gruppierung, sympathisiert und viele der Vorstellungen über eine klassenlose Gesellschaft teilt. Gleich am Anfang erzählt er mit Begeisterung über die fast kommunistischen Zustände und die herrschende revolutionäre Atmosphäre in Barcelona und später auch in seiner Milizeinheit, wo quasi alle Klassenunterschiede und die ehemalige hierarchische Ordnung abgeschafft wurden und alle sich mit „du“ und „Kamerad“ ansprachen. Kritisch sieht er dabei lediglich die überall herrschende Unordnung, schlechte Ausrüstung, Organisation und Disziplin, die sich im Kampf – trotz großer Tapferkeit und Opferbereitschaft der Milizsoldaten – als ziemlich nachteilig erwiesen haben. Jedenfalls wird an der Front, wo er schließlich hingeschickt wird, kaum gekämpft, sondern meist nur Stellung gehalten (die Faschisten scheinen ähnlich schlecht dran zu sein wie ihre Feinde). Während seines Urlaubs in Barcelona findet er dort jedoch eine völlig veränderte Situation vor: Die revolutionäre Atmosphäre ist verschwunden, es wird Propaganda gegen Parteimiliz und für die Volksarmee betrieben, und es kommt zu Unruhen und Straßenkämpfen, etwa zwischen den Zivilgardisten (oder eher Sturmgardisten, wie es in einer späteren Korrektur heißt) und den Anarchisten sowie anderen Gruppen bzw. zwischen den verschiedenen Parteigruppierungen, von denen wohl einige beseitigt werden sollten. Die Situation scheint jedenfalls völlig unklar und die Kämpfe ziemlich unsinnig zu sein. Erneut an der Front, wird er verwundet, kommt ins Krankenhaus, muß sich aber nach seiner Rückkehr in Barcelona verstecken. Die Gruppe, der er sich selbst angeschlossen hat, die P.O.U.M., wird nun als „trotzkistisch“ bezeichnet, heimlicher Zusammenarbeit mit Francos Faschisten beschuldigt und verfolgt. Zusammen mit seiner Frau, die sich in Barcelona aufhielt, verläßt er heimlich das Land, ohne es wirklich zu wollen.

Die Darstellung selbst ist zuweilen etwas langatmig, insbesondere in den Abschnitten, in denen die damalige ziemlich unübersichtliche politische Landschaft (etwa die vielen Parteien der Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und Gewerkschaften dieser Zeit), der bisherige Verlauf des Bürgerkriegs, der Kämpfe in Barcelona und die (meist falsche) Berichterstattung darüber (etwa 5. und 11. Kapitel) Spanien erläutert werden, obwohl gerade die darin enthaltenen Ausführungen von besonderem historischen Interesse sein dürften. Viel ergiebiger für die heutigen Leser sind eher seine Beschreibungen eigener Erlebnisse oder der Menschen in bestimmten Situationen, insbesondere der Spanier mit ihren typischen Eigenschaften (chronischer Unpünktlichkeit und Unzuverlässigkeit, aber großer Hilfsbereitschaft und Großmut), die ihm trotz der ebenfalls geschilderten Mängel als durchaus liebenswürdig erscheinen. Dies kann man auch unabhängig davon gelten lassen, ob Orwells Sicht der Dinge realistisch oder eher in seiner revolutionären Begeisterung möglicherweise etwas zu idealistisch, naiv und mit vielen Illusionen in bezug auf die menschliche Natur behaftet sein mag.

Jedenfalls wird schon in diesem Werk deutlich, daß Orwells Vorstellung einer „besseren“ Gesellschaft – im Unterschied zu vielen seiner verblendeten Zeitgenossen – kein dogmatisch-spekulatives, sondern ein durchaus humanistisches Ideal war, daß es ihm um Menschen ging und nicht um abstrakte Begriffe und scheinbar gesetzmäßige Strukturen eines pseudowissenschaftlichen Weltbilds. Die Opferbereitschaft und Selbstlosigkeit der Menschen und ihre kameradschaftlichen Beziehungen, die er wahrnahm und schätzte, stellen aber keinen normalen, und auch keinen stabilen Gesellschaftszustand dar, etwa eines echten Sozialismus, wie sich ihn Orwell gewünscht hätte, sondern sind das Ergebnis einer Ausnahmesituation. Die Verhältnisse hätten sich vermutlich auch dann geändert, wenn keine Anweisung aus dem stalinistischen Moskau an die spanischen Kommunisten erfolgt wäre, andere Gruppen ihrer früheren Mitkämpfer (beispielsweise die P.O.U.M. oder die Anarchisten) zu diffamieren und schließlich zu liquidieren. Selbst wenn sie im Bürgerkrieg gesiegt hätten, scheint es sehr wahrscheinlich zu sein, daß sich die verschiedenen sozialistischen, kommunistischen oder anarchistischen Gruppen später gegenseitig bekämpft hätten, daß Oppositionelle bald unterdrückt oder beseitigt worden wären und die Revolution in einer Diktatur endete.

Man sollte aber solche Überlegungen aus späterer Erfahrung nicht unbedingt in die Beurteilung Orwells Berichts einfließen lassen, sondern das Buch als das nehmen, was es ist: ein authentisches Zeugnis eines Zeitgenossen, der sich am damaligen Bürgerkrieg beteiligt und versucht hat, viele falsche Berichte und ihre Deutungen (insbesondere die in der kommunistischen Version der Kämpfe) richtig zu stellen, also als ein historisches Dokument über ein Geschehen in Europa des 20. Jahrhundert. Und als solches ist es wertvoll.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. Januar 2013
Memoiren - vor allem solche mit politischem und militärischem Hintergrund - sind eine Sache für sich. Oft genug sieht sich der Leser nachträglichen Interpretationen, Verklärungen und Verzerrungen gegenüber. Dies gilt auch für die Memoirenliteratur über den Spanischen Bürgerkrieg (so z.B. Heinz Hoffmann, Robert Weinand, Ignacio Cisneros etc.). George Orwells 1938 erschienenes Buch hebt sich wohltuend davon ab. Orwell bekennt sich zu seiner Mitgliedschaft in der Miliz der linkssozialistischen POUM, besitzt aber dennoch einen klaren analytischen Blick für die Unzulänglichkeiten der Truppe (miserable Bewaffnung und Ausbildung, weitgehende militärische Untätigkeit an der Aragon-Front) und seinen eigenen als "wirkungslos" bezeichneten Einsatz.

Der interessanteste Teil des Buches beschreibt die Verfolgung der POUM unter dem Vorwand des Kampfes gegen "Trotzkismus", Faschismus und Spionage. Orwell erlebte aus nächster Nähe, wie ehemalige Mitkämpfer verschwanden und verhaftet wurden. Er musste ebenfalls um sein Leben fürchten, bemühte sich aber dennoch, gefangenen Freunden trotz eigener Gefährdung zu helfen. Obwohl Orwell 1937/38 nur dürftige und parteiische Quellen zur Verfügung standen, analysierte er dennoch weitgehend zutreffend, wie sich die Kräftverhältnisse im republikanischen Lager verschoben. Geradezu prophetisch sind die letzten Sätze seines Buches zu nennen, in denen er unter dem Eindruck der britischen Appeasement-Politik folgendes über seine Landsleute schrieb: "Sie alle schliefen den tiefen, tiefen Schlaf Englands. Ich fürchte, wir werden nie daraus erwachen, ehe uns nicht das Krachen von Bomben daraus erweckt." Ein Jahr nach Erscheinen des Buches sollte diese Vorhersage bittere Realität werden.

Orwells Erlebnisbericht ist auch heute noch für jeden an der Geschichte des Spanischen Bürgerkrieges Interessierten ein absolutes Muss und darf in keiner Bibliothek fehlen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
In typischer britischer Manier (trocken und amüsant)schreibt Orwell über seine Erlebnisse im spanischen Bürgerkrieg, auf der Seite der Linken, gegen Franco (natürlich!) - aber was heißt das schon. Wir lernen von George Orwell, daß die verschiedenen Linken Parteien in Spanien untereinander genauso zerstritten waren, wie mit ihren Kriegsgegnern. Orwell läßt sich davon nicht beeindrucken, erwähnt es nur nüchtern, unterdrückt eine weitergehende Wertung dessen. Herrlich auch, wie er die spanische Art Krieg zu führen beschreibt - und zwischen den Zeilen schon erwähnt, dass das nun die Engländer oder auch die Deutschen besser können. Bedienen auf der Gegenseite deutsche Söldner die Maschinengewehre dann zieht Orwell den Kopf ein, bei spanischen Schützen nicht. Ich war überrascht, wie zügig man dieses Buch lesen kann. Sehr, sehr kurzweilig. Wer schon einmal in Barcelona war, wird es noch mehr genießen können.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. Januar 2007
George Orwell wohnte einem Ereignis bei, das die Leben aller Beteiligten stark prägte, so auch Orwell's. Es ist ein Roman, und die handelnde Hauptfigur ist fiktiv. Dennoch: Wohl das meiste, was dort mit der Hauptfigur passierte, erlebte Orwell persönlich.
Zum geschichtlichen Umriss: Die Geschichte der freiwilligen Brigaden, die antraten, gegen den Faschismus zu kämpfen, ist durchweg tragisch.
Die spanische Republik war noch neu, als ein spanischer General, mit der Macht der Adels, des Militärs, der Kirche putschte. Doch er hat die Rechnung ohne die spanischen Arbeiter gemacht. Sie forderten Waffen von der Republik, bekamen sie durch Druck auch , und wendeten vorerst den Putsch in einigen Regionen ab. Die CNT, eine mächtige anarchistische Gewerkschaft, und die POUM, eine links-marxistische Partei begannen in einigen Regionen (etwa um Barcelona) mit einer sozialen Revolution. Arbeiter übernahmen Betriebe, Landwirte vereinten sich in Kollektiven. Doch der Faschismus war nicht schwach, er unterjochte die eroberten Gebiete und griff den Rest der Republik an. Beliefert wurde er mit Waffen, Fahrzeugen, Flugzeugen und Soldaten zum Beispiel aus dem Deutschen Reich. Die Republik bat ihrerseits andere Europäische Staaten um Waffen, doch keiner dieser Nationen hatte erbarmen, keine außer einer: die Sowjetunion.
Sie lieferte mit Mexiko als einziger Waffen an den Rest der Republik.
Was geschah an der Front? Arbeiter und Bauern hatten sich freiwillig zu Milizen zusammen geschlossen und verteidigten mit ihrem Leben die Republik. Raum etwas zu essen, keine ordentlichen Waffen, so standen sie an der Front. Auch von hier berichtet Orwell. Er wurde an der Front verwundet, und kam ins Landes innere. Wo als Reaktion auf den Putsch zuerst Milizen sich bildeten, alle hatten den gleichen Sold, trat später die Volksarmee. Doch die Waffen wurden nicht besser, die meisten Gewehre aus Russland sind kaum zu gebrauchen. Dennoch hat Moskau mit ihnen ein Druckmittel. Und sie setzt es unverblümt ein. Längst sind sowjetische Agenten in Spanien. Nach und nach gewinnt die Sowjetunion an Einfluss, sie macht die soziale Revolution rückgängig, lässt die POUM verbieten, es gibt Säuberungen, Gefängnisse füllen sich mit Widerstandskämpfern und Revolutionären. Längst steht der Feind auch hinter der Front.
Auch Orwell muss aus Spanien fliehen, um sein Leben zu erhalten.
Der Widerstand scheitert. Das Schicksal vieler Brigadisten ist schrecklich, die die nicht in den Untergrund oder nach Amerika flüchten konnten, kamen in Lager in Spanien, Frankreich oder im Deutschen Reich um.

Orwell beschreibt also in diesem Buch den Aufenthalt in Spanien. Er meldet sich freiwillig für die POUM-Miliz. Er kommt an die Front. Seine Beschreibungen zeichnen ein Bild fern der romantischen Kriegssagen. Entbehrung, Mangel erfährt er.
Er wird verwundet, kommt später nach Barcelona. Er erlebt ein Bürgerkrieg im Krieg. Die CNT besetzt eine Funkstation, sie wird angegriffen, wohl von Stalinisten, und erobert. Es gibt sofort Straßensperren. Tagelange Gefechte zwischen Arbeitern legen das Leben lahm und Schwächen die schon äußerst schwache Republik. Am Ende wird die POUM dafür verantwortlich gemacht, und verboten. Orwell muss um sein Leben fürchten und muss fliehen.
Das Buch hat also einen enormen "Gefühlsbogen". Zuerst kämpft er mit Arbeitern aller Parteien und Organisationen zusammen gegen den Feind, der vor ihnen liegt. Die Entbehrung und die Schlechten Waffen schmieden sie zusammen. Doch als er ins Hinterland kommt sieht er ein völlig anderes Bild. Hier halten die Arbeiter sich die Waffen gegenseitig ins Gesicht. Es gibt sogar manche Einheiten der Republik, die bessere Waffen haben, als jene an der Front. Zorn wächst auch im Leser.
Dieses Buch ist die Grundlage, um 1984 und Animal Farm zu verstehen.
Auf jeden Fall lesenswert!
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Juni 2009
Ich bewerte dieses Buch mit 5 Punkten. Ausschließlich deshalb, weil es gut geschrieben ist und einen Einblick in das Spanien des Bürgerkrieges gibt. Es ist natürlich das subjektive Empfinden und die Sichtweise eines Individuums, eben des G. Orwells. Ein und dieselbe Begebenheit wird von Teilnehmern häufig unterschiedlich betrachtet und bewertet, z.B. die Maiereignisse.
Also Vorsicht ! Wer ernsthaft eine Beurteilung der Ereignisse jener Tage vornehmen will, sollte auf seriöse Historiker zurückgreifen. Das macht zwar Mühe, aber der Interessierte wird dann zu erstaunlich anderen Erkenntnissen gelangen als der Bauch sie einem häufig vorgaukelt.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen

Homage to Catalonia (Penguin Modern Classics)
Homage to Catalonia (Penguin Modern Classics) von George Orwell (Taschenbuch - 30. März 2000)
EUR 10,20

Farm der Tiere. Ein Märchen
Farm der Tiere. Ein Märchen von George Orwell (Taschenbuch - 2011)
EUR 9,00