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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Revolution am Bauernhof
Old Major hatte einen Traum, einen Traum den er allen anderen Tieren auf der Farm der Jones mitteilen will. Als hoch angesehener alter Keiler und preisgekrönt hat er das Ohr der Tiere und so lauschen alle seinen Worten, als er sich mit verheißungsvollen Worten an sie wendet. Der Mensch ist das größte Problem der Bauernhofgesellschaft. Er beutet die...
Veröffentlicht am 3. Juni 2008 von Mario Pf.

versus
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Animalismus
Die Tiere auf der Herren-Farm von Mr. Jones haben es nicht leicht. Mr. Jones selbst ist dem Alkohol sehr zugetan und lässt seine Tiere schuften bis zur Erschöpfung und gibt ihnen nicht genügen Futter. Der weiße Keiler Old Major hatte einen Traum und rief daraufhin alle Tiere der Farm zu sich.

Er träumte davon, dass eines Tages alle...
Vor 9 Monaten von Kerry veröffentlicht


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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Revolution am Bauernhof, 3. Juni 2008
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Old Major hatte einen Traum, einen Traum den er allen anderen Tieren auf der Farm der Jones mitteilen will. Als hoch angesehener alter Keiler und preisgekrönt hat er das Ohr der Tiere und so lauschen alle seinen Worten, als er sich mit verheißungsvollen Worten an sie wendet. Der Mensch ist das größte Problem der Bauernhofgesellschaft. Er beutet die Tiere aus, ermordet und unterjocht sie, doch selbst produziert er nichts. Außer zum Ausbeuten ist der Mensch zu nichts gut, die Tiere sollten sich also befreien und gegen ihren Unterdrücker revoltieren. Kaum drei Tage nach seiner Ansprache ist Old Major friedlich entschlafen, doch mit seiner Vision einer freien Gesellschaft hat er eine glorreiche Vision hinterlassen.

Die drei einflussreichsten Schweine spinnen Old Majors Gedanken weiter und schaffen aufgrund seiner Rede den Animalismus, eine neue und gerechtere Gesellschaftsform. Unter der Führung von Schwatzwutz, Napoleon und Schneeball kommt es zur Revolution, die Jones werden vertrieben, zu Recht, denn Mr. Jones hatte sich seit geraumer Zeit nicht mehr um sie gekümmert. Umgehend werden die 7 Gebote des Animalismus erlassen und auf die Rückwand der großen Scheune geschrieben:

1. Alles was auf zwei Beinen geht, ist ein Feind
2. Alles was auf vier Beinen geht oder Flügel hat, ist ein Freund
3. Kein Tier soll Kleider tragen
4. Kein Tier soll in einem Bett schlafen
5. Kein Tier soll Alkohol trinken
6. Kein Tier soll ein anderes Tier töten
7. Alle Tiere sind gleich

Die Erinnerung an die Diktatur der Menschen soll in jeder Hinsicht getilgt werden, so wird die "Herren-Farm" in "Farm der Tiere" umbenannt und das Farmerhaus zum Museum umfunktioniert. Die Tiere sind glücklich nun endlich für sich selbst arbeiten zu dürfen und die erste eigene Ernte ist sogar ein weit größerer Erfolg als erwartet. Sogar ein Rückeroberungsversuch der Menschen wird im Laufe der Zeit abgewehrt. Doch die Schweine, welche mit der Zeit im Interesse der Gemeinschaft als Klügste begonnen haben Schreiben und Lesen zu lernen, um den Tieren das Wissen der Menschen zu erschließen erlangen immer mehr eine Führungsrolle auf der Farm...

Neben 1984 ist die Farm der Tiere wohl George Orwells bekanntestes Werk. Nicht nur wegen der brillanten Allegorie und Persiflage der frühen Sowjetunion, sondern vor allem weil das Buch als Zeichentrickfilm adaptiert auch schon durch das Kinder- und Feiertagsprogramm mancher TV-Sender gegeistert ist. Die Paralellen zwischen der Farm der Tiere und der Sowjetunion sind beinahe offensichtlich, allerdings braucht man den Schlüssel zum Verständnis (Napoleon=Stalin, Schneeball=Trotzki, Old Major=Lenin/Marx, Farmer Jones=Zar Nikolaus II.) nicht zu kennen, um das Grundthema einer mit der Zeit pervertierten Revolution zu begreifen.

Das Werk selbst profitiert eindeutig von seiner einfach verständlichen Sprache, die bei Orwell gerne kritisiert wird. Dessen ungeachtet wird gerne übersehen dass die Farm der Tiere gerade wegen ihrer Einfachheit auch einem jüngeren und sonst Literatur gegenüber weniger aufgeschlossenem Publikum zugänglich gemacht wird. "Alle Tiere sind gleich, Aber manche sind gleicher.", wie das schlussendlich letzte verbliebene Gebot auf der Farm der Tiere lautet ist nur ein Beispiel für die Interpretationsfähigkeit Orwells Meisterswerks. Diskutiert man über dieses Werk wird man im Gespräch vielleicht auf Betrachtungsweisen stoßen, die einem selbst gar nicht in den Sinn gekommen wären. Das Scheitern der animalistischen Vision ist keineswegs dogmatisch, erfasst aber zumindest den Kern der realen Problematik einer sozialistischen Revolution. Eine permanente innere Revolution, ohne Elitenbildung, ohne Verfolgung, Ausgrenzung und Ermordung von Regimegegnern findet in der Realität jedenfalls keine Beispiele, die Farm der Tiere aber so manche. Prinzipiell ist Orwells Theorie auch nicht auf den Kommunismus beschränkt, denn Visionen von einer freieren Gesellschaft und Revolutionen die am Ende ihre Ideale verrieten gab es schon viele.

Fazit:
Für jedermann verständlich, amüsant und vielfach interpretierbar, ein faszinierendes Werk.
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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniales Buch, 17. Februar 2006
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Was für ein Buch. Einfach genial.
Es ist einfach genial, wie Orwell dieses Thema darstellt, die Revolution und ihre Folgen.
Die Schweine, als die klügsten Tiere überhaupt, werden zum Führer der Revolte. Genial.
Wie sich die 7 Gebote im Laufe der Zeit auf "magische" Weise wandeln. Genial.
Dieses Buch ist voller Witz und Ironie. Es ist spannend geschrieben. Die Geschichte der Herren-Farm ist ein Spiegelbild für alle.
Dieses Buch ist eines der bestens, das ich je gelesen habe.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie Menschen ohne Wahrheit, 29. Januar 2010
Von 
Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere (Audio CD)
Orwell geht in seinem Buch sogar noch einen Schritt weiter wie in "1984". Er schildert zunächst den Aufstand der Tiere einer Farm gegen den brutalen, ständig betrunkenen Bauer, der sie gewalttätig unterdrückt und ausbeutet. Die Erhebung gegen diese Gewaltherrschaft" gelingt auch. Doch indem man das Böse bekämpft, hat man noch lange nicht erreicht, dass sich das Gute einstellt.
Als 1917 die Bolschewiken und Menschewiken das zaristische Russland stürzten, beseitigten sie ein System, das für die meisten nur schwer erträgliche Zustände gebracht hatte. An ihrer Stelle setzte sich ein Regime mit einer Ideologie, die eine wunderbare Zukunft versprach aber schrecklichere Zustände herstellte als sie jemals geherrscht hatten. Ebenso ergeht es den Tieren auf der Farm. Die Befreiten errichten eine noch viel schlimmere Herrschaft. Das geschieht nicht gleich, es ist ein schleichender und erschreckender Weise nicht zu vermeidender Prozess.
Ist das das Los jeder freien Ordnung, dass sie zu einer Diktatur verkommt? Ist es das was Orwell uns sagen will? Nicht ganz! Ihm geht es darum zu zeigen, dass dies zwangsläufig nur dann so kommen muss, wenn das Bewusstsein für freiheitliche Werte untergraben wird. Das kann ein zunächst unmerklicher Prozess sein, der unter geschickter Anwendung der Sprache umso besser gelingt. Das Individuum soll sich an das Falsche gewöhnen und übernehmen. Das macht es steuerbar. Am Ende hat es keine eigene Stimme mehr und mäht und muht im Gleichtakt, bis es widerstandslos zur Schlachtbank geführt werden kann. Als erstes kommen die unangepassten dran, aber zum Schluss geht es allen an den Kragen, auch den Oberschurken. Sie hinterlassen eine Wüste. Beispiele gibt es genügend in der jüngeren Geschichte. Gerade das aufgeklärte 20. Jahrhundert hat sich besonders hervorgetan in der Verwirklichung von viel versprechenden und wenig haltenden Ideologien, deren verheerende Wirkungen noch lange nach halten.
Orwells Buch ist ein Aufruf an alle die Freiheitsrechte der Menschen als oberstes Heiligtum menschlichen Besitztums zu verstehen und sie zu hüten und zu bewahren wie der kostbarste Schatz, den die Menschen besitzen. Er hofft, dass der Mensch Weisheit genug dafür besitzt. Es ist eine fromme Hoffnung.
Die Freiheit ist immer dann in Gefahr wenn sich einer oder eine Gruppe von Menschen, eine Partei, eine Mehrheit usw. dazu versteigt sich als alleiniger Besitzer von "Wahrheit" zu begreifen. Und sie geht verloren, wenn daraus auch noch ein politischer Wille wird, der von den Machthabern umgesetzt wird. Ideologien versprechen die Menschen zu wahrer Größe zu bringen. In Wahrheit verkleinern sie ihn bis zur Unkenntlichkeit. Das kann man in neuerer Zeit gerade auch am Islam sehen wie ihn die Islamisten leben, wo der Einzelne nichts gilt, ihm aber das Paradies versprochen wird. Schon Friedrich Hölderlin hatte gesagt: "Immer haben die die Welt zur Hölle gemacht, die vorgeben, sie zum Paradies zu machen."
"Farm der Tiere" ist spannend zu lesen, obwohl man schon von Anfang an weiß wie alles ausgeht.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Fabel zur Bildung von Machtstrukturen, 30. Dezember 2004
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Die weltberühmte "Animal Farm" ist die Geschichte von einer englischen Farm, auf der die Tiere revoltieren und den Farmer vertreiben. Anhand dieser Farm zeigt Orwell auf, wie sich über die Jahre gesellschaftliche Machtstrukturen, Korruption und Ungerechtigkeit bis hin zu totalitären Verhältnissen ausbilden.
Die anfängliche Basisdemokratie mit einem Parlament und einem Grundgesetz wird schnell durch die intelligenten Schweine dominiert. Zunehmend entwickeln sie sich zu einer Art politischen Kaste, die auf Kosten der anderen lebt. Während die Masse der Tiere, das 'Volk', geradezu naiv an die Gerechtigkeit und auch den guten Willen der Schweine glaubt, nehmen die Schweine, allen voran der gerissene Napoleon, dreist immer mehr Sonderrechte in Anspruch und verbiegen das Gesetz. Schließlich übernehmen sie vollständig die Rolle des Farmers. Als der Unmut steigt, unterdrücken sie die Tiere durch eine trainierte Hundemeute, die in Polizeifunktion bedroht und sogar tötet. Das Buch endet mit einem heimlichen Treffen zwischen den Schweinen und eigentlich feindlichen menschlichen Nachbarn, bei denen die anderen Farmer dazu gratulieren, dass die Tiere mehr denn je arbeiteten - unter schlechteren Bedingungen als je zuvor. Die Schein-Demokratie war geboren.
Das Buch entstand 1945 und war durch 2 Weltkriege, Nationalsozialismus und Stalinismus geprägt. Doch auch die Parallelen zu den Entwicklungen der letzten Jahrzehnte sind frappierend: wie bei Orwells Schweinen gibt es Sonderrechte und Immunität für die politische Klasse; Gesetze und Rechtsprechung, die ausgehöhlt werden und sich immer mehr von dem natürlichen Rechtsempfinden entfernen; moralische Werte, die vom Volk gefordert, aber von Politikern nicht gelebt werden; gezielte Desinformation; inszenierte Bedrohungen, Feindbilder und Kriege; zunehmende Überwachung und Beschneidung der Freiheitsrechte. Die von Orwell beschriebenen Methoden und Vorgänge wiederholen sich in der Geschichte immer wieder. Die "Farm der Tiere" wird ein für alle Zeiten aktuelles Buch sein.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrliche satirisch-allegorische Parabel, 13. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Mit 'Farm der Tiere' schuf der 1903 geborene George Orwell eine wunderbare Allegorie auf die Entwicklung der Sowjetunion nach der Oktoberrevolution 1917. Das Buch entstand 1943/44 wurde jedoch von sämtlichen Verlagen abgelehnt, weil man es nicht wagte die eindeutig auf Stalin zugeschnittene Kritik des Werkes öffentlich zu äußern - mit Verbündeten geht man nicht so um. Orwell selbst zog deshalb sehr hart mit den englischen Intellektuellen ins Gericht, was man auch im Nachwort des Buches gut nachlesen kann. Das Buch wurde dennoch erst 1945 nachdem sich der Bruch zwischen Ost und West abzeichnete veröffentlicht.
Inhalt und Interpretation: Die Herrenfarm wird von einem schlechten Farmer regiert. Nicht nur beutet er die Tiere aus, lässt sie schuften und gibt ihnen wenig zu essen, sondern er ist noch dazu wirtschaftlich am Ende (das zaristische Regime). Da steht eines Tages Old Major (Marx) ein altes Schwein auf und beruft eine Versammlung ein in der er all den Tieren der Farm seinen Traum erzählt. Er träumte von einer Welt ohne Knechtschaft, wo alle Produktionsmittel denen gehören, die dafür arbeiten. Noch ehe die Revolution ausbricht stirbt Old Major und die anderen Schweine übernehmen die Herrschaft, allen voran Napoleon (Stalin) und Schneeball (Trotzki). So stellen sie sieben Regeln auf und die wichtigste steht allen anderen voran: "Alle Tiere sind gleich".
Doch Macht korrumpiert sagt ein altes Sprichwort und so ist es auch hier. Die Schweine, die zunächst wirklich vorbildlich agierten, nehmen sich immer mehr heraus, verlangen von den anderen Tieren immer mehr Einsatz nur um letztlich selbst besser zu leben. Das geht so weit, dass eine Regel nach der anderen eine Änderung erfährt, die das widersprüchliche Handeln der Schweine überdecken soll. Als es zum Streit zwischen den beiden Anführern kommt wird Schneeball von der Farm verjagt und Napoleon übernimmt ein immer schlimmer werdendes Kommando. Der Machtmissbrauch gipfelt letztlich darin, dass Napoleon alle Regeln verwirft und nur noch eine gelten lässt. "Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher". Schließlich setzen sich die Schweine mit den Menschen wieder an einen Tisch, die Menschen stellen fest, dass es den Schweinen gelungen ist die Tiere noch mehr auszubeuten als die Menschen und so feiern sie Freundschaft. Als gelungenes Schlusswort hält Orwell fest, dass die Schweine nicht mehr von den Menschen zu unterscheiden waren.
Wie gesagt, das Buch gibt sehr gut - wenn auch in einer Fabel verklausuliert - die sowjetische Geschichte von 1917 bis in den zweiten Weltkrieg wieder. Aber man kann auch weiter greifen: es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass Macht zum Missbrauch einlädt, eine Warnung an alle die ihr Heil in totalitären Regimes suchen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Fabel die nicht nur Kinder zum Nachdenken bringen soll, 3. Juni 2008
Von 
Stefan T. (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Mit "Farm der Tiere" hat George Orwell ein Werk geschaffen, das man eigentlich nur als einzigartig" bezeichnen kann. Allein die Idee, anhand von Tieren auf einem Bauernhof aufzuzeigen, welchen Mechanismen eine Revolution von ihrem Entstehen bis zu ihrem Ende folgt, zeugt von großer Kreativität. Hinzu kommt, dass sich hinter dem Ganzen (natürlich) auch eine lehrreiche Geschichte verbirgt. Das Problem dieser und vieler echter" Revolutionen scheint nämlich die Gefahr zu sein, dass nach dem Erfolg durch die Revoluzzer der Urzustand (unter anderen Vorzeichen) wieder hergestellt wird. Die alten Machthaber wurden zwar entfernt, aber an den Verhältnissen hat sich für die breite Masse im Endeffekt nichts geändert. Das liegt vor allem daran, dass der Großteil dieser Masse zu ungebildet ist, um zu erkennen, dass sich langsam wieder die alten Verhältnisse einschleichen und dass durch geschickte Manipulation alle ruhig gehalten werden. Wahrscheinlich ist es diese große Gefahr, die allen revolutionären Bewegungen innewohnt, die Orwell mit seiner Fabel aufzeigen wollte.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fabel mit Bezug zur Gegenwart, 15. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Der Roman "Farm der Tiere" von George Orwell aus dem Jahr 1944 beschreibt, wie sich Tiere auf einer Farm durch einen Aufstand gegen die menschlichen Besitzer aus ihrer Knechtschaft befreien und beginnen, die Farm auf eigene Faust zu betreiben. Angetrieben sind sie vom Gedanken an Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, immer das Bild einer "idealen" Gesellschaft vor Augen, in der alle Tiere zu gleichen Teilen arbeiten und in gleichem Maße an den Erträgen beteiligt sein sollen. So gründen sie ihre eigene "Staatsform", den "Animalismus", bestehend aus sieben Regeln ("Gesetzen"), welche sie in Form einer "Verfassung" an die Wand einer Scheune schreiben. Im Kern besagt der Animalismus, dass alle Tiere gut und alle Menschen schlecht seien, und jede Ähnlichkeit oder gar der Kontakt zwischen beiden unbedingt zu vermeiden sei. Die siebte Regel lautet "Alle Tiere sind gleich".

Doch es zeigt sich sehr bald, dass die Schweine - unter deren Leitung der Aufstand stattgefunden hat, da sie die klügsten Tiere sind - die Herrschaft an sich reißen und sich selbst gegenüber den anderen Tieren bevorteilen. Sie geben die Arbeit vor, und die anderen Tiere führen sie - ohne sie ernsthaft zu hinterfragen oder zu murren - durch, da sie intellektuell den Schweinen unterlegen sind und sich auf diese verlassen.

Nach und nach wird aus dem anfänglichen Animalismus eine Diktatur unter Napoleon, dem Anführer-Schwein. Die Tiere müssen immer länger bei immer weniger Futter arbeiten. Um sie gefügig zu machen und ruhig zu halten, werden von den Schweinen Lügen erzählt und Bedrohungsszenarien aufgebaut (in der Art "wenn ihr nicht hart arbeitet, erobern die Menschen die Farm zurück"). Die Schweine beginnen nach und nach, jedes der sieben Gesetze zu brechen und anschließend neu auszulegen. Den anderen Tieren ist zwar dunkel bewußt, dass hier ein Unrecht geschieht, doch sie sind nicht in der Lage es zu artikulieren oder gar etwas dagegen zu unternehmen. Zu groß ist die Anst vor einer Strafe durch die Schweine. Am Ende steht nur noch ein Gesetz an der Scheunenwand geschrieben, was gleichzeitig das wohl berühmteste Zitat des Romans sein dürfte: "Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher".

Ich halte "Farm der Tiere" für eine der besten Geschichten, die jemals verfasst wurden. Was eigentlich eine exakte Beschreibung der Oktoberrevolution in Russland ist, bei der der anfängliche Gedanke des Kommunismus in der Diktatur unter Stalin endete, lässt sich auf viele andere geschichtliche Ereignisse - auch Ereignisse der Gegenwart - anwenden. So ist es bspw. hochinteressant, wie die Schweine gegenüber den anderen Tieren nach Belieben Feindbilder aufbauen und wieder zerstören, wie sie es gerade brauchen, um ihre Herrschaft zu sichern und ihre Taten durch "Gründe" zu untermauern. Nichts schweißt ein Volk mehr zusammen als ein gemeinsamer Feind, und es wird blind geglaubt was einem die "Anführer" erzählen, auch wenn es noch so unsinnig ist (denkt noch jemand gerade an die "Massenvernichtungswaffen" im Irak?).

Auch zeigt die Fabel wunderbar, aus welchen Gründen eine Ausbeutung der Massen funktioniert: Manche Tiere sind zu beschränkt, um etwas dagegen zu unternehmen und die Argumentation der Schweine überhaupt zu durchschauen, andere sind zu faul, sich ihre eigene Meinung zu bilden und befolgen blind, was ihnen gesagt wird, weil sie nur das glauben. Hier zeigt sich eine wesentliche Ursache für das Nicht-Funktionieren einer "gleichen" Gesellschaft in der Realität: Die ungleiche (aber natürliche) Verteilung von Machtinteressen und - ganz simpel - der Intelligenz.

Ich kann das Buch jedem sehr empfehlen, es verwendet einfache sprachliche Mittel und ist sehr verständlich geschrieben. Durch den für einen Roman eher geringen Umfang (knapp über 100 Seiten in dieser Ausgabe) und die interessante Handlung lässt es sich in kurzer Zeit durchlesen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Fabel zur Bildung von Machtstrukturen, 9. Dezember 2004
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
Die weltberühmte "Animal Farm" ist die Geschichte von einer englischen Farm, auf der die Tiere revoltieren und den Farmer vertreiben. Anhand dieser Farm zeigt Orwell auf, wie sich über die Jahre Machtstrukturen, Korruption und Ungerechtigkeit bis hin zu totalitären Verhältnissen in einem Staat ausbilden.
Die anfängliche "Basisdemokratie" mit einem Parlament und einem Grundgesetz wird schnell durch die intelligenten Schweine dominiert. Zunehmend entwickeln sie sich zu einer Art politischen Kaste, die auf Kosten der anderen lebt. Während die Masse der Tiere, das "Volk", geradezu naiv an die Gerechtigkeit und auch den guten Willen der Schweine glaubt, nehmen die Schweine, allen voran der gerissene Napoleon, dreist immer mehr Sonderrechte in Anspruch und verbiegen das Gesetz. Schließlich übernehmen sie vollständig die Rolle des Farmers. Als der Unmut steigt, unterdrücken sie die Tiere durch eine trainierte Hundemeute, die in Polizeifunktion bedroht und sogar tötet. Das Buch endet mit einem heimlichen Treffen zwischen den Schweinen und eigentlich feindlichen menschlichen Nachbarn, bei denen die anderen Farmer dazu gratulieren, dass die Tiere mehr denn je arbeiteten - unter schlechteren Bedingungen als je zuvor.
Das Buch entstand 1945 und war durch 2 Weltkriege, Nationalsozialismus und Stalinismus geprägt. Doch auch die Parallelen zu den Zuständen der heutigen Welt sind frappierend: wie bei Orwells Schweinen gibt es Sonderrechte und Immunität für die politische Klasse; Gesetze und Rechtsprechung, die sich immer mehr von dem natürlichen Rechtsempfinden entfernen; moralische Werte, die vom Volk gefordert, aber von Politikern nicht gelebt werden; gezielte Desinformation; inszenierte Bedrohungen, Feindbilder und Kriege; zunehmende Überwachung und Beschneidung der Freiheitsrechte. Die von Orwell beschriebenen Methoden und Vorgänge wiederholen sich in der Geschichte immer wieder. Die "Farm der Tiere" wird ein für alle Zeiten aktuelles Buch sein.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 9. August 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
George Orwells Klassiker Farm der Tiere dürfte selbst den Leuten ein Begriff sein, die das Buch nicht gelesen haben, da es häufig im Alltag herangezogen wird, wenn es um Themen wie Gesellschaft, Unmündigkeit oder Staatsmacht geht.

Orwell lässt Tiere anstelle von Menschen sprechen, handeln und entscheiden. Nachdem sich die Tiere ihrer menschlichen Herren entledigt haben, entbrennt ein Streit zwischen den beiden schweinischen Anführern Napoleon und Schneeball, mit der Konsequenz, dass Schneeball von seinem Rivalen gewaltsam vertrieben wird. Letztlich ergeht es den Tieren unter Napoleons Herrschaft nicht besser als unter den Menschen, doch die geringe Bildung und die Überzeugungskraft von Napoleon und seinen Kameraden lassen die Tiere im Glauben, dass ihre Mühen einem höheren Zweck dienen und ihr Leben alles in allem besser sei, als zu Zeiten der Menschen. Napoleons Propaganda ist ausgeklügelt und seine Leibwache bestehend aus einer Meute von Hunden ist furchteinflößend genug, um Protest und Auflehnung bereits im Keim zu ersticken.

Der Umfang des Buches ist mit rund 100 Seiten sehr überschaubar, die Tragweite der Geschichte ist dafür umso größer.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillante Satire auf das Scheitern einer Revolution, 29. November 2005
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Farm der Tiere. Ein Märchen (Taschenbuch)
George Orwells "Farm der Tiere" wurde gelegentlich als Märchen für Kinder missverstanden. In Wahrheit ist es eine knallharte satirische Streitschrift gegen den Stalinismus. Erzählt wird der traurige Verlauf einer Revolution in Form einer Fabel: Bald nachdem die Tiere ihren Herrn vom Hof vertrieben haben, übernehmen die Schweine die Herrschaft. Mittels Propaganda und Terror zerstören sie systematisch alle Errungenschaften der Revolution und stellen das alte System aus Herrschaft und Knechtschaft wieder her. Am Schluss haben die Schweineführer die Gestalt der Menschen angenommen und unterdrücken die gewöhnlichen Tiere mit der Peitsche. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die pessimistische Parabel im Westen als antikommunistisches Lehrstück gefeiert und zum Standardwerk der politischen Erziehung erhoben. Dabei wollte Orwell eigentlich die perversen Auswüchse von Stalins Diktatur attackieren, um der wahren Idee des Sozialismus wieder zur Geltung zu verhelfen. Besonders lesenswert macht "Farm der Tiere" die Verbindung einer scharfen politischen Karikatur mit der Kindermärchensprache. Falls alle Bücher gleich sind, ist dieses bestimmt etwas gleicher.
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Farm der Tiere. Ein Märchen
Farm der Tiere. Ein Märchen von George Orwell (Taschenbuch - 2011)
EUR 8,90
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