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Kundenrezensionen

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... Er, der uns nun schon seit Jahren nicht nur die Krisensituation in Griechenland beschreibt, sondern uns ALLEN den Spiegel vorhaelt, auf dass wir mehr verstehen lernen... Verstehen, dass wir wie z.B. in Italien in kurzer Zeit wahrscheinlich in der selben, verzweifelten Situation wie die Griechen sein koennten - oder zum Teil, in verschiedenen Eurozonen-Laendern ja schon sind!

Es sind nun 14 Jahre, dass ich die - oft auch ziemlich misslichen - Abenteuer des Kommissars Kostas Charitos, seiner Familie und Mitarbeiter/innen verfolge.
Jedes Jahr bringt Petros Markaris - ein Meister ohnegleichen im Gebrauch des Wortes - einen Krimi heraus, der mehr mit den Missetaten der Politiker, Bankiere, Gewerbetreibenden und beruehmten Personen zu tun hat, als mit "normalen" Verbrechen, die unser Held eigentlich loesen sollte...
Schon VOR den Olympischen Spielen - ein finanzielles Debakel fuer Griechenland - und ein gefundenes Fressen fuer all die Assgeier, nichr nur die einheimischen, sondern auch die aus dem Ausland herbeigerufenen - schrieb Markaris erbarmungslos alle nieder. Nur hoerte keiner auf ihn! Grosser Fehler!!!

Ich persoenlich bin der Meinung, dass JEDES Land einen Schriftsteller wie Markaris braeuchte, der ohne jegliche Furcht oder ein Blatt vor'm Mund Jahr fuer Jahr, Verbrechen auf Verbrechen, den langsamen Niedergang, das qualvolle Sterben seiner geliebten Heimat beschreibt.

Neujahr 2014 - Griechenland, Spanien und Italien sind aus dem Euro "ausgetreten" (worden). In Athen feiert man am ersten Tag des Neuen Jahres die Rueckkehr zur Drachme. Die Festlichkeiten dauern jedoch nur kurze Zeit an, denn aufgrund des neuen Wechselkurses Euro/Drachme bleiben die Banken geschlossen und die "normalen" Familien, die schon seit Monaten die Guertel immer enger schnallten bis zum Geht-nicht-mehr, werden fuer die naechsten drei Monate weder Gehaelter noch Pensionen beziehen. Nur wissen ALLE bereits von Anfang an, dass diese drei Monate sich ausdehnen werden - eventuell bis in alle Ewigkeit - Amen.

Nun praesentiert sich in diesem Jahr ein Moerder, der seine Delikte mit dem Wahlspruch »Brot, Bildung, Freiheit« unterzeichnet - aber da wir uns ja im Jahre 2014 befinden, wird sein Bekennerschreiben per Handy uebermittelt...
Weiter moechte ich nicht in die kriminellen Details und die folgenden Ermittlungen gehen - ich wuerde sonst - eventuell versehentlich - spoilern... :)
Natuelich loest unser Anti-Held seinen Fall, und seine Frau loest in der Zwischenzeit mit viel Mut und Initiative die finanzielle Krise in der Familie, denn auch Tochter, Schwiegersohn und dessen Eltern sind schwer betroffen.
Und auch in den untersten sozialen Klassen finden sich Idealisten, die buchstaeblich alles fuer die Verbesserung von Lebensumstaenden Verzweifelter geben.
Optimal wie immer beschreibt der Autor die verzweifelte Situation in seiner Heimat - und mehr noch als die ermordeten Opfer treffen einen die Selbstmorde, die mittlerweile in allen Altersklassen und - unteren und mittleren Sozialschichten vertreten sind.

Und ich persoenlich kann nur jedem jungen Menschen, mehr den mit Italien verbundenen vielleicht als die Deutschen, aber auch denen, dringendst raten, dieses Buch zu lesen!
Denn wenn sich nichts Entscheidendes aendert, und die ganz oben denen unter sich bis nach ganz unten auch noch den letzten Tropfen Lebenswillen aus deim Leibe saugen wollen - koennten sich viele von uns - vor allem die Juengeren und die bereits zuuu Alten in kurzer Zeit in Situationen wiederfinden, wie sie Petros Markaris hier beschreibt.

Ich persoenlich wuerde hier gerne mehr als 5 Sterne vergeben koennen...
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am 9. Februar 2014
4 Sterne, nur deshalb weil 5 Sterne der großen Literatur vorbehalten sind.
Eine sehr lebendige Schilderung des Alltagslebens der Griechen in der Krise, mit liebevollem Blick auf ihre Fähigkeit damit umzugehen. Verpackt in einem Krimi ist es auch ein selbstkritischer Blick auf die eigene Geschichte der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und den eigenen Anteil an der Krise. Besonders pikant ist das Detail, dass ein deutscher Student mit seinen Griechischen Freundinnen kreativ mitarbeitet Widerstand aber auch Hilfe und Unterstützung für die zu organisieren, die es am dringendsten brauchen!
Bei dem Allen kommt die Spannung nicht zu kurz und es gibt einen optimistischen Blick darauf, dass die Krise trotz aller gesellschaftlicher Verwerfungen lösbar ist. Leicht lesbar, sehr empfehlenswert!
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am 22. April 2015
Der Autor ist einsichter als die Politik. Markaris verlagert die Handlung des 2013 geschriebenen Romans in das Jahr 2014 und führt zur Jahreswende eigenhändig die Drachme wieder ein. Naturgemäß verschlechtert sich die Situation zunächst noch weiter, und es schlägt die große Stunde der Adriani Charitou, der Frau des Kommissars. Sie richtet eine Art Suppenküche für den erweiterten Familienkreis ein, zu dem sich bald auch ein gewisser Uli mit deutschem Migrationshintergrund gesellt. Es gibt auch eine Kriminalhandlung und soviel kann ohne Schaden verraten werden: Uli gerät in keiner Phase der Ermittlungen in Verdacht.
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am 27. August 2013
Zum ersten Mal seit dem deutschen Start der Krimiserie um den Athener Kommissar Kostas Charitos im Jahr 2000 hat der griechische Schriftsteller Petros Markaris einen Roman in die Zukunft verlegt. Der 2012 schon in Griechenland erschienene Roman mit dem Originaltitel „Brot, Bildung, Freiheit“ beginnt mit seiner Handlung am Tag des Jahreswechsels 2013/2014, als Griechenland, so nimmt es Markaris an, zur Drachme zurückkehrt, nachdem man aus dem Euroverbund ausgestiegen ist.

Nach wie vor dominieren Demonstrationen das Athener Stadtbild und die Mannschaft von Kostas Charitos wird dort auch eingesetzt, wobei auch zum ersten Mal seine geniale Sekretärin Koula immer wieder im Außeneinsatz dabei sein muss. Als eine dreimonatige Gehaltssperre angekündigt wird, ergreift Kostas` Frau Adriani die Initiative und kocht von nun an jeden Abend für die ganze Familie, zu der auch die Tochter Katerina und ihr Mann Fanis gehören. Nachdem ihre Pläne, für die UN in Afrika zu arbeiten gescheitert sind, widmet sie sich als Anwältin jungen Menschen, die mit Drogen in Verbindung kamen. Genauso wie übrigens eine Menge anderer junger Menschen in diesem Buch, die sich ehrenamtlich in von ihnen gegründeten sozialen Projekten engagieren. Man spürt das ganze Buch hindurch, wie diese Menschen nicht nur die Solidarität und Bewunderung des Kommissars haben, sondern auch die seines Schöpfers.

Es lohnt sich, im Land zu bleiben, die Hoffnung nicht aufzugeben, und sich zu engagieren, das ist die Botschaft eines Romans, der zum ersten Mal in der Serie mit der sogenannten Generation Polytechnikum abrechnet. Jenen Besetzern und Aktivisten, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten und später als linke Aufsteiger mit dem Bonus ihres Widerstandes praktisch alle relevanten Posten in der Gesellschaft Griechenlands besetzten und so den Grundstein legten für eine verhängnisvolle Entwicklung von Vetternwirtschaft und Korruption, die in der Vorbereitung der Olympischen Spiele 2004 einen ersten Höhepunkt hatte und dann zum Niedergang der griechischen Volkswirtschaft führte.

Als nacheinander drei Vertreter dieser Generation erschossen aufgefunden werden, hat nicht nur Charitos zunächst rechtsextreme Täter in Verdacht. Langsam, mit vielen Ortsterminen und sich hinziehenden Gesprächen, wie es seine gewohnte Art ist, kommt er langsam der überraschenden Lösung der drei Tötungsdelikte näher. Eine große Hilfe ist ihm ein neuer Mitarbeiter namens Papadakis, der durch ungewöhnliches und selbständiges Denken seinen Chef immer wieder überrascht.

Auch im neuen Buch verbindet Petros Markaris sehr geschickt aktuelles Zeitgeschehen in Griechenland (dieses Mal etwa ein Jahr in die Zukunft gelegt, aber sehr realistisch) mit der Aufarbeitung historischer Wurzeln aktuellen Geschehens. Dennoch dauert es dieses Mal sehr lange, bis die Handlung wirklich Fahrt aufnimmt und den Leser an das Buch fesselt.

Dennoch bleibt diese Serie im Kostas Charitos eine kritische und gleichwohl unterhaltsame Lektüre, die dem deutschen Leser über die Jahre einen Einblick gibt in das sich dramatisch verändernde soziale Leben in Griechenland und seine zum Teil selbst produzierten gesellschaftlichen und politischen Ursachen. Aber auch über vor allem junge Menschen erfährt man, die nicht aufgeben und auswandern, sondern sich engagieren für eine neue Gesellschaft, in der es wieder so etwas gibt wie Hoffnung.
33 Kommentare9 von 13 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. September 2013
Der mit der Goethe-Medaille ausgezeichnete Petros Markaris gehört zu den großen Schriftstellern Griechenlands. Gebürtig aus Istanbul, zuhause in Athen und gebildet in Wien und Stuttgart, amalgieren sich in seinen Kriminalroman die Liebe zur griechischen Heimat mit dem kritischen Blick des Außenstehenden. Markaris‘ originelle Schreibweise zeigt sich bereits im Auftakt. Der achte Fall des Athener Kommissaren Kostas Charitos verbindet die finstere griechische Vergangenheit mit der Zukunft: Der Roman beginnt in der Nacht zum Neujahr 2014. Griechenland ist aus dem Euroverbund ausgestiegen und zur Drachme zurückgekehrt. Charitos kriegt das nicht nur zu spüren, als er zu Krawallen gerufen wird; gleich am ersten Diensttag wird ihm mitgeteilt, dass er für die nächsten drei Monate kein Gehalt zu erwarten hat.

Petros Markaris schildert den Athener Alltag mit allen seinen Schattenseiten – Demonstrationen, Armut, Zukunftsangst – aber er zeigt auch die Sonnenseite: Solidarität, Besinnung auf immaterielle Werte und Glauben an die Kraft des Landes.
Als Ermittler der Mordkommission gibt es trotz Gehaltssperre indessen keine Ruhepause, nacheinander fallen Männer einem Verbrechen zum Opfer, die vierzig Jahre zuvor als Aktivisten in Erscheinung getreten sind, die während der Militärjunta das Polytechnikum besetzt hielten. Was die Studentenbewegung damals versprach – Brot, Bildung, Freiheit, so auch der Originaltitel – haben ihre inzwischen etablierten Vertreter verraten. Bis auf einen…

Petros Markaris Krimis sind zugleich Zeitromane, die brisante aktuelle Themen aufgreifen und mit zum Teil drastischen Sarkasmus dem Leser anbieten. Warum ist der Einsatz des Militärs während der Krawalle nicht zu befürchten? Weil weder das Geld für Ersatzteile noch für Benzin aufzutreiben ist! Markaris‘ Anliegen ist es, wie er einmal sagte, die »Globalisierung der kriminellen Tätigkeit, die parallel zur wirtschaftlichen Globalisierung läuft«, zu zeigen, und er erreicht sein selbst gestecktes Ziel.

Klug und konzise entwickelt er den zunächst undurchsichtigen Fall, den sein knorriger Ermittler ebenso routiniert wie eigenwillig löst. Unaufdringlich wird konstruiert, wie der Familienmensch Charitos in die Ermittlung hineingezogen wird, bevor die erste Leiche gefunden wird – und lange bevor sich an den Verbrechen die gesellschaftliche Brisanz zeigt. Er selbst ist so, wie man ihn kennt: Ein Durchschnittspolizist mit überdurchschnittlichem Gespür, sympathisch mit unsympathischen Zügen. Vor allem aber boshaft - was dem Lesegenuss keineswegs abträglich ist. Im Gegenteil. Unbedingt empfehlenswert.
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am 9. September 2013
Was als wunderbare Krimireihe begann, ist ab dem 4. Buch immer mehr verfallen. Ich habe die ersten drei Bücher immer wieder gerne gelesen und habe auch beim 4ten oder 5ten Mal neue und wunderbare Aspekte gefunden, die Geschichten waren gut geschrieben, und die Einstreuungen der Familiengeschichte hielt sich in Grenzen. Ab dem vierten Buch nahm die Intensität der Story ab und die familiäre Geschichten nahmen überhand. Die Romane der Trilogie der Krise (Faule Kredite, Zahltag, Abrechnung) sind aus meiner Sicht absolute Lowlights des Autors. Die Geschichten und die Auflösungen der Krimis sind sehr unglaubwürdig, und das zuckrige Erzählstil der Familiengeschichte sind ermüdent. Mittlerweile frage ich mich, ob die ersten drei Bücher von einem anderen Autor geschrieben wurden? Schade, da geht eine gute Geschichte dahin...
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am 8. November 2015
Dieser Krimi spielt im aktuellen Griechenland. Er gibt einen guten Einblick in die aktuelle Lage der griechischen Bevölkerung, die täglichen Probleme (was kocht man, wenn man fast kein Geld mehr hat) und das System (Korruption) werden beleuchtet. Der Anfang der Geschichte mit Einstieg in ein Griechenland das nun wieder zur Drachme wechselt fand ich sehr spannend. Auf alle Fälle lesenswert.
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am 28. Januar 2016
Sehr guter Roman! Ich habe Markaris "Krisentrilogie" komplett gelesen. Am besten fand ich "Zahltag" mit dem Steuerbetrugsthema- was auch einige Lacher provozierte! Nichtsdestotrotz, "Abrechnung" ist auch sehr gut. Man lernt über diese Krimis sehr viel über die griechische Geschichte, ohne sich zu langweilen! Markaris Krimis sind spitze!
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am 13. Juli 2015
Das war der 2. Krimi den ich von Petros Markaris gelesen habe und es hat wieder viel Spass gemacht. Die Morde erfolgen in der heutigen Zeit mit Sticheleien in Richtung Deutschland und Griechenland. Es gibt 4 Sterne, da der erste Krimi noch etwas besser aber, aber auch dieser sehr zu empfehlen.
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am 11. November 2013
Petros Markaris hat sich wie in seinen voran gegangenen Werken wieder einmal selbst übertroffen.

Die richtige Mischung aus Spannung, fundiertes Hintergrundwissen und ein beträchtlicher Teil Fiction geben diesem Roman genau die richtige Portion für einen entspannten Leseabend.
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