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4.0 von 5 Sternen Amelie Nothomb begibt sich auf eine für sie lebensgefährliche Suche
Man weiß aus vielen ihren früheren Büchern, dass für die französische Schriftstellerin Amelie Nothomb die Magersucht mit ihren Begleiterscheinungen Hunger und Sucht ein immer wieder anziehendes Thema ist. In ihrem 2010 erschienen Buch „Biographie des Hungers berichtet sie beispielsweise, ihr Leben als belgische Diplomatentochter...
Vor 7 Monaten von Winfried Stanzick veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen So etwas wie ein Roman
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Amélie Nothomb unerbitterlich zynisch über den Zustand der Welt. Man denke etwa an das 2007 in Deutschland veröffentlichte Werk 'Reality Show' und die damit sehr explizit geäußerte Kritik am vulgären TV-Foyerismus a la 'Big Borther' oder 'Bauer sucht Frau'! In dieser Tradition steht auch 'So etwas wie ein...
Vor 1 Monat von Steffen Rutter veröffentlicht


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3.0 von 5 Sternen So etwas wie ein Roman, 4. August 2014
Von 
Steffen Rutter (Luzern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: So etwas wie ein Leben (Broschiert)
Seit mehr als 20 Jahren schreibt Amélie Nothomb unerbitterlich zynisch über den Zustand der Welt. Man denke etwa an das 2007 in Deutschland veröffentlichte Werk 'Reality Show' und die damit sehr explizit geäußerte Kritik am vulgären TV-Foyerismus a la 'Big Borther' oder 'Bauer sucht Frau'! In dieser Tradition steht auch 'So etwas wie ein Leben'.

In einem pseudorealen Briefwechsel zwischen der belgischen Autorin Amélie Nothomb und einem vermeintlichen Gefreiten der amerikanischen Armee Melvin Mapple wird ein interessanter Gedankengang zum Irakkrieg dargelegt. "Ein moderner Krieg ist ohne Betäubungsmittel nicht zu ertragen. In Vietnam hatten sie Opium, und was auch immer man darüber sagt, die Abhängigkeit die es hervorruft, ist viel harmloser als meine von Pastrami-Sandwiches." (S.29)

"Das Essen ist unsere Droge, unser Ventil, auf das wir nicht verzichten!" (S.35) "Ich erklärte ihm, dass unsere Fresserei eine Revolte sein, eine gewaltsame Antwort auf die Gewalt, die wir erlitten. [..] Essen ist der sichere Schuss, man hat dabei unglaubliche Gefühle, unbeschreibliche Gedanken." (S.44) "Mein Dicksein kommt ja nicht von ungefähr, sondern schreibt mein Engagement in den Körper ein: Es geht darum, dem unerhörten Schrecken dieses Krieges vor aller Welt Ausdruck zu verleihen. [..] Menschliches Fett wird für George W. Bush stehen wie Napalm für Johnson." (S.66) "Ich bin fett." (S.19) Übermäßiges Essen als Kompensationsstrategie für traumatischen Erfahrungen?

Das Werk besticht durch den Aufbau als kommentierten Briefwechsel. In seichter Sprache werden triviale Botschaften mit persönlichen Bekenntnissen zu einem psychologisch interessanten Gesamtwerk versponnen. Ein unerwarteter Kontextwechsel überrascht den Leser kurz vor dem Ende des Buches. Die Nachvollziehbarkeit der Geschichte stellt die Frage, ob sich dies tatsächlich so ereignet hat.

Bedauernswert ist der infantil moralisierende Ton und der ideologisch politische Duktus des Buches. "Unter der Bush-Regierung wurde unsere Krankheit verheimlicht, weil man befürchtete, dass sie dem Image der amerikanischen Armee abträglich sein könnte." (S.19) "Es gab keine Massenvernichtungswaffen im Irak. Daran zweifelt heute niemand mehr. Der Konflikt war also von skandalöser Ungerechtigkeit. Ich versuche nicht, mich reinzuwaschen. Auch wenn ich weniger schuldig bin als George Bush und seine Gang, bin ich trotzdem schuldig." (S.30) "Ich habe Kriegsverbrechen begangen [..]" (S.32) "Das letzte Mal habe ich das Reifenlager am 4. November 2008 verlassen: um Obama zu wählen." (S.136) Als wenn die Welt jetzt besser wäre.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amelie Nothomb begibt sich auf eine für sie lebensgefährliche Suche, 15. Februar 2014
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: So etwas wie ein Leben (Gebundene Ausgabe)
Man weiß aus vielen ihren früheren Büchern, dass für die französische Schriftstellerin Amelie Nothomb die Magersucht mit ihren Begleiterscheinungen Hunger und Sucht ein immer wieder anziehendes Thema ist. In ihrem 2010 erschienen Buch „Biographie des Hungers berichtet sie beispielsweise, ihr Leben als belgische Diplomatentochter beschreibend dass ihr ganzes Leben bestand und besteht aus Hunger. Doch es ist nicht nur der Hunger nach Nahrungsmitteln. Sie ist auch in der Lage, literweise Wasser in sich hineinzuschütten, und sehr früh schon Unmengen an Alkohol. Doch der Hunger, der sie ganz besonders heftig quält und sich für mich als die Quelle ihres ganzen Lebens und ihrer erstaunlichen Produktivität als Schriftstellerin herausstellte, ist der Hunger im übertragenen Sinn: der Hunger nach Liebe, nach Zuwendung, der Hunger nach Glück , Schönheit und Bewunderung.

Amelie Nothomb erzählt mit einer lockeren, dennoch aber immer wieder sehr von sich selbst eingenommen Sprache über ihr Leben als kleines Kind, das sie in Japan, dann in New York , später dann in Bangladesh verbracht hat. Ihr Bericht umfasst die Zeit von ihrem vierten bis etwa zu ihrem fünfzehnten Lebensjahr. Schüttet sie zunächst Unmengen an Alkohol in sich hinein, und leidet lange an Anorexie, entdeckt sie irgendwann das Lesen, und kann davon nicht mehr lassen. Sie liest wie süchtig und so schreibt sie auch: jedes Jahr ein Buch, oder auch mehr.

In Frankreich landen alle ihre Bücher sofort auf der Bestsellerliste. Für mich drücken sie etwas aus von der zeitgenössischen Existenz vieler Menschen zwischen dem Vorsatz, das Leben genießen zu wollen, wobei sie dennoch immer "hungrig" bleiben, weil ihnen in einer entzauberten Welt kein wirklicher Sinn mehr zu Verfügung steht und einem tiefen Ekel und einer großen Abscheu vor genau diesem Leben, das so schwer ist zu leben in einer Welt voller Gewalt und Ungerechtigkeit.

Auch ihr neues Buch variiert dieses Thema. Im November 2008 erreicht sie ein Brief eines amerikanischen Lesers von ihr, der als Soldat im Irak ist. Er leidet wegen des Stresses unter einer Fresssucht. Immer dicker werdend, ist ihm die Fettleibigkeit wie ein Protest gegen den Krieg.

Zunächst zögernd lässt sich Nothomb auf einen Briefwechsel ein und korrespondiert mit dem Soldat Melvin Mapple bis hin zur eigenen Selbstaufgabe, so wie man das von ihr kennt. Sie, die die Faszination von Essen kennt (vgl. oben), ist von dieser Sichtweise des Soldaten begeistert. Doch dann bricht der Briefwechsel ab, Melvin Mapple schreibt nicht mehr. Ist er gefallen?

Amelie Nothomb begibt sich auf eine für sie lebensgefährliche Suche, in der sie die Kontrolle, die sie in ihren bisherigen Büchern als Schriftstellerin immer behielt, fast vollständig aufgibt.

Das größte Problem, nämlich sich selbst loszuwerden, dieser Rat, den sie am Ende gibt, ist das Thema ihres eigenen Lebens. Ob sie es jemals lösen wird? Ob sie jemals zu einem normalen, nicht manisch-süchtigen Leben und Schreiben zurückfinden kann?
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr schön!, 22. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: So etwas wie ein Leben (Gebundene Ausgabe)
Wie alle Amelie Nothomb Bücher klug geschrieben, voller Zauber, Empörung und Begeisterung. Ein Jauchzen vor Ekel und Schönheit. Ich mag Nothomb's Arbeiten wahrscheinlich einfach zu gerne, um hier objektiv zu bewerten.
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5 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Definitiv nicht mein Fall, 25. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: So etwas wie ein Leben (Gebundene Ausgabe)
Nach der großen Enttäuschung betreffend die Lektüre von „Der Professor“ war ich anhand des Klappentextes, der dieses Buch als „Nothombs besten Roman seit ihrem Debüt“ bezeichnet, sehr zuversichtlich. Um erneut zutiefst ernüchtert und ratlos zurückzubleiben. Das gesamte Buch basiert im Endeffekt auf einen Briefwechsel zwischen der Autorin als Ich-Erzählerin mit ihrem Protagonisten Melvin Mapple. Wie auch in meiner vorangegangenen Lektüre „Der Professor“ wirkt die Autorin auch diesmal verbal zutiefst abschreckend auf mich. Der übergewichtige Soldat, der Amélie Nothomb von seiner Zeit im Irak und seiner überdimensionalen Gewichtszunahme erzählt, wird permanent als „Pudding, Tonne, fette Amöbe, monströse Masse, Wucherung oder wuchernde Schwellung“ bezeichnet. Das ist für meinen Geschmack nicht mehr eigenartig oder befremdend, sondern ließ in mir den Entschluss reifen, zukünftig kein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen. Der karge Inhalt wird zudem durch einige Briefe „aufgelockert“, die scheinbar seitenfüllend sein sollen. Tatsächlich schafft Amélie Nothomb es trotz der großen Lettern, der überaus großzügigen Seitenränder oben, unten, links und rechts sowie der noch großzügigeren Darstellung der Briefe nicht, mehr als 143 Seiten zu füllen. Weder Inhalt, noch Schreibstil bescherten mir auch nur das geringste Lesevergnügen. Für mich persönlich war diese Lektüre vergeudete Zeit, und vergeudetes Geld.
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So etwas wie ein Leben
So etwas wie ein Leben von Amélie Nothomb (Gebundene Ausgabe - 26. März 2013)
EUR 19,90
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