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5.0 von 5 Sternen Verliebt in Milena
Während der Lektüre des Kriminalromans von Christian Schünemann und Jelena Volic habe ich mich verliebt. Verliebt in Milena Lukin, die Hauptfigur des Buches. Diese wunderbar warmherzige Frau ermittelt im Fall zweier serbischer Nationalgardisten, die auf mysteriöse Weise den Tod fanden. Milena, die mit ihrer Mutter und ihrem Sohn in Belgrad...
Veröffentlicht am 31. März 2013 von Janne Hoffmann

versus
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, aber kein Pageturner
Sprachlich gelungen vereint die Geschichte zwei Handlungsstränge: Denjenigen der Hauptdarstellerin - Milena Lukin, Strafrechtsgelehrte - und ihrer Entourage, sowie denjenigen des Täters und seiner Hintermänner. Den Background der Geschichte bildet ein geheimes nationalistisch-revanchistisches Treffen, das per Zufall entdeckt wird, woraus blutige...
Vor 24 Monaten von Doktor Faust veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verliebt in Milena, 31. März 2013
Von 
Janne Hoffmann (Bad Schwalbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
Während der Lektüre des Kriminalromans von Christian Schünemann und Jelena Volic habe ich mich verliebt. Verliebt in Milena Lukin, die Hauptfigur des Buches. Diese wunderbar warmherzige Frau ermittelt im Fall zweier serbischer Nationalgardisten, die auf mysteriöse Weise den Tod fanden. Milena, die mit ihrer Mutter und ihrem Sohn in Belgrad zusammenlebt, ist keine Kommissarin. Sie ist Spezialistin für internationales Strafrecht, muss ständig um die Finanzierung des Instituts, in dem sie arbeitet, bangen. Am seidenen Faden hängt die Existenz der kleinen Familie, in der jeder seinen eigenen Kopf hat und dennoch alle zusammenhalten. Milena muss dafür sorgen, dass der Ofen raucht und die Fleischtöpfe gefüllt sind. Da alles an ihr hängt, wird dem Leser ziemlich mulmig zumute, wenn er erfährt, in welche Gefahren Milena sich begibt, um herauszufinden, was es mit dem Tod der beiden Nationalgardisten auf sich hat. Was würde aus Adam und seiner Großmutter, wenn Milena nicht mehr wäre? Nicht auszudenken. Doch Milenas Gerechtigkeitssinn scheint ebenso ausgeprägt wie die Liebe zu ihrer kleinen Familie. Sie will wissen, was geschehen ist - und nimmt den Leser mit in eine spannende Kriminalgeschichte, die gleichzeitig die Geschichte der Balkankriege und ihrer Umstände ist. Es ist die geglückte Mischung aus politischem Krimi und belletristischem Roman, die dieses Buch zu etwas Besonderem macht. Die Sprache ist hochliterarisch, elegant und von wunderbarer Wärme. Manche Sätze sind so schön, dass ich weinen musste. Die genau richtige Prise subtilen Humors bringt eine feine Würze hinein. So spannend der Fall ist, so interessant die Details der Geschichte Osteuropas - getragen wird die Story von Milena. Ihre tiefe Seele, ihr großes Herz und ihr Mut der Verzweiflung werden dem Leser auf so intensive Art nahegebracht, dass man sich wünscht, es gäbe diese Frau tatsächlich. Man könnte sie zur Freundin oder wenigstens zur Nachbarin haben. Meine Lieblingsstelle im Buch beschreibt, wie Milena auf einer Bank sitzt und sinniert. "Von keinem Ort der Festung war besser zu sehen, wie die Donau in einem majestätischen Bogen aus Ungarn kam, sich mit der Save vereinigte und ihre Reise nach Rumänien und weiter ins Schwarze Meer fortsetzte. Wenn Milena hier saß und auf den Fluss hinunterschaute, kam es ihr vor, als würde sie Dinge verstehen, die sie sonst nicht verstand, und Zusammenhänge erkennen, die sie sonst nicht sah. Dann strömten mit dem Fluss gleichsam die Jahrzehnte und Jahrhunderte dahin, die Epochen, in denen Kriege geführt und Grenzen verschoben wurden, Kulturen ihre Blütezeit hatten oder untergingen." Ich hoffe, die Autoren sitzen bereits am nächsten Buch.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, aber kein Pageturner, 8. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
Sprachlich gelungen vereint die Geschichte zwei Handlungsstränge: Denjenigen der Hauptdarstellerin - Milena Lukin, Strafrechtsgelehrte - und ihrer Entourage, sowie denjenigen des Täters und seiner Hintermänner. Den Background der Geschichte bildet ein geheimes nationalistisch-revanchistisches Treffen, das per Zufall entdeckt wird, woraus blutige Konsequenzen resultieren.

Die Story wirkt leider etwas konstruiert, jugendbuchartig plakativ, und erinnert an die "Rote Zora". Kungeleien hier, Animositäten dort, Geheimgänge, ultragefährliche, militärische Tabuzonen, duckmäuseriche Vorgesetzte und, und, und. Das Ganze bettet sich in eine lieb gemeinte Einführung des Lesers in die Besonderheiten der Stadt Belgrad, in serbisch(-orthodoxes) Brauchtum und traditionelle Balkan-Küche ein.

Der Spannungsbogen kann bedauernswerter Weise nicht gehalten werden. In der Mitte des Buches scheint bereits klar zu sein, wer Täter und wer Opfer oder beides zusammen ist. Es fehlt das im Genre zentrale Element des Verrates aus den eigenen Reihen, der Wow-Effekt. Die zwei Handlungsstränge vereinen sich zwar, aber sie bleiben voneinander getrennt, es erfolgt keine Vermengung. Zudem läuft ein Element vollkommen ins Leere: Die Spuren des deutschen Botschafters, der recht aufwändig und viel versprechend in den Roman eingeführt wird, verlieren sich bis ans Ende des Roman vollkommen.

Somit ist das Buch eine nette Neu-Einführung eines durchaus talentierten Autoren-Duos, aber kein Pageturner. Wirklich brisante politische Krimis finden in Südosteuropa in Athen (Kommissar Kostas Charitos von Petros Markaris) oder in Thessaloniki (Kommissar Nikos Pavlides von Telemachos Hatziisaak) statt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politkrimi mit Balkanflair, 12. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
Kornblumenblau ist die Farbe der Uniformen der serbischen Eliteeinheit, in der zu dienen Ehre und Verpflichtung für junge Männer der Balkannation ist. Als zwei Soldaten im Wachdienst zu Tode kommen ist die Belgrader Öffentlichkeit aufgeschreckt. Die Erklärung des Militärs, die Gardisten hätten sich in einem Ritual selbst umgebracht, ist schnell bei der Hand und beendet alle weiteren offiziellen Nachforschungen. Zurück bleiben die verstörten Familien, die ihre toten Söhne nicht einmal mehr sehen dürfen und sich mit der undurchsichtigen Begründung nicht abfinden wollen. Der Anwalt Sinisa Stojkovic und die Juristin Milena Lukin werden auf Ungereimtheiten aufmerksam. Sind die beiden jungen Männer einem Mord zum Opfer gefallen? Was haben sie in der Nacht auf dem abgeriegelten Militärgelände gesehen oder gehört? Was ist wirklich geschehen?

Das Autorenteam Schünemann/Volic hat auf der Grundlage einer wahren Begebenheit einen realistischen Kriminalfall konstruiert, der eine glaubhafte Erklärung für ein tatsächliches Gewaltverbrechen liefert. Mit den Mitteln der Spannungsliteratur geben sie serbische Verhältnisse der Gegenwart wider: Die Allmacht der Militärs, der latente Nationalismus, die unaufgearbeitete jüngere Vergangenheit seit dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens. Schon die Wahl des Themas belegt eindeutig, dass die Autoren auch eine politische Botschaft übermitteln wollen. Dass dabei die Prinzipien des Genres, die Spannung, das Kombinieren und Ermitteln, nicht auf der Strecke bleiben, ist sicher der Routine des Krimi-Autors Christian Schünemann zu danken.

Die andere Komponente des Romans gründet sich auf den Ort des Geschehens: Belgrad. So machen sich die Autoren zu Botschaftern serbischer Kultur und Bräuche. Wir lernen Belgrader Sehenswürdigkeiten und Bausünden kennen, fahren auf Haupt- und Nebenstraßen durch die Metropole und erfahren, wie man Lokum und Dattelmilchreis mit Orangensauce zubereitet. Kriminalromane mit Lokalkolorit sind angesagt und ein Balkankrimi füllt dabei bestimmt eine Marktlücke. Es sei dahingestellt, ob der Leser bei der Wahl des Buches gerade nach diesen Informationen gesucht hat. Wichtig ist es aber, dass auch hier die Einarbeitung in den Handlungsstrang auf handwerklich solide Art und Weise erfolgte, so das die Zusatzinformationen der Geschichte nicht im Wege stehen.

Der Verlag hat den Roman „Kornblumenblau“ als „Auftakt zur ersten deutschsprachigen Krimiserie, die in Belgrad spielt“, angekündigt. Dieser Auftakt ist weitestgehend gelungen, denn Thema und Stil werden den Anforderungen an unterhaltsame Kriminalliteratur gerecht. Ob dagegen die Figur der Milena Lukin geeignet ist, noch weitere Kriminalfälle im Belgrader Umfeld aufzuklären, ist fraglich. Als Wissenschaftlerin mit Spezialisierung auf internationales Strafrecht entspricht sie nicht dem Personenkreis, der üblicherweise in polizeiliche Ermittlungen einbezogen wird. Sollte sich auch ihr nächster Einsatz in der Grauzone zwischen Politik und Verbrechen ansiedeln, ließe sich damit eine gewisse Stereotypisierung der Geschichten nicht vermeiden. Aber vielleicht kann die emanzipierte, engagierte, alleinerziehende Single-Power-Frau (Vorsicht: Klischee) die Kritiker überraschen...
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4.0 von 5 Sternen Serbien, 20. Dezember 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
SCHÜNEMANN, Christian; VOLIC, Jelena: „Kornblumenblau. Ein Fall für Milena Lukin“, Zürich 2013
Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Radiosendung im Programm OE1 des Österreichischen Rundfunks, in dem der Journalist Kerbler die serbische Germanistin Jelena Volic interviewte. Frau Volic ist Professorin in Belgrad und lebt teilweise in Berlin. Sie ist Serbin mit einem deutschen Reisepass. So auch die Hauptfigur dieses Romans, die Milena heißt. Eine Mitarbeiterin eines Forschungsinstituts in Belgrad. Mit einem befreundeten Rechtsanwalt eruiert sie, ob zwei serbische Gardesoldaten wirklich Selbstmord verübten oder ermordet wurden. Im Zuge der Aufklärungsarbeit kommt auch der oberste Chef dieser Einheit ums Leben. Letztendlich weißt sie nach, dass alle ermordet wurden. Es waren Nationalisten im Untergrund. Das Buch ist eine gute Aufarbeitung der Vergangenheit Serbiens. Offen wird über alles geschrieben. Wichtig für die Zukunft des Landes. Deswegen sehe ich diesen Roman als wichtigen zeitgeschichtlichen Beitrag. Auch stilistisch sehr gut geschrieben und leicht zu lesen.
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5.0 von 5 Sternen Politkrimi mit wahrem Hintergrund, 6. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
Super spannend erzählt ist dieser Krimi, der auf einem echten - und bis heute ungeklärten - Mordfall basiert.
Zwei serbische Soldaten werden in einem Armeestützpunk in Belgrad tot aufgefunden.
Milena Lukin, die an einem Institut zur Aufklärung von Kriegsverbrechen im Balkan arbeitet, stößt bei ihren Recherchen auf diesen seltsamen Doppelmord.
Eigenmächtig beginnt sie, zu recherchieren, Leute der Armee e.t.c. zu befragen, bis ein weiterer Mord geschieht.
Milena gerät nun selbst in Todesgefahr! Und nicht nur sie, sondern auch ihr zehnjähriger Sohn Adam und ihre Mutter Vera.

Das Autorenduo Schünemann und Volic hat mit "Kornblumenblau" einen Krimi geschrieben, der sich abhebt von herkömmlichen Krimis.
Super symphatische Ermittlerin, ungewöhnlicher und selten beschriebener Handlungsort im Balkan, jede Menge serbisches Lebensgefühl - man kann nur hoffen, dass dies nicht der letzte Fall von Milena Lukin war.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vorfälle in einer Belgrader Kaserne, 5. März 2013
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
Es ist eine Modeerscheinung, dass in letzter Zeit Kriminalromane häufig gemeinsam von zwei Schriftstellern/innen verfasst werden. Das neue Autoren-Duo Christian Schünemann und Jelena Volic greift mit seinem Kriminalroman „Kornblumenblau“ eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 2004 auf. Damals kamen zwei Soldaten unter mysteriösen Umständen in einer Belgrader Kaserne ums Leben. Die Handlung und die auftretenden Personen sind jedoch frei erfunden.

Das Militärgericht, das den Zwischenfall untersuchte, kam zu dem Schluss, dass die beiden Gardisten der serbischen Eliteeinheit einem unehrenhaften Selbstmordritual zum Opfer gefallen sind. Der Anwalt Sinisa Stojkovic sieht darin jedoch nur eine Lüge des Regimes; für ihn steckt eine ganz andere Geschichte dahinter und er beginnt im Auftrag der Eltern der jungen Männer zu ermitteln. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von Milena Lukin, die als deutsche Mitarbeiterin eines Institutes für Kriminalistik und Kriminologie sich mit der Strafverfolgung von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien beschäftigt.

Grundlage ihrer Ermittlungen und ihre Zweifel an der offiziellen Lesart ist ein deutsches Gutachten über die Vorfälle in der Belgrader Kaserne. Bei ihren Nachforschungen begeben sich Stojkovic und Lukin jedoch in eine ständige Gefahr, denn die verantwortlichen Stellen werden von Lumpen und Handlangern gedeckt. Selbst vor Gewalt schrecken sie nicht zurück und so gerät Milena Lukin in Lebensgefahr.

„Kornblumenblau“ ist der Auftakt einer ersten deutschsprachigen Krimiserie, die in Belgrad spielt. Im Mittelpunkt steht dabei die sympathische Ermittlerin Milena Lukin. Die spannende Schilderung des Falles, der gut recherchiert scheint, und die authentischen Figuren wecken beim Leser das Interesse an einer Fortsetzung.
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5.0 von 5 Sternen Super Krimi, 6. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
Sehr schöner Spannungsaufbau mit vielen differenzierten Darstellung über die Balkan-Problematik neben netter Familien-Darstellung, sehr realistisch.
(Das ist aber nervig, dass ich hier gezwungen werde, eine bestimmte Anzahl an Wörtern zu schreiben)
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide serbische Spannung, 26. März 2013
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
„Kornblumenblau“ ist der Titel der ersten Kollaboration zwischen Christian Schünemann und Jelena Volic und die Farbe, die die serbischen Ehrengarde trägt. Diese Eliteeinheit steht im Mittelpunkt des Buches des deutschen Krimiautoren (er verfasste die Krimireihe um den Frisör Tomas Prinz) und der gebürtigen Serbin Jelena Volic. Basierend auf einem tatsächlichen Vorfall, der bis heute nicht geklärt ist, entwerfen die beiden Autoren eine Fiktion über die Geschehnisse, die sich damals zugetragen haben:

Zwei Soldaten werden auf dem Kasernengelände der serbischen Stadt Topcider tot aufgefunden. Da den Machthabern dies natürlich missfällt, werden die beiden Morde als Selbstmord deklariert und verschwinden in den Akten. Dabei hat aber niemand mit Milena Lukin gerechnet, eine Serbin mit deutscher Staatsbürgerschaft. Diese versucht für den Anwalt Sisina Stojkovic Licht ins Dunkel der damaligen Ereignisse zu bringen, da die Familien der beiden Opfern den Anwalt mit der Aufklärung der damaligen Geschehnisse beauftragt haben. Dabei stößt Milena in den Filz aus Politik und alten Eliten hinein und erkennt schon bald, dass die Vergangenheit Serbiens auch auf die Gegenwart Auswirkungen hat.

Ich muss gestehen, dass „Kornblumenblau“ die erste Lektüre aus beziehungsweise über Serbien war, die ich gelesen habe. Dabei bietet das Land wahrlich genügend Stoff für dutzende Romane. Geschickt fügen Schünemann und Volic in die Krimirahmenhandlung immer wieder kleine Exkurse über die politische Vergangenheit des Balkans und Serbiens ein. Schnell wird dem Leser klar, dass der Balkan auch nach den schrecklichen Kriegen und Scharmützeln immer noch ein explosives Fass der Ethnien ist. Leider kann die Handlung von „Kornblumenblau“ leider nicht so recht mit der Vielfalt Serbiens mithalten. Die Suche nach dem Mörder der Ehrengardisten wird ohne große Finten erzählt, dies würde aber auch nicht so richtig zur Protagonistin Milena Lukin passen. Diese ist eine sympathische Spürnase – und zugleich gestresste alleinerziehende Mutter, die sich daheim um Mutter und Sohn kümmern muss. Zugunsten deren Privatleben muss die Jagd nach dem oder den Mördern der Ehrengardisten zurücktreten.

Fazit: „Kornblumenblau“ ist solide geschriebene Krimikost, die zwar das Rad nicht neu erfindet, dafür aber Einblicke in ein Land gibt, das auf unserem täglichen Radar meist nicht auftaucht. Zudem ist Milena Lukin eine originelle Ermittlerin, die aus „Kornblumenblau“ einen geerdeten Roman macht, der Potential für weiter Bände bietet.
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5.0 von 5 Sternen Prima Krimi..., 28. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin (Gebundene Ausgabe)
... und prima Literatur: feine Figuren mit Macken, präzise Serbiens Hauptstadt Belgrad beschrieben, politische Gemengelage eingefangen, ohne mit dem Zeigefinger zu kommen. Wird der Beginn einer neuen Krimireihe Schünemanns.
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Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin
Kornblumenblau: Ein Fall für Milena Lukin von Jelena Volic (Gebundene Ausgabe - 26. Februar 2013)
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