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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte so spannend wie ein Thriller
Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht? Dass man aus dieser klassischen Liebesroman-Fragestellung einen hochspannenden Thriller schreiben kann, beweist Andrea de Carlo mit seinem 644-Seiten-Wälzer "Sie und Er". Doch dem 1952 geborenen Italiener gelingt weitaus mehr: eine psychologisch bis ins feinste Detail stimmige Beschreibung des Jahrmillionen alten Zaubers...
Veröffentlicht am 20. Februar 2012 von Andreas Schröter

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch voller Gewolltheiten
Der Klappentext las sich vielversprechend, eine Ausnahmeliebesgeschichte wurde versprochen....
Ich wurde klar enttäuscht, obwohl sich meine literarischen Ansprüche durchaus in Grenzen hielten.

Die Geschichte an sich enhält durchaus einen potentiell interessanten Mix an klassisch romantischen Elementen einer Liebesgeschichte und...
Vor 7 Monaten von Jessica Srp veröffentlicht


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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte so spannend wie ein Thriller, 20. Februar 2012
Von 
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht? Dass man aus dieser klassischen Liebesroman-Fragestellung einen hochspannenden Thriller schreiben kann, beweist Andrea de Carlo mit seinem 644-Seiten-Wälzer "Sie und Er". Doch dem 1952 geborenen Italiener gelingt weitaus mehr: eine psychologisch bis ins feinste Detail stimmige Beschreibung des Jahrmillionen alten Zaubers aus Anziehung und Abstoßung, dem Liebende seit je her ausgesetzt sind.

"Sie", das ist die sportliche Clare Moletto, die mit einem spießigen Mailänder Anwalt liiert ist. Der nennt sie lieber Chiara, weil er sich für seine Freundin einen italienischen Namen wünscht, und plant den Kauf einer gemeinsamen Wohnung. Ganz italienisches Klischee hängt er sehr an seiner Mutter. "Er", das ist der erfolgreiche Schriftsteller Daniel Deserti mit derzeitiger Schreibblockade und Alkoholproblem - ein Bilderbuch-Macho. Clare und Daniel treffen sich unter ungünstigsten Umständen. Er fährt im betrunkenen Zustand viel zu schnell, weil er sich ein Autorennen mit einem anderen Fahrer geliefert hat, verliert die Kontrolle über seinen Wagen und rauscht dem Wagen Clares und ihres Freundes in die Rückfront. Erst viele hundert Seiten später werden die beiden sich zum ersten Mal in die Arme fallen. Clare muss sich zuvor noch den Besitzansprüchen ihres Freundes erwehren, und Daniel hat unter anderem seine Kinder aus einer früheren Ehe zu Gast, mit denen er nur unbefriedigend zurechtkommt.

Klar, reduziert man diese Geschichte auf ihre nackte Grundhandlung, dann hat sie große Ähnlichkeit mit einem Groschenheft a la "Julia" oder "Arztroman". Doch auf das Wie kommt es an: Andrea de Carlo gelingt es auf äußerst glaubhafte und beeindruckende Weise, kleinste Stimmungsschwankungen seiner beiden Hauptfiguren auszuloten. Und das hat dann rein gar nichts mehr mit Kitsch zu tun, sondern ist einfach nur große Literatur. Allein das Ende ist vielleicht dann doch ein wenig zu dick aufgetragen. Trotzdem bleibt "Sie und Er" ein ausgesprochen starker Roman.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine nuancenreiche Liebesgeschichte, 17. Februar 2012
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Es gibt wohl unendlich viele Variationen der ersten Begegnung, die plötzlich den Funken für eine Liebesbeziehung aufflammen lassen. Bei Daniel und Clare ist es eher eine ungewöhnliche Situation, denn es funkte zwischen ihnen unmittelbar nach einem Autounfall.

Der Schriftsteller Daniel Deserti ist an einem verregneten Sonntagnachmittag mit seinem alten grünen Jaguar in der Nähe Mailand unterwegs. Auf dem Beifahrersitz eine dreiviertelleere Wodkaflasche. Da kommt es zu einem Crash mit einem Audi, gesteuert von Stefano, einem Anwalt, der mit Clare Moletto liiert ist. Diese attraktive Amerikanerin kümmert sich als Beifahrerin um den verletzten Daniel und dabei springt der berühmte Funke über.

Von nun ab verbindet die beiden ein wunderbares Fluidum. Aber Daniel hat familiäre Verpflichtungen, schließlich ist er Vater von zwei halbwüchsigen Kindern. Doch diese Clare mit dem lockigen Haar und dem wohlproportionierten Hintern lässt ihn nicht mehr los. Sie eröffnet Daniel die Möglichkeit, aus seinem Krisenzustand herauszukommen, der schon lange seine kreative Ader lähmt.

Neue Alternativen und Abenteuer warten auf Daniel und Clare. Was folgt ist ein Wechselspiel von Anziehung und Abstoßung, von geschenkten und verpassten Momenten. Dabei sind Mailand, Ligurien, die Provence und Kanada die äußeren Stationen einer Suche nach Liebe, die eigentlich kaum möglich erscheint. Doch wahre Liebe gibt es für die beiden nicht, nur ein wenig Abwechslung und Sicherheit für eine geraume Zeit.

Mit "Sie und Er" ist dem Bestseller-Autor Andrea De Carlo (Jg. 1952) eine nuancenreiche Liebesgeschichte gelungen, die nach dem ungewöhnlichen Auftakt in der nüchternen Realität landet. Die fast 650 Seiten strahlen niemals Langeweile aus, mit Unterhaltung und nachdenklichem Humor fesseln sie den Leser. Ein Muss für Fans des italienischen Autors.

Manfred Orlick
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Buch voller Gewolltheiten, 5. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Der Klappentext las sich vielversprechend, eine Ausnahmeliebesgeschichte wurde versprochen....
Ich wurde klar enttäuscht, obwohl sich meine literarischen Ansprüche durchaus in Grenzen hielten.

Die Geschichte an sich enhält durchaus einen potentiell interessanten Mix an klassisch romantischen Elementen einer Liebesgeschichte und Überraschungsmomenten...fast! Denn ebendiese Momente wirken unangenehm gewollt, als bewusstes Mittel benutzt und mit diesem, ihnen anhaftenden Charakter nach wenigen Seiten identifiziert und überraschen keineswegs! Die Wendungen sind weder leidenschaftlich noch unvorhersehbar...im Gegenteil, man erwartet sie nach wenigen Seiten schlichtweg. Häufig schlich sich bei mir ein Gefühl des Fremdschämens ein, wenn erneut einer dieser Momente beschrieben wird, in denen die weibliche Hauptfigur Ihrer ach so unterdrückten Wildheit nachgibt, oder ganz entgegen Ihrer Vernunft handelt, denn man nimmt Ihr dieses Mit- sich- Hadern einfach nicht ab. Die Charaktere des Romans wirken stur konstruiert und bewegen sich genauso pseudo- tiefsinnig durch die Geschichte, wie die geräuschunterstützenden Interjektionen, die der Autor häufig kursiv einfügt. Vor meinem inneren Auge sah ich dann oft eine Person sitzen, die soeben einen Schriftstellerkurs besucht hat und nun gewillt ist, alle Stilmittel inklusive eines halb offenen Endes dienstbeflissen anzuwenden, in der Hoffnung, dies würde Ihr eine ganz eigene Nuance verleihen.
Hat leider nicht geklappt.

Die 2 Sterne gibt es für die anheimelnde Beschreibung Liguriens und die Möglichkeit, dass mein Eindruck des Buches vielleicht der Übersetzung geschuldet ist. Vielleicht steckt das Geheimnis ja in den Subtönen der Muttersprache.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Tatsache ist, dass ich dich liebe", 1. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich erzählt Andrea De Carlo mit "Sie und Er" eine der gängigsten Liebesgeschichten, so wie sie zahlreich geschrieben und verfilmt wurden: Mann und Frau lernen sich über einen kuriosen Zufall kennen; leben offensichtlich in verschiedenen Welten; die Frau ist unglücklich an einen seriösen Muttersohn gebunden und durch mehr oder weniger folgende Zufälle und Begegnungen wird die Anziehung immer größer; man stürzt sich zusammen in das Unvermeidliche; der Leser folgt gebannt der Geschichte über dem retardierenden Moment hinaus bis zum Ende.

Rational betrachtet, könnte man die in Mailand spielende Geschichte zwischen dem bekannten italienischen und in die Schaffenskrise geratenen Autor Daniel Deserti und der eigenwilligen, amerikanischen Versicherungsfrau Clare Moletto in Mailand in Kurzform so wiedergeben. Allerdings nur, wenn man die feinen Nuancen in jeder Beschreibung der Persönlichkeiten von Daniel und von Clare sowie in der Genese ihrer Begegnung in diesem Roman nicht erkennen will.

Andrea De Carlo schafft es auf besondere Weise zu beschreiben, wie Daniel in seiner Beziehungsunfähigkeit und Clare in ihrer "weiblichen Anpassungsgabe zu Männern" miteinander ihre Vorstellungen von Leben und Liebe in Frage stellen lassen. De Carlo schafft es, dass "Auf und ab" so treffend zu beschreiben, was nur einer wahren Liebe würdig ist und versucht die bisherige Beziehungsunfähigkeit auf der Einen und die Anpassungsfähigkeit auf der Anderen Seite genau damit zu ergründen. Das alles könnte in elendem Kitsch ausarten. Tut es aber nicht. Als Leser bleibt man gebannt an der Gefühlslage dran, auch über die vielen Seiten hinweg. Denn es sind viele nachhallende, berührende Dinge zwischen den Zeilen zu finden. Mit einigen lässt der Autor den Leser auch allein, auch nach dem Ende des Buches. Da ist z. B. die Erklärung von Daniel, dass man eine Beziehung nicht auf die Ewigkeit, sondern nur auf Sichtweite anlegen kann; da sind zu Beginn die Facetten der auf Äußeres bedachten Beziehung zwischen Clare und ihrem Anwalt Stefano; da fragt man sich, warum eine der vermeintlich unbedeutende Liebschaften von Daniel namens Miriam Lovati ebenfalls mit der gleichen Aufmerksamkeit des Literaten bedacht wurde und sie ihn erschreckend genau in "wahren" Liebe Clare vorbehalten ist.

Der rote Faden zu einem möglichen Happy End wird nicht deshalb ständig verlassen, um die Handlung spannender zu machen, sondern weil dies die Chronologie der Liebe in ihren detaillierten Beschreibungen von Dialogen und Verhaltensmustern treffend wiedergibt. Selbstverständliches oder Oberflächiges - z. B. detaillierte Beschreibungen von Sexszenen - sind ausgelassen, weil die Geschichte keine Allgemeinplätze nötig hat.

Zum Erzählstil gehört aber auch der stetige Perspektivwechsel. Es gibt Kapitel mit Daniel als Erzähler und solche mit Clare als Erzählerin. Nicht im strengen Wechsel eins zu eins, sondern in der notwendigen Folge die Geschichte aus Sicht von "Sie und Er" zu verstehen.

Das Buch hat auf den ersten 500 Seiten viele Längen, die aber keine echten Längen sind, da jede Beschreibung für die Geschichte notwendig ist. Im letzten Viertel fühlte ich mich dann doch etwas langatmig auf die Folter gespannt und zum Teil an einen profanen Agententhriller erinnert, wo man immer in der letzten Sekunde irgendeine Unmöglichkeit doch noch erreicht. Es scheint so, als würde der Autor seinen ansonsten auf die Macht des Wortes reduzierten Protagonisten oder auch Alter Ego Daniel noch mit Taten zum echten Helden stilisieren wollen. Das untermauert die Geschichte in keiner Weise und führt zur echten Längen. Und hierbei erinnerte ich mich wieder daran, dass ich schon mal ein Werk von Andrea De Carlo (Das Meer der Wahrheit) auf Grund des Erzählstils und der Geschichte sehr gerne gelesen habe, allerdings auch das letzte Viertel des Buches konstruiert und in die Länge gezogen empfand. Deshalb auch nur vier Punkte für das ansonsten gelungene "Sie und Er".
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Jaguar, 18. Februar 2012
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
So eine Liebe gibt es einmal nur,
es gibt nur einmal so viel Glück.
Lass diese Liebe nicht vorüber gehen,
sie geht und kommt nicht mehr zurück.
(Rudi Schurike)

Spricht die Liebe, so spricht vielleicht die Liebe schon nicht mehr?
Eine Geschichte über das Gefühl der Gefühle.

Auch in seinem neuen Buch nimmt dieser Autor seinen Fuß nicht vom Gaspedal und schert sich weder um Warnhinweise noch um Geschwindigkeitsbegrenzungen für seinen Protagonisten Daniel, der "Er" ist. Mit seinem alten Jaguar XJS Cabrio kracht er betrunken bei einem Unfall in das Leben von Clare, die im "revolverlauffarbenen" Audi ihres Freundes Stefano sitzt, einem aufstrebenden und korrekten Mailänder Anwalt. Ohne Umwege sind wir damit bei "Sie", der schönen, blonden und sportlich grazilen Amerikanerin, die sich sehr schnell zu Daniel hingezogen fühlt. Die Gefühle zu Stefano, zu dem sie sich nach anderen, nicht gut verlaufenen Beziehungen gerettet hat, sind bereits auf dem absterbenden Ast. Schon vor Daniels Auftreten wendet sie ihn immer öfter misstrauisch wie einen saftigen Apfel mit faulen Stellen hin und her. Clare, von Stefano italienisch Chiara (nomen est omen?) genannt, ist patent, wenn es darum geht, die Probleme anderer zu lösen. Ihre eigenen jedoch pflegt sie immer eine ganze Weile auszuhalten, bevor sie ihnen dann doch schnell davonläuft, in der Regel in die Arme eines neuen Mannes, der, da der lange Sinkflug des Alters der körperlichen Attraktivität noch keine Grenzen gesetzt hat, schnell zur Stelle ist. Gegen den spontanen Schriftsteller in der Sinnkrise, der mit dunklem, intensiven Blick draufgängerisch, kämpferisch und sensibel den gefährlich attraktiver Macho mit Tiefgang verkörpert, hat Stefano von Anfang an keine gute Karten im Spiel der Liebe, zumal er zunächst nicht ahnt, dass es wieder einmal begonnen hat. Der Jaguar hält sich jedoch nicht lange im Hintergrund, wo er unruhig im Bambus herumstreichend seine Beute fest im Blick behält.

Um die wahre, die große, alles andere ausschließende, also die echte Liebe geht es in "Sie und Er". Um die kostbare, die rare, die es in Zeiten der abgeklärten Menschheit schwer hat. Sie hat es zu tun mit Sehnenden, die in einer Beziehungsüberflussgesellschaft nach mindestens 100 % suchen, sich selbst aber aus bewussten und unbewussten Motiven heraus lieber bedeckt halten und oft nur bereit sind, mit kleinen Einsätzen zu spielen. Was die Chancen auf den Jackpot nicht eben erhöhen. Unsere westlich geprägte Gesellschaft ist arm an Geheimnissen, Verboten und moralischen Schranken und ein wahrlich hartes Pflaster für Romantiker, für Romantikerinnen sowieso.

Eins haben die drei, deren Kindheit und Jugend sehr unterschiedlich verlief, gemein: sie wuchsen bereits in emotional unstabilen Verhältnisse auf, die prägend für sie waren. Nonverbale Codes verstehen sie trotz facettenreicher Coolness und wachem Verstand schlecht: Missverständnisse am laufenden Band sind vorprogrammiert und der Kraftstoff für diese Geschichte, die sehr schnell schon keine Dreiecksstory mehr ist. Verlassen wir also Stefano, der wie ein störendes Gespenst meist am Handy, Fluch und Segen zugleich, durch die Geschichte flackert, und wenden wir uns endgültig "Sie und Er" zu. Daniel Deserti, (ebenfalls nomen est omen?) für dessen unsteten Lebenswandel auch seine beiden Kinder den Preis zu zahlen haben, hat sein Charisma, das sich aus einem attraktiven Äußeren und schriftstellerischem Erfolg speist, arrogant gemacht. Was nicht heißt, dass er dessen scharfe Klinge immer benutzt. Er kann sehr liebenswürdig, sehr charmant und äußerst aufmerksam sein. Das Gegenteil allerdings auch. Er ist ein übersättigter Suchender, der bereits die tückische Krücke Alkohol benötigt, ein gefährlich attraktiver Mann, der an die beständige wahre Liebe, die er sich ersehnt, nicht glauben kann. Mit Clare scheint sie sich nun doch einstellen zu wollen. In ihr will er die fehlende Hälfte sehen, die sein Leben zu einem Ganzen fügt. In der permanenten Hitze des südlichen Sommers, in Licht und Schatten ohne Abstufungen, beginnen die beiden eine zu keiner Zeit im Alltag verankerte Beziehung aus Abstoßung und Anziehung. Ist ein klarer Blick auf einen anderen Menschen am Anfang einer hochemotionalen Beziehung überhaupt möglich? Clares Körper jedenfalls rebelliert überfordert in der ersten gemeinsam verbrachten Nacht mit dem Fremden, in der das Phänomen "Liebe" verkopft seziert wird. Wissen kann so trostlos sein. Das rasante Spiel führt erst in Kanada, in der Kühle des Nordens, zum rasanten Showdown. Das Ende, man vermutet es schon lange, bleibt offen, muss offen bleiben. Wir Leser bleiben zurück mit einer der vielen Geschichten über viele von uns und hoffen, wider besseres Wissen, auf ein Happyend.

Ein fiebriges, aggressives Buch, durchaus bestens geeignet, sich im Bett schlaflos einige Stunden damit zu vertreiben. Ob das auch für die alltagsuntauglichen Daniel Desertis und Clare Molettos dieser Welt gilt? Diese Entscheidung müssen Sie selbst treffen und auch, ob sie für einen grundsätzlich begrenzten Zeitraum im Zustand ständiger Erregung leben wollen und können. Der Preis für die große Liebe, die ihrer Natur nach flüchtig und sehr zerbrechlich ist, ist hoch. Manche zahlen ihr restliches Leben lang für sie.

Helga Kurz
18. Februar 2012
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5.0 von 5 Sternen Top, 24. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Ein rasanter Roman! Ich bin froh, dass ich diesen Autor entdeckt habe und verschenke das Buch auch gerne bei der ein oder anderen Gelegenheit.
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5.0 von 5 Sternen Sommerhighlight, 4. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Clara und Carlo glauben nicht an die große Liebe. Beide leben in Mailand. Er, ein Schriftsteller, der die erfolgreichsten Tage schon hinter sich hat und seine allgemeine Resignation und Lebensunzufriedenheit mit bedeutungslosen Affären zu täuschen versucht. Sie, gefangen in einer Beziehung mit einem ebenso soliden, wie langweiligen Anwalt. Jeder Tag scheint bereits vorbestimmt, bis zu jenem Moment, als die beiden sich bei einem Autounfall zum ersten Mal begegnen.

Andrea De Carlo ist für mich die größte literarische Neuentdeckung in diesem Sommer. „Sie und er“ ist eines jener Bücher, denen man tatsächlich anmerkt, dass der Autor sein Werk gelernt hat und versteht damit umzugehen.
Die Geschichte ist so voller intensiver und lebendiger Dialoge zwischen Mann und Frau, dass man am liebsten immer mehr davon hätte und sich einfach darin verlieren könnte. Dabei ist es egal ob die Geschichte gerade in Ligurien, in Mailand oder in der Provence spielt. Der Autor schenkt dem Leser an allen Handlungsorten schöne und beeindruckende Augenblicke, die das Buch zu einem echten Schatz werden lassen. Die Charaktere wurden von Andrea de Carlo sehr präzise und authentisch aufgezeichnet. Man erspürt zwischen den Zeilen die großen Gefühle, die Lust und auch die Verzweiflung, die die Protagonisten umgibt und hat gar keine Wahl, als sie mit ihnen zu teilen.
An einigen Stellen musste ich sogar kurz innehalten, weil mich die Geschichte so sehr in ihren Bann gezogen hatte, dass es kaum noch erträglich war. Viel zu eindringlich, tiefgründig und lebensnah beschreibt der Autor das Spiel von Nähe und Distanz zwischen Clara und Daniel. Gleich darauf siegte aber auch schon wieder die Faszination für die Story und voller Neugier machte ich mich auf, um den Weg mit Clara und Daniel noch ein Stück weiterzugehen.

„Sie und er“ ist ein absolut spannendes Buch, bei dem man die Zeit vergisst und nicht eher ruhen kann, bis man die letzte Zeile gelesen hat, nur um dann enttäuscht festzustellen, dass die Geschichte damit schon zu Ende ist.
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5.0 von 5 Sternen Eine Liebesgeschichte rund um die essentiellen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Was macht mich lebendig?, 14. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte beginnt mit einem Auffahrunfall in der Nähe von Mailand. Der zweimal geschiedene Schriftsteller Daniel Deserti kracht sturzbetrunken in das Auto des Anwalts Stefano, einen materialistischen Kontrollfreak. Dessen Freundin Clare leistet bei dem vom Literaturbetrieb und von der Frauenwelt desillusionierten Schriftsteller erste Hilfe und beginnt damit eine Liebesgeschichte, die von einem Wechselspiel gegenseitiger Annäherung und Ablehnung geprägt ist. Mailand, Ligurien, die Provence und Kanada bilden den äußeren Rahmen einer Liebe, die kaum möglich scheint.
De Carlo ist ein Meister der Stimmungen, der leisen Töne. Er braucht nicht viel Handlung, um den Leser fesseln. Äußerst glaubwürdig beschreibt er verschiedene Milieus und verhehlt dabei nicht seinen autobiographischen Zugang. Etwa, wenn er die Arbeitsweise und Atmosphäre in einem großen Buchverlag beschreibt.
Auch dieser Roman von Andrea De Carlo ist eine Art Lebensschule. Der ehemalige Rockmusiker ermutigt den Leser zu einer Redimensionierung des eigenen Lebens, zu einer Suche des Glücks im Elementaren. De Carlos Stil hat etwas angenehm Leichtes, ohne dabei je oberflächlich zu sein. 'Sie und Er' ist ein Buch, das man nicht gerne aus der Hand legt.
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4.0 von 5 Sternen Ein Liebesroman der etwas anderen (Schreib-) Art..., 17. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Ich weiß gar nicht, wieso ich dieses Buch so lange ungelesen bei mir liegen hatte. Denn eigentlich verbirgt sich hinter "Sie und Er" eine wirklich nette kleine Geschichte um das Kennen- und Liebenlernen zweier Menschen.
Zugegeben, anfangs hat mich die Schreibweise des Autors ein wenig abgeschreckt. de Carlo neigt entweder zu recht kurzen, abgehackten Sätzen ohne richtiges Innenleben, oder aber zu sehr verschachtelten, komplizierten Sätzen, die man einfach nochmal und nochmal lesen muss, um sie voll aufzunehmen. Noch dazu sind sie im Präsens geschrieben - das ist für gewöhnlich nicht so mein Fall. So begegnen einem hier schon mal Sätze nach dieser Art:

"Sie ist befremdet von der Bruchstückhaftigkeit dessen, was soeben passiert ist; dass sie zu einer Entzerrung gezwungen ist, um aus der Überlagerung von Ereignissen eine Abfolge herzustellen. "(S. 28)

Lässt man sich von dieser Sprache jedoch nicht einschüchtern, dann erwartet einen eine durchaus lesenswerte, teils recht humorige und mit viel Sinn für Details geschriebene Geschichte, in der sich Clare und Daniel durch Zufall kennenlernen und fortan zufällig (oder auch nicht so sehr) über den Weg laufen. Für beide bedeutet dieses Kennenlernen einen Ausbruch aus ihren grauen, festgefahrenen Lebenswegen - Daniel ist bis dahin ohne rechten Plan und Motivation, wie es für ihn weitergehen kann; Clare eine unzufriedene Frau, die von ihrem Verlobten gern mal bevormundet wird. Ihre Stimmungen, Launen und Gedanken werden hier vom Autoren wunderbar aufgefangen und in Worte verpackt; was nicht zuletzt dadurch sehr gut glückt, dass die Kapitel abwechselnd aus der Sicht beider Hauptfiguren erzählt werden. Vor allem lebt die Story aber auch von den Nebenfiguren (beispielsweise Clares Verlobtem Stefano und dessen Mutter, oder ihrer Zimmernachbarin), die das Geschehen interessant und lebhafter gestalten, weil sie dem Ganzen einen Rahmen bieten.
Das Ende der Geschichte ist zwar offen, aber dennoch zufriedenstellend. Eigentlich erinnerten mich die letzten Kapitel sehr an eine typische Roman - bzw. Drehbuchvorlage für einen romantisch- leicht kitschig angehauchten Film, was vielleicht einen Tick zu sehr aufgetragen ist - zumindest im Vergleich zur restlichen, doch recht "puristischen" Handlung.

Fazit:
Ein lesenswertes Buch, das die besondere Auffassungs- und Beobachtungsgabe des Autoren wiederspiegelt, und das sich vor allem nicht eben so nebenbei lesen lässt. Ich fand die Sprache gewöhnungsbedürftig, die Charaktere jedoch sehr sympathisch, und vor allem gut getroffen.
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Sie und Er
Sie und Er von Andrea de Carlo (Gebundene Ausgabe - 21. Februar 2012)
EUR 22,90
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