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am 10. Juli 2011
Seit fast 20 Jahren ermittelt der Venezianische Commissario Guido Brunetti in seiner Heimatstadt. Seit fast 20 Jahren lieben ihn seine "Fans" für seine besonnene und mitfühlende Art und Weise. Und Donna Leon für ihre spannenden Kriminalfälle und die Familie Brunetti.

Aber irgendwie scheint so langsam wirklich die Luft raus, das muss man leider ganz klar so sehen. Ich habe alle 19 Fälle/Bücher gelesen. Was anfangs noch eine spannende, intelligente und einfühlsame Krimiserie war, verkommt mehr und mehr zur Pflichtübung. Aus alter Tradition liefert Frau Leon Jahr für Jahr einen neuen Brunetti ab. Jahr für Jahr freue ich mich drauf, obwohl ich es schon seit geraumer Zeit besser weiß: An die Qualität der Bände aus den Anfangsjahren reichen die "Neuen" schon längst nicht mehr heran.

Der vorliegende 19. Fall Auf Treu und Glauben setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich muss mich, eine Woche nach dem Lesen des Buches, schon anstrengen, um mich überhaupt noch daran zu erinnern, worum es in eigentlich ging. Daran krankten schon die letzten 2, 3 Brunettis: Es fehlt an Struktur, es fehlt an einem wirklich spannenden Kriminalfall. Leons Krimis waren nie laut, schnell und blutrünstig. Aber immer gut konstruiert und spannend bis zum Schluss.
Diesmal geht es um' ja, worum geht es eigentlich? In erster Linie ist es heiß in Venedig. Sehr heiß. Nichts so wahnsinnig ungewöhnliches im Sommer, aber doch immerhin wichtig genug, um es beinahe zum Hauptgegenstand des Romans zu machen. Paola Brunetti und die beiden "Kinder" werden kurzerhand in den Urlaub nach Tirol verbannt. Brunetti muss daheim bleiben und in Venedig (wo es sehr heiß ist, falls das keiner mitbekommen haben sollte) ermitteln. Das Mordopfer ist ein kleiner Beamter, von allen als korrekt und freundlich beschrieben von niemandem so wirklich gemocht. Mit Mitte 50 lebt er noch bei seiner Mama, und Brunetti und sein Assi Vianello sollen rauskriegen, der dem armen Mann (bei der Hitze!!) eins über den Schädel gebraten hat.

Die Ermittlungen schleppen sich so dahin (es ist aber auch recht heiß in Venedig'). In erster Linie sitzen Brunetti und Vianello beim Kaffee oder essen Sandwiches und klönen ein bisschen über den Fall. Die alte Leier über die Ungerechtigkeit der Welt, das Ungleichgewicht der Machtverhältnisse und die Bestechlichkeit der italienischen Beamten. Nebenbei besprechen sie noch die Probleme mit Vianellos Tante (gähn...), die all ihr Geld zu einem Wahrsager trägt und sich ausnutzen lässt. Selbst von mir sonst so sehr geschätzte Signorina Elettra ist inzwischen zu einem blassen Abziehbild ihrer selbst verkommen.

Dieser "Fall" war nicht spannend, die Ermittlungen schon gar nicht. Es zog sich wie Kaugummi, und am Ende hatte ich schon fast vergessen, wer überhaupt ermordet worden war. Lieblos und stereotyp werden die Charaktere gezeichnet, es ist nichts mehr übrig geblieben von den einst so intellektuellen Gesprächen und philosophischen Erörterungen Brunettis.
Er ist müde, so scheint mir, und vermutlich trifft das auch auf seine Schöpferin zu. Ich werde Brunettiromane lesen, solange welche veröffentlicht werden, einfach weil man die Hoffnung so ungerne aufgibt, dass da vllt doch nochmal was kommt, das einen mitreißt und an alte Glanzzeiten anknüpfen kann. Allerdings hoffe ich das schon seit Jahren ' vergeblich.

Insgesamt wirklich kein Buch, das man gelesen haben muss ' allenfalls Pflichtlektüre für eingefleischte Fans. So rein der Vollständigkeit halber.
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am 7. September 2011
Brunettis neunzehnter Fall hat mich etwas enttäuscht. Der Stil der Autorin scheint immer klischeehafter (oder lustloser) zu werden, es gibt unlogische Bemerkungen (...."sie hatte die stämmige Gestalt einer Osteuropäerin".....), und die Protagonisten, mir alle sehr lieb geworden, entwickeln sich nie weiter, egal ob es sich um Elettra handelt oder Vianello oder Patta u.a.
Und wenn auf etwa jeder zweiten Seite in irgendeiner Weise die Sommerhitze Venedigs thematisiert wird, ist bei einem Buch von gut 300 Seiten die Schmerzgrenze auch überschritten, zumal diese Tatsache mit den Fällen rein gar nichts zu tun hat.
Andererseits liebe ich Brunetti, seine Gedanken, sein Lebensgefühl; mir würde es schon manchmal ausreichen so über ihn zu lesen, ohne dass Verbrechen passieren.
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am 23. April 2012
Das die Donna Leon Bücher keine klassischen Krimis sind, hat sich sicherlich schon weit herum gesprochen. Allerdings bestachen die vorherigen Bücher wenigstens durch den etablierten Mix von Polizeiarbeit, Familienleben und etwas italienischer Lebensart. Leider kommt in diesem Buch die Figur der Paola etwas zu kurz und auch der Schwiegervater von Brunetti taucht gar nicht auf. Daher ist die Story aus meiner Sicht etwas sehr flach und eindimensional gestaltet. Auch die Auflösung der etwas kargen Handlungsstränge ist aus meiner Sicht viel zu flach. Da kommt in dem 20. Fall hoffentlich wieder etwas mehr Drive und Vielfalt vor.
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Es ist heiß in Venedig. So heiß, dass es für die Einheimischen kaum noch auszuhalten ist und sie daher versuchen, die überhitzte Stadt zu verlassen. Auch Brunetti wünscht sich in kühlere Gegenden und kann es kaum noch abwarten, mit seiner Familie nach Tirol in Urlaub zu fahren.
In der Questura ist ohnehin nicht viel los. Brunetti hat sogar Zeit, sich um Vianellos Probleme mit dessen Tante zu kümmern. Zia Anita interessiert sich in letzter Zeit nämlich viel zu sehr für Horoskope und Kartenlegen und läuft Gefahr, auf einen Scharlatan hereinzufallen.
Und dann tauchen noch Dokumente auf, die auf unsaubere Machenschaften im Gericht hindeuten.
In der Hitze gehen die Ermittlungen nur sehr langsam voran. Selbst die Verbrecher sind nicht besonders aktiv. Mit Ausnahme der Taschendiebe natürlich, denn die Touristen lassen sich von der Hitze nicht abschrecken und strömen wie immer massenweise in die Stadt.
Endlich, nachdem Paola sich entschieden hat, welche Bücher sie mitnimmt, sitzt Brunetti mit seiner Familie im Zug nach Bozen. Aber da klingelt Brunettis Telefon ' in Venedig ist ein Mord geschehen. Brunetti fährt also mit dem nächsten Zug gleich wieder zurück, um trotz Hitze, Korruption, Lügen und Scheinheiligkeit zu ermitteln und sich dabei mal wieder mit Vice-Questore Patta abzuärgern.
Wie in jedem Jahr wurden die Erwartungen, die ich an einen Brunetti-Krimi habe, voll erfüllt. Eine ordentliche Portion Lokalkolorit, das mich von Italien träumen lässt, die gewohnten Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind, und eine ruhige Krimihandlung, in der ein aktuelles politisches Thema aufgegriffen wird. Natürlich ist das Buch auch so gut wie immer geschrieben und liest sich flüssig. Am besten mit einem Spritz.
Und jetzt warte ich schon wieder auf das nächste Jahr'
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am 5. August 2011
Durchschnittlich - leider nicht mehr für mich.

Die Hitze in Venedig ist sicher wie sonst überall auch, wo es zu heiss ist, ein Disaster. Nichtsdestotrotz hat Brunetti nichts besseres zu tun als direkt von seinem gerade angetretenen Urlaub gemeinsam mit der Familie zurück in diese Hitze zu fahren, um einen Mord zu klären.
Mich nervt schon in den meisten Kriminalfilmen das Signal dieser übereifrigen Kommissare, lieber 24 Std. für ihre Arbeit zur Verfügung zu stehen als ein Privatleben zu bevorzugen.

Der Fall selbst ist auch nicht wirklich spannend. Einzig die Befragung des Mädchens mit der illegal beschäftigten Hausangestellten fand ich wirklich sehr gelungen. Sowie natürlich auch die Zweifel, die Brunetti dann plötzlich kommen, wie weit er hier als Polizist gehen darf.

Gerade die Balance zwischen Arbeit und Beruf machen die Kriminalromane von Donna Leon für mich sehr lesenswert. Die kleinen Auseinandersetzungen mit Patta, die raffinierten Methoden illegal an wichtige Daten zu kommen von Signorina Elettra sowie die intelligenten Einwürfe seiner Ehefrau Paola. Und nicht zuletzt ein klein wenig das dolce vita:-)
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am 30. Mai 2011
Zum mittlerweile 19. Mal ermittelt Commisario Brunetti in und um Venedig. Und während die vergangenen Romane von Donna Leon eher ambivalent bei der Leserschaft ankamen, weil Licht und Schatten sich zu oft abwechselten, wird "Auf Treu und Glauben" wieder dem Anspruch der Brunetti-Fans mehr als genügen. Denn es überwiegt eindeutig das Licht - sowohl was Qualität und Spannungsbogen des Romans ausmacht, wie auch das tragende Thema des Romans: Venedig glüht unter der Hitze der Sommersonne.

Wie bereits in den meisten vergangenen Romanen bekommt es Brunetti mit zwei verschiedenen Fällen zu tun, die aber eines gemeinsam haben: sie beginnen nicht als offizielle Ermittlungen, sondern werden von Brunetti aus persönlichem Interesse verfolgt. Zum einen geht es um Zia Anita, die Tanta von Brunettis Kollegen Vianello. Vianello befürchtet, dass seine Tante Scharlatanen aus der Wahrsagerszene aufgesessen ist, die sie systematisch abkassieren. Allerdings ist eine offizielle Ermittlung nicht möglich, da seine Tante jegliche Einmischung in ihre Privatdinge verbietet. Also ermittelt Brunetti erst einmal privat - allerdings nicht ohne tatkräftige Unterstützung der Sekretärin seines Chefs Patta, Signora Elettra, deren Fähigkeiten mittels Computer Informationen zu beschaffen schon mehr als legendär sind.
Auch beim zweiten Fall benötigt Brunetti Signora Elettra's Unterstützung. Über einen befreundeten Regierungsbeamten werden ihm Unterlagen zugespielt, die den Verdacht nahelegen, dass eine bekannte Richterin vorsätzlich Gerichtsverfahren verschleppt. Offensichtlich sind ein venezianischer Unternehmer in die Mauscheleien verwickelt, aber auch ein Gerichtsdiener. Letzterer aber gilt als überaus korrekt und zuverlässig, so dass es tiefere Gründe geben muß, warum gerade er offensichtlich eine Verbindung zu der unbeliebten Richterin hat. Als Brunetti über Signora Elettra im allernächsten Umfeld des Gerichtsdieners ermittelt, bekommt dies die Richterin mit... und nur wenige Tage später ist der Gerichtsdiener brutal ermordet worden. Nun kann Brunetti offiziell ermitteln - und wie so häufig werden ihm dabei durchaus offizielle Steine in den Weg gelegt.

"Auf Treu und Glauben" ist ein überaus atmosphärischer Roman. Dies liegt sicherlich auch daran, dass Donna Leon überaus bildhaft die Hitze beschreibt, die über der Lagunenstadt liegt und die nicht nur ihrem Commisario so sehr zusetzt. Aber auch insgesamt sprüht der 19. Fall Brunettis nur so von den Stimmungen und der Atmosphäre Venedigs und der eigenen mentalität der Menschen dort. Wer sich auf die Brunetti-Romane einlässt, der darf keine nervenzerfetzende Spannung und hochgradige Action erwarten, denn ihn erwartet eher das Gegenteil, ein angenehmes Gegenteil: "Auf Treu und Glauben" kommt sehr leicht und flockig daher und würde es nicht so abgedroschen klingen, so wäre "die Handlung plätschert locker und leicht dahin" genau die richtige Beschreibung. Es ist ein angenehmes, weil sehr unterhaltsames und kurzweiliges Dahinplätschern, dass einen als Leser nach Venedig versetzt. Und gleichzeitig ist die Handlung wie immer bei Donna Leon hochaktuell: die Gelddruckmaschinerie der Wahrsager und Horoskopmacher, die auch via Fernsehen ihre Kundschaft ködern und abzocken - hochprofessionell und psychologisch überaus geschickt. Und auf der anderen Seite Leon Lieblingsthema der Korruption und Mauschelei von Politik, Verwaltung und Industrie in Italien im Allgemeinen und Venedig im Besonderen.

"Auf Treu und Glauben" ist ein wunderbarer Sommerroman, einer der besten aus der Brunetti-Reihe. Es ist schon faszinierend, dass sich diese eher leisen und leichten Kriminalromane Donna Leons durchgehend auf der Bestsellerliste platzieren und so darf man sich schon jetzt auf den hoffentlich nicht allzu lange auf sich warten lassenden 20. Fall des sympatischen venezianischen Commisario freuen. 5 Sterne!
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am 23. November 2011
Dies ist mein nun 19 Buch das ich aus dieser Reihe gelesen habe, aber das bisher langweiligste Buch der gesamten Reihe. Außer einer endlose langen Einleitung bis mal was passiert (aber bei Hitze dehnt sich ja bekanntlich alles aus)und einem Mittelteil der auch nicht viel besser ist kommt ein Schluss, bei dem man sich fragt, hat hier jemand keine Lust mehr auf das schreiben gehabt oder war kein Platz mehr zwischen den beiden Buchdeckeln. Oder es war einfach der Abgabezeitpunkt gekommen.

Ich hoffe, daß das 20 Buch wieder die Qualität der anfänglichen Bücher oder wenigstens die der mittleren Reihe hat.
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am 27. Juli 2014
….so könnte man die Autorin mittlerweile bezeichnen. Es vergeht kaum eine einzige Seite auf der sie nicht den italienischen Staat und dessen Politiker anklagt. Korruption hier, Selbstbedienung da. Egal in welcher Behörde, egal auf welcher Ebene. Alle stopfen sich ihre Taschen voll, niemand zahlt mehr Steuern. Zu was sollte man auch? Es funktioniert doch auch so. Überraschenderweise zählt nun auch Brunetti zu eben jenen Betrügern, obgleich er es nur aus dem Grund tut um sein hart „verdientes“ Geld nicht auch noch den korrupten Beamten in den Rachen zu werfen. Dies ist jedenfalls die Quintessenz aus einem Gespräch das er mit seiner Frau Paola führt , und in dem er zugibt bei manchen Restaurantbesuchen auf eine Rechnung großzügig zu verzichten.
Das Brunetti sein Geld hart „verdient“ ist natürlich ironisch gemeint. Immerhin arbeitet er die meiste Zeit in Bars und stopft sich dort mit Tramezzinis, Kaffee, Spritz und Wein voll. Das mag vielleicht keine allzu große Neuerung zu den vorangegangenen Bänden sein, doch diesmal erfahren wir, dank der Erklärungswut der Autorin, mit was jedes einzelne davon belegt ist. Mit Tomate und Ei, Tomate und Thunfisch…etc etc.
Selbstverständlich bleibt uns auch die Wahl seiner etwaigen Begleiter nicht verborgen, obwohl dies sehr wohl etwas wäre worauf der noch immer geneigt Leser verzichten könnte. So erfahren wir für welchen Belag sich Vianello entscheidet und müssen unsere Fantasie auch dann nicht strapazieren, wenn die beiden mit einem Anwalt in einer der zahlreichen Bars einkehren und etwas bestellen.

Aber was beschwere ich mich eigentlich? Immerhin gibt es doch in diesem Band einen Ermordeten sowie einen passenden Mörder. Ein Umstand den der Leser bei Donna Leon nicht immer für selbstverständlich erachten kann. Dass dieser Mörder am Ende nicht so richtig Verhaftet wird, vom Verurteilen mal ganz abgesehen, wundert längst nicht mehr. Sind doch alle Beamten korrupt und an der Aufklärung von Morden nicht interessiert. Eventuell sollte der italienische Staat eine Prämie für die Lösung solcher Fälle ausloben, vielleicht würde das die müden, vollgefressenen Staatsdiener in Schwung bringen.
Andererseits könnte es dann sein, dass rudelweise Unschuldige ins Gefängnis geworfen werden…vergessen wir diese Idee also lieber wieder.

Also, worum geht es in diesem „Fall“? Als allererstes natürlich um die schier unerträgliche Hitze in Venedig. Um oben erwähnte Tramzzinis. Um Bambola, der die Bar in der er arbeitet endlich putzen und aufräumen kann weil sein Chef eine Erkältung hat. Auch erfahren wir dass die Tramezzinis in der Bar nahe dem Gericht sehr viel besser sind als diejenigen die es bei Bambola gibt.
Mal sehen, um was geht es noch? Ach ja, das gerade Ferien sind und alle in den Urlaub fahren. So auch Brunetti und Vianello, welche jedoch auf halber Strecke zurückgepfiffen werden weil ein Mord geschehen ist.
Ein ruchloser Mord an einem kleinen Staatsbeamten der, wie uns Fräulein Elektra zuvor mitteilt, ein wahres Juwel war. Immer pünktlich, stets korrekt, also eigentlich ein Schandfleck in dem morastigen Sump,f der von Korruption durchwachsen ist und sich eine italienische Behörde nennt. Wie üblich wirft die Autorin dem Leser einige Finten vor die Füße, anders kann man es nun wirklich nicht nennen, doch der kundige Donna Leon Leser weiß recht bald wie es wirklich war. Einzig und allein der Weg zum Ziel gibt ihm Rätsel auf. Was will uns die Autorin eigentlich sagen? Das alles auf der Welt schlecht ist? Das uns jeder mit dem wir es zu tun haben uns betrügen will? Das es eigentlich keinen Grund gibt weiterzuleben? Schon gar nicht in Italien?
Schon komisch, wohnt sie doch selbst seit Jahren genau dort. Aber vielleicht ist das auch nur Mittel zum Zweck. Wäre es doch gut möglich, dass sie ohne die ständige Präsenz in Venedig schlicht weg vergessen würde wie es dort aussieht. Und was wäre Commissario Brunetti ohne Venedig? Genau, ein Ratgeber für den Rest der Welt wie man es nicht machen sollte. Denn als Krimi kann man ihre Werke nun wirklich nicht bezeichnen.

Den „zweiten“ Handlungsstrang schenke ich mir. Der Wahrsagende Kartenleger, der in Wirklichkeit ein verurteilter Betrüger ist und einen Gesundheitstee vertreibt, ist so unsinnig in die Handlung eingebaut, dass es fast schon weh tut. Statt ihn einfach für die bereits ergangenen Urteile zu verhaften, immerhin muss er noch einiges an Strafe zahlen, tänzeln Brunetti und Vianello um den Mann herum als wäre er der Regierungspräsident, den sie noch nicht einmal ansehen dürften.
Das sich Patta natürlich weigert den Mann in irgendeiner Weise zu behelligen, versteht sich von selbst. Sobald es auf logischer Weise möglich wäre einen Verdächtigen seiner Tat zu überführen, holt Frau Leon ihren Fallverhinderer Patta hervor und bremst Brunetti aus. Wie einfach das Leben in Italien doch ist.
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am 19. Juni 2011
für Donno Leon, Brunetti und Kollegen. Ich habe mich auf den 19. Fall schon gefreut und wurde enttäuscht. Donna Leon umschreibt sehr ausführlich die Hitze in Venedig und alle damit verbundenen Unannehmlichkeiten. Die eigentliche Handlung geht dabei unter... schade eigentlich. Der Fall und die private Angelegenheit von Vianello schleppen sich so dahin, bis es irgendwann zu einem Ende kommt. Und Brunetti endlich seiner Familie in den Urlaub folgen kann.
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am 21. Juni 2014
...keinen kann man ja hier leider nicht vergeben-aber dies Buch wäre eines von denen die in meinen AUgen keinen Punkt verdient haben.
Von einer Nachbarin auf diese Autorin und dies Buch aufmerksam gemacht worden habe ich dann mal gutgelaunt losgelesen. Italien - da werden sicherlich Urlaubserinnerungen wach und so gings los.

Die Beschreibung der Hitze und Unerträglichkeit des italienischen Systems waren obligatorisch. Gut dachte ich- ein sozialkritischer Krimi mit dem Hintergrund des schwülwarmen Venedikklimas - sicher wirds noch.

Doch es wird und wird nicht- der eigentliche Fall ( wenn man den Vianello-Mutter-Fall mal nicht dazuzählen will) entfaltet sich erst ab der Hälfte des Buchs und wird dann so langweilig recherchiert und man quält sich durch die Seiten. Etwas unspannenderes habe ich bislang noch nicht gelesen! Der Fall der Vianello Muter wird irgendwann mehr oder weniger ad acta gelegt- Anklagen gibts keine- typisch italienisch- womit man sämtliche Klischees mehr als ausgereizt hätte.

Auch die Protagonisten bleiben farblos und muten künstlich an- die ständigen Bekundungen der ach so schlimmen Hitze nerven spätestens ab Seite 30 und machen das Bch nicht besser.

ich frage mich ernsthaft, wie man diese Buch positiv bewerten kann und wunder mich über die große Fangemeinde....aber vielleicht sind die 189 ;-) anderen Brunetti Krimis ja alle viel viel schöner und vor allem spannender!
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