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Kundenrezensionen

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am 26. Mai 2010
Das Besondere der ersten Commisario Brunetti Romane ist sicherlich nicht mehr vorhanden, aber lesenswert sind Donna Leons Kriminalgeschichten aus Venedig allemal - dies mal meiner Rezension voran gestellt.

Im mittlerweile 18. Fall von Guido Brunetti, "Schöner Schein", beginnt Donna Leon wie bereits in den letzten Romanen mit zwei parallel laufenden Handlungssträngen. Da ist auf der einen Seite die deutlich jüngere Ehefrau Franca Marinello des venezianischen Großindustriellen Maurizio Cataldo, die wegen ihres nach Schönheitsoperationen maskenhaft entstellten Gesichtes in der Klatschpresse nur Superliftata genannt wird und die Brunetti auf einem Empfang seines Schwiegervaters, Conte Falier, kennen lernt. Sie überrascht ihn mit besonders tiefgehenden Literaturkenntnissen und fasziniert ihn so sehr, dass seine Frau Paola (vollkommen zu Unrecht) Eifersucht entwickelt. Da sein Schwiegervater überlegt, mit Cataldo in Geschäftsbeziehung zu treten, bittet er Brunetti, die beiden auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen. Dabei erfährt Brunetti unerwartete Dinge hinter dem "schönen Schein" von Superliftata und ihrem älteren Mann.
Gleichzeitig wird Bruneti von seinem Chef, dem immer nur auf seinen eigenen Vorteil bedachten, affektierten und ziemlich inkompetenten Vice-Questore Patta, gebeten, einem Sonderbeauftragten der Carabinieri, Maggior Guarino, Amtshilfe bei dessen Ermittlungen in einem brisanten Müllskandal zu leisten. Doch kaum befasst sich Brunetti mit dem Fall, wird Guarino inmitten der Müllverbrennungsanlagen vor den Toren Venedigs ermordet aufgefunden.
Bei seinen weiteren Ermittlungen stösst Brunetti auch dank eines Fotos, das ihm Guarino noch vor seiner Ermordung zukommen liess, auf den zwielichtigen und gefährlichen Terrasini, der Kontakte zur Mafia vermuten lässt und der offensichtlich eine Affäre mit Franca Marinello hat, was beide Fälle zusammen führt.

Wieder einmal greift Donna Leon aktuelle politische Themen Italiens auf - dieses mal das große Müllproblem des Landes - wer erinnert sich nicht noch an die Zeiten, als Neapel im Müllchaos versank und die italienische Regierung das Militär in den Süden zum "Aufräumen" schicken musste.... oder an die Müllfrachter, die in Afrika den hochgiftigen Sondermüll aus Europa abluden - bis der Skandal aufflog.
Das Besondere an Donna Leon ist es, dass sie angenehm unspektakulär, aber gleichzeitig sehr vielschichtig diese Themen in ihren Roman verarbeitet. So auch in Commisario Brunettis 18. Fall. "Schöner Schein" liest sich locker und flüssig, die Sprache ist wie gewohnt einfach und trotzdem nicht zu abgedroschen. Das Ende ist anders, als man es Anfangs erwartet und auch die philosophischen Dispute Brunettis mit seiner Frau Paola sind tiefgründig und ironisch gestaltet - somit sind eigentlich alle Zutaten für einen guten Roman vorhanden.

Dass es letztendlich aus meiner Sich nur 4 statt 5 Sterne gibt, liegt daran, dass dieses Muster so langsam Abnutzungserscheinung zeigt - die Romane Leons sind unterhaltsam und auch durchaus spannend, aber sie nutzen sich mit der Zeit ein wenig ab. Irgendwie hat man beim lesen das Gefühl des "déjà vu". Nichts desto trotz aber lohnt sich der Kauf des neuen Falls von Brunetti "Schöner Schein", denn die Qualität schlägt die Abnutzung ;-).
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am 6. Juni 2011
Seit einigen Jahren lese ich regelmäßig Brunetti Krimis. Bei den ersten, die ich gelesen habe, kann ich mich sogar noch an Inhaltliches erinnern: "Venezianisches Finale", "Acqua Alta" oder "Die dunkle Stunde der Serenissima" würden mich jederzeit wieder bestens unterhalten und zum Nachdenken anregen .
Aber seit einigen Jahren freue ich mich zwar jeweils, wenn ich ein neues Buch in der Bücherei leihen kann. Aber irgendwie habe ich die Geschichten sehr schnell vergessen, sie sind in meiner Erinnerung schall- und klanglos untergegangen. Ich fürchte dieses Schicksal wird auch "Schöner Schein" ereilen.
Die Thematik Müllentsorgung im Zusammenhang mit organisiertem Verbrecher ist zwar ein Dauerbrenner und sicher imemr wieder ein lohnenswertes Motiv. Die familiäre Situation der Familie Brunettis ist wiederum angenehm vertraut dargestellt. Und doch fehlt irgendwie der Kick. Die Lösung des Falles bleibt irgendwie schwammig. Man weiß am Ende zwar, weshalb die Opfer umgebracht wurden, die Details der Morde sind aber nicht Thema des Buches.

Der deutsche Titel bedient das beliebte Motiv des Gegensatzes Schein - Sein und wurde vom Verlag wahrscheinlich gewählt, weil der Leser ziemlich lange bezüglich einer Person in die Irre geführt wird. Aber eigentlich trifft es der Originaltitel "About Face" besser.

Liebhaber von Cicero und anderer klassischer römischer Literatur kommen in diesem Buch voll auf ihre Kosten. Dem Nicht-Lateiner bleibt der Eindruck, dass alles eigentlich schon mal in der Literatur beschrieben ist. Wozu braucht es denn noch mehr Bücher?

Ich schwanke ein bisschen zwischen der Ansicht, dass sich der Protagonist Brunetti langsam etwas abgenutzt hat und andererseits der Bewunderung, dass Donna Leon diesem Charakter solange treu geblieben ist und im Vergleich zur Regiokrimi Schwemme, die wir gerade erleben, immer noch sehr hohe Qualität abliefert. Ich denke mal, ich werde auch die weiteren Brunetti-Fälle lesen, auch wenn sie vielleicht nicht so nachhaltig wirken, wie sie es früher taten.
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am 26. August 2010
Wie jedes Jahr liegt auch diesmal ein neuer Roman von Donna Leon vor. Mit dem vorliegendem Werk sind es nun 18 Romane. Kaum zu glauben woher die Autorin die Kraft dazu aufbringt.
Anders wie in den vorherigen Exemplaren wurde mit einem anderen Übersetzer das Original übersetzt. Für mich ist die gute Sprache der anderen Werke nicht erreicht. Die Kritik bei den letzten Büchern das es keine Toten gegeben hat und es würde zu einem Krimi dazugehören, kann ich nicht teilen aber diesmal wird die "Kundschaft" ausreichend von Donna Leon bedient. Wie jedes Mal kauft der Leser ein Stück von Venedig mit und hat ausreichend dazu mit dem "Schönen Schein" Gelegenheit dazu. Die Computerexperten unter den Lesern werden sicherlich schmunzeln wie geschickt eine Signorina Elettra in einer Polizeistation in nahezu jedes Computernetz in Venedig oder Italien eindringen kann. Das ist wohl auch aus gesetzlichen Gründen weit weg von der Realität. Aber Commmissario Brunetti löst damit jeden Fall und hilft damit zusätzlich dem eigenen Schwiegervater. Am Ende ist auch dieser Fall gelöst, die Umweltsünder angeprangert und Gründe für eine Gesichtsoperation geklärt. Der Schöne Schein von Donna Leon und vier Sterne bleiben.
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am 30. Januar 2012
In jedem ihrer Krimis greift Donna Leon ein politisch aktuelles Thema aus Italien auf. So auch in ihrem 18. Brunetti-Fall.
Was hat die Blondiene Franca Marinello, welche Brunetti zu einem Essen bei seinen Schwiegereltern kennen lernt, für ein Geheimnis? Doch Sie ist nicht die Einzigste, aus der der Commissario nicht schlau wird. Er kommt undurchsichtigen Giftmüllgeschäften auf die Spur, welche immer größere Ausmaße annehmen....
Mir gefällt in ihren Bücher immer wieder, wie sie nebenbei die Eindrücke von Venedig in einer Genauigkeit beschreibt, dass man sich selbst in die Kulisse hineindenken kann.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Juli 2010
"Schöner Schein" hat mir im Großen und Ganzen nicht so gut gefallen wie andere Krimis aus der Reihe. Manchmal hatte ich das Gefühl, alles schon einmal gelesen zu haben. Das traf besonders zu auf die Kritik an der italienischen Regierung, Wirtschaft, Gesellschaft etc. Natürlich schüttelt man immer noch den Kopf, wenn man liest, was alles an Korruptionen usw. in Italien passiert, aber manchmal wird es auch nervig. In den letzten Romanen nimmt dieser Aspekt etwas überhand. Brunetti liest die Zeitung - ein Skandal nach dem anderen. Brunetti telefoniert - eine Andeutung nach der anderen auf Betrug, Unterschlagung, Umweltverschmutzung. Auf der anderen Seite bleiben die gewohnten Figuren weiter sympathisch. Es wird viel gegessen und ausführlich geschrieben, was gegessen wird. Kleidung wird ausführlich beschrieben. Das ist alles wie immer.
Die Geschichte selbst ist ok, obwohl teilweise vorhersehbar. Es ist nicht das erste Mal, dass Brunetti zwei verschiedenen Fällen nachgeht, die sich am Ende als zusammenhängend erweisen. Wer das weiß, dem fehlt da etwas die Spannung. Hier handelt es sich einmal um Giftmüll und zweitens um einen Geschäftspartner in spe von Brunettis Schwiegervater, dessen Hintergründe er etwas auf den Grund gehen soll. Ganz dabei ist Brunetti allerdings nicht, da er von dessen Frau angetan ist. Zwar ist sie bis zur Unförmigkeit geliftet, aber sie liest dieselbe Literatur wie Brunetti selbst. Wie kann das zusammengehen? Als Brunetti schließlich auf eine Verbindung von ihr zum Giftmüllfall stößt, ist er mehr als entsetzt.
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Ich hatte es mir ganz fest vorgenommen: Ich warte! Auch wenn der wie immer sehnsüchtig erwartete neue Roman von Donna Leon schon jetzt erschienen ist, ich warte mit dem Lesen bis Juli. Denn im Juli fahre ich an den Gardasee und natürlich auch nach Venedig, kann den Krimi also lesen, während ich am Ort des Geschehens bin, einen Espresso vor mir - ganz klar, ich warte. Aber da ich das Buch nun schon habe, kann ich wenigstens den Klappentext lesen. Klingt interessant. Na ja, wenn ich das Buch schon einmal in der Hand habe (und Diogenes-Bücher habe ich so gern in der Hand ' dieses handliche Format, dieses schöne Papier, dieser herrliche Geruch eines druckfrischen Buches!), kann ich ja wenigstens den ersten Absatz'
Es beginnt mit einer Abendeinladung bei Brunettis Schwiegereltern, bei der er der ihm bisher unbekannten Franca Marinello gegenübersitzt, die 'Superliftata' genannt wird, weil ihr Gesicht so stark operiert ist, dass jegliche Mimik unmöglich ist. (Man merkt, dass Donna Leon etwas gegen Schönheitsoperationen hat.) Aber Brunetti ist von der Frau völlig fasziniert, denn sie liest zu seinem großen Erstaunen Cicero und Ovid und so kann er endlich einmal über die Bücher reden, die er liebt. (Seine Frau Paola ist ja bekanntlich ein eingefleischter Fan von Henry James). Gut, dass Paola so verständnisvoll ist'
Der zweite Strang des Romans dreht sich um illegale Mülltransporte. Brunetti wird um Amtshilfe gebeten, aber der hilfesuchende Kollege wird kurz darauf ermordet aufgefunden. Wie immer herrlich daneben ist die Reaktion des Vice-Questore Patta (eine meiner Lieblingsfiguren): 'Er hat doch einen recht vernünftigen Eindruck gemacht. Wie konnte er sich einfach so umbringen lassen?'. Zum Totlachen ist die Beschreibung von Pattas winterlicher Kleidung.
Neben Patta tauchen natürlich auch die anderen gewohnten Charaktere wieder auf, ergänzt durch eine attraktive neue Kollegin, die Brunetti gefährlich werden könnte, wenn er nicht genau wüsste, was er an seiner Paola hat. Was Paola auch bewusst ist: 'Ich koche'. Die unterhaltsamen ehelichen Dialoge finden am Ende, nach der überraschenden Vereinigung der beiden Handlungsstränge, ihren Höhepunkt in einem der feministischen Vorträge Paolas, die einer Mörderin am liebsten einen Orden verleihen möchte.
Leider kommt die kulinarische Seite diesmal ein wenig zu kurz, ebenso wie das Lokalkolorit. Dafür entschädigen aber die philosophischen Betrachtungen, die meine Leseliste jetzt um Cicero und Ovid erweitert haben.
Wie jedes Jahr werden meine Erwartungen an den neuen Brunetti-Krimi nicht enttäuscht. Liebevoll gezeichnete Charaktere, ein wunderbarer Schauplatz (diesmal ungewohnt verschneit), und eine solide Krimihandlung, deren Spannung nicht auf möglichst blutigen Gruseleffekten beruht, sondern auf einer realistischen Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse und des menschlichen Umgangs miteinander.
Und dass ich nicht warten konnte, macht nichts ' ich kann das Buch ja einfach noch einmal lesen, wenn ich in Venedig bin'
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am 30. August 2012
Leider, leider ist das kein Bestseller von Frau Leon - ganz im Gegenteil sogar eines ihrer schwächsten Bücher !

Die Handlung zieht sich schleppend und unspektakulär in die Länge, die Problematik der Müllbeseitigung wird kurz erwähnt, Brunetti und seine Familie waren auch schon lebhafter und der "Fall" ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Besonders uninteressant empfinde ich die vielen Anspielungen auf Bücher der Antike und die Zitate aus diesen Werken.

Meiner Meinung nach voll in der Lagune versenkt !
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am 12. Juni 2012
Das war mein erster Brunetti-Roman und damit fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten. Auch kann ich nicht beurteilen, ob sich gegenüber den Teilen 1 bis 17 vieles wiederholt. Als Erstleser fand ich ihn einfach nur gut! Ich lese gerne Romane die in meinen aktuellen Urlaubsziel handeln. Ich kann mir keine schönere literarische Urlaubsvorbereitung (und Begleitung) vorstellen als diesen Brunetti-Roman bei einer Venedig-Reise!
Wie in jedem modernen Krimi nimmt die eigentliche Krimihandlung nur einen vergleichweise kleinen Teil des Romans ein. Und auch dieser Teil ist recht konventionell gestrickt. Wer auf thriller-typisches wie schnelle Action, wilde Wendungen oder Cliffhanger steht, ist definitiv völlig falsch hier.
Dafür lernt man diese wunderbare Stadt und ihre Einwohner aus einer sehr internen Sicht kennen - eine nette Ergänzung des üblichen Rialto-Markusplatz-Kitschprogramms, in dessen Rahman man Venedig zumeist erlebt. Dass die Autorin Donna Leon das kann, liegt auf der Hand : schließlich lebt die Amerikanerin seit 20 Jahren in dieser wunderbaren Stadt.
Anhand des liebesnwert-schrulligen Commissarios und seiner große Familie erfährt man eine Menge über das Leben der Venezianer, angefangen bei Essgewohneiten bis hin zu Eigenheiten der italienischen Bürokratie - für mich als Italienfan natürlich sehr unterhaltsam.
Als dritte Komponete nach Krimi und "Reiseführer" sollte man noch die Hintergrundhandlung, Mafia und Müllproblematik anführen. Zusammen genommen bekommt man mit diesem unterhaltsamen und durchaus auch spannendem Buch eine recht runde Sicht auf Venedig mit all seinen Facetten. Lesefreude pur, vor allem für Italienfans! :-)
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am 25. April 2016
Wir haben uns dieses Buch gekauft, weil es von Donna Leon ist. Herrliches Buch. Spannend, gut geschrieben - einfach Donna Leon halt
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am 24. Oktober 2015
... und nicht den Neupreis von 10,90 € bezahlt habe. Ich war enttäuscht. Da sind 2 (plus 1) Morde, die nur halbherzig bzw. gar nicht "seziert" werden. Nur oberflächlich und ganz am Schluss erfährt man den Zusammenhang. Stattdessen eine entsetzlich langatmige Geschichte zur "Superliftata", zusammenkonstruiert, die uninteressanter nicht sein könnte. Am Ende bleibt der Leser in der Luft hängen. Die Geschichte rund um die Müllmafia wird nicht zu Ende erzählt, wobei es wohl Absicht war, da es keine Lösung gibt für die Machenschaften der Camorra. Das Buch ist plötzlich und unbefriedigend am Ende. Der schlechteste und für mich am wenigsten ausgefeilte Donna Leon Roman, den ich bisher gelesen habe. Positiv und amüsant die Gespräche zwischen Brunetti und Patta.
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