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Kundenrezensionen

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Wie weit könnnen die Medien gehen? Wie weit reicht der öffentliche Voyeurismus a la BigBrother und ähnlicher Reality-Shows? - Wichtige Fragen, die in diesem Buch von Amelie Nothomb aufgeworfen werden. In Reality-Show sind die schlimmsten Szenarien Wirklichkeit geworden. Die Sendung "Konzentration" zeigt den Alltag in einem Konzentrationslager. Die Insassen sind willkürlich Verhaftete, die Wärter, Kapos genannt, konnten sich für die Sendung bewerben. Die eigentliche Story spielt sich zwischen zwei Frauen ab, Kapo Zdena und der Gefangenen Pannonica. Machtausübung verwandelt sich schnell (und ich verrate damit nicht zu viel) in eine sehr einseitige Art von Liebe.

Der Roman beschreibt sehr wenig, Inhalte beschränken sich vorwiegend auf Gedanken und Gespräche, was eine etwas theaterhafte, leider auch unrealistische Atmosphäre entstehen lässt. Andererseits wäre es schwierig in einer, ja recht kurzen Geschichte, viel an Beschreibung unterzubringen. Die Hauptakteure sind sehr klischeehaft dargestellt, absolute Bösartigkeit und Ignoranz gegen absolute Heldenhaftigkeit. Tatsächlich ist die Figur der Pannonica fast als die einer Heiligen gezeichnet. Die anderen Gestalten auf dem Nebengleis, völlig farblos, kulissenhaft. Die Darstellung grenzt ans Allegorische und damit kann ich leider recht wenig anfangen. Der oft eingebrachte Vergleich mit den Konzentrationslagern der Nazis drängt sich natürlich auf, aber auch hier muss man sich die Frage stellen, ob dieser Vergleich im Rahmen einer solchen Geschichte überhaupt gestattet ist. Es kommen darin auch Menschen zu Wort, die in diesem TV-Lager eingesperrt sind und den Holocaust überlebt haben. Naja, zumindest diskussionswürdig.

Wenn man kleinlich sein will, stören auch noch Details, z.B. die Geschichte mit der zugesteckten Schokolade, die über Monate hilft, eine ganze Einheit aus dem Lager auf den Beinen zu halten, oder, dass es zwar täglich Hinrichtungen gibt, aber man nichts über neue Gefangene erfährt, die in das Lager gesteckt werden, da ja sonst irgendwann nur noch wenige Insassen vorhanden wären. Oder auch, dass die Macher der Sendung ihre Möglichkeit nicht nutzen unerwünschte Aussagen der Gefangenen herauszuschneiden.

Fazit: Als Gedankenexperiment zwar spannend, aber als Geschichte zu dünn und klischeehaft und deshalb auch nicht unbedingt geeignet, tiefgründigere Diskussionen über das Thema "Medien, Macht und Moral" in Gang zu bringen.
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am 16. Februar 2007
Reality Show ist ein Roman mit erschreckendem Realitätsbezug.

Gerade lief die siebte Staffel von Big Brother an. Auf RTL2 läuft eine Reality-Sendung nach der anderen. Die Einschaltquoten sind ganz oben.

Und genau mit diesem Voyeur in uns spielt Amélie Nothomb's Roman Reality-Show.

Ein Fernsehrsender plant die ultimative Show. Bürger von der Straße werden entführt und in zwei Lager eingeteilt. In Gefangene und Wärter. Ein Konzentrationslager wird erschaffen. Die Gefangenen bekommen eine Nummer und müssen wie zu NS-Zeiten arbeiten. Die Wärter haben alle Rechte und Freiheiten. Die Bedingungen: Unmenschlich. Die Einschaltquoten, fast 90 %. Alle regen sich auf, verdammen diese Show, doch alle schauen sie sich an. Jede Woche werden Gefangene live hingerichtet. Vor laufender Kamera. Erst als die Quoten sinken, wird es interaktiv. Von nun an können die Zuschauer per Fernbedienung entscheiden, wer hingerichtet wird. Zuschauerquote: 100 %.

In diesem menschenfeindlichen Umfeld werden zwei Menschen genauer unter die Lupe genommen. Eine Gefangene mit wunderschönem Gesicht und ungebrochenem Lebenswillen und eine Wärterin.

Dieser Roman erschreckt. Er ist eiskalt und doch voller Herzenswärme. In Frankreich hat er für Furore gesorgt und auch in Deutschland wird er in Zeiten von Big Brother und Frauentausch für Aufsehen sorgen.

Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem Empfehlen. Wenn sie allerdings einen Roman suchen, bei dem sie das Gehirn abschalten" können und sich einfach nur berieseln lassen möchten, sollten sie die Finger von diesem Roman lassen.
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am 25. Juli 2011
Die Kritik manch anderer Leser an der sprachlichen Umsetzung oder der Darstellung der Protagonisten erschließt sich mir nicht. Dass die "Fiktion", die in diesem Buch schonungslos konsequent beschrieben wird, so "fiktiv" gar nicht ist, müsste eigentlich jedem klarwerden, der sich - ganz egal aus welcher Perspektive (naturwissenschaftlich, soziologisch, medienpolitisch, betriebswirtschaftlich, historisch u.v.m.) - jemals mit dem Thema "Wie weit gehen Menschen bei kollektiv-autoritär inszenierten Spektakeln mit ihren Artgenossen?" beschäftigt hat.

Wie immer man dieses kollektive Verhalten ALLER Seiten dann auch erklären mag: Wer nicht völlig verroht ist und einigermaßen sachlich nachdenkt und beobachtet, wird wohl zu dem Schluss gelangen: "Reality Shows" von der "Harmlosesten" bis zur "Pervertiertesten" könnten niemals erfolgreich sein, würden sich im Menschen nicht immer wieder Emotionen wie Neid, Gier, Angst, Hass und Machtphantasien in einer grenzenlosen Absurdität vollkommen verselbständigen. Jede dieser Emotionen ist imstande, im Handumdrehen jede Art von Menschlichkeit, Empathie, Realitätssinn, Vernunft und ganz allgemein von PERSÖNLICHKEIT auszulöschen.

Ich denke, genau das wollte Amélie Nothomb in ihrem Roman durch ihre Figuren ausdrücken und genau das ist ihr, wie ich finde, auch exzellent gelungen. All ihre absurd überzeichneten Un-Personen lassen einen nach dem Lesen dieser Geschichte zurück mit dem Gefühl: "Alles nur ein großangelegtes Killer-Computerspiel, so wie unser gesamtes echtes Leben inzwischen eigentlich auch". Dieses "Trotz eines Albtraum an Geschichte fühle ich gar keine echte Betroffenheit"-Gefühl, das viele hier kritisieren, ich denke: Ganz genau das ist gewollt. Denn ganz genau das ist es doch, weshalb "Reality Shows" heute so wenig wie vor 2.000 Jahren gestoppt werden, ganz egal, wie weit sie gehen.

In meinen Augen ein mutiges, gelungenes und überaus lesenswertes Buch. Zugegebenermaßen mit einer sehr französischen Art der Darstellung, die hierzulande vielleicht nicht verstanden wird.
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am 19. November 2007
Nach etlichen, wohldosierten Giftpfeilen, die stets in beispiellos glänzender Verpackung verabreicht wurden, sah Amélie Nothomb offenbar die Zeit für eine echte Breitseite gekommen. Den Anfang ihres neuesten Buchs machen Razzien, bei denen wahllos Leute in Konzentrationslager deportiert werden; zugleich können sich potenzielle Kapos, Gefangenenaufseher, melden. Denn das Ganze ist eine Show: Menschen werden gedemütigt, entmenschlicht, zu Tode gebracht — und alles ist im Fernsehen.
Mit der ihr eigenen Eloquenz seziert sie die Hybris der Massenmedien, die alles verachtende Geilheit des Publikums, lässt eine Anti-Utopie von kaum zu ertragender Bitterkeit entstehen. Und doch ist es nur konsequent, hat sie nur die bereits eifrig rotierenden Daumenschrauben der allerorten inszenierten Öffentlichkeit bis zum Anschlag gedreht.
Zugleich ist dieses Meisterinnenwerk ein zutiefst moralisches und ethisches Stück Erbauungsliteratur, das auf mögliche Auswege hinweist, auf das Fünkchen Licht selbst in der schwärzesten Dunkelheit, auf die immer und überall bestehende Möglichkeit, sich anders zu entscheiden. Das ist auch das wichtigste Argument gegen den einzigen negativen Kritikpunkt, der vorgebracht werden könnte: Die Autorin hat sich nicht darum gekümmert, irgendwie zu erklären, wie es zu dieser Show, den Razzien, den Hinrichtungen überhaupt kommen konnte. Es war für die Absichten der Schriftstellerin schlicht irrelevant.
Ich habe Amélie Nothombs für mich bisher eindrucksvollstes und wichtigstes Werk— und das will angesichts ihres Œuvres wirklich einiges heißen — binnen 24 Stunden zweimal gelesen. Es ist ein Kunstwerk auf allen Ebenen: die Wirklichkeit durchdringend, bis zum Ende gehend, virtuos ausgeführt, emotional und intellektuell aufwühlend, bis zum Würgen beklemmend und doch so voller Hoffnung, dass man das Buch schließt mit dem Gefühl, ein hartes, zutiefst befriedigendes Stück Arbeit vollbracht zu haben, nach dem der weitere Weg sich klarer und deutlicher denn je in der Zukunft abzeichnet.
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am 2. August 2007
Ich war sehr gespannt auf das Buch. Habe von Nothomb glaube ich alles gelesen, (u.a. das geniale Buch "Der Professor" Kurz und knapp und klasse). Der Klappentext von Reality-Show: riskant, aktuell, evtl. eine geniale Idee??... Die Umsetzung: eben erheblich zu leicht. Das Nothomb aus der starken Idee des KZ-BigBrother kein 800 Seiten Buch gemacht hat, sich um rechtliches und die ganzen Rahmenbedingungen nicht "gekümmert" hat, finde ich eher noch zusätzlich genial, aber wenn so eine Idee in so ein kurzes, knappes Buch gepackt wird, müssen die Sätze um so mehr stimmen. Das tun sie nicht, die Charaktere bleiben blass, fast kitschig, je länger ich las umso enttäuschter war ich. Eine gute Idee reicht nicht, die hatte auch schon Saramago in "Stadt der Blinden", mit dem Unterschied das Saramago im Gegensatz zu Nothomb es schafft, eine geniale Parabel über das Zusammenleben von Menschen zu schreiben, ohne das von Nothomb benutzte Setting eines KZs zu bemühen, an welchem Nothomb ganz eindeutig scheitert.
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am 29. Juli 2010
das liebe ich an den Büchern von Amelie Nothomb, und dachte das auch beim Anlesen dieses Buchs. Der Grundansatz zum Thema ist auch wirklich gut, jedoch bleiben die Charaktere hölzern, eher wie Entwürfe, die Zwischentöne fehlen. Die Figur von Kapo Zdena wird anfangs als tumb, ein Mensch mit geringem Selbstbewußtsein und wenig Reflexion charakterisiert, später erscheint diese Figur ab und an dann untypischerwiese relativ nachdenklich und manchmal hat man den Eindruck, sie ist die sensibelste Figur von allen Protanisten,auch dort ist der Ansatz gut, wird aber bei allen Figuren nicht richtig weiterverfolgt. Alle Figuren bleiben Schattenrisse, irgendwie leblos. Am Ende des Buchs hat man den Eindruck, die Autorin hat dieses Thema aufgenommen, um ein Buch drüber zuschreiben, und dann die Lust drüber verloren, es jedoch dem Verlag wohl versprochen und fertiggestellt.
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am 31. März 2007
Habe Reality-Show gelesen, weil ich dazu eine Rezension schreiben sollte. Ich fand es unerträglich. Es ist meiner Meinung eine typische Kopfgeburt: eine abstrakte Idee, ein geschlossener Text. Nun mag man sagen, daß sei bei Utopien eben so, doch es gibt so viel bessere, die ihre Welt mit Leben füllen. Und dann ist das Thema auch nicht besonders brisant. Es wirkt m.E. einfach nicht motiviert, was da passiert. Zudem ist das
Drastische, das die Autorin einzubringen versucht, wie Gewalt, Vergewaltigung, Tod etc. wie aus einem Kinder-Bilderbuch entnommen. Das ist nicht das Schreckliche, das einem aus dem Leben oder der Geschichte so oft entgegenblickt, hier hat auch die größte Unmenschlichkeit noch einen Plüschbezug. So geht ein Naivling mit diesen Dingen um, bzw. Schriftsteller, denen die Moral alles ist. Pannonica, die Zuschauer,
die Produzenten, die Kapos, das sind alles keine Charaktere, sondern eine
Ansammlung von Ideen, eine Parade von Pappkameraden. Die Positionen sind immer klar: hinter jedem Übel wartet die Moral, die unmißverständlich verurteilt. Wie interessant. Statt den Leser selbst zum Zuschauer zu machen, wird ihm die Entscheidung gleich abgenommen. Die Sache ist zu einfach.
Ich darf gar nicht daran denken, wieviel Arbeit und Recherche in manchen tollen Romanen steckt. Aber sowas schreibt man in 10 Stunden hin.
Die Geschehnisse bleiben immer im Bereich des abstrakten Raums, und
das finde ich als Leser einfach plump.
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am 3. September 2014
Die Idee der Geschichte ist prinzipiell gut und wirft viele Fragen der Moral auf. Auch die Umsetzung von Nothomb gefällt mir, ist aber nicht so überzeugend, wie ich erhofft hatte.
Das "Problem" ist, dass die Idee einer tödlichen Gameshow nicht völlig neu ist und daher eine gänzlich andere Umsetzung von Nöten gewesen wäre. Nothombs Buch erschient 2005 im Original, und somit immerhin 23 Jahre nach "Menschenjagd" von Stephen King/ Richard Bachman und 6 Jahre nach Battle Royale von Koushun Takami (dennoch vor Suzanne Collins Hunger Games, die sich sicherlich den selben Vergleichen stellen müssen). Obwohl natürlich das Setting nicht 100% identisch ist (geschlossener Raum vs. Jagd in der Öffentlichkeit, Zuschauerbeteiligung...) drängt einem der Vergleich nun einmal auf. Von Nothomb hätte ich mir noch mehr Psychologie erhofft, mehr Eintauchen in die Charaktere und vor allem eine weniger plumpe, unantastbare Heldin.

Das Buch liest sich gut, die Geschichte ist kreativ und bringt neue Elemente, kann aber nicht so stark überzeugen, wie es bei Nothomb möglich gewesen wäre. Für Freunde der Autorin aber empfehlenswert!
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am 2. November 2012
Mein Kommentar bezieht sich auf die erste Hälfte des Buches - zwangsläufig, denn ich habe beschlossen mir jede weitere Seite zu ersparen. Ich habe 'Mit Staunen und Zittern', 'Kosmetik des Bösen' oder auch 'Die Reinheit des Mörders' mit Begeisterung gelesen, dieses Buch ist allerdings eine Enttäuschung. Es ist weder unterhaltsam, noch taugt es als Allegorie oder Medienkritik. Tatsächlich wirft es die Frage auf: 'Was will uns die Autorin sagen?', doch ziemlich schnell folgt die Erkenntnis: 'Nichts!'. 'Reality-Show' ist inhaltlich einfach nur schwach und überflüssig. Wenn beim Lesen eine bedrückte Stimmung in mir aufkam, dann lag es nicht an der Geschichte, die erzählt werden wollte, sondern schlicht daran, dass Frau Nothomb nicht in der Lage war lebendige Charaktere zu schaffen, vielmehr wimmelt dieses Buch von 'Zombies'. Vielleicht ist dieser Aspekt rückblickend allen Werken Amélie Nothombs gemein, in früheren Romanen der Autorin fügte sich die Unzugänglichkeit der Figuren jedoch harmonisch in den jeweiligen Kontext der Erzählung ein, sodass es, zumindest mir, als Schwachpunkt entgangen ist.
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am 11. August 2007
Ich habe den Eindruck das dies Nothombs erstes misslungenenes Buch ist. Eine platte Parodie mit klischeehaften Figuren.
Ihre Art zu schreiben, die auf mich immer ein wenig wie das Erkunden ihres Themas wirkt kommt hier auf kaum einen interessanten Gedanken. Es wirkt als ob sie sich mit dem Thema verhoben hat.
Hin und wieder blitzt auf was ich an ihren Büchern schätze aber es ist zuwenig für ein relativ teures und dünnes Buch.
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