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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über Liebe und Tod
Florian liebt Alfred, Alfred liebt Florian. Alfred ist krebskrank und wird sterben, der sichere Tod taucht in der Beziehung des schwulen Paares momentan wie ein Gespenst auf, um sich bald darauf wieder im Hintergrund des Alltagstrubels zurückzuziehen. Die Gewissheit, dass Alfred sterben wird, macht ihn unantastbar.
Alfred und Florian sind Inhaber einer Boutique,...
Am 28. September 2002 veröffentlicht

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trauerbewältigung
Babette hat ihren Mann Fritz bei einem Autounfall verloren. Der schwule Florian begleitet seinen Freund Alfred, ein Modedesigner, beim Sterbeprozess.

Dann macht sich Florian auf die Suche nach dem blauen Kleid, das letzte Stück aus Alfred’s Hand. Er findet Babette, die es sich gekauft hatte, um der Trauer um Fritz zu entrinnen.

Babette...
Veröffentlicht am 17. Oktober 2006 von B. Kugler


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über Liebe und Tod, 28. September 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Florian liebt Alfred, Alfred liebt Florian. Alfred ist krebskrank und wird sterben, der sichere Tod taucht in der Beziehung des schwulen Paares momentan wie ein Gespenst auf, um sich bald darauf wieder im Hintergrund des Alltagstrubels zurückzuziehen. Die Gewissheit, dass Alfred sterben wird, macht ihn unantastbar.
Alfred und Florian sind Inhaber einer Boutique, Alfred ist die schöpferische Kraft von den beiden und entwirft Kollektionen; jedes Jahr geht daraus ein besonderes Kleid hervor, in Alfreds letzten Lebensjahr kreiert er „das blaue Kleid".
Es scheint schicksalhaft vorgezeichnet zu sein, dass ausgerechnet Babette, die den plötzlichen Tod ihres Ehemannes Fritz während eines gemeinsamen Urlaubes nicht wahrhaben kann, dieses blaue Kleid erwirbt, möglicherweise gerade deshalb, weil Alfred ihr verspricht, dass „das Kleid ihr Leben verändern wird."
Nach dem Tod Alfreds spielt das blaue Kleid eine entscheidende Rolle für den Beginn einer tiefen Freundschaft zwischen Florian und Babette. Gegenseitiges Verständnis schweißt sie zusammen, gleichzeitig distanzieren sie sich von ihrer Umgebung, die sie nicht versteht und scheuen sich neue Beziehungen zuzulassen.
Bei ihrem täglichen Spaziergang lernt Babette Thomas kennen, der ihr strikt den Zugang zu sich selbst versperrt und vom Zwang beherrscht wird, nichts dem Zufall zu überlassen und alles im vorhinein genau zu planen. Offensichtlich nicht gerade der geeignete Partner für Babette, die ins sich die aufwallende Sehnsucht nach einer erfüllenden Liebe, Geborgenheit und Nähe spürt.
Vielleicht ist es aber gerade Thomas' Unnahbarkeit, die sie zum einen herausfordert ihr Schneckenhaus zu verlassen, zum anderen die nicht enden wollende Trauer um den verstorbenen Fritz endlich aufzugeben und einen Neubeginn zu wagen.
Die Autorin verdeutlicht, dass der Tod vor unserer Sehnsucht nach einem möglichst langen, glücklichen Leben keinen Schritt zurückweicht. Der Tod lässt sich nur scheinbar hinter Friedhofsmauern und auf diese Weise aus unsere Köpfe verbannen. Plötzlich und unerwartet schlägt der Tod zu.
Doris Dörrie erarbeitet auf spannende Art und Weise Strategien, mit dem Tod eines geliebten Menschen fertig zu werden.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ein reiseführer in das Land der Gefühle, 27. Juli 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Wieder gelingt es Doris Dörrie, bekannte Gefühle aus dem Alltag so zu beschreiben, dass sie einerseits als Teil des ganz gewöhnlichen Lebens erscheinen, selbst wenn es um die großen Themen von Liebe und Tod, von Verlust und Neubeginn geht, andrerseits aber in ihrer Tragweite und Intensität ausgeführt werden, so dass die Geschichten therapeutische Wirkung haben und Wege der Verarbeitung von Trauer und Schmerz aufweisen - und das gelingt mit Leichtigkeit, mit Witz, Liebe zum Detail, und Lust am Erzählen. Ein reifes Werk, wenngleich an manchen Stellen, vor allem dem Ende zu, ein wenig ausufernd, als sollte die Seitenzahl erhöht werden...
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geschichten auf Augenhöhe, 9. September 2002
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Doris Dörrie in ihrem Element: als Alltagschronistin, als scharfe Beobachterin von Befindlichkeiten, die es auch fertig bringt, heiße Eisen wie den Tod literarisch anzupacken, ohne dabei melodramatisch zu werden. Schön in ihrem Buch sind vor allem die kleinen Verwerfungen in den menschlichen Beziehungen, die die etwas konstruierte Situation(2 Menschen, die beide einen Geliebten verloren haben, begegnen sich und wachsen aneinander) trotzdem so glaubhaft machen. Etwa die Rückblicke auf Babettes Reise nach Indonesien zusammen mit ihrem Mann, der auf dieser Reise bei einem Unfall ums Leben kommen wird: Noch im Flugzeug verbringt sie die Zeit mit Gedankenspielen, wie das Leben mit einem anderen Mann für sie aussehen könnte. Genau durch diese Ambivalenz der Figuren wird ihre Trauer umso echter und nachvollziehbarer, und das ist Doris Dörries große Kunst: selbst melodramatisches so auf die Augenhöhe des Lesers zu bringen, dass er in eine Geschichte eintauchen kann. Kein Buch für die Ewigkeit, aber ein tröstliches für den Alltag.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Trauerbewältigung, 17. Oktober 2006
Von 
B. Kugler "Bücherfan" (Michelfeld, BW Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Taschenbuch)
Babette hat ihren Mann Fritz bei einem Autounfall verloren. Der schwule Florian begleitet seinen Freund Alfred, ein Modedesigner, beim Sterbeprozess.

Dann macht sich Florian auf die Suche nach dem blauen Kleid, das letzte Stück aus Alfred’s Hand. Er findet Babette, die es sich gekauft hatte, um der Trauer um Fritz zu entrinnen.

Babette lernt bei ihren Spaziergängen zum Friedhof Thomas kennen, der dort regelmässig joggt und stürzt. Sie hilft ihm. Eine Beziehung keimt auf und scheint bereits im Keim zu ersticken.

Florian zieht bei Babette ein. Die beiden machen spontan eine Reise nach Mexiko zum Tag der Toten, der an Allerheiligen gefeiert wird. Babette teilt dies Thomas in einem Brief mit und verspricht ihm jeden Tag zu schreiben. Sie tut es auch und nennt die Probleme ihrer Beziehung beim Namen.

Am Tag der Toten verschwindet Florian mit einem unbekannten Mexikaner und Babette tanzt sich die Füsse wund. Als sie in die Pension zurückkommt, findet sie Thomas. Florian will in Mexiko bleiben, um sich zu finden. Ende gut, alles gut? Das bleibt offen.

Das Buch liest sich schnell und hätte für meinen Geschmack etwas tiefer die Persönlichkeiten der Beteiligten beleuchten können. Warum ist Thomas plötzlich in Mexiko? Warum bleibt Florian dort? Alles in allem trotzdem ein kurzweiliger Zeitvertreib.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen der Tod ist nicht cool, 30. August 2002
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
„Ich hatte eine [Liebe], und vielleicht ist das schon mehr, als die meisten bekommen. Eine im Leben muß vielleicht reichen. Und ich kenne doch alles, was dann kommt: Zusammenziehen, die Fernbedienung vom Fernseher ihm überlassen, später ein zweites Gerät kaufen, damit man sich nicht mehr ins Gehege kommt, wandern in den Bergen im Herbst, der ganze Kram der Mittelalterlichen.
Er musterte sie, als wolle er ihre Kleidergröße abschätzen. Dafür würde ich meine rechte Hand geben, sagte er schließlich und da fangen beide an zu heulen."
Babettes Mann ist plötzlich bei einem Verkehrsunfall gestorben, Florians Lebenspartner Alfred langsam an Krebs verreckt. Die beiden treffen sich, reden miteinander, zeitweilig zieht Florian zu Babette. Der Tod ist nicht cool.
„Ihre wenigen Bekannten verlogen bald die Geduld mit ihr. Warum ging es ihr denn immer noch nicht besser? Warum kam sie nicht ins Leben zurück? Sie brach den Kontakt zu ihnen ab, weil es ihr peinlich war, daß sie so traurig war."
Der Tod ist ein altes Themen in der Literatur und doch so schwer zu handhaben. Entweder wird es furchtbar gefühlvoll und droht in Kitsch abzugleiten. Und wer möchte Kitsch lesen? Oder es wird einfach cool darüber hinweggegangen. Aber cool ist keiner ihrer Figuren.
Doris Dörrie hat sich an das Thema gewagt und sie hat sich nicht gescheut, in die Gefühle einzutauchen, in zwei Leben, die so ganz anders sind als „Urlaub, fünf Sterne Kerle inklusive" oder Selbstmitleid „nicht ohne meinen Dackel".
Ihr ist es - meistens - gelungen, den schmalen Grat zwischen Gefühlen, die nicht behauptet, sondern beschrieben werden und dem Kitsch nicht zu verlassen. Ein wenig schnodderig, aber ehrlich, die absurden Geschichten, die Geschichten, die niemand begreift, der seinen Partner nicht durch Tod verloren hat, spart sie dabei nicht aus. Keine große Literatur, aber eine ehrliche Geschichte und das ist mehr, als man über viele andere Bücher sagen kann.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen etwas dünn gestrickt, 4. Oktober 2005
Von 
Stephan Kleiber "buchtippse.de" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Taschenbuch)
°
Bisher kannte ich von Doris Dörrie nur ihre Kurzgeschichtenbücher. Daher war ich sehr neugierig auf dieses hier und ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Die Geschichte rund um das blaue Kleid wirkt auf mich schon arg konstruiert. Zwei Leute haben jeder für sich den Verlust ihrer Partner zu überwinden und versuchen sich gegenseitig zu unterstützen. Sie lernen sich näher kennen und verbringen gemeinsam einen Kurzurlaub beim Fest der Toten in Mexiko. Immer wieder kommen in Passagen Rückblicke auf frühere, bessere Zeiten und Gedankenfetzen, wie es aktuell in ihnen aussieht. Ich finde, dass Doris Dörie in diesem Buch hinter ihren sonst so brillanten Charakterbeschreibungen zurück bleibt und schwanke daher zwischen 3 bis 4 Sternen.
~
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein leichtes Buch über den schweren Tod, 18. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Taschenbuch)
Ich kenne kein Buch, in dem so sanft und gleichzeitig so eindringlich mit dem Thema Tod umgegangen wird. Zwei Menschen treffen in dieser Geschichte aufeinander, die unterschiedliche Erfahrungen mit dem Sterben des geliebten Partners gemacht haben. Ein plötzlicher Unfall auf der einen, ein langsames und quälendes Dahinsiechen auf der anderen Seite. Beide Personen kapseln sich in der Folge vom Leben ab und lernen erst in der Zeitspanne, die das Buch erzählt, wirklich loszulassen und sich ihrem Leben wieder zuzuwenden.
Dass dieser Roman voller subtiler Komik und auch von großem Sprachwitz ist, ist ein riesiger Verdienst der Autorin. Der Text liest sich immer flüssig und angenehm und transportiert seine Botschaft auf leichten Füßen. Nur eines hat mich doch erheblich gestört. Es gelingt Doris Dörrie an etlichen Stellen nicht, die Perspektive einer Erzählfigur beizubehalten. Da blickt man dann seitenlang auf das Leben und die umgebenden Figuren durch die Augen einer der Protagonisten, um plötzlich (manchmal nur in einem Nebensatz) den Kopf herumgerissen zu bekommen, um durch ein anderes Augenloch zu sehen. Oder anders ausgedrückt: Ein personaler Erzähler kann nicht plötzlich als sein Gegenüber denken und empfinden. Schade, aber wegen der erheblichen Irritation beim Lesen: ein Stern Abzug.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach dem Tod, 7. Mai 2004
Von 
marielan - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Taschenbuch)
Ein kleines Buch über die beiden einzigen Themen, über die es sich laut Marcel R-R noch zu schreiben lohnt: Liebe und Tod. Babette hat ihren Mann durch einen Unfall verloren, Florian seinen Lebenspartner Alfred durch Krebs. Die beiden Trauernden treffen aufeinander, als Florian für eine Retrospektive die Kleider zusammensucht, die Alfred als Modedesigner geschaffen hatte und dazu auch Babettes blaues Kleid ausleiht.
Wohltuend, dass von Anfang an klar ist: Aus Babette und Florian kann kein Paar werden; es wird keine abgegriffene Love-Story geben. Weiterhin gefällt, dass die Trauer ohne Sentimentalität geschildert wird; es ist Raum für alle Gedanken und Gefühle eines Trauernden: Schuld, die Last verpasster Chancen, die Leere des eigenen Leben. Es gibt keine richtige oder falsche Art zu trauen, nur eine persönliche, und niemand kann vorschreiben, wielange diese Trauer zu dauern hat. Das wird auch deutlich in den mexikanischen Szenen, als Florian und Babette die Totengedenktage dort besuchen, eine Mischung aus Halloween, Kirmes und Allerheiligen.
Nur schade, dass Florians Idee, von der das Buch seinen Titel hat, nicht weiter verfolgt wird, sondern sang- und klanglos untergeht. Es sieht so aus, als hätte Dörrie während des Schreibens ihrer Geschichte eine andere Richtung gegeben. Es ist ein sehr lesenswertes Buch daraus geworden, aber nicht das, was sein Anfang versprochen hat.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen das Leben - pur, 2. August 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Taschenbuch)
Dörrie schreibt - wie immer pur. Sie ist weder schwülstig noch theatralisch. Mann kann sich gut einfühlen in Florian und Babette, die beide ihre Partner, wenn auch auf unterschiedliche Weise, verloren haben. Das blaue Kleid, ein selbstgeschneiderter Traum von Alfred - Florians verstorbenem Lebensparter - führt beide zusammen. Gemeinsam heilen sie sich selbst und helfen sich über eine Trauer hinweg, die der Rest der Gesellschaft nicht verstehen kann. Während eines Mexikourlaubes zum Fest der Toten scheint der Knoten zu platzen. Beide können sich wieder dem Leben zuwenden. Dörrie beschreibt wunderbar wie schrecklich die Hoffnung sein kann, wenn sie mit Angst gepaart ist (Florian). Oder wie schlimm es ist, nicht Abschied von einem geliebten Menschen nehmen zu können, weil er einfach aus dem Leben gerissen wurde (Babette). Dennoch ist dies kein schweres Buch. Im Gegenteil: Es macht Lust auf Leben. Ein wunderbares Buch. Ich werd es bestimmt nochmal lesen!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nicht gerade ein Highlight, 8. Oktober 2004
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das blaue Kleid (Gebundene Ausgabe)
Florian, ein schwuler Modeschöpfer verliert seinen Freund und Geschäftspartner durch Krebs. Babette trägt innerlich immer noch Trauer; sie verlor ihren Mann Fritz bei einem Unfall auf Bali; nur deshalb wirkt sie auf die beiden Modemacher wie eine graue Maus. Sie verkaufen, besser verordnen ihr das blaue Kleid mit den Worten: "Es wird ihr Leben verändern!". Schlicht geschnitten ist es, ärmellos und leicht ausgestellt, aus blauem Organza, aquamarinblau wie das Meer. Wenn sie das Kleid trägt hebt es die männliche Herzschlagfrequenz um sie herum erheblich. Doch Babette bleibt an dem schüchternen, ja linkischen Anästhesisten Thomas hängen, der sich nach seiner Scheidung einfach nicht traut. Zumindest nicht an eine Braut, die eine Witwe ist.
Halb zog sie ihn, halb sank er nicht - ein spätpubertäres Hin und Her setzt ein und zur Belustigung aller Beteiligten wohnt sie irgendwann mit dem schwulen Florian zusammen. Sie versuchen zwischen Besäufnissen und Fressorgien ihrer beider Probleme zu lösen, vor allem ihrer sexuellen Gelüste Herr zu werden, die sie bereits vor den Todesfällen hatten.
Beide fliegen zu einem eigenartig-okkultem und äußerst rauschhaftem Totenkarneval nach Mexiko, wo die Geschichte dann doch noch irgendwie zu einem Ende kommt, oder doch nicht?
Schmerzlich schöne Erinnerungen an einen geliebten Menschen und verzweifelte Versuche das pralle Leben zurückzuerobern prägen diesen Roman. Doris Dörrie setzt gezielt ihre bekannten Stilmittel ein: Satire und Lakonie über die menschlichen Schwächen und Lebenslügen. Die vielen sprunghaften Perspektivbrüche lassen den Verdacht aufkommen, dass die Autorin eher ein Drehbuch als einen Roman im Sinn hatte; so lässt sich am besten erklären dass diese Geschichte eigentlich nicht endet und sich in belanglosem Geplänkel verliert. Der emotionsarme Reisebericht auf einen mexikanische Friedhof mündet ebenso wenig in ein "Happy End" wie der am Schluss aus dem nichts auftauchende Langweiler Thomas. Die Story ist sichtlich auf einen Höhepunkt hin getrimmt der aber dem Leser (wahrscheinlich für den bald folgenden Film?) vorenthalten wird. Der Tod als Leitthema suggeriert eine Tiefe, in die alle erzählerischen und denkspielerischen Sonden des Buches nicht hinabreichen. Irgendwie fühlt man sich um den Schluss bzw. ein finales Leseerlebnis betrogen.
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Das blaue Kleid
Das blaue Kleid von Doris Dörrie (Gebundene Ausgabe - 2002)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,01
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