weddingedit Hier klicken Sport & Outdoor muttertagvatertag Cloud Drive Photos Learn More madamet hama Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen52
4,1 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. Oktober 2001
Der "Fremde", der von den Dämonen seiner grausamen Vergangenheit besessen ist, bringt den scheinbar friedlichen Ort Bescos mit einem verführerischen Angebot ziemlich durcheienander.
Chantal, eine junge unzufriedene Frau, seit langer Zeit auf der Suche nach ihrem Glück, steht plötzlich vor einer schweren Entscheidung.
Sieben Tage liefet sich das Gute und das Böse einen fürchterlichen Kampf. Sieben Tage, in denen jeder für sich eine Entscheidung treffen muss: etwas riskieren, etwas opfern, um sich den Lebenstraum zu verwirklichen oder der Versuchung zu widerstehen und somit alles beim Alten lassen.
Paulo Coelho setzt sich mit dem Wesen des Menschen auseinander. Engel und Dämon duellieren sich persönlich... aber was ist gut und was ist böse? Genau die Frage versucht Coelho in seinem Buch zu klären. Er weist auf, dass in jedem Menschen beides lebt, dass Feigheit und die daraus resultierende Angst der Grund für die Gelähmtheit der Menschen ist, die vor einer schwierigen Entscheidung stehen.
Das Gute und das Böse schlummert in jedem Menschen, jeder hat die gleichen Triebe. "Es ist alles eine Frage der Selbstkontrolle. Und eine Frage, wie man sich entschied. Nichts weiter." (S. 193)
Ein packendes Buch, so philosophisch und so wahr, so dass ich Cesare Medail nur recht geben kann: "Der Dämon und Fräulein Prym ist ein Roman über Veränderungen, die auch den Leser am Ende verändert zurücklassen."
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die nach Antworten suchen, die das Wesen des Menschen angehen. Wer dies nicht anstrengenden philosophischen Büchern entnehmen will, sollte sich an diesen spannenden Roman halten.
0Kommentar|84 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Oktober 2003
Ein Buch, das man in einer Nacht durchliest, weil man es nicht zur Seite legen möchte, obgleich es um den uralten Kampf zwischen Gut und Böse, dem Kampf der Engel gegen die Teufel um die Seele geht. Auch wenn die Handlung fern ab der modernen Zivilisation spielt, könnte jeder, auch der Leser, an Stelle von Fräulein Prym stehen. Und vermutlich jeder ist bereits in einer ähnlichen Situation gewesen, in welcher er sich gefragt hat, ob er lieber gut handelt und (mal wieder) den sprichwörtlichen Kürzeren zieht, oder ob er sich über Regeln hinwegsetzen soll, um sich selbst voran zu bringen.
Coelho läßt seine Hauptfiguren an der Klippe von Gut zu Böse entlangschreiten. Doch weniger der Kampf um die Seelen der Hauptfiguren macht die Spannung aus, als der Kampf im Leser selbst, der nicht weiß, ob er Fräulein Prym - und damit zugleich sich selbst - zurufen soll: "Vergiß die edlen Wert und schau, daß Du Dein Leben in die Hand nimmst und Dein Glück machst!" Oder: "Verstehe doch endlich, daß Du lernen sollst, glücklich mit dem zu sein, was Du hast!"
Ob es noch eine dritte Alternative gibt und wie Fräulein Prym sich entscheidet, löst das Buch natürlich auch auf. Dabei gelingt es Coelho zudem ein farbiges und eindrückliches Bild von Landschaft, Menschen und Ort seiner Handlung zu vermitteln.
0Kommentar|14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. August 2001
Wieder ein Buch von Paulo Coelho, das ich in knapp zwei Tagen verschlungen habe - obwohl er eigentlich zu viel Stoff zum Nachdenken liefert für so schnelles Lesen. "Der Dämon und Fräulein Prym" ist ein Buch, das ich sofort weiterempfehlen würde. Obwohl es mehr als Coelhos andere Bücher an bereits vorhandene Literatur erinnert - er erwähnt auch selbst die Grundidee aus Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" - und der Grundgedanke der Geschichte sehr bekannt, das Ende fast vorhersehbar scheint, schafft Coelho eine eigene Atmosphäre und somit doch eine ganz eigene Erzählung in seinem Buch. Er lässt uns den Personen erst ganz allmählich näher kommen - und so im Laufe des Buches in neuem Licht erscheinen, ihr Handeln aus anderer Perspektive neu bewerten oder besser: verstehen. Ich habe wieder aus diesem wie aus Coelhos bisherigen Büchern viel für mich mitgenommen. Auch die Frage: wie hätte oder würde ich mich und mein Umfeld sich wohl in einer ähnlichen Situation verhalten? Und: auch hier wieder ein Buch, das auffordert, sein/ mein Leben in die Hand zu nehmen und selbst zu gestalten, zu leben eben anstatt das Leben verstreichen zu lassen!
0Kommentar|31 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Oktober 2003
Wieder eines der wundervollen Bücher von Coelho, das ich wieder und wieder lesen werde... Es ist immer wieder erstaunlich, wie einfach die kompliziertesten Gemüts- und Gedankenbewegungen in Worte gefasst werden können, und wie wohltuend es dann ist, dies zu lesen.
Bei diesem Buch handelt es sich mehr oder weniger um ein Märchen, dessen Symbolhaftigkeit auf uns alle übertragbar ist: Das Böse in Gestalt eines Fremden, Fräulein Prym als wir selbst mit all unseren Gewissensbissen und die Dorfbewohner, die aus Bequemlichkeit morden würden... Doch Coelho schreibt niemals schwarz-weiß... Es gibt niemals "die Guten" oder "die Bösen"... Alle haben ihre Gründe, so zu handeln, wie sie tun, und es ist eine Lust, sozusagen aus der Distanz diese Entwicklungen zu verfolgen - und gänzlich nachvollziehen zu können. Einmal angefangen, ist dieses Buch SEEEEEEHR spannend; man kann es kaum wieder aus der Hand legen!
Mir öffnet dieses Buch auch die Augen für meinen Alltag, für Toleranz und Einfühlungsvermögen - und hilft mir, mich bei manchen Verhaltensweisen zu "ertappen" ;-)
Viel Genuss beim Lesen!
0Kommentar|9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. März 2006
Da die Amazon Redaktion wie immer bereits eine sehr gute Rezension über den Inhalt des Buches geschrieben hat, werde ich mir das hier verkneifen und wie immer schreiben, wies mir gefallen hat.
Ehrlich gesagt haben sich während des Lesens in mir richtige Abgründe aufgetan.
Coelho hatte davor 2 andere Bücher geschrieben, die sich je mit einer Woche im Leben eines Menschens befasst haben, mit Liebe und Leben, ... Auch in diesem geht es um eine ganze Woche im Leben eines Menschens - allerdings beschäftigt es sich mit Habgier und mit der Thematik "Gut & Böse".
Als ein Fremder anfangs ins Dorf kommt und Reichtum gegen ein "Menschenopfer" verspricht, dachte ich wie absurd das eigentlich ist. Sicherlich wäre keine der Figuren im Buch dazu bereit irgendjemanden für Geld zu töten. Schliesslich trägt jeder Mensch ein Stückchen "Gutes" - etwas Gefühl für Recht und Unrecht in sich.
Aber genauso wie man das "Gute" in sich trägt, hat man eben auch das "Böse".
Je mehr ich anfangs noch davon überzeugt war, dass niemand dazu bereit wäre, jemanden zu töten, desto unsicherer wurde ich mir dann beim Lesen.
Das Angebot hat doch tatsächlich in dem kleinen Dorf zu einer Massenbewegung geführt - angeführt von Habgier und dem Verlangen nach einem besseren Leben.
Jede der Figuren im Buch trägt für sich in ihrem Inneren einen Kampf zwischen dem "Guten" und dem "Bösen" aus. Ein unerbittlicher Kampf, der nicht einmal vor dem Priester des Dorfes Halt macht... schliesslich ist dieser auch nur aus Fleisch und Blut.
Coelhos Bücher regen mich immer sehr zum Nachdenken an. Als ich zu lesen begann, war für mich ganz klar, dass ich selbstverständlich nie jemand für Geld umbringen könnte.
Was wäre allerdings, wenn ich arm wäre, einfach nur gerne ein besseres Leben für mich und meine Familie hätte und es hier im Dorf irgendwo eine alte Frau geben würde, die ohnehin nicht mehr lange zu leben hat... - ganz klar - ich würde trotzdem niemanden umbringen, oder etwa doch?! Würde ich mich von einer Massenbewegung mitreissen lassen?
Jemand verspricht Reichtum (oder Arbeit), würden wir uns davon mitreissen lassen? (Gab es diese Situation nicht schon einmal?!!!...)
Es ist ein sehr schmaler Grat zwischen Gut und Böse, zwischen Recht und Unrecht - aber Coelho gelingt es jedes Mal auf diesem schmalen Grat zu wandern.
Vermutlich sind seine Bücher genau deswegen so beeindruckend und faszinierend.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Juli 2012
In einem kleinen Dorf in den Pyrenäen scheint ein winziger Rest von einer Idylle erhalten zu sein. Fremde mögen die stoische Arbeitsmoral und die einfache Lebensweise der Bewohner im Einklang mit der Natur als kleines Paradies empfinden, doch für die Bewohner ist es die Hölle, denn das Dorf steht vor dem Aussterben. Da scheint ein Fremder gerade recht zu kommen, der dem jungen Fräulein Prym ein unmoralisches Angebot macht. Er hat im Gepäck elf Goldbarren, zehn bekommen die Dorfbewohner und einen darf Prym behalten, wenn bis zum Ende der Frist von sieben Tagen ein Mord passiert. Wer stirbt ist ihm gleichgültig, der Fremde will nur den Beweis, dass alle Menschen im Herzen böse sind. Fräulein Prym unterbreitet diesen Vorschlag den Dorfbewohnern...
Sieben Tage lang liefern sich das Böse und das Gute in Paulo Coelhos Roman einen erbitterten Kampf. Zwischen Moral, Machtspielen und der Aussicht auf eine bessere Zukunft muss eine Entscheidung getroffen werden, die den Preis eines Menschenlebens bestimmt. Natürlich ist "der Dämon und das Fräulein Prym" in einer wunderbar klaren Sprache geschrieben und verknüpft, sehr charakteristisch für Coelho, mythologische Geschichten und Lebensweisheiten miteinander. Atmosphärisch wird man während des Lesens in diese abgeschlossene Welt des Dorfes versetzt und beginnt beide Parteien nachvollziehen zu können. So spannend die Dialektik von Gut und Böse in diesem Buch geschildert wird, ist man doch enttäuscht über das zu platte Ende. Der Ausgang ist menschlich und gut gewählt, doch ohne die Faszination und Überraschung, die dem Roman zustehen würde.
Trotz dieses Makels bleibt "Der Dämon und das Fräulein Prym" ein lehrreiches Buch, mit dem Paulo Coelho uns auf die Reise nach uns selbst schickt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. September 2004
Ein Fremder kommt in den kleinen, knapp dreihundert Seelen fassenden, Ort Bescos. Er hat ein schweres Schicksal erlebt. Seine Frau und Kinder wurden von Terroristen entführt und mit Waffen getötet, die in seinen Fabriken hergestellt wurden. Er zweifelt, an dieser Welt, den Menschen und auch an Gott. Um Gewissheit zu erlangen, entschließt er sich die Menschen im Ort Bescos mit einem furchtbaren Angebot zu konfrontieren und so die ganze Menschheit auf die Probe zu stellen.
Das Szenario erinnert ein wenig an Dürrematts Drama „Besuch einer alten Dame", ist aber in seiner Betrachtungsweise filigraner. Es gibt zwei „Honorare", einen Goldbarren für den Übermittler und zehn für die Tat, die die Menschen im Dorf begehen sollen. Die Versuchung wird so geschickt verteilt. Zunächst einmal ist der Übermittler, Fräulein Prym, allein mit ihrer Entscheidung, das Angebot dem Dorf mitzuteilen. Und die zweite Versuchung ist die Kollektive, jene die einen äußeren Dialog auslöst im Unterschied zu jener, die Fräulein Prym mit ihrem Gewissen auszutragen hat. Das Unrecht bedarf also mindestens zweier eindeutiger Entscheidungen.
Die einsame innere Entscheidung von Fräulein Prym führt dazu, das die Menschen über die bevorstehende Handlung nachdenken, sprechen und auch philosophieren. Sie suchen einen Ausweg aus der Versuchung, einen Königsweg, der ihnen die Goldbarren verschafft und sie trotzdem von der Gegenleistung freispricht. Aber diesen Königsweg gibt es nicht. Nachdem alle dafür sind es zu tun und auch ihre Moral- und Rechtsempfinden mit geeigneten Rechtfertigungen betäubt haben, begingt die Suche nach dem Opfer, die Suche nach der Ausführung und die Suche nach dem Leben danach.
Der Autor Coelho hat sich eine raffinierte Bühne für seine religiösen, philosophischen und auch rein menschlichen Vorträge über das Gute und Böse im Menschen gebaut. Dies ist weit mehr als ein unterhaltsamer Roman, es ist eine Unterweisung in Ethik, Moral und Recht.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. August 2009
Ein Fremder, der nach schweren Schicksalsschlägen den Glauben an das Gute im Menschen fast vollständig verloren hat, macht den Bewohnern des abgelegenen Bergdorfes Bescos ein wahrhaft unmoralisches Angebot; wenn sie binnen einer Woche einen der ihren ermorden, erhält das Dorf die unglaubliche Summe von zehn Goldbarren. Mit dieser letzten großen Versuchung (oder eher Heimsuchung) will er die Antwort auf die Frage finden, ob der Mensch von Natur aus Gut oder Böse ist.

Der Plot ist sattsam bekannt aus Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame", und Coelho verweist selbst auf diese Parallelität. Aber weder inhaltlich noch sprachlich ist er dem Vorbild gewachsen und so werden die aus dem Angebot erwachsenden Konflikte weniger in den Herzen und Seelen der Dorfbewohner ausgefochten als stellvertretend von einem Heer von Engeln, Dämonen, Geistern und anderer mystischer Wiedergänger, irgendwo zwischen Neuem Testament und Harry Potter.

Da vermag auch die durchweg gute Lesung nicht zu retten, was der Text nicht halten kann und bei allen guten Gedanken, die gelegentlich im Text aufblitzen sehnt man sich zusehends nach dem Original.

Das Bessere bleibt der Feind des Guten.
11 Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. März 2004
Bescos ist ein langweiliger Ort mit grademal 281 Einwohnern, die ihrer täglichen Arbeit nachgehen. In diesen Ort, in dem Jeder Jeden kennt, kommt eines Tages ein fremder Mann, der dem Dorf ein unmoralisches Angebot macht: wenn sie einen Dorfbewohner aus ihrer Mitte in den nächsten sieben Tagen umbringen, erhalten sie von ihm elf Goldbarren. Dieses Gold wäre in der Lage, das ganze Dorf vor Abwanderung zu bewahren und den Fortschritt einkehren zu lassen.
Als Bote dieses Angebotes hat sich der Fremde die junge Chantal Prym ausgewählt, deren großer Traum es ist, diesen gottverdammten Ort zu verlassen und neu anzufangen.
Für den Fremden ist dieses sein eigenes inszeniertes Finale in einem Spiel von Gut gegen Böse. Er hatte viel in seinem Leben erreicht, hatte sich nichts zu schulden kommen lassen, doch das Schicksal hatte ihn unerbittlich bestraft. Für ihn bleibt nur die Frage offen, ob alle Menschen "schlecht" sind oder ob die Menschen, die ihm sein Unglück beschert haben lediglich Ausnahmefälle waren. Er hat seinen Glauben an Gott verloren und stellt uns die Frage, ob wir nur keine Straftaten begehen, weil wir Angst vor der Bestrafung haben. Denn dann wären im Grunde ihres Herzens alle Menschen schlecht. Erweist es sich jedoch, das Menschen aus ihrem Innersten heraus keine schlechten Taten begehen, so ist die Menschheit es wert, gerettet zu werden, den selbst Gott hatte ja seinen Sohn geopfert.
In Fräulein Prym liefern sich das Gute und Böse einen erbitterten Kampf, denn die Dorfbewohner halten sie für die Schuldige an diesesm märderichen Komplott. Doch sie selbst hatte jedoch nie mit der Umsetzung der Tat gerechnet und gerät sie in einen Zwiespalt, ob die Bewohner es überhaupt wert sind, mit Gold beschenkt zu werden, da diese sie jetzt anfeinden.
Doch sowohl der Bürgermeister als auch die Kirche haben schnell einen Menschen als Opfer auserkoren und für sich einen guten Grund gefunden, dieses zu rechtfertigen.
Ob das Gute oder das Schlechte an Ende die Oberhand gewinnen - mit diesem inneren Kampf können sich die meisten Menschen identifizieren und das sich beide Pole einander brauchen um in Erscheinung zu treten, hat jeder in seinem Leben selber schon erfahren. Wo Licht ist ist auch Schatten und Coelho bringt immer wieder feinst Nuancen hervorr, die Menschen wie du und ich und gerade gedacht oder getan haben könnten.
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Januar 2005
Für mich ist "Der Dämon und Fräulein Prym" das wohl düsterste und fast "böseste" Buch von Coelho, das ich kenne, aber gerade deswegen weil es so regelrecht gnadenlos zu den Menschen ist, umso interessanter. Ich persönlich halte es für eines seiner besten Werke.
Thematisch erinnert es doch an Dürrenmatts "Besuch der alten Dame", wie schon ein anderer Rezensent treffend anmerkte. Ein eigenartiger Fremder kommt in eine kleine Stadt, und bietet dem Dorf 10 Goldbarren, wenn die Dorfgemeinschaft innerhalb einer Frist jemanden umbringt. 1 Goldbarren soll zusätzlich noch dem Boten gehören, zu dem der Fremde die titelgebende Kellnerin Chantal Pyrm auserwählt.
Und so beginnt nun ein Kampf innerhalb der Dorfgemeinschaft, ob man sich nun für unermeßlichen Reichtum versündigen solle oder nicht; ein elementarer Kampf zwischen Gut und Böse.
Der Leser wird von Coelho unweigerlich selbst in das kleine Dorf versetzt; wird Teil der Dorfgemeinschaft und sieht sich letztlich selbst mit der entscheidenden Frage konfrontiert: Soll ich oder soll ich nicht?
Gerade darin liegt in diesem Buch die oben angesprochene "Gnadenlosigkeit" Coelhos... denn kaum jemand wird wohl reinen Gewissens behaupten können, dass ihm die Entscheidung, wie sie die Leute aus Coelhos Dorf treffen müssen, so leicht gefallen wäre!
Und ich denke, damit erreicht Coelho einmal mehr den von ihm angestrebten Zweck; den Menschen sokratisch zu einer Weisheit zu verhelfen, über die sie sonst vielleicht so gar nicht nachdenken würden; über die nachzudenken sich aber allemal lohnt; man geht doch wieder mit ein Stückchen weiter offenen Augen durch die Welt.
Fazit: Ein schlaues Büchlein das den Leser fesseln wird; man will eigentlich nur wissen, wie nun die Dorfgemeinschaft entscheidet. Schon alleine um seiner eigenen Seele willen.
11 Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen