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Kundenrezensionen

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am 13. Januar 2008
Ich habe die französische Fassung gelesen und bin begeistert. Die kulturell bedingten Verhaltensregeln in Japan, gegen die die Ptotagonistin immer wieder durch ihre Unwissenheit verstößt, überraschen und schockieren nicht nur sie selbst, sondern ebenso den Leser. Ihr rasanter Abstieg aus der Buchhaltung zur Klofrau, der in der ersten Hälfte der Lektüre noch unvorstellbar ist, vollzieht sich in der 2. Hälfte zum Erstaunen des Lesers in rasanter Geschwindigkeit. Für Europäer ein echter Kulturschock und unbedingt lesenswert.
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am 4. Januar 2006
Die Geschichte der Autorin ist autobiographisch. Dieses Jahr in Japan hat die Autorin tatsächlich erlebt und lässt den Leser beziehungsweise Hörer diese Zeit miterleben.
Amelie Nothomb beschränkt all ihre Beschreibungen stets auf ihre Sicht und ihr Unverständnis, bemüht sich auch, das Verhalten ihrer "Gegner" zu erläutern und zu erklären. Dabei ist sie sich nicht zu schade, auch die wirklichen Fehler, die ihr während ihrer Tätigkeit in dem japanischen Konzern unterlaufen sind, zu erläutern. Daraus ergibt sich ein authentisch wirkendes Bild, bei dem nichts geschönt oder allzu überspitzt wirkt, dennoch die Rollen klar verteilt wurden und ebenso von Lesern und Hörern erkannt werden können.
Die Autorin tat sehr gut daran, ihr Privatleben in dieser Zeit nicht Teil der Geschichte werden zu lassen. Tatsächlich spielen sich alle 175 Minuten der Lesung in dem Konzern selbst ab. Dadurch wird das Erzählte umso dichter und man wird an keiner Stelle aus dem Geschehen gerissen. Dies ist so geschickt konstruiert worden, dass man sich aber tatsächlich auch an keiner Stelle fragt, wie Amelie ihre Freizeit verbracht hat, bis sie selbst am Ende des Buches erklärt, warum sie diese Passagen ausgelassen hat.
Die Geschichte ist eine extreme, die trotzdem ein großes Maß an Heiterkeit zu bewirken weiß. Amelie Nothomb begegnet den Ereignissen gelassen und mit einer Gewitztheit, die ihresgleichen sucht, gibt die Suche nach dem richtigen Weg zur Akzeptanz allerdings auch nicht auf. Bis zum letzten Tag versucht sie den Mittelweg zwischen persönlichem Stolz und Anpassungsnotwendigkeit zu beschreiten. Ob es ihr gelingt - sollte jeder Hörer für sich entscheiden.
Die Sprecherin Fritzi Haberlandt ist nicht nur eine recht bekannte Schauspielerin, sondern für diese Rolle auch ausgesprochen gut geeignet. Im Vergleich zu Marlen Dieckhoff, die andere Hörbücher von Amelie Nothomb verlas, bringt sie eine jugendliche Frische mit, die genau zum Thema des Buches passt. Immerhin ist Amelie noch jung, als sie die Stelle in Japan antritt und kann auch eine gewisse Naivität nicht verbergen.
Ebenso wie Marlen Dieckhoff vermag es auch Fritzi Haberlandt, die blumigen und kunstvollen Satzkonstrukte der Autorin mit Leben zu füllen und sie an den richtigen Stellen hervorzuheben. Genau richtig, um den Hörer mit ihnen zu verwöhnen, ihn aber nicht dadurch zu bedrängen.
Insgesamt ein sehr lohnenswertes Werk von Amelie Nothomb, das erfrischend vorgetragen wird und neben einer schier unglaublichen Geschichte auch einige Hintergrundinformationen zur japanischen Einstellung und Weltsicht, ebenso wie einige Lacher parat hält.
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am 10. Oktober 2009
"Mit Staunen und Zittern" ist der treffende Titel dieses gelungenen Buches. Wir erfahren vom konsequenten Abstieg der hoffnungsvollen jungen Frau in einem japanischen Grossbetrieb. Der Blick von unten erscheint der einzig angemessene zu sein, um eine Gesellschaft zu beschreiben, die ohne Humor auskommt. Die Japaner, so erfahren wir, sehen die Europäer etwa so, wie diese die Afrikaner betrachten: Als eine exotische Spezies mit unerklärlicher Lebensfreude; von löblichen Ausnahmen abgesehen unfähig zu wahrer Disziplin; nicht recht erwachsen, mit einem Wort - unterlegen.
Die Autorin begegnet der Situation mit einem lebensfrohen Masochismus, verletzt und neugierig-robust, zitternd und staunend. Sie ist die Stimme des Lebens in einem Mechanismus, wo der Einzelne wenig zählt. Die Welt, in die wir bei der Lektüre treten ist kafkaesk, und sie tritt uns ohne alle Verfremdung, selbst ohne literarische Kunstfertigkeit als blanke Realität entgegen.
Für mich war es ein kurzweiliges Lesevergnügen. Für einen Europäer, der sich gern als Inhaber einer Leitkultur versteht, hat es einen feinen Reiz, einmal mit einem anders gearteten kulturellen Imperialismus konfrontiert zu werden.
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am 24. Juli 2002
Habe gestern "Mit Staunen und Zittern" in einem Ruck durchgelesen und dabei Tränen gelacht - allerdings auch Tränen der Verzweiflung, sosehr erinnerte mich das Buch an meine eigenen Erfahrungen bei diversen japanischen Firmen. Die ganze Absurdität und die ganzen Paradoxien, denen ein japanischsprachiger Gaijin in einer japanischen Firma ausgeliefert ist, sind hier sehr gut aufgezeigt und das mit unvergleichlichem Humor. Jedem, der es nicht glauben will, wird geraten sich doch selbst einmal bei "Yumimoto" zu bewerben.
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TOP 1000 REZENSENTam 11. März 2012
Obgleich ich den Klappentext und einige Rezensionen zu diesem Roman gelesen hatte, war ich dennoch schockiert über die fremde Welt, die sich mir offenbarte. Die Welt des Unternehmens Yumimoto, in der die Protagonistin Amélie einen rasanten Abstieg von einer Dolmetscherin zur „Hüterin der Aborte“, wie es im Buch umschrieben wird, erleben muss. Die Apathie von Amélie, das Fehlen jeglichen Kampfgeistes und jeglicher Anzeichen des Aufbegehrens gegen diese schier unerträgliche Situation erschreckten mich. Amélie erduldet alle Demütigungen, erlebt die öffentliche Erniedrigung ihrer unmittelbaren Vorgesetzten wie in Trance mit und muss dann noch feststellen, dass ihr Mitgefühl und der angebotene Trost als Anlass genommen werden, ihr die Tätigkeit als Toilettenfrau zuzuweisen. „Schikane“ umschreibt wohl hier mit einem Wort, was in dieser Firma abläuft – allein der Einsatz in der Buchhaltungsabteilung ist reiner Hohn, wo Amelie wiederholte Male monotone Tätigkeiten wie das sinnlose Kopieren von tausenden Seiten der Golfclubstatuten ihres Vorgesetzten ausüben muss. Die Autorin beschreibt die verächtliche Abscheulichkeit eines hierarchischen Systems, das nichts mit den idealistischen Sinneseindrücken aus der Kindheit von Amélie mehr zu tun hat, nein, es ist eine andere Welt. Sie kommt zur Erkenntnis, dass in Japan der Mittelpunkt der Existenz das Unternehmen ist und dass das Leben von Etiketten, Regeln und Zwängen geprägt ist. Keine Spontaneität, kein Lachen, keine Initiative sind hier erwünscht - sie ziehen mitunter sogar schlimme Bestrafungen und Demütigungen nach sich.

Amélie Nothomb schreibt gegen Ende des Buches: „Wie allgemein bekannt ist, ist Japan das Land mit der höchsten Suizidquote. Mich wundert daran nur, dass die Selbsttötung nicht noch häufiger ist.“

Nach Lektüre dieses Buches wundert mich das ebenfalls.
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am 3. August 2013
Ich rezensiere dieses Buch gemeinsam mit "Die japanische Verlobte", denn das sind sozusagen Schwesterbücher.
Beide beruhen auf Nothombs autobiografischen Erlebnissen in Japan. Vereinfacht könnte man sagen, in "japanische Verlobte" sei die idyllische, in "Staunen und Zittern" die apokalyptische Seite Japans geschildert. Die ambivalente Sicht der Autorin auf ihr heißgeliebtes Nippon offenbahrt sich aber in beiden Büchern.
Neben den faszinierenden, erschreckenden, wunderbaren Einblicken in die japanische Kultur bilden beide Bücher eine Übung in Erlebnisfähighkeit. Die junge Nothomb will erleben, aber es sind nicht die großen Abenteuer, sondern die kleinen Erlebnisse des Alltags, die Sinneseindrücke, ihre große Fähigkeit, aus Einfachem alles herauszuholen durch ihren Assoziationsreichtum und ihre emotionale Offenheit. Ein facettenreiches Innenleben prallt auf eine facettenreiche Kultur, rübergebracht mit dem skurrilen, manchmal fast abseitigen Humor der Protagonistin.
Ein weiteres großes Thema der Bücher ist die Würde, bzw. deren Wahrung. Denn fast allen Figuren in diesen beiden Büchern lässt sie ihre Würde, selbst die chrakterlich miesesten (aus europäischer Sicht) Gestalten werden zwar nicht entschuldigt, aber verstanden. Sie bekommen alle immer noch eine Chance - zumal die Autoirn selbst auch nicht immer moralisch einwandfrei handelt.
Über das Verhältnis von Wahrheit und Dichtung kann man sich bei all dem nicht so ganz sicher sein. Manches mag Nothomb herausgestellt, übertrieben oder fabuliert haben. Aber der Eindruck sowohl des fremden Landes, als auch ihres farbenreichen Innenlebens bleibt stets stark und authentisch.
Zwei tolle Bücher!
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. Februar 2014
"Rekapitulieren wir. Als kleines Mädchen wollte ich Gott werden. Sehr bald begriff ich, dass dies zuviel verlangt war, und goss ein wenig Weihwasser in meinen Messwein: Ich würde Jesus werden. Als ich einsah, dass auch dieser Ehrgeiz zu weit ging, fand ich mich damit ab, wenn ich mal groß wäre, Märtyrerin zu werden. Als Erwachsene schwor ich dem Größenwahn ab und beschloss, als Dolmetscherin in einer japanischen Firma zu arbeiten. Leider war das zu hoch für mich; ich musste eine Stufe herabsteigen und Buchhalterin werden. Aber in meinem sozialen Absturz gab es kein Halten, und so wurde ich zur Null herabbefördert. Unglücklicherweise - ich hätte es ahnen können - war die Null immer noch zuviel für mich. Und nun endlich fand ich meine letzte Bestimmung: als Klofrau." (S.111)

Amélie Nothomb beschreibt in dieser ausgesprochen seichten Komödie eine kurze Episode einer belgischen Zeitkraft in einem japanischen Konglomerat. Auch wenn die Ereignisse unterhaltend überzeichnet sind, so liefern sie doch eine anekdotisch zutreffende Beschreibung japanischer Großunternehmen. Das eine oder andere Kapitel habe ich so oder ähnlich jedenfalls auch schon in Japan erlebt. Mit "Staunen und Zittern" zählt durch die ironisch-sarkastische Verklärung dieser gesellschaftlichen Anomalien zu den unterhaltsamsten Werken dieser großen belgischen Autorin.

Es bleibt natürlich die Frage, was die Lehre dieses Werkes ist. Manchmal ist aber Unterhaltung Lehre genug. Lesen!
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am 15. August 2011
Ich habe das Buch binnen 24h durchgelesen, ich konnte gar nicht mehr aufhören.
Teilweise finde ich das Buch sehr hart, wenn sie über die Art redet wie ein
Japaner zu sein hat, beispielsweise.
Aber wirklich ein super Buch. Mein Lieblingszitat ist
"Hiroshima im rechten, Nagasaki im linken Auge" oder umgedreht. An dieser stelle
konnte ich mir das ganze wirklich bildlich vorstellen.

Auf jeden Fall Kaufenswert!
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am 6. Oktober 2012
Geniales Buch! Nimmt sich nicht so ernst, ist urkomisch. Wie das Leben so ist, wenn ich es mal nicht mit der sorgenvollen, ernsten Brille betrachte. Der Titel passt perfekt zum Buch und auf das Leben an sich. Wunderbar, mal die üblichen (Be-) Wertungen wegzulassen, Werte und Wege des Lebens auf den Kopf zu stellen, andere Sichtweisen einzunehmen. Geht das eigentlich nur, wenn Mann oder Frau mal ganz weit fort von zu Hause ist, und in einer fremden Kultur sowieso Alles anders ist?
Der Schmöker ist schnell durchgelesen, aber die Wirkung hält (jedenfalls bei mir) lange an!
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am 28. März 2005
Das überschaubare, gut zu lesende Büchlein hinterließ bei mir einen zwiespältigen Eindruck.
Zunächst zum Auftritt der Amélie:
Sie benimmt sich allzu oft wie eine Elefantin im Porzellanladen. Und immer wieder gibt der Elefant die Schuld am Geschirrbruch dem Porzellan - zumindest zunächst. Das kommt mir schon deshalb unerklärlich vor, da man anhand der Beschreibung doch davon ausgehen darf, dass sich die Autorin vor dem Praktikum für Japan und damit auch deren kulturellen, ökonomischen Eigenarten interessiert/beschäftigt hat... (sie hat immerhin Japanisch gelernt!)? Dass ihre ausführlich geschilderte Bewunderung für ihre unmittelbare Vorgesetzte Fubuki nach schönen Passagen letztlich nur darin mündet, dass sie sie dafür bewundert, sich in dieser feindlichen Welt nicht umzubringen, halte ich weniger für mitfühlend als für arrogant.
Amélies Verhalten, ihre Anpassungs- und auch ihre Leistungsfähigkeit z. B. bei den Aufgaben der Buchhaltung (alphabetisches Sortieren von Unterlagen) finde ich zudem erschreckend schwach. Dafür lässt sie in den ersten Gesprächen durchblicken, dass sie von japanischen Umgangsformen nichts versteht und auch nichts verstehen will. Bei aller Wertschätzung für unser westeuropäisches Loblied auf „Offenheit", „Ehrlichkeit" und „Gleichberechtigung": Mir kommt ihre Art der Gesprächsführung und ihre Einschätzung ihrer Position - sie geht einfach mal davon aus, dass ihre Vorgesetzte ihre „Freundin" ist - reichlich weltfremd vor. Dass und wie sie sich in einem nächtlichen, nackten Tanz am Computer „austobt" und im Papierkorb versinkt, kann ich trotz allen „Stresses" schlichtweg nicht nachvollziehen. Auf der anderen Seite sind gewisse Formen grundloser (... sofern man reine Machtdemonstration nicht als Grund gelten lassen will) Demütigung wie hier für mich immer noch kaum fassbar. In der Businesswelt Europas wird man für Fehlverhalten rausgeschmissen, in Japan gedemütigt - so jedenfalls scheinen mir die Aussagen des Buches zu sein.
Aber die Charaktere der japanischen Geschäftswelt sind durchaus fein wiedergegeben. Dem monströsen, nur negativ gekennzeichneten Herrn Omochi stehen ein ambiguoser Herr Saito, ein (in westeuropäischen Augen!) feinfühliger Herr Tenshi und ein anständiger Präsident, Herr Haneda, gegenüber. Auch Fubuki selbst wird durchaus zwiespältig, wenngleich überwiegend negativ, beurteilt.
Und es sollte auch nicht entgehen, dass in Amelie ein Wandel vorgeht. Er findet letztlich darin seine Konsequenz, dass sie nicht kündigt, sondern ihren Vertrag erfüllt. Der Abschluss ihres Buches, mit dem japanischen Glückwunsch von Fubuki, ist dann auch eher versöhnlich.
Was bleibt? Es war durchaus kein schlechtes, sondern ein kurzweiliges Buch. Es war allerdings auch keines, über das ich „Tränen gelacht habe" und das mir lange in Erinnerung bleiben wird.
Fazit:
Andere Bücher von Amélie Nothomb („Reinheit des Mörders", „Kosmetik des Bösen") finde ich, vor allem was Dialogwitz und Eloquenz betrifft, deutlich stärker.
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