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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein faszinieres und spannendes Werk
Das Parfum ist eine Geschichte von grosser Bildkraft und faszinierend kunstvoller Sprache, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht und ihn eintauchen lässt in das Frankreich - das Paris - des 18. Jahrhunderts.
Mit grossem Geschick ruft Süskind die damalige Welt vor den Augen des Lesers ins Leben und erzählt die Geschichte des Jean-Baptiste...
Veröffentlicht am 17. Mai 2004 von kirstin1981

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut zu lesen
Ich habe mit meiner Klasse den Kinofilm gesehen, bevor wir das Buch gelesen haben. Im Nachhinnein hätte ich es besser gefunden, wenn wir als erstes das Buch gelesen hätten und später den Film geguckt hätten. Auch aus dem Grunde, weil bei vielen nicht mehr das große Interesse war das Buch zu lesen. Dennoch halte ich das Buch auch in der Schule...
Veröffentlicht am 11. Mai 2007 von Nachtigal


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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein faszinieres und spannendes Werk, 17. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
Das Parfum ist eine Geschichte von grosser Bildkraft und faszinierend kunstvoller Sprache, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht und ihn eintauchen lässt in das Frankreich - das Paris - des 18. Jahrhunderts.
Mit grossem Geschick ruft Süskind die damalige Welt vor den Augen des Lesers ins Leben und erzählt die Geschichte des Jean-Baptiste Grenouille, der aufgrund seines fehlenden Eigengeruchs von seinen Mitmenschen, die ihn sprichwörtlich „nicht riechen können", gemieden und verstossen wird. Da der Aussenseiter gleichzeitig über einen Absoluten Geruchssinn verfügt, macht er es sich zur Lebensaufgabe, der grösste Parfumeur aller Zeiten zu werden und ein Parfum zu erschaffen, das die Menschen manipulieren und die ganze Welt dazu zwingen würde, ihn zu lieben; „Denn wer die Gerüche beherrschte, der beherrschte die Herzen der Menschen.". Für diese Herstelllung dieses Parfums tötet er junge Frauen und raubt ihnen ihren Duft. Als der Mörder festgenommen und zum Tode verurteilt wird, bringt er am Tag seiner Hinrichtung sein erschaffenes Parfum zu ersten Mal zum Einsatz...
Die Idee des von seiner Umwelt isolierten Genies ist nicht ganz neu (man denke an Robert Schneiders Schlafes Bruder). Süskind verleiht dem Thema aber psychologische Tiefe und macht es so interessant. Obwohl er Grenouille einerseits als eine abscheuliche und böse Gestalt bezeichnet, legt er andererseits die Beweggründe für das Handeln seines Helden plausibel dar und zeigt, in welcher Weise er von seiner Umwelt zu dem gemacht wird, was er ist. Als Leser schwankt man deshalb permament zwischen Sympathie und Abscheu für diesen faszinierenden Menschen.
Insgesamt ist die Erzählung eine Mischung aus Historischem Roman und Kriminalgeschichte, die neben einer fesselnden Handlung noch einiges an Hintergrundwissen über die damalige Zeit und sogar über die Parfumherstellung bietet und ausserdem deutlichmacht, wie sehr Menschen unbewusst von Gerüchen gesteuert werden. Und nicht zuletzt bringt Süskind durch seine humorvolle Darstellung der damaligen Welt und seiner Bevölkerung den Leser immer wieder zum Schmunzeln. So kommeniert er zum Beispiel ironisch die Mitmenschen Grenouielles und zeigt ihre absurden Träume und Wünsche oder ihre abwegigen Theorien über die Welt und das Leben.
Es ist verständlich, dass dieses Buch ein Bestseller und ein fester Bestandteil der Weltliteratur geworden ist.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach einzigartig..., 19. Februar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
Das Parfum – woran denkt man, wenn man diesen Buchtitel hört? Wahrscheinlich gilt der erste Gedanke wohl kaum einer Mördergeschichte. Doch um genauso eine geht es in diesem Buch.
Der Protagonist Jean-Baptiste Grenouille ist ein Mensch mit einem stark ausgeprägten Geruchssinn. Er durchlebt viele verschiedene Lebenssituationen in seiner selbsterschaffenen, olfaktorischen Welt und nimmt jeden Geruch in sich auf. Doch als er den einen, für ihn so besonderen Duft eines Mädchens, nicht einfangen kann, hält ihn nichts davon ab, einen Mord zu begehen, um diesen Geruch doch zu bekommen. An diesem Zeitpunkt beginnt die Geschichte des introvertierten, menschenverachtenden Mörders Grenouille.
Keineswegs ist dieses Buch ein reales, dennoch aber sehr interessant und voller Spannung zu lesen. Der Autor, Patrick Süsskind, hat eine Geschichte erschaffen, die es so vorher noch nicht gab. Es ist beeindruckend, was dieser für eine eigene Welt für den Protagonisten Grenouille erzeugt hat, in der es sich um nichts als die Liebe bzw. den Hass zu Gerüchen dreht. Patrick Süskind schafft es, die Personen und Orte nicht in Bildern, sondern in Gerüchen darzustellen. Nachdem man dieses Buch gelesen hat, achtet man selbst oft darauf, was man alles riechen bzw. erriechen kann und was nicht.
Dieses Buch fasziniert den Leser und ist ein wenig von allem; und das ist es, was es zu einem Individuum unter den Büchern macht!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein literarischer Genuss als Hörerlebnis!, 10. Januar 2007
Das Buch selbst war mir bekannt, bevor ich mir das Hörbuch angehört habe - und ich muss sagen: Selten habe ich etwas besser Vorgetragenes gehört! Hörbücher leben immer zu einem nicht unmaßgeblichen Teil von der Qualität und der Lebendigkeit des Vortrags, und bei diesem Hörbuch hat man bisweilen das Gefühl, leibhaftig im Theater zu sitzen und einem unter die Haut gehenden Spiel beizuwohnen. Absolut empfehlenswert!
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Duft, 30. September 2006
Sehr gut geschrieben und meisterlich von Hans Korte vorgelesen. Eine der Hörbücher die man kaum unterbrechen mag!

Nach dem Hören dieses Buches dauerte es eine Weile, bis wir in die Realität zurückkehrten.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr verführerisch....., 27. September 2006
Zuerst habe ich das Buch gelesen und hatte die CDs lange zu Hause, ehe ich sie mal anhören wollte..... Irgendwie habe ich nie den Anfang gefunden und gedacht, ach, was soll's hast ja das Buch schon gelesen, brauchst ja die Hörbuch-Variante nicht auch noch..... . Hätte ich es bloß eher angehört ! Absolut gigantisches Werk ! Fesselnd von der ersten bis zuer letzten Minute, nicht zuletzt dem Vorleser zu verdanken ! Dieses Hörbuch kann ich nur empfehlen. Ein Muß für jeden Hörbuch-Fan !
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas für jeden Leser, 18. Januar 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
Die faszinierende und spannende Geschichte, Das Parfum, hat für jeden Leser etwas zu bieten. Der Roman, der uns zurück ins Frankreich des 18. Jahrhunderts entführt, handelt von der Suche eines olfaktorischen Genies/ Ungeheuers nach dem idealen Parfüm, das seine Geruchlosigkeit verbirgt und ihm ermöglichen soll, die Herzen der Menschen zu beherrschen.
Es ist einfach eine gute spannende Geschichte über Mord, Lust und Gier, und durch die Beschreibung der Gerüche wird man veranlasst, alles um sich herum anders zu riechen. Für die meisten Leser würde dies schon genügen, so würden sie sich aber die Ironie und die Vielschichtigkeit des Buchs entgehen lassen.
Das Parfum ist voll der Widersprüche eines postmodernen Romans: es ist gleichzeitig ein Krimi, ein Künstlerroman, ein historischer Roman, eine seltsame Lebensgeschichte…Es ist einerseits einfach zu lesen, da es einen chronologischen Aufbau hat und es einen altmödischen Erzähler gibt, aber anderseits auch Aufgrund seiner psychologischen und philosophischen Ansichten kompliziert. Es ist eine ernste Geschichte, und gleichzeitig doch ironisch. Man hat sicher voher nie so etwas gelesen, aber es ist möglich, ein Netzwerk von Pastiche und Intertextualität zu entdecken, den Stil sogar ganzer Sätze mit denen anderen Autoren zu verbinden (Hoffmans Das Fräulain von Scuderi, Thomas Mann’s Doktor Faustus).
Wie in Umberto Ecos Der Name der Rose, verlangt das Buch viel von seinem Leser, und mit guten literarischen Kenntnissen und einer guten Nase kann man viel herausfinden. Man könnte es als eine einfache Collage von altem Stoff kritisieren, aber das Buch ist auf eine Art und Weise verfasst, um einerseits ein tieferes Nachdenken über die Kunst und darüber, was man Genie nennt, hervorzurufen.
Also wenn man den Roman in seiner Vielschichtigkeit betrachtest, kann er nur gefallen. Man kann sich auf die Aspekte konzentrieren, für die man sich interessiert.
Deswegen hat Das Parfum die Bestsellerliste erreicht. Es war aber nicht nur eine Modeerscheinung oder kurzfristige Begeisterung; sogar 15 Jahre später gefällt es noch Lesern verschiedener Generationen (meine Mutter und mein Großvater haben es gelesen). Also wenn du einer der wenigen bist, die es noch nicht gelesen haben, dann weißt du, was du jetzt zu tun hast!
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23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man gelesen haben!, 27. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
Als ich Patrick Süskinds 'Parfum' lesen sollte, war ich zunächst eher skeptisch, denn ich MUSSTE es für einen weiterführenden Literaturkurs kennen. Ohne nennenswertes Interesse fing ich also an zu lesen - und war schon bald ziemlich angetan von der genialen Erzählart des Autors und dem ungewohnten Inhalt!
Während ich am ersten Abend gerade mal 45 Seiten las, konnte ich das Buch am folgenden Nachmittag garnicht mehr aus der Hand legen bis ich 175 weitere Seiten und am kommenden Tag das komplette Buch durchgelsen hatte!!
=> Aus der anfänglichen "Zwangslektüre" wurde ein Buch, dass ich mit Vergnügen las!
"Das Parfum" ist mal ein anderer Krimi, der im 18. Jahrhundert in Frankreich spielt (siebzig Jahre vor der Revolution). Der Hauptcharacter ist Jean-Baptiste Grenouille (frnz. für "Kröte"),
das unscheinbare, hässliche "Scheusal" mit genialen Verstand,
das über die beste Nase der ganzen Welt verfügt.
Während er sich als Kind noch damit zufrieden gibt, diverse Gerüche olfaktorisch zu "jagen", um sie in seinem brillianten Gedächnis festzuhalten, wird er immer bessener von dem Gedanken auch jeden Geruch MATERIELL zu besitzen: Anfangs nur Blumen auspressend & destillierend, um ihren Geruch in Parfümfläschchen "einzusperren", versucht er später auch Tiere und MENSCHEN die duftende Seele zu entreißen!
Ein in scheußlich schöner Erzählung geschriebener Roman, den man bis zum außergewöhnlichen Finale nicht mehr weglegen kann! Gepflegte Gänsehaut, Psychotouren und genialer Ekel und Humor verbinden sich hier auf eine Weise, die ich bisher nirgentwo anders erlebt habe!
Ein MUSS!
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannung pur!, 16. September 2006
Oft habe ich das Buch schon gelesen, und liebe es aus tiefstem Herzen. Daher bin ich der aktuell anlaufenden Verfilmung natürlich dankbar, daß es dieses Meisterwerk nun auch als Hörbuch gibt.

Und was für ein Hörbuch ist das! Der Sprecher ist ein Wahnsinniger - er schmeichelt, hetzt, stöhnt und reißt uns jede Sekunde tiefer und tiefer in die Welt des Grenouille, des Mannes, der - ohne selbst einen Eigengeruch zu besitzen, mit der Nase sieht, liebt und begehrt.

Ein Mörder ist er, dieser Jean-Baptiste - aber man versteht seine Motive, den Plan hinter seinem abstoßenden Tun. Ich habe immer mit ihm sympathisiert, aber bei diesem Hörbuch sogar noch mehr.

Eins der besten Hörbücher, die ich kenne.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gut, spannend und faszinierend, 14. Oktober 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
Das Parfüm von Patrick Süskind ist ein ungewöhnlicher Kriminalroman, der dem Leser das Zeitgefühl der Epoche nahebringt, am Geschehen aber nicht vobeischreibt, so daß er nicht langweilt. Er erzählt die Geschichte eines illegitimen Kindes, dessen Mutter wegen versuchter Kindstötung (an ihn selbst) zum Tode verurteilt wird. Seine Kindheit ist ohne Liebe und Zuwendung. Er wird Zeit seines Lebens gemieden und ausgegrenzt. Man erhält Einblicke in eine völlig andersartige Persönlichkeit, die über große geistige und emotionale Defizite verfügt, andererseits ein Genie ist, dem man, wenn auch nur widerwillig, Respekt zollen muß. Sein Talent, ein herausragender Geruchssinn, verhilft ihm zu einer ungewöhlichen, faszinierenden Weltanschauung, er beurteilt nicht nach Aussehen und Verhalten, sondern nach Geruch. Der Autor betrachtet das Geschehen von der Täterseite. Dies ist interessant, da man sogar verstehen kann, warum der Mörder seine Greultaten begeht. Trotzdem läßt einem die Kaltblütigkeit der Vorgehensweise kalten Schauer über den Rücken laufen. Die Unfähigkeit seiner Mitmenschen, den Mörder zu fassen, ja seine eigentlich simplen Manipulationen aufzudecken, ist erschreckend. Sie läßt die Frage aufkommen, ob eine solche Macht auch heute noch in dieser Art und Weise ereichbar wäre. Beachtenswert ist auch der Schreibstil, der trotz seines Niveaus gut zu lesen ist. Das Parfüm ist ein Buch, das man mehrmals lesen kann und immer wieder Neues entdeckt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der besten Bücher, die ich kenne, 25. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Parfum (Taschenbuch)
„Das Parfum" von Patrick Süskind. Ein 320-Seiten starker Band, erschienen im Diogenes-Verlag, viel gerühmt und eines der wenigen deutschen Bücher, die in den letzten Jahren weltweit Aufsehen erregten. Beim „Parfum", meiner Meinung nach, zu Recht. Was für ein genialer Mensch muss dieser Patrick Süskind wohl sein, ein solch zerrüttendes, an keiner Stelle langweiliges Buch schreiben zu können?
Nun, meiner Meinung nach gibt es hierfür zahlreiche Gründe, Kriterien, die ich persönlich vornehmlich zur Bewertung von Büchern hinzuziehe. Da wäre zum Einen die Person des Hauptcharakters Jean-Baptiste Grenouille (frz. „Frosch"). Schon zu Anfang des Buches, erwähnt Süskind, dass es sich hierbei um eine der genialsten und abscheulichsten Gestalten Frankreichs im 18. Jahrhundert handle, und das mag schon was heißen, zumal doch diese Epoche nicht gerade solcher Gestalten entbehrte. Grenouille ist recht außergewöhnlich. Charakteristisch für ihn ist sein übersensibles Geruchsorgan, nicht nur besser ausgebildet, als bei allen übrigen Menschen auf dieser Erde, nein, sogar noch empfindlicher als die Nase der Hunde oder aller übrigen Tiere. Er selbst wurde als fünftes uneheliches Kind einer jungen Frau in der Rue aux Fers, dem stinkendsten Ort im gesamten Königreich, in einer Fischbude neben dem Friedhof geboren. Es war die erste Lebendgeburt dieser Frau und eigentlich wollte sie auch dieses seltsame Kind, dieses abscheulich schreiende Ungeheuer, töten, doch dazu kam es nicht, weil Grenouille die gesamte Straße herbeischrie. Kurzerhand wurde Grenouilles Mutter zu Tode verurteilt und das Kind von einer Amme zur nächsten geschoben. Hier erhielt der junge Jean-Baptiste nicht die kleinste Liebesbezeugung, derer er, ehrlichgesagt, auch gar nicht bedurfte. Schon von Anfang an wird klar, dass mit Grenouille etwas nicht stimmt: Er verströmt keinen Eigengeruch. Olfaktorisch gesehen existiert dieser Mensch eigentlich überhaupt nicht. Jean-Baptiste wird also von den anderen Menschen gemieden, weil von ihm eine böse und unheimliche Aura ausgeht, was ihn zu einem lebenslangen Einzelgänger macht. (Nicht, dass er etwas dagegen gehabt hätte). Sein ganzes Leben lang dreht sich bei ihm ohnehin alles nur um Gerüche. Er wird Gehilfe des Gerbers Grimal, Gehilfe des Parfumeurs Baldini, verbringt sieben Jahre einsam auf dem Gipfel eines Berges und wird schließlich Gehilfe eines Parfum-Meisters in Grasse, stets auf der Suche nach dem Parfum, das ihn zum geliebtesten Wesen dieser Welt macht.
Solch eine Person ist an Abscheulichkeit, aber auch an Faszination, wohl kaum zu übertreffen. Was mich an diesem Grenouille so sehr beeindruckt, ist die Tatsache, dass er ein völlig unabhängiges Individuum ist, etwas, das noch nie da gewesen ist, weder in der Realität noch in der Fiktion. Man merkt sofort: Patrick Süskind hat sich mit der Materie eingehend auseinandergesetzt, er versetzt sich dermaßen überzeugend in die Situation Grenouilles, dass man meinen könnte, er habe dies alles selbst erlebt. Zudem gelingt dem Autor durch treffende und schillernd-bunte Beschreibungen eine exakte und lebendige Schilderung der Geschichte. Süskind ist ein Meister der Worte, er weiß, wann er seinen Leser durch Dialoge zerstreuen muss, wie er ihn mit der richtigen Wortfülle bannt und wie er eindeutig eine komplexe Situation darstellen kann, ohne zu verwirren. Beeindruckend war für mich diese Fülle an Beschreibungen. Wer hätte gedacht, dass die deutsche Sprache so viele Begrifflichkeiten birgt, die bei treffender Komposition ein so eindrucksreiches Bild der Realität liefern? Und es ist ein Bild der Realität, in der Tat. Die Wirkung von Patrick Süskinds Sprache reicht von „einfach nur überwältigend" bis hin zu „surreal". Der Autor kennt hierbei keine Tabus, sondern zeigt den Menschen so wie er ist, ohne seine schlechten und animalischen Seiten zu verstecken, die stark die Handlungsweise des einzelnen beeinflussen und doch so oft vertuscht werden und unter einen moralischen Teppich gekehrt werden. Die Darstellung des Menschen insgesamt ist an Misanthropie kaum zu übertreffen. Grenouilles ganzer Hass kommt hierbei zum Ausdruck, aber auch, mit einer gehörigen Portion Zynismus, Ironie und Sarkasmus, ein Spiegel unserer Selbst, die absolute Diskrepanz zwischen unseren tatsächlichen Gedanken, unseren Worten und unserem Tun. Den einen mag es erschrecken, so direkt in sein wahres Antlitz zu blicken, doch die Wahrheit von Süskinds Beschreibungen wird dadurch nicht verändert.
Doch auch auf wissenschaftlich-sachlicher Seite gelingt Süskind eine literarische Höchstleistung. Seine präzisen Kenntnisse über das Geschäft der Parfumherstellung überzeugen nur noch mehr, dass hier einer ans Werk geht, der wirklich weiß, wovon er schreibt, kein Stümper, kein Hobbyschreiber und kein Laie, sondern einfach nur ein genialer Schriftsteller. Er beweist vielseitige Kenntnisse in Hunderten von Bereichen: Parfumherstellung, Wirkung des Geruches auf den Menschen, soziale Situation der Menschen im 18. Jahrhundert, Geschichte und Geographie Frankreichs. Und nicht zuletzt ist er ein Menschenkenner, einer, der hinter diese Fassade schaut, die jeder von uns aufgebaut hat und die wahren Beweggründe ans Tageslicht zerrt.
Zum Abschluss kann ich sagen, dass „Das Parfum" zu den eindrucksvollsten Büchern gehört, die ich je gelesen habe und kann es somit nur jedem empfehlen, der Lust auf eine Abwechslung der trivialen Alltagsberieselung hat.
Fazit: Süskind überzeugt durch
1. die Hauptperson Grenouille
2. treffende Schilderungen
3. abwechslungsreiche und spannende Handlung
4. Kenntnisse in vielen Bereichen
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Das Parfum
Das Parfum von Patrick Süskind (Taschenbuch - 2006)
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