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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein trauriger Abgrund der menschlichen Empfindsamkeit, 24. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Betrachtet man den eigentlichen Buchtitel "Der Tod ist ein Meister aus Wien", so kann dieser direkt Mehrdeutig ausgelegt werden.
Im Vergleich zu den wirklichen und auch definitv belegbaren Taten des Lagerchefs Göth, ist das nicht machbar.

Grausamkeit, Kaltblütigkeit und unerbittlicher Hass, den Amon Göth ausstrahlt und verkörpert, bereiten während der Lektüre des Buches gar "dem Wissenden Leser", bzw. dem geschichtlich Bewanderten ein Neues fast kaum messbares Maß an Schrecken.
Die geschilderten Taten, die sich während des 2. Weltkrieges in Plaszow zugetragen haben, belaufen sich fernab jeder Menschlichkeit.

Natürlich sind die schrecklichen Taten einiger Nazi Massenmörder schon länger bekannt, doch das Buch von Sachslehner schlägt im wahrsten Sinne ein neues Kapitel auf.
Die tragische Darstellung der bewegenden Einzelschicksale der Lagerhäftlinge, die berührenden Familiengeschichten, Erzählungen von Trennung und ewigem Abschied werden hier ebenso erwähnt wie jene Personen, die sich im direkten Umfeld von Göth aufhielten.
Die empathische Verbindung zwischen Leser und "Opfer" scheint zwar direkt zu Beginn ein grauenvolles Limit zu erreichen, das im Laufe der Biographie jedoch wieder durch unvorstellbare Taten und Handlungen sprichwörtlich niedergerissen wird.

In anderen Worten: Man kann sich die mentalen, sowie die physischen Leiden der vorkommenden Menschen wohl nicht ansatzweise vorstellen, obgleich einen während des Lesens eine unglaubliche Wut, gepaart mit einer fast paralysierenden Hilflosigkeit, die wiederum schnell in Verachtung den Tätern gegenüber mündet.
Die Person Amon Leopold Göth war leider nicht nur skruppelloser Vollstrecker von willkürlichen Todesurteilen, viel mehr besaß er die zweifelhafte Fähigkeit jene zu beanspruchen, die ähnlich herzlos auf die gleiche Weise töteten.

Göth, der durchschnittliche Schüler, unauffällig im Wesen, fast schon zu normal wurde im Laufe der Jahre, mit Anstieg seiner politischen Macht, mit Wachstum seiner persönlichen Reputation zu dem Monster, der eine komplette jüdische Generation auf ewig prädigen sollte.
Seinen widerlichen Anspruch über das Leben und den Tod von unschuldigen entscheiden zu wollen, lässt ihn im Nachhinein noch berechnender und unmenschlicher erscheinen.

Die Biographie von Johannes Sachslehner macht genau diesen Prozess deutlich, den doch so viele Vor- als auch während seiner Zeit durchmachten. Unterstützt, begünstigt und gefördert von der SS Maschinerie, konnte er seinen Weg zum grausamen Lager Kommandanten fast ohne Hindernisse bewältigen.
Das Leid und den ständigen Druck seiner Nähe ausgesetzt zu seinen, haben vor allem seine Frau und seine unzähligen Geliebten erfahren müssen.
Ein Leben an der Seite eines unberechenbaren Killers prägte auch deren Leben entscheidend.

Erschreckendes Fazit, betreffend des Menschen Amon Göth: Töten kann zur Routine, wenn nicht gar zur Befriedigung der eigenen "Gelüste" werden. In diesem Buch wird deutlich, in welch einen Strudel der damalige Lagerchef geraten ist. Ein Strudel aus willkürlichem töten, sadistischen quälereien und perverser Freude an der Grausamkeit.

Fazit zur Lektüre: Eine detaillierte Biographie über eine im negativen Sinne interessante Persönlichkeit. Realistisch dargestellt, brilliant geschrieben und recherchiert. Ein Paradebeispiel zu was Menschen im Umgang mit anderen Menschen fähig sein können. Erschreckend, trauigerweise faszinierend.
Absolut empfehlenswert!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überfällig, 1. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Obwohl der Name Amon Göth seit dem Verfilmung von "Schindlers Liste" als Synonym für Menschenverachtung steht, ist es erst Johannes Sachlehner zu verdanken, dass uns nun endlich eine sorgfältig aufbearbeitete und gleichzeitig fesselnd geschriebene Biographie dieses Mannes vorliegt.
Gerade in Zeiten, in denen faschistische Weltanschauungen in manchen Kreisen wieder salonfähig werden, sind Bücher wie dieses enorm wichtig, da sie schonunglos aufdecken wie schnell solche Ideologien Räume schaffen, in denen sich vorher unterdrückte dunkle und teuflische Triebe auf Kosten von Minderheiten austoben.
"Der Tod ist ein Meister aus Wien" ist ein Buch, das nicht nur für Politik- und Geschichtswissenschftler interessant ist, sondern für alle, die etwas über die Abgründe lernen wollen die sich in Menschen auftun können und wie schnell aus diffusen Ressentiments brutale Gewalt werden kann.
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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein monströser, vom Ehrgeiz zerfressener Killer., 10. Juni 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Das vorliegende Buch thematisiert das Leben des Kommandanten des Konzentrationslagers Plaszow bei Krakau: Amon Leopold Göth ( 1908- 1946), der von seinen Freunden " Mony " genannt wurde. Wer den Film " Schindlers Liste " gesehen hat, konnte sich bereits einen Eindruck von diesem Schurken verschaffen, wobei die Realität die Darstellung im Film an Schlechtigkeit bei Weitem übertrifft.

Einige Wochen habe ich benötigt um dieses Buch zu Ende zu lesen, obgleich es sehr gut recherchiert und geschrieben ist. Sich mit den Handlungen eines Sadisten auseinanderzusetzen, der allein eigenhändig 500 Menschen umgebracht hat, ist kein Lesevergnügen.Was macht einem Menschen so grausam und seelenlos?

Nach dem Krieg wurde Göth des Völkermordes im Rahmen des NS-Vernichtungsfeldzuges gegen Juden und Polen angeklagt. Dabei wurden fünf Anlagepunkte wurden formuliert: 1) Göth wurde beschuldigt als Kommandant des Zwangsarbeiterlagers Plaszow den Tod von etwa 8.000 Menschen verursacht und dabei immer wieder auch eigenhändig getötet zu haben. 2) Vorgeworfen wurde ihm des Weiteren während der von SS-Obersturmbandführer Willy Haase durchgeführten " Liquidierung " des Krakauer Ghettos den Tod von etwa 2.000 Menschen verschuldet zu haben. 3) Beschuldigt wurde er ebenfalls , während der "Liquidierung" des Ghettos in Tarnow die Deportation von etwa 8.000 Menschen angeordnet zu haben und während dieser Aktion" eine unbestimmte Anzahl von ihnen ermordet zu haben 4) Auch bei der schrittweisen Auflösung des Lagers in Szebnie zwischen September 1943 und dem 3.2.1944 trat Göth als Killer auf. Man klagt ihn an den Befehl zu Ermordung zahlreicher Lagerinsassen bzw. zur Deportation von Häftlingen in andere Lager gegeben. 5) Schließlich wurde Göth angeklagt sich Wertsachen der im Lager inhaftierten Juden angeeignet zu haben: Gold und Geld, aber auch Kleidung, Möbel und andere bewegliche Habe. Man beabsichtigte ihm dabei nachzuweisen, dass er diese Gegenstände ins "Reich" verschoben hatte. Der Wert der Schätze betrug mehrere Millionen Zloty.

Der Prozess gegen Göth fand in Krakau statt. Man konnte dem Nazi-Schurken alle Verbrechen nachweisen, deshalb auch wurde er vom Gericht zum Tode verurteilt und am 13.9.1946 in Plaszow erhängt. ( vgl. S. 372-374)

" Der Tod ist ein Meister aus Wien " berichtet zunächst von der Kindheit und Jugend dieses kaltblütigen Killers, der kein Musterschüler war, die höhere Schule nicht schaffte und schon früh mit nationalsozialistischem Gedankengut liebäugelte. In Wien geboren und dort in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen, trat er 1931 in die NSDAP ein. Johannes Sachslehner berichtet detailliert von Göths Werdegang, insbesondere seinen Erfahrungen in Vernichtungslagern, um schließlich den Alltag in Plazow zu thematisieren.

Der Autor beschreibt den jungen Göth als intelligenten, sportlichen "Macher", der bis zur Selbstaufgabe ehrgeizig, aggressiv und skrupellos war, wenn es um die Erreichung eines Ziels ging. Göth war bereit zu töten, nicht weil er die Juden, Polen oder " Zigeuner " hasste, so der Autor, sondern " weil das Töten in der Welt der SS-Männerelite an sich zu einem neuen Wert geworden ist: Wer nicht " hart " genug ist , um zu töten, kann im Kreis der Kameraden keine Führungsaufgaben übernehmen. Mony zeigt es allen: Auch ein Wiener Gentleman hat diese Härte, ja, er übertrumpft sie alle. " (Zitat: S.42)

Göth und seine Killer waren berauscht von der Effizienz mit der sie ihr Mordgeschäft betrieben. Man ist bestürzt von den Fakten, die der Autor darstellt. Ich erspare mir die Gräueltaten an dieser Stelle detailliert zu beschreiben. Lesen Sie bitte selbst. Zur Sprache kommt selbstverständlich auch die Beziehung zwischen Göth und Oscar Schindler , der 1939 in Krakau eine Emaillefabrik errichte, in der er vor allem jüdischen Arbeitern aus dem Arbeitslager und späteren Konzentrationslager Plaszow beschäftigte, von denen er 1944/1945über 1200 vor dem Holocaust bewahrte. Nach 1945 erhielt er den Ehrentitel " Gerechter unter den Völkern ".

Wie selbstbezogen muss ein Mensch sein, der so handelt wie Göth?

Ein hervorragend geschriebenes Buch, das verdeutlicht, dass es nur einen Weg zwischen den Menschen geben kann. Es ist der Weg der Liebe.

Empfehlenswert!
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtig, spannend und grauenhaft...., 19. April 2008
Von 
Marina C. Watteck (St. Poelten, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Ein großartig geschriebenes und recherchiertes Buch über eine Bestie. Amon Leopold Göth war ein Massenmörder, der aus Vergnügen tötete und quälte. Wann immer die Diskussion um den Holocaust zu erlöschen droht, sollte man sich ein Buch wie dieses zur Hand nehmen. Sachslehner zeigt auf erschreckende Art und Weise, wie töten und quälen zu einer Banalität werden. Er zeigt aber auch welcher Kleingeist und perfider Sentimentalist sich hinter dem Täter verbirgt. Höchst empfehlenswerte Lektüre!
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben und Taten des Schlächters von Plaszow, 19. März 2008
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Den meisten Menschen sagt der Name Amon Leopold Göth vielleicht nur durch den Hollywood-Film "Schindler Liste" etwas, durch welchen der Schlächter von Plaszow weltbekannt wurde. Aus diesem Grund hat der Historiker Johannes Sachlehner dem Österreicher Göth von seiner Jugend in Wien bis auf den Höhepunkt seiner "Karriere" in Plaszow und dem Ende in Krakau nachgespürt und dadurch die überraschenderweise erste Biografie des KZ-Kommandanten geschaffen. Zugute kommt dem Autor dabei, dass er von 1982 bis 1985 selbst als Gastlektor an der Jagiellonen-Universität in Krakau tätig war und sich bei seinen Recherchen auf die in polnischen Archiven erhaltenen Originalquellen stützen konnte.

Als Sohn eines Verlegers geboren machte Göth seine ersten Kontakte mit dem nationalsozialistischen Gedankengut bereits in seiner Jugend als Mitglied einer entsprechenden Jugendorganisation und später bei der Heimwehr, welche er schließlich wieder verlassen hat um sich den Nationalsozialisten und der SS anzuschließen, wobei er bald gezwungen war ins Deutsche Reich zu fliehen. Doch der mit sehr guten Manieren ausgestattete Mony, wie er von Freunden und Familie genannt werden durfte, war ein gnadenloser Mörder, der sich an seiner eigenen Grausamkeit berauschen konnte, wie zahlreiche Zeitzeugen berichten können.

Für Amon Göth war all das kein Widerspruch und mit seiner immensen Begeisterung für die nationalsozialistische Ideologie und seiner Einsatzbereitschaft, sowie der exzellenten Manieren galt er als Musteroffizier der SS. Mit dem väterlichen Verlag verfolgte er einen beständigen Expansionskurs und schmiedete bei Kriegsanbruch schon bald große Pläne für die Zeit danach, als er die ungeahnten Möglichkeiten von Korruption und Plünderungen entdeckte, etwas dass ihn kurz vor Kriegsende bereits an den Strick zu bringen drohte. Am 13. September 1946 wird der am 11. Dezember 1908 geborene Göth schlussendlich als Kriegsverbrecher in Krakau gehängt.

In "Der Tod ist ein Meister aus Wien" hat Autor Sachslehner neben Göths vollständiger Lebensgeschichte allerdings auch Geschichten von Lagerinsassen aus Plaszow und Beiträge über die Menschen aus Göths Umfeld, sowie die Verbindung zu Oskar Schindler zusammengefasst. Letzten Endes machen erst diese persönlichen Erfahrungen mit Amon Göth das Bild komplett. Mit Schindlers Sekretärin Irene Ruth Kalder hatte sich Göth sogar auf eine Affäre eingelassen aus der eine Tochter hervorgegangen ist, mitunter ein Scheidungsgrund für seine Frau in Wien, die Mutter seiner anderen zwei Kinder war. Es ist ein beklemmendes und sehr authentisches Porträt eines NS-Täters aus Österreich das Johannes Sachlehner gelungen ist darzustellen. Allerdings kann das Buch keine Antwort auf die Frage nach dem Warum geben, eine Frage für die man selbst eine Antwort finden muss und gerade das fällt bekanntlich nicht immer leicht. Auch war Amon Göth nur einer von vielen, wenn auch einer der wenigen die für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurden und bei ihren Versuchen Gewinn aus ihrer Machtposition zu schlagen aufgeflogen sind.

Man kann aus Amon Leopold Göths Leben viel lernen, vor allem zu was selbst als gebildet und höflich geschätzte Menschen fähig sein können. Gute Manieren, selbstsicheres Auftreten, Charme und ein anziehendes Äußeres konnten Göths radikalen Antisemitismus und Menschenverachtung für Außenstehende etwa verdecken, doch all das war keine Rechtfertigung für Göths Morde. Das interessante an Geschichte und dazu zählen auch Lebensgeschichten ist dass man aus ihnen lernen kann, Lektionen für das Leben, denn wenn man schon aus den Fehlern anderer etwas lernt braucht man selbst keine mehr machen, um diese Erkenntnis erst zu erlangen.

Fazit:
Eine beklemmende Lebensgeschichte, die beweist zu welchen Grausamkeiten selbst ein fescher Wiener Gentleman fähig sein kann.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die 2 Seiten des Amon Göth - was ging in diesem Menschen vor ?, 9. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
auf der einen Seite war Amon Göth ein liebevoller Onkel der auf Tischmanieren achtet und sich um seine Familie in Wien kümmert und Interesse am Verlag des Vaters zeigt. Eine weitere positive Eigenschaft war sicherlich Intelligenz, Charme, Witz und ein hervorragender Gastgeber. Ein Gentleman. Dann aber die erschreckend dunkle Seite des Amon Göth: anscheinend gefiel es ihm wenn seine 2 Doggen die Gefangenen von Plaszow zerfleischten, wegen kleinsten Vergehen im Lager einfach Menschen aufzuhängen, diese nackt vor sich laufen zu lassen, Kinder auf LKW zu laden und sie in den sicheren Tod zu schicken. Verstehen kann man nicht ganz was in Göth innerlich vorging: Auf der einen Seite dieses Unrechtssystem zu unterstützten und dann aber "illegal", also "hintenrum" sich noch weiter zu bereichern, obwohl sicher schon genug Geld vorhanden war. Dann schimpft er über die Nazis ("die können mich alle mal"), sowie ist es unverständlich, das man wegen der Karriere so brutal über Menschen und Leichen geht. Was für Habgier und Hass wohl in diesem Menschen vorging.
Das Buch ist leicht zu lesen, man erfährt sehr viel auch über andere Persönlichkeiten (Schindler, Madritsch, Scherner) und man kann sich gut vorstellen wie grauenhaft es zuging. Auch wie es nach dem Krieg mit Göth weiter ging wird von dem Autor sehr genau beschrieben.
Also der Film "Schindlers Liste" hat nicht mit den Charaktereigenschaften und grauenvollen Taten von Göth übertrieben, ganz im Gegenteil: noch grausamere, unmenschliche Taten wurden dem Zuseher erspart.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbegreiflich, 15. Februar 2009
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Spätestens seit Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" aus dem Jahre 1993 (gedreht nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Keneally) ist der Name Amon (Leopold) Göth auch einem breiteren Publikum bekannt.
Göth wird 1908 in Wien-Mariahilf geboren und wächst - so nannte man das früher - in "guten bürgerlichen Verhältnissen" auf. Er besucht eine private katholische Volksschule, die seine Eltern für ihn ausgesucht haben: "Gottvertrauen, Fleiß, Anständigkeit, Gesetzestreue" sollen ihm hier vermittelt werden; außerdem soll er später einmal die Firma des Vaters (einen Verlag) übernehmen.
Nur: Amon ("Mony") ist kein Musterschüler; er ist renitent, "schmeißt" die Schule und tritt mit 17 Jahren der "Vereinigung der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterjugend Deutsch-Österreichs" bei. Von da an beginnt sein Aufstieg bei den Nazis, der bei der SS als Kommandant des Arbeitslagers Plaszow seinen Höhepunkt erreicht. Hier - so die Zeugenaussagen - erschießt er eigenhändig (mindestens) 500 Menschen. Der Tod durch den Strang in Polen nach Ende des Krieges ist die logische Konsequenz seiner Taten.
Bei der Lektüre dieses brillant geschriebenen, aber keineswegs "angenehmen" Buches stellt man sich immer wieder die Frage: Wie wird jemand zu einem Massenmörder? War (ist) bei manchen Menschen die "Haut der Zivilisation" so dünn, dass sie sie ganz schnell abstreifen können? Was ist bei der Erziehung Göths im Elternhaus schiefgelaufen (wir wissen eindeutig zu wenig darüber, aber das ist nicht verwunderlich!)
Johannes Sachslehners Buch ist gleichzeitig unheimlich spannend zu lesen: Er verbindet nämlich historische Fakten (das Studium der Quellen ist im Anhang nachzulesen) samt Analysen mit den Zeugenaussagen vieler Überlebender.
Göth stirbt am Galgen; seine letzten Worte sind "Heil Hitler".
Ein eigenes Kapitel wäre die Tatsache, dass Göths Taten in Österreich jahrzehntelang kein Thema waren. Verdrängung? Ganz offensichtlich! Österreich als "erstes Opfer des Nationalsozialismus"? Man hat so seine Zweifel - (zu) viele der Täter kamen aus Östereich...
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein super Werk für jeden der über die Zeit des Holocaust, speziell über Amon Göth nicht nur denken sondern auch NACHdenken will, 1. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Also ich finde das Buch sehr gut, da es beschreibt wie aus dem lieben Wiener-Smartman ein kaltherziges Monster wurde.
Auch der Bezug zum Film hilft das Buch stellenweise besser zu verstehen.

Allerdings muss man im Vorraus schon einiges geschichtliches über den Holocaust vorher wissen, was ich ja habe, um das Buch wirklich Seite für Seite 100%tig zu verstehen!

Aber ich finde es ist super gelungen und auch sehr präzise dargestellt wie die Menschen oder Amon sich in manchen Situationen gefühlt haben muss.
Einfach nur klasse!

Ich persönlich finde es sogar so gut dass ich darüber eine Buchpräsentation erstellen werde für die Abendschule die ich betreibe.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lob, 22. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Ich habe schon einige gute und weniger gute Bücher aus dem Bereich gelesen und muss dieses hier ausdrücklich loben. Ich habe es förmlich verschlungen und kann es jedem nur empfehlen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckende Lektüre, 17. Februar 2013
Von 
Markus Miller "GEOPOLITICAL.BIZ" (Nova Santa Ponsa, Mallorca) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth (Gebundene Ausgabe)
Wie wohl so viele bin auch ich durch den Film Schindlers Liste auf Amon Göth und seine Taten aufmerksam geworden und in Folge dessen auf diese Buch. Mich hat dieses Buch tief beeindruckt und bewegt. Ich kann es jedem geschichtsträchtigen Menschen empfehlen. Es ist hervorragend geschrieben und aus meiner Wahrnehmung ebenso fundiert recherchiert.
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Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth
Der Tod ist ein Meister aus Wien: Leben und Taten des Amon Leopold Göth von Johannes Sachslehner (Gebundene Ausgabe - 11. März 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 55,76
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