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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Attentate waren ein Berufsrisiko, das hingenommen werden musste.", 9. März 2014
Von 
Kalamaria - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Endstation Sarajevo: Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien (Gebundene Ausgabe)
So Frank Gerbert auf S. 136 seiner ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Schilderung der letzten Tage des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand, dessen Ermordung im Juni 1914 weithin als Ursache für den Ausbruch des 1. Weltkrieges angesehen wird: Herrscher zu sein oder es zu werden, das war kein leichtes Los - die Gefahr für Leib und Leben war in dieser Zeit quasi programmiert!

Das war mir natürlich bekannt - über den Hintergrund von Franz Ferdinand hingegen wusste ich so gut wie nichts. Selbst schuld, natürlich, aber bislang hatte ich auch keine Gelegenheit, mich derart unterhaltsam in die Materie einführen zu lassen. Gerbert schildert die letzte Reise des Thronfolgers, der aus eigener Sicht quasi kurz vor der Erlangung der Kaiserwürde stand: der Onkel alt und krank, selbst - obwohl umstritten - als Nachfolger konkurrenzlos, bedeutete ihm diese Reise nach Sarajewo eine Vorbereitung auf künftige Aufgaben. Denn, so Gerbert "machte sich 1908 Franz Joseph selbst ein schönes Geschenk zum 60. Jahrestag seiner Thronbesteigung. Er ließ verbreiten: "Ich habe Mich bestimmt gefunden, die Rechte meiner Souveränität auf Bosnien und die Hercegowina zu erstrecken." (S.83) Dies gibt einen Einblick sowohl in die Historie als auch in den überaus eloquenten Schreibstil des Autors, der das Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu einem Lesegenuss macht: FF, wie der Thronfolger im Buch salopp bezeichnet wird, besucht also die künftigen Untertanen. Wohlgemerkt aus seiner Sicht, denn viele der gewaltsam Annektierten waren mit der gegebenen Situation nicht zufrieden und so formte sich Widerstand.

Gerbert folgt dem Thronfolger fast zeitgleich, was die tägliche bzw. stündliche Reiseplanung angeht, 99 Jahre später auf seiner Tour - er tut dies mit offenen Augen, stellt die damalige der heutigen Situation entgegen und nicht nur das: auch weitere historische Entwicklungen wie bspw. der Balkankrieg der frühen 1990er Jahre, der auch in der von FF aufgesuchten Region viele Opfer und Zerstörungen brachte, werden ausgiebig thematisiert, zudem wird das Ganze mit Fotos aus früheren Zeiten wie auch aus der Gegenwart untermalt. Im letzten Kapitel widmet sich Gerbert der noch offenen Frage, wer denn eigentlich genau hinter diesem Attentat steckte. Schwer zu glauben, dass dies alles dem Autor auf gerade mal 200 Seiten aufs Trefflichste gelingt. Ich zumindest habe nicht das Gefühl, dass irgendetwas offen geblieben ist. Ein wunderbares und kluges Buch, das ich jedem empfehle, der sich mit den Ereignissen, die 1914 zum 1. Weltkrieg geführt haben, auseinandersetzen will!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FFs letzte Reise..., 26. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Endstation Sarajevo: Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien (Gebundene Ausgabe)
Das Attentat von Sarajevo ist wohl allen ein Begriff, war es doch der Auslöser für den 1. Weltkrieg. Immerhin wurden der Thronfolger der Habsburg-Monarchie, Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich Este und seine Frau Herzogin Sophie durch Schüsse von Gavrilo Princip getötet. Princip war Mitglied der proserbischen Organisation Mlada Bosna und hatte natürlich einige Verbündete. Durch den detailliert veröffentlichten Reiseplan waren FF und seine Frau leicht zu ergatternde Opfer.

Frank Gerbert, deutscher Journalist und Autor, begibt sich auf Spurensuche und versucht die Hintergründe dieser folgeschweren Tat zu rekonstruieren. Er macht sich auf die Reise – ähnlich dieser Route, die 99 Jahre zuvor FF angetreten hatte. Dass der Autor manches Mal von der ursprünglichen Reiseroute abweichen musste, hatte mit etlichen geographischen Verwandlungen und Änderungen der Infrastruktur der letzten 100 Jahre zu tun. So würde es sich in der heutigen Zeit äußerst schwierig gestalten, ein Kriegsschiff der österreichischen Marine zu chartern …

Die Tour FFs sowie des Autors führte von Böhmen kommend über die Steiermark, Triest bis nach Mostar, um von dort nach Sarajevo weiterzureisen. Die Reisedauer war damals wie heute 7 Tage. Der Autor besucht diverse Zwischenstopps, wie zum Beispiel den Feldherrenhügel am Ivan Pass, liefert Erklärungen über zwischenmenschliche Interaktionen von weitreichender Bedeutung. Die Handlung von der Zeit FFs wird immer wieder mit der Gegenwart verknüpft, so erleben wir nochmal einen Rückblick in die schrecklichen Balkankriege Anfang der 1990er Jahre. Jeder der bereits einmal in dieser Gegend war, kann die Gedanken des Autors nachvollziehen, wenn er von den Einschusslöchern berichtet.

Der Autor versucht die Beweggründe FFs für diese gefährliche Reise zu eruieren, erwähnt auch die beunruhigenden Vorkommnisse. Als Leser bzw. Leserin fragt man sich im Anschluss, ob das Attentat geplant war, um endlich mit Serbien in einen Krieg treten zu können. Warum hat FF die Gefahr bagatellisiert „Mir scheint, wir werden heut noch ein paar Kugerln bekommen.“ – und trotzdem begab er sich durch die Menschenmenge in einem offenen Auto. Doch die positive Außenwirkung als zukünftiger Thronfolger ging wohl über alles…

Frank Gerbert schafft es, dass sich dieser geschichtliche Rekurs wie ein Krimi liest. Spannend ab der ersten Seite, fesselt dieses Buch Kapitel um Kapitel, obwohl man um des furchtbaren Endes weiß. Zwischendurch veranschaulichen immer wieder Originalfotos diesen Lokalaugenschein.

Fazit: Bereits das – ebenfalls von Frank Gerbert - veröffentlichte Buch „Die Eingeborenen machen keinen besonders günstigen Eindruck“ lässt uns in die Welt FFs eintauchen und ist für dieses Buch eine sehr gute Ergänzung. Erlaubt es doch, dass man die Marotten der Habsburger Revue passieren lässt - und geschichtliche Rückblicke gibt es zusätzlich. Klare Leseempfehlung!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Kriege gehören ins Museum", 11. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Endstation Sarajevo: Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch, geht es um das Attentat von Sarajevo .

Die letzten Tage des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie . In diesem Buch werden dem Leser ganz besonders die letzten Tage Franz Ferdinands näher gebracht . Aber nicht nur das , wir bekommen Einblicke in das Privatleben von ihm, in die Kindheit und seinen Charakter . Der Autor gewährt uns Einblicke hinter die Kulissen Franz Ferdinands , wir lernen ihn ein wenig privater kennen und lernen zu verstehen , was für ein Mensch er wirklich war . In einzelnen unterteilten Kapiteln , lernt man spannende , interessante geschichtliche Aspekte kennen . Der Autor nimmt uns mit auf eine spannende Reise , durch Städte wie Mostar bis schließlich nach Sarajevo .

Sarajevo in dem das grausame Attentat geschah , das den ersten Weltkrieg einleiten sollte . Der Autor dokumentiert die einzelnen Reiserouten in Bosnien Herzegowina bis zum Schlusspunkt Sarajevo . Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem Attentat , bei dem Franz Ferdinand und seine Frau von proserbischen Nationalisten , bei einem "Bad in der Menge" erschossen wurden !

Meinung :

Erst einmal möchte ich zur Aufmachung des Buches kommen . Die Gestaltung und die Bilder sind für die einzelnen Themengebiete wirklich sehr passend ausgewählt .

Der Autor , nimmt den Leser mit , auf den Spuren Franz Ferdinands zu reisen . Auf der selben Route die der Erzherzog gewählt hatte , begleiten wir den Autor auf der spannenden Reise !Mit einer Mischung aus Reiseberichten und geschichtlichen Fakten , wird der Leser sofort gefesselt . Auf humorvolle und doch ernste Art , bringt uns der Autor , den Charakter Franz Ferdinands näher .

Die Mischung zwischen der Vergangenheit (der Reise Franz Ferdinands ) und der heutigen Reise des Autors , ist sehr gelungen . Zumal der Autor , auch auf seine Beweggründe und Erfahrungen in dieser Zeit zurück greift !

Der Autor bringt uns einzelne Streckenabschnitte Franz Ferdinands auf dem Weg nach Sarajevo näher , auch auf die jetzigen und damaligen Unterschiede (z.B Abweichungen der Reiseroute oder Zeitverschiebungen ) geht der Autor ein . Wir erfahren so viel über einzelne Reiseziele wie die Ankunft in Narenta, in der Franz Ferdinand feierlich begrüßt wurde , bis hin zum Tal Bradina , wo der Autor immer weiter mit dem Bosnienkrieg konfrontiert wird .

Was mich ganz besonders in den Bann gezogen hat , war die Art wie der Autor die letzten Tage Franz Ferdinands und seiner Frau beleuchtet hat . Von dem letzten Hotel "Bosna" , bis hin zum Attentat in Sarajevo . In einzelnen Abschnitten , durchleben wir die letzten Stunden Franz Ferdinands gemeinsam mit dem Autor . Dieser geht die Streckenabschnitte genau nach , die genauen Uhrzeiten und die dazu gehörigen Orte erscheinen uns dadurch noch realistischer und bildhafter .

Der Autor regt uns zum Nachdenken an , gerade was solche Fragen betrifft wie : Warum verblieben die Soldaten solange in Morast , wieso kam nicht ein Teil von ihnen nach Sarajevo , um den Thronfolger zu bewachen ?

Man erfährt aber auch noch unbekannte Details , wie Gespräche , Gedankengänge von Franz Ferdinand und seiner Frau die mir bis zu diesem Zeitpunkt noch völlig unbekannt waren .

Sämtliche geschichtliche Themen , werden durch den flüssigen und persönlichen Schreibstil des Autors aufgelockert .

Das Attentat schildert der Autor so spannend und bedrückend und doch geschichtlich korrekt , dass der Leser völlig im Bann , dieses geschichtlichen Ereignisses steckt . Der Autor , geht nun detailliert auf den Ablauf des letzten Tages des Erzherzogs und sein Frau ein. Der Leser bekommt genauste Einblicke in die letzten Stunden , Minuten und Sekunden im Leben der Beiden . Mit Uhrzeiten und Wegbeschreibungen , fesselte mich der Autor in diesem Teil ganz besonders.Es wird auf alles genau eingegangen , auf die Täter , den genauen Ablauf , aber auch spannende Theorien , die den Leser dazu veranlassen selbst über alles nachzudenken . Und sich ein völlig eigenes Bild davon zu machen . Ich finde dem Autor ist es hier auf bemerkenswerte Art und Weise gelungen , spannend , interessant und doch gut recherchiert , auf die letzten Geschehnisse einzugehen .Der Leser , bekommt so viel Hintergrundwissen und Denkansätze . Der Autor schafft es , das geschichtliche Interesse des Lesers zuwecken !

Ein gut recherchiertes Buch , das mit Witz , Theorien und geschichtlichen Fakten überzeugen kann . Es macht einfach Spaß dieses Buch zu lesen und auf den Spuren von Franz Ferdinand zu wandeln und ganz nebenbei ist es auch noch lehrreich !

Spannend , geschichtlich korrekt und selbst für geschichtlich uninteressierte Menschen geeignet . Meine Rezension möchte ich mit einem Zitat abschließen, was mir ganz besonders zugesagt hat
"Kriege gehören ins Museum"
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5.0 von 5 Sternen verknüpfung von geschichte und geografie, 1. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
eine famose idee, um den reiseweg des habsburgers taggenau selbst nachzuvollziehen und dabei heute und damals genauso einzubeziehen wie den ort
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5.0 von 5 Sternen Ein kleiner, aber wichtiger Moment in unserer Geschichte., 5. Juni 2014
Von 
Josef Leeb "JoeLee" (Burgenland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Während Frank Gerbert das Leben und Sterben des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand die letzten 7 Tage an den Originalschauplätzen nachgezeichnet hat, habe ich das Buch in 7 Stunden "gefressen". Das sagt schon alles, so spannend und interessant war dieses Buch für mich. Dazu ist natürlich das Hundertjahrejubiläum auch ein Anreiz, sich mit dieser Zeit, den wichtigen Persönlichkeiten und den Ereignissen zu beschäftigen.
Es ist nur ein Wort in dem Buch, das michveranlasst hat, diese Zeilen zu schreiben. Hier glaube ich eine Ungenauigkeit entdeckt zu haben, was die Interpretation des Wortes "Katzelmacher" betrifft. Dieses Wort wurde, zumindest in meiner unmittelbarer Heimat, nicht als Umschreibung der Kesselflicker verwendet, sondern hatte eine eher bösartige Umschreibung für Italiener gedient. Hier wird die Anzahl der Kinder und die häufigen Geburten mit den Würfen einer Katzenmutter verglichen, die ebenfalls häufig und auch viele "Katzeln" zur Welt bringt. Ich weiß nicht, seit wann dieser Ausdruck verwendet worden ist, ich weiß aber, dass er später (70er Jahre des letzten Jahrhunderts) auf die Bezeichnung "Katzlinger" gemildert wurde. Vielleicht auch deshalb, da die negativen Erinnerungen an Italien durch persönliche Begegnungen verdrängt wurden. Viele Menschen sind damals nach Italien auf Urlaub gefahren und dort Sonne und Gastfreundschaft genossen.
Ich möchte auch zur Bezeichnung "Kesselflicker" etwas schreiben, denn diese "Tätigkeit" und auch das Scherenschleifer wurde bei uns von eher verrufenen Menschen durchgeführt, den Zigeunern. Ich weiß nicht, warum diese Bezeichnung so umstritten und negativ belastet ist. Zu ihrer Zeit zogen die sagen wir nun Roma und Sinti durchs Land und verdienten ihren Lebensunterhalt eben mit Reparatur von Haushaltsgegenständen, aber auch als ausgezeichnete Musiker in Lokalen. Dafür, dass manchmal ein Huhn verschwand wurden sie sicher oft unverschuldet angefeindet und mussten sich, bis heute, ausserhalb der Gemeinden niederlassen.
Ich möchte abschliessend nochmals darauf hinweisen, dass die Verwendung der in Frage gestellten Wörter und deren Bedeutung nur in meiner näheren Heimat so gehandhabt wurden, wie ich erläutert habe. Ich habe keinerlei Kenntnisse darüber, wie im Rest des deutschsprachigem Raum diese Wörter verwendet worden sind.
Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die, so wie ich, Einblicke haben wollen, welche Ereignisse und welche Protagonisten für den nachfolgenden Krieg verantwortlich waren, welche bis heute nachwirken. Und was ich am beängstigendsten finde, Geschichte wiederholt sich.
Damit herzlichen Dank an den Autor Frank Gerbert für diese Einblicke und liebe Grüße, Joe
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5.0 von 5 Sternen Franz Ferdinands Reise in den Tod, 15. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Endstation Sarajevo: Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien (Gebundene Ausgabe)
In seinem Buch "Endstation Sarajevo" rekonstruiert der Autor Frank Gerbert die letzten sieben Tage des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand, der schließlich am 28.06.1914 von einem Attentäter erschossen wurde.

Genau 99 Jahre nach Franz Ferdinand folgt Frank Gerbert vom 23. bis 28. Juni so exakt wie möglich der damaligen Route von Böhmen nach Bosnien. Schnell merkt er, dass er dabei einige Umwege in Kauf nehmen muss, denn einige Verbindungsstrecken existieren nicht mehr und auch die Seereise mit dem Schlachtschiff "Viribus Unitus" kann er natürlich nicht originalgetreu nachahmen.
Er verbindet geschickt den aktuellen Reisebericht mit historischen Fakten, aber auch mit eigenen Anmerkungen und Gedanken. Trotz des geschichtlichen Hintergrundes wirkt dieses Buch an keiner Stelle wie ein trockenes Sachbuch. Frank Gerberts Schreibstil ist mitreißend, manchmal sogar witzig und er beschreibt die Landschaften und Orte so lebendig, dass man sich alles bestens vorstellen kann.
Besonders berührend sind auch die vielen Informationen über die Jugoslawienkriege ab 1991, deren Zerstörungen noch heute deutlich sichtbar sind.

Das Buch ist übersichtlich unterteilt in Kapitel, die jeweils einen Reisetag umfassen. Eine Übersichtskarte am Anfang verdeutlicht die Route und im Inneren findet man außerdem einige s/w-Fotos. Frank Gerbert hat während seiner Reise immer wieder versucht, die Original-Aufnahmeplätzen von historischen Fotografien zu finden, um diese dann 1:1 der Gegenwart gegenüber zu stellen. Einige sehr geglückte Beispiele dieser Art sind im Buch zu bewundern.

Fazit: Ein tolles Buch, das in sehr geschickter Art und Weise historische Fakten mit einem spannenden Reisebericht verknüpft. Sehr lesenswert, unterhaltsam und informativ!
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5.0 von 5 Sternen Reisebeschreibung, Geschichtsbuch und mehr, 13. März 2014
Von 
matheelfe - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Endstation Sarajevo: Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien (Gebundene Ausgabe)
„…Attentate waren ein Berufsrisiko, das hingenommen werden musste…“

Der Autor folgt der Reiseroute des Thronfolgers Franz Ferdinand, die dieser in den letzten sieben Tagen seines Lebens absolvierte. Doch das Buch ist mehr als eine Beschreibung dieser Lebensphase des Thronfolgers.
Das beginnt schon damit, dass der Autor begründet, wann und warum er von der Reiseroute abweichen muss. Nicht nur die öffentlichen Verkehrswege, auch die Straßenverläufe haben sich in den letzten hundert Jahren geändert.
Die Reise beginnt Chlumetz in Tschechien und endet nach sieben Tagen in Sarajewo. Jede Station wird vom Autor detailgenau geschildert. An Hand alter Bilder oder Fotos geht er auf Unterschiede ein und zeigt die Entwicklung in der vergangenen Zeit auf. Ich als Leser erfahre nicht nur, womit sich Franz Ferdinand jenem Tag beschäftigt hat, den der Autor rekonstruiert. Es gibt viele Rückblenden in die Vergangenheit. Selbst die Kindheit des Thronfolgers wird beleuchtet. Zeitdokumente sind im Text eingefügt und belegen, wie der Charakter des Thronfolgers und seine politischen und militärischen Ambitionen eingeschätzt wurden. Der Autor versteht es. Die Vielschichtigkeit der Persönlichkeit des Thronfolgers ausgewogen darzustellen. Es werden nicht nur die negativen Aspekte seiner Persönlichkeit dargelegt. Einen angemessenen Platz nimmt seine Ehe mit Sophie ein.
Doch der Roman hat einen zweiten Schwerpunkt. Die Reise durch den Balkan ist auch eine Reise durch die Kriegsgebiete des Jugoslawienkrieges. Friedhöfe, zerstörte Städte und deren Ruinen sind die Überbleibsel. Der Autor verschließt davor nicht die Augen. Er bringt seinen Lesern die Folgen des Krieges durch seine Beschreibungen nahe. Gleichzeitig informiert er ausführlich über die Hintergründe. Der Hass, der sich am Balkan entladen hat, hat seine Wurzeln auch in den Ereignissen der beiden Weltkriege. Diesen Zusammenhang arbeitet der Autor konsequent heraus. Vieles davon war mir nur in Bruchstücken bekannt.
Das Buch lässt sich zügig lesen. Obwohl es ein Sachbuch ist, ist es locker geschrieben. An vielen Stellen blitzt der Humor des Autors auf. Manchmal muss ich ihm eine Spur Sarkasmus bescheinigen. Der abwechslungsreiche Schreibstil, die gekonnte Verwendung von Metaphern und die stets spürbare exakte Recherche zu Orten, Zeitereignissen und Personen machen das Lesen zu einem Vergnügen.
Aufgewertet wird das Buch durch hochwertiges Papier und eine Vielzahl von Fotografien. Besonders hervorzuheben sind die Stellen, wo der Autor der historischen Aufnahme seine eigene gegenwärtige Fotografie gegenüberstellt.
Eine Karte zu Beginn des Buches stellte mir den Reiseverlauf vor Augen. Dadurch konnte ich ihn bildlich verfolgen. Im Anhang befindet sich eine lange Literaturliste an weiterführender Literatur.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Der Autor hat es ausgezeichnet verstanden, einige entscheidende Tage der Weltgeschichte lebendig darzustellen und nicht nur mit der Gegenwart, sondern mit weiteren historischen Geschehen, ob vor dem Attentat oder Jahrzehnte danach, zu verbinden.
Der rote Leineneinband und das von Rot in Schwarz wechselnde Cover wirken edel.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... wir werden heut'noch ein paar Kugeln bekommen - FF zwei Minuten vor seiner Ermordung, 26. März 2014
Von 
Jarmila Kesseler "esposa1969" (Mannheim) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Endstation Sarajevo: Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien (Gebundene Ausgabe)
Die letzten sieben Tage des Thronfolgers Franz Ferdinand. Eine Spurensuche von Böhmen bis Bosnien … So lautet der Untertitel des Buches und genau das ist, was wir vorfinden: Ein akribisch durch den Autor rekonstruierter Ablauf, was Franz Ferdinand in der Woche vor seiner Ermordung erlebte, fühlte, wie seine Reiseroute nach Sarajevo verlief. Der Autor begibt sich auf den Spuren des Erzherzogs auf seiner Reise von Bosnien Herzegowina bis in den Tod in Sarajevo. Geschichtlich war dieses Attentat der Auslöser des Ersten Weltkrieges. Der beeindruckendste und wohl wichtigste Teil des Buches ist das letzte Kapitel, der letzte Tag im Leben des Franz Ferdinands und seiner Frau Sophie, die bei einem Attentat durch proserbische Nationalisten ihr Leben lassen mussten. Das Attentat ist dermaßen fesselnd beschrieben, dass man fast das Gefühl bekommt es selbst mit- und überlebt zu haben.

Das gesamte Buch ist reich bebildert. Der Autor stellt viele Schauplätze dar: Damals anno 1914 und wie es heute am Platze des Attentats aussieht, oder aber auch das Hotel, in dem das Paar nächtigte damals und heute. Reise und Plätze sind dermaßen detailliert und realitätstreu beschrieben, dass man gedanklich mitreist.

Ich muss zugeben, dass ich mich noch nie zuvor mit dem Attentat und dessen Folgen beschäftigt hatte, weil es einfach zu lange vor meiern Zeit liegt. Nun bin ich wirklich um einiges an Wissen bereichert worden und danke dem Autor für dieses Wissen, das er mir vermittelt hat, für die Gefühle, die er in mir ausgelöst hat und für die Ehre, die er den beiden Toten entgegengebracht hat.
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