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4.0 von 5 Sternen Lily Bretts neuer Roman
Die in New York lebende, 43-jährige Ruth fährt mit ihrem Vater Edek, einem Auschwitz-Überlebenden, nach Polen. Für Edek ist es das erste Mal, dass er seit Kriegsende wieder dorthin kommt. Langsam und in mehreren Stationen nähern sich Ruth und Edek dem eigentlichen "Höhepunkt" der Reise, dem Besuch im Vernichtungslager Auschwitz. Es...
Veröffentlicht am 15. April 2001 von A. Rank

versus
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es triefe der Hass
Die Autorin ist Kind von Holocaust-Überlebenden und schreibt diesen Roman zwar nicht als Autobiografie, auf weiten Strecken wird man den Eindruck jedoch nicht los, dass er es ist. Packend und für den Leser bis zur letzten Seite fesselnd schreibt sich die Autorin offensichtlich ein tiefliegendes Bedürfnis von der Seele. Sie erzählt von einer fiktiven,...
Veröffentlicht am 3. November 2001 von Dominik Rosenauer


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lily Bretts neuer Roman, 15. April 2001
Von 
Rezension bezieht sich auf: Zu viele Männer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die in New York lebende, 43-jährige Ruth fährt mit ihrem Vater Edek, einem Auschwitz-Überlebenden, nach Polen. Für Edek ist es das erste Mal, dass er seit Kriegsende wieder dorthin kommt. Langsam und in mehreren Stationen nähern sich Ruth und Edek dem eigentlichen "Höhepunkt" der Reise, dem Besuch im Vernichtungslager Auschwitz. Es gelingt Lily Brett meisterhaft, die unterschiedlichen Positionen und Umgangsweisen der beiden Hauptfiguren mit der Situation gegenüberzustellen. Darüber hinaus beschreibt sie sehr stimmungsvoll die Atmosphäre, die Gefühle. Packend sind beispielsweise all jene Szenen, die in Lodz bei den Menschen spielen, die in Edeks ehemaligem Haus wohnen und die auf widerwärtigste Weise versuchen, aus Edeks und Ruths Verlusten Kapital zu schlagen. Kein Detail lässt Brett aus, und auf diese Weise gelingt es ihr, diese Reise und alle Gefühle, die sie auslöst, plastisch im Leser entstehen zu lassen. Entgegen die Kritik, die vor kurzem im Spiegel war, empfinde ich das Buch als spannend und sehr empfehlenswert, wenn es auch Schwächen hat. Eine große Schwachstelle sind Ruths "Gespräche" mit dem Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höss, der sich aus dem Jenseits bei ihr meldet. Wenn auch die Gespräche inhaltlich sehr interessant sind, so ist doch die Situation, in der sie stattfinden, viel zu weit hergeholt. Das kann einfach nicht überzeugen. Brett beleuchtet auch fundiert und kenntnisreich verschiedene Aspekte des aktuellen politischen und wirtschaftlichen Umgangs mit der Judenvernichtung, beispielsweise die Zwangsarbeiterentschädigung. Aber in erster Linie ist das Buch ein Roman, und wie ich finde, ein spannender und guter.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Es triefe der Hass, 3. November 2001
Rezension bezieht sich auf: Zu viele Männer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin ist Kind von Holocaust-Überlebenden und schreibt diesen Roman zwar nicht als Autobiografie, auf weiten Strecken wird man den Eindruck jedoch nicht los, dass er es ist. Packend und für den Leser bis zur letzten Seite fesselnd schreibt sich die Autorin offensichtlich ein tiefliegendes Bedürfnis von der Seele. Sie erzählt von einer fiktiven, in Amerika lebenden Tochter von Holocaust-Überlebenden, die ihren Vater, der - Zufall? - in Australien lebt mit einer Reise nach Polen zwangsbeglückt. Man wird hin und hergerissen zwischen dem irrlichternden Suchen der Tochter nach dem Sinn dieser Reise und der teilweise frustrierend banalen Art des Vaters mit dieser Reise umzugehen, was gegen Ende des Buches als Abwehr verständlich wird. Dazwischen schiebt sich eine zweite Handlungsebene mit beinahe wahnhaftem Charakter deren literarischer Sinn nicht nachvollziehbar ist, denn als Gag ist diese deplatziert. Das Buch wäre nun beinahe uneingeschränkt zu empfehlen, wäre da nicht dieser triefende Hass auf alles polnische und auf die Polen in toto. Durch diese (zwar menschlich nachvollziehbare Emotion, wenn man die Geschichte der Schreibenden einkalkuliert) fortlaufende Suada wird dieser Roman um nichts besser, als es die dummen Antisemitismen sind, unter denen die Juden im Krieg, vorher und nachher zu leiden gehabt haben. Dieser blanke Hass macht es einem schwer, nicht Parallelen zwischen den Verallgemeinerungen der Antisemiten und denen der Autorin zu ziehen und das lag wohl nicht in deren Absicht.
Trotz allem sollte man dieses Buch gelesen haben. Es liest sich flüssig, man muss sich nicht sonderlich anstrengen und es gibt einem Anlass, neue Zusammenhänge zu entdecken, die einem bei oberflächlichler Beschäftigung mit den Folgen des Holocaust nicht ohne weiteres in den Sinn kommen. Außerdem bekommt man einen Eindruck davon, wie es einem Analytiker geht, der dem Aufarbeitungsprozess seiner Klientin beiwohnt - und das widerfährt einem nicht alle Tage...
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zu viele Esel, 4. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zu viele Männer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich - wenn man den blickfängerischen Titel (er könnte auch "Gesund durch Müsli" oder "Mercedes, das beste Auto der Welt" lauten) überwunden hat - ein interessantes und wichtiges Thema von einer Autorin dargeboten, von der man schon vieles Angenehme und Gute gelesen hat: Ruth Rothwax reist mit ihrem Vater, der wie die verstorbene Mutter das Ghetto von Lódz und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt hat, nach Polen, um die Stätten des Leidens aufzusuchen und Spuren der Familienvergangenheit zu finden. Aber was macht Lily Brett daraus! Einerseits schildert sie mit reportagehafter Genauigkeit den Ablauf dieser Reise, unterfüttert fast jedes Detail mit Fakten, die die gewissenhafte Ruth Rothwax sich angelesen hat oder durch insistierendes Fragen aus ihrer Umgebung herauspresst. Der unvoreingenommene Leser soll spüren: hier ist jedes Wort wahr. Der dokumentarische Charakter des Buchs wird noch unterstrichen durch Fakten zur Geschichte des Holocaust (ein bisschen volkshochschulhaft!) sowie langen Zitatpassagen des ersten Auschwitzkommandanten Rudolf Höß, die in einer Art innerem Monolog das Buch durchziehen. Die Dialoge sollen Authentizität gewinnen durch das hin und wieder anklingende Jiddeln von Vater Edek. Leider kommt dabei das eigentlich interessierende Sujet, die innere Auseinandersetzung mit dem Holocaust aus der Perspektive der Kinder der Opfer, der Opfer im Angesicht der Überreste des Schreckens, der anderen in der Begegnung mit den Opfern zu kurz. Lily Brett hat mit ihrer Geschichte, die ja auch autobiographische Züge hat, eine große Chance vertan. Über weite Partien des Buches hat man allerdings den Eindruck, dass es ihr auch noch um ganz etwas Anderes geht. Wie ein basso continuo zieht sich durch den Text ein abgrundtiefer Hass gegen Polen und die Polen. Kein Ressentiment gegen Land und Leute ist ihr abgegriffen und böse genug, um es nicht genüsslich auszubreiten. Sie schildert ein heruntergekommenes, schmutziges, unzivilisiertes Land, wo Eseltreiber (sic!) die Straßen bevölkern, wo man sich zum Zähneputzen ausländisches Mineralwasser besorgen muss, wo statt Gardinen Lumpen in den Fenstern hängen, wo es nach Kohl riecht, wo die Menschen in die Parks kacken, statt eine Toilette aufzusuchen, Menschen, die durchweg schmutzig, übelriechend, frech, habgierig und verschlagen sind. Ruth Rothwax würde ihnen den Tod wünschen, wüsste sie nicht, dass sie sich sowieso zu Tode rauchen. Verständnislos sieht sie mit an, wie ihr Vater, ohnehin ein wenig einfältig, sich immer wieder mit ihnen verbrüdert. Es hat den Anschein, dass neben der Aufarbeitung des Holocausterlebens diese "Abrechnung" mit den Polen, scheinbar dokumentarisch dargelegt, das zweite große Anliegen Lily Bretts ist. Und das macht das Buch ärgerlich und gleichzeitig die mitunter durchaus gut geschriebenen Passagen wertlos. Mit dem Schluss entlässt die Autorin den Leser mit einer beunruhigenden Drohung: sie hat dramaturgisch alle Vorbereitungen getroffen, um einen zweiten Band folgen zu lassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar intelligente Drama- Komoedie, 28. Mai 2011
Lily Brett's Buch ist der erste Teil einer zweiteiligen Reihe ("Chuzpe")um die Heldin Ruth Rowax. Dieses Buch kann, muss aber nicht im Zusammenhang mit dem anderen gelesen werden!Ruth ist eine New Yorker Juedin, welche den Spuren ihrer im zweiten Weltkrieg ermordeten Familie in Polen nachgeht. Sie ueberredet Ihren Vater, der in Australien lebt auf eine Reise in die Vergangenheit zu begleiten. Aber nicht nur ihr Vater begleitet sie durch Ausschwitz und die Jugendstaetten ihrer Eltern. Auf wundersame, uebernatuerliche Weise tritt Rudolf Hoess, ehmaliger Kommandant von Ausschwitz mit ihr in Verbindung und begleitet sie ungefragt und unerwuenscht. Lily Brett stellt Hoess als Menschen dar, ohne Hass und Wut. Sie zeigt auf, dass die Menschen die fuer die Ermordnung so vieler Juden zustandig waren, Menschen wie ich und Du waren. Wie sie selber! Sie beschreibt Probleme, Neurosen und Angste, an denen die erste Kindergeneration leiden muss, sie zeigt die persoenliche Tragweite einer Massenvernichtung.
Wer Lily Brett kennt wird ihren unvergleichlich selbsbeobachtenden, selbstironischen und selbstkritischen Humor wiedererkennen. Ich kenne wenige weibliche Autoren, die ich so bewundere! Eine waermste Empfehlung an alle die Lust auf New York, Judentum, Polen, Witz und Drama haben! Eine brilliante Mischung! Sehr empfehlenswert!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Atmosphärisch dicht und sehr wütend, 16. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Lily Bretts umfangreichstes Buch. Und gleichzeitig ihr humorlosestes und wütendstes.
Die Protagonistin Ruth, Lily Bretts Alter Ego, fährt mit ihrem Vater Edek nach Polen.
Sie besuchen Lodz, das Ghetto, Krakau, Auschwitz und Birkenau. Stationen, die Ruth' Eltern gegangen sind, bevor sie nach dem Krieg und nach dem Überleben der Lager nach Australien auswandern konnten.
Ruth hasst Polen und die Polen. Sie hasst den Antisemitismus, den sie dort vielerorts antrifft. Sie ist erschüttert, wie sehr Juden und jüdisches Leben in Polen ausgemerzt wurden. Wie alles weg ist, nur der Antisemitismus ist geblieben.
Ruth ist die meiste Zeit der Fahrt schlecht. Sie übergibt sich wiederholte Male. Die meisten Polen würde sie am liebsten schlagen, wenn nicht gleich erschlagen. Das Buch ist so wütend, wie es wütender nicht geht.
Ruth führt gedankliche Dialoge mit Rudolf Höß, dem Auschwitz-Kommandanten. Oder vielmehr erscheint er ihr als Geist. Er befindet sich im Zweiten Himmelslager, was eine nette Umschreibung für die Hölle ist. Ruth kann ihn quälen, indem sie mit dem Fuß aufstampft. Und davon macht sie eifrig Gebrauch. Die Gespräche mit ihm sind zum größten Teil hanebüchen und zum kleinen Teil Infodrops. Wenn man etwas über Höß lesen will, sollte man vielleicht besser seine Biografie lesen. Als Lektorin hätte ich die Höß-Abschnitte heraus gestrichen, sie sind Unsinn.
Ich kann den Hass und die Wut der Autorin auf die Polen verstehen. Sie musste schließlich mit schwer traumatisierten Eltern leben, trotzdem hat mich dieses Unerbittliche rein literarisch gesehen gestört.
Was nicht nur den Leser Wunder nimmt, sondern auch die Autorin, ist, dass sie die Polen hasst. Die Deutschen nicht.
Warum ich das Buch trotzdem empfehlen würde: Es ist atmosphärisch dicht. Packend und sehr fesselnd. Wenn man ein Lily Brett Buch begonnen hat, kommt man so leicht nicht mehr davon los. Die Beziehung zwischen Ruth und ihrem Vater ist ganz wunderbar beschrieben. Die Autorin versteht es, Gefühle, die bei Überlebenden beim Besuch der Todeslager hochkommen zu beschreiben, und ebenso die Gefühle der Kinder von Holocaust-Überlebenden, wenn sie auf den Spuren, der Vergangenheit ihrer Eltern wandeln.
Es war eindrücklich beschrieben, wie ihnen zumute ist.
Dieses Buch ist wahrscheinlich wahrlich keins für Humor ' für den Humor, durch den Lily Brett sich sonst so auszeichnet. In Birkenau gibt es nichts zu lachen.
Darum lässt diese wahre Tour de force die Leichtigkeit der anderen Brett-Bücher vermissen. Warum allerdings die Protagonistin den Polen als Gesamtheit einen solchen Hass entgegen bringen muss, warum sie sich soweit herab lässt, Höß zu quälen, und sich damit mit ihm auf eine Stufe zu stellen, ist mir ein Rätsel. Es war mir nicht sehr wohl dabei, das zu lesen, weil es Tätermethoden waren. Es kann kaum die Absicht der Autorin gewesen sein, sich genauso zu verhalten wie die, deren Verhalten sie ablehnt.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühle einer "Nachgeborenen", 31. Juli 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zu viele Männer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich fand dieses Buch äußerst packend und eindringlich. Es behandelt hervorragend die Schwierigkeiten, ja Traumata, eines Kindes von KZ-Überlebenden. Ein Leben lang im Zweifel gelassen über die Herkunft, von den Eltern alleine gelassen, die keine Worte mehr finden konnten für das Unfassbare. Sprachlosigkeit beherrschte das Leben dieses Kindes. Am deutlichsten zeigen dies die Passagen, als Ruth zusammenbricht ob der starken Eindrücke und ihr Vater, der ja das Grauen selbst erlebt hat, tröstet sie mit den Worten "Weine nicht, es ist alles schon vorbei." Offensichtlich hatte Edek mit dem Kapitel seines Lebens schon abgeschlossen, was Ruth auf Grund ihres fehlenden Wissens nicht möglich ist. Edeks Sprachlosigkeit ist für mich das beherrschende Thema dieses Buches. Und grauenhaft ist seine Heiterkeit, ja sein Desinteresse am damaligen Geschehen - man spürt, was er mitansehen und miterleben, ja mitüberleben, musste. Und sein Schweigen und Negieren hinterlässt den stärksten Eindruck. Stärker, als detailreiche Beschreibungen des Schreckens es könnten, wird klar, welchen Qualen er seit dieser Zeit (immerhin 59 Jahre lang) ausgesetzt ist.
Uns liegt ein Buch vor, das uns Nachgeborenen die vage Chance gibt, unsere Eltern und Großeltern zu verstehen. Das "nicht reden wollen oder können" hat nicht immer mit Verdrängen zu tun - manchmal ist es vielleicht die einzige Möglichkeit weiterzuleben.
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5.0 von 5 Sternen Analyse der psychischen Situation der Tochter eines Holocaustüberlebenden, 21. Juni 2014
Lily Brett vermittelt den Eindruck, daß es die Kinder von Holocaustüberlebenden schwerer haben als ihre Eltern. Während das KZ-Opfer Edek einen psychisch völlig gesunden Eindruck macht, leidet seine geschäftlich sehr erfolgreiche Tochter Ruth unter dem Schweigen des Vaters. Es ist, als ob sie nicht nur ihr eigenes Schicksal, das Schicksal ihrer Eltern und eines zur Adoption freigegebenen Bruders zu tragen habe, sondern auch noch das Schicksal der Täter, die sich in Gestalt des Totengeists Rudolf Höß an sie heranmachen. Kurz: Sie wird im Grund in eine messianische Rolle gedrängt, die sie jedoch weder ausfüllen kann noch will. So schlägt sie schließlich nur noch um sich (im übertragenen Sinn), um ihr Ich angesichts des fremden Polen und des Totengeists zu wahren. Ihre Sensibilität wird ihr zur Bürde, obwohl sie ja doch eigentlich alles wissen will und die Aufarbeitung des Nationalsozialismus bis zur Selbstaufgabe betreibt.
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4.0 von 5 Sternen sehr gut geschrieben, 21. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Zu viele Männer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch von Lily Brett hat mich echt sehr umgehauen.

Ruth Rothwax, eine 43-jährige Geschäftsfrau, führt nach drei Scheidungen ein angenehmes Single-Leben in New York. Nicht ihr perfekt organisierter Alltag macht ihr zu schaffen, sondern die Vergangenheit ihrer Eltern - polnische Juden - die den Holocaust überlebten.
Ruth reist nach Polen und überredet auch ihren 80-jährigen Vater, ihr auf den verwischten Spuren jüdischen Lebens zu folgen.

Wie sie die erlebte Reise mit ihrem Vater erzählt, ist so mitfühlend/realistisch. Man kann sich alles, sprich die schlimmen Erlebnisse und die schönen einfach richtig vorstellen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen spiegelhalterin, 2. Januar 2008
Für mich war das Buch ein Spiegelbild der polnischen wie auch der mitteleuropäischen Gesellschaft. Die geistige Auseinandersetzung mit dem Familienvater Höß hat etwas besonderes. Mich hat das Buch nach wie vor im Griff.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Umwerfend!, 12. Oktober 2002
Von Ein Kunde
Für alle die sich für das Judentum interessieren ein Muß, alle anderen bringt es vielelicht auch ein Stück weiter. Es ist ein Roman, aber ungemein informativ und echt. Und wie auf dem Klappentext versprochen, äußerst intelligent. Ich habe teilweise geheult wie ein Schloßhund und manchmal sehr gelacht, die Hauptfigur hat entzückende Macken.
Als die Geschichte in Auschwitz spielte, mußte ich das Buch für Stunden weg legen, weil ich das gelesene erst verarbeiten mußte.
Ansonsten legt man es aber nicht gern aus der Hand, trotz des Umfanges. Man hat das Gefühl hinter der Hauptfigur her zu trotten und es gleichzeitig zu erleben, zum angreifen nahe ist die Handlung.
In mir hat sich durch das Buch der Wunsch geregt, diese Reise ebenfalls zu machen, im realen Leben. Es steht für mich fest, alles aus Lily Brets Feder muß ich lesen, unbedingt.
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Zu viele Männer: Roman
Zu viele Männer: Roman von Lily Brett (Gebundene Ausgabe - 4. Januar 2001)
EUR 24,90
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