Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (4)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Go West, 23. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Westrom: Von Honorius bis Justinian (Taschenbuch)
Während man Überblicksdarstellungen zum Byzantinischen Reich zuhauf findet, ist es um das Weströmische Reich und seine Entwicklung in der Spätantike bisher vergleichsweise noch recht ruhig geblieben. Mit dem 240 Seiten starken Bändchen von Henning Börm macht man sich nun auf gen Westen. Die Darstellung ist knapp, kompakt und praktisch auf das Wesentliche reduziert. Doch was ist das Wesentliche?

Der Fokus richtet sich auf die politischen Umstände und steht damit weniger konträr als vielmehr ergänzend zu den kulturwissenschaftlichen Ansätzen, die die Forschungslandschaft bisher beherrschen. Börm speist seine Leser nie mit seiner Quellenauswahl ab, sondern reflektiert die Aussagen im Kontext. Die Darstellung ist geteilt in einen chronologisch-systematischen und einen strukturellen Teil. Zunächst wird das notwendige Hintergrundwissen zur Auseinandersetzung mit der Thematik und damit quasi die Vorgeschichte bis zu Honorius vorgelegt. Es folgt eine Schilderung von Stilicho bis Justinian, zwischen Diplomatie und Heer, Ränken, die große Kreise ziehen und Schlachten, die die Mächtekonstellation ändern. Dabei arbeitet er nie reproduktiv Bekanntes auf und auch nicht repetitiv(dafür ist der Raum auch zu knapp), sondern frägt nach den Gründen. Warum ist es so und nicht anders? Ist es denn so wie es zu sein scheint und die Quellen es vermitteln? Derart verfährt er auch, wenn er „Völkerwanderung“ und Bürgerkrieg als destruktive Komponenten für den Untergang Westroms gegenüberstellt.
Im Anschluss folgt die strukturelle Betrachtung von Kaiserhof, Verwaltung und Armee, sowie Wirtschaft und Religion. Spannend sind hier die Aus- und Wechselwirkungen auf die einzelnen Bereiche.
Ein Ausblick auf die Zeit nach Justinian und die Frage nach der Einheit des Imperium Romanum beschließt die Darstellung und verweist auf das Potenzial, das in einer historischen Auseinandersetzung mit der Politik Westroms steckt.

Ich bin kein Fan von Anmerkungsapparaten im Anhang. Hier ist das so. Doch da es sich bei den Anmerkungen lediglich um weiterführende Literatur handelt, ist es für das Verständnis auch nicht unbedingt erforderlich sie zu lesen und nur bei Interesse nützlich nachzuschlagen. Auch ist es für ein Sachbuch verständlich und unterhaltsam geschrieben. Man kann den Ausführungen des Autors gut folgen und tut es auch gern.

Zeittafel, Glossar und Register sind genau die Art Gimmick über die sich der wissenschaftliche Leser freut und das ihn beim gezielten Lesen unterstützt. Dagegen sind die Karten derart klein, dass sie dem Leser wie die Karikatur einer Karte erscheinen. Bei vier Karten hätte eine Doppel-oder wenigstens eine Querseite für jede das Taschenbuchformat genauso wenig gefährdet, wie den Lesefluss.

Es handelt sich alles in allem aber um einen wirklich empfehlenswerten Einstieg in die politischen Entwicklungen Westroms zwischen Antike und Mittelalter. Allerdings mit der Einschränkung, dass der Preis nach studentischem Ermessen etwas zu hoch angesetzt ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Überblicksdarstellung, 14. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Westrom: Von Honorius bis Justinian (Taschenbuch)
Angesichts der Flut von Darstellungen zur Spätantike überrascht es ein wenig, dass es kaum Darstellungen gibt, die sich ausschließlich mit dem Weströmischen Reich beschäftigen. Aber selbst wenn dies anders wäre, hätte das Buch wegen seiner unbestreitbaren Qualitäten sicherlich eine Berechtigung.
Nach einem knappen Überblick über die Quellenlage und den Beginn der Spätantike wendet sich der Verfasser im Hauptteil auf etwas über 100 Seiten der Politikgeschichte von 395-668 n.Chr. zu. Es folgen strukturgeschichtliche Darlegungen zu Verwaltung, Wirtschaft, Militär und Religion auf etwa 50 Seiten. Auf den ersten Blick scheint es deshalb, als habe das Buch Schlagseite in Richtung althergebrachter Herrschergeschichte. Dies fndet seine Berechtigung aber neben der Notwendigkeit, die oft verworrene und in der Chronologie nicht immer unumstrittene politische Geschichte in verständlicher Form darzulegen, auch im besonderen Ansatz des Verfassers. Keine Darstellung zum weströmischen Reich kommt ohne eine klare Stellungnahme der Ursachen des Untergangs aus: Börm sieht diese -wie nicht anders zu erwarten- nicht monokausal, nimmt aber doch eine deutliche Gewichtung vor: Nach Ansicht des Verfassers waren für den Niedergang hauptsächlich innerrömische Konflikte in Form von zwei miteinander streitenden factiones die Hauptursache. Um diesen Ansatz plausibel zu erläutern, war deshalb die Schwerpunktsetzung zwingend erforderlich. Man wird über desen Erklärungsansatz gewiss streiten können, zumal konkurrierende Ansätze -verwiesen sei hier nur auf Heather- in Hülle und Fülle vorliegen. Dem Verfasser gelingt es allerdings überzeugend, dem Leser seinen Ansatz in der gebotenen Kürze plausibel zu machen, ohne andere Ansätze bzw. offene Fragen zu verschweigen. Eine weitere Stärke des Bandes, die diesen auch für Studenten unentbehrlich machen wrd, liegt in dem durchaus üppigen Anmerkungsaparat und dem Literaturverzeichnis. Börm verweist in seinem knappen Text immer weder auf Forschungskontroversen und neueste Literatur, sodass vermutlich auch Experten das Buch mit Gewinn lesen können.
Kritikwürdig ist dagegen die etwas lieblose Ausstattung: Es liegt dem Rezensenten fern, die Preisgestaltung des Verlages zu kritisieren, auch wenn der aufgerufene Preis von fast 25 € für ein 240 Seiten sarkes Taschenbuch gewiss nicht gering ist. Erwarten darf der Leser dann aber auch, dass die dem Band beigefügten Karten in einer Größe dargeboten werden, dass die vielen informativen Details auch ohne Lupe erkennbar sind. Dies ist hier nicht der Fall, da den Karten keine eigene Seite gegönnt wurde, sondern diese in den Fließtext gezwängt wurden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele Überraschungen, 5. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Westrom: Von Honorius bis Justinian (Taschenbuch)
Bisher kannte ich keine kompakte deutschsprachige Darstellung zur weströmischen Geschichte, sondern nur Bücher, die die "Völkerwanderung" in den Mittelpunkt stellen. Börm versucht nun, Ordnung in das Chaos zu bringen, und erklärt viele Dinge ganz anders, als ich es bisher kannte. Dabei nennt er aber auch immer alternative Meinungen, so dass man einen Einblick in Forschungskontroversen bekommt. Die wichtigsten Quellen werden genannt, besonders vielsagende Texte werden zitiert, und auch auf die Ergebnisse der Archäologie wird immer wieder Bezug genommen. Dabei wurde ich oft von seinen Interpretationen überrascht. Börm glaubt, dass nicht angreifende Barbaren oder "wandernde Völker" das weströmische Reich zerstört und erobert haben, sondern dass die Römer jahrelange Bürgerkriege nicht unter Kontrolle bekamen; die Germanen haben demnach erst dann ihre Reiche gegründet, als der innere Streit bereits zum Zerfall des Imperiums geführt hatte. Leider ist das Buch recht teuer, und der Verlag hat sich entschieden, die Karten sehr winzig abzudrucken. Aber für jeden, der sich für die Spätantike und das Entstehen des mittelalterlichen Europa interessiert, lohnt sich die Lektüre auf jeden Fall, denn man erhält einen sehr guten Überblick und viele Anregungen, selbst wenn man vielleicht nicht alle Interpretationen von Börm teilen möchte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Empfehlung!!!, 11. Juli 2014
Von 
H. Korn (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Westrom: Von Honorius bis Justinian (Taschenbuch)
Ich kann dieses Werk des für mich bis dato unbekannten Autors sehr empfehlen. Es beschreibt die Wirren der Spätantike im Westteil des Imperium Romanum und versucht zu belegen das nicht große entscheidende Schlachten bzw. die Völkerwanderung für sich den Zerfall des Reiches bewirkten sondern tatsächlich die inneren Unruhen viel stärker dazu beitrugen mit den Veränderungen drumherum nicht fertig zu werden.

Schon im 3. Jhdt. gab es Auflösungserscheinungen, diese wurden gemeistert, das es im 5. Jhdt. nicht mehr gelingen sollte konnte man selbst nach der Plünderung Roms 410 noch nicht ahnen. Die Unfähigkeit die Kaiser-Nachfolge zu institutionalisieren war der Grabstein für den römischen Westen. Der Osten des Reiches, wenn auch dauerhaft nicht in der alten Größe, blieben noch 1000 Jahre römisch-griechisch.

Ich bedanke mich bei diesem kleinen aber inhaltlich großen Werk für viele Gedanken und angenehme Momente.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgezeichnete Einführung zu einer ereignisreichen Zeit, 1. August 2013
Von 
Verena Krebs (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Westrom: Von Honorius bis Justinian (Taschenbuch)
Die Geschichte Westroms vom dritten bis zum sechsten Jahrhundert mag vieles sein, langweilig ist sie sicherlich nicht. Die Lektüre von Henning Börms "Westrom" verdeutlicht, wie häufig sich die Ereignisse überschlagen und die Protagonisten wechseln - und führt dennoch verständlich und unterhaltsam geschrieben durch diese turbulente Epoche, welche in der Forschung noch in den letzten Jahrzehnten kontrovers diskutiert wurde.
Kurzum: Ein ausgezeichnetes Einführungswerk für Studenten oder interessierte Laien.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Westrom: Von Honorius bis Justinian
Westrom: Von Honorius bis Justinian von Henning Börm (Taschenbuch - 6. Juni 2013)
EUR 24,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen