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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poppers wichtigstes wissenschaftstheoretische Werk, 3. Februar 2007
Von 
Max Doerfer (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke / Logik der Forschung (Karl R. Popper-Gesammelte Werke) (Taschenbuch)
Als die Logik der Forschung im Herbst 1934 beim Julius Springer Verlag erschien, war sie eine zusammengestrichene Version von Poppers 'Grundprobleme der Erkenntistheorie'. Der Verlag bestand damals auf maximal 15 Bögen (240 Seiten), sodass Popper eine Kürzung seines Textes vornehmen musste, die er nicht übers Herz brachte. Diese Arbeit erledigte daher sein Onkel, der ungefähr die Hälfte der 'Grundprobleme der Erkenntnistheorie' zusammenstrich. Darüber hinaus arbeitete Popper viele Passagen um oder erweiterte sie, sodass am Ende ein neues Buch heraus kam. Bemerkenswert ist, dass Popper immer wieder Kritik an diesem 1934 erschienen Buch aufnahm und es in den folgenden 60 Jahren ständig überarbeiten und erweitern sollte.

Wie von Mohr Siebeck gewohnt, hat das Buch eine hervorragende Qualität in der Verarbeitung und ist sehr angenehm zu lesen. Auch der Preis ist für Mohr Siebeck günstig; was nicht heißen soll, dass das Buch günstig ist. Der Preis ist dennoch fair. Mit Herbert Keuth als Herausgeber hätte Mohr Siebeck wohl kaum eine bessere Wahl treffen können. Keuth hat noch weitere Zusätze der englischen Ausgabe, die bisher in der dt. Ausgabe fehlten, übersetzt, sodass nun auch die dt. Ausgabe vollständig ist. Auch sonst ist der behutsame editorische Aufwand bemerkenswert. Praktisch ist auch die von Piecha erstellte Seitenkonkordanz, die Vergleiche mit früheren Ausgaben und der englischen Ausgabe ermöglicht. Man sollte daher beim Kauf darauf achten, dass man die 11. und damit neuste Auflage erwirbt.

Gerade die ersten sieben Kapitel und einige Anhänge dürften für Einsteiger in Poppers Werk interessant sein. Die späteren Kapitel der Forschung werden aber teilweise sehr speziell, sodass Kenntnisse der Wahrscheinlichkeitstheorie, der Quantenmechanik und der formalen Logik von Vorteil sind. Wer einen Einstieg in die Wissenschaftstheorie von Popper möchte, kann dennoch zugreifen. Wer sich darüber hinaus auch für seine politischen Ansichten interessiert und einen günstigeren und leichteren Einstieg bevorzugt, der sollte zu 'Alles Leben ist Problemlösen' greifen, das m.E. eine noch bessere Einführung als 'Ausgangspunkte' ist.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten Philosophiewerke des 20. Jahrhunderts, 31. März 2006
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke / Logik der Forschung (Karl R. Popper-Gesammelte Werke) (Taschenbuch)
In "Logik der Forschung" vollzog Karl Popper eine radikale Abkehr von der bislang üblichen Wissenschaftstheorie. Diese hatte immer versucht, Hypothesen oder Theorien zu verifizieren und so zu begründen. Dem stellte Popper sein Prinzip der Falsifizierbarkeit entgegen, das bis heute in der Forschung verwendet wird: Nur die Theorie, für die im Prinzip ein Gegenargument oder ein Gegenbeispiel gefunden werden kann, ist eine wissenschaftliche Theorie. Wenn ein Forscher also einen Satz wie "Alle Raben sind schwarz" formuliert hat, dann muss er beginnen, Gegenbeispiele zu suchen. Findet er sie, so ist das gut, denn darüber entwickelt sich die Wissenschaft weiter: Sie hangelt sich von Vermutung zu Widerlegung und wieder zu neuer Vermutung. Nur Theorien, die viele Falsifizierungsversuche überstehen, bewähren sich - für immer gültig sind sie dennoch nicht, denn vielleicht findet sich ja doch noch ein Gegenargument. Mit seiner neuen Wissenschaftstheorie nahm Popper den empirisch arbeitenden Forschern seiner Zeit eine schwere Last von den Schultern: Viele hatten große Probleme damit, dass neue Theorien wie etwa die Relativitätstheorie das Weltbild der Physik in Frage stellten. Popper zufolge ist das aber gar kein Problem für die Wissenschaft, sondern ein Zeichen für ihren ganz normalen Fortgang: Entwicklung gibt es nur, wenn nichts ewige Gültigkeit hat.
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Gesammelte Werke / Logik der Forschung (Karl R. Popper-Gesammelte Werke)
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